Einzelbild herunterladen

Nr. Ab Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen)Montag, lb. September 1935

Deutschlands Jugend vor dem Führer.

'

<

L

MG

U i

WW

, i ''' a,

W Z. «>/

**. 'Jf

k |

f WU ^ t z !! M

Nürnberg, 13. Sept. (DNB.) Noch nach Stun­den gellen uns die Ohren, wenn wir hinter dem Führer durch das kilometerlange Spalier der Men­schen durch die Nürnberger Straßen fahren.

Am Eingang zum Stadion begrüßt derReichs - j u g e n d f ü h'r e r den Führer und geleitet ihn zu der'Tribühne. Dann meldet er:50 000 Mann HI. und Jungvolk im Nürnberger Stadion angetreten."

Um den Führer herum stehen der Stellvertreter des Führers, Dr. Ley, Stabschef Lutze, Reichsführer SS Himmler, Reichskriegsminister von Blomberg, Gauleiter und SA.- und SS.-Führer. Die Ge­biets- und Obergebietsführer der HI. find mit Stabsführer Lauterbacher an der Spitze angetreten. Das geschloffene braune Rund des Stadions wird vor uns links und rechts unterbrochen von zwei breiten Bahnen, auf denen die Jungvolktrommler mit ihren großen Landsknechttrommeln sitzen, sie leuchten blau, rot, grün, gelb, ein wunderbares Bild.

Die Stimme eines Sprechers hallt über das Feld: Das große chorische Spiel der HitlerjugendB e kenntnis der Jugend" von Wolfgang Brockmeier hat feinen Anfang genommen, das aus Spiel und Art der Jugend geboren wurde. Sprecher wechseln mit Sprechchor, chorischen Liedern und Fanfaren: Hier wächst genau so wie beim Ar­beitsdienst neues kultisches <3ut, entwickelt sich der neue Stil deutscher Feierstunde. Das LiedHeilig Vaterland" mit seiner wuchtigen choralartigen Weise schließt die Stunde.

Der Führer spricht

Als nun der Führer vortritt, scheint es zu­nächst, als ob der Jubel kein Ende nehmen wollte. Aber eine Handbewegung schafft Ruhe. Nun spricht der Führer.

Deutsche Jugend! Unser Volk wird zusehends disziplinierter, straffer und strammer, und die Ju­gend beginnt damit. (Beifall.) Das Ideal des Man­nes auch in unserem Volk ist nicht immer gleich ge­sehen worden. Es gab Zeiten, da galt als das Ideal des jungen deutschen Menschen der soa. b i e r - und trinkfeste Bursche. Heute da sehen wir mit Freude nicht mehr den bier- und trinkfesten, son­dern den wetterfesten jungen Mann, den harten jungen Mann. Denn nicht darauf kommt es an, wieviel Glas Bier er zu trinken vermag, son­dern darauf, wieviel Schläge er aushalten, nicht darauf, wieviel Nächte er durchzubummeln vermag, sondern wieviele Kilometer er marschieren kann. Wir sehen heute nicht mehr im damaligen Bier­spießer das Ideal des deutschen Volkes, sondern in Männern und Mädchen, die kerngesund sind, die straff sind. In unseren Augen, da muß der deutsche Junge der Zukunft schlank und rank sein, flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl. (Stürmischer Beifall.) Wir müssen einep neuen Menschen erziehen, auf das un­ser Volk nicht an den Degenerationserscheinungen der Zeit zugrunde geht. Wir reden nicht, sondern wir handeln. Wir haben es unternommen, die­ses Volk durch eine neue Schule zu erziehen, ihm eine Erziehung zu geben, die schon mit der Jugend anfängt und nimmer enden soll. Unser unerschüt­terlicher Wille ist es, daß wir schon in die Herzen der Jugend den Geist hineinbringen, den wir im großen Deutschland als den allein möglichen und für die Zukunft erhaltenden sehen möchten und sehen wollen. Und wir wollen das nicht nur, wir werden es durchführen.

