Der übrigen Abstimmungsgebiete sprechen. Das Glockenspiel auf dem Saarbrückener Rathausturm ist ein klingendes Zeugnis deutscher Bewährung in Nord und Süd, in West und Ost. Neben dem Deutschlandlied, neben „Schleswig-Holstein rneerum- schlangen" und dem Hohenfriedberger Marsch klingen das Kärtner Heimatlied und das Saarlied als ein Zeichen dafür, wie eng die Schicksalsverbundenheit aller in den Jahren 1919, 1920 und 1921 hart umkämpften Grenzgebiete mit dem erst 1935 entschiedenen Schicksal des Saarlandes verknüpft ist. Das NGKK. bei der Eröffnung
der Reichsautobahn.
LPD. Frankfurt a. M., 15. Mai. Zu der am Sonntag stattfindenden Eröffnung der Reichsautobahn Frankfurt a. M.—Darmstadt ist die kraft- fahrtechnische Durchführung dem Nationalsozialistischen Kraftsahrkorps üb ertra g en worden. Es ist eine Ehre für das Korps, an diesem wichtigen Akte an hervorragender Stelle teilnehmen zu können. Vom Führer des Korps, Korpsführer Hühnlein, ist der gesamte kraftfahrtechnische Dienst der örtlichen Stelle, nämlich der neu gebildeten Motorgruppe Hessen übertragen worden. Es verdient besonderer Erwähnung, daß bei dem geplanten Aufmarsch der Kraftfahrzeuge mehrere hundert Wagen und Krafträder jeder Stärke teilnehmen, die der Beförderung vieler tausend Männer dienen.
Die Aufgabe des Kraftfahrkorps liegt in der Aufstellung der Wagenkolonnen und derem reibungslosen Einsatz bei den geplanten Feierlichkeiten. Die Kolonnen werden von bekannten Führern des Kraftfahrkorps aus dem Gebiet der Motorgruppe Hessen geführt. Die Unterbringung der für die Beförderung der Kraftfahrzeuge vorgesehenen Männer liegt ebenfalls in der Hand der Motorgruppe.
Seit dem Bestehen des Kraftfahrkorps in feiner jetzigen Gestalt ist der Kraftwagenaufmarsch bei dem kommenden Staatsakt die erste Gelegenheit, bei der das Kraftfahrkorps feinen Aufgaben entbrechend zur Einsetzung gelangt. Es ist eine große Fülle von Vorarbeit geleistet worden, die die Anerkennung durch die Oeffentlichkeit verdienen. Das Kraftfahrkorps wird sich bis zum letzten Mann für die reibungslose Erledigung der ihm für diese große Veranstaltung gestellten Ausgaben einfetzen. Das Programm des Reichshandwerkertages in Frankfurt.
Vor der Presse sprach Reichsbetriebsgemeinschafts- leiter und Reichshandwerksmeister Schmidt über die Vorbereitungen zum Reichshandwerkertag, der im Juni in Frankfurt a. M. durchgeführt wird. Auf dem Reichshandwerkertag wolle das deutsche Handwerk den Beweis erbringen, daß der Leistungsgrundsatz im deutschen Handwerk wieder zu voller Blüte 'gekommen ist. Der Reichshandwerkertag stehe bewußt im Zeichen des Leistungswillens und der Gemeinschaftsarbeit.
