Ausgabe 
17.4.1935
 
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wahren

Das Ent-

wurde am Dienstag beschlagnahmt wegen einer Todesanzeige der deutschen Vereini­gung für ihre ermordeten Mitglieder Rieck und Groen.

aus die

London, 17. April (DRV. Funkspruch). Der Genfer Sonderberichterstatter derTimes" behaup­tet, die Entschließung der drei Stresa-Mächte ver­meide durch ihre Form die ausdrückliche Verurteilung der einseitigen Vertragsver­leugnung durch Deutschland", die in Stresa ins Auge gefaßt gewesen sei. Dieser feine Unterschied sei nicht ohne Bedeutuna, denn man glaube, daß die Entschließung in ihrer jetzigen Form zwar dem Ernst der Lage entspreche, aber die Tür für eine mögliche Rückkehr Deutsch­lands nach Genf nicht schließe. Man halte es für sicher, daß zum mindesten die über­wiegende Mehrzahl der Ratsmit­glieder für die Entschließung stimmen werde. Das übliche Verfahren, einen Bericht- e r st a t t e r für die Ausarbeitung einer Entschlie­ßung zu ernennen, sei nicht befolgt worden, da sich niemand gefunden habe, der eine Entschließung habe befürworten wollen, die eine Verurteilung der künftig vielleicht stärksten europäischen Macht enthalten sollte. Die Franzosen hätten sich ihrerseits nicht auf weitgehende Aenderungen ihres Wortlautes ein­gelassen. Sie seien einen Augenblick lang sogar bereit gewesen, die Entschließung a l lein ein­zubringen, was zur Uneinigkeit im Völkerbundsrat und zu späteren Vorwürfen hätte Anlaß sein können. Durch die Unterlassung einerausdrücklichen Ver­urteilung Deutschlands" sei es dann möglich ge­worden, der Entschließung die Unterstützung Frank­reichs, Englands und Italiens zu sichern.

Daily Herald" bezeichnet es in seinem Genfer Bericht als zweifelhaft, ob die drei Stresaer Mächte heute eine einstimmige Aeußerung des Dölkerbunds- rates zu dem von den drei Mächten vorgelegten Entschließungsentwurf erreichen werden. P o len, Dänemark, Spanien und vielleicht ein oder zwei südamerikanische Staaten seien am Dienstagabend geneigt gewesen, sich der Stimme zu enthalten. Sie seien, wie schon bei früheren Gelegenheiten, erbittert darüber, daß sie einen von drei Großmächten vorher ver­einbarten Weg gehen sollten und fürchteten, daß der Völkerbund in ein Werkzeug ver­wandelt werde, das nur gegen Deutsch­land Verwendung finde. Dennoch sei man in den Wandelgängen der Meinung gewesen, daß die Ent­schließung nicht viel Schwierigkeiten bereiten werde. Ueberhaupt sei an dem Schicksal der Entschließung nicht so viel gelegen, vielmehr komme alles

' ' Absichten d e r drei

Berlin, 17. April. (DRB.) ImHaus der Nationalsozialisten" in München fand eine Arbeits­tagung des Reich s'schulungsamtes statt, an der die Schulungsmänner aller Gliederungen der NSDAP, teilnahmen. Reichsschulungsleiter Pg. Dr. Max Frauendorfer erklärte u. a.: Unseren Gegnern, den versteckten Feinden von gestern, müsse eine geschlossene Front der Schulungs­arbeit der Partei gegenüberstehen. Die Schulen der NSDAP, hätten die große Aufgabe der Auslese der besten Nationalsozia- l ist en. Wenn die Leistung Adolf Hitlers Bestand haben solle, dann sei es erforderlich, Männer her­anzubilden, die fähig sind, des Führers Willen sinn­gemäß zu vollstrecken und in seinem Geiste weiter- zuhandeln. r v

Alfred Rosenberg schilderte den Kampf der Geister und Seelen innerhalb der deutschen Ge­schichte und die Entwicklung der Weltanschauungen. In den letzten Jahren vor der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus stand Deutschland durch den Widerstreit der verschiedenen Richtungen und Parteien dem Abgrund nahe, in dem es ret­tungslos versunken wäre, wenn nicht der be­freiende Gei st einer großen Berne-

Nationalen Einheitspartei auch besonders darauf Bedacht genommen, möglich st viel junge Kräfte in das Parlament htneinzubekommen: Abgeordnete, die neuen Ideen leichter zugänglich sind und die nötige Aktivität besitzen, um die sich ihnen in den Weg stellenden Hindernisse zu über­winden. Besonders auf dem Gebiete der Sozial­politik und der Bodenpolitik wird die meiste Reformarbeit zu leisten sein. Hier sollen ja eben die Grundlagen geschaffen werden für ein neues Ungarn, das aufgebaut ist nicht mehr auf Klassen und Kasten, sondern wirklich auf der Grundlage des Volkes unter Berücksichtigung völki­scher Werte.

