Bund Nationalsozialistischer
dem
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der
Führerschulungslager der Juristen
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Frauen eingeladen. Die Kameraden werden in ernster und heiterer Form den Abend in echt nativ-
Oie Krankenunterstützung der Arbeitsfront.
Die Deutsche Arbeitsfront meldet: Es ist in
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nalsozialistischem Sinne ausgestalten. Zu dieser Veranstaltung stellt die Post einen Omnibus, der 19.45 Uhr am Neustädter Tor abfährt.
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Deutscher Juristen.
Bezirk vberhessen.
Detr.: F ü h r e r s ch u l u n g s l a g e r auf Gleiberg.
Am Mittwoch, 17. April, abends 20.15 Uhr, hält das Führerschulungslager seinen großen Kameradschaftsabend ab, der zugleich Abschiedsfeier dieses Lehrganges ist. Zu diesem Kameradschaftsabend werden sämtliche Mitglieder des Bundes nebst
Wchtversammlung der Gießener Studentinnen
Eröffnung des Sommersemesters 1935.
in der Steuergesetzgebung zu beseitigen.
Der Schottener Kreisvoranschlag verabschiedet.
LPD. Schotten, 15. April. Der Kreistag des Kreises Schotten trat heute im Rathaussaal unter dem Vorsitz von Regierungsrat Schwan zu einer Sitzung zusammen. Der Kreis« tag genehmigte, vorbehaltlich der Prüfung durch die Oberrechnungskammer, die Rechnung der Kreis- kaffe und den Verwaltungsbericht des Kreisausschusses für das Rechnungsjahr 1933. Der Voranschlag des Kreises Schotten für das Rechnungsjahr 1935, der — wie im „Gießener Anzeiger" Nr. 86 vom 11. April bereits berichtet wurde — in Einnahme und Ausgabe mit 291 644 Mark abschließh wurde einstimmig genehmigt. Hauptposten der Rech' nung ist die Wohlfahrtspflege und das Gesundheitswesen. Es betragen hierfür die Ausgaben 83 310 Mark, die Einnahmen 18 657 Mark, so daß sich ein Fehlbetrag von 64 653 Mark gegen 61 726 Mark im Vorjahr ergibt. Der Umlagebedarf beläuft sich, wie im Vorjahr, auf 70 000 Mark. Den vom Kreis- ausschuß beschlossenen Steuerausschlagsätzen wurde zugestimmt.
durch die Schulung des BdM. gegangen sein werden.
Durch die Teilnahme an den verschiedenen Frauendienstkursen stellt sich die Studentin mitten in die Volksgemeinschaft hinein. Und diese Arbeit ist im Sommersemester mit der körperlichen Ausbildung durch Sport und Wanderungen die hauptsächlichste. „Es ist wohl jedem von uns klar, wie wichtig diese Ausbildung in Sanitäts-, Luftschutz- und Nachrichtenwesen Ift, so daß es wohl nicht nötig ist, viele Worte Darüber zu verlieren."
Die Richtlinien für die 1. bis 4. Semester wurden gegeben und die Kurseinteilungen vorgenommen. Die Hcruptamtsleiterin schloß mit den Worten der Reichsreferenttn der A. N.-St., Liselotte M a ch w i r t: „Es wird eine Zeit geben, wo man keine Debatten mehr führt über Mädelkameradschaft, sondern sie lebt."
Anschließend sprach der Führer der Studentenschaft kurz über die Richtlinien der Arbeit im Sommersemester und wies besonders auf die Begehung der Feier des 1. Mat durch die Universität hin. Dann forderte er auf, an den Appellen der Studentenschaft teilzunehmen, und betonte die grundsätzliche Kameradschaft, die zwischen Studenten und Studentinnen in heutiger Zeit mehr denn je bestehe.
Die Versammlung wurde mit dreifachem Sieg- Heil auf den Führer beschlossen.
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Ende voriger Woche fand die Eröffnungspflichtversammlung der Gießener Studentinnen im Beisein des Führers der Studentenschaft statt.
