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Abschluß des ersten Leistungsschreibens der DAZ

gut:

gut:

den.

Kilo

ten von Starkenburg und Rheinhessen um die Pla-

Bei dem gestrigen Leichtathletik-Gaukampf Süd­west Nordhessen in Mainz, der unentschieden endete, waren die Vertreter der Spieloereinigung nicht unwesentlich an dem günstigen Abschneiden be-

Trauth, Ludwig Herbert, Greta Jochurn. ten von «vrarrenourg uno ^yernyes

Abteilung 150 Silben. Hervorragend:! kette der Landesregierung ringen.

SüdwestTlordheffen unentschieden

Leichlnlhletik-Gaukampf in Mainz 75,5:75,5 Punkte.

In der städtischen Kampfbahn zu Mainz trafen sich am Sonntagvormittag die Leichtathleten der Gaue Südwest und Nordhessen zu einem Ver­gleichskampf, bei dem es einige ansprechende Lei­stungen gab. Der aus der in Paris startenden deutschen Ländermannschaft zurückgezogene Fuldaer P o n t o w verstärkte fühlbar die Mannschaft der Nordhessen und trug durch seine Siege im 100- und 400-Meter-Lauf, sowie durch seinen Start in der 4X100-Meter-Staffel wesentlich zu dem günstigen Endergebnis seines Gaues bei. Das erzielte Unent­schieden wird sogar für den Gau Südwest, der mit einer stark veränderten Mannschaft antrat, als schmeichelhaft betrachtet werden, denn die Nord- Hessen, die beide Staffelwettbewerbe gewannen, ver­scherzten sich den Gesamtsieg durch eine wegen Nichteinhaltens der Bahn notwendig gewordene Distanzierung in der 4X400Meter-Staffel.

Unter Berücksichtigung der harten Bahn gab es besonders gute Ergebnisse im 400-Meter-Lauf durch P o n t o w - Nordhessen in 50,9 Sek., sowie durch C r e t e r - Südwest, der die 1500 Meter in 4:04 zu­rücklegte. Auch der Diskuswurf des deutchen Mei­sters Lampert- Südwest mit 46,06 Meter und sein Kugelstoß über eine Weite von 15,25 Meter dürfen neben dem Weitsprung K e r m e r s - Nord­hessen mit 7 Meter als ausgezeichnet bezeichnet wer-

Maschinen-Schnellschreiben. 1. Preis: Helene Pfeiffer, 390 Anschläge; 2. Preis: Minna Bath, 380 Anschläge; 3. Preis: Franz Koch, 300 Anschläge.

Der vorgesehene 1000-Meter-Lauf fiel aus.

Oie Gießener Leichtathleten beim Gaukampf.

(1900) mit 45,42 Weier Diskus nur knapp hinter dem deutschen Meister Lampert.

rich Schnell.

II. Maschinenschreiben.

Abteilung M e i st e r k l a s s e. Sehr Minna Bath.

Abteilung Praktikerklasse. Sehr Helene Pfeiffer, Franz Koch.

Anneliese Schildwächter, Hildegard Eisenacher, El­friede Tenniger, Karl Meister; Sehr gut: Heinz Reinschmidt, Wilhelm Pausch.

Abteilunal40 Silben. Hervorragend: Gg. Bingel, Anny Komps, Marie Schneider; Gut: Karl Heinz Kuhl.

Der Olympiazug in Gießen.

Der Olympiazug wird im Bereiche des Bezirks 2 (Gießen) des Gaues XII Hessen am 20. und 21. De­zember Gießen und am 10. und 11. März Hanau am Main besuchen.

Spiel und Sport der Schulen.

Lyzeum Gießen erringt die Provinzmeisterschaft im Grenzball.

Am Freitagnachmittag wurde auf dem Univer­sitätssportplatz die Provinzmeisterschaft im Grenz­ball ausgetragen. Es standen sich folgende Schulen gegenüber: Schillerschule Friedberg, Oberrealschule Butzbach, Realschule Nidda, Realschule Schotten, Oeffentliche Handelslehranstalt Gießen, Frauen­oberschule Gießen, Lyzeum Gießen.

Die Ergebnisse.

Vorrunde: Friedberg Nidda 12:3; Lyzeum gegen Schotten 35:0; Butzbach Oeffentliche Han­delslehranstalt 12:6; Frauenschule Freilos.

