Die britische Armada i
3m Solent, der Meerenge zwischen der eng. lischen Südküste und der 3nsel Wight, sind alle Kriegsschiffe der englifchen Heimat und der Mitlelmeerflotte, insgesamt 111 Fahrzeuge, in langen Reihen verankert für die Flottenparade aus Anlaß des 25jährigen Regierungsjubiläums des Königs. Durch die Ankunft der Reserveflotte aus dem Aermelkanal wird sie auf 157 gebracht werden. Dies ist die größte Ansammlung britischer Kriegsschiffe feit 1914. Montag nachmittag traf der König mit seinen Söhnen in Portsmouth ein und begab sich sofort an Bord der königlichen Jacht. Am Dienstag erfolgt die Besichtigung. Am Mittwoch wird die große Armada zu Manüvern und Schießübungen auf hoher See auslaufen, hierbei wird scharfe Munition verwendet werden. Das alte Schlachtschiff „Lenturion" und ein besahungsloses, drahtlos gelenktes Flugzeug werden als Schieh- fcheiben dienen. Der Andrang des Publikums ist ungeheuer. 19 große Ozeandampfer mit Taufen- den von Fremden werden erwartet.
♦
Die Flotte bleibt Englands hort. Die große Flottenrevue an Englands Südküste soll aller Welt deutlich machen, daß England nach wie vor in der Flotte seinen eigentlichen Schutz erblickt. Die riesen- basten grauen Reihen der englischen Kriegsschiffe solle zeigen, daß England nach wie vor alles tut, um seine Ueberlegenheit zur See aufrechtzuerhalten. Und wenn auch gemäß dem Washingtoner Abkommen nominell die amerikanische Flotte gleich stark sein sollte wie die englische, England also damals auf das Monopol zur See verzichtete, so ist doch die amerikanische Flotte noch nicht voll ausgebaut, überdies ist durch die amerikanisch-englische 23erftänbigung jeder Kriegsfall der beiden verwandten Rationen ausgeschlossen und England kann au Rückendeckung durch die Geschwader der Vereinigten Staaten rechnen. Ferner ist durch das deutsch-englische Marineabkommen den Engländern die vor dem Kriege ihre Politik verwirrende Furcht vor einer deutschen Flottenrivalität genommen. Die enalische Admiralität faßte sehr schnell die vom deutschen Führer aus- gestre'ckte Hand und bereinigte damit ein Feld, auf dem die Saat des Mißtrauens, der Furcht und des Haffes gegen Deutschland gewachsen war. Diese Wirklichkeitspolitik der britischen Flottenführer hat eine gänzlich veränderte Lage geschaffen. Auch von Deutschland hat die englische Mutterinsel nichts zu fürchten. Und da eine seepolitische Friedensfront der Vereinigten Staaten, Deutschlands und Großbritanniens wenigstens durch Verabredunaen über die Flotten der beteiligten Mächte in Englands Interesse liegt, ist damit trotz aller Wandlungen der Kräfteverhältnisse der einzelnen Staaten England nach wie vor in einer unüberwindlichen Lage zur See.
Die 157 großen englischen Kriegsschiffe sind vor Portsmouth aus der Nordseeflotte und aus der des Mittelmeeres gebildet worden. Und mit Stolz werden Millionen Briten sich diese Manöver ansehen, die seit 1914 zum ersten Mal in großen Gesamtverbänden die britische Armada manövrieren lassen. Bis zum Weltkriege war die englische Kriegsflotte unbesiegt, und erst die Skagerrakschlacht brach das erste Reis aus dem für die Briten unvergänglichen Lorbeerkranz Nelsons. Man muß verstehen, daß der Engländer in der Flotte die eigentliche Grundmacht jenes Imperiums erblickt, gegen das das römische Imperium doch nur ein Mittelmeer-Staat war. Der gewaltige Besitz Englands in allen Erdteilen wird gesichert lediglich durch seine Flotte. Die schnellen Kreuzer halten diese Verbindung aufrecht und überall in der Welt, vom Fernen Osten, wo Singapore zum größten englischen Kriegshafen ausgebaut wird, über Australien, das in Port Darwin jetzt einen neuen Stützpunkt der britischen Flotte geschaffen hat, bis über die Flottenstationen im Mittelmeer Cypern, Port Said, Malta, Gibraltar und im Atlantischen Ozean hält die englische Flotte Wacht.
