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Lokomotivführer mit Bratenrock, braunem Zylinder undVatermördern . Alles lächelt. Die Journalisten raufen sich um einen denk­würdigen Platz auf dem Führerstand Der Loko­motivführer strahlt über das ganze gutmutige Ge- sicht, zwirbelt feinen gemütlichen weißen -Lchnauz- bart und läßt plötzlich einen gellenden Pfift los, der einem durch Mark und Bein gehü Der Heizer, in grauer Uniform mit einer unwahrscheinlich hohen Mütze in eine Art Regenmantel gehüllt, schippt die Kohlen in den Ofen, soweit er mcht von den neugierigen Passagieren Zerdrückt wird.

Die Männer der tönenden Wochenschau kurbeln und kurbeln. Und nun beginnt eine köstliche Bum­melfahrt rund um das Gelände. Der Onkel Lo­komotivführer produziert ohrenzerreißende Pfiffe und läßt die Maschine mit dem langen Hals nach Herzenslust pusten und schnaufen. Und dahinter hopsen und rattern die entzückend unbequemen Wa- qelchen und selbst die abgebrühtesten Berliner freuen sich plötzlich wie kleine Kinder, stecken bie Kopfe zum Fenster hinaus und denken mit lächelnder Weh­mut an ihre hochgeschätzten Vorfahren.

Auf dem Führerstand entwickeln sich lebhafte Dia­loge Während der Lokomotivführer mit der einen Hand in herzhafter Freude über den prachtvollen

Maskenscherz die primitiven Hebel bedient, muß er den neugierigen Interviewern andauernd Rede und Antwort stehen. Er tut es mit Hingabe, denn die­ser Tag bedeutet für den alten Herrn ein Fest. Der sonst so geheiligte Führerstand verwandelt sich im Laufe der Fahrt in einen fröhlichen Rummelplatz. Ich komme mir vor wie eine Attraktion im Zirkus. Di« Fahrt geht durch hübsche Schrebergärten. Hinter den Zäunen stehen dicht gedrängt die Nürnberger und winken und grüßen und freuen sich. Autos und Radfahrer halten an, im Nu bildet sich ein impro­visiertes Spalier, Hüte fliegen hoch, ein waschechter urwüchsiger Jodler zerreißt bie Luft. Die einzige Dame, bie ben Mut hatte, mit schlanken Beinen auf bie Lokomotive herumzuturnen, bittet ben Onkel" am Führerstand, ob sie malpfeifen bürfe. Und nun pfeift sie braus los, zum Schrecken unserer Trommelfelle. DenOnkel" scheint bas zu freuen, benn als ber Liliputzug mit asthmatischem Geschnaufe in bie Halle einfährt, bebeutet er seiner Assistentin, ,breimal zu pfeifen".

Jetzt haben Sie bie Maschine zum Stehen ge­bracht!" meint er wohlwollenb, unb mit biefen schmunzelnden Worten enbet eines ber hübschesten Kapitel biefer phantastischen Ausstellung ...

Dr. Theobor Riegler.

Wirtschaft.

Oie Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft:

972: Neue Richtpreisanorbnung für unedle Metalle. 973: Ermäßigung ber Luftpostzuschläge für Druck­sachen, Geschäftspapiere, Warenproben usw. nach westafrikanischen Ländern.

Rhein-Mainische Börse.

Sehr still und uneinheillich.

Frankfurt a. M., 15. Juli. Die Börse lag wie üblich zum Wochenanfang auherorbentlich still. Die Ferienzeit macht sich in ber Erteilung von Publikumsaufträgen sehr nachteilig bemerkbar. Für heute lagen Orders nur in einigen wenigen Spezial- werten vor, bie aber so klein waren, baß sie ber übrigen Börse keine Anregung zu geben vermochten. Außerbem blieben bie letzten Kunbgebungen zur Kurshöhe bes Aktienmarktes weiterhin in sehr großer Zurückhaltung wirksam.