Die weitere Aufgabe aber, die nun für die un­garische Regierung erwächst, wird die sein, auch außenpolitisch die Wege zu finden, die Ungarn zu wirklichen Erfolgen führen können. Daß dabei in erster Linie eine Verständigung mit Südslawien gesucht und gefunden werden muß, ist eine Auf­fassung, der man schon überall in maßgebenden ungarischen Kreisen begegnet. Der Abgeordnete

Oer Memettändische Landtag wieder beschlutzunfMg.

Memel, 16. April. (DNB.) Der Memelländische Landtag war für Dienstag durch seinen Altersprä­sidenten Hilpert wieder zu einer Sitzung ein» berufen worden, um die Wahl des L a n d t a g s- präsidenten vorzunehmen. Die Sitzung nahm denselben Verlauf wie schon sieben Mal vorher seit Juli 1934. Von den zugelasse­nen 24 Abgeordneten waren nur 18 erschie« n e n. Die fünf Abgeordneten der litauischen Frak­tion sabotierten auch diesmal den Land­tag, so daß die Sitzung wegen Beschlußun­fähigkeit nicht stattfinden konnte. Der Schriftführer des Landtages, Riech ert, gab von einem Schriftstück Kenntnis, das an den neuen Gouverneur Kurkauskas gerichtet werden soll und von den 18 anwesenden Abgeordneten un­terzeichnet ist. Unter diesen Unterschriften befindet sich auch die des Abgeordneten Butgereit, des Mitgliedes des Direktoriums Bruvelaitis. Dem Schreiben an den Gouverneur werden die Erklärun­gen der sieben vorhergegangenen nicht zustandege- kommenen Sitzungen beigefügt werden. Der neue Gouverneur wird ersucht, die Grundlagen für eine ordnungsmäßige Arbeit des Landtages wiederherzustellen.

Kleine Entente und Nalkanbund zur Revision her Verträge.

Berlin, 17. April. (DNB.) Die Berliner Blätter lehnen den Entschliehungsentwurf Frank­reichs, Englands und Italiens scharf ab. Der Völkische Beobachter" schreibt u. a.: Die­ser Entschließungsentwurf ist in jeder Hinsicht so sehr ein Produkt des Geistes von Ver­sailles, daß er nur auf die einmütige Ableh­nung der deutschen Öffentlichkeit stoßen wird. Heute lehnt es eine geschlossene große Na­tion, die vertrauensvoll hinter ihrem Führer steht, mit aller Entschiedenheit ab, sich irgendeinem Ur­teilsspruch zu beugen, der nicht dem G e i st e der Gerechtigkeit, sondern dem einer voll­kommenen Willkür in der Auslegung interna­tionaler Verträge entsprungen ist. Nach deutscher Auffassung hat'die deutsche Reichsregierung mit der Wiederherstellung der deutschen Wehrfreiheit als letzte der Versailler Vertrags­mächte den Schritt unternommen, den alle an­deren vor ihr getan haben. Der Entschlie­ßungsentwurf hat die Einhaltung aller Verpflich­tungen internationaler Verträge dieGrundregel des internationalen Lebens" genannt. In keinem Lande wird man dieser Feststellung freudiger zu­stimmen als in Deutschland. Denn Deutschland hat 16 Jahre lang darauf gewartet, daß aus dieser theoretischen Erkentnis auch prak­tische Folgen entstehen würden. Erst als es den Glauben nicht mehr haben konnte, daß dies der Fall sein würde, hat es durch seinen Schritt den Gleichgewichtszustand im internatio­nalen Recht wiederhergestellt, der durch die einsei­tige deutsche Abrüstung vorher nicht vorhanden war.

Der Widerstand gegen die Mion Frankreichs

Aenderung des Verfahrens, weil fein Berichterstatter zu finden war.

Oie Verfolgung der deutschen Minderheit in Pommerellen.

