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3.
Führun!
4.
verein
der Vorsteher des
1.
Finanzamtes, oder ein vom
2.
Hauptversammlung des Hessischen psarrvereins.
23. Fortsetzung
Nachdruck verboten!
bestehenden Schätzung s- solchen Schätzungsausschuß
11.00 lMI-20
bei den Finanzämtern a u s s ch ü s s e. Einem gehören an:
vereinte, die noch nicht zu ihrem Beruf zurückkehren mußten.
Präsidenten des Landesfinanzamtes zu bestimmender Beamter des Finanzamts als Führer des Schätzungsausschusses, ein Beamter oder Angestellter des Landes-
lichen Weife gedacht wurde. Die gleiche Zahl ist ausgetreten; mit achtzehn Neueintritten, meist jüngerer Mitglieder, beträgt der Bestand jetzt 428, barunter drei Ehrenmitglieder. Beklagt wird der Tod der Ehrenmitglieder D. Theodor Wahl- Essen und Pfarrer i. R. Theodor Weimar- Darmstadt. Ein neuer Vertrag mit der Gothaer Lebensversicherung ist in Kraft getreten, nachdem der Verband höherer Beamten nicht mehr besteht, dessen Mitglied der Pfarrverein war. Vorstandsmitglieder nahmen an fünf Tagungen des Reichsbundes der Pfarrvereine teil. Nach einer lebhaften Aussprache hielt Studienrat Dr. Volkert- Buchenau einen Vortrag über
finanzamtes oder Finanzamts landwirtschaftlicher Vorbildung als Stellvertreter des Führers des Schätzungsausschusses für die technische Durchführung der Bodenschätzung, zwei Mitglieder, die über ausreichende Sachkunde auf dem Gebiet der Landwirtschaft Der«
Das Stiftungsfest, das in althergebrachter diger Weife verlief, wird allen Beteiligten lange in angenehmster Erinnerung bleiben.
gewissenhafte Durchführung von größter Bedeutung ist. Ihre Leitung liegt einheitlich in der Hand des Reichsministers der Finanzen, dem ein Schätzungsbeirat zur Seite steht. Diesem Reichsschätzungsbeirat gehören 12 Mitglieder an, die über ausreichende Sachkunde auf dem Gebiete der Landwirtschaft, oder der Bodenkunde verfügen. Nach den Weisungen des Reichsministers der Finanzen leiten die Präsidenten der Landesfinanzämter die Bodenschätzung in ihren Bezirken. Bei dem Landesfinanzamt befindet sich ein Landesschätzungsbeirat, dessen Mitglieder ebenfalls Sachkenntnis auf den Gebieten der Landwirtschaft oder der Bodenkunde besitzen.
Die vom Reichsschätzungsbeirat und Landesschätzungsbeirat ausgearbeiteten Bewertungsergebnisse dienen als Richtlinien für die Arbeiten der
Die ist imstande und legt mich heute noch in Ketten, ohne daß ich es merke!, dachte Fred. Er suchte ihr zu entkommen, sann vergebens nach einem Ausweg. Endlich sah er in einer Ecke des Tanzsaals einen Ritter in glänzender Rüstung. Nur der Helm mit den Schwanenflügeln fehlte, sonst hätte es Lohengrin sein können. Die Kleidung war für das Zur Fülle neigende Gesicht einfach unmöglich. Wenn das nicht Kurt Lechner war ... Natürlich, er war es, keinem anderen konnte das Glas Wein so gut munden, daß man es ihm auf so viele Schritte än- sah. Fred konnte schwer ein Lachen unterdrücken. Er führte Irene auf diesen Ritter zu, dicht vor ihm machte er sich von ihr frei und trat zurück.
„Einer so leuchtenden Schönheit steht der strahlende Ritter besser an!" sagte er und mischte sich eilends unter die Tanzenden.
Ein paar Masken flogen in feinen Arm; er tanzte mit jeder, sah sich unauffällig nach Liane um. Sie tanzte unaufhörlich; man rieb sich förmlich danach, mit ihr zu tanzen. Er blieb an ihrer Seite. Gerade, als sie wieder einmal den Partner wechseln wollte, erwischte er sie, preßte sie fest an sich und tanzte mit ihr davon.
Liane war es, als ob ihr der Atem vergehe. Warum hatte er sie wieder gesucht? Wußte er nicht, wer sie war? Es war undenkbar. Sie sah scheu zu ihm auf; aber fein Blick lag so voll Güte, so voll Herzlichkeit auf ihr, daß sie beschämt die Augen senkte.
Sie tanzten lange zusammen. Hatte Liane bis letzt überhaupt gewußt, was Tanz war? In seinen Armen war ihr, als ob eine Freude, eine Seligkeit ohnegleichen in ihr aufklang. Ach, wenn es doch nie mehr enden wollte, wenn man hätte tanzen können, bis man umsank und nichts mehr von sich wußte.
Aber die kleine Herzdame wurde von anderen Tänzern begehrt; man suchte sie ihrem Partner zu entziehen. Fred wehrte lange jeden Versuch ab, wollte mit ihr ins Nebenzimmer entfliehen. An der Tür ereilte man sie — Liane wurde ihm entführt; sie verschwand in dem bunten Wirrwarr.
Aber da schlängelte sich eine dunkeläugige Carmen an ihn heran; er wich jäh zurück.
„Hallo, mein Freund — so ängstlich? Reizt dich die Carmen nicht?" klang eine verhaltene Stimme an sein Ohr.
Er fühlte selbst, wie aus seinem Gesicht jede tfarbe wich. Aber schon hatten sich ihre Arme um ihn gelegt; sie zog ihn unter die Tanzenden.
die jetzt warme Sonne lädt uns zur Rast auf der geschützten Anhöhe westlich von Fleisbach ein. Wir ruhen an dem Berghügel, sehen den leichten Wolken zu und lassen den Blick in das Tal, auf das friedliche Dörfchen und über die Berge schweifen. Doch wir müssen weiter nach Herborn. Unter
,,©ut kannst du tanzen, mein Freund!" klang ihr girrendes Lachen an sein Ohr. „So gut wie einst in lauer Sommernacht."
„Was willst du von mir? Ich kenne dich nicht!" erwiderte er rauh.
Sie legte den,Kopf an seine Schulter und sah zu ihm aus. „Muß ich dein Gedächtnis auffrischen? Nein, du entgehst mir nicht, eine Carmen hält fest, was sie einmal gewann." Und leise trällerte ihre Stimme: „Und wenn sie liebt, nimm dich in acht!"
Cr ftie^ sie so jäh zurück, daß sie auf ein tanzendes Paar fiel. Andere kreischten vergnügt, nahmen sie in ihre Mitte, Noch einmal winkte ihm Carmen, dann war sie verschwunden.
Fred suchte den Ausgang, immer wieder hielten ihn lachende Stimmen zurück, versperrten ihm neckende Arme den Durchgang. Er machte sich fast gewaltsam frei. Seine Augen sahen nichts mehr von dem farbenfreudigen Bilde; er sah nur den vielsagenden, strahlenden Blick, der ihn soeben gestreift, hörte nur das girrende Lachen.
Am Ausgang des Saales erreichte sie ihn schon wieder.
„Dein Stoß war nicht sanft, mein Lieber! Sei froh, daß eine Carmen nicht leicht zerbricht, du hättest dich wegen Körperverletzung zu verantwor- ten.' Sie hängte sich an feinen Arm. „Ich habe Durst! Gib mir ein Glas Sekt; nimm auch du eins, das^ verbessert die Stimmung."
Sie zog ihn mit in das Nebenzimmer, wo eine Art Sektzelt errichtet war. Fred faßte sich langsam, kühle Ruhe kam über ihn. Er reichte ihr ein Glas Sekt, nahm sich selbst ein.
„Auf alles, was wir lieben!" lachte ihre übermütige Stimme. In einem Zug trank sie das Glas leer, dann warf sie es hinter sich, daß es klirrend zerbrach. „Eine Glückliche hat daraus getrunken, keine anderen Lippen dürfen es mehr entweihen."
Völlig ernüchtert, kalt beobachtend sah er sie an. Sie war schön, Grazie und Leben in all ihren Bewegungen, sprühendes Lachen auf ihren Lippen strahlender Glanz in den Augen, ihre Kleidung einfach und kostbar. Aber alle ihre Reize hatten'keine Macht über ihn.
Er packte plötzlich ihre Hand und stieß zwischen den Zähnen hervor: „Komm mit!"
Sie lachte auf und folgte ihm willig. „So gefällst du mir besser, mein Freund! Greif zu, wenn dir etwas gehört!"
Sie gingen über die Diele. Das ganze Haus wimmelte voller Menschen, die Treppe war belebt; aud) in das obere Stockwerk hatten sich einige Gäste geflüchtet. Der kleine Rokokosalon ßianes währen*" D°m Iand aU3u Erhitzten Ruhe zu ge-
Fred ging an das Zimmer vorüber Ganz kühl arbeiteten feine Gedanken. Er mußte mit dieser grau ein Wort unter vier Augen sprechen. In der Garderobe war kein Mensch, man konnte vortäu-
fügen, erforderlichenfalls ein Beamter oder Angestellter der zuständigen Dermessungsbehörde.
Die Entscheidungen des Schätzungsausschusses erfolgen nach dem Führergrundsatz. Der Führer des Ausschusses entscheidet verantwortlich nach oorher-
schen, dort irgend etwas gesucht zu haben, wenn jemanb kam.
®r schloß die Tür fest hinter sich und nahm mit zitternden Fingern die Larve ab.
Sie trat mit ein paar wiegenden Tanzschritten tiefer m das Zimmer. „Was willst du von mir?" Sie ließ sich auf einen Stuhl fallen und breitete
Arme weit aus. „Ach, ist das Leben schön! Kusse mich, damit ich weiß, daß ich wirklich diese Stunde erlebe."
„Was willst du hier, Kitty?" fragte er scharf, fast drohend.
„Dich!" klang es zurück mit heiterem Lachen.
„Sei ernst! Wie kommst du hierher?"
„Eine Kleinigkeit für mich! Man hat seine Beziehungen. Lustig ist es bei dir! Ich bereue nicht, gekommen zu fein!"
Er trat auf sie zu und ergriff sie hart bei dem Handgelenk. „Willst du den Scherz endlich beiseite lassen?"
Sie drehte und wand sich unter seinen Fingern; es war ihr unmöglich, sich zu befreien. „Du bist immer noch der Bär, der du einst warst! Nichts hast du gelernt, trotzdem du ein so großer Mann geworden bist."
„Du wirst das Haus sofort verlassen!" stieß er drohend hervor. „Wirst es nie wieder betreten!"
„Ich denke gar nicht daran!"
Er hob die freie Hand wie zum Schlag; sie duckte sich schnell. „Kitty, wenn du nicht willst, daß ich mich an dir vergreife, fo gehe! Du hast in meinem Leben nichts mehr zu suchen!"
„So laß mich doch wenigstens los!"
Er gab sie frei, feine Äugen drohten, sie wich vor ihm zuruck.
„Willst du mich in deinem eigenen Haufe um» bringen? machte sie nochmals den schwachen Ber» such zu scherzen.
„Wenn du versuchst, meinen Frieden zu stören — auch das!"
Sie erblaßte. Blitzschnell suchte ihr Blick die Tur; sie drehte sich jäh um, ging rückwärts dem Ausgang zu. Als sie die Klinke in ihrer Hand fühlte, brach es aus ihr hervor: „Ich werde trotzdem wiederkommen, denn ich will dich! So viele Jahre habe ich auf diese Stunde gewartet, nun aber entgehst du mir nicht!"
.Er machte eine Bewegung, als ob er sich auf sie fturaen ffloüte. Da schloß sich auch schon die Tür hinter ihr. —
Was wußte Fred noch von den weiteren Vorgängen auf diesem Fest? Nichts hörte er mehr non dem ausgelassenen Lachen der Gäste, nichts sah er* von dem fröhlichen Bild. Als er sich nach a.1?ierer Seit widerwillig unter die Tanzenden mifcytc, war die Carmen verschwunden; unbemerkt, wie sie aufgetaucht, war sie davongegangen.
Es herrschte unter den Gästen, die erst bei Morgengrauen das Haus verließen, nur eine Stimme des Lobes. Man hatte sich lange nicht
Oie Bodenschätzung
Von Regierungsrai Or. Bücking.
Am gestrigen Mittwoch fand in Frankfurt am Main die ordentliche Hauptversammlung des Hessischen Pfarrverein s statt, die aus allen Teilen der früheren Landeskirche Hessen-Darmstadt gut besucht war. Nach dem Lied „Herz und Herz vereint zusammen" hielt Pfarrer Koch- Wolfskehlen die biblische Ansprache über 2. Kor. 4 und zeigte die Verantwortung des geistlichen Amts in dieser Zeitenwende.
Nach dem Gebet begrüßte der Vorsitzende, Dekan Widmann (Schotten), die Versammlung mit dem deutschen Gruß und ernannte zu Schriftführern Pfarrer Trapp, Gießen und Pfarrer König, Großen-Eichen. Der Jahresbericht umfaßte zwei Jahre und zeigte eine rührige Arbeit im Vorstand. Es fanden fünf Vorstandssitzungen und eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Getreu seinen Grundsätzen hielt sich der Vorstand von der Kirchenpolitik fern und griff auch nicht in den Kirchenstreit ein. Im Vorstand wechselten verschiedene Aemter. Ehrenmitglied wurde Dekan a. D. Röschen (Ärheilgen), das goldene Amtsjubi- läum beging D. Fritsch- Ruppertsburg. Siebzehn Mitglieder sind verstorben, deren in der üb-1
** V. H. C. Gießen. Man berichtet uns: Der Mai ist gekommen! lieber 100 Personen hatten den Ruf vernommen und sich zur Wanderung, die nach Bahnfahrt bis Katzenfurt von dort erfolgte, zusammengefunden. Der Weg führte auf immer ansteigender Straße, die von blühenden Obstbäumen umsäumt ist, und die eine schöne Aussicht ins Ulm- und Dilltal, sowie die beide begrenzenden Berge bietet, durch die ehemalige Hugenottenkolonie Greifenthal an dem Forsthaus Langegrund und dem Waldhof Elvershausen vorbei nach Greifenstein. Leicht und sorglos wanderte es sich auf der alten Hochstraße durch das freie Feld, durch bunte Wiesen und den frischgrünen Wald. In Greifenstein besichtigten wir unter kundiger Führung die malerisch gelegene, weithin sichtbare Schloßruine, die alte Roßmühle und die Kirche mit ihrem reichen Barockschmuck Wir rasteten lange, denn zu schön ist der Blick in das liebliche Dilltal, auf Edingen und Sinn, sowie auf die bewaldeten Bergkuppen, die an dem sonnigen Maientag weit, weithin sichtbar waren. Auf dem Weitermarsch mit dem roten H erfreuten wir uns noch lange dieser großartigen Aussicht, bis uns der Wald wieder aufnahm. Inzwischen ist es Mittag geworden und
Die soziale Gerechtigkeit bei der Verteilung der öffentlichen Lasten ist eine der Voraussetzungen, auf denen der Gedanke der Volksgemeinschaft und damit des Nationalsozialismus beruht. Dieser sozialen Gerechtigkeit soll die bevorstehende Schätzung des landwirtschaftlichen Kulturbodens nach dem Gesetz vom 16. Oktober 1934 in erster Linie dienen. Sie wird die Grundlage der künftigen landwirtschaftlichen Einheitsbewertungen bilden. Hiermit ist der Zweck der Bodenschätzung aber noch nicht erschöpft; die Verwendungsmöglichkeit der Bodenschätzung geht vielmehr über die steuerlichen Zwecke hinaus und erstreckt sich auf bedeutsame Aufgaben der Agrarpolitik. Für das landwirtschaftliche Beleihungswesen waren schon stets die Steuerwerte von großer Bedeutung. Außerdem wird die Bodenschätzung wichtige Unterlagen liefern für die Siedlungspolitik, für die Vorbereitung und Durchführung von Meliorationen und Flurbereinigungen und andere wichtige Staatsaufgaben der Zukunst.
Bei der bevorstehenden Bodenschätzung erfolgt zunächst eine genaue Kennzeichnung des Bodens nach seiner Beschaffenheit. Die Bestandsaufnahme wird kartenmäßig festgehalten. Sodann wird die Ertragsfähigkeit festgestellt. Hierbei ist in jedem Falle Zu unterscheiden zwischen den natürlichen und den wirtschaftlichen Ertragsbedingungen. Die im allgemeinen unveränderlichen natürlichen Ertragsbedingungen eines Grundstücks bilden die Grundlage der Bodenschätzung; hierunter fallen Bodenbeschaffenheit, Geländegestaltung und klimatische Verhältnisse. Unerheblich für die Bodenschätzung bleiben dagegen die wirtschaftlichen Ertragsbedingungen, die veränderlich und von vorübergehenden Umständen abhängig sind: innere und äußere Der- kehrslage, Absatzverhältnisse usw. Für die Schätzung werden zwei sogenannte Schätzungsrahmen aufgestellt, die für das gesamte Reichsgebiet gelten. Ein Schätzungsrahmen gilt für Ackerland und Gartenland, ein anderer für das Grünland.
Die Ergebnisse der Bodenschätzung werden auf lange Zeitdauer gültig sein, soweit sie den Nachweis über die Verteilung der verschiedenen Bodenarten im Reich bringen. Was beispielsweise heute als Sandboden festgestellt wird, verändert voraussichtlich seinen Charakter in Jahrhunderten nicht. Dasselbe gilt von Lehmboden usw. Selbstverständlich können Kulturveränderungen und Neukultioierungen später noch Berücksichtigung finden. Die Ergebnisse der Bodenschätzung werden in Zeitabständen von längstens zwanzig Jahren überprüft.
Hiernach ist die Bodenschätzung eine schwere und verantwortungsvolle Aufgabe, deren richtige und
mehr so gut amüsiert, lange nicht mehr so viel gelacht.
*
Fred bacfjte nicht mehr an die Reise, die er geplant hatte. Weil er nun wußte, daß seine Der- mutungen richtig gewesen, daß Kitty bestrebt war, wieder in fein Leben zu treten. Es war wie ein gespanntes Warten in ihm.
Ernst wagte nicht weiter in den Freund zu dringen Lieblos wäre ihm jeder Versuch erschienen, Fred gerade jetzt von seiner geliebten Tochter zu trennen.
Einige Wochen vergingen in aufreibendem, zermürbendem Kampfe um das Geschäft. Friedlich, wie lebensfern muteten ihn die Abende bet Liane an. Eine fast traumhafte Stille lag über dem fyaus; sie tat wohl, wie ein wohliges Ausruhen kam es dann über ihn.
Tapfer war die kleine Liane, so tapfer. Sie behelligte ihn nie mit Fragen, mit Wünschen; sie roar stets freundlich, gütig, immer mit einer Arbeit beschäftigt.
Wie ein Einbruch in ihren häuslichen Frieden erschien ihr der Besuch Irenes, die an einem Sonntagmorgen mit Frau Kommerzienrat Mar- ckart erschien.
Sie mußte die Damen allein empfangen; Fred roar in das Geschäft gefahren. Er mußte jeden Augenblick zurückkommen. Einige Erregung bemächtigte sich ihrer, als sie der Frau Kommerzien- rat die Hand reichte.
„Sie müssen entschuldigen, gnädige Frau, wenn ich Sie überfalle, noch dazu in einer etwas zu stützen Stunde. Aber meine Zeit ist fo in Anspruch genommen, und Irene bestimmte mich, diese Stunde zu wählen. Ich habe sie gleich mitaebracht, damit sie Abbitte leistet", sagte Kitty in tändelndem Tone.
Liane bat die Damen, Platz zu nehmen. Um nicht unhöflich zu erscheinen, fragte sie: „Haben Sie Ihre Absicht ausgeführt, sich in Frankfurt heimisch gemacht, gnädige Frau?"
„Ja, die Uedersiedlung ist endlich vollzogen. Es war keine leichte Arbeit, eine Wohnung zu finden die meinen Wünschen entsprach. Nun bin ich aber Zufrieden. Ich habe eine reizende Wohnung, aller- ömgs nur klein — aber eine alleinstehende Frau rote ich braucht wirklich nicht mehr."
„Und Sie fühlen sich hier wohl?"
„Sehr, Frau Morland. Warum sollte ich mich nicht hier einfeben? Ihrem Herrn Gemahl 'ist Frankfurt doch auch zur zweiten Heimat geworden. H
Kitty sprach weiter mit halb lästiger, halb plan- dernder Stimme. Sie schien vergessen zu haben, daß es sich um einen kurzen Besuch handelte, und sie gab Liane zwischen all ihren plaudernden Reden zu verstehen, daß sie sich wunderte, wie Fred Morland zu dieser kleinen Frau gekommen roar,
(Fortsetzung folgt!)
IMMUMS....
Vornan von Charlotte Prenzel.
Urheberrechtsschutz: Füns-Türme-Verlag, Halle (S.).
lange Zeit mit unseren Freunden zusammen bei Gesang, Tanz und Vorträgen in gemütlicher Unterhaltung. Der Mai ist gekommen, wir haben den Mai erlebt!
** Billige Fahrt zur Marine-Volks- woche. Außer den Sonderzügen zur Marine-Volkswoche (vom 11. bis 16. Juni), die durch die NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" aus allen Teilen des Reiches nach Kiel geleitet werden, können nach einer Mitteilung der Reichsbahndirektion Berlin Vereine usw. mit 50 bis 60 v. H. Ermäßigung in Gesellfchafts-Sonderzügen nach Kiel reifen. Schon bei kleineren Gruppen kommen derartige Gesellschaftsfahrten in Betracht, bei denen die Fahrpreisermäßigung ab 25 Personen 40 v. H., ab 100 Personen 50 v. H. beträgt.
Führung von Wanderfreunden vom Westerwaldverein Herborn durchschreiten wir das interessante Städtchen, besichtigen das Museum und saßen noch
Gietzener Dochenmarkkpreise.
* Gießen, 16. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 Mk., Landbutter 1,40 bis 1,42 Mk., Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8 bis 9, Wirsing (gelb), das Pfund 18 bis 20, (grün) 25 bis 30, Weißkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben (alte) 15, (neue), das Bündel 25, Rote Rüben, das Pfund 10 bis 15, Spinat 18 bis 25, Römischkohl 15 bis 20, Spargel 40 bis 60, Mischgemüse 15 bis 20, Tomaten 90 Pf. bis 1,10 Mk., Zwiebeln 25, Meerrettich 40 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 45, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mk., Aepfel, das Pfund 40 bis 60 Pf., Suppenhühner 70, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 65 bis 80, Saalt 15 bis 25, Salatgurfen 50 bis 60, Oberkohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 50, Radieschen, das Bündel 10 bis 15, Rettich 20 bis 55 Pf.
Vornotizen.
— Tageskalender für Donnerstag: NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" (Leibesübungen), 20 bis 21 Uhr für jüngere, 21 bis 22 Uhr für ältere, Fröhliche Gymnastik und Spiele im Lyzeum. — Stadttheater (Deutsche Bühne), 20 bis 22 Uhr, „Der Nobelpreis". — Fachgruppe Mathematik und Naturwissenschaft, 16 Uhr, im Physiksaal des Realgymnasiums, Vortrag von Studienrat Fischer: „Das Lichtmeßoerfahren". Vortrag von Studienrat Stork: „Experimentelle Darstellung der Gesetze des Wechselstroms. — Deutsche Glaubensbewegung, im Cafe Leib, 20.30 Uhr, Vortrag „Durchbruch deutschen Glaubens". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Polenblut". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg, „Wer kennt diese Frau".
— Stadttheater Gießen: Heute, 20 Uhr, geschlossene Vorstellung für die NS.-Kulturgemeinde, ■Ring Deutsche Bühne. Zur Aufführung gelangt die Komödie: „Der Nobelpreis" von Hjalmar Bergmann; Spielleitung hat Wolfgang Kühne. Ende 22 Uhr.
*
** Das Fest der Silbernen Hochzeit konnten am gestrigen Mittwoch, 15. Mai, ber Fri- feurmeifter Heinrich Runkel und Frau Johanna, geb. Meinhardt, Friedrichstraße 7, begehen. Herr Runkel ist auch feit 25 Jahren treuer Leser des Gießener Anzeigers.
** D i e Gießener Hochschulgesellschaft lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zu ihrer Festsitzung am kommenden Samstagnachmittag im großen Hörsaal der Universität ein. Zu der Sitzung sind auch Gäste bei freiem Eintritt willkommen. Näheres in der Anzeige.
** Sptelplanänberung ber NS. - Kul- turgemeinbe, Ring Deutsche Bühne. Man schreibt uns: Aus zwingenben Gründen fällt die Vorstellung vom Samstag, 18. Mai, „Die armseligen Besenbinder" aus Dafür erhalten die Samstagmitglieder am Mittwoch, 29. Mai, das Schauspiel „Vertrag um Karakat", das durch seine packende Gestaltung allgemein gefallen hat. Die für den 18. Mai ausgegebenen Karten haben am 29. Mai Gültigkeit. Nunmehriger Spiel- plan für Mai: Donnerstag, 16. Mai, „Der Nobelpreis"; Donnerstag, 23. Mai, und Samstag, 25. Mai, „So ein Mädel"; Mittwoch, 29. Mai (für Samstagmitglieder), „Vertrag um Karakat".
** Straßenumpflasterung. Das Straßenkreuz Motlkestraße-Senckenbergstraße, das bisher aus Großpflastersteinen bestand und stark ausgefahren war, wird jetzt umgepflastert. Das alte Material wird als Unterlage benutzt, auf die neues Kleinpflaster aufgebracht werden soll. Mit dieser Ausführung wird ein einheitlicher Belag der dort kreuzenden Straßen entstehen, der dem dortigen starken Straßenverkehr zugute kommen wird.
gehender Beratung, ohne' daß eine Abstimmung stattfindet. Die Ergebnisse der Schätzungen werden offengelegt. Sie können von den Eigentümern ber Grundstücke im Beschwerdeverfahren angefochten werden, soweit sie nicht ausdrücklich für rechtsverbindlich erklärt sind.
Bei der großen Bedeutung der Bodenschätzung ist es selbstverständlich, daß die Vorsteher der Gemeinden und die Ortsbauernführer verpflichtet find, die Schätzungsarbeiten nach Kräften zu fördern. Sie haben sich auf Verlangen des Führers des Schätzungsausschusses an den Arbeiten zu beteiligen, oder einen ortskundigen Stellvertreter zu bestimmen. Ein Anspruch auf Vergütung für diese Tätigkeit besteht nicht, da die Mithilfe^ bei ber Bodenschätzung zu den eigensten Aufgaben der Gemeinden und Bauernschaft gehört.
Die reibungslose Durchführung der Bodenschätzung erfordert, daß die Grundbesitzer alle notwendigen Maßnahmen zulassen. Daher sind die Eigentümer und Nutzungsberechtigten der Grundstücke verpflichtet, für die Zwecke der Bodenschätzung jederzeit das Betreten ihrer Grundstücke zu gestatten und die als notwendig erachteten Maßnahmen, z. B. Aufgrabungen, zuzulassen. Ansprüche auf Vergütungen irgendwelcher Schäden bestehen grundsätzlich nicht. Denn die Unterstützung der zum Besten der Besitzer durchgeführten Schätzungsarbeiten ist für diese eine Ehrenpflicht. Uebrigens ist geplant, daß während der Sommermonate, also während ber Reifezeit des Getreides, auf dem Ackerland keine Schätzungsarbeiten durchgeführt werden. Hiernach ist die Entstehung wesentlicher Schäden nicht zu gewärtigen. Außer den Eigentümern und Nutzungsberechtigten sind auch alle Behörden, sowie die Seiet- hungsunternehmungen (Banken, Sparkassen) verpflichtet, für Zwecke der Bodenschätzung alle notwendigen Auskünfte zu erteilen; insbesondere haben sie die in ihrem Besitz befindlichen Pläne, Verzeichnisse und dgl. zur Verfügung zu stellen.
Freudige Mithilfe bei den Schätzungsarbeiten ist allerseits zu erwarten. Denn die Bodenschätzung mit ihren mannigfachen Nutzungsmöglichkeiten wird ein großes und bleibendes Kulturwerk fein.