Am Aktienmarkt setzte bas Geschäft schon schleppenb ein, um nach ben ersten Notierungen fast völlig zu versiegen. Am Chemiemarkt kamen zunächst nur IG. Farben mit 150,25 (151) zur Notiz, das kleine Angebot fanb nur zögernb Aus­nahme. Am Elektromarkt blieben AEG., Bekula unb Schlickert gut behauptet, Mainkraftwerke gaben 0,50 v. H. nach. Am Montanmarkt war bie Hal­tung fest, Rheinstahl gewannen 2 v. H., Stahlver­ein unb Mansfelber je 0,50 v. H., Harpener 0,75 o. H. unb Ilse Genuß kamen 3 o. H. höher zur Notiz, bagegen würben Rhein. Braunkohlen in Anpassung an Berlin um 4 v. H. auf 221 o. H. herabgesetzt, Hoesch Eisen lagen 0,50 v. H. niebriger. Don sonstigen Werten notierten Deutsche Linoleum 1,50 d. H., Daimler Motoren 1 v. H., Moenus Maschinen 1 v. H., Hapag 1 v. H. fester, währenb Reichsbank 0,50 v. H. unb Kunstseide Bemberg 1 v. H. verloren. Berger Tiefbau lagen mit 119 v. H. unverändert.

Der R e n t e n m a r E t hat von der neueren Ent­wicklung des Aktienmarktes noch keinen Nutzen ge­zogen; auch hier herrscht nach'wie vor starke Ge­schäftsstille bei zumeist unveränderten Kursen. Alt­besitzanleihe unb Reichsbahn-Dorzugsaktien bröckel­ten um je 0,13 v. H. ab. Don Jnbustrie-Obligatio- nen zogen 6 v. H. Stahlverein um 0,40 v. H. auf 103 v. H. an, Hoesch lagen aber etwa 0,50 v. H. niedriger.

In der zweiten Börsenstunbe stagnierte bas Ge­schäft nahezu vollkommen unb infolge ber starken Geschäftslosigkeit bröckelten die Kurse am Aktien­markt zumeist leicht ab. Die Entwicklung war indes nicht ganz einheitlich. Leichter lagen u. a. IG. Far­ben mit 149,75 nach 150,25 und AEG. mit 45 nach 45,40. Etwas höher notierten einige Elektrowerte. Matt lagen Süddeutsche Zucker mit minus 1,75 v. H. auf 190,75.

Auch der Rentenmarkt lag fast geschäftslos bei nur knapp gehaltenen Kursen für Altbesitz unb Kom- munal-Umschuldung. Goldpfandbriefe lagen teilweise mäßig höher, ebenso Stabtanleihen, währenb Liqui- battonspfanbbriefe überwiegend etwas nachgaben. Auslandsrenten lagen sehr still, 4 v. H. Ungarn Gold 10,90 (10,90).

Tagesgelb blieb zu 3 v. H. unverändert.

Abendbörse: freundlich.

An ber Abendbörse war bie Haltung im Anschluß an ben Mittagsschlußverkehr überroiegenb freunb- lich, bas Geschäft blieb allerdings sehr klein, ba

nennenswerte Aufträge fehlten. Es zeigte sich aber aus ber Börse heraus etwas Nachfrage, bie beson­ders im Verlaufe auch kursmäßig zum Ausdruck kam, wenngleich die Erhöhungen bei einer Gegen­überstellung zu ben Berliner Schlußnotierungen nur geringfügiges Ausmaß hatten. Nachfrage bestaub nach IG. Farben mit 150,50 bis 151 (150,50), AEG. 45,90 (45,50), Schlickert 126,25 (125,50), ferner am Montanmarkt für Stahlverein mit 85,65 bis 85,90 (82,25), Hoefch-Effen mit 106 (105,50) unb Rhein- stahl mit 113 (112,65). Etwas niebriger lagen Reichsbank mit 187 (187,65), Holzmann mit 92,50 (93) unb BMW. mit 126 (126,50). Der Einheits­markt lag still, Großbankaktien notierten unver­ändert, Pfälz. Hypotheken-Bank waren mit 87,65 (87,50) leicht erhöht.

