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Die Milchablieferung und Beschränkung des Verkaufs von Landbutier.

Dom Milchwirtschaftsverband Hessen wird uns geschrieben:

Durch die Entschließung des Herrn Reichs­ministers für Ernährung und Landwirtschaft, be­treffend Außerkraftsetzung der Angebotspflicht für Uebernahmescheine bei der Butter- und Käseherstel­lung dur chlandwirtschastliche Hersteller, haben ver­schiedene, an der Herstellung von Landbutter inter­essierte Kreise bemüßigt gefühlt, irreführende, nur die landwirtschaftliche Bevölkerung beunruhigende Artikel in verschiedenen Tageszeitungen (nicht im Gießener Anzeiger. D. Red.) bringen zu lassen.

Grundsätzlich wird hiermit festgestellt, daß der Milchwirtschaftsverband, und als dessen Unter­gliederung die Milchversorgunqsverbände, im Auf­trage der Deutschen milchwirtschaftlichen Bereinigung (Hauptvereinigung) Berlin und diese wieder nach den Richtlinien des Herrn Reichskommissars für die Milchwirtschaft handeln und allein befugt sind, Anordnungen in milchwirtschaftlicher Hinsicht zu erlassen, alle von privater Seite gemachten Aus­führungen aber jeglicher Grundlage entbehren. Es ist also nicht zutreffend, wie in oben erwähnten Artikeln behauptet wird, daß mit dem Fallen der Uebernahmescheine ab 1. Januar 1935 jegliche Be­schränkungen des Landbutterverkaufs hinfällig find.

Der Milchwirkschaflsverband und die Milchver- forgungsverbände als marktregelnde Verbände haben nach wie vor die Befugnis, auf Grund des § 8 der Satzung für Milchverforgungs-

verbände (Reichsgefehblatt Teil 1 Tlr. 36, Jahr­gang 1934) die Milcheinzugsgebieke festzulegen, die restlose Milchablieferung anzuordnen und darüber hinaus jeglichen Verkauf von Milch­erzeugnissen über den eignen Bedarf zu ver­bieten.

Es ist daher unbegreiflich, wie in solchen Ar­tikeln gegen eine gemeinschaftliche Milchverwertungs- art einseitig Stellung genommen wird, und irgend­welche Verfügungen des Reichsministers für Er­nährung und Landwirtschaft gerade im gegenteili­gen Sinne ausgelegt werden. Die Wichtigkeit, die Nahrungsfreiheit unseres Volkes unabhängig zu gestalten, erfordert das Einspannen aller Kräfte in eine gemeinsame Front zur Erringung dieses Zie­les: jedes Einzelgängertum, geleitet von persön­lichen Interessen, ist daher besonders verwerflich.

Es wird daher darauf aufmerksam gemacht, daß die bisherigen Anordnungen des Milversorgungs­verbandes Rhein-Main und Kurhessen, Kassel, be­züglich

Milchablieferung und Verbot des Landbutter­verkaufes weiter bestehen bleiben,

alle anderen Veröffentlichungen aber von nicht zu ständigen Stellen in dieser Hinsicht irreführend und die Milcherzeuger an diese gebunden sind. Nur dann können sich dieselben vor Schaden be­wahren, da Zuwiderhandlungen nach dem Gesetz mit Geldstrafen geahndet werden.

S.A.-'Spoti

Fußball-Länderkamps Deutschland-Holland.

Das Stadion zu Amsterdam ist am morgigen Sonntag der Schauplatz zum 14. Länderkampf'zwi­schen den National-Mannschasten von Deutschland und Holland. Dem Treffen wird in Holland wie­derum ein starkes Interesse entgegen geb rächt. Man rechnet mit 60 000 Zuschauern, unter denen sich voraussichtlich auch 5000 Schlachtenbummler aus Deutschland befinden werden.

Deutschland hat bisher gegen Holland 13 Länder­spiele ausgetragen. Die Bilanz lautet dabei aber nicht günstig. Deutschland konnte nur 3 Spiele ge­winnen und zwar in den Jahren 1924 und 1926. Verloren wurden 5 Spiele. Die übrigen endeten unentschieden. Das Gesamttorverhältnis lautet 29:26 für Holland.

Die deutsche Nationalelf hat also am morgigen Sonntag eine ehrenvolle Aufgabe zu erfüllen und man hofft wohl nicht zu optimistisch, wenn man nach den eindrucksvollen Siegen der deutschen Mannschaft in der letzten Zeit mit einem Sstg unserer Elf rechnet, wenn dieser Sieg vielleicht auch nicht hoch ausfallen wird.