Danzig erhebt Vorstellungen beim polnischen Vertreter.

Die Schulungsarbeit der NSDAP

Gemeinsame Arbeitstagung aller Schulungsmänner.

Paris, 17. April. (DNB.-Funkspruch.) Siegesgeschrei derer, die Laval für seine schlossenheit loben, wird sofort gedämmt durch die Feststellung, daß er Deutschland in keiner Weise habe verletzen wollen und diese Feststellung ver­dichtet sich beimEcho de Paris" zu einer schar- f e n Kritik an der Fähigkeit eines Mannes, der noch immer nicht wisse, was er eigen t- l i k wolle. Auch die Zustimmung Sir John Si­mons muß nach Ansicht einiger Berichterstatter mit Vorbehalten ausgenommen werden, da sie erst nach langem Feilschen, das immer­hin zu einer leichten Verwässerung des ursprünglichen in Stresa aufgesetzten Entschließungs­entwurfes geführt habe, erzielt worden fei. Die Stellungnahme des polnischen Außenministers B e ck wird scharf verurteilt. Alles in allem rechnen die Blätter damit, daß der französische Antrag bei etwa

Wolff der Christlichsozialen Partei hat schon vor Wochen diesem Gedanken in öffentlichen Reden Ausdruck gegeben, indem er die Forderung auf­stellte, Ungarn müsse sich nun endlich einfügen in die politische Linie, die von Berlin über War­schau nach Belgrad führt. Eine solche außenpoli- tische Orientierung braucht auch, so wie die Dinge heute liegen, durchaus keine Feindseligkeit gegen den bisherigen, freilich wenig erfolgreichen Freund Italien zu bedeuten. Sie müßte aber automatisch dazu führen, daß auch die ungarische Presse nun endlich beginnt, für das neue Deutschland mehr Verständnis zu zeigen als bisher. Die außerordent­lich engen und für Ungarn ertragreichen Handels­beziehungen zwischen Deutschland und Ungarn kön­nen dazu beitragen, um eine solche Neuorientie­rung zu erleichtern und zu beschleunigen. So wird man also hoffen und erwarten dürfen, daß auch für Deutschland diese letzte Phase der ungarischen Politik, die Parlamentswahlen, neue und freund­lichere Aussichten eröffnet.

zwei bis drei Stimmenthaltungen angenommen werden wird, fügen aber vorsichtshalber hinzu: Wenn nichts unvorgefehenes eintritt".Oeuvre" hebt hervor, daß langwierige Verhand­lungen mit d e n Engländern notwendig gewesen seien, da diese bereit gewesen seien, den durch den Spanier Madariaga völlig verwässerten Antrag anzunehmen.Echo de Pars" sagt, Laval habe wie eingeschlagener Hund' gewirkt.

Danzig, 16. April. (DNB.) Der Tod des jungen Deutschen Groen, der am Montag in einer Klinik in Zoppot an den Folgen d e s Ueberfalles einer polnischen Gruppe auf Angehörige der deutschen Minderheit in Pommerellen starb, hat in der Danziger Bevölke­rung tiefste Teilnahme erweckt. Nachdem die To­desnachricht durch die Mittagsblätter bekannt ge­worden war. sah man bald an allen Häusern d i e deutschen Fahnen auf halbmast oder mit Trauerflor. Das ganze deutsche Danzig trauert um einen deutschen Volksgenossen, der jen­seits der Grenze als Opfer der Hetze unverantwort­licher Elemente fiel.