Am Rentenmarkt herrschte weitestgehende Ge­schäftsstille bei unveränderten Kursen. Kvmmunal- Umschuldung lagen eher noch etwas leichter, ebenso Reichsbahn-VA. mit 123,50 (123,65). Von Industrie- Obligationen erhöhten sich fünfprozentige Stahl­verein auf 98,50 (98,25). Von fremden Werten gaben 4 v. H. Ungarn Gold auf 10,75 (10,90) unb 3,50 v. H. Schweizer Bundesbahn auf 178 (179) nach. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 112, 5 v. H. Stahlverein 98,50, IG. Farben - Bvnbs 127,75, Reichsbahn-DA. 123,50, 4 v. H. Ungarn Gold 10,75, 4 v. H. Rumänen 5,90, Commerzbank 90,75, DD- Bank 91,50, Pfälzer Hypotheken-Bank 87,65, Reichs­bank 187, Harpener 113, Ilse Genuß 131, Hoesch- Eisen 106, Rheinstahl 113, Stahlverein 87,65 bis 87,90, AKU. 64,65 bis 64,75, AEG. 45,90, BMW, 126, Bekula 142, Bemberg 117, Conti-Gummi 156,50, Deutsche Erdöl 111,90, Scheibeanstalt 233, Deutsche Linoleum 167,50, Licht unb Kraft 131,50, IG. Farben 150,50 bis 151, Gesfürel 126,50, Golb- schmidt 110,50, Holzmann 92,50, Mainkraft 94, Metallgesellschaft 113,75, Moenus - Maschinen 88, RWE. 132,65, Schuckert 126,25, Sübbeutscher Zucker 191, Norddeutscher Lloyb 37.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 15. Juli. Die Neuordnung für bas Getreibewirtschaftsjahr 1935/36 bilbeten am heutigen Getreidegroßmarkt naturgemäß bas Haupt­gesprächsthema. Am Brotgetreibemarkt blieb bas Geschäft aber klein. In neuer Wintergerste lagen erstmals Muster vor, Abschlüsse würben aber noch nicht bekannt. Für Hafer besteht bei fehlendem An­gebot weiter Nachfrage, außerdem find am Futter­mittelmarkt ölhaltige Artikel weiter gesucht, aber nicht angeboten, im übrigen nahm das Geschäft mit Ausnahme von Kleie einSn schleppenden Verlauf. Am Mehlmarkt wurden nur Geschäfte zur Deckung des notwendigsten Bedarfes getätigt. Am Rauh­futtermarkt wurde neues Heu erstmals mit 5,50 Mk. notiert. Es notierten: Weizen W 9 210, W13 214, W16 218, Roggen R9 170, R13 174, R15 178, Futterqerfte G 9 172, G 11 175, G 12 177, Hafer H 13 170, H 14 172, Weizenmehl W 13 27,70, W 16 28,15, Roggenmehl, Type 997, R 13 23,80, R15 24,30, Type 815 R 13 24,30, R15 24,70 plus 0,50 Mk. Frachtausgleich. Weizennachmehl 17 Brief, Weizen- futterm'ehl 13,25, Weizenkleie W13 10,92, W16 11,13, Roggenkleie R 13 10,20, R 15 10,44, Mühlen­festpreis ab Mühlenstation, Soyaschrot 13, Palm­kuchen 13,30, Erdnußkuchen 14,50, Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Treber 16.75, Heu, neuer Ernte, 5,50. Kartoffeln: Erstlinge hiesiger Gegend 7,10, runde gelbe hiesiger Gegend 6,70, weiß-, rot= unb blauschalige hiesiger Gegenb 6,30 Mark je 50 kg bei Waggonbezug. Tenbenz ruhig.

