aab, daß Alma Garbe durch Einnehmen von an sich harmlosen, in größeren Mengen aber tödlich wirkenden Tabletten vergiftet worden war. In der Wohnung Poltes, der )id) stets als „Syndikus" oder „Rechtsbeistand" auszugeben pflegte, wurden noch Packungen dieser Tabletten gefunden. Auch sein für die Tatnacht angegebenes Alibi stimmt nicht. — In diesem Zusammenhang konnte die Berliner Kriminalpolizei einen Komplicen Poltes festnehmen, den 35jährigen „Baumeister und Architekten" Reinhard Benner. Mit seiner Festnahme, der noch einige andere folgten, kam man nun hinter das Treiben einer Bande von Heiratsschwindlern, die vor keinem Mittel zurückschreckte, um ihre Opfer auszuplündern. Die Zahl der geprellten Opfer konnte noch nicht ermittelt werden.
Riesige Schwärme von Eintagsfliegen über Marokko.
In Casablanca und Umgebung (Marokko) sind infolge der dort in dieser Jahreszeit ganz ungewöhnlichen Hitze Eintagsfliegen in riesigen Schwärmen ausgetreten. Der Schirokko der letzten Tage wehte ganze Wolken der kleinen weißgeflügelten Insekten über die Stadt und weiter auf das Meer hinaus.
Schneesturm über Rordwestruhland.
Heber einen Teil Nordwestrußlands ging ein heftiger Schnee sturm nieder, der die telephonischen und telegraphischen Verbindungen unterbrach und große Verwü st ungen anrichtete. So wird aus Petrosawodsk am Onega-See gemeldet, daß dort jede Verbindung mit der Umwelt fast 24 Stunden abgeschnitten war. Miliz und Truppen mußten zur Hilfeleistung aufgeboten werden. Die Regierung hat einen Hilfsausschuß für die betroffenen Gebiete eingesetzt.
Riesenlawine am Mahmannkar.
Ein riesiger Schneeabbruch, wie er nur nach besonders schneereichen Wintern erfolgen kann, ging über die ganze Breite des Watzmannkars nieder. Her Abbruch ist vom Tal aus mit freiem Auge zu sehen. Man schätzt in Berchtesgaden die abgerutschte Schneemasse auf 300 000 cbm und das Flächenausmaß der Grundlawine auf 100 000 qm.
Vom Zuge erfaßt und getötet.
Ein schwerer Unfall ereignete sich auf dem Gelände des Bahnhofes Kreuztal (Kreis Siegen). Der 45 Jahre alte Lokomotivführeranwärter Karl Hirsch aus Eichen, der in aller Kürze als Lokomotivführer angestellt werden sollte, stand bei einer Gruppe Rottenarbeiter, die mit dem Ausbessern der Gleise beschäftigt war und zu diesem Zweck eine Stopfmaschine benutzte. Durch das anhaltende Rattern der Maschine überhörte Hirsch das Herannahen eines Zuges, den er wegen des herrschenden Nebels auch nicht sehen konnte. Er wurde von dem Zuge erfaßt und sofort getötet.
Protestkundgebungen gegen eine Hinrichtung in London.
Während der Hinrichtung des wegen M o r - d e s zum Tode verurteilten Deckoffiziers Leonard
B r l g st o ck im Wandworth-Gefängnis bei London spielten sich vor den Gefängnistoren erstaunliche Szenen ab. Die Engländerin van der E l st, Gründerin des Vereins gegen die Todesstrafe, hatte eine riesige Protestkundgebung veranstaltet. Drei Flugzeuge, die große Tücher mit der Aufschrift „Schluß mit der Todesstrafe" trugen, kreisten dauernd über dem Gefängnis. Ferner waren Lautsprecherwagen aufgefahren, die Choräle spielten. Auf Hunderten von Plakaten wurde gegen die Todesstrafe protestiert. Die Menge zerstreute sich erst, als ein Beamter die Nachricht von der Vollziehung der Todesstrafe am Gefängnistor anschlug. •
Dreister Raubüberfall in einem amerikanischen Rachlschnellzug.