Seit dem elisabethanischen Zeitalter hat die Mutterinsel konsequent gerade durch die Beherrschung der See sich zum größten Kolonialreich der Welt entwickelt. Als die große spanische Armada Philipps II. vor der Gewalt der Stürme und den kleinen und schnellen englischen Kriegsschiffen zerbrach, ist England , nach Ueberwin- dung dieser ungeheuren spanischen Flotte konsequent darauf ausgegangen, die spanische Universalmonarchie zur See niederzuringen, und als das gelang, der Katholizismus als Universalmonarchie eine Niederlage erlitt, von der er sich nicht wieder erholen konnte, warf sich die britische Marine auf die protestantische des kleinen aber seegewaltigen Holland und rang sie nieder. Fast gleichzeitig, in jahrhundertelangen Kämpfen, wurden die Versuche der Franzosen vernichtet, zur See England Konkurrenz zu bieten, und nicht nur Kanada war der Lohn der britischen Unentwegtheit und Folgerichtigkeit. Aus französischen und spanischen und holländischen Kolonien erwuchs so das britische Riesenreich, und als Bonaparte bei Trafalgar seine Flotte im Kampf gegen Nelson verlor, waren die Versuche, eine französische Universalmonarchie zu schaffen, festgelaufen. Dieser Sieg war entscheidend. Frankreich hatte die Partie verloren und alle Hoffnungen des Prinzen Joinville, des Sohnes des Bürgerkönigs und nachher Napoleons III., aus der Umwandlung der Holzschiffe in die eisernen Seegeschwader Nutzen zu ziehen und eine der britischen Flotte gleichstarke französische zu bauen, zerflossen, weil sich mit ungeheurer Energie die britische Zähigkeit auf den Bau neuer Geschwader warf und in Frankreich die politische Unrast und der ständige Regierungswechsel nicht dazu kam, etwas den britischen Geschwadern Ebenbürtiges zu schaffen. Damit war England der Beherrscher der See, bis etwa um die Jahrhundertwende andere Nationen den Bau von Kriegsflotten begannen.
hauptsächlich um des Handels und der Flotte willen ist England in den Weltkrieg gegangen. Es hat dabei immerhin, wenn auch siegreich, erleben müssen, daß ein Flottenmonopol zerbrach. Die Zeiten sind vorbei, da England, gestützt auf seine Ueberlegenheit zur See, nicht nur allen Mächten das Gesetz seines politischen handelns auflegen konnte und 'rücksichtslos durchführte, wie die Beschießung Kopenhagens vor 125 Jahren. Aber die neue Methode der Verständigung zur See hat mehr als die veraltete des Machtkampfes England den Vorteil verschafft, daß es tatsächlich heute noch die Macht ist, die zwar nicht mehr allein die See be- herrscht in Wirklichkeit aber noch immer auf der See die stärkste Waffe besitzt. Die stählernen Kolosse Englands, ihre Verbindung mit den modernen Waffen in der Luft, sind der stärkste Aus-
Mien allein Schiedsrichter feiner nationalen Zntereffen.
Oer achte Mobilmachungsbefehl. —Reue Divisionen als Ersah für die nach Afrika gesandten Truppen —Zehn neue Ll-Noote.
Ueberzeugung, daß eine gesunde Nation ihre Zukunft nicht zu sehr auf alte und neue Freund- chaften bauen dürfe, sondern nur auf s i ch e l b st. „Gazzetta del Popolo" stellt in den Vor- jerarunb ihrer Betrachtungen, baß Italien in ber abessinischen Angelegenheit sich Bewegungsfreiheit vorbehalte unb der einzige Schiebsrichter über bie geeignetste unb wirksamste Art ber Verteidigung seiner nationalen Interessen zu bleiben wünsche.
Ztaliens Forderungen.
London, 15. Juli. (DNB.) Reuter meldet aus Genf, daß bie Rücksprache zwischen Lon- b on, Paris unb Rom zwecks Erzielung
eines Kompromisses in ber italienisch-abessinischen Streitfrage fortgesetzt werbe. Die Italiener sollen vier Forberungen vorgelegt haben:
1. Berichtigung ber Grenzziehung,
2. wirtschaftliche Zugestänbnisse,
3. Bau einer Eisenbahn zwischen Eritrea unb Somalilanb,
4. Einsetzung italienischer Berater in ben abessinischen Regierungsämtern.
In ben ersten beiben Punkten, so heißt es in bem Bericht weiter, erwarte man wenig Schwierigkeiten. Man glaube aber, baß bie abessinische Regierung bie Errichtung s o g. „Schutzzonen" zu beiben Seiten ber geplanten Eisenbahnen ab* lehnen unb sich auch in ber Frage ber Bera * t e r ablehnenb verhalten werbe.
3n Italienisch-Somaliland.
Ein Augenzeugenbericht.
