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drechseln könnte, die so trocken abprallen und so leicht dahinkullern, daß man mit einem Stoß einen dreifachen Treffer erzielen könnte. Aber wer findet mir dieses Clfenbeingrab? Sogar der schlaue Stanley ist daran vorbeigelaufem Wo sterben die Elefanten? Sie sterben doch auch, und niemals findet man ein Elefantengerippe, wo es da nur so wimmelt von Elefanten. Ein solches Gerippe ist nicht aus Kreide oder Kuchenteig. Also gehen diese Tiere irgendwohin zum Sterben. Aber wohin, wo­hin? Ach, da liegt Elfenbein in Hülle und Fülle, Tausende von Schiffsladungen, endlose Züge. Da könnte man Billardkugeln drechseln! Ich habe dem­jenigen eine Million ausgesetzt, der mir diesen Fried­hof entdeckt.' ,Zu Diensten, Majestät', sagte ich."

Und dann erzählte Karlemann tagelang von seiner abenteuerlichen Reise durch den schwarzen Kongo, auf der Suche nach diesem Elefantenfried­hof. Er hatte ihn natürlich aefunden, aber wo und wie, das blieb ein Geheimnis zwischen Karlemann und dem König Leopold II.

Und die Million?" fragten wir.

..Alles an arme Leute verschenkt", sagte er.

Romane, die nicht geschrieben wurden. Drei merkwürdige, aber wahre Geschichten.

I.

Diese Geschichte kam während einer Gerichtsver- Handlung in Budapest vor einigen Wochen ans Tageslicht. Ein Roman in drei Kapiteln

1. Kapitel: Jrn Fahre 1915. Der Budapester Kaufmann Franz Klein erhält den Stellungsbefehl und wird mit seinem Regiment nach Galizien ge­schickt. Kurz vor der Fahrt zur Front heiratet Klein ein hübsches Mädchen. Die junge Frau erhält regel- mäßig Briefe von ihrem Mann. Dom Sommer 1917 ab hören alle Nachrichten auf, Franz Klein ist ver- mißt. Erst 1919 erfährt Gabriele Klein, daß ihr Mann in russische Gefangenschaft geraten, nach dem Kaukasus verschleppt und dort an Typhus gestor­ben sei..

Die junge Witwe, die in wirtschaftlicher Not für ihr Töchterchen sorgt, das den Dater nie gesehen hat, entschließt sich 1924, den Bankprokuristen Ko- vacs zu heiraten. Doch schon nach zweijähriger Ehe stirbt der zweite Gatte, und Mutter und Tochter

! stehen wieder allein in der Welt

| 2. Kapitel: Im Sommer 1917 ist der Infanterist l Klein zwar gefangen und nach dem Kaukasus per«

schleppt worden. Doch am Typhus ist dort nicht er, sondern ein Mitgefangener Namensvetter gestorben. Franz Klein aber wird in ein sibirisches Bergwerk gebracht. Erst im Fahre 1926 gelingt ihm die Flucht, nach mancherlei Abenteuern gelangt er nach Wladi­wostok und von hier aus nach Japan. Mehrere Jahre verbringt er dann in Amerika. Endlich packt ihn die Sehnsucht nach Heimat und Gattin, und Ende 1934 ist er wieder in Budapest. Doch seine Nachforschungen nach seiner Frau bleiben erfolglos, weil er ja nicht weiß, daß sie inzwischen geheiratet und einen anderen Namen hat. So glaubt Franz Klein schließlich, sie sei gestorben.

3. Kapitel: Die 19jährige Tochter der Frau Ga­briele Kovacs lernt auf einem Maskenball die Buda­pest einen Pierrot kennen, der ihr den Hof macht und täglich Blumen ins Haus schickt. Da er ernste Absichten zeigt, lädt das Mädchen den Verehrer, einen ernsten, nicht mehr ganz jungen Herrn, mit dem Einverständnis ihrer Mutter in ihre Wohnung «in.

Am nächsten Tage erscheint er im Hause der Frau Kovacs. Das Mädchen führt ihn zu der Mutter. Als Frau Gabriele ihm ins Gesicht sieht, wird sie «bleich und fällt in Ohnmacht. Sie hat in »rehrer ihrer Tochter den totgeglaubten Gat­ten erkannt.

Das Budapester Gericht hat die Aufgabe, über die Gültigkeit der zweiten Ehe der Frau Klein zu entscheiden.

