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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhelfen)

Dienstag, w. April 1955

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erklärte Fred.

eines älteren Mannes

Du kommst in einem

Liane aber lief auf

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die hohe, würdige Gestalt erschien im Türrahmen. Was ist denn, Liane?

fremden Auto?"

Fred sah überrascht auf.

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Mein Vater würde mir das gewaltig Übelnehmen, und mit Recht. Sie haben sehr viel für mich ge­tan, haben sich selbst einer Gefahr ausgesetzt, und wir sollten Ihnen noch nicht einmal danken dürfen?"

Wenn Sie es durchaus wünschen, steige ich also mit Ihnen aus."

Ja, ich wünsche es."

Das Gespräch stockte, es wurde kein Wort mehr zwischen ihnen gewechselt, denn schon befanden sie sich auf der Forsthausstraße, und wenige Minuten später hielt das Auto vor einer hübschen Villa.

Die beiden Herren waren Liane beim Aus­steigen behilflich; Liane bedankte sich für die Fahrt. Der Herr nahm wieder am Steuer Platz, und das Auto surrte davon.

Noch ehe Liane mit ihrem Begleiter den Vor­garten durchquert hatte, öffnete sich die Haustür;

nl. Beim Spielen nbfieblung fiel ein in den durch K un Lillerbach. der Siedlung Meter lange e Rohrleitung 5 Schreien der mit- gemacht, eilte ein ien Schacht an der iber in den Schach! junge schon mit den gewaltigen Strudel Einige Augenblick! lausgang zuin unterhalb ans Ufer elte sich in wenigen nberbarerweife fei t burd) ben ool 'erlauf nid)t bai

Aus der Provinzialhauptstadt.

Der Osterhase und seine Eier.

Der brave Lampe steht zur Zeit im Mittelpunkt der Gedankenwelt unserer Kinder. In gar vielen Schaufenstern sehen wir, in allen möglichen Größen und Stellungen, die Osterhasen. Die Kleinen drücken sich die Näschen platt an den Scheiben. Aus Zucker, aus Schokolade und Marzipan! Das erinnert ja beinahe an Weihnachten. Und erst die vielen Eier! In allen Farben, in allen Größen locken sie. Manche sind in Gold- oder Silberpapier eingewickelt, andere ganz bunt bemalt, und die riesengroßen haben auch noch ein rotes oder blaues Band umgebunden. Ja da möchte man wieder Kind sein, um sich an diesen Herrlichkeiten zu erfreuen!

Bei jedem Spaziergang, den wir mit unseren kleinen Kindern im Felde unternehmen, werden wir, wenn ein Hase aufspringt, mit Fragen gequält: Ist das der Osterhase oder der andere? Ja, sie fühlen sich sehr sicher, die Herren Hasen. Es ist so, als ob sie wüßten, daß sie zur Zeit dieHaupt­personen" sind. Ueberall im Felde purzeln sie herum, machen ihre Männchen und zeigen keine Spur von Angst.

Darum ernannte der Vorstand Geheimrat Sommer zum Ehrenpräsidenten der Gesellschaft.

Der Vorsitzende verband mit den herzlichen Glück­wünschen an den vor zwei Jahren als Vorsitzenden zurückgetretenen Geheimrat die Bitte, der Gesell­schaft auch weiterhin als treuer Berater und Helfer zur Seite zu stehen.

Der Geehrte war über diese Ueberraschung sehr erfreut und erinnerte an die großen Verdienste, die schon sein Vorgänger, Geheimrat E. Merck, sich um das Museum erworben hatte. Er versprach, auch fernerhin seine Arbeitskraft dem Museum und der Gesellschaft zu widmen.

legen eben doch so fleißig, daß der Osterhase sie kaum alle färben kann.

Darum hinaus auf die Osterwiese und alle Taschen gefüllt mit Ostereiern! R.

Vornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Licht­spielhaus (Bahnhofstraße): Reichsparteitagsfilm Triumph des Willens". Stadttheater: 20 bis 22.30 UhrDie armseligen Besenbinder". Klavierabend Georg Kuhlmann 20 Uhr im Studentenhaus, Leihgesterner Weg 16. Oberhessischer Kunstverein,

Geheimrat Sommer

Ehrenpräsident der Gesellschaft Liebig-Museum

Turmhaus am Brandplatz: 2. Ausstellung aus Gie­ßener Prioatbesitz von 16 bis 17 Uhr.

Stadttheater Gießen. Heute abend Erstaufführung des alten Märchens:Die arm­seligen Besenbinder" von Carl Hauptmann. Spiel­leitung Anton Neuhaus. Ende 22.30 Uhr.

Gießener Vochenmarktprelfe.

* Gießen, 16. April. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 9, Wir­sing, das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 12,

eine leise Stimme.

Sie stürzten vom Pferde!

Hoffentlich haben Sie sich keinen Schaden getan." Der Blick des Mädchens schweifte ab. Mit gro­ßen, ängstlichen Augen sah sie zu den sie Um­gebenden auf.

Danke, danke für Ihre Bemühungen mir ist wieder ganz gut", murmelte sie und versuchte, sich mit Freds Hilfe aufzurichten. Wieder kam der Blick zu Fred zurück.Wie kam es denn, daß das Tier plötzlich stehenblieb?" fragte sie.

Ich brachte es zum Stehen, aber ich kam zu spät, Ihren Sturz zu verhindern. Haben Sie ir­gendwo Schmerzen? Können Sie stehen?"

Nr. 90 dritter Vlatt

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den Vater zu, ließ sich in seine Arme nehmen, drückte den Kopf fest an die breite Brust des Va­ters und stammelte unter tränenlosem Schluchzen: Ein Unfall, Papa ich verlor die Herrschaft über das Pferd. Es ist nichts weiter geschehen, der Herr dort kam mir zu Hilfe. Ihm verdanke ich, daß ich wieder heimkam."

Kind", sagte der Vater und drückte die Tochter fest an sich.Komm ins Haus! Was ist denn um Gottes willen?"

Fred war die Szene peinlich; er bereute im stil­len, mitgegangen zu sein. Aber Liane verlor ihn keineswegs aus den Augen.Papa, du mußt dem Herrn danken. Er hat sich dem rasenden Tier ent­gegengeworfen. Es hätte sein Tod sein können."

Kind, Kind, wie konnte denn das geschehen? Bitte treten Sie ein, Herr Herr . . ."

Morland", sagte Fred kurz und trat nach Vater und Tochter in das Haus.

Ein Hausmädchen kam gelaufen, eine ältere Frau eilte jammernd hinzu alle bemühten sich um Liane, die ihnen mit etwas verzerrtem Lächeln wehrte.Mir ist wirklich nichts geschehen", ver­sicherte sie.Es war nur die Angst und der Schreck."

Lege dich nieder!" bat der Vater.

Ich bin Ihnen behilflich", sagte Frau Keppler, die Hausdame.

Aber ich bin doch nicht krank", lachte Liane sie aus.Nur umziehen will ich mich schnell. Sorg dich inzwischen um Herrn Morland, Väterchen! Gleich bin ich wieder unten."

Und um allen zu zeigen, daß ihr wirklich nichts passiert war, lief sie die Treppe, die von der ge­räumigen Diele nach oben führte, hinauf. Frau Keppler und das Mädchen ihr nach.

(Fortsetzung folgt 1)

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*s 3:8

Riechfläschchen unter die Nase, versuchte die hoch­geschlossene Bluse zu öffnen.

Da kam Leben in die starre Gestalt; mit einem Seufzer hoben sich die Lider, starr der Blick an Fred hängen.

Was ist was ist mit mir geschehen?" klang

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Rotkraut 20 bis 25, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 18, Grünkohl 15, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 50, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 25 bis 40 Pf., Honig 40, Suppen- Hühner 80, Tauben, das Stück 60, Blumenkohl 40 bis 60, Salat 15 bis 28, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich, das Bündel 30, Radieschen 15 bis 20 Pf.

