Ausgabe 
15.7.1935
 
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Oberheffen

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Maßnahme zur Zeit 25 Mann. Die Heidelbeer- ernte hat nun durch das anhaltende heiße Wetter vor einigen Tagen begonnen. Obwohl man erst im Frühjahr durch die Spätfröste eine Mißernte ver« mutete, so kann man dieses Jahr doch mit einer Durchschnittsernte rechnen. Die Beeren werden hier von den Händlern das Pfund zum 18 bis 20 Pf. aufgekauft. Durch das Sammeln von Beeren haben viele Volksgenossen für einige Wochen lohnende Be­schäftigung.

Manderscheid Wutöschingen/Äaden

16.3u(i 1935

Unerhörter Schmiö - Lachen von Anfang bis Ende. Leo Slezak, er Ist ein Rausch der Komik.

B. Z.

Ida WQst und Eugen Rex machen das Ver­gnügen vollkommen.

krels Wetzlar.

* Launsbach, 15. Juli. Unser Einwohnet Johannes 5) ob ad) feiert am heutigen Montag in körperlicher und geistiger Frische seinen 85. Ge­burtstag. Der hochbetagte Mann ist das älteste Mitglied der hiesigen Ortsgruppe des Reichs« luftfchutzbundes. Er nimmt lebhaften Anteil an den Geschehnissen unserer Zeit.

Praxis

bis Anfang August

geschlossen!

Zhre Vermählung beehren sich anzuzeigen

Walter Bonner

Offenbach, Hanau und Kastel mußten sich mN MS- telplätzen begnügen. Erster Sieger der Oberstufe wurde Storch (Fulda).

Neuer deutscher Rekord im Weitsprung.

£eid)um-Steffin erreicht 7,69 Meter.

Einen neuen deutschen Rekord im Weitsprung stellte L e i ch um -Stettin anläßlich der vor 4000 Zuschauern in Darmstadt ausgetragenen Olympia- prüfungskämpfe auf. Leichum sprang 7,69 Meter und überbot damit die alte Bestleistung um vier Zentimeter.

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Dr. Marie Gürtler

Aerztin

Stent I euch f desJEefcens

Kreis Alsfeld.

ss. Grebenau, 12. Juli. Die vom F o r st a m t Grebenau durchgeführte Notstandsmaß­nahme, Chaussierung des Börngeröder Weges nach Rimbach bei Schlitz, ist nunmehr beendet. Dom Arbeitsamt Gießen wurde nunmehr eine neue Notstandsmaßnahme von insgesamt 4435 Tagewer­ken genehmigt. Auch bei dieser Maßnahme handelt es sich wieder ausschließlich um Wegbauarbeiten, und zwar um die Chaussierung eines öffentlichen Weges von Lingelbach über Schwarz nach Lauter­bach (Försterei Schwarz). Beschäftigt werden z. Z. 35 -beiter. Gleichzeitig wird auch von der Ge- r ' Grebenau eine Notstandsmaßnahme durch-

o t. Sämtliche Arbeiten erstrecken sich auch bei

dieser Maßnahme auf Wegebauten. Zur Chaussie­rung kommen zwei Wege im Ort (Jahnweg und Langwiesenweg), sowie Forsetzung der Ch'aussie- rung eines Feldweges. Beschäftigt werden in dieser

Dr.C. Schott Zahnarzt jetzt Friedridistr. 34 praktiziert wieder

für Bie Ungarn. '400Ö Zuschauer faßen spannende Wettbewerbe.

Rhönturnfest auf der Wafferkuppe.

300 Sportler und Sportlerinnen traten am Sonn- sag auf der Wasserkuppe zum 28. Rhönturnfest an. Der Führer des Rhönturnfest-AusscMses, Oswald Milker (Fulda), hielt die Begrüßungsansprache. Nach einer schlichten Morgenfeier begannen die Wettkämpfe in den einzelnen Klassen, die sich bis in die Nachmittagsstunden hinzogen. Der größte Teil der Preise fiel an die Wettkämpfer aus Fulda, Hers- feto, Alsfeld und Lauterbach, die Teilnehmer aus

rechten) stärker als die der Gegenseite

Aus diesem Grunde weicht der Mensch meist naH rechts von der Geraden ab, läuft also die Krels^ die er nach dem Verirren beschreibt, im Sinnß des Uhrzeigers aus. Auch bei Tieren ließ sich nachweisen, daß das Uebergewicht an Muskulatur auf der rechten oder linken Seite entschied, ob di- Kreisbewegung nach Ausschaltung der Sinne ht Rechts- oder Linksrichtung verlief.