II

Fn Südamerika ist kürzlich ein Südseekönig ein­getroffen, der allerlei Gebrauchsgegenstände, Werk­zeuge und Waffen einhandelte, Zur Verwunderung der amerikanischen Reporter ist dieser König ein Weißer, und wie er erzählt, sogar ein Deutscher. Er heißt eigentlich Franz Hefele, und seine Vor­fahren waren schwäbische Bauern. Sein Vater wan­derte nach Südamerika aus, wurde in einer Mittel- stadt Schuster und überließ nach seinem Tode dem Sohn die gutgehende Werkstatt

Franz Hefele brachte es durch Fleiß und Ge- schäftssinn allmählich zu Wohlstand und Vermögen. Als er ein paar tausend Dollars zusammenge­spart hatte, verkaufte er die Werkstatt, erwarb ein großes Segelboot und begann darauf eine Welt­reise. Er kam bis in die Südsee und wurde vom Sturm auf eine einsame Fnsel verschlagen, die ihm so behagte, daß 1 er dort blieb. Das ist die Insel Umea, weit abgelegen von allen Schisfahrtslinien und den großen Inselgruppen der Südsee 200Q Farbige wohnen auf ihr, sie werden von einem ab­solut regierenden König beherrscht. Der König war

schon sehr alt, als Hefele ankam. Und weil der weiße Fremdling ihm mit großem Geschick bei seinen Re­gierungsgeschäften half und sich bald die Freund­schaft der Insulaner erwarb, wählten sie ihn nach dem Tode des alten Königs zum König von Umea.

Sechs Fahre regiert König Franz nun auf Umea, und er hat nach seinen eigenen Worten wenig Lust, wieder in zivilisierte Gegenden zurückzukehren.

III.

Diese Geschichte habe ich selbst miterlebt. Vor einigen Jahren machte ich mit einem Freunde mangels anderer Beschäftigung eine Photoaraphie- Gesellschast auf. Wir besaßen eine schöne Kamera, ein Stativ und eine Anzahl von Rollfilmen. Mein Freund Erich war der Photograph und ich der Begleiter".

Wir gingen auf die Höfe der Berliner Miets­häuser. Erich stellte den Apparat auf, ich ging an alle Wohnungstüren und alarmierte die Haus­bewohner. Alsdann streckten sie die Köpfe durch die Fenster, und Erich knipste die mit Köpfen gespickten Hauswände. Zuhause vergrößerten wir die Auf­nahmen und verkauften sie an die Mieter.

Einmal hatten wir die Fronten eines großen Hauses im Osten ausgenommen und wanderten fröhlich heim. Erich begann zu entwickeln und zu ver­größern. Stolz betrachtete er die wohlgelungenen Bilder da stieß er plötzlich einen Schrei aus und tanzte wie ein Wahnsinniger im Zimmer umher. Erst nach einiger Zeit beruhigte er sich und erzählte:

Vor einiger Zeit hatte Erich eine junge hübsche Dame kennengelernt. Sie hatten in einem Ball­haus zusammen getanzt: eine Mondscheinpromenade hatte den SachverhaltLiebe auf den ersten Blick" ergeben, und beim Abschied beschlossen die beiden, ohne sich jedoch Namen und Adresse mitgeteilt zu haben, eine neue Zusammenkunft am nächsten Sonntag. Drei Tage danach wurde Erich von einem Auto angefahren, lag mehrere Wochen im Kranken­haus und versäumte natürlich sein Stelldichein mit der unbekannten Freundin Er war todunglücklich und trauerte lange der Entschwundenen nach. Und nun, bei der Vergrößerung unserer letzten Häuser­aufnahme, hatte er plötzlich in das Gesicht der ver­lorenen Geliebten geschaut, das ihm aus einem Fenster im zweiten Stock entgegenblickte!

Die Wiedersehensfreude war auf beiden Seiten groß. Und es gibt mir beinahe einen Stich, mit ^inSm happy end schließen zu müssen, aber es ist wirklich so geschehen: Ein Jahr später haben die beiden durch die Photographie vereinten Liebes- laute geheiratet,,, foe.

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iuli 1934 gültig.

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Der Trommler Karlemann

Don Felix Timmermans.

Im Frühjahrsheft desInselschiffs" lesen wir den folgenden Ausschnitt aus dem Ein» leitungskapitel zu dem im Insel-Verlag er­schienenen neuen BucheTimmermans er- zäb/t."