Die deutsche Mannschaft wird in folgender Auf­stellung antreten:

Buchloh

Stührck Busch

Grämlich Münzenberg Zielinski

Lehner Hohmann Conen Rohwedder Kobierski

Holland hat folgende Mannschaft zur Stelle: van Gelder Smit Bakhuys Bente Wels van Heel Anderieffen B. Paauwe van Run van Diepenbeck

Halle

Die Leitung des Spieles liegt in Händen von Otto O l s s o h n, des bekannten schwedischen Schieds­richters.

Interessant ist es, einen Blick auf Hollands Län­derspiel-Bilanz zu werfen. Bisher trug Holland 131 Fußball-Länderspiele aus, von denen 57 gewonnen werden konnten und 51 verloren wurden. Der häufigste Gegner Hollands war Belgien.

Handball der Ganklaffe.

Tufpo Kassel in Gießen.

Am morgigen Sonntagnachmittag weilt die erste Mannschaft oes Turn- und Sportvereins Kassel zum fälligen Verbandsspiel in Gießen. Die Kasseler Mannschaft, die im vergangenen Jahr mit Wetzlar um die Gau-Meisterschaft kämpfte, mußte erst nach drei Spielen dieselbe an Wetzlar abtreten. In der diesjährigen Runde steht Kassel an zweiter Stelle hinter CT. Kassel mit nur 2 Punkten im Rückstand

und ist als ernster Anwärter aus die Meisterschaft zu betrachten. In Kassel verlor 1900 das Vorspiel 6:3. Die Stütze der Mannschaft ist das Schluß­dreieck sowie die Läuferreihe, die immer am Gegner kleben bleibt. Im Sturm sind die gefährlichsten Leute Wicke, Waldeck und Reifing II. Tuspo Kassel spielt dasselbe schnelle Kombinationsspiel wie CT. Kassel.

1900 wird mit folgender Mannschaft antreten: Enders, Birkenstock, Mann, Schott I., Cremers, Reist, Rebcher, Krüger, Schott II., Wlodareck, Funke. Hier liegt es am Sturm, durch schnelleres Abspiel sich frei zu laufen, frei zum Wurf vor das Tor zu kommen. Bei der Läuferreihe sowie bei der Ver­teidigung kommt es darauf an, den Mann zu halten. Auch der Tormann muß wieder etwas ernster bei der Sache fein. 1900 muß alles aus sich herausholen, wenn ein ehrenvolles Resultat erzielt werden soll. Die Mannschaft ist imstande dazu. Schiedsrichter Drolsbach wird das Spiel pfeifen.

Münchholzhausen VfB.-Reichsbahn la.

Münchholzhausen hat für den kommenden Sonntag die la - Mannschaft des VfB.-Reichsbahn eingeladen. Die VfB.er haben in ihrem Spiel gegen den Tv. Kirchgöns bewiesen, daß sie Handball spielen können. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Mannschaft erst­mals auf fremden Boden gegen die starke Turnerelf durchsetzen kann.

BfB.-Reichsbahn Gießen.

VfV.-Reichsbahn I Marburg-Ockershaufen I.

Da fünf Spieler von Germania Marburg plötz­lich erkrankt find, sah sich die Vereinsleitung ge­zwungen, das Spiel abzusagen. Für sie spielt Mar­burg-Ockershausen in Gießen. Die Ockersyäuser stel­len eine spielstarke Mannschaft ins Feld und neh­men in der Bezirksliga der Gruppe Marburg den dritten Tabellenplatz ein. Neben technischen Fähig­keiten besitzt die Mannschaft einen stark ausgepräg­ten Kampfeswillen, der seine Stütze in der guten körperlichen Verfassung der einzelnen Spieler hat. Die Gießener treten mit ihrer kompletten Mann­schaft an, und sollten ein annehmbares Spiel liefern können. Bei Berücksichtigung der beiderseitigen Spielstärken, muß der Kampf als offen bezeichnet werden.

Die zweite Mannschaft fährt nach Alten-Buseck und dürste schwer zu kämpfen haben, wenn sie den Sieger stellen will.

Die erste Jugend tritt in Leihgestern gegen die Gleiche des Sportvereins an. Die Fvrmverbesserung der Gießener sollte sie befähigen, den Sieger zu stellen. Zweite Jugend und erste Schüler spielen in Wetzlar gegen die dortigen Sportfreunde.