Zwischenrunde: Lyzeum Frauenschule 9:5; Butzbach Friedberg 12:8.

Danach traten zum Endkampf an: Lyzeum Gie­ßen Oberrealschule Butzbach. Die Mannschaft des Lyzeums (M. Seim UII, Weyel OI, Seibel U II, E. Seim O III, Glänzer U II, Hoffmann U II) entschied das Spiel für sich mit 9:5 Punkten. Die Butzbacher Mädels waren körperlich überlegen und zeigten sehr schöne Würfe, konnten sich jedoch gegen das flotte und gewandte Zusammenspiel der Gieße­ner Spielerinnen nicht durchsetzen.

Nach diesem Ergebnis wird das Lyzeum als beste oberhessische Mannschaft mit den Siegermannschaf-

Heilmann, Kurt Zirkler, Else Kampf, Walter Volk, Wilhelm Pausch, Anny Komps, Franz Koch, Georg Bingel, Karl Heinz Kuhl, Karl Meister, Mary Gärt­ler, Erich Runzheimer; Sehr gut: Willy Arnold, Erich Hansult, Irmgard Hof, Elfriede Tenniger, Ludwig Herbert, Franz Trauth, Greta Jochem, Margarete Kühn, Jngeborg Seybold, Lieselotte Ni- kolaus, Otto Theiß, Wilhelm Kraft, Heinz Pieper, Erna Lotz, Hilde Eisenacher, Karl Damm, Heinrich Schnell, Marie Schneider, Anneliese Schildwächter, Gertrud Kardaun, Erich Jung, Wilma Leipold; Gut: Ludwig Hohl, Gerhard Elbs, Erna Raab, Willy Wagner, Wilh. Paulus, Konrad Emmerich, Walter Hallmeper, Ida Hempel, Hans Hormel, Ernst Blank, Karl Will, Fritz Worm, Ilse Lettow, Richard Fed- deler, Elfriede Schmidt.

b) Redeschrift. Sehr gut: Franz Trauth, Ludwig Herbert, Margarete Kühn, Wilhelm Pau­lus; Gut: Marie Schneider, Elfriede Tenniger, Hein-

Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Arbeits­führung und Berufserziehung in der Kreiswaltung Gießen, die durch Lehrgänge und Arbeitsgemein­schaften der Volkswirtschaft einen geeigneten Nach­wuchs zuführen will, konnte ihren ersten Lehrgang durch ein erstes Leistungsschreiben zum Abschluß bringen. Am Samstag fand nun im Cass Ebel ein

Ehrenabend

für die erfolgreichen Wettschreiber statt, die sich zahl­reich eingefunden hatten. Der Leiter der Lehrgänge, Fachschullehrer Curt Leipold sprach die Begrü­ßungsworte, in die er die Anerkennung über das erfolgreiche erste Leistungsschreiben, das in Kurz­schrift bestand, einflocht. Achtzig v. H. der Wett­kämpfer haben sich dabei ausgezeichnet, es wurde eine große Anzahl sehr gute Arbeiten abgeliefert.

Der Leiter der Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung Pg. M e r t e s gab dann eine Ueberficht über Zweck und Aufgaben dieses Amtes. Die DAF. sorge durch das Amt für Arbeits- führung schon beim jungen Menschen dafür, daß er nach der Schule dem für ihn geeigneten Beruf zu­geführt wird. Lehrgänge und Arbeitsgemeinschaften sollen den Lehrling vertraut machen mit den tech­nischen FerUgkeiten, die unerläßlich für eine ord­nungsgemäße Berufsausübung find. Sie sollen ihn auch hineinwachsen lassen in die Zusammenhänge seines Berufes. Der Nachwuchs ist der kommende Träger der Verantwortung. Darum haben wir da­für gesorgt, daß er sich dieser Verantwortung gegen­über Beruf und Volk bewußt wird und haben die Kausmannsgehilfen-Prüfung eingeführt. Wenn der Nationalsozialismus solche Prüfungen herausstellt. Io tut er dies in der Auffassung, daß nur derjenige das Recht auf Ansprüche in der Gemeinschaft hat, der entsprechende ßeiftungen für die Gemeinschaft vorweisen kann. Darum muß in Zukunft auch der­jenige, der ein Handelsgeschäft eröffnen will, sich einer Prüfung über die dafür notwendigen Leistun- aen unterziehen. An den Kaufmann werden hohe Anforderungen gestellt. Auch wer geringer Mithel­fer ist, ist Diener am Volk; er muß pflichtbewußt und mit ganzer Hingabe seinen Posten ausfüllen, denn er ist mitgerechnet wie das kleinste Rädchen in der Präzisionsarbeit. Wenn in solcher Erkenntnis jeder einzelne seine Arbeit tut als Diener am Dolks- aanzen, Dann ist er mitbeteiligt am großen Werk des Aufbaues der deutschen Volkswirtschaft und des" deutschen Volkes. Aus diesen Erwägungen heraus beglückwünschte der Redner die Preisträger des ersten Leistungsschreibens.