Wer sich einmal bei einer Wanderung im Walde oder in einer eintönigen Gegend ohne besonders markante Orientierungspunkte verirrt hat, wird aus manchmal recht un­angenehmer Erfahrung wissen, wie leicht man in solchen Fällen nach langem Umher­laufen wieder am Ausgangspunkt ankommt der Verirrte ist im Kreise gegangen. Wie kommt das eigentlich? Die Wissenschaft hat sich in letzter Zeit mit dieser ja auch prak- tisch recht wichtigen Angelegenheit befaßt und ist dabei zu einigen überraschenden Feststel­lungen gelangt, die unsere Leser interessieren dürften.

In seiner ErzählungHerr und Knecht" behandelt Leo T o l st o i die Schlittenfahrt zweier Männer, die im Schneesturme die Orientierung verlieren und sich nach langer mühseliger Fahrt schließlich wieder auf dem Ausgangspunkte ihrer Reife finden; statt geradeaus sind sie.im Kreise gefahren. Tol- stoi hat damit eine Erscheinung in die Literatur eingeführt, die überaus häufig beobachtet werden kann. Besonders gefürchtet sind solche Ringwande­rungen in der einförmigen Wüste oder in der wald- und wasserlosen Trockensteppe; wer in solcher Ge­gend vom Wege abkommt und sich verirrt, ist fast stets verloren. Wie es scheint, führt jeder Mensch ohne Ausnahme bei mangelnder Orientierungsmög­lichkeit solche Kreisbewegungen aus, auch wenn er sich noch so energisch vornimmt, die gerade Rich­tung zu wahren.

Das sind sehr merkwürdige und ausfallende Tat­sachen; es konnte nicht ausbleiben, daß auch die Wissenschaft sie aufgriff und das Problem des Jm- Kreife-Wanderns zu lösen suchte. Zwei Fragen tau­chen auf. Die eine: aus welchem Grunde ist der Mensch, wenn er keine Orientierungsmöglichkeit hat, ständig bestrebt, von der Geraden abzuweichen? Die andere: verfolgt die Natur mit diesen Kreisbewe­gungen einen bestimmten Zweck, kommt dieser Ein­richtung eine Ausgabe im Plane der Natur zu?

Es hat sich herausgestellt, daß keineswegs der Mensch allein die Eigentümlichkeit besitzt, zu solchen Kreisbewegungen zu neigen. Bei verirrten Pfer­den ist genau das Gleiche zu beobachten. So be­richtet Professor G u l d b e r g von einem Schlitten­gefährt, das nachts auf dem Eise eines Sees in ein Schneegestöber geriet. Mangels jeder Orientierung ließ man das Pferd nach feinem Willen laufen; auch hier stellte sich die anscheinend unvermeidliche Kreisbewegung ein. Bei Hasenhetzen, Antilopen­jagden usw. konnte immer wieder festgestellt wer­den, daß die Tiere die Neigung haben, nach einer bestimmten Richtung, in der Mehrzahl der Fälle nach rechts, abzuweichen. Auch ein ins Wasser gefallener Hund schwimmt zunächst, bis sich seine Verwirrung gelegt hat, stets im Kreise herum; erst nach einiger Zeit strebt er dem Ufer ober sonst einem Ziele zu. Durchwegs ergibt sich eine solche Kreis­bewegung bei Tieren, deren wichtigste Sinne, Gesicht, Gehör, Geruch, man vorübergehend ausschaltete. Solche Versuche gelangen z. B. bei Katzen und Mäusen, bei Enten, Schwalben, Tauben, "ja sogar bei Fischen.