Die freien Stunden nach der Schulzeit oder in den Ferien verbrachte ich entweder an der Ecke der Schmuggelgasse oder bei Karlemann. Karlemann war Trommler gewesen bei den Soldaten und wußte aus dieser Zeit die wunderbarsten Abenteuer .zu berichten. Er hatte seinen Spaß daran, uns die tollsten Dinge weiszumachen. Eine dieser Geschichten lautete ungefähr so:

König Leopold II. ließ mich eines Tages rufem Er hatte von meiner Trommlerkunst gehört. Ich kam in den Palast, wo der König auf seinem Thron saß, mußte mich auf einen Samtstuhl davor setzen und ein Trommlersolo spielen. Der König war so gerührt, daß ihm die Tränen nur so über das Ge­sicht liefen. »Karlemann, mein braver Soldat, sagte er, »das ist so schön, als wenn Beethoven die Orgel spielt. Komm, wir trinken eine Flasche zusammen! Ein Diener mit weißen Strümpfen und goldenen Tressen brach sofort eine Kiste Champagner auf. Leopold II. sang für mich ein Lied, und ich mußte ihn auf der Trommel begleiten. -Er sang das Lied von den .Drei Tambours' und schritt dabei im Zimmer auf und ab. Als wir so gemütlich unfern Sekt tranken, erzählte mir der König, wie er immer seine Last hatte mit seiner Frau, mit feinen Sin- bern und feinen Soldaten. Da bemerkte ich oas Billard. .Spielen Sie auch Billard, Herr Königs fragte ich. ,Und ob', sagte er, ,spielst du denn auch, .Karlemann?' ,Und ob, Herr König', erwiderte ich, fünfzig Treffer hintereinander.' .Allerhand! meinte iber König, .wollen wir mal eine Partie spielen?

Wir spielten eine Partie. Ich hätte mit Leichtig­keit gewinnen können, aber aus Höflichkeit lieh ich mich schlagen. Ein Könia ist wie ein Kind, beide .muß man gewähren lassen. Doch plötzlich warf Seine Majestät den Billardstock wütend auf den !Fuhboden und rief: ,Ich würde wenigstens hundert 'Treffer erzielen, wenn ich nur in meinem Kongo iben Elefantenfriedhof entdecken könnte. Wegen die- Ifec Elefantenfriedhofs habe ich doch den Kongo ge- ikaust Des Elfenbeins wegen, verstehst bu Karle­mann? Da muß es Elfenbein geben^ das schon :Jahrtausende alt ist, aus dem man Billardkugeln

Nr. 90 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhejsen)

Das deutsch-ruMeWirWastsabkommen

Das Wirtschaftsabkommen, das zwischen Berlin und Moskau vereinbart worden ist, ist eigentlich nur die Wiederaufnahme und Fortsetzung enger wirt­schaftlicher Beziehungen. Schon in der Vorkriegs­zeit war Deutschland der weitaus beste und zäh- lungskräftigste Handelspartner des zaristischen Ruß­land, ein Verhältnis, das auch in der Nach, kriegszeit beibehalten wurde. So gingen von der Gesamtausfuhr Räte-Rußlands im Jahre 1930 im Werte von 2235 Millionen Mark für 444 Millionen Mark nach Deutsch- land, das umgekehrt für 541 Millionen Mark noch Rate-Rußland ausführte. Im Jahre 1931 führte Deutschland sogar für 889 Millionen Mark bei einem Gesamteinfuhrwert von 2393 Millionen Mark nach Räte-Rußland aus; bei einer Einfuhr aus Rußland von 280 Millionen Mark. Auch 1932 war die Ausfuhr mit 711 Millionen Mark nach Räte-Rußland erheblich höher als die Einfuhr aus Räte-Rußland mit 205 Millionen Mark. Erft 1933 drosselte Moskau die Einfuhr aus Deutschland, was dann zwangsläufig auch dazu führte, daß die Einfuhr aus Räte-Rußland nach Deutschland erheblich zurückging.

Die Zahlen allein geben kein richtiges Bild von den Wirtschaftsbeziehungen Deutschlands zu Räte- Rußland, weil es sich hier nicht allein um die Waren­posten handelt, sondern auch um die Art der Finanzierung. So groß auch der Reichtum Räte-Rußlands an Rohstoffen fein mag, fo gering und unzulänglich war die finanzielle Kraft Räte- Rußlands nach der Eroberung der politischen Macht durch die Bolschewiken. Deutschland war es, das hier zuerst einen Ausweg fand, denn Räte-Rußland brauchte unbedingt die Einfuhr von Fertigwaren insbesondere von Maschinen aller Art aus Deutsch­land, die anderswo zu beschaffen deshalb für Räte- Rußland schwer war, weil die anderen Länder nicht ohne weiteres den Mut aufbrachten, Moskau große und langfristige Kredite einzu­räumen.