Unser neuer Vornan.

Nachdem wir in der gestrigen Ausgabe unseres Blattes den RomanDie Jfflandstöchter und ihre Freier" von I. Schneider-Foerstl zum Abschluß ge­bracht haben, beginnen wir in der heutigen Nummer des Gießener Anzeigers mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes, von dem wir uns einen nicht minder starken und allgemeinen Er­folg in unserem Leserkreise versprechen dürfen, als ihn seine Vorgänger zu verzeichnen hatten. Wenn die Autorin unseres heute zum erstenmal erscheinen­den neuen Romans auch bisher noch nicht in unseren Spalten zu Worte kommen konnte, sind wir doch gewiß, in ihr eine Erzählerin gewonnen zu haben, die mit den besonderen Erfordernissen des Zeitungs- romanes aus langer Erfahrung ungemein vertraut ist, und deren Romane sich der ständig zunehmenden Beliebtheit eines großen Leserkreises erfreuen dürfen. Unser neuer Roman heißt:

Und dennoch, nur du ..

von Charlotte prenzek,

er ist das jüngste Werk der begabten Autorin, ein echter Frauen- und Liebesroman voll Saft und Kraft, der vor allem unserer weiblichen Leserschaft in Stadt und Land vorzüglich gefallen wird, der jedermann in höchstem Maße gefangen nimmt und ihn miterleben läßt von der ersten bis zur letzten Zeile. Hinzukommt, daß der Roman außerordentlich flüssig geschrieben, von einer starken Handlung ge­tragen und von höchster Spannung erfüllt ist, so daß man die Geschehnisse von Fortsetzung zu Fort­setzung mit gesammelter Anteilnahme verfolgen wird. Wir sind also gewiß, auch mit diesem neuen Werk einen ausgezeichneten Griff getan zu haben und unserer Leserschaft eine Lektüre zu bieten, an die sich jeder noch lange gern erinnern wird.

Zührungsschulungslager des Bundes Nationalsozialistischer Juristen,

Gau Hessen-Nassau.

Einladung.

Am Mittwoch, 17. April, 20.15 Uhr, hält das Führerschulungslager einen großen Kamerad- s ch a f t s a b e n d ab, der zugleich Abschieds- feier dieses Lehrgangs ist. Das Lager lädt hierzu recht herzlich ein. Die Kameraden werden den Abend fri echt nationalsozialistischem Sinne ausge­stalten.

Heil Hitler!

Gez.: D e n z e r, Gaugruppenleiter, mit der Führung des Lagers beauftragt.

NB. Vom Oswaldsgarten fährt ein Omnibus.

Die Gesellschaft Liebigmuseum in Gießen hielt gestern im Hörsaal des Liebig-Museums wegen einer Südamerikareise ihres Vorsitzenden, Dr. Fritz Merck (Darmstadt) anstatt der üblichen Juli­tagung schon jetzt ihre Jahreshauptver­sammlung ab.

Dp. Fritz Merck

gab zunächst die Beschlüsse der vorhergegangenen Vorstandssitzung bekannt. Aus dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß im Juli 1934 an Heinrich v. Liebig für sehr wertvolle Stiftungen von Er­innerungsstücken die Liebig-Museums-Medaille ver­liehen wurde. In den Vorstand, dessen 1. Vorsitzen­der Dr. Fritz Merck (Darmstadt) und stellvertre­tender Vorsitzender der Direktor des Chemischen Instituts der Universität Gießen, Professor Dr. Weitz, ist, wurden die Professoren der Technischen Hochschule Darmstadt Schöpf und Z i n t e l hin­zugewählt. Zum 70. Geburtstag wurde Geheimrat Sommer durch den Vorstand der Dank für seine rührige und erfolgreiche Arbeit ausgesprochen und ihm, der neben der Familie E. A. Merck als einer der Ersten bereits mit der Liebig-Museums-Me- daille ausgezeichnet worden war, eine Kopie der Totenmaske Liebigs zum Geschenk gemacht.