An Anfang ging die Hauptamtsleiterin VI. in einem kurzen Vortrag auf das Grundsätzliche ein, um danach auf die praktische Arbeit des Sommersemesters zu kommen.
lieber dem diesjährigen Sommersemester stehen als Leitworte die Worte: „Charakter und Leistung". Beides zu vervollkommnen, darauf sind wir in unserer Arbeit ausgerichtet. Wahre Charaktere können nur werden in einer Gemeinschaft, die alle unsere Kommilitoninnen in dieser Gemeinschaft zusammenzufassen, ist unser Streben. Durch unsere wissenschaftliche Leistung aber wollen wir beweisen, daß wir gleichwertig neben unseren Kameraden stehen. Denn Studentin sein, die auch im neuen Staat ihre Berechtigung hat, können wir nicht, hinter unseren Büchern vergraben oder in den Hörsälen aneinander vorbeilaufend, wie das in ftüherer Zeit üblich war, sondern nur in lebhafter Wechselwirkung unserer Gemeinschaft. Erst da verstehen wir die vielfältige Arbeit der Studentinnen in den einzelnen Fakultäten. Durch unsere Arbeit in dieser Gemeinschaft bereiten wir unseren Nachfolgerinnen den Weg, so daß sie ein besseres Erbe antreten können, als wir es vorgefunden haben. Dieses Ziel ist später leichter zu verwirklichen, wenn einmal alle Studentinnen vorher
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seine Gefolgschaft in gewissen Zeitabständen zu einem solchen Abend einlädt. Die gute Harmonie, die auch an diesem Abend herrschte, ließ erkennen, daß zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft enge Verbundenheit besteht. In einer Ansprache begrüßte der Betriebsführer seine Mitarbeiter und legte in längeren Ausführungen Zweck und Bedeutung dieser Veranstaltungen dar. Weiter behandelte er die allgemeine Wirtschaftslage, die erfreulicherweise durch die Wiedererstarkung des deutschen Volkes einen stetigen Aufstieg zu verzeichnen hätte. Die Ansprache klana aus mit einem Sieg-Heil auf unseren Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Der Betriebswalter dankte im Namen der Arbeitskameraden dem Gastgeber für die freundliche Einladung, wobei er besonders das gute Verhältnis zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft zu würdigen wußte. Zwei von Angestellten auf Wunsch gehaltene fachliche Vorträge wurden mit Interesse ausgenommen. Der übrige Teil des Abends wurde bei gutem Imbiß und Trank in froher Art mit verschiedenen Ueberraschungen durchgeführt. Die als Einlagen gebrachten heiteren Rezitationen sowie frohe Volkslieder und Tanz hielten die Betriebsgemeinschaft in angeregter Stimmung bis in die frühen Morgenstunden zusammen. Alle Arbeitskameraden dürften mit dem Gefühl nach Haufe gegangen fein, im Kreise der Familie Winterhoff wieder einmal einige frohe Stunden verlebt zu haben. F. K.
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Am 8. Schulungstag hatten sich die Teilnehmer des Juristen-Führerschulunaslagers auf Burg Gleiberg mit wirtschaftspolitischen Fragen zu beschäftigen. Dem Lagerleiter war es gelungen,
Prof. Dr. Bechte!
von der Universität Gießen zu einem Vortrag über „Fragen der Wirtschaftsplanung" zu gewinnen. Einleitend führte der Redner aus, daß die Begriffe „Planwirtschaft" und „Wirtschaftsplanung" häufig verwechselt und falsch verstanden würden. „Planwirtschaft" sei eine von den Sozialisten angestrebte Wirtschaftsform, abgestellt auf Erzeugung und Verbrauch nach einem festen Programm, das der Staat aufstelle. Unter Androhung hoher Strafen zwinge der Staat die Wirtschaft zur Einhaltung des von ihm aufgestellten Programms (vergleiche Rußland). Der Staat sei somit der alleinige Herrscher der Wirtschaft. Bei der „Wirtschaftsplanung" dagegen, handle es sich um einen Wirtschastsplan, der die wirtschaftlichen Möglichkeiten eines bestimmten Gebietes unter Förderung der Privatinitiative zur Entfaltung zu bringen habe. Wirtschaftsplanung fei heute notwendig, um die noch vorhandenen Arbeitslosen auf die Dauer in der Wirtschaft unterzubringen, um alle oor- bandenen Arbeitsplätze aufzuspüren. Die Wirtschaftsplanung könne nur zentralisiert sein beim Reichswirtschaftsminister, die Wirtschaft müsse taktisch lernen, sich in die Wirtschaftsplanung einzufügen.