Neue Wege -er Berufsausbildung in der Deutschen Arbeitsfront.

Ein Vortrag überTextilwerbung der heimischen Industrie".

Die DAF., Amt für Arbeitsführung und Berufs- erziehung, Kreisdienststelle Gießen, eröffnete die Kleinarbeit für die berufliche Ertüchtigung mit einem Filmvortragsabend am Montag im Katho­lischen Vereinshaus, der sich eines sehr guten Be­suches erfreute. Der

Kreiswalker des Amtes, Merkes, legte bie großen Aufgaben biefes, burch eine An­ordnung des Führers geschaffenen Amtes dar. Das Amt wolle, so führte er u. a. aus, den Menschen bereits in dem Augenblick erfassen, in dem er sich für einen Beruf entscheiden soll unb stehe ihm darum durch eine Berufsberatung zur Verfügung. Es betreue ihn anschließend durch bie Vorbereitung auf bie beruflichen Prüfungen, bie er abzulegen haben werbe unb burch bie Fürsorge für eine ord­nungsgemäße Ausbildung des Lehrlings in engster Zusammenarbeit mit dem Betriebsführer. Die Be­rufsführung wolle ferner Sorge tragen, daß ben Einzelnen im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften, Lehrgängen, berufskunblichen Fahrten unb Besichti­gungen bie Einführung in bas Berufsleben erleich­tert unb feine Berufskenntnisse erweitert würben. Es solle gleichzeitig erreicht werben, baß jeber Volksgenosse nicht nur einen, fonbern ben ihm zustehenben Arbeitsplatz zugewiesen erhalte. Solche Aufgaben bebürften zäher und energischer Ver­folgung. Der Berus sei nicht allein ein Mittel zum Geldoerdienen, fonberh auch zur Erfüllung einer Lebensaufgabe.

Am Stelle bes verhinderten Leiters der Werbe­abteilung der JG.-Farben sprach dessen Stellver­treter Oswald-Frankfurt a. M. über:

Die Textttwerbung der chemischen Industrie", wobei er die Bedeutung der Chemieindustrie in der deutschen Wirtschaft und ihren Anteil am Gesamtschaf' fen ber Nation hervorhob. Die Betrachtungen ber Aus­wirkungen eines ber größten berartigen Unterneh­mungen in bezug auf ben Export, die Werteschaf­fung für bie Volkswirtschaft und bie Befriedigung des Bedarfs durch eine durchdachte Organisation waren dazu angetan, das Berufswissen des einzel­nen zu erweitern. Der Vorsitzende verstand es aus­gezeichnet durch eine gedrängte Uebersicht über die Werbemethoden für die mehrere tausend Erzeug­nisse der JG.-Farben das Streben nach beruflicher Ertüchtigung anzuregen. Er führte die Vielfältigkeit der Werbung, ausgehend von der direkten Werbung durch ein engmaschiges Netz der Vertreter, Techni­ker, Handelsagenten über die Inseratenwerbung, Druchsachenreklame und Plakatierung zur indirekten Werbung über den Fabrikanten, Großhändler unb Geschäftsinhaber hinaus bis in die Lebensführung des Verbrauchers selbst, vor Augen. Von ben sehr interessanten Arbeitsmethoben fand besonders die Art und Weise des Findens neuer Farbmuster unter Zuhilfenahme ber Gewerbekunde große Beachtung.