Bei den Ausschreitungen polnischer Gruppen ge­gen das Deutschtum in Nordpommerellen ist auch ein Danziger Staatsangehöriger, Studienrat Dr. Hoffmann, der zu einem Vortrag in dem Orte Kölln weilte, tätlich angegriffen worden. Der Danziger Senat hat deswefen beim diplomati­schen Vertreter der Republik Polen in Danzig Vorstellungen erhoben. Die Danziger Presse nimmt mit sehr ernsten und eindringlichen Wor­ten zu den traurigen Vorgängen Stellung. Die Blätter veröffenlichen erschütternde Augen­zeugenberichte über pie Ausschreitungen. Das ' Organ der NSDAP., derDanziger Vor­posten", 'stellt fest, daß Danzig im Interesse der Erhaltung guter Beziehungen mit Polen ener­gische Maßnahmen zur Wiederherstellung friedlicher Verhältnisse und zur Beseitigung ruhe­störender Elemente in den unmittelbar benachbar­ten Gebieten fordern müsse. Das Blatt weist Fvei- ter darauf hin, daß man gewisse Greuelberichte über den Danziger Wahlkampf zum Ausgangs­punkt der Aktion gegen das Deutschtum in Pom­merellen gemacht habe, obwohl in Danzig nicht ein einziger ernsthafterer Gewaltakt zu verzeichnen gewesen sei. Die polnischeGazet- ta Gdanska" bezeichnet die Vorfälle in Pommerel­len alshöchst unerwünscht" und oerur = teilenswürdi g". DasDanziger Korrespon­denzbüro" stellt diese Verurteilung der Ausschrei­tungen durch das polnische Blatt mit Befriedigung fest,' knüpft daran aber die Erwartung, daß man polnischerfeits im Sinne der nachbarlichen Ver- tänbigung endlich der Hetze unverant­wortlicher Elemente Einhalt gebiete.

eine polmM Darstellung.

Kamps gegen die neue Schuldlüge.

Oie Berliner presse lehnt den Entschließungsentwurf als unerträgliche Heraus­forderung scharf ab.

nur der Stärkung des Völkerbundes und nicht völkerbundsfeindlichen Bülpdnisver- trägen diene.

Die polnische Lebmaschung.

Warschau vonBecksErklärung hochbefriedigt

Warschau, 17. April. (DNB. Funkspruch.) Das RegierungsorganGazeta P o l s k a" be­richtet aus Genf, der kategorische Ton Lavals habe den Eindruck heroorgerufen, als ob der Text der Resolution endgültig sei und in dieser Form zur Abstimmung gelangen müsse. Sir John Simon habe ungefähr dasselbe gesagt wie Laval, aber er habe es anders gesagt. Die Begründung sei fast die gleiche gewesen, aber der Ton völlig verschieden. Die Rede Becks habe einen bemer­kenswerten Eindruck gemacht. Zur Frage der Ab­rüstung habe Polen erklärt, daß es an den Dis­kussionen außerhalb der Rüstungskonferenz und des Völkerbundes nicht beteiligt gewesen und daher nicht berufen sei, das Bier auszutrin- ken, das andere trotz der polnischen Warnungen gebraut hätten. Man habe sich offenbar für die Sicherheit in Osteuropa s o viele Jahre so wenig interessiert, daß man gar nicht bemerkt habe, daß Polen schon seit 1932 selbständig an dieses Werk herangegangen sei. Polen werde nicht Hand anlegen, um diese Er­rungenschaften zu vernichten, die nicht nur eine Errungenschaft für Polen, sondern für den Frieden überhaupt sei. Man habe den Eindruck, daß man diese Dinge in Genf er ft malig hörte und zum. Teil mit der Enttäuschung eines Forschers, der in diesem angeblich noch nicht erforschten Dickicht auf die Hütte eines glücklichen Vorgängers trifft. Ein amerikanischer Jour­nalist habe gesagt: Der Pole sei der Mann, der bereits für eigenes Geld gegessen habe und den man mit Gewalt z u einer zweiten Mahlzeit bitte, die wieder mit der Suppe beginne...

pariser Kritik an Laval.

DieDeutsche Allgemeine Zeitung" bezeichnet den Genfer Entwurf als Herausfor­derung.Der Schuldige tritt als Richter auf. Wenn dieser Entwurf zum Beschluß erhoben wird, ist das angeblich erstrebte Weiterverhandeln über die Organisierung des europäischen Friedens ms Ungemessene erschwert. Wir zweifeln nicht daran, daß das Deutsche Reich dem Völkerbund, wenn er diesen Vorschlägen beitritt, eine Antwort erteilt, die nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig lassen wird.

DieBerliner B ö r s e n z e i t u n g" spricht von einem Dokument der Heuchelei, der Ratsbeschlußentwurf sei in seiner ganzen Tonart, in seinem Versuch zu diffamieren und zu brüskie­ren, für Deutschland so unerträglich, daß man den Verdacht hegen müsse, er sei m i t 33 o r = bedacht so redigiert, um einen Ausgleich mit Deutschland unmöglich zu machen.