*

Unser Körper und ebenso der aller höheren Tiere ist bekanntlich nicht ganz symme­trisch gebaut, meist ist die rechte Körperseite et­was stärker entwickelt als die linke. So liegt bei den meisten Menschen der Schwerpunkt des Körpers nicht genau auf der Mittellinie, welche die rechte und die linke Körperseite voneinander trennt, son­dern ein wenig rechts davon, weil das Gewicht der (bekanntlich rechtsseitigen) Leber nicht voll durch das Gewicht des auf der Linken gelegenen Herzens ausgeglichen wird. Zudem sind meistens die Mus - k el n der bevorzugten Körperseite (also zumeist der

Missionsfest in Oorf-Sill.

csd Dorfill, 13. Juli. Das Missionsfest, das seit etwa 70 Jahren jedes Jahr am zweiten Mitt- woch im Juli abwechselnd in Holzheim und Dorf- Gill gefeiert wird, hat auch in diesem Jahre feine alte Anziehungskraft wieder bewiesen. Ueber 2000 Fremde von nah und fern hatten sich trotz der Hitze zu dem Feste, das eines der größten christlichen Feste in Oberhessen ist, eingefunden. Pfarrer Laun - Hardt (Holzheim), der Leiter des Festes, begrüßte die Erschienenen und wies in einer kurzen packenden Ansprache auf die Bedeutung und die Notwendigkeit der Mission hin. Der Festredner, Pfarrer Daidt (Frankfurt a. M.) verstand es ausgezeichnet, die Herzen der Hörer für die Sache der Mission zu be­geistern. Alsdann gab Missionsinspektor Viering (Barmen) einen umfassenden Bericht über die Lage der Rheinischen Mission in den einzelnen Missions- gebieten in Afrika, China und der Südsee. Nach einer Kaffeepause, in der die Auswärtigen aastlich bewirtet wurden, begann die Nachversammlung. Zunächst gab Missionar Diehl (Barmen), der jahrelang un­ter den Heiden wirkte, anschauliche Schilderungen von deren Not, aber auch von den großen Erfolgen der Mission. Das Schlußwort sprach Pfarrer W e her (Altenstadt). Der Posaunenchor Dorf-Gill hatte sich wie immer in den Dienst der Sache gestellt, weiterhin verschönte der Gemischte Chor durch den Vortrag einiger Lieder das Fest. Daß das Werk der Mission auch in unserer Gegend unterstützt und ge­fördert wird, beweist auch bte reiche Kollekte. Ueber 500 Mark konnten an bie Barmer Mission abgeführt werben.

Iäger-Appell für den Kreis Schotten.

X Schotten, 13. Juli. Heute fand in der Turn­halle zu Schotten der erste Appell für die Jäger- fdjaft im Kreis Schotten statt. Der Saal war fest­lich-forstlich geschmückt. Sehr groß war die Zahl der Teilnehmer. Forstmänner, Jagdvorsteher, Jagdpäch- ter und viele Interessenten waren erschienen. Ein Waldhornquartett der hiesigen Forsterschüler eröff­nete die Tagung. Kreisjägermeister, Oberforstmeister D e u st e r begrüßte die Erschienenen, vor allem auch die Gäste, den Stabsjägermeister des Landesjäger­meisters, Oberforstmeister Schlicht, den Gaujäger­meister, Oberforstmeister Nikolaus (Gießen), Oberbürgermeister Ritter (Gießen), sowie den Kreisjägermeister des Kreises Alsfeld, Oberforstmei­ster S i e p m a n n (Romrod).

Der Stabsjägermeister, Oberforstmeister Schlicht überbrachte die Grüße des am Erscheinen leider ver­hinderten Landesjägermeisters, Gauleiters S p r e n - g e r. Eine neue Organisation, eine Einheit ist, so führte bann ber Redner aus, in der Deutschen- gerschaft nunmehr durch das neue Reichsjagdgesetz geschaffen worden. Die Kreisjägerappelle sind ein Mittel zur Erziehung des echten waidmännischen Geistes und Pflege des Jägerbrauchtums. Ein echtes Jägerkorps mit einheitlichem Geist und Willen wird darin herangebildet. Ein kräftig aufgenommenes Horridoh!" galt dem Reichsjägermeister Hermann Göring.