Die von Apotheker Adolph (Gießen) vorgelegte Rechnung sowie der Voranschlag für das neue Jahr wurden geprüft und genehmigt und dem Rechner und Vorstand Entlastung erteilt.

Am 23. Juni d. I. soll der alle zwei Jahre ver­anstaltete F a m i l i e n t a g Liebig stattfinden, zu dem die Verwandten Liebigs bzw. deren Nachkom­men eingeladen werden. Dabei wird Geheimrat Sommer einen Vortrag über einen sehr schönen Fund von Briefen von Karl Liebig, Valparaiso, halten.

Das Museum der am 26. Juli 1911 gegründeten Gesellschaft Liebig-Museum besteht bereits in diesem Jahre 25 Jahre. Da die Zeit zu Jubiläumsfeiern nicht, angetan ist, soll davon Abstand genommen werden. Der Vorstand hat aber eine besondere Ehrung für Geheimrat Sommer be­schlossen. Dr. Fritz Merck feierte ihn als den Arbeiter, Schaffer und Finder, als den treuesten Geist in jeder Weise, der alles Schöne, Große und Wertvolle geschaffen, der durch seine Vorträge das Interesse in weite Kreise getragen hat, der durch die Verwandtentage der Liebig es ermöglichte, daß wir auch die Nachkommen Liebigs kennenlernten. Ihm gelang es, wertvolle Gegenstände der Erinnerung zusammenzutragen, wie z. B. die Totenmaske. Welche Arbeit das alles gekostet hat, kann nur der engere Vorstand ermessen. Den Dank dafür hat der Vorstand zwar schon durch das Geschenk der Kopie der Totenmuske anläßlich des 70. Geburtstages aus­gesprochen. Die Feier des Jubiläumsjahres erfordert erneut herzlichen Dank für diese große Arbeit zu sagen.

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An die Sitzung schloß sich eine Besichtig der neu erworbenen Museumsstück Dr. W. v. Schneider- Petersburg hat 16 Briefe Justus v. Liebigs an seinen Vater zum Geschenk ge­macht, die aus den Kriegsjahren 1870/71 stammen

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Und drunten am Bach haben die alten Weiden wieder schöne schlanke Gerten getrieben. Da müssen wir schon das Messer zücken und uns einige schöne dünne abschneiden. Wir haben doch noch das Brett zu Hause stehen? Das Brett mit den acht Löchern? Das haben wir immer so gehalten, daß auf dieses Brett das eigentliche Hasengärtchen geflochten wurde. Zuerst werden ein paar starke Aeste bogenförmig in die Löcher gesteckt, und daran werden dann die dünnen Weiden befestigt. Es sieht nun aus wie ein kleiner Walfisch mit einem großen Maul. Innen aber wird alhrs fein weich mit Moos ausgepolstert, auch Holzwolle oder Heu kann man nehmen. Dieses ,,Hasengärtchen" leistet uns immer die besten Dienste, wenn das Wetter an Ostern so unbeständig ist, daß wir nicht hinaus können auf die grüne Flur. Und das ist leider oft der Fall. Der Nachbar leiht uns seinenStallhasen", der muß dann den Osterhasen markieren". Das macht unfern Kindern dieselbe Freude, wie der brennende Weihnachtsbaum mit lange Rohrleitung den Geschenken darunter. Und wenn die Eier gar noch warm sind!Die hat er eben erst gelegt!" Wie wird dann der Hase gestreichelt und gelobt!