Wir werden uns so stählen, daß jeder Sturm uns stark findet. Wir werden aber auch nie ver­gessen, daß die Gesamtsumme aller Tugenden und aller Kräfte nur dann wirksam werden kann, wenn sie einem Willen und einem Befehl untertan ist. Nichts ist möglich, wenn nicht e i n Wklle befiehlt, dem immer die anderen zu ge­horchen haben, oben beginnend und ganz unten erst endend. Und das ist neben der körperlichen Er­ziehung und Ertüchtigung die zweite große Auf­gabe. 'Wir sind eine Gefolgschaft, aber wie das Wort schon sagt, Gefolgschaft heißt folgen. Unser ganzes Volk müssen wir erziehen, daß immer, wenn irgendwo einer bestimmt ist zu befehlen, die ande­ren ihre Bestimmung erkennen, ihm zu gehorchen, weil schon in der nächsten Stunde vielleicht sie selbst befehlen müssen und es genau so nur dann können, wenn andere wieder Gehorsam üben. Es ist der Ausdruck eines autoritären Staates, nicht einer schwachen, schwätzenden Demokratie, eines autoritären Staates, bei dem jeder stolz tst, gehorchen zu dürfen, weil er weiß: Ich werde, wenn ich befehlen muß, genau so Gehorsam finden. Deutschland ist kein Hühnerstall, in dem alles durch- einanbftlöuft und jeder gackert und kräht, sondern wir sind ein Volk, das von klein auf lernt, d i s z i -

Aeichsjugendsiihrer Valdur von Schirach tritt nun vor und spricht.

Mein Führer!

Als ich Ihnen, mein Führer, vorhin meldete: 50 000 Jungvolk und Hitlerjugend im Stadion zu Nürnberg angetreten", da hätte ich ebenso gut sagen können:Hier steht vor Ihnen die ganze junge Generation unseres Volkes. Denn sie, die hier in diesem Stadion versammelt sind, sind nur ein kleiner Bruchteil, eine Abordnung der gan­zen Jugend Ihres Reiches, mein Führer. Es ist nicht die Gewalt der Zahl, die uns ergreift. Das Kostbarste, das diese Jugend in ihrem Kampfe sich errungen hat, das ist diese Kameradschaft ohne Wenn und Aber, das ist diese ich möchte sagen neue Gesellschaftsordnung, die kein arm und kein reich kennt, die uns alle zu einer gläubigen Gemeinschaft von Kameraden gemacht hat.

Der Adolf-Hitler-Marsch der deut­schen Jugend ist der Ausdruck des Wollens und Sehnens des ganzen jungen Deutschlands. Wir alle, Millionen und Millionen, wir tragen in unseren Händen Ihre Fahnen durch das ganze Deutsche Reich zu Ihnen und mit diesen Fahnen unsere Herzen und mit unseren Herzen unsere Treue zu Ihnen, unsere Liebe zu Ihnen und unseren Gehorsam zu Ihnen. Adolf Hitler, unser Führer, Sieg-Heil, Sieg- Heil, Sieg-Heil!

p l i n i e r t zu sein. (Stürmischer, langanhaltender Beifall.)

Wenn uns die übrige Welt in unserer Diszi­plin verkennt, können wir nicht helfen. Aus dieser Disziplin werden für die Welt weniger Hän- d e l entstehen als aus dem parlamentarisch-demo­kratischen Durcheinander der heutigen Zeit! (Stür­mischer Beifall und Heilrufe.) Mögen auch die ande-

Nürnberg, 14. Sept. (DNB.) Die Kongreß­halle sah am Vormittag des Samstag die dritte Jahrestagung der Deutschen Arbeit s- ront. Auf der Fahnenempore standen diesmal 1000 Fahnen der Deutschen Arbeitsfront, getragen von der jungen W e r k s ch a r in ihrer kleidsamen dunkelblauen Tracht. In der Mitte stand hinter dem aus vier Werkscharkapellen zusammengesetzten Or­chester in einer Gesamtstärke von 120 Mann der Sing- und Sprechchor. Kurz vor 11.30 Uhr erschien der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, begleitet von den Reichsministern Dr. Schacht und Se l d t e und dem Frankenführer Julius Streicher, mit markigen Heilrufen empfangen.