ImBerliner L o k a l a n z e i g e r" heißt es: Wiederum soll eine neue Schuldlüge mit der feierlichen Phrafenmusik der großen Worte aus der Taufe gehoben werden, wiederum soll Deutsch­land der Schuldige sein. Die 16 langen Jahre, die hinter dem deutschen Volke liegen, sind uns einge­brannt wie ein einziges Unrecht. Darum weh­ren wir uns leidenschaftlich gegen j e - de neue Lüge, die uns moralisch treffen will, darum verweigern wir den Mächten, die ihre Schuld immer wieder hinter neuen Anklagen zu verstecken suchen, das Recht, noch enmal als An­kläger und als Richter in einer Person aufzutreten!

gung das Volk erfaßt hätte. Was die national- sozialistische Weltanschauung lehrte, war eine revo­lutionäre Tat. Das E r z i e h u n g s p r 1 n z i p des Nationalsozialismus sei das Prinzip des Mutes auf allen Gebieten des Lebens, Denkens, Fühlens und Glaubens. Heute genüge es nicht mehr, daß man den Glauben an eine Sache aus­spreche, sondern heute sei es erforderlich, daß man sich zur nationalsozialistischen Weltanschauung über­all in Worten und Taten bekenne.

Rudolf Heß bezeichnete Alfred Rosenberg als jenen alten Kämpfer des Nationalsozialismus, der niemals von der geraden Linie der Bewegung abgeirrt sei. Rudolf Heß er­mahnte die Schulungsmänner, sich der Wichtigkeit ihrer Aufgabe, die politischen Führer der Nation heranzubilden, stets bewußt zu sein. An den Führer wurde folgendes Telegramm gesandt: In München sind zum erstenmal die Gauschulungs­leiter der NSDAP, und Schulungsmanner sämt­licher Gliederungen und angeschlossener Verbände der Partei zu gemeinsamer Arbeit im Rahmen des Reichsschulungsamtes versammelt. Sie grüßen den Führer. Dr. Max Frauendorfer."

Warschau, 16. April. (DNB.) Die Polnische Telegraphenagentur gibt eine Erklärung über die Vorgänge in Neustadt (polnisch: Weyhe- roroo) aus. Darin heißt es: Am 13. d. M. hatte in Neustadt eine öffentliche Versammlung stattgefunden, an der mehr als 600 Personen teil- nahmen. Die Versammlung soll einberufen gewesen sein, um gegen die feit einiger Zeit beobachtete Agitation der Organisationen der deutschen Volksgruppe unter der polnischen Bevölkerung zu protestieren. Nach einigen Reden wurde von den Versammelten eine Protest- entschließung angenommen. Nach der Ver­sammlung soll eine Gruppe von Versammlungsteil­nehmern durch die Straßen gezogen sein und bald in einer Reihe von Geschäften die Scheiben zertrümmert haben. Die Polizei habe energisch weitere Ausschreitungen sofort ver­hindert. Am 14. d. M. hatte in Weherowo eine Versammlung von Mitgliedern der deutschen Organisationen stattgefunden. Dor dem Gasthaus, in dem die Versammlung statt- fanb, sei eine Gruppe von Personen erschienen, die Zutritt zur Versammlung verlangte. Im Verlaufe der Auseinandersetzungen fei es zu einer Schlägerei gekommen, bei der sechs Teil­nehmer der Versammlung verletzt wurden, einer davon schwer. Die benachrichtigte Polizei sei sofort herbeigeeilt, habe aber die am Zusammenstoß Be­teiligten nicht mehr angetroffen. Von den Gerichtsbehörden sei eine Untersuchung ein­geleitet und seien Steckbriefe gegen die Täter erlassen worden.

Mord an einem deutschen Bauern in Posen.

In Neuhütte Kreis Ostrowo (Posen) ist der deutsche Bauer Rudolf Rieck von unbekannten Tätern auf feinem Gehöft überfallen und so schwer verletzt worden, daß er wenige Minuten nach dem UeberfaU d e r ft a r b. Noch in der gleichen Nacht nahm die Polizei die Nach­forschungen nach den Tätern auf, die bisher jedoch noch zu keinem Ergebnis geführt haben. Rieck, der Mitglied der Ortsgruppe Sufchen der deutschen Vereinigung war, hinterläßt fünf un­mündige Kinder. Die Untersuchung wird er­geben müssen, ob der Verdacht zutrifft, daß es sich auch in diesem Falle um einen politischen UeberfaU handelt. *

Die Zeitung der deutschen Minderheit in Pomme­rellen, dasPommereller Tageblatt",

Stresa-Mächte an.