Hierauf wurden den Preisträgern die Ehren­urkunden ausgeteilt. Fachlehrer Üeipold unter­strich noch einmal die Bedeutung der geleisteten Ar­beit. Besondere Anerkennung widmete er der Sie­gerin in der Meisterklasse für Maschinenschreiben.

Der weitere Verlauf des kameradschaftlichen Bei- famenseins wurde durch Darbietungen aller Art aus­gefüllt. Ein besonderes Gepräge erhielt es durch Vorträge des Pianisten Hahn, tänzerische Einlagen der Arbeitskameradin Feußer und musikalische Darbietungen des Arbeitskameraden Vogt.

Oie Ergebnisse.

I. Kurzschrift.

Abteilung 220 Silben. Sehr gut: Franz Koch.

Abteilung 20 0 Silben. Hervorragend: Wilma Leipold, Wilhelm Paulus; Sehr gut: Mar­garete Kühn.

Abteilung 180 Silben. Sehr gut: Franz

Abteilung 120 Silben. Hervorragend: Anni Bolz, Heinrich Schnell, Hilde Fuchs, Rudolf Feddeler, Fritz Worm, Erna Raab, Karl Will; Sehr gut: Walter Hällmeyer, Otto Theiß, Karl Feußer, Heinz Pieper, Georg Heilmann, Siegfried Demper, Käthemi Ruhl; Gut: Lieselotte Nikolaus .

Abteilung 10 0 Silben Hervorragend: Wilhelm Kraft, Erich Jung, Willy Arnold; Sehr gut: August Becker, Karl Damm.

Abteilung 80 Silben. Hervorragend: El­friede Schmidt, Minna Zimmermann, Heinrich Weil, Hedwig Hofmann, Ernst Blank, Erich Runz­heimer, Else Kampf, Trude Groß; Sehr gut: Wal­ter Volk, Gretel Dahrner, Marie Schmelz.

Abteilung 60 Silben. Hervorragend: Lie­selotte Glagow, Konrad Emmerich, Erich Hansult, Willi Wagner, Jngeborg Seybold; Sehr gut: Ger­hart Elbs, Mary Gärtler.

Richligfchreiben.

a) Derkehrsschrift Hervorragend: Georg

teiligt. Mit eine der besten Tagesleistungen erzielte Arthur Kilo im Diskuswerfen. Er konnte an die Form seiner Glanzzeit anknüpfen und mit 45,42 Meter hinter dem deutschen Meister 1935, Lampert (Saarbrücken) der es auf 46,06 Meter brachte, einen ausgezeichneten zweiten Platz belegen. Der Erfolg Kilos ist um so höher zu bewerten, als der 1900er mit seinen letzten drei Würfen regelmäßig über dis 45-Meter-Grenze kam, während Lamperts Weiten, von seinem Siegeswurf abgesehen, nur zwischen 43 und 44 Meter lagen. Bei Feldwebel Gugel (1900) erwies es sich, daß ihn seine Verletzung stark zurück­geworfen hat. Er kam im Duskuswerfen knapp über die 40 Meter und mußte damit dem zweiten Südwestgau-Vertreter Junker, der 41,50 Meter warf, den Vortritt lassen. Beim Kugelstoßen ergab sich das gleich Bild. Feldwebel Gugel erzielte hier 13,25 Meter. Der dritte 1900er, Heini Jung, wirkte im Stabhochsprung und in der 4X400-Meter-Stasfel mit. Im Stabhochsprung kam er bei einer Sprung­höhe von 3,40 Meter zu einer Punkteteilung mit dem Südwestgauersten. Jung mußte allerdings mit fremder, ihm nicht zusagender Stange springen. Eine recht gute Figur gab der 1900er in der 4X400-Meter-Staffel ab, bei der die Nordhessen als Erster einkamen. Leider wurde die Staffel annul­liert, weil ein Läufer die Bahn verlassen hatte.