Der Wert solcher Werbung in rein praktischer, aber auch in kultureller Hinsicht wurde zum Schluß unterstrichen durch die Werbefilme, deren sich dieses Unternehmen bedient, um sowohl im Reiche wie in aller Welt, für deutsche Qualitätsarbeit neue Absatz. Märkte zu schaffen. Eine Ausstellung der verschie- densten Werbedrucke auf Stoff und Papier ver­vollständigten den Eindruck dieses Vortragsabendes, ber großen Beifall fanb.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 15. Juli. Auftrieb: Rinber 616 (gegen 649 am letzten Montagsmarkt), barunter 44 Ochsen, 50 Bullen, 375 Kühe, 147 Fär­sen. Zum Schlachthof birekt: 1 Bulle, 4 Kühe. Außerbem wurden 25 Rinder von der Reichsstelle aufgetrieben. Kälber 437 (574), Schafe 30 (24), Schweine 3718 (3432). Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 (am 8. Juli 42), b) 41 bis 42 (42), c) 41 (41), d) 36 bis 40 (36 bis 40); Bullen a) 42 (42), b) 42 (42), c) 41 (40 bis 41), d) 39 bis 40 (36 bis 38); Kühe a) 42 (42), b) 37 bis 41 (36 bis 41), c) 30 bis 36 (30 bis 36), d) 22 bis 29 (22 bis 29); Färsen a) 42 (42), b) 41 bis 42 (41 bis 42), c) 38 bis 40 (39 bis 41), d) 30 bis 37 (32 bis 38). Kälber a) 59 bis 63 (58 bis 60), b) 54 bis 58 (52 bis 57), c) 44 bis 53 (42 bis 51), d) 32 bis 43 (30 bis 41). Hämmel b2) Weidemast 37 bis 38 (36 bis 38). Schafe nicht notiert. Schweine al) 52 bis 53 (50 bis 51), a2) 52 bis 53 (50 bis 51), b) 52 bis 53 (50 bis 51), c) 50 bis 53 (49 bis 51), d) 48 bis 53 (46 bis 50), e) 47 bis 50 (), Sauen gl) 47 bis 50 (45 bis 47), g2) 40 bis 46 (40 bis 44). Marktverkauf: Rinder sehr lebhaft, ausverkauft. Kälber mittelmäßig, ausverkauft. Hämmel und Schafe ruhig, Ueberftanb (13 Stück). Schweine rege, geringer Ueberftanb (44 Stück).

Die gestohlene Schafherde.

Lpd. Marburg, 15. Juli. In einer regnerischen Novembernacht des vergangenen Jahres wurden aus dem Schafpferch des Rittergutes Schön st adt bei Marburg 26 Mutterschafe gestohlen. Der Diebstahlsoerdacht lenkte sich auf die Wander­schäfer Franz Hesse unb Josef Schobert aus Breben in Westfalen, bie mit ihrer Herbe tags zu­vor burch bie Gegenb von Schönstabt gezogen wa­ren. Der Gutspächter nahm nun sofort mit bem Kraftwagen bie Verfolgung auf, traf bie Herbe nach einigen Tagen bei Lollar unb fanb hierunter auch tatsächlich seine Tiere. Nun hatten sich bie beiben Wanberschäfer vor Gericht zu verantworten, bas Hesse zu vier Monaten unb Schobert zu sechs Wochen Gefängnis verurteilte.

Starker Besuch der Braunen Messe des Oiltkreises.

LPD. Herborn, 14. Juli. Bereits wenige Stunden nach der am Samstag erfolgten Eröffnung der Braunen Messe Deutsche Wache des Dill­kreises setzte lebhafter Besuch ein, begleitet von starkem Interesse für die Vielgestaltigkeit der zur Schau gestellten Erzeugnisse der heimischen Indu­strie, des Handwerks und Gewerbes, sowie der be­lehrenden unb aufflärenben Abteilungen ber NS.- Frauenschast, des Reichsnährstanbes unb bes Ar- beitsbienftes. Auch ber Sonntag brachte einen Be­such, ber alle Erwartungen bei weitem übertroffen

hat. Vielfach würben bereits am ersten Messetag beachtliche Aufträge erteilt, mit benen auch am Sonntag nicht zurückqehalten würbe. Die großen Eisengießereien bes Dillkreises beherrschen mit ihren wunbervoll aufgebauten Ständen bas große Zelt ber Jnbustrie. Die Vielseitigkeit ber heimischen Herb- unb Ofeninbustrie erregt bei allen Messebesuchern größte Bewunderung. Erstmals beteiligt sich diese bedeutendste Industrie des heimischen Wirtschafts­gebiets in diesem Umfang und in einer solch ein­drucksvollen Geschlossenheit an einer heimatlichen Veranstaltung. Das heimische Handwerk, das Ge­werbe und der Handel, sie alle sind in schönem Kojenausbau vertreten.