Ein in Ostafrika ansässiger Kaufmann schreibt:
„Auf meiner kürzlichen Heimreise von Ostafrika benutzte ich einen italienischen Dampfer, ber bie Haupthäfen von Jtalienisch-Ostafrika, M o - g a b i 5 c i o unb Massaua , anlief Mogabiscio ist ber bebeutenbfte Hafen von Italienisch- Somalilanb. Die Bucht zeigte bas B i l b großer militärischer Aktivität. Fünfzehn anbere Dampfer, fast alle unter italienischer Flagge, lanbeten Truppen unb löschten große Men- aen von Kriegsmaterial unb Lebensrnitteln. Eine Anzahl von Militärflugzeugen kreuzte bauernb am Himmel. Die hafenpolizei kam sofort an Borb unseres Schiffes, unb jeher Passagier, ber an Lanb gehen wollte, mußte einen Erlaubnisschein haben. Tausenbe von Solbaten waren unter Zeltbahnen in ber glüfjenben Sonne auf bem heißen Sanb Moaabiscws gelagert. Ein trostloserer Anblick, als ihn biefer Platz barbot, ist kaum vorstellbar. Ein englischer Journalist kam an Borb unb erzählte, baß er trotz hervorragenber Empfehlungsbriefe einflußreicher Persönlichkeiten in Rom keinerlei Unterstützung von ben Behörben in Somalilanb gcfunben hätte unb seine Aufgabe, über bie italienisch-abessinischen Kriegsvorbereitungen zu berichten, als hoffnungslos hätte aufgeben müssen. 150 Offiziere unb Solbaten würben an Borb unseres Schiffes genommen, bie entroeber wegen Krankheit ober nach 5jähriger Dienstzeit in Somalilanb nach Haufe zurückkehrten.
Nach einem Aufenthalt von 24 Stunben verließen wir ben Hafen unb erreichten nach 4 Tagen
Maffaua, ben zweiten Hafen Italienisch-Soma- lilanbs. Dieser Hasen ist ein Sammellager für italienische Truppen geworben. Die hauptstabt Asmara liegt 120 Kilometer von hier im Innern bes Lanbes unb ist in etwa Zftünbiger Fahrt zu erreichen. Der Hafen war im wahrsten Sinn bes Wortes voll mit in Truppenschiffe ver- wanbelten Passoaierbampfern, Frachtbampfern unb Kriegsschiffen. Äerschiebene Dampfer, bie nach uns ankamen, mußten außerhalb bes Hafens vor Anker gehen, um bort zu warten, bis einer ber ßanbe- Plätze frei würbe. Eines biefer Schiffe war ein Luxusbampfer von 22000 Tonnen, ber für Truppenbeförberung requiriert war. Der lange Kai war mit haushohen Stapeln von Kriegsmaterial bebeckt. Zusammenlegbare Holzbaracken, Stachelbraht, Material für Eisenbahnen, Nahrungsmittel, große Mengen von Straßenbaumaterialien, Zement, Teer, Willblech, Ambulanzen, Lastwagen, Waffen unb Munition, Tanks unb hunberte anberer Kriegsmaterialien waren hier aufgestapelt. Flugzeuge waren bauernb am Himmel. Eine anscheinend endlose Reihe von Lastkraftwagen fuhr von hier auf ber Straße ins Innere des Lanbes. Man hörte wieberholt von italienischen Beamten unb Offizieren bie Ansicht, baß im September mit ber Offensive begonnen werben sollte. Drei bis vier Monate intensivster Kriegführung von ber Luft aus würbe ben Abessinier mürbe machen, so nimmt man in italienischen Kreisen an.
Rom, 15. Juli. (DNB.) Das italienische Presse- und Propagandaministerium gibt Montagmittag den achten amtlichen Mobilmachungs- bericht bekannt, ber folgenben Wortlaut hat:
Das beschleunigte Tempo ber militärischen Vorbereitungen für Abessinien macht bie Einleitung weiterer militärischer Maßnahmen notmenbig. Der Duce hat als Minister ber italieni- chen Streitkräfte bie Mobilisierung ber Division Sila angeorbnet, bie von ben Generälen Bertini unb Ceru11i befehligt wirb. Gleichzeitig ist eine weitere Division auf- g e ft e 111 worben, bie sich Sila II nennt, unb unter dem Kommanbo bes Generals b e Michelis steht. Außerbem würbe eine fünfte Division fa» ch isti s ch er S cd w a r z h e mb e n mobilisiert, bie ben Namen „1. Feoruar" trägt. Die Schwarzhemben- Formationen, bie bereits nach Afrika ent- anbt würben, werben hier neu aufgestellt. Die Spezialisten ber Pionier- unb Kraftahrabteilungen werben in ben Jahrgängen 1909, 1910 unb 1912 mobilisiert. Das Lustfahrtministerium hat bie Mobilmachung weiterer Piloten unb Spezialisten befohlen. Das Marineministerium hat ben unverzüglichen Bau von 10 neuen Unterseebooten angeorbnet, bie anfangs bes nächsten Jahres gleichzeitig vom Stapel gelassen werben sollen.