Leichtathletik-Länderkampf Oentichland Frankreich.

Die Deutschen gewinnen alle Wettbewerbe.

Zum 10. Male standen sich am Sonntag die Leichtathletik-Ländermannschaften von Deutschland und Frankreich zum Länderkampf gegenüber. Im Stadion von Colombes bei Paris gelang den Deutschen der 10. Sieg über die Vertreter unseres westlichen Nachbarn. Mit 102:48 Punkten ist dieser Erfolg der größte und zahlenmäßig deutlichste, den unsere Athleten je gegen Frankreich herauszuholen vermochten. Die Deutschen stellten in allen 15 Wett­bewerben die Sieger, in sieben Konkurrenzen gab es deutsche Doppel-Erfolge.

Der äußere Rahmen war leider nicht so, wie man ihn sich für eine so bedeutsame Veranstaltung gewünscht hätte. Daran war aber wohl lediglich das Wetter schuld, denn in Paris regnete es etwa von 11 Uhr vormittags ab am Sonntag ununter­brochen. So hatten sich nur insgesamt rund 10 000 Zuschauer eingefunden.

Die Ergebnisse:

100 Meter: 1. Borchmeyer-D. 10,8; 2. Lei» chum-D.; 3. Dondelinger-F.; 4. R. Paul-F. (alle ohne Zeit). 200 Meter: 1. Hornberger-D. 22; 2. Schein-D. 22,4; 3. Guillez-F. 22,6; 4. Skavinsky ohne Zeit. 4 0 0 Meter: 1. Hamann-D. 48,6; 2. Henry-F. 48,8; 3. Helmle-D. 49,2; 4. Boisset ohne Zeit. 8 0 0 Meter: Lang.-D. 1:53,6; 2. Fink-D. 1:53,6; 3. Petit-F. 1:54,6; 4. Soulier-F. 1:55,4. 1500 Meter: 1. Schaumburg-D. 3:53,4; 2. Normand-F. 3:57,6; 3. Stabtier 4:02,6; 4. Meßner-F. 4:05,8. 5000 Meter: 1. Syring-D. 15:05,8; 2. Lestevre-F. 15:05,8; 3. Haag-D. 15:50; 4. Rochard-F. aufgebeben. 110-Meter-Hür- b e n : 1. Wegner-D. 15,0; 2. Welscher-D. 15,5; 3. Semp6-F. 15,6; 4. Bernard-F.

Weitsprung: 1. Leichum-D. 7,44 Meter; 2. R. Paul-F. 7,11; 3. Heim-F. 6,94; Biedach-D. 6,80 Meter. Hochsprung: 1. Gehmert-D. 1,90 Meter; 2. Martens-D. 1,90; 3. Couturier-F. 1,85; 4. Puyfourcat-F. 1,80 Meter Stabhoch­sprung: 1. Müller-D. 3,90 Meter; 2. Ramadier-F. 3,75; 3. Schulz-D. 3,70 Meter; 4. Dintlosky-F.

Kugel st oßen: 1. Woellke-D. 15,85 Meter; 2. Stoeck-D. 15,64; 3. C. Duhour-F. 15,11; L. Du- Hour-F. 14,42 Meter. Diskuswerfen: 1.

Zu jedem kommt einmal das Gliiü.

Zfiomdn von Ellen Kulm

Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.)

21 Fortsetzung. Nachdruck verboten!

Sie blieb stehen und kramte in ihrer Handtasche, während der Hund sie erwartungsvoll in großen Sätzen umsprang.

Nachdem sie ihm die süße Gabe gereicht hatte, zeigte ihr der Hund, daß er mit ihr spielen wolle. Es war ein noch junges Tier, und sicher war es ihm jetzt, im Herbst, wo schon weniger Besucher kamen, recht einsam mit dem alten Manne. Freu­dig lief er den Steinen nach, die Monika in weitem Bogen warf, und brachte sie brav und erwartungs­voll schweifwedelnd wieder zurück. Ohne daß sie es merkte, entfernte sich Monika von den anderen. Jetzt drangen nicht einmal die Stimmen mehr zu ihr...