Jüdische Metzgerei polizeilich gesch ossen

Mainz, 13. Juli. (LPD.) Der jüdische Metzger- meister Simon Hirsch, Mainz, Wallaustraße, hat sich, wie der Polizeibericht meldet, durch einen Hallen­arbeiter des Schlacht- und Viehhofes tuberkulöse fiebern usw., die als untauglich für den menschlichen Genuß erklärt waren, beschafft und in ben Verkehr gebracht. In seiner Kühlzelle würbe ein ganzer Sack konfiszierter Fleischteile gefun- b e n und beschlagnahmt. Er war vorüber­gehend in Haft genommen worden. Das Geschäft wurde geschlossen.

Rundfunkprogramm

Donnerstag, 18. Iuli.

6 Uhr: Choral, Morgenfpruch. Gymnastik. 6.15: Morgenmusik. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche unb Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I des Rund­funkorchesters. 13: Nachrichten. Anschließend: Nach­richten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskon­zert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten ber Gauleitung. 15.15: Kinberfunk. 16: Kleines Konzert. 16.30: Kunst und Glaube. Briefe für schöpferische Menschen. Aus dem gleich­namigen Buch von Rudolf Paulsen. 16.45: Die Kulturhöhe unserer germanischen Vorfahren (II.), von Carl Duisberg. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Deutsche Gespräche.Der deutsche Mensch und die Technik", von Wilhelm Guide. 19.50: Der Tages­spiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrich­ten. 20.10: Musikalisches Feuerwerk. In sprühenden, funkelnden Tonkaskaben. 21: unb abenbs wirb getanzt. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Die Landschaft spricht: Der Westerwald. 23: Zeitgenössische Musik (XII). 23.30: Tanz in den Dünen, Schuhe ausschütten.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

£. B. 100. Die Adresse der Deutschen Feuer­bestattungskasseFlamma" lautet: Gießen, Selters­weg 22 I.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Relchsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

Frankfurt a.M. |Berlin

Schluß» furd

Schluß'. Abend- bürfe

Schluß» turs

Schlußt. Mittag- bürte

Datum

13 7

15 7

13 7

15-7-

6% Deutsche ReichSanlethe v. 1927

100,65

100,4

100,25

100,25

4% Deutsche Reichsanl. von 1994

97,25

97,75

97,5

98

bV2% Doung-Anleihe von 1930 ..

103,75

103,75

104

Deutsche Anl.-Ablös.»Schuld mit

AuSlos.-Rechten ...........

112

112,25

112

*Mt% Deutsche Reichspostschatzan-

Weisungen von 1934, I.......

100,4

100,5

_

100,4

6% ehern. 8% Hess. Bolksftaat 1929

(rüchablb. 102%) ...........

97

97

97

97,13

4%% ehern. Hessische LandeSbanl

Darmstadt Gold R. 12........

96,25

96,25

96,25

6%% ehern. Hess. LandeS-Hypo-

ihekenbank Darmstadt ßiaui ...

101,25

4%% ehern. 8% Darmst. komm.

Landesb.Koldschuldverschr. R.6

92,5

Oberhessen Provinz-Anleihe mit

AuSlos.-Rechten ............

125,5

127

-

Deutsche Komm. Sammelabl. Ast-

leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten

116

116

116

116

4 VA ehtm.8% Franks. Htzv.-Vank

Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935

96,25

96,4

*-

6y2% ehern. 4'/r% Franks. Hyp.-

Bank-Ligu.-Psandbriese.......

101,4

101,13

_

-

5y,% ehern. 4/,% Rheinische

Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse.....