Wirtschaftsplanungen seien schon in früheren Jahrhunderten durchgeführt worden. Die ostdeutsche Kolonisation im 13. und 14. Jahrhundert sei in diesem Sinne die größte im Mittelalter gewesen. Auch unter Friedrich Wilhelm I. und Friedrich dem Großen seien hervorragende Wirtschaftsplanungen in Form von Trockenlegungen des Oder-, Netze- und Warthebruches in Angriff genommen worden. Im 19. Jahrhundert sei mit dem Aufblühen des liberalistischen Wirtsckaftsdenkens dieses Wirtschaftsplanungsprinzip oerlorengegangen, um erst in Den letzten zwei Jahrzehnten wie z. B. in dem „Ruhr- kohlen-Siedlungsverband" wieder aufzuleben.
Ziel der Wirtschaftsplanung sei in erster Linie Erreichung größtmöglichster Unabhängigkeit von der Weltwirtschaft, soweit die Naturgegebenheiten unserer Wirtschaft es zuließen. Die Durchkämpfung zur Selbstbehauptung unserer Wirtschaft^ehe daher der Frage der Bedarfsdeckung vor. Die Wirtschaftsplanung wolle die vorhandenen und aufgespürten Wirtschafts- und Arbeitsmöglichkeiten steuern und strebe keinesfalls eine Revolutionierung der Wirtschaft an.
Um diese großzügigen Wirtschaftsplanungen durchzuführen, öedürfe es selbstverständlich genauer wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Voruntersuchungen, die heute von einer Reihe von Instituten, die bei deutschen Universitäten eingerichtet wurden, geleistet würden. Zum Schlüsse seines Vortrages wies der Redner noch darauf hin, daß wir heute mit der Wirtschaftsplanung wieder auf die Theorie
letzten Zeit wiederholt vorgekommen, daß Mitglieder, die erkrankt waren und unterstützungsberechtigt sind, ihren Antrag auf Krankenunterstützung erst nach Wiederaufnahme ihrer Arbeit gestellt haben. Im Interesse einer geordneten Abwicklung aller Unterstützungsfälle kann in Zukunft den Anträgen, die verspätet gestellt werden, nicht mehr stattgegeben werden. Will ein Mitglied in den Genuß der Krankenunterstützung kommen, so muß es den Antrag während der Zeit seiner Erkrankung oder aber spätestens innerhalb sieben Tagen nach Wiederaufnahme der Arbeit bei der zuständigen Verwaltungsstelle anbringen.
Diese befristete Antrag st ellung auf Krankenunterstützung tritt mit dem 15. April in Kraft. Die Bezugsberechtigung beginnt 7 Tage nach Eintritt der Erkrankung. Ist ein Mitglied infolge seiner Erkrankung an der Antragstellung behindert, so kann es einen anderen Volksgenossen mit der Antragstellung beauftragen. Der Beauftragte muß in jedem Falle im Besitz einer vollgültigen Vollmacht fein (Vordrucke sind bei der Verwaltungsstelle zu haben) und bei Antragstellung einen Krankenschein bzw. ein Attest des Erkrankten bei der Verwaltungsstelle vorlegen. Nach vorstehenden Bestimmungen kann also ein" Mitglied auch nach Wiederaufnahme der Arbeit Kranken- Unterstützung erhalten, während die Erwerbslosen- Unterstützung nur während der Zeit der Erwerbslosigkeit gezahlt wird. Ist ein Mitglied wieder in Arbeit getreten, so hat es keinen Anspruch mehr auf Weiterzahlung der Unterstützung. Anträge auf nachträgliche Bewilligung der Erwerbslosenunterstützung werden daher nicht mehr genehmigt. Wir weisen noch ausdrücklich darauf hin, daß bei der Antragstellung auf Gewährung einer Unterstützung das Mitgliedsbuch des betr. Mitgliedes ordnungsgemäß geklebt sein muß. Ein Mitglied, das mit seinen Beiträgen im Rückstand ist, kann erst dann Antrag auf Unterstützung stellen, wenn der Beitragsrückstand getilgt ist.
Seltene Lichterscheinung in der Atmosphäre.