Der Reichshandwerkertag beginnt am 12. Juni mit Kranzniederlegungen am Ehrenmal und am Grabe Horst Wessels in Berlin, am Tannenbergdenkmal bei Hohenstein, am Mahnmal in München und am Grabe Albrecht Dürers und Hans Sachs' in Nürnberg. Zahlreiche Jnnungs- und Hauptversammlungen werden gleichzeitig in Wiesbaden, Koblenz, Mainz und Frankfurt a. M. staitfinden. Man rechnet damit, daß allein 15 0 0 0 0 Handwerker aus dem ganzen Reich nach Frankfurt kommen werden. Am Freitag, den 14. Juni, überreicht der Reichshandwerksmeister dem Gauleiter Sprenger das Abzeichen. Abends werden die Römerderg-Fe st spiele eröffnet. Am Samstag findet in der Festhalle die Eröffnung der Fleischer-Ausstellung statt. Weiter erfolgt die Begrüßung der eingetroffenen Teilnehmer an der Handwerkerzielfahrt, die Eröffnung der M e i st e r s ch a u im Kaifersaal und ein Fe st abend im Haus der Technik. Dabei werden Gauleiter Sprenger, Reichshandwerksmeister Schmidt und Reichsorganisationsleiter Ley sprechen. Sonntag findet um 8.30 Uhr ein Appell der wandernden Gesellen auf dem Opernplatz statt. Dabei wird auch Dr. Ley sprechen. Um 11 Uhr erfolgt in der Paulskirche die Meister-Freisprechuna und die Ehrung verdienter führender Meister oes Handwerks durch den Reichshandwerksmeister. Dann treten die Handwerker zu einem großen Festzug an, der sich nach dem Stadion bewegt, wo bann um 17 Uhr die Großkundgebung des deutschen Handwerks ftattfinbet. Dabei werben 6000 Handwerker fingen und der Reichshandwerksmeister wird die Freisprechung der Gesellen vollziehen. Weiter werden Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Reichswirt- fchaftsminister Dr. Schacht das Wort ergreifen. Am Montag finden Arbeitstagungen der Handwerksführung und der Fachgruppen Bau, Metall, Holz, Nahrung, Bekleidung, Druck, Feinmetall und Spezialhandwerke statt.
TagungdesVerwaltungsrates der Reichsbahn.
Berlin, 15. Mai. (DNB.) Der Verwaltungsrat der Reichsbahn genehmigte den Geschäftsbericht und die Bilanz für 1934 und beschloß die Ausschüttung einer 7prozentigen Dividende auf die ausgegebenen Vorzugsaktien Serie I—V. In der Verkehrsentwicklung der ersten vier Monate des Jahres 1935 zeigt sich eine leichte Aufwärtsbewegung gegenüber dem Vorjahre. Der Güterverkehr erbrachte gegen die gleiche Zeit des Vorjahres 7 v. H. Mehreinnahmen der Personen- und Gepäckverkehr 7,6 v. H. Zuwachs. Der Verwaltungsrat erörterte den Gesetzentwurf über den Güterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen und unterbreitete der Reichsregierung Änderungsvorschläge. Er ermächtigte die Reichs- bahnhauptverwaltung zur Verlängerung der bestehenden Nebenbahnstrecke H aiger — Rabenscheid bis Breitscheid. Dieser Bahnbau dient der Erschließung von wirtschaftlich wichtigen Gebieten des W e sterwaldes. Er
Sicherheit
erster Grundsatz -er Keichsautobahn!
Wenn ihre Linienführung und Ausbildung vielleicht schon die Vermutung aufkommen ließen, daß es sich um eine reine Autostraße handele, so glaubte der Fahrer die Bestätigung seiner Vermutung dadurch erhalten zu haben, daß mehrere seine Straße kreuzende Verkehrswege niveaufrei über- oder unterführt wurden. Das hierdurch aufkommende Gefühl der Sicherheit mußte aber sehr schnell dem Empfinden höchster Unsicherheit weichen, wenn an irgend einer Stelle von dem Grundsatz der Niveau- und damit gefahrenfreien Kreuzung abgewichen wurde.