Ein Raubüberfaill auf die Passagiere des Chicago—New-Orlean/ser Nachtischellzuges, der selbst für amerikamische Verhältnisse von seltener Dreistig- keit ist, wird aus Kanakee im Staate Illinois gemeldet. Die Passagiere sahen sich, während der Zug in voller Fahrt durch die Nacht raste, plötzlich vier mit Revolvern bewaffneten Leuten gegenüber, die
sie vorher für harmlose Mitreisende gehalten hatten. Die Räuber waren in Chikago eingestiegen. Da sie sich vorher nicht auffällig benommen hatten, nahmen die Passagiere zunächst an, es handele sich um einen schlechten Aprilscherz. Als die Räuber jedoch von ihren Waffen Gebrauch gemacht und einen der Passagiere angeschossen hatten, gen diesen die Augen auf. In Gemütsruhe plünderte jetzt die Bande die Passagiere aus, konnten allerdings nur wenig über 1000 Dollar erbeuten. Die meisten Passagiere hatten ihre Gelder in den mit» geführten Koffern zu gut versteckt. Nach Beendigung dieser „Zugrevvsion" verließen die Räuber kurz vor der Durchfahrt durch den Bahnhof von Kanakee den fahrenden Zug, der hier mit geringerer Geschwindigkeit fährt. Sie zwangen einen Autofahrer, der ihnen begegnete, sie sofort mitzunehmen. Auf diese Weise konnten die Räuber entkommen, obwohl ein Zugpassagier bei der Durchfahrt durch den Kcmakee- Bahnhof eine Meldung an die Polizei aus dem Abteilfenster geworfen hatte. Die Mitteilung kam jedoch zu spät. Offenbar hat der Lokomotivführer von dem ganzen Vorfall nichts bemerkt.
Oberheffen
Kreis Arledberg.
pb Butzbach, 15. April. In der St.-Markus- Kirche fand gestern abend die Aufführung der von Heinrich Schütz verfaßten Historia des Leidens und Sterbens unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi nach dem Evangelistent St. Matthäus statt. Ausführende waren der evangelische Kirchenchor Friedberg, Lic I. F. Saun, Okarben, der die Rolle des Evangelisten, Arthur Holl, Frankfurt a. M., die des Jesu, und Wladimir S w t r i d o f f, Frankfurt a. M., diejenigen von Petrus und Pilatus, fang. Die Chöre sowohl als auch die Solopartien wurden sehr gut wiedergegeben. Die Kirche war von hier, sowie auch von den Nachbarorten gut besucht.
Kreis Bübingen.
* Nidda, 16. April. Der Leiter unserer Stadt, Bürgermeister Philippi, veröffentlicht im gestrigen „Niddaer Anzeiger" die nachstehende bemerkenswerte Anordnung der Bürgermeisterei Nidda: „Im Hinblick darauf, daß bei der Beerdigung von Volksgenossen mitunter bei der Formierung des Leichenzuges große Unordnung herrscht, haben wir im Einverständnis mit der Kirche angeordnet, daß in Zukunft nach den Angehörigen des Verstorbenen bei einer männlichen Leiche grundsätzlich erst die Männer, dann die Frauen marschieren und bei einer weiblichen Leiche umgekehrt. Ebenfalls soll bei der Beerdigung selbst auf dem Friedhof von dem Trauergefolge mehr Ordnung gehalten werben."
Kreis Scholten.
[D Schotten, 15. April. In unserer festlich geschmückten Stadtkirche sand am gestrigen Palmsonntag bei sehr starker Beteiligung der Gemeinde die
Konfirmation der 75 Konfirmanden des Kirchspiels Schotten I durch Dekan Widmann statt. Aus der Stadt Schotten stammten 49 Kinder (26 Knaben, 23 Mädchen), aus Michelbach 13 (3 Knaben, 10 Mädchen), aus Götzen 6 (5 Knaben, 1 Mädchen) und aus Betzenrod 7 (4 Knaben, 3 Mädchen). Bei her Einsegnung und bei der Feier des heiligen Abendmahls, an dem faft 700 Personen teilnahmen, assistierte Pfarrer Romer- Schotten.
Kreis Alsfeld.