Oberforstmeister S i e p m a n n (Romrod) sprach alsdgnn eingehend überDie hegerischeDer- waltung unserer Rehwildbestände." Nicht nur eine Hege mit der Büchse, sondern vor allem auch eine Hege vor der Büchse sei anzustre­ben. Es sei fein Zweifel, daß das Rehwild rassisch herabgemindert sei. Der zum Teil schindermäßig betriebene Abschuß der sog. guten,kapitalen" Bocke sei daran schuld. Das minderwertige Material sei dadurch zum Schaden des Nachwuchses erhalten ge­blieben. Der im neuen Reichsjagdgesetz eingeführte Abschußplan sei daher sehr zu begrüßen. Jeder- ger sei nunmehr gezwungen, seinen Wildbestand jagdlich wirtschaftlich zu verwalten und wieder mehr rassisch zu heben. Ungeeignetes und Schwaches müsse zugunsten des vorhandenen Starken ausge- merzt werden. An Hand von vorgezeigten Stangen geschossener Rehböcke wies der Redner auf Fehler und Schwächen solcher minderwertiger Tiere hin. Es werde das meiste Rehwild auch jn einem viel zu frühen Lebensalter abgefchoffen. Der Referent teilte besondere, ausaestellte Grundsätze über den Abschuß mit. Reicher Beifall belohnte die sehr interessanten Ausführungen.

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Wahrscheinlich spielt wenigstens beim Menschen noch eine andere Erscheinung hier herein, näm­lich die sog.Aeugigkeit", die ein Gegenstück zur Händigkeit" der Ueberlegenheit der rechten oder linken Hand bildet. Auch die beiden Augen des Menschen sind nämlich nichtgleichberechtigt", son­dern eines der Augen, meist das rechte, ist s o z u sagenführend. Man kann das durch einen recht interessanten Selbstversuch sehr einfach feststellen. Man fixiere einen Gegenstand an der Wand, etwa einen Nagel ober auch eine Türkante, mit beiden Augen und halte nun den Zeigefinger so vors Ge­sicht, daß er sich direkt vor dem betreffenden Gegen­stand zu befinden scheint. Schließt man nun das linke Auge und hält nur das rechte offen, so be­merkt man keine oder nur eine geringe Verände­rung. Schließt man aber das rechte Auge unb öffnet dafür das linke, so scheint der Zeigefinger plötzlich um ein beträchtliches Stück nach links zu rücken. (Bei ,Linksäugern" verhält es fick natürlich gerade um- gekehrt.) Es gibt beim Menschen ungefähr dreimal so viel Rechts- als Linksäuger.

Zweifellos hängt mit dieserRechtsäugigkeit" diel Tendenz zusammen, bei fehlender Orientierung nach rechts abzuweichen. Eine ganze Reihe von Beob­achtungen sprechen hierfür: ausgeprägt Rechtsäugigtz halten meist beim Gehen die rechte Schulter etwaa vorgeschoben und neigen dazu, den rechten Fuß stär­ker nach auswärts zu setzen als den linken; schoq aus dieser Haltung beim Gehen ergibt sich die Nei, aung, nach rechts abzubiegen. Bemerkenswert eve scheint in diesem Zusammenhang auch die Beobach­tung, daß Türschilder sehr häufig rechts angebracht sind; in Theatern kann man feststellen, daß von zwei nebeneinanderliegenden Treppenaufgängen bei wei­tem der rechte bevorzugt wird. Eine wissen­schaftliche Untersuchung solcher Personen, die de« linken Aufgang benutzten, hat ergeben, daß unte# ihnen dieLinkser" gehäuft auftraten. Diese Tat­sachen haben zweifellos stark dazu beigetragen, daß in der Mehrzahl aller Länder das Fahren auf der rechten Seite der Fahrbahn Vorschrift geworden ist.

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Die Tendenz, Kreisbewegungen zu be­schreiben, besitzt offensichtlich bei zahllosen Lebewesen eine derartig allgemeine Verbreitung, daß man sich mit Recht die Frage vorlegen muß, ob diese Er­scheinung nicht einenSinn" habe. Und in der Tat wird diese Frage bejaht werden müssen. Der nor» wegische Forscher Guldberg hat gezeigt, daß mit Hilfe der Kreisbewegung Wildtiere, die sich von ihrer Herde verirrt haben, ganz automatisch wieder auf diese stoßen, daß Kücken und andere Tierjunge, wenn sie bei ihren ersten kurzen Wanderungen außerhalb des Wahrnehmungsbereichs ihrer Mutter kommen, sich dadurch von selbst wieder zurückfinden. Der I n - stinkt des Muttertieres scheint um diese Tatsache zu wissen, denn man hat beobachtet, daß es in sol­chen Fällen keineswegs nach dem Verirrten auf die Suche geht, sondern nur Locktöne ausstößt und am gleichen Platze verharrt. Tatsächlich finden so bie Jungen fast stets ohne weiteres zur Mutter zurück. Dies also scheint des Rätsels Lösung zu sein: die zunächst höchst merkwürdige und scheinbar recht un­zweckmäßige Kreisbewegung erweist sich bei nähe­rem Zusehen als eine in vielen Fällen sehr wichtige und lebensnotwendige Einrichtung der Natur!