Dem Benutzer der Reichsautobahn aber wird zur unbedingten Erkenntnis werden, daß auf den Straßen Adolf Hitlers das Prinzip der Sicherheit höchster Grundsatz beim Entwurf und Bau war. Auch der Betrieb wird ein Abweichen von den Erfordernissen der Sicherheit nicht zulassen. Nicht strenge Maßnahmen werden dieses Ziel erreichen lassen, sondern jeder Volksgenosse wird die Grundforderung, die die Reichsautobahn an ihn stellt, von sich aus erfüllen müssen. Nur bann, wenn jeder einzelne sich klar gemacht hat, daß er z. B. mit seinem unbefugten Ueberfchreiten der Autobahn nicht nur sich und den Bahnbenutzer in die höchste Gefahr bringt, sondern auch den Sinn der Reichsautobahn als Ausdruck der Sicherheit gefährdet, nur dann erst wird die Autobahn die ihr gestellten Aufgaben auch für die Volksgefamtheit erfüllen können.
Selbstverständlich muß auch de? Fahrer auf der Reichsautobahn die gleiche Forderung zur Erreichung der Sicherheit zu erfüllen suchen. Auch er hat unter Beachtung der Verkehrsordnung und ohne Ueberbeanspruchung seines Fahrzeuges für feinen Teil dafür Sorge zu tragen, daß die Sicherheit der Reichsautobahn zu einem allen Volksgenossen bekannten und von allen geachteten Begriff der Selbstverständlichkeit wird.
„Reichsautobahn" — schon das Wort allein verrät die wesentlichsten Eigenarten dieses Bauvorhabens und weist darauf hin, daß nur das Kraftfahrzeug der Benutzer fein wird. Eine „Bahn" ist dieser neue Verkehrsweg, weil jeder Fahrtrichtung eine ihr bestimmte Fahrbahn zugewiesen wird.
Wenn aber dieser Verkehrsweg nur für das Kraftfahrzeug bestimmt fein soll, so find andere Bedingungen an feine Linienführung und Ausgestaltung zw stellen als an eine Straße, die Verkehrsmittel aller Art aufnimmt. Jrn Gegensatz zu anderen Wegbenutzern weist das Kraftfahrzeug eine erhöhte Geschwindigkeit auf. Die Vermehrung der Geschwindigkeit aber bringt all jene Forderungen mit sich, denen bei dem Bau einer Nur-Autostraße die erforderliche Beachtung geschenkt werden muß. Die oberste Forderung heißt hier Sicherheit. Mit ihr verbunden sind weitere Bedingungen, nämlich das Vorhandensein geringer Steigungen, möglichst weiter Kurven, einer ebenen und doch auch bei größter Geschwindigkeit haft- und gleitsicheren Fahrbahn. Schließlich muß eine fahr- günstige Lage zu den zu erreichenden Verkehrszentren gegeben fein. Daß schließlich dafür gesorgt werden muß, den Fahrer durch das ständig wechselnde Bild der durchfahrenen Landschaft anzureaen, ist ein weiteres Moment zur Erreichung erhöhter Sicherheit.
Gerade an der Erfüllung all dieser Forderungen ist die Reichsautobahn xu erkennen. Greifen wir hier nur einen Grundsatz zur Gewährleistung der Sicherheit des Bahnbenutzers heraus, nämlich die Schaffung niveaufreier Kreuzungen. Seien es Unter- ober Überführungen, die zur Gestaltung solcher Kreuzungsstellen erforderlich werden, stets und ausnahmslos muß der Grundsatz der Bahnfreiheit gewahrt bleiben. Manch andere Straße ist schon für eine Nur-Auto-Straße gehalten worden.
stimmte ferner dem zweigleisigen Ausbau der Bahn Stuttgart — Zuffenhausen — Renningen und der gleichzeitigen Elektrifizierung dieser Strecke bis Weil der Stadt zu. Mit dem Ausbau der Strecke sollen auch alle Wegübergänge beseitigt werden.
Dank an die Technische Nothilfe.