101,25

101,25

101,5

101,75

*yt% ehern. 8% Pr. Landespfand-

öriesanstalt, Pfandbriefe R. 19

97

97

97

97

4%% ehern. 7% Pr. Landespfand.

öriesanst., Gold Komm. Lbl.Vl

97

37

97

97

Eleuergutlch.BerrechnungSk. 35-39

107,3

107,3

107,3

107,3

4% Oesterretchische Goldrente....

31,65

_

31,75

4,20% Oesterretchische Stlberrcate

1,7

1,7

1,7

4% Ungarische Goldrente .......

10,9

10,75

11

10,65

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

10,65

10,5

10,75

10,7

4y2% desgl. von 1913 ........

10,75

10,65

11

10,6

5% abgest. Goldmexikaner von 99

12,65

12,5

12,65

12,75

4% Türkische Bagdadbahn-Anletlx

Serie l.....................

1

Frankfurt a M

Ztrlln

Schluß­kurs

Schluvt. Abend» bürte

Schluß­kurs

Schlußk. mittag» bürfe

Datum

137

15-7

13-7-

15 7

4% desgl. Serie 11 .............

5% Rumän. vereinh- Rente v. 1903 4,/i%Mumän.oereinh.9tenleD.1913

4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 %% Anatolier ...............

Hamburg-AmerCa-Paket .....0

Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........o

'21.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0

Berliner Handeisgesellschast ... 5

Commerz, und Privat-Bank ... 0

Deutsche Bank und DiSconto-

GeseUschasl................o

Dresdner Bank ...........o

Reichsbank ................ 12

'21.®.®......................0

Bekula.................... 10

Clektr. Lieferungsgetellschafl... 5 Licht und Kraft .......... ey,

gelten & Guilleaume......... 0

Gesellsch.s.Elektr.Unlernehmung. 5

Rheinische Elektrizität ........ 5

Rhein. Wests. Elektr..........ß

Schuckert & (jo............... 4

Siemen« L Halske............ 7

Lahmeyer L Lo.............. 7

Buderus ...................0

Deutsche Erdöl ........... 4

Gelsenkirchener.............. o

Harpener 0

Hoesch EisenKöln-Neuess« .. 0 Ilse Bergbau s

Ilse Bergbau Genüsse ........ e Klocknerwerke ............. 8 y

Mannesmann-Röhr« ........ 0

7,9

5,9

40

33

36,13

85,75

118

90,75

91,75

91,75

187,5

45,25

141,5

116,5

131,25

106,25

126

132

124,5

177,25

130,75

105,25 110,25

112,25

105,75

160

128,75

99

89,5

7,75 10,25

5,9

40

33,75

37

86

117,75

90,75

91,5

91,5

187

45,9

142

116,25

131,5 106,75

126,5

140 132,65 126,25

178

130,5

106

111,9

113

106

160

131

99,5 89,65

7,6

10,25

5,9

40,4

33,9

31,5

36,75

86

117,5

90,75

91,75

91,75

188,25

45

141,75

116

131,5

107

126,5

138,75

132,25

124,5

178

130,75

104,75

110,75

112,75

105,75

160

128,75 99

89,25

10,3 5,95

40,65

33,9 32,5

37,25 86,5

117,75 90,75

91,5 91,5

187,65

45,5 141,75

117

131,25 107

126,5 140

132,5 125,5

179

131

1 105

j 112,75 [ 113,25

105,5 158 131

1 100

1 90

Frankfurt a. M.

Berkin

Schluß» kurs

Schlußk. Abend» bürfe

Schluß­kurs

Schlußk. mittag» bürfe

Datum

13.7

15 7

13 7

15-7

.......8

116,5

116,5

115,75

116,5

Kokswerke ...........

.......6

121,5

122

Phönix Bergbau......

.......O

-

Rheinische Braunkohlen

..... 12

221

221

221,75

Rheinstahl ...........

.....sy>

111

113

112

112,65

Bereinigte Stahlwerke.