Dr. Ley

eröffnete sofort die Tagung mit einer längeren Rede, in der er u. a. ausführte:

Die neue deutsche Sozialordnung beruht auf

ren uns auf.unserem Wege in Ruhe lassen. (Brausender Beifall.) Das ist der einzige Vorbe­halt, den wir für unsere Friedensliebe aufstellen müssen: Keinem etwas zu Leide tun und von keinem ein Leid erdulden! (Tosende Beifallskund­gebungen.) o

Wenn wir so dem deutschen Volke den Lebens­weg zeichnen und festlegen, dann wird, glaube ich, auch in anderen Völkern das Verständnis für eine so anständige Gesinnung allmählich kommen und wachsen, und man wird uns vielleicht da und dort aus diesem inneren Verständnis heraus brüderlich die Hand reichen. Nie aber wollen wir vergessen, daß Freundschaft nur der Starke ver­dient und der Starke gewährt. Und so wollen wir uns denn stark machen, das ist unsere Losung. (Langanhaltende jubelnde SBegeifterung.) Und daß dieser Wunsch in (Erfüllung geht, dafür seid ihr mir verantwortlich. Ihr seid die Zu­kunft der Nation, die Zukunft des Deutschen Reiches!

Mit grenzenloser Begeisterung bereiten die Jun­gen und Mädels dem Führer nicht endenwollende Ovationen. Nach seiner Rede schritt der Führer, vom Reichsjugendführer und seinem Stabsführer begleitet, die Fronten der angetretenen Verbände ab und grüßte insbesondere jene Marschgefolgschaf­ten der HI., die im Adolf-Hitler»Marsch die Fahne nach Nürnberg trugen. Noch einmal fährt er, im Wagen stehend, um das Rund des Stadions, dann hat die große Feierstunde der jungen Generation, dieses Erlebnis gläubiger Hingabe einer Jugend an ihren Führer, ihren Abschluß gefunden.

Hunderttausend politische Leiter vor dem Führer.

Unser Bericht vom Samstag über den großen Appell der Politischen Leiter vor dem Führer hatte durch ein Versehen in einem kleinen Teil der Auf­lage eine Überschrift erhalten, in der die Zahl der Angetretenen falsch angegeben war. Wie aus dem Bericht selber hervorging, waren hunderttausend Politische Leiter vor dem Führer angetreten.

einem fundamentalen Grundsatz, und alle Werk­tätigem in Deutschland haben einen unumstößlichen Glaubenssatz: Der Betrieb ist eine Ganz- h ett t. Unternehmer und Arbeitnehmer sind nicht mehr zwei getrennte, sich bekämpfende Klassen, sondern Soldaten ein und derselben Arbeitsarmee, die vom Schicksal auf verschie­dene Kommandoposten gestellt sind.

Wir wollen nicht, wie die Gewerkschaften um die Notwendigkeit des gewerschaftlichen Klassen­kampfes zu beweisen den Bargeldlohndauernd in Fluß halten", sondern wir Nationalsozialisten wollen ein stabiles Bargeldlohnsystem und müssen deshalb ebenso verlangen, daß d i e Preise erträglich und stabil bleiben. Denn die Preise sind ein Teil dieses Bargeldlohnes. Welche Verbrauchsgüter sind nun tatsächlich ver­teuert worden? Einmal ist es die Bekleidung. Die Preiserhöhung ist aus Gründen des Exports

Der F ü h r e r begrüßt einen Hitlerjungen. Rechts: Admiral vonTrotha, Ehrenführer der Hitler- Jugend, sowie R u d o l f H e ß , der Stellvertreter des Führers, und Reichsjugendführer Baldur von Schirach. - (Weltbild-M.)

ir müssen einen neuen Menschen erziehen.

Dritte Lahrestagung der Deutschen Arbeitsfront.

Einsetzung des Reichsarbeits- und -wirtschafisrates in Gegenwart des Führers.