Sportverein 1920 Heuchelheim.

Die 1. Mannschaft ist spielfrei. Die 2. Mannschaft erwartet zu Hause die 1. Elf vom Tv. Launsbach zum fälligen Derbandsspiel. Die Heuchelheimer hat­ten zu Anfang der Meisterschaftsspiele einen schlech­ten Start. Die Elf wurde aber im Laufe der Spiel­serie von einigen früheren Spielern der 1. Mann­schaft unterstützt und arbeitete sich dann bis zur Tabellenspitze empor. Die Tabelle wird heute von Kinzenbach und Heuchelheim bei Punktgleichheit geführt. Wenn die Einheimischen mit dem seitherigen Geist weiterkämpfen, dürfte es nicht ausgeschlossen fein, daß diese Meisterschaft nach Heuchelheim kommt. Das morgige Treffen sollten die Ein­heimischen für sich entscheiden können.

Schneelauf-Weittämpfe des Turngaues Hessen endgültig abgesagt.

In Anbetracht des ungünstigen Wetters wurden die Schneelauf-Wettkämpfe des Turngaues Nord- heffen, die auf dem Hoherodskopf ftattfinben sollten und mehrfach verschoben werden mußten, engültig abgesagt.

Rollschuhlaufen in der Dolkshalle.

Da dieser Winter nur wenige Tage Eis gebracht hat, hat sich der Gießener Eisverein entschlossen, als Ausgleich das Rollschuhlaufen am Sonntag­vormittag und Montagabend seinen Mitgliedern gegen Dorzeigen der Ausweiskarten kostenlos frei­zugeben. Hoffentlich wird von dieser Vergünsti­gung reger Gebrauch gemacht, zumal das Rollschuh­laufen ein vollwertiger Ersatz für Eisläufen dar- ftellt. (Man beachte die heutige Anzeige.)

40-Klm.-Dauerlauf im Taunus.

Arn kommenden Sonntag wird im Taunus die letzte größere Skiveranstaltung, ein 40-km-Dauer- lauf, durchgeführt. Da ein 40 = km = Dauerlauf die größten Anforderungen an die Teilnehmer stellt, wurden nur Läufer über 23 Jahre zugelassen. Der Skigau XII/XIII kann aber mit den 24 abgegebenen Nennungen durchaus zufrieden fein. Der Start erfolgt um 8 Uhr auf dem Großen Feldberg, von da führt die Strecke über den Kleinen Feldberg, Glaskopf, Weilberg, Sellenberg, Schmitten, Weiltal, Senkelberg, Dillenberg, Galgenfeld, Sandplacken, von da zum Fuchstanz.und über das Rote Kreuz wieder zurück zum Sandplacken, wo die ersten Läufer um 11.30 Uhr erwartet werden. Die meisten Aussichten hat wohl der vorjährige Zweite, W. Schröder (Schneelaufklub Kassel), aber auch mit den Gebrüdern Schleicher und Knüttel vom Winter­sportverein Gersfeld wird neben den Frankfurter Läufern stark zu rechnen sein.

Kilian wieder Viererbob-Weltmeister.

Die Viererbob-Weltmeisterschaften in St. Moritz wurden am Freitag mit den beiden letzten Läufen zu Ende geführt. Der deutsche Titelverteidiger Hans Kilian war auch diesmal wieder der Schnellste und wurde wiederum Weltmeister. Die 1611 Meter lange Bobbahn in St. Moritz war durch das warme Wetter etwas stumpf geworden, und es ereigneten sich auch einige leichte Stürze. Der zweite deutsche Vertreter, Grau (Berlin), mußte so durch einen Sturz mit seinem BobDeutschland II" ausscheiden. Der Weltmeister fiel wieder durch seine überaus gleichmäßigen Fahrten auf.

Stuck fährt 320x267 Klm.

Ein neuer Weltrekord.

Die oberste nationale Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt (ONS.) gibt offiziell bekannt:

Hans Stuck auf Auto-Union stellte heute vorbehaltlich der Anerkennung durch die AJACR. auf der Strecke ViareggioLucca in der Klasse 3 bis 5 Liter einen neuen internationalen Klassen­rekord über eine Meile mit fliegendem Start mit 320,267 Kilometer im Durchschnitt für die Hin- und Rückfahrt auf. Hierdurch wurde der bisher von Rudolf Caracciola auf Mercedes-Benz in der gleichen Klaffe gehaltene internationale Klassen­rekord um 3,589 Kilometer verbessert."

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