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schäft bearbeitete Bücher sind in Vorbereitung be-

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Heeresberichte von der Front

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Krankreich in der Zwickmühle.

Geringe Aussichten für Lavals Aussöhnungsversuch

Paris, 16. Okt. (DNB. Funkspruch.) lieber die Unterredung, die Laval mit dem englischen Botschafter in Paris hatte, glauben hie Blät­ter zu wissen, daß Sir George Clerk eine ein­deutige Stellungnahme Frankreichs hinsichtlich der Auslegung des Abschnittes 3 des Artikels 16 des Dölkerbundspaktes verlangt habe; mit anderen Worten, er habe eine unzweideutige Antwort auf die letzte englische Note gefordert, in der England die Frage der Unterstützung der englischen Flotte im Mittelmeer auf- ;eworfen hat und auf die Frankreich mit Gegen- en antwortete. Laval habe auch auf

A. Gliederungen des R e i ch s l u f t f a h r t s- Ministeriums:

1. Der R e i ch s m i n i st e r der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe: General der Flieger Göring, mit Adjutanten.

2. Der Staatssekretär der Luftfahrt, als Vertreter des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe: General­leutnant Milch mit General-Stabsoffizier.

3. Zentralabteilung: Oberst Wenninger.

4. Luftkommandoamt: Generalmajor W e v e r.

5. Allgemeines Luftamt: Ministerialdirektor Fisch.

3m Gegensatz zu allen Zusicherungen, die Mus­solini vor einigen Wochen gegeben hakle, kettle die italienische Regierung Paris mit, daß sie Zweifel hege, ob sie im Stande fein würde, den Vrennerpaß im Falle eines Angriffes zu verteidigen. Rom wünschte eine Zusicherung, daß es sich in einem solchen Falle auf den Bei st and der französischen Armee verlassen könne. Rom ersuchte ausdrücklich um Mitteilung über die Streit­kräfte, die Frankreich bereit fein würde, f o - fort an Ort und Stelle zu entsenden. Der Korrespondent erklärt dann, daß die fran­zösische Regierung durch diese Anfrage ernstlich erschüttert worden sei. Es herrsche der Eindruck, daß das französisch-italienische Mi- litarabkommen das zugleich mit den Verträgen von Rom abgeschlossen worden sei und zur völligen Entmilitarisierung der franz ösifch-ilalienischen Grenze durch Frankreich geführt habe, keinen Derk mehr habe. Besonders sei dies der Fall, da das Abkommen niemals durch sein logisches Gegenstück vervoll­ständig l worden sei: Eine italienisch- jugoslawische militärische Verstän­digung. Auf die italienische Frage sei keine Antwort gegeben worden, wahrscheinlich werde dies auch nicht geschehen.

Lavals neue Friedensbemühungen bildeten den Grund für Frankreichs Zögern. Die französischen Vertreter hätten angeregt, daß die Prüfung der wirtschaftlichen Vorschläge verlängert werden solle. Dieses Zögern sei auf eine Weisung Lavals zurückzuführen. Laval wünsche dringend, schärfste Sühnemaßnahmen gegen Italien zu verhin­dern, solange noch nach seiner Ansicht irgendeine Aussicht auf eine Vereinbarung besteht.

schcn Gesellschaft für Wehrpolitik und Wehr- wissenschasten, erscheint im Oktober bei der Hanseatischen Verlagsanstalt, Hamburg.

Heer, Flotte und ß u f t ro a f f e", Wehr­politisches Taschenbuch der Gesellschaft, 1936, er­scheint im Dezember im Verlag für vaterlän­dische Literatur Dr. Riegler, Berlin.

Handbuch der Wehrwissenschaf- t e n", im Auftrage und unter Mitarbeit der Gesellschaft herausgegeben von Generalmajor a. D Franke. 1. Bd.: Wehrpolitik und Krieg­führung, erscheint im Januar 1936 im Verlage Walter de Gruyter, Berlin.

Die Gpitzengtiederung der Luftfahrt.

Laval sucht auszuweichen.

England drängt auf klare Entscheidung.

England bitter enttäuscht.

Chamberlain droht den Franzosen mit Isolierung.