♦
Die Eingangsworte ber Mitteilung über die Mobilmachung ber weiteren Divisionen geben ben Leitsatz für bie in ber heutigen norbitalienischen Presse veröffentlichten Kommentare, bie alle von bem Gebauten ausgehen, baß Kriegs Vorbereitungen Abessiniens bie Einberufung neuer Truppen in Italien unaufschiebbar machten. Es wirb barauf hinaewiesen, baß sich Italien weber burch Presseangriffe noch burch bas Suchen nach Formulierungen von ben Zielen, bie zum Schutz feiner Interessen und seines Prestige klar vorgezeichnet seien, abbringen lasse.
Für „Popolo d'Jtalia" ist der Mobilmachungs- bericht Nr. 8 ein neuer Beweis für bie unbeug- ame Festigkeit, mit welcher bie faschistische Regierung ben Widerstanb aufnimmt. Die gleichzeitige Bilbung von Ersatz-Divisionen zeige wieber einmal ben festen Entschluß ber Re- ! jierung, die militärische Schlagkraft Ita- ' iens in Europa sicherzustellen. „Stampa" hebt hervor, baß die Diplomatie im gegenwärtigen Zeitpunkt nichtin der Lage sei, einen Ausweg zu finden. Wenn über Genf ober auf irgenbeinem anderen Wege ber Knoten auf gute Weise gelöst werben könne, bann umso besser, wenn nicht, werbe man zum Schwert greifen. Die Erfahrungen ber letzten Zeit stärkten Italien in ber
druck des Lebens- unb Behauptungswillens der britischen Nation, an Englcmbs Sübküste zeigen jetzt diese Waffen, baß Englanb für ben Ernstfall gerüstet ist unb ben verschwunbenen Jnselcharakter burch einen Ausbau feinen Schutzes zur See wettmacht.
Kunss und Wissenschaft.
Der neue Präsident der ^eichsmusikfammer.
I
,,, A.
U ; W W
W
Generalmusikdirektor Dr. Peter Raabe, ber, wie bereits gemeldet, als Nachfolger von Dr. Richard Strauß zum Präsidenten ber Reichsmusikkammer bestimmt würbe. (Weltbilb-M.)
Japanische Ehrung
für Botschafter a. D. Dr. Solf und Professor Geiger.
Die 25. Jahrhunbertfeier ber Geburt Gautama Bubbhas ist in Tokio im Dezember 1934 festlich begangen worben, mit feierlichem Gottesbienst unter Leitung bes Abtes bes berühmten horiuchi- Klosters unb in Anwesenheit eines kaiserlichen Drinzen. Zum Gebächtnis biefes Tages haben bie japanischen Bubbhisten beschlossen, eine Mebaille zu prägen unb acht Exemplare dieser Medaille an hervorragende abendländische Gelehrte zu verleihen. Unter den Ausgezeichneten befinden sich auch zwei Deutsche, nämlich der Botschafter a. D. Dr. Solf und ber Münchener Universitätsprofessor Dr. Wilhelm Geiger. Der beutsche Botschafter von D i r k s e n hat biefer Feier beigewohnt unb ben Dank ber Regierung sowohl wie ber Beliehenen ausgesprochen.
Beginn der Reichsfestspiele in Heidelberg.
Am Sonntag begannen im Hof ber hoibelberger Schloßruine bie biesjährigen Reichsfestspiele mit einer Ausführuna des „Käthchens von h e i I b r o n n". Der Aufführung wohnten ber badische Gauleiter unb Reichsstatthalter Wagner, ber babische Ministerpräsibent Koehler und Reichsdrarnaturg Dr. S ch l o e s s e r bei. Reichsdra- maturg Dr. Schloesser eröffnete den Abend mit einer Ansprache, in ber er auf bie Naturverbunbenheit des beutschen Volkes hinwies, bas sich aus tiefem Bebürfnis heraus als Kennzeichen des beutschen Wesens bas Naturtheater geschaffen habe. In hei- belberg erreiche bie Entwicklung ber Naturbühne ihren Höhepunkt, denn Heidelberg habe die Jdeal- landschaft ber Romantik, unb die deutsche Geschichte chaue aus allen Mauern. Dr. Schloesser schloß mit bem Wunsche, daß auch diese Festspiele Werke sein mögen: bem Volke zur Freube, den Künstlern zum Ruhme unb dem Reiche zur Ehre.