Berlin, 15.Mai. (DNB.) Der Reichsminister des Innern, Dr. Frick, hat dem Reichsführer der Technischen Nothilfe für eine ihm über die Tätigkeit der Technischen Nothilfe im Winterhilfswerk 1934/35 überreichte Denkschrift feinen Dank ausgesprochen und gleichzeitig ersucht, allen an der Durchführung des Winterhilfswerkes beteiligten Mithelfern feinen Dank und feine Anerkennung für ihre Tätigkeit zu übermitteln. Auch Reichsminister Dr. Goebbels hat in einem persönlichen Schreiben der Technischen Nothilfe für ihre selbstlose Mitarbeit am Winterhilfswerk 1934/35 Dank und Anerkennung ausgesprochen.
Kleine politische Nachrichten.
Der Chef der Heeresleitung, General der Artillerie, Freiherr von Fritsch, hat sich auf eine Besichtigungsreife nach Ostpreußen begeben, wo er mehrere Standorte und den Truppenübungsplatz Arys besuchen wird.
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Der Reichsarbeitsführer Staatssekretär Konstantin H i e r l hat Reichsschatzmeister Schwarz zum Ehren-Ober st- Arbeitsführer ernannt. Die Ehrenurkunde wurde dem Reichsschatzmeister durch den Gauarbeitsführer Baumann mit einer Abordnung des Arbeitsdienstes überreicht.
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Der Geschäftsführer der „N e w P o r k T i m e s"- B i l d d i e n st G. m. b. H., Julius B o l g a r, ist unter Gewährung einer Frist von fünf Tagen aus dem Reichsgebiet ausgewiefen worden. Bolgar, der ungarischer Staatsangehöriger und jüdischer Abstammung ist, hat zu wiederholten Malen seiner gehässigen und feindseligen Einstellung gegenüber dem neuen Staat und seinen führenden Männern Ausdruck gegeben, die ein Verbleiben Bolgars in Deutschland völlig unmöglich machen.
Aus aller Welt.
Vier Fernsehempfangsstuben in Berlin eröffnet
Die billigsten Fernsehgeräte, die heute von der Funkindustrie herausgebracht werden können, kosten noch immer 800 und 1000 RM. Vorn billigen Volksfernsehempfänger sind wir noch weit entfernt. In dem Bestreben aber, der großen Masse des deutschen Volkes das Fernsehen praktisch vorzusühren, hat die Reichssendeleitung in Gemeinschaft mit der nationalsozialistischen Hörerorganisation, dem Reichsverband deutscher Rundfunkteilnehmer, vorläufig vier öffentliche Fernsehempfangs st üben in Berlin eingerichtet. Hier ist es jedermann möglich, den regelmäßigen Fernsehsendungen kostenlos beizmvohnen. Zur Eröffnung strömten Tausende zu den Fernseh- ernpfangsstuben, so daß „schichtweise" gesehen werden mußte.
Zur Eröffnung sprachen u. a. Reichssendeleiter Hadamowsky, der stellvertretende Reichssende- leiter B o e s e und Gaupropagandaleiter Schulze- Wechsungen. Reichssendeleiter Hadamowsky betonte, daß bei richtiger Zusammenarbeit auf der ganzen Linie die Entwicklung des Fernsehens überall zusätzliche Möglichkeiten schaffen werde: auf dem Gebiete des Wirtschaftlichen und Geschäftlichen, ebenso wie auf dem Gebiet des Kulturellen und Politischen. Gaupropagandaleiter Schulze-Wechsun- gen verbreitete sich über die propagandistischen Möglichkeiten, die das Fernsehen gewährt. Das Programm umfaßte eine Anzahl von Filmen. Die Uebertragungen gelangen ganz ausgezeichnet und fanden den lebhaften Beifall der Erschienenen. Wie wir erfahren, ist beabsichtigt, in der nächsten Zeit in den Berliner Vororten noch eine Anzahl von Fernsehempfangsstuben einzurichten, außerdem in einer Anzahl von Betrieben und Arbeitslagern, so
daß jeder Arbeiter der Stirn und der Faust die Möglichkeit hat, das Fernsehen kennenzulernen und selbst zu beurteilen.