Der Korrespondent fährt fort: Die neuen Vor­schläge, die Laval Italien gemacht hat, folgen zeit­lich auf zwei bedeutsame Vorgänge: Während seines kurzen Aufenthaltes in Vichy hat Laval eine Bot­schaft aus Paris erhalten, die unzweifelhaft er­kennen ließ, daß London bitter enttäuscht über die französische Haltung ist.

Sir Austen E h a m b e r I a i n, der als freund Frankreichs bekannte ehemalige konser­vative Außenminister hat erklärt: Denn ihr Franzosen nicht eure Freundschaft zu 31alien zurück stellt und uns nachdrück­lich bei den Sühnemaßnahmen unterstützt, dann dürft ihr nicht allzu sehr auf uns Eng­länder rechnen, falls ihr mit Deutschland in Streik geratet. Ttie- mand in England wolle mit Italien Händel unsangen. Dena man aber untätig bliebe, würde

6. Italien erklärt sich mit der Regelung der An­gelegenheit durch den Völkerbund einver­standen.

Lufttechnisches Amt: Oberst Wimmer.

Luftoerwaltungsamt: Generalmajor Kessel­ring.

Luftpersonalamt: Oberst Stumpfs.

Inspekteur der Flakartillerie und des Luftschutzes: Generalmajor Rüdel.

Unmittelbar unterstellte militärische

Es wird ein selbständiger Staat unter italienischer Schuhherrschaft in der Provinz Tigre geschaffen.

Die Provinzen harrar und Ogaden wer­den an Italien abgetreten.

Italien stimmt dem britischen Vorschlag zu, wonach der Freihafen von Zaila an Äbessinien abgetreten wird, wofür Abessinien Italien eine Lifenbahn- 3 o n e zu gewähren hat, die Erythräa und Italienisch-Somaliland verbindet.

Der übrige Teil Abessiniens wird einem System internationaler Kontrolle unterstellt, das dem vom Fünferausfchuß im September vorgeschlagenen ähnlich sieht, in dem jedoch Italiens Einfluß vorherr­schend sein soll.

Der Inhalt der Pariser Besprechung sei britischen Botschafter Sir Georae Clerk Weitergabe nach London mitgetettt worden, britische Botschafter soll Laval erklärt haben, einer Ansicht werde die britische Regierung keine Einigungsgrundlage billigen, die nicht in erster Linie die Zurücknahme der ita> lienischen Truppen von abessinischem Gebiet vorsehe. Die meisten Staatsmänner in Genf, mit denen der Korrespondent gesprochen habe, eien der Ansicht, daß der Völkerbund nichts zur Förderung einer Vereinvu-ung tun könne, die eine Aufteilung Abessiniens .zur Grundlage habe. Die Italiener ihrerseits hätten auf den Wilsonschen Grundsatz des Selbstbestimmungsrechtes der Völker hingewiesen und den Standpunkt vertreten, daß die äußeren Bezirke Abessiniens, die einst von Kaiser Menelik annek- fiert worden seien, am liebsten das Joch von Addis Abeba abschütteln möchten.

Die Justizpressestelle Darmstadt mit: In derDeutschen Justiz", dem amtlichen Mit-

man viel mehr opfern als Abessinien, nämlich den Grundsatz, daß die zwischenstaat­lichen Beziehungen nach einem zwischen­staatlichen Gesetz geregelt werden müssen. Seien die Völkerbundssahungen etwa e i n Papier fe he n, auf den man sich berufe, wenn man das bequem finde und den man verleugne, wenn er hinderlich fei? England sei erstaunt und gekränkt, daß Frankreichs Haltung im vorliegenden Falle von offenkundigem Zögern und von Sorgen um das eigene I ch getragen zu fein scheine. Denn die Völkerbundssahung triumphiere, werde ein S ch u l f a H geschaffen fein, nach dem Großbritannien feine Haltung in künf­tigen Fällen einrichken werde. Denn aber andere Völker, die die Satzungen mit unter­schrieben haben, in dieser entscheidenden Stunde ihre Verpflichtungen nicht einhalten, dann werde sich Großbritannien von seinen Ver- pfllchtungen entbunden ansehen und seine Politik künftighin nur von den britischen nationalen Belangen abhängig machen.

Das Militärbündnis von Rom wird brüchig.