und sich besonders mit der Herstellung des Fleisch­extraktes und von Kindersuppen befassen. Ein wert­volles Geschenk sind 37 Kolleghefte eines Schülers Liebigs, die Dr. Wahl-Berg dem Museum ver­machte. Dr. Merck erwarb eine Photographie Lie­bigs mit Heinrich Buff, Friedrich Wöhler und Her­mann Kopp. Dr. Heinrich v. Liebig stiftete fünf Gal­vano-Plastiken aus Justus v. Liebigs Arbeitszimmer, die Liebigs väterlichen Freund Alexander von Hum­boldt, den Erbauer der Dampflokomotive Stephen- son, den Philosophen Newton, den Naturwissenschaft­ler Lavoisier und Linnö darstellen. Durch das Rho­diumverfahren der Firma Herräus-Hanau konnten diese Plastiken wieder erkenntlich gemacht und in­standgesetzt werden. Weitere Kolleghefte und Bücher aus 1831, die die Grundgedanken Der Sport-Physio­logie enthalten, erhielt die Gesellschaft durch Kreis- tterarzt Speck (Dillenburg), den Sohn eines direk­ten Schülers Liebigs. Die von der Familie Wasl 6 gestifteten 775 Mineralien aus der Zeit Liebigs sind durch Studienreferendar Hellmut Henning jetzt geordnet worden und sollen dem praktischen natur­wissenschaftlichen Unterricht dienen. Aus einem in Amerika bekundeten starken Interesse nach alten Waagen konnte jetzt festgestellt werden, daß zwei der ältesten Waagen im Museum vorhanden sind. Es sind dies zwei Der ersten von der Gießener Firma Spörhase an Liebig gelieferten Waagen. Durch Vermittelung von Professor Dr. B ü r f e r erhielt das Museum aus dessen Verwandtschaft von Frl. Fehling-Freiburg eine Büste und etwa 70 Briefe (Briefwechsel Liebig-Fehling) Fehlings (1811/85), des Entdeckers der Fehlingschen Lösung zum Nach­weis des Zuckers, Deren VorhanDenfein bei Der jetzt einsetzenDen Entrümpelung enDeckt worDen war. Geheimrat Sommer hat fernerhin eine Reihe wertvoller Briefe zwischen GlaswänDe rahmen las­sen, so Daß sie vor BeschäDigungen geschützt, von beiDen Seiten stuDiert roerben können.

An FreDs Arm stanD sie roieDer auf Den Füßen, Das feine Gesicht mit Den großen blauen KinDer- augen noch etwas blaß, Den farblosen MunD zu einem Lächeln zwingenD.

Es ist Ihnen wirklich nichts geschehen, gnäDi- ges Fräulein?" fragte besorgt Der Reiter.

Nein, wirklich nicht Das geringste."

Gott sei Dank! Ich hatte Die größten Befürch­tungen. Wie konnte es nur geschehen, Daß DanDy plötzlich ausbrach? Das lammfromme Tier hat sich noch nie Aehnliches erlaubt."

Ich weiß es nicht", antwortete sie unD stützte sich schwer auf FreDs Arm. Die Knie zitterten ihr noch von Dem überftanDenen Schrecken.

Wenn ich Dem Fräulein mein Auto zur Ver­fügung stellen Darf", mischte sich ein Herr ein. Ich fahre nach Frankfurt, habe Drei Plätze frei. Sie können getrost einfteigen."

Ach ja, ich Danke Ihnen. Ich roerDe von Ihrer liebensroürDigen EinlaDung Gebrauch machen. Bitte, kehren Sie mit DanDy um. Besteigen kann ich ihn jetzt nicht."

Wie Sie wünschen."

FreD führte Das junge MäDchen an Das Auto, wollte ihr behilflich sein, aber sie hielt seine HanD fest.Nein, Sie müssen mit mir fahren. Sie müssen mir Gelegenheit geben, Ihnen zu danken."

Mein Verdienst ist gering . ."

Nein, das ist nicht wahr. Wenn Sie nicht ge­wesen wären, lägen wir jetzt wohl beide mit zer­schmetterten Gliedern am Boden. Sie müssen mit­kommen, auch mein Vater wird Ihnen danken wollen." x

,Jch habe wirklich nichts weiter getan.