Die Finanzierung des Warenaustausches mit Räte-Rußland geschah nämlich so, daß zunächst ein­mal in Deutschland ein Kredit in bestimmter Höhe ausgesetzt wurde, auf den Moskau Wechsel ziehen konnte. Das hatte den Vorteil, daß die deutschen Lieferanten die sogenannten Russenwechsel mehr ober weniger sofort einlöfen konnten, während Moskau den eingeräumten Kredit in der Regel mit einer Laufzeit von 18 Monaten ab­wickelte. Das Verfahren war teils gut, teils we- Niger gut, aber es ist nicht so, daß die deutsche Wirtschaft aus dieser Wechsel-Beziehung in doppel­tem Sinne beträchtliche Vorteile gezogen hat. Aber Moskau ist dabei gut gefahren, denn sonst hätten die Beauftragten in Deutschland nicht Jahr für Jahr immer wieder neue Aufträge nach Deutschland gelegt.

Es ist doch ohne weiteres klar, daß die Ver­bindung mit Räte-Rußland dazu beigetragen hat, daß von 1930 bis 1933 ein Ausfuhrüber­schuß erzielt werden konnte, zumal in den Krisen­jahren 1931/32. Nach der Vollendung des ersten Fünf-Jahres-Planes änderte sich auch die grund­sätzliche Auffassung in der räte-russischen Handels- poüti* denn Moskau glaubte Selbstversor­ger rn industriellen Fertigwaren werden zu kön­nen, so daß auch nichts mehr im Wege zu stehen schien, den Außenhandel abzugleichen oder gar einen Ausfuhrüberschuß zu Gunsten Räte-Ruß- lands herauszuwirtschaften. Weder 1933 noch 1934 gelang es Moskau, die Handelsbeziehungen in der früheren Form mit Deutschland wieder aufzuneh- men, insbesondere deshalb nicht, weil Moskau forderte, Deutschland müsse einen großen Teil seiner Rohstoffbezüge in Räte-Rußland besorgen. So kam es 1934 zwischen Deutschland und Räte- Rußland zu einem Außenhandel, wie er in dieser Form sicher nicht oft angetroffen wird. Auf der einen Seit« konnte Räte-Rußland für 210 Millio­nen Mark nach Deutschland ausführen, aber die Warenposten, die Räte-Rußland aus Deutschland

bezog, erreichten nur einen Wert von 63 Millionen Mark. Allerdings kamen aus früheren Wechselverbindlichkeiten höhere Be­träge nach Deutschland herein, aber den Gegen­wert dafür hatte Räte-Rußland schon früher empfangen.

Räte-Rußland hat aber immer daran gelegen, sich einen erstklassigen Kunden vorn Range Deutsch­lands zu erhalten, zumal die Ausfuhrwaren, die für Räte-Rußland besonders in Frage kommen, nicht überall einen Markt finden. Jedenfalls brau­chen hochkapitalistische Länder wie die Vereinigten Staaten und England kein russisches Petroleum, während der rege Warenaustaujch zu anderen Ländern, wie etwa Frankreich, dadurch gehemmt wird, daß die unmittelbare geographische Nachbar­schaft fehlt. Der Warenverkehr zwischen Deutsch­land und Räte-Rußland kann sich zu Schiff ab­wickeln, ist also deshalb nicht mit hohen Fracht­kosten belastet, was auf beiden Seiten von Vorteil für die Preisgestaltung ist.

Auch Deutschland ist grundsätzlich bereit, wieder Rohstoffe und solche Waren aus Räte-Rußland zu beziehen, deren Preisgestaltung besonders niedrig ist. Verhandlungen darüber waren schon seit eini­ger Zeit im Gange, wobei auch mitgewirkt hat, daß deutsche Unternehmer Werksanlagen und Ma- schinen Herstellen mußten, um räte-russischen Son­derwünschen gerecht werden zu können. Diese An­lagen hätten nicht ausgenutzt werden können, wenn es nicht möglich gewesen wäre, das Geschäft mit Moskau irgendwie in Gang zu bringen. Wenn das aber der Fall fein sollte, so mußte vor allem Vorsorge getroffen werden, die Finanzierung so sicher wie möglich zu gestalten, nicht nur für die Lieferanten, sondern auch für die mittelbaren Kre­

ditgeber. Das ist in dem neuen Abkommen auch geschehen, das vorsieht, daß für 200 Millio­nen Mark zusätzliche Aufträge von Moskau an deutsche Unternehmungen erteilt werden sollen, wobei die Bezahlung im Rahmen des neuen Finanzabkommens geschieht. Deutschland hätte nicht mehr zulassen können, daß aus Räte-Rußland, so wie das 1934 der Fall war, eine wertmäßig viel höhere Einfuhr erfolgte, wenn umgekehrt Räte-Rußland nicht bereit war, diese durch die Einfuhr deutscher Waren auszugleichen.