Italien erbittet französische Hilfe am Brenner.

Laval hat eine gleichlautende amtliche Informa­tion aus London erhalten. Es wurde ihm klar gemacht, daß er feine Entscheidung nicht länger a u f s ch i e b e n könne. Einige Tage zuvor hatte die französische Regierung eine äußerst beunruhi­gende Anfrage der italienischen Re­gierung erhalten.

griffen:

,Wehrfreihei t". Jahrbuch 1935 der Deut-

Der französische Vorschlag.

Beiderseitige militärische Entspannung im Mittelmeer.

London, 16. Oktober. (DNB. Funkspruch.) Der PariserTimes"-Vertreter meldet, daß Laval Groß­britannien und Italien nicht, wie behauptet wurde, einen ins einzelne gehende Plan für die Bei­legung des italienisch-abessinischen Streitfalles un­terbreitet habe, sondern daß seine Hauptsorge einer Besserung der Beziehungen zwischen beiden Ländern gelte.

Laval habe dem britischen Botschafter nahege­legt, eine großzügige Geste zu tun, d. h. die in den letzten Dochen vorgenommene Bet - ff ä r f u n g der Mittelmeerflottewie­de r rückgängig zu machen. Laval habe nur in allgemeinen Wendungen von einer Ver­einbarung über Abessinien auf Grund eines Völkerbundsmandates und der Anerkennung der Sonderinter­essen Italiens gesprochen. Bei einer Un­terredung mit dem italienischen Botschafter habe Laval angeblich angeregt, Italien solle den ersten Schritt durch Zurückziehung seiner Verstärkungen aus Libyen tun, natürlich nur, wenn es die Zusicherung habe, daß England den zweiten Schritt tun werde. Gleichzeitig solle Mus­solini eine offene und bündige Erklärung über seine friedfertigen Absichten gegenüber der britischen Ration abgeben.

Der Genfer Korrespondent desDaily Telegraph" meldet, Laval habe aus eigenem Antrieb gehandelt. Er habe dem italienischen Botschafter erklärt, in Genf stehe die Annahme scharfer wirtschaftlicher SühnemaH nahmen be­vor. Diese würden einen schweren Druck auf Italien ausüben. Frankreich könne diese Wendung nicht verhindern, es sei im Gegentett verpflichtet, den Völkerbund bei seinem Vorgehen restlos zu unterstützen.

Mussolinis Forderungen.

Abtretung dreier abessinischer Provinzen und italienische Kontrolle im übrigen Reich.

Mussolini soll darauf dem französifchen Ministerpräsidenten folgende Vorschläge unter­breitet haben:

1. Italien hält seine Truppen in den jetzigen Stellungen.

Außen st eilen:

1. Luftkreiskommandos I bis VI.

2. Kommando der Fliegerschulen: Oberst Chri- st i a n s e n.

3. Luftzeugmeister: Oberst K i tz i n g e r.

C. Einteilung der Luftwaffe:

1. Fliegertruppe.

2. Flaktruppe.

3. Luftnachrichtentruppe.

D. Unmittelbar unterstellte Außenstellen der z iv i-

l e n Reichsluftfahrtverwaltung:

1. Reichsamt für Wetterdienst.

2. Die 15 Luftämter.

3. Reichsschule für Lustaussicht.

Ordentliche Gerichte und Parteigerichte.

derung als Ganzes und fügt hinzu, es fei er­staunlich, im dritten Jahre des nationalsozialistischen Staates feststellen zu müssen, daß dies nach der in Rechtslehre und Rechtsprechung immer noch herr­schenden Ansicht nicht der Fall sei. Die Rechtsprechung würde aber weiter die Frage zu entscheiden haben, wie weit anderen kollektiven Personeneinheiten, die von Staat und Partei als wertvoll an­erkannt werden, passive Beleidigungsfähigkeit und damit strafrechtlicher Ehrenschutz zuzuerkennen sei. Es sei dabei zu berücksichtigen, daß das Zeit­alter des Individualismus vorbei fei und nach na­tionalsozialistischer Weltanschauung die Gemein­schaften das Wichtige und Entscheidende seien.