Evi von Tanner sah sich um. Sie stand plötzlich allein unter den hohen Kastanien. Wohl hörte sie Monikas Stimme und sah am Ende der Allee Ger­ling mit Frau Preston, so daß sie leicht wieder jemanden erreichen konnte. Aber statt dessen stand sie einen Augenblick nachdenklich still und lief bann schnell entschlossen zum Schloß zurück.

Jetzt war bie einzige Gelegenheit, Johnie Klinke sprechen zu können.

Er saß am Fenster bes Bibliotheksaals, so ver­tieft in bas kostbare Werk auf dem Tischchen vor ihm, daß er Evis leichten Schritt gar nicht hörte. Erst als sie vor ihm ftanb, blickte er fast erschrocken auf.

Evis sonst blasses Gesichtchen war mit bunkler Röte überzogen. Sie preßte bie Hanb aufs Herz, das heftia schlug. Aber es mußte ja sein, und so stieß sie hastig hervor:

Ich bin Ihnen nachgekommen; ich muß Sie sprechen, und ganz allein ich möchte Ihnen doch so gern erklären ..

Johnie sah freundlich in das Gesicht des Mäd­chens, das ihm einmal fo viel bedeutet hatte. Sein Herz schlug nicht schneller; dafür holte er einen Sessel herbei und schob ihn Evi hin.

Doch sie beachtete das nicht.

Sie dürfen mich nicht für für aufdringlich halten, daß ich jetzt noch einmal davon anfange, was einmal zwischen uns war; aber ich weiß jetzt er ft, daß ich Ihnen damals einen großen Kummer zugefügt habe. Sie müssen sehr böse auf mich ge­wesen sein."

Ja", sagte Johnie ernst,Fräulein von Tanner, ich'war Ihnen wirklich von Herzen gut. Und des­wegen konnte ich Ihnen auch nicht böse sein. Im Gegenteil, ich habe oft an Sie gedacht, und ge­wünscht, Sie möchten das finden, was sie fo heiß ersehnt haben?"

Evi errötete noch tiefer.

Sie meinen den den, reichen Mann, den ich unbedingt heiraten wollte?"

Ja, daran dachte ich. Und oft habe ich mich gefragt, warum ich Ihnen denn damals nicht die Wahrheit gesagt habe. Sie wissen doch nun, baß ich von ber Vorsehung mit irbischen Glücksgütern reichlich gesegnet bin? Aber sehen Sie ich hatte eben ben Wunsck), um meiner selbst willen von einer Frau gelieot zu werben ..."

Jetzt prägte sich in seinem nachbenklichen Ge­sicht ein Zug tiefer Bitterkeit aus.

Vielleicht habe ich zuviel vom Schicksal verlangt. Vielleicht hätte ich boch bamals sprechen sollen..."

Da hob Eva ihre Augen unb sah ihn voll und treuherzig an.

Es ist sehr gut, und die Vorsehung hat es selbst nicht gewollt, daß ich schon damals bie Wahrheit erfuhr. Denken Sie nur, hätte ich gewußt, baß Sie über große Mittel verfügen, ich hätte bestimmt ja auf Ihr Werben gesagt, unb unb wir wären beibe sehr sehr unglücklich geworben...", fügte sie leise unb hastig hinzu.

Johnie Klinke sah sie ernst unb boch mit einem erleichterten Aufatmen an. Er hatte immer in Evi von Tanner trotz ihrer unbegreiflichen Absage an ihn einen warmherzigen unb gutherzigen Menschen gesehen. Aber als sie vorhin zu sprechen begonnen hatte, war ihm boch einen Augenblick ber schrckliche Gebaute gekommen sie würbe nun, ba sie feine wahren Verhältnisse kannte, ihre Meinung über ihn geänbert haben unb würbe ihm vielleicht sogar ihre Bereitwilligkeit, ihn nunmehr zu heiraten, aus­sprechen wollen.

Nun bat er ihr im stillen ab, baß er auch nur einen Augenblick baran benken konnte. Aber was wollte sie nun eigentsich?

Unb nun finb Sie gekommen, um mir das zu sagen?

Evi schüttelte den Kops.