News Chronicle" meldet aus Genf, der Völkerbundsausschuß, der auf Grund des Entschließungsentwurfs seine Arbeit aufnehmen soll, werde wohl keine sehr lebhafte Tätigkeit vor der Romkonferenz entwickeln. Er werde wohl er st die Haltung Deutschlands ab­warten. Mehrere Abordnungen hätten die Hoff­nung, er möge niemals einen Arbeitseifer ent» entwickeln. Bei den Engländern sei die nervöse Angst vor neuen Verbindlichkeiten mit der Über­zeugung verknüpft, daß wirtschaftlicher und finan­zieller Druck auf einen Friedensbrecher sich in Frie­denszeiten praktisch nicht bewähren werde. In jedem Falle habe der Ausschuß eine lange und schwierige Ausgabe vor sich. Das wichtigste Ergeb­nis der'letzten Tage sei, daß Großbritannien seine Verantwortung in Europa bestimmter als je zuvor anerkannt habe. Aufgabe der öffentlichen Meinung Englands werde es sein, dafür zu sorgen, daß jedes Vorgehen, das sich aus dieser Verantwortung ergebe,

Genf, 16. April. (DNB.) lieber -eine gemein* same Tagung des ständigen Rates der Kleinen Entente und der Balkan-En* te n t e , unter dem Vorsitz von Ti t u l e 5 c u, wurde eine Verlautbarung veröffentlicht, in der es heißt: Die Kleine Entente und die Balkan-Entente legen dem baldigen Abschluß von gegenseiti­gen Hilfeleistungsverträgen im Nord­osten Europas sowie dem Erfolg der Ver­handlungen für die Verwirklichung eines Sicher­heitspaktes in Mittel- und Südo st- europa besondere Bedeutung bei. Was die Revision des Militär st atuts der Unter- zeichnerftaaten der Verträge von St. Germain, Trianon und Neuilly anlangt, so haben die Vertreter der fünf Staaten von den Erläu­terungen Lavals Kenntnis genommen, die besonders besagen, a) daß die englische, französische und italienische Regierung davon abgesehen haben, ihre Ansicht über den Grund der Frage abzugeben, da diese durch die am un­mittelbarsten interessierten Regie­rungen frei entschieden werden muß, b) daß die einzige Empfehlung, die die drei Regierungen in Stresa glaubten abgeben zu müssen, das Bestreben betrifft, jeden Versuch aus­zuschalten auf einem anderen Wege als öem eines Vertrages zu einer Regelung zu gelangen, indem die drei Mächte das Verfahren freier Verhandlungen vorgefchlagen haben, deren Möglichkeiten eng von der Gewährung neuer Sicherheitsgarantien bedingt sind.

Wahlbündnis der autonomistischen Parteien in der Slowakei.

Prag, 17. April. (DNB.) Nach Meldungen aus Preßburg hat die Entwicklung der autonomisti­schen Bewegung der Slowakei neue Fort­schritte gemacht. Der Vollzugsausschuß der S l o° wakischen Katholischen Volksparter hielt unter dem Vorsitz des Parteiführers Monsig­nore Pater H l i n k a in Rosenberg in der Slowakei eine Sitzung ab. Hlinka teilte dabei mit, daß die Slowakische Nationalpartei unter der Führung des Abgeordneten R a z u s mit der S l o- wakis'chen Katholischen Volkspart ei ein Wahlbündnis eingegangen sei. Dieses Übereinkommen ist bemerkenswert, da der Slowa­kischen Nationalpartei zum großen Teil prote­stantische Kreise der Slowakei angehören. Die Annäherung der slowakischen nationalen Par­teien über die religiösen Unterschiede hinweg ist ein Beweis dafür, daß die Bildung eines ka- t h o l i s ch e n Blockes, der sich aus allen Nationalitäten der Tschechoslowakei zusam- mensetzt, gescheitert ist. Beide slowakischen Parteien treten für d i e Autonomie der Slowakei ein. Ferner gab Pater Hlinka be­kannt, daß der autonome landwirtschaftliche SoM in Kartpathenrußland (das ist die nationale tat* pathenrusfische Partei) und die polm* scheu oppositionellen Parteien i» Schlesien ebenfalls in eine Wahlgemeln« schäft mit der Slowakischen Katholischen Volks« partei treten werden. Alle genannten Parteien wer­den einen oppositionellen Block bilden.