nämlich: Eisenerze, Mangan, Chrom, Tungstein, Molybdän, Paladium, Zinn, Wolfram, Kadmium und alle Eisenamalgamate. Die zweite Gruppe der Liste sind Erzeugnisse, die entweder von Italien, wenn auch nicht in der erforderlichen Menge, ober von Nichtmitgliedern des Völkerbundes erzeugt wer­den, dabei aber nach Auffassung des Völkerbundes eine gewisse Kontrollmöglichkeit lassen. Es handelt sich um Aluminium, Stahl, Zink, Nickel. Zu der dritten, nicht besonders gekennzeichneten Gruppe gehören Kautschuk, Salpetersäure und Ni­trate. Die Liste mit dieser dritten Rohstoffgruppe soll die Grundlage weiterer statistischer Feststellun­gen und Sachverständigengutachten geben. Es wurde vorgeschlagen, die Versorgung Italiens mit 23 er- kehrsmitteln, wie z. B. Schiffen, Kraftwagen, Feldeifenbahnen, Zug- und Tragtieren sowie mit Werzeugmaschinen zu unterbinden. Ein Beschluß war aber wegen des Widerspruches einiger Staaten, z. B. der Schweiz, nicht möglich, sie machten geltend, daß es sich hierbei zum Teil um Fertigfabri­kate handele, lieber die für die Kriegführung wichtigsten Rohstoffe wie Erdöl, Kohle und Kupfer wurde nicht gesprochen. Eine Liste, die diese und andere Rohstoffe umfaßt, soll demnächst den Mitgliedern des Völkerbundes zur Stellung­nahme unterbreitet werden. Der Ausschuß wird " ' Mittwochvormittag mit den Vorschlägen für Nichtabnahme italienischer Waren schäftigen.

Abessinien.

Addis Abeba, 15. Okt. (DNB.) Auch Abessi- men meldet von der Nordfront auf sämtlichen Ab- schnitten eine erhöhte italienische Flie - aertätigfeit. Ein Beobachtungsflugzeug soll bis zur Eisenbahnlinie Addis AbebaDschibuti vor- gedrungen und zwischen den Bahnstationen En er und Gotta gesichtet worden fein. Das Flugzeug soll ledoch keine Bomben abgeworfen haben. Südlich von Makalle sind zwei italienische Flugzeuge ge­sichtet worden. Die Flugzeuge sollen über Amba Alaje fast 200 Kilometer tief in abessinischem Gebiet Bomben abgeworfen haben, ohne Scha­den anzurichten. Bei Makalle soll ein italienisches Flugzeug zwei Bomben auf eine Abteilung Abessi- nier abgeworfen haben, ohne Schaden zu verur­sachen.

Sämtliche Vorbereitungen für einen abessini­schen Gegenangriff bzw. eine Offensive sind getroffen. Der abessinische Angriff wird wahrschein- lich zu Beginn der nächsten Woche erfolgen. Dec

ausweichend ge­antwortet und sich Bedenkzeit erbeten. Es tehe außer Zweifel, so schreibt dasEcho de Paris", daß die Haltung der französischen Regierung in keiner Weife den englischen Erwar­tungen entspreche, es wäre falsch, wollte man ich die Tatsache verheimlichen, daß die französisch- englischen Gegensätze von heute sich in sehr ernster {form in der 3 u fu-n ft ausroir- Pen könnten.Oeuvre" spricht von einer sehr gespannten Atmosphäre in Genf. In derVictoire" fordert Hervö die französische Oeffent- lichkeit auf, den Machtfaktor England nicht zu unter» chätzen. Es gebe in Frankreich Patrioten, die sich einbildeten, Laval solle England einfach den Rücken kehren oder ihm Unwahrhastigkeit DormerjTn, wenn es behaupte, daß es ausschließlich im Interesse des Völkerbundspaktes handele. Es wäre ein Unglück für Frankreich, wenn es ihm nicht gelinge, seine italienische Schwester verteidigen, ohne England zu kränken.