Dem Beschauer des Sternenhimmels bot sich am Samstagabend in Gießen der äußerst seltene Anblick eines f*g. Mondringes. Den Trabanten der Erde, der sich in einer mittleren Entfernung von 384 000 Kilometer, also etwas mehr als eine Lichtsekunde (das Licht legt in der Sekunde einen Weg von 300 000 Kilometer zurück), auf einer bestimmten Bahn um die Erde bewegt, umgab ein hell weißlicher Ning von der ungefähren Dicke von vier bis fünf Mondbreiten. Der Durchmesser des Ringes konnte von dem Beobachter leider nicht genau fest- gestellt werden. Eine Schätzung unter Zuhilfenahme des Mondes ergab einen Durchmesser von ungefähr 70 Mondbreiten. Da wir den Mond unter einem Winkel von y2 Bogengrad (genauer 31 Bogenminuten) erblicken, entsprechen 70 Mondbroiten rund 22 Grad; also annähernd dem dritten Teil eines Bogens, den man vom Horizont nach dem Zenith (dem gedachten Punkt am Himmel senkrecht über Dem Beobachter) ziehen kann. Obwohl der Mond durch seine starke Helligkeit (am 18. April ist Vollmond) und durch einen starken Lichthof die Lichtwirkung des Ringes etwas abschwächte, hob sich dieser doch ausfallend gegen den Abendhimmel ab.
Diese merkwürdige Naturerscheinung findet eine ähnliche Erklärung ihrer Entstehung wie die Erscheinung des Regenbogens. Jeder kennt den prächtigen Anblick eines Regenbogens, der nicht nur durch seine Farben, sondern auch durch die Form des Bogens wirkt. Zwei Vorgängen verdankt der Regenbogen seine Entstehung: der Brechung des Lichtes und dem Zurückwerfen der Strahlen im Innern der Regentropfen. Das sog. weiße Licht der Sonne wird von den Regentropfen in die Farben des Spektrums (rot, orange, gelb, grün, blau, indigo, violett) zerlegt, die dann aus den Regentropfen als Farbbündel austreten und in ihrer Gesamtheit dem Auge die Erscheinung der bogigen Farbbrücke vermitteln. Voraussetzung ist eine ausgedehnte Regen- wand und eine bestimmte Tropfengröße (1 bis 2 mm), anderfalls keine vollständige Zerlegung in die Spektralfarben erfolgt. Bei dem Mondring ist es ähnlich. Nur kommen nicht Regentropfen, sondern Eiskristalle in Betracht. Die Lichterscheinung wird bedingt durch eine Brechung der Mondstrahlen in den Kristallen.
Die seltsam-schöne Erscheinung des Mondringes, zwischen 9 und 10 Uhr am besten sichtbar, nahm gegen 11 Uhr immer mehr ab.
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** Sonntags-Rückfahrkarten zur Welt-Hunde-Aus st ellung in Frankfurt a. M. werden von der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. ausgegeben. Die Karten gelten vom 26. April 0 Uhr bis zum 29. April, 12 Uhr, zur Hinfahrt und vom 26. April, 12 Uhr, bis zum 29. April, 24 Uhr, zur Rückfahrt. Für die Rückfahrt müssen die Karten durch die Ausstellungsleitung abgestempelt fein.
** Kameradschaftsabend bei der Firma Winterhoff. Man berichtet uns: Einen sehr schönen Abend hat am vergangenen Samstag Der Betriebsführer Winterhoff wiederum allen seinen Mitarbeitern bereitet. Derartige gesellige Zusammenkünfte sind bei dieser Firma nickt neu, vielmehr ist es ein schon seit vielen Jayren eingeführter Brauch, daß Herr Winterhoff
der Gemeinschaft aller Darin Beschäftigten, nicht aber vom einzelnen abhängig sei.
In diesem Sinne müsse die Wirtschaft arbeiten. Sie sei niemals Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck, den Bedarf des Volkes zu decken. Der Betriebsführer von morgen müsse seine Mission darin erblicken, seinem Volke zu dienen. Freilich stünde man heute noch am Anfang Der großen Aufgabe, aber Die Dem Nationalsozialismus eigene Zähigkeit und Ausdauer im Erkämpfen eines Zieles bürge dafür, daß die Deutsche Arbeitsfront ihre Aufgabe erfüllen werde.