* Ober-Gleen, 15. April. Der 25jährige Landwirt Konrad Ruppert von hier zog sich eine schwere Verletzung an der linken Hand zu und mußte sich zur ärztlichen Behandlung nach Gießen begeben.
st. Kirtorf, 15. April. Beim Verkauf der Abschlußplakette des Winterhilfswerkes wurden hier 10 Mark eingenommen. Die Sammlung für das Opferbuch brachte in Kirtorf 26,75 Mark, in Lehrbach 48,35 Mark, in Erbenhaufen 19 Mark, insgesamt also 94,10 Mark. Die von der NS.-Frauenschaft durchgeführte E i e r s a m m- l u n g ergab 985 Stück. In Kirtorf wurden 516, in Lehrbach 192, in Erbenhausen 277 Eier gespendet.
Kreis Lauterbach.
Lauterbach, 15. April. Die Verhandlungen über den Neubau eines Postgebäudes in Lauterbach haben greifbare Formen angenommen. Unter den Bedingungen, wie sie die Stadt Lauterbach zusagte, hat die Reichspost ihre Zusttmmung Aur Errichtung des Postgebäudes gegeben. Die Stadtratsfraktion nahm Kenntnis von dieser Sachlage und hält sich an die zugesagten Bedingungen gebunden. Das neue Postgebäude soll ein Selbstanschlußamt erhalten und in die Nähe der alten
Post zu stehen kommen. Mit der Inangriffnahme' der Bauten ist in diesem Sommer zu rechnen.
Vreußen.
Kreis Wehlar.
* Rodheim a.d. Bieber, 15. April. Der hiesige 42jährige Ziegeleiarbeiter Karl Gerlach erlitt bei seiner Arbeit einen Unfall. Ein schwerer Gegenstand fiel ihm auf den Fuß, so daß er erhebliche Quetschungen erlitt und zur Behandlung nach Gießen gebracht werden mußte.
Kreis Biedenkopf.
§ Gladenbach, 15. April. Der Plan zum Ausbau des alten Friedhofes an der Biedenkopfer Straße zu einer Anlage wird jetzt durch die HI.-Gefolgfchaft 18/303 in Angriff genommen. Der obere Teil des Gebäudes ist als Wald gedacht, während der untere Teil als Anlage und Aufmarschplatz verwendet werden soll. An der Nordost- und Südostseite werden Kindergärten errichtet. Ein Steingarten soll mit allen möglichen Gewächsen den Schulen zu Lehrzwecken dienen.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes Ausgabeort Frankfurt.
In Begleitung eines kräftig entwickelten Teilwirbels ist ein ausgedehntes Regengebiet über Frankreich ostwärts vorgedrungen. Es wird im Laufe des Dienstag über uns hinwegziehen, danach kann zunächst wieder mit Besserung gerechnet werden. Die Gesamtlage bleibt aber noch unbeständig, wenn auch damit gerechnet werden kann, daß die vom Atlantik noch hereinbrechenden Störungen immer weniger Einfluß auf unser Wetter nehmen werden.
AussichtenfürMittwoch: Nach verbreiteten Regenfällen am Dienstag zunächst wieder zeitweilig aufheiternd, doch auch weiterhin noch unbeständiges Wetter, bei lebhaften um Süd schwankenden Winden Temperaturen wenig geändert.
Aussichten für Donnerstag: Noch nicht ganz beständig, doch fortschreitende Besserung.
Lufttemperaturen am 15. April: mittags 10,6 Grad Celsius, abends 7,2 Grad; am 16. April: morgens 6,6 Grad. Maximum 11,6 Grad, Minimum 1,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. April: abends 7,9 Grad; am 16. April: morgens 6,7 Grad Celsius. — Niederschläge 1,3 mm. — Sonnenscheindauer 2,6 Stunden.
Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. ßangf, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. HI. 35: 11229. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei.
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von 66 Jahren in die Ewigkeit abzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen
01664
Nach langer, schwerer Krankheit ist Samstagabend mein lieber Mann, unser guter Vater
Herr Hermann Baum sanft entschlafen.
Im Namen aller Hinterbliebenen: Frau Christine Baum.
Gießen, den 16. April 1935.
Beerdigung Mittwoch, 17. April, 14.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Von Beileidsbesuchen bitte ich höfl. abzusehen.
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6d*BK