Rom, 15. Okt. (DNB.) Don der Somali- front soll die Nachricht eingetroffen sein, der Cas- -.aiac Afeuros habe dem Negus mitgeteilt, daß hen italienischen Bombardierungen nicht länger siandhalten könne und die bis jetzt behaup­tete Zonie räumen müsse. Südlich von A d u a ferner Ras Kassa mit beträchtlichen abessini- ichen Truppen von den Italienern einge­kreist. Weiter glaube man an einen Aufruhr mb er Provinz Goggiam. Die Besetzung von A k s u m durch die italienischen Truppen wird durch den soeben veröffentlichten Heeresbericht be- ftatigt. Flieger haben Erkundungsflüge in der Ge- genö von Makalle ausgeführt und dabei Bewaff- uete, die gegen Norden marschierten, zerstreut und ein Zeltlager mit etwa 300 Zelten an den nörd- litfjen Abhängen des Amba Alagi sowie ein Mu- nutwnsdepot tn Bel Mariam bombardiert. Letzteres ist in die Luft gegangen. In der westlichen Tief­ebene unterwerfen sich weiter zahlreiche Eingeborene.

Der Santtionsansfchuß berät die Rohflofffperre.

Was sind für Italien kriegswichtige Rohstoffe?

Genf, 15. Okt. (DNB.) Der Ausschuß der Sank- tlonskonferenz für wirtschaftliche Maßnahmen be­riet eine Liste der für Italien kriegswich­tigen Rohstoffe. Die erste Gruppe dieser Liste bildeten die Rohstoffe, die von Völker- bundsmitgliedern erzeugt urtb deshalb ohne weiteres für Italien gesperrt werden können,

Kann nun die SA. oder SS., können die Gliede­rungen der NSDAP, beleidigt werden? Nicht tn dem Sinne, daß ein Teil ober alle ihre Angehörigen beleibigt werden, sondern die Gliederung selbst als Ganzes, als Gesamtheit? Diese Frage wird aus­führlich behandelt und bejaht mit dem Hinweis, es gebe eine Ehre der Gesamtheil, die nicht gleich- oedeutend sei mit der Ehre der einzelnen Angehöri­gen, und diese Ehre sei schutzwürdig und schutz­bedürftig. Treffend ist das gebrachte Beispiel: Jeder Hitlerjunge, der im Bewußtsein seiner Jugend­streiche sich die BezeichnungLausbub" ruhig ge­fallen läßt und vielleicht sogar, sie als rauhe An­erkennung seiner jugendlichen Lebendigkeit betrach-

teilungsblatt des Reichsministers der Justiz, wird in Beziehung auf die nachfolgende Frage das Verhältnis der Partei gerichtsbarkeit zur ordentlichen Gerichtsbarkeit er­örtert. Auf Grund des Gesetzes zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat vom 1. Dezember 1933 könne sich der Fall ergeben, daß ein Amts­gericht in einem parteigerichtlichen Ver­fahren ersucht wird, einen Juden als Zeugen e i d li ch z u vernehmen. Gegen ein derartiges Ersuchen sei in einem praktischen Fall das Bedenken geltend gemacht worden, es hätten die öffentlichen Behörden im Rahmen ihrer Zu­ständigkeit den Parteigerichten zwar Amts- und Rechtshilfe zu leisten, doch komme Rechtshilfe nur in Betracht, soweit die Handlung, um deren Vor­nahme ersucht wird, zur sachlichen Zustän­digkeit der ersuchenden Stelle gehöre. Es könne nicht angenommen werden, daß das Ge­setz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat den Begriff der Rechtshilfe weiter ge­faßt habe. Den Parteigerichten feien nur Par­teigenossen unterworfen. Mithin müsse sich die Rechtshilfe der ordentlichen Gerichte auf die 23er- ni'hmunfl von Parteigenossen beschränken. Es könne nicht als zulässig erachtet werden, daß die Partei­gerichte durch Anrufung der ordentlichen Gerichte um Rechtshilfe ihre Befugnisse erweiterten. Eine Vernehmung unter E i d könne auch deshalb nicht erfolgen, weil die Parteigerichte selbst keine eidliche Vernehmung vornehmen könnten.