Gestern beschäftigten sich die Juristen auf dem Gleiberg mit steuerrechtlichen Fragen. Der Redner des Tages
pg. Reg.-Aff. Dexheimer aus Gießen sprach über „Nationalsozialistische Steuer p o l i t i k". Der Redner schilderte, welche verworrene finanzielle und steuerrechtliche Verhältnisse die Regierung Adolf Hitlers bei der Machtübernahme vorgefunden habe. Den Grund dafür schälte der Redner klar heraus: das parlamentarische Zustandekommen der Gesetze und die damit notwendig verbundenen Kompromisse und die falsche Steuerpolitik der Systemregierungen, die keinen anderen Ausweg gefunden hätten, als die vorhandenen Steuern zu erhöhen, um so die immer höher werdenden Ausgaben (steigende Arbeitslosenziffer) zu decken. Die Regierungen feien auf diese Art und Weise zu Steuern gekommen, die die Steuerzahler nickt hätten aufbringen können. Hand in Hand Damit sei das Wirtschaftsleben immer träger geworden, so daß letzten Endes das Steueraufkommen des Jahres 1932 nur mehr 6 Milliarden betragen habe gegenüber einem Steueraufkommen von 9,1 Milliarden im Jahre 1929. Erster Grundsatz der nationalsozialistischen Steuerpolitik sei, die Steuern wirtschaftlich und sozial tragbar zu gestalten. Zunächst habe die nationalsozialistische Regierung durch Notmaßnahmen die Steuergesetze Den Verhältnissen anzugleichen gesucht. Bis dahin seien aber auch schon auf einigen steuerrechtlichen Gebieten umfassende gesetzliche Neureglungen geschaffen worden. Im einzelnen seien folgende fünf Grundsätze Richtschnur für die Steuerpolitik des Nationalsozialismus: Steuervergünstigungen zu gewähren mit dem Ziele der Wirtschaf t s a n ku r b e l u n g, Senkung der Steuern zu dem gleichen Zwecke, Umbau Der Steuern nach bevölkerungspolitischen Grundsätzen, Herausstellen des Wertes der Einzelpersönlichkeit, Senkung der Steuern überhaupt.
Sodann ging der Redner auf Die Not- unD lieber» gangsmaßnahmen ein. Interessant war seine Feststellung, daß Die in dem neuen Kraftfahrzeugsteuergesetz gewährte Steuerbefreiung bei Neuanschaffung von Kraftfahrzeugen eine Steigerung der Autoproduktion auf das Dreifache zur Folge gehabt hat. Weiterhin zeigte der Redner, wie Die Steuerpolitik Der nationalsozialistischen Regierung den Arbeitsmarkt entlastet bat. Unter anderem schilderte er, wie die Steuerfreiheit für Ersatzbeschaffungen und Die Gewährung von Ehestandsdarlehen die Wirtschaft belebt habe. So sei z. B. Der Maschinenverbrauch im Reich wegen Der Gewährung der Steuerfreiheit aus Ersatzbeschaffungen von 800 Millionen im Jahre 1932 auf etwa 2 Milliarden im Jahre 1934 gestiegen, lieber 100 000 Hausgehilfinnen hätten wieder Beschäftigung bekommen, weil das Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit Steuerermäßigung für die Neueinstellung von Hausgehilfinnen vorsehe. Auf Grund der Gewährung von Ehestandsdarlehen sei vielen deutschen Volksgenossen ermöglicht worden, ein eigenes Heim zu gründen. Denn die Zahl der Eheschließungen sei infolge dieser Maßnahmen um 50 v. H. gestiegen.
Sodann ging der Redner auf die neu kodifizierten Gesetze ein und zeigte, daß die neue Einkommens-, Vermögens-, Erbschafts-, Umsatz- und Kapitalverkehrssteuer den nationalsozialistischen Grundsätzen, insbesondere bevölkerungspolitisch, entspreche und auf Wirtschaftsankurbelung abziele. Der Redner hob hervor, daß die Regierung für das Steuerjahr 1935 vier Milliarden Volkseinkommen mehr erwarte als im Jahre 1934. Der Wert der Einzel« Persönlichkeit werde dadurch von den Steuergesetzen herausgestellt, daß anonyme Gesellschaften stärker steuerlich belastet seien als Einzelpersönlichkeiten. Damit solle eine leichtere Umbildung anonymer Gesellschaften in persönliche ermöglicht werden. Ferner betonte der Redner, daß Die Steuerge« setze nach einer ausdrücklichen Bestimmung des Steueranpassungsgesetzes nach nationalsozialistischen Grundsätzen auszulegen seien. Die nationalsozialistische Steuerpolitik wolle auch die Steuermoral heben, unter anderm damit, daß im Jahre 1936 erstmalig die Liste der säumigen Steuerzahler öffentlich aufgelegt werde. Schließlich zeigte der Redner, daß eine große Aufgabe darin noch zu lösen sei, den Pariikularismus
** Die Gießener Geldinstitute am kommenden Samstag geschlossen. In unserem heutigen Anzeigenteil geben die Gießener Geldinstitute bekannt, daß ihre Kassen und Geschäftsräume am kommenden Ostersamstag geschlossen sind.