A

': i

fei 1

Der Führer begrüßt die Werkscharen der Deutschen Arbeitsfront. Rechts: Reichsoraanifationsleiter Dr. Ley, der Führer der Deutschen Arbeitsfront. (Heinrich-Hoffmann-M.)

und Imports bedingt; 2. sind die Nahrungs­mittel um 13 v. H. erhöht, während sie beim Er­zeugerpreis bis zu 35 v. H. höher liegen. Daraus erklärt sich, daß die Händlerspanne ganz erheblich zurückgegangen ist. An sich kein Fehler, jedoch sind auch hier Grenzen vorhanden, wenn nicht der Mittelstand dabei vor die Hunde gehen soll. Jedoch ist zu hoffen, daß im H e r b ft infolge der guten (Ernte die Preise für Nahrungsmittel wieder von selber finken werden.

Das Einkommen der Familie ist ganz erheblich gesteigert worden. Während früher in der Familie bestenfalls ein Ernährer war, der die übrigen Arbeilslosenfamilienmit- glieder mit durchhalten mußte, arbeiten heute durch die Riederzwingung der Arbeitslosigkeit fast alle Familienmitglieder wie­der mit. Die Deutsche Arbeitsfront hat zur Erhöhung des allgemeinen Lebensniveaus ent­scheidend beigetragen.

Wie segensreich sich die Ausdehnung der Betreu­ung durch die Deutsche Arbeitsfront auf alle Werk­tätigen auswirkt, wissen vor allem die werk­tätigen Frauen. Nicht, daß Frauen durch Lohnarbeit ihr Brot verdienen müssen, ist für die Frau und damit für das Volk eine Gefahr oder ein Schaden. In dem Augenblick jedoch, wo man von der Frau körperlich mehr verlangt, als ihrer Konstitution zugemutet werden kann, bricht sie zu­sammen; so wahr es ein Verbrechen, der Frau Schwer- und Schwerstarbeit zuzumuten. Auch hier hat die Deutsche Arbeitsfront grundsätzlichen Wandel geschaffen. Das gleiche, was über die Frauenarbeit gesagt wurde, gilt für die Jugend­lichen. (Eine weitere gewaltige Verbesserung im Le­ben des arbeitenden Menschen ist die E r r e i ch u n g des Urlaubs für nahezu alle Schaffenden in Deutschland. Einen erweiterten Kündi­gungsschutz kannte früher der Arbeiter kaum. Auch hierin hat der Nationalsozialismus Wandel geschaffen.

Die NS. -GemeinschaftKraft durch Freude" hat sich zum Ziel gesetzt, 14 Millionen Menschen die Jndustriearbeiterschaft, die Hand­werker und Händler und den kleinen Bauer mit diesem Werk dauernd zu erfassen. Wenn wir auch vorläufig nicht daran denken können, jedes Jahr alle 14 Millionen auf die Reise zu schicken, so muß doch erreicht werden, dies zum mindesten alle zwei Jahre möglich zu machen. Gegenwärtig sind die Reisen trotz ihrer wirklich niedrigen Preise noch zu hoch. Es muß gelingen, sie noch u.m e i n Drittel zu ermäßigen. Diese Ermäßigung kann nur beim Unterfunftspreis heraus­geholt werden.

Wir werden es schaffen, wenn wir eigene Massenregie-Vetriebe, eigene Land­heime, eigene Seebäder und eigene Schiffe ein­richten. So werden wir weiter drei Millionen wie bisher in den Privatunterkünsten unfer- bringen, und für vier Millionen werden wir in einem großzügigen und kühnen Plan, den der Führer angeregt hat, Unterkunft und (Erholung schaffen. Der Führer befahl mir, die Möglich­keit eines Massenbades von 20000 Betten durchzudenken und, wenn möglich, zu verwirk-

Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach begrüßt den Führer. (Aufnahme: Photo-Pfaff.)

&'

I

Der Führer spricht zur Hitlerjugend. (Aufnahme: Photo-Pfaff.)

WWW

1

3,