Unter Ablehnung dieser Auffassung wird in derDeutschen Justiz" ausgeführt, es bedeute eine Verkennung der gesetzlich festgelegten Einheit von Partei und Staat, wenn man bei der Aus­legung des § 6 des Gesetzes vom 1. Dezember 1933 von dem überkommenen Begriff der Rechtshilfe aus ängstlich prüfe, ob die Rechtshilfe zu einer Erweiterung der Befugnisse der Parteigerichte" führen konnte, während klar zutage liege, daß der Gesetzgeber den Parteigerichten bei der Wahrheits- ersorschung die staatliche Unterstützung in mög­lichst weitem Umfange zur Verfügung habe st"ll-m wollen. Dos Amtsaericbt behnbe sich nr-aen- über einem Ersuchen her in Rebe stehenben Art in einer ähnlichen Lage wie gegenüber bem Ersuchen der Staatsanwaltschaft, die ebenfalls von dem zuständigen Amtsgericht die Vornahme richter- kicher Untersuchungshandlungen verlangen könne, zu denen sie selbst nicht befugt sei. Zu Zeiten des Umbruch« müsse der Richter den Mut aufbrinacn. sich von überkommenen Begriffen frei zu machen und neue 233 e a e zu beschreiten, wenn er anders nicht zu Entscheidungen gelangen vermöge, die den Grundanschauungen des neuen Staates entsprechen. Können Gliederungen der NSDAP.

a>s Gesamtheit beleidigt werden?

Die I u st i z p r e s s e st e ll e Darmstadt teilt mit: Regelmäßige Ueberfälle politischer Gegner auf SA.° und SS.-Männer haben aufgehört, seitdem es sich herumgesprochen hat, daß sie im national­sozialistischen Staat für die Täter nicht mehr ratsam sind, so führt Dr. Krug, Landgerichtsrat im Reichs­justizministerium, in derDeutschen I u st i z" aus. Mündliche und schriftliche An­griffe auf die Gliederungen der NSDAP, aber kommen noch häufig vor und werden Vorkommen, solange es Nörgler, Kritikaster und Staatsfeinde geben wird. Zur Bekämpfung dieser Angriffe rei­chen die zunächst zur Verfügung stehenden Bestim­mungen des Gesetzes gegen heimtückische Angriffe und des § 134b StGB, nicht aus. Mit ihnen lassen sich nur bie schwersten Angriffe erfassen. Uebrig bleiben alle ansehensschädigenden Behauptungen, Behauptungen tatsächlicher Art, soweit sie nicht den Charakter einer schweren Schädigung im Sinne des Heimtückegesetzes in sich tragen, wie auch andere Angriffe, welche zum Teil unter allen Umständen Strafe verdienen. Der Ver­fasser erklärt, diese Lücke sei vom Gesetzgeber be- wußt gelassen worden, weil die Vorschrif­ten des Strafgesetzbuches über die Belei- bigungen bei richtiger Anwendung voll genügen würden, um sie zu schließen.

tenb, sie mit vergnügtem Schmunzeln quittiert, wird es als schwerste Beleidigung nicht seiner Person, sondern seiner Organisation empfinden, wenn jemand etwa die HI. als Lausbubenbande bezeichnen wollte. Sein natürliches Empfinden zeigt, daß HI. und ebenso die übrigen Gliederungen der NSDAP, eine von der Ehre des einzelnen An­gehörigen verschiedene Ehre der Gemeinschaft haben.

Nach der herrschenden Lehre der Rechtsprechung würde eine Bestrafung einer solchen Ehrenmin­derung nur unter dem Gesichtspunkt der Beleidi­gung einzelner Angehöriger der Gemeinschaft ge­billigt. Der Verfasser fordert demgegenüber auch die Bestrafung wegen Beleidigung einer Glie -

Englische Anmerkungen.

London, 16. Okt. (DNB. Funkspruch.)Mor- ning Post" berichtet aus Kairo, ei n italieni­sch e s Flugzeug, das angeblich über den Sudan photographische Aufnahmen gemacht habe, sei von britischen Flugzeugen zur Landung gezwungen worden. Der Flugzeugführer und fern Gehilfe befänden sich jetzt im Gefängnis.

Mit der AnmerkungAus Italien, Briefe mit dieser Marke treffen in England ein" veröffentlicht Times" die Wiedergabe einer Marke, die einen Adler mit ausgebreiteten Schwingen und die UeberfchriftItalia" zeigt, während quer über der Mitte in englischer Sprache fol­gender Satz zu lesen ist:Italien ist allright, be­kümmert euch nicht um das, was feine Feinde und Nebenbuhler sagen".

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