KunDfuttfprogramm
Mittwoch, 17. April.
6 Uhr: Bauernfunk. 6.15, 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I Des Landesorchesters Gau Würt- temberg-Hohenzollern. 13: Nachrichten. Anschließend Nachrichten aus Dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II des Landesorchesters Gau Württemberg- Hohenzollern. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15.15: Alte Hausmusik zur Passionszeit. 16: Kleines Konzert. 16.30: Aus Zeit und Leben. 17: Nachmittags-Doppelkonzert. 18.30: Offenbach, die Stadt des Leders. 19: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt Den Tagesspiegel. 20.15: Stunde der jungen Nation. „Führung und Gefolgschaft." 20.45: Lachender Funk. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk und Sportbericht. 22.20: Hier hab ich so manches liebe Mal... Ein Hörbild.
Friedrich Lists zurückkommen, der immer empfohlen habe, die produktiven Kräfte zu erforschen und nach dem Ergebnis dieser Forschungen bas wirtschaftliche System aufzubauen.
Am folgenden Tage sprach mittags Kreisschulungs- roalter der Deutschen Arbeitsfront
pg. Hahn, Gießen
über „Ziele der Deutschen Arbeitsfront und Deren Aufbau." Einleitend begann der Redner Damit, auf Den Sinn Des Nationalsozialismus als einer Idee und Weltanschauung hinzuweisen. Die Mission eines Geschlechts könne nicht in Der BesrieDigung Der augenblicklichen täglichen Bedürfnisse liegen, man habe Werte zu schaffen und zu begründen, von denen noch fommenbe Geschlechter Nutzen ziehen könnten. Man dürfe nicht in die Fehler Der vergangenen Zeit verfallen, die nur Wert darauf legte, Werte für ihre Gegenwart zu schaffen. Der Nationalsozialismus habe auf weite Sicht den Kampf um die Selbsterhaltung des deutschen Volkes ausgenommen. Seine Weltanschauung habe zu allen Erscheinungen des Lebens Stellung genommen. Eine äußere Umformung genüge dabei nicht. Es müsse alles Morsche aus Der Zeit des Zerfalls abgestreift und an feine Stelle Gebilde und Organisationen gesetzt werden, die Den ForDerungen Der nationalsozialistischen Weltanschauung Rechnung trügen.
Die alten Gewerkschaften, die nach der französischen Revolution, durch Die Einführung Der Dampfmaschine und bann durch die immer mehr fortschreitend Industrialisierung geboren wurden, um Den Arbeitnehmern Die gesellschaftliche Gleichberechtigung zu erkämpfen, hätten im nationalsozialistischen Staat keine Daseinsberechtigung mehr, Da gerade er mit den bestehenden Klassenunterschieden aufgeräumt habe. Im heutigen Staat hätten alle zusammen eine Gemeinschaft zu bilden, und an Stelle Der das Volk zerspaltenden Gewerkschaften hätte deshalb d i e Organisation geschaffen werden müssen, die Den anzustrebenden Idealen und Werten des deutschen Menschen Rechnung tragen werde; dies sei in der Schaffung Der „Deutschen Arbeitsfront" geschehen.
In der Deutschen Arbeitsfront habe der nationalsozialistische Staat ein Spezialinstrument dafür geschaffen, Führer und Arbeitsgefolgschaft zu einer großen Kameradschaft zusammenzufassen. Nicht nur Interessen und Rechte der Arbeitnehmerschaft nach der Methode der früheren Gewerkschaften werde Die Deutsche Arbeitsfront vertreten, sondern sie fasse alle Arbeiter der Stirn und der Faust, Führer und Gefolgschaft zu einer großen. Dem Volke DienenDen Gemeinschaft zusammen.
Der Redner schilderte Dann im einzelnen Die Struktur Der Deutschen Arbeitsfront, Die alle Menschen Der gleichen ArbeitsmethoDen in 18 Reichsbetriebsgemeinschaften umfasse. In diesen Reichsbetriebsgemeinschaften sei jedoch nicht der einzelne Arbeiter Mitglied, sondern die ganze Betriebsgemein- schaft als solche, eben weil nach nationalsozialistischer Auffassung das Schicksal Des Betriebes von