Nein, das nicht. Aber es kam mir damals gar nicht zum Bewußtsein, baß ich Ihnen boch eine Aufklärung für mein Verhalten schulbete. Was müssen Sie nur von mir gebacht haben?"

Einen Augenblick legte sie bie Hanb vor bie Augen.

Ich bin nicht gelbgierig, unb ich träume nicht von einem sorglosen Leben im Ueberfluß, unb wenn ich mir bamals vorgenommen hatte, einen reichen Mann zu heiraten, so wußte ich immer, baß mein Leben ein trauriges unb freudloses sein würde. Und doch wollte ich es gern tun für für meine Mutter, Herr Klinke."

Jobnie trat neben Evi von Tanner unb zog sanft ihre Hanb von ihrer Stirn herunter.

Das müssen Sie nun erklären das verstehe ich nicht ganz! Sie sagten boch immer, eine wie liebe, gute Mutter Sie hätten, unb bie sollte Sie nun gezwungen haben, Jagd nach einem reichen Mann zu machen?"

O nein, mein liebes golbiges Muttchen hatte boch keine Ahnung davon. Nie hätte sie so etwas vor mir verlangt. Aber ich wollte ihr so gern helfen. Und sie siecht mir boch hin zwischen ben engen Mauern, in der Stadt, in den dumpfen Zimmern sie, die gewohnte war, auf dem Land zu sein, in frischer Lust unb in friedlicher Stille. Immer spricht mein Muttchen bavon, unb auch ber Arzt sagt immer, wenn sie noch einmal ganz ge-

funb werben will, muß sie fort aus ber Großstadt. l)nb ich muß boch in ber Stabt leben, für uns beibe oerbienen..."

Sie schluchzte auf, unb Johnie strich ihr begüti- genb über bie Haare.

Arme kleine Evi, Sie wollten sich also opfern, um Ihrer Mutter bas Leben zu erleichtern? Aber eigentlich mußte bas benn wirklich so ein reicher Mann sein, um es zu ermöglichen, baß Sie beibe auf bem Lanbe leben können?"

Evi schüttelte ben Kopf.

Nein, ba ist noch etwas, unb bas war mein großer Traum, unb bazu brauchte ich viel Gelb. Es gibt einen kleinen Besitz in Thüringen, Freien- felbe heißt er ich war nie bort, aber ich kenne ihn von Muttchens Silbern unb ihren Schilberun- gen so genau, baß ich manchmal in ber Nacht ba» von träume. Unb wenn ich erwache, bann kann ich es manchmal nicht glauben, baß ich niemals dort war. Unb bort hat meine Mutter ihre schönsten Jahre verlebt bie Jahre bes Glücks, sagt sie immer, unb bann lächelt sie sv unbeschreiblich trau­rig, baß ich immer meinen möchte. Ich weiß nicht, wann sie bort war, unb auch nicht, wem bas Schloß gehört, aber mein Traum war es, zu seinem jetzi­gen Besitzer hinzugehen unb ihm so viel Gelb hin­legen zu können, baß er es mir verkauft. Unb bann wollte ich Muttchen hinbringen. Unb ich habe mir gebacht, wenn mir bas gelingt, bann will ich dem Manne, der mir das ermöglicht, mein ganzes Leben dankbar sein. Damals damals Ijabe ich wirklich geglaubt, daß es mir möglich wäre, ein solches Opfer für mein Muttchen zu bringen .."

Unb jetzt?" fragte Johnie leise. Er fragte es unwillkürlich, ohne sich besten bewußt sein.

Jetzt nicht mehr. Ich könnte es nicht, benn jetzt..." Sie zögerte einen Augenblick, bann aber sah sie Johnie freimütig in bie Augen.Jetzt weiß ich, was es heißt, einen Menschen zu lieben. Ich habe es niemanbem gesagt, nicht einmal mei­nem Muttchen, unb sie barf es auch niemals er­fahren, denn sie würde mit mir leiben. Es ist ja ganz aussichtslos, aber trotzbem bin ich sehr glück­lich, baß bie Liebe in mein Leben getreten ist. Aber gerade deswegen hat es mir auch die Augen geöffnet, wie weh ich Ihnen getan habe, unb wie hart Sie von mir benken müssen. Unb bas könnte ich jetzt nicht mehr ertragen..."

Johnie sah nachbenklich vor sich nieber, bunn griff er nach Evis Hanb unb küßte sie.