(Steigen Sie doch mit ein!" ermunterte der Be­sitzer des Autos.Wahrscheinlich wollen Sie doch nach Frankfurt. Bestaubt und beschmutzt sind Sie aUgreb sah an sich herunter. Ja, der blaue An­zug sah übel mitgenommen aua, auch das Hemd

HBööeoooH,iiatliB....

Vornan von Charlotte prenzel.

Irheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.).

Nachdruck verboten.

1. Kapitel.

Irene.

Ein Pferd jagte den Reitweg entlang Mit ge- ' Nähten Nüstern, wallender Mähne raste es vor- ll»ärts, nicht mehr untertan Dem Willen Der Rei- k rin, Die, im Sattel mehr liegenD als sitzenD, mit lchter Willenskraft sich auf Dem Rücken Des Pfer­ds s zu behaupten suchte.

Viele Spaziergänger, Die an diesem schönen Sonntagvormittag den Fußweg belebten, sahen las scheue Pferd, sahen das hilflose Mädchen im Sattel, erwarteten jeden Augenblick eine Kata­strophe, schrien und gestikulierten, spornten das 2äer zu immer größerer Eile.

Auch Fred Morland befand sich mit feinem x-reunde Ernst Schröder unter den Spaziergängern. Aufmerksam geworden durch die Schreie, erblick­te feine scharfen Augen das Pferd bei einer Bie­gung des Weges schon von weitem; und bevor rod) fein Freund die Sachlage richtig ersaßt, drängte Fred schon Hut und Rock dem Freunde ,^,Fred du wirst doch nichtt . . Hang es beklommen aus dem Munde Ernst Schroders.

Freds Züge strafften sich im jähen Entschluß, inD einen Augenblick später sah Ernst den ÖrtunD quer Durch Die Bäume hinDurch eilen, Dem Pferde

Ein vielstimmiger Schrei des Entsetzens ertönte, aner schon stand das Pferd schweißbedeckt, zitternd am ganzen Körper. Die Reiterin aber, durch Die piötzliche WenDung ihres Geschicks von ihren Ner- u: n im Stich gelassen, rutschte aus Dem Sattel uno fwl zu BoDen.

Menschen drängten herzu, bemühten fid), bte Tsstürzte aufzuheben, sie auf die Füße zu fteUen. Mein das Mädchen erwachte nicht aus der Oyn- irncht, die feine Sinne umfangen hielt.

Fred konnte das Pferd erst loslaffen, als ein ifeiter, offenbar der Begleiter der Gestürzten, m Iciatfem Galopp angefprengt kam. Dann sah er sich nach der Ohnmächtigen um, bahnte sich den Lieg zu ihr, sah die vergeblichen Bemühungen der 8 Ute und befahl kurz:Hinlegen!"

Hinter feiner Leitung kam einige Vernunft in Behandlung der Ohnmächtigen. Man bettete b.g Mädchen auf einige Mäntel, sah sich nach Ci aff er um, reichte Fred Kölnisches Wasser; sogar eine Schnapsflasche kam zum Vorschein. Fred rieb V» Schläfen der Ohnmächtigen, hielt ihr das

Wenn aber die Sonne scheint und die Wiesen üieber grün sind, bann muß ber Hase braufeen an versteckten Plätzchen feine Eier ablegen. Dafe bar- unter auch solche aus Schokolabe unb Zucker finb, irhöht nur bie Freube. Aber alle müssen mit- luchen. Auch ber Onkel, ber vor einigen Jahren am Walbranb eingeschlasen war, weil er sein Ei nicht xesunben hatte. Unb als wir genau suchten, sahen vir, baß er sich barauf gesetzt hatte!

Unb wenn bie Kinber größer geworben finb, Verben bie Eier geworfen. Unglaublich, welche Festigkeit mancheHaseneier" besitzen! Wir haben sie schon haushoch geworfen, sie fielen auf bas veiche Gras unb waren nochganz". Viele, viele Nale, bis bann bas Unglück geschah. Jrgenbwo lag -(tn Stein, auf ben bas Ei gerabe nieberfaufte. Dann war es natürlich vorbei. Aber ber Munb hatte «uch etwas zu tun.