Dann würbe Kleists Liebesmärchen in ber Inszenierung von Richarb Weichert gespielt. Das Werk "erhielt auf ber herrlichen Freilichtbühne einen einzigartigen Rahmen. Angela S a l l o k e r als Käthchen, Else Petersen als Kunigunbe, Walter Kottenkamp als Friebeborn, Paul Wagner als Wetter vom Strahl unb Walter Werner als Gottschalk finb bie Hauptdarsteller. Die Aufführung fand eine begeisterte Aufnahme.
Im Rahmen der Reichsfestspiele werden in ben nächsten Wochen im Schloßhof noch aufgeführt wer- den: ber „Götz" unb „Was Ihr wollt"; im Königssaal bes Schlosses „Minna von Barnhelm" unb zum ersten Male auf ber Thingstätte auf dem heiligen Berg das Weihespiel „Der Weg ins Reich".
Die Pressestelle ber Reichsfestspiele heibelberg teilt mit: Zum Besuch ber Heidelberger
Reichsfestspiele in ber Zeit vom 14. Juli bis 18. August geben bie Bahnhöfe im Umkreis von 300 Kilometer um heibelberg Sonntagsrückfahrkarten mit verlängerter Geltungsbauer nach heibelberg aus. Die Karten gelten zur Hinfahrt jeweils vorn Freitag 0.00 Uhr bis Sonntag 24.00 Uhr, zur Rückfahrt jeweils von Samstag 12.00 Uhr bis Montag 24.00 Uhr (spätester Antritt ber Rückfahrt). Die Karten mit verlängerter Geltungsdauer gelten zur Rückfahrt nur, wenn sie auf der Rückseite ben Stempel ber Reichsfestspiele heibelberg tragen. Zugleich teilt bie Pressestelle ber Reichsfestspiele mit, baß eine Reihe S o n b e r • züge zu ben Reichsfestspielen fahren werben. 9ns- besonbere werben solche Züge von ber NS.-Gemein» schäft „Kraft burch Freude" zusammengestellt.
M-
■
Der österreichische Bunbeskanzler Dr. Schuschnigg erlitt, wie gestern schon gemelbet, in der Nahe von Linz einen schweren Autounfall, bei bem feine Gattin ben Tob fanb unb fein Sohn, sowie ber Chauffeur schwer verletzt würben. Man sieht hier bas zertrümmerte Auto, bas gegen einen Baum gerast war. (Scherl-M.)
Aus aller Well.
Die Ueberfchwemmungskatastrophe in China.
Zu ben in ben letzten Tagen eingetroffenen Um glücksmelbungen über bie hochwafferkata- strophe in allen Teilen Chinas gehen neue Botschaften ein. Danach finb im Gebiete bes in ben lungtje münbenben Lislusfes über 200 Deich- brüche erfolgt, bie eine verheerenbe lieber» schwernmung bes Lanbes zur Folge haben. Mehr als 2 0 0 0 Ertrunkene werben bisher gemelbet, boch bürste bie Zahl bei weitern höher fein, lieber 200 000 Menschen finb obbachlos geworben. Mehr als 30 000 Hektar Lanb finb überschwemmt. Die Behörben hankaus haben alle verfügbaren Arbeitskräfte aufgeboten, um bie stellenweife rissig gewordenen Tschangkungbeiche, von
deren Widerstand das Schicksal hankaus abhängt, zu sichern. 10 000 Soldaten und mehrere Tausend Arbeiter führen Tag und Nacht bei unglaublichen Temperaturen die schweren Arbeiten durch. Schon jetzt beginnt sich in der Stadt Lebensmittelknappheit bemerkbar zu machen. Der Bahnverkehr östlich Tientsin—Peiping ist unterbrochen. Die große Hitze, bie über China eingesetzt T)at, gibt zu ber Besorgnis Anlaß, baß Seuchen bas Ueberschwem- mungsgebiet Heimsuchen können. Das Ueber» fchwemmungsgebiet bes gelben Flusses behnt sich immer weiter aus. Jetzt ist auch ber Süben in der Provinz hopei von ben Fluten erreicht worben. Mehr als 300 Dörfer würben unter Waffer gefetzt. 400 000 Chinesen finb burch bie lieber- schwernmung dieses Gebietes obdachlos geworden.