Meine liebe Evi, ich banke Ihnen. Auch ich weiß heute, baß es vielleicht trotz allem nicht bas Richtige gewesen wäre... Aber nun möchte ich noch eines von Ihnen wissen: Sagen Sie mch einmal, wo bieser Besitz liegt, beschreiben Sie ihn mir! Vielleicht komme ich einmal in biese Gegenb, unb bann will ich bas Gut besuchen unb mich an Sie erinnern..."

Unb Evi, die nun von ihrer Last befreit mar, schilderte ihm bas Lanb, bas auch sie niemals ge­sehen hatte, aber bas ihr bie sehnsüchtige Eri me- rung ihrer Mutter sv lebhaft bargestellt hatte, drß es nun auch wieber Johnie vor seinen geistigen Augen erstehen sah.

Sie beibe hatten bie schmale Gestalt nicht ge­sehen, die einen Augenblick in der Tür gestanden

hatte, deren große traurige Augen von einem zum andern gegangen waren, und die bann wieber laut­los verschwunben war.

14. Kapitel.

Monikas Spiel mit bem jungen Hund hatte sie weit von ben Freunben entfernt. Als ber Hund nun von seinem Herrn abgerufen würbe, sah sie sich allein unb ging langsam ben Weg zurück, ben sie gekommen war. Unterbessen hatte Frau Preston ihr Ziel erreicht unb befanb sich in der bereits be­ginnenden Dämmerung aufs neue allein mit Fried­rich von Gerling. Leise schob sie ihren Arm in den seinen.

Wir sind doch gute Freunde, Herr von Ger­ling", sagte sie dabei schmeichelnd.

Gewiß, gnädige Frau ..."

Shirleys Herz schlug heftig. Jetzt ober nie!, bachte sie.

Ich bin sehr glücklich, baß Sie etwas für mich übrig haben. Ich habe in ber letzten Zeit fo viel über Sie nachgebacht..."

Wirklich, gnäbige Frau? Unb zu was für einem Resultat finb Sie benn gekommen?"

Interessiert Sie bas? Nun, bann will ich es Ihnen gern sagen. Sie finb ein Mann, Herr von Gerling, ber unter seiner kühlen, beherrschten Außenseite ein sehr warmes Herz hat. Sie können Ihre Gefühle nicht in Worte fleiben, sondwn bie Frau, ber Sie Ihr Herz schenken, muß es selbst erraten."

Gerling horchte auf. Er war dauernd in fo schweren Kämpfen mit sich selbst, das er froh war, wenn er Gelegenheit hatte, von sich zu sprechen. Vielleicht verstand diese lebenserfahrene Frau wirk­lich etwas von seinem Wesen unb konnte ihm des­halb helfen.

Ich benfe mir auch, baß Sie daß Sie zu zurückhaltend finb, baß Sie Ihre Leibenschaft zü­geln, weil Ihnen bie Ehre einer Frau heilig ist ."

Sie haben recht, gnäbige Frau, bie Ehre einer Frau war mir immer heilig."

Das ist sehr schön unb sehr ritterlich, Herr von Gerling. Aber babei verpaßt man bie schönsten Augenblicke bes Lebens. Sie dürfen nicht an alle Frauen ben Maßstab anlegen wie etwa an ein kleines, bummes Mäbchen, bas noch nichts vom Le­ben versteht..."

Wie meinen Sie bas gnäbige Frau?"

Nun, ich weiß, baß nicht alle Frauen konven­tionelle Bebenken über bie warmen Gefühle bes Herzens siegen lassen. Es gibt Frauen genug, Herr von Gerling, bie keine Bebenken kennen einem Manne wie Ihnen gegenüber, unb bie viel zu schen­ken haben ..."

Befrembet blieb Gerling stehen. Aber Shirley kannte nun keine Hemmung mehr.

Gehen Sie nicht an ber Liebe vorüber, Herr von Gerling! Lassen Sie mich nicht so lange war­ten Sie wissen es ja boch, baß ich Sie liebe, vom ersten Augenblick an ..."

Unb währenb sich ihre schöne, volle Gestalt an ihn schmiegte, warf sie bie Arme um feinen Hals, und ihre Lippen suchten bie feinen unb brannten in einem verzehrenben Feuer auf ihnen.

(Fortsetzung folgt!)