Was Räte-Rußland in der Hauptsache an Deutschland liefern kann, sind Mineralöle, Holz und schließlich auch Gespinstfasern; Lebensrnittel sind zwar 1934 auch noch aus Räte-Rußland her­eingekommen, aber weder mengen- noch wertmäßig hat das eine große Rolle gefpiel. Von Deutsch­land hat Räte-Rußland auch 1934 Fertigwaren gekauft, an erster Stelle Werkzeugmaschinen, so­dann Waren aus Eisen und chemische Erzeugnisse. In diesen Waren kann sich Räte-Rußland, wenn überhaupt, auf lange Zeit hinaus nicht selbst ein­decken, so daß es auf die Einfuhr angewiesen ist. Der Versuch, mit den Vereinigten Staaten groß ins Geschäft zu kommen, ist bisher wenigstens nicht geglückt.

Kunst und Wissenschaft.

Sven hedin In Berlin.

Der berühmte schwedische Forschungsreisende Sven Hedin, einer der treuesten Freunde Deutschlands in Krieg und Frieden, ist in Berlin aus Moskau eingetroffen. Zu feiner Begrüßung hatten sich neben feiner Schwester. Fräulein Alma Svedin, die fchon einige Tage in Berlin weilt, zahlreiche Verehrer und Freunde eingefunden, an ihrer Spitze die Gesandten Schwedens und Chinas. I Als erster begrüßte den Forscher sein alter Studien-

Oie Katastrophe des Pyrenäen-Expreß.

Südlich von Bordeaux entgleiste, wie bereits gemeldet, der französische Pyrenäen-Expreß, der auf dieser Strecke mit einer Geschwindigkeit von über 100 Kilometer fuhr. Das Unglück erforderte drei Tote und zehn Verletzte. Unser Bild zeigt die Unglücksstätte.

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Dienstag, 16. April 1935

freund, der Rektor der Handelshochschule, Thies- j e n. Vor dem Bahnhof wurde Sven Hedin von den Kameraleuten der Wochenschauen erwartet. Vor dem Mikrophon sprach er etwa folgende Worte: Nach meiner dreijährigen Reise durch China ist es mir eine große Freude, wieder in Europa zu fein, hier in Berlin einen fo glänzenden und liebens- würdiaen Empfang zu erleben und so viele alte Freunde begrüßen zu können. Noch heute abend werde ich nach Stockholm weiterfahren, um dort über meine letzte Expedition ein neues großes Reisewerk fertigzustellen Auf Wiedersehn im Mai in Berlin!"

Rhein-Mainisches TNusiksest in Bad-Nauheim.

Im Rahmen der verschiedenen Veranstaltungen des reichhaltigen Jubiläums-Programms des Hes­sischen Staatsbades Bad-Nauheim nimmt das im August stattfindende Musikfest eine bevorzugte Stel-

Kameraden,tragt dieOAF.-Mirtze!

lung ein. Es trägt den NamenRhein-Mai- nifches M u s i k f e st" und will die starken schöp­ferischen Kräfte, die innerhalb unseres Heimatgaues am Aufbau einer neuen deutschen Musik wirksam sind, aufzeigen. Jeder Komponist des Rhein-Main- Gebiets, der in Volk und Heimat verwurzelt nach wesens- und zeitgemäßem Ausdruck ringt, ist zur Einreichung seiner Werke berechtigt. Das Rhein- Mainische Musikfest will dieFront zeitgenössischer Komponisten" vergrößern und hat deshalb die aus­drückliche Genehmigung der Reichsmusikkammer ge­funden.

Borführung eines neuen eleklro-akustifchen Mufik- instrumenls vor Dr. Goebbels.

Im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda wurde Reichsminister Dr. Goebbels das von Dr. Jng. T r a u t w e i n erfundene elek­trische MusikinstrumentTrautonium" vor­geführt. Mit diesem Instrument werden Töne durch elektrische Schwingungen erzeugt. Gegenüber der bisherigen Tradition im Instrumentenbau beschreitet Dr. Trautwein neue Wege, die sich auf den wissen­schaftlichen Erkenntnissen der Elektroakustik auf­bauen. Auf Anordnung von Reichsminister Dr. Goebbels wird das Instrument demnächst einem Kreis berufener deutscher Künstler vorgeführt werden.

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