.......0

86,9

87,9

86,65

87,25

Olavi Minen ........

.......0

17

17,9

17,4

18

Kaliwerke Aschersleben.

.......5

126

125,65

126

Kaliwerke Westeregeln .

.......5

123,5

124

123,13

124

Kaliwerke Salzdetfurth

.....?y,

192,5

193

195,25

I. ®. Farden-Jndustrte

.......7

151

151

150,9

150,5

Scheideanstalt........

.......9

233

233

Goldschmidt .........

.......0

109

110,5

118,5

108,5

110

Rütgerswerke........

.......4

118

119

118,25

Metallgesellschaft......

.......4

114,75

113,75

92,5

114 , 113,25

Philipp Holzmann . . ..

.......0

92

93,25

93

Zementwerk Heidelberg

118,75

Cementwerk Karlstadt..

.......4

135,5

134,9

Schultheis Patzenhofer

.......4

_

_

113

113,25

Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O

64

64,75

64,75

64,75

Bemberg............

.......0

117,25

117

117,75

117

Zellstoff Waldhos .....

.......0

119,5

88

120,25

120,25

119,5

Zellstoff Aschaffenburg

.......0

88,25

88,75

88,75

Dessauer Gas ........

.......7

142,5

142,75

Daimler Motoren.....

.......0

94,75

166

95,25

95,25

95

Deutsche Linoleum ...

.......6

167,5

167

167,75

89,25

Crenftein & Koppel ..

.......0

88,75

Westdeutsche Kaufhof..

.......0

34,75

34,5

34,75

34,4

Chade.............

I 291

174

293,5

291

174,9

294

175,75

Accumulatoren-Fabrik

......12

Conti-Gummi .....

....... 8

I 157

156,5

156

157

Gritzner............

I 37,75

94,5

37,75

94

I 38,9

37,75

Mainkrastwerke Höchst 4

Süddeutscher Zuck« ..

***# I

I 192,5

191

1 190,5

191,25

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 2H.

Banknoten.

13. Juli

15. Iuli

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Brief

Geld

Brief

Buenos Aixe.

0,658

0,662

0,658

0,662

Brüssel.....

41,885

41,965

41,885

41,965

Rio de 3an.

0,139

0,141

0,139

0,141

Sofia ......

3,047

3,053

3,047

3,053

Kopenhagen.

54,82

54,92

54,85

54,95

Danzig.....

46,88

46,98

46,905

47,005

London .....

12,275

12,305

12,285

12,315

HelsingforS..

5,415

5,425

5,415

5,425

Paris ......

16,39

16,43

16,405

16,445

Holland ....

168,88

169,22

168,88

169,22

Italien.....

20,50 .

20,54

20,50

20,54

Japan ......

0,722

0,724

0,722

0,724

Jugoslawien.

5,684

5,696

5,684

5,696

OSlo..... ;

61,70

61,82

61,74

61,86

Wien.......

49,05

48 95

Lissabon....

1L14

11,16

11,15

1L17

Stockholm...

63,30

63,42

63,33

63,45

Schweiz ....

81,12

81,28

81,19 .

81,35

Lpanien....

33,97

34,03

33,97

34,03

Prag.......

10,35

10,37

10,355

10,375

Budapest ...

Reu York ...

2,479

2,483

2,479

2,483

Berlin, 15 Iuli

Geld

3 riet

Amerikanische Noten..............

2,431

2,451

Belgische Noten..................

41,72

41,88

Dänische Noten .................

54,79

55,01

Englische Noten .................

12,25

12,29

Französische Noten...............

16,36

16,42

Holländische Noten...............

168,46

169,14

Italienische Noten................

19,86

19,94

Norwegische Noten ..............

61,53

61,77

Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling

Rumänische Noten...............

Schwedische Noten ...............

63,11

63,37

Schweizer Noten.................

80,96

81,28

Spanische Noten.................

33,61

33,75

Ungarische Not« . . ...........