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Dberforftmeifter Deufter hielt alsdann einen Vortrag über das neue Reichsgesetz. Er sprach eingehend über das eigentliche Jagdrecht, dem das Jagdcmsübunasrecht der Jagdpächter, bzw. Jagdberechtigten gegenüberstehe. Der Jägernot, die Ablieferungspflicht von Wild, Jagdeinrichtungen, Wildfolge, Jagdschutz, Wildschaden, Wildhandels­ordnung alle diese Fragen berührte der Redner eingehend, dem reicher Beifall gezollt wurde.

Gaujägermeister Oberforstmeister Nikolaus richtete an die Jäaer und Heger einen roarmyi Appell. Der Jäger stehe heute vor neuen jagdlichen Verhältnissen, er müsse sich mit allen neuen Be­stimmungen vertraut machen, vor allem auch mit dem Geist des neuen Jagdgesetzes. Alles, was zur Reinhaltung der Raste des Wildes, wie auch der Jägerschaft notwendig ist, muß geschehen. Die Wah­rung der Interessen der Jäger liegt bei dem Landes­jägermeister, Gauleiter Sprenger in den besten Händen, auf den der Gaujägermeister ein kräftiges Horridoh! ausbrachte.

Oberforstmeister Deuster besprach noch einige Fragen und Anordnungen, Versicherung, Bekämp­fung der wildernden Hunde und Katzen. Kreis- veterinärarzt Dr. Metz, Schotten, wies auf die kostenlose Möglichkeit der Untersuchung des Wildes auf Trichinen hin, die unbedingt geschehen müsse.

Kreisjägermeister D erster schloß die anregend verlaufene Versammlung mit einemSieg-Heil!" auf den Führer. Je ein Vers der deutschen Lieder wurden gesungen.

Im Anschluß an die Tagung besprach Forst» meister O st h e i m , Laubach, die von ihm aus­gestellte, reichhaltige Sammlung Rehgehörne, die im Gräflichen Lauoachschen Revier im vergangenen Jahr geschossen wurden und die auch die Degenera­tion des Rehwildes bestätigte. Eine Hochzüchtung des Rehwildes fei daher mit allen Mitteln cmzu- ftreben. Jäger jein, heißt Heger fein, erst Heger, bann Jäger.

Landkreis Gießen.

y Watzenborn-Steinberg, 15. Juli. Am Samstagabend fand im SaaleZum goldenen Stern" eine Ortsbauernversammlung statt. Ortsbauernführer Pg. Heinrich Schäfer begrüßte die Erschienenen, und gab einen Erlaß des Reichsnährstandes bekannt. Zwecks Sicherstellung der Ernährung unseres Volkes aus eigener Erzeu­gung soll der Verkauf des Brotgetreides geregelt werden. Jeder Erzeuger muß neben der Große feiner Anbaufläche auch die voraussichtliche Menge des zum Verkauf stehenden Getreides (Roggen und Weizen) angeben. Die Ablieferung erfolgt dann in drei Abschnitten, die ihnen jeweils bekanntgegeben werden. Dazu werden ihm die Kontingentmarken ausgehändigt, ohne die der Bauer nichts verkaufen kann und die er beim Verkauf von Getreide ab­geben muß. Neuerdings können auch die Betriebe unter 5 ha (20 Normalmorgen) vor dieser Regelung Gebrauch machen. Getreide, das zu Futterzwecken bestimmt ist, wird von dieser Maßnahme nicht be­troffen. Hieran anschließend wurde die Jahres­hauptversammlung des Obst- und Garten­bauvereins Watzenborn-Steinberg abgehalten. Vorsitzender Lehrer Rätter erstattete Jahres­bericht und Rechnungsablage. Der Verein zählt 117