Eine der ältesten schlesischen Kirchen niedergebrannt.
In der alten Kirche von Altenlohm bei Haynau (Schlesien) brach Feuer aus. Obwohl die Wehren aus der ganzen Umgebung herbeigeeilt waren, konnte nichts mehr gerettet werden. Die Flammen fanden in dem Holzgebälk reiche Nahrung und legten, von heftigem Ostwind angefacht, das ganze Gebäude in Schutt und Asche. Man hatte Mühe, die benachbarten Gebäude von einem Uebergreifen des Branoes zu schützen. Die Altenlohrner Kirche ist eine der schönsten und ältesten Kirchen Schlesiens, die sich urkundlich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen läßt. Sie spielte in der Zeit nach der Reformation und nach dem dreißigjährigen Krieg bei der Erhaltung des evangelischen Glaubens in Schlesien eine große Rolle. 1711 wurde die Kirche erneuert und bedeutend erweitert.
Hinrichtung eines Raubmörders in Berlin.
Im Hofe des Strafgefängnifses zu Berlin-Halensee ist der 1912 geborene Arthur Orlowsky i n = gerichtet worden, der vom Schwurgericht in Potsdam wegen Mordes und schweren Raubes zum Tode verurteilt worden ist. Der Verurteilte hatte am 3. Juli 1934 die 81jährige Witwe Fehrmann in Päwesin (Westhavelland) überfallen, gewürgt und ihr einen Herzschuß beigebracht, um sich in den Besitz ihres Geldes zu setzen. — Von dem Begnadigungsrecht ist kein Gebrauch gemacht worden, weil es sich bei dem schon mehrfach vorbestraften Verurteilten um einen ungewöhnlich rohen Menschen von unverbesserlicher verbrecherischer Gesinnung handelt, der den Plan zur Tat aus eigennützigen Gründen erdacht und in heimtückischer, brutaler Weise an einer Greisin ausgeführt hat.
Auto mit SA.-7Nännern vom Zuge erfaßt. — Zwei Tote, zwei Verletzte.
Beim Uebergang zwischen Kapellen-Stolzenfels: und Rhens am Rhein wurde ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen von einem Eilzug er = faßt und zertrümmert. Der Sturmführer S e i f f a r t h aus Bingen und der SA.-Mann Friedrich Mark aus Bingerbrück wurden auf der Stelle getötet. Der SA.-Mann Hugo Fleck- ner aus Boppard wurde schwer verletzt ins Kran-kenhaus nach Koblenz überführt. Der Standartenführer Heinrich Schneider aus Boppard befindet sich wegen leichten Verletzungen in ärztlicher Behandlung. Der Kraftwagen wurde vollkommen zertrümmert. Die Ursache des Unfalls ist noch nicht aufgeklärt. Eine Untersuchung ist im Gange.
Verheerender Wirbelsturm über Bengalen.
Der Bezirk von Sarisabari, unweit der Stadt Maimansing in Bengalen, wurde von einem schweren Wirbelsturm heimgesucht. Die Dächer eines Gymnasiums, des Polizeiverwaltungsgebäudes und eines Postamtes wurden vom Sturm abgedeckt und weit fortgetragen. Ein Lagerschuppen, unter den sich eine große Anzahl von Menschen geflüchtet hatte, stürzte ein. Ein Mann wurde getötet, zahlreiche weitere mehr oder weniger schwer verletzt. Ein Pvstfährdampfer wurde schwer beschädigt. Zahlreiche Telegraphenmasten stürzten um, so daß die Verbindung mit dem betroffenen Gebiet unterbrochen ist.
Ml dem Rammbock gegen einen säumigen Steuerzahler. — Ein streitbarer Schriftsteller in Dublin.