Schabet es uns Alten etwas, wenn wir beim Cierroerfen babei finb unb gehörig mitmachen? Ich (taube nicht. Es ist immer eine schöne Dfterfreube, nenn bie Kinber merken, baß auch ihre Eltern sich roch mitfreuen unb einmal einen Purzelbaum ffjlagen können.

Hoffentlich macht uns ber Wettergott in biefem ?ohre keinen Strich burch bie Rechnung. Wir wollen intern braußen im Grünen feiern, wir wollen bie schönen Eier werfen unb auch viele essen. Wofür t*ar benn bie Eierwerbewoche? Unb unsere Hühner

war beschmutzt. Sein Blick suchte bie kleine, bürf- tige Gestalt feines Freunbes.

Sofort war Ernst Schröber an feiner Seite. Aus bem alten, faltenreichen Gesicht sahen bie großen, gütigen Augen Freb besorgt an; bie warme, wohltönenbe Stimme, bie so seltsam von bem unschönen Aeußeren bes Mannes abstach, klang fragenb:Ist bir nichts geschehen?"

Was sollte benn geschehen?" erroiberte Fred leichthin, während er seinen Rock anzog.Sauber machen werde ich mich also bei dem Fräulein zu Hause und dann rechtzeitig im Geschäft fein."

Sie haben Begleitung?" wandte der Auto- befitzer ein.Wollen Sie nicht auch einfteigen?"

Nein, danke, ich gehe lieber zu Fuß."

Die Herren traten zum Auto, stellten einander vor, und sehr schnell entführte der Wagen die so plötzlich im Mittelpunkt des Interesses Gerückten den Augen der Zurückbleibenden.

Morland!" sagte Fred, als er an der Seite fei­nes Schützlings Platz nahm.

Ich heiße Liane Scholz, wohne am Schaumain­kai."

Scholz, Schaumainkai", wiederholte Fred, und fein Blick sah überrascht auf das junge Mädchen.

Sie bemerkte feine Verwunderung nicht, hatte sich wieder zurückgelehnt, die Lider halb über die Augen gesenkt. Er sah sie von der Seite her an. Es' war ein zartes Geschöpf, das da an feiner Seite faß, das feine Gesicht von blondem Wuschel­haar eingerahmt, noch immer sehr blaß, die Hände matt, wie unfähig, fest zuzugreifen. Es war eigentlich kein Wunder, daß diese Hände keine Zü­gel führen konnten. Ob es sich wirklich um die Tochter des bekannten Lederwarenfabrikanten handelt?, ging es durch feinen Sinn.

Verzeichen Sie, daß ich Sie auf einem Spazier­gang störte", wandte sich ihm das junge Mädchen plötzlich zu, unb eine leichte Röte kam in ihr Ge­sicht, als sie feinem forfchenben Blick begegnete. Sie waren auch nicht allein, soviel ich sah?

Allerbings, mein Freunb begleitete mich." Ihr Freunb?" brachte sie erstaunt hervor, unb sah bas kleine, kümmerliche Männchen vor sich.

Was rounbert Sie baran so sehr?"

0 nichts, natürlich nichts", versicherte sie leb­haft, ohne ein Lächeln unterbrücken zu können. Ihr Blick streifte ihn von oben bis unten. Diese statt­liche, männliche Erscheinung an ber Seite biefes Freunbes zu sehen, schien ihr einfach unmöglich. Es tut mir leib, bafe ich Sie von ihm getrennt habe", fuhr sie hastig fort.Was wäre wohl aus mir geworben, wenn Sie nicht bes Weges gekom­men wären? Unb ich habe Ihnen noch nicht ein­mal richtig gebankt."

Wenn Sie mir einen Gefallen tun wollen, bann machen Sie so wenig wie möglich Aufhebens von Ihrem Unfall unb lassen mich mit bem Herrn bis an meine Wohnung fahren."

2Iuf keinen Fall", wibersprach sie lebhaft.