Zu ungewöhnlichen Szenen kam es vor einem Hause in Dublin, als mehrere Gerichtsvollzieher sich bemühten, von dem gälischen Schriftsteller O ' K e l l y rückständige Steuern im Betrage von 200 Mark einzuziehen. Der säumige Steuerzahler hatte die Haustür schwer verbarrikadiert; als die Vollziehungsbeamten, unterstützt von Polizisten, mit schweren Pfählen die Tür zu rammen versuchten, schleuderte O'Kelln, unterstützt von seiner Frau und seinen beiden Söhnen, auf seine Gegner einen wahren Hagel von Haushaltungs- gegenständen. O'Kelly, der ebenso wie zwei oder drei Polizeibeamte am Kopf blutete, zog sich
dann mit-feiner Familie in das Innere des Hauses zurück. Inzwischen waren polizeiliche Verstärkungen eingetroffen, deren Gesamtzahl sich schließlich auf 150 Mann belief. Mit einem langen Baumstamm wurden die den Zugang versperrenden Möbel im Hausflur zurückgestoßen. Der kampflustige Schriftsteller und seine Sohne sahen ein, daß weitere? Widerstand zwecklos sei, und ließen sich verhaften. — O'Kelly, der Herausgeber des katholischen Bulletins gälischer Zeitungen und Erziehungszeitschriften war, hat in der Gälischen Liga eine aktive Rolle gespielt und war von 1919 bis 1923 deren Präsident. Im republikanischen Landtag von 1919 war er stellvertretender Präsident und Erziehungs- Minister. Von 1926 bis 1932 hatte er die Präsidentschaft der Sinfeiner-Partei inne.
Der Film vom Marseiller Attentat verbrannt.
Der Verteidiger der wegen Ermordung König Alexanders und Barthous angeklagten kroatischen Terroristen hatte vom Marseiller Gericht die Erlaubnis erwirkt, den F i l m st r e i f e n über das Attentat in geschlossener Sitzung vorführen zu lassen. Er wollte beweisen, daß einer der Angeklagten, Mio K a r l j, nicht an dem Attentat beteiligt gewesen sei. Die Vorführung des Filmes erfolgte im Juftizpalast von Marseille durch einen Filmoperateur. Im gleichen Augenblick, als die Akten- tatsfzene auf der'Leinwand sichtbar wurde, entzündete sich der Film und ging völlig in Flammen auf. Die Anwesenden wollen jedoch festgestellt haben, daß der Angeklagte Mio Karls tatsächlich nicht auf dem Bildstreifen zu sehen gewesen sei.
Amerikanisches Rrarinetuflschiff abgestürzt.
Ein nichtstarres amerikanisches Marineluftschiff vom sog. I<-Typ ft ü r g t e bei Lakehurst aus niedriger Höhe nach einem ganztägigen Uebungsflug b e i der Landung ab, als die Landungsmannschaft die Haltetaue bereits ergriffen hatte. Ein Mann wurde verletzt. Die Ursache des Absturzes ist noch unbekannt.
Oie Ostlandtagung des DOA. Pfingsten 1935.
Die Vorbereitungsarbeiten für die große Ostlandtagung in Königsberg sind in vollem Gange. Die besonders schwierige Frage der Unterbringung von etwa 40 000 Mensch e n wird dank der tatkräftigen Mitarbeit aller maßgebenden Stellen und der Einwohnerschaft Ostpreußens gelöst werden. Die Beteiligung besonders an den Sonderfahrten und Sonderzügen des VDA. ist so stark, daß die kommende Tagung wahrscheinlich die bisher größte Pfingst- tagung des VDA. werden dürfte.
Die Tagung beginnt mit einer 6 a a r f e i e r und Abstimmungsgedenkfeier in M a - r i e n b u r g. Eine besonders zahlreiche Abordnung von der Saar wird an dieser Feier teilnehmen. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen in Königsberg steht am Samstag, 8. Juni, eine Lehrertagung mit dem Thema „Volksdeutsche Erziehung als Berufsaufgabe", bei der Herr Reichsminister Rust das Wort ergreifen wird. Der Festakt im Schlageterhaus wird ein eindrucksvolles Bild der Lage in den auslanddeutfchen Gebieten geben. Als Morgenfeier wird am Pfingstsonntag auf dem Erich-Koch-Platz ein „Volksdeutsches Bekenntnis" abgelegt. Am gleichen Tage findet eine Frauentagung, sowie eine Dozenten- und Studententagung statt, ein Volks- deutsches Gedenken, bei welchem der Opfer des Volkstumskampfes an Recht, Gut und Blut gedacht wird. Mit einem Fackelzug schließt der Tag ab. Der Pfingstmontag bringt die Stunde der Jugend sowie ein Festzug, der in eindrucksvollen Schaubildern aller Landesverbände ein Bild deutschen Lebens und deutscher Verbundenheit drinnen und draußen geben wird. Eine Kundgebung am Tannenberg - Denkmal ist dem verstorbenen Ehrenführer des VDA., Reichspräsident v. Hindenburg, gewidmet. Am Samstag, 15. Juni, findet eine Schlußkundgebung auf Einladung der Freien Stadt Danzig für die Bundesleitung statt. Die Teilnehmer der Tagung werden in planmäßig durchgeführten Sonderfahrten das gesamte O st preußen kennenlernen.
Hauptversammlung des Gustav-Adolf-Vereins in München.
Der Gustav-Adolf-Verein hält seine diesjährige Hauptversammlung vom 15. bis 17. September in München ab. Auch diesmal werden evangelische Pfarrer des Auslands« deutsch tu ms sich zahlreich an der Tagung beteiligen. Der Gustav-Adolf-Verein wird ihnen nach der Tagung an verschiedenen Orten des schonen Oberbayern Freizeiten bereiten, in denen sie neben Erholung und Erfrischung auch Vertiefung und Besinnung an der Hand theologischer Lehrer erfahren können. Der seelische Wert solcher Veranstaltungen ist gerade in unserer bewegten Zeit sehr hoch zu schätzen. Im Vorjahr äußerte sich ein deutscher Pfarrer aus Südeuropa: Die acht Tage meine Teilnahme an der Gustav-Adolf-Tagung haben mich mehr erfrischt als eine sechswöchige Badereise. Im Blick auf die Devisenlage scheint dem Gustav-Adolf- Verein diese Weise der inländischen Verwendung seiner Mittel für die auslandsdeutschen Brüder auch von volkswirtschaftlicher Bedeutung.
Reichlagung des Deutschen Roten Kreuzes, Frauenbund, in Düsseldorf.
In der Städtischen Tonhalle in Düsseldorf begann die im Rahmen der Reichsausstellung „Frau und Volk" stattfindende Reichstagung des Deutschen Roten Kreuzes, Frauenbund, zu der sich Abordnungen der Rot-Kreuz-Vereine aus dem ganzen Reiche eingefunden hatten. Unter den Anwesenden sah man Hauptamtsleiter Hilgen- feldt. Reichsfrauenführerin Frau Scholtz-Kling eröffnete die Riesenkundgebung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer. Die Vorsitzende des Provinzialvereins Rheinland, Frau Fürstin z u Wied, übermittelte der Reichsfrauenführerin das Treuegelöbnis aller Rot-Kreuz-Vereine. Der stellv. Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Dr. Hoch» eisen (Berlin), stellte u. a. fest, daß das Rote Kreuz in enger Zusammenarbeit mit der NS.» Frauenschaft seinen Aufgaben nachkommen werde. Das Wehrmachtsgesetz werde nicht ohne Rückwirkung auf das Rote Kreuz bleiben. Eine weitere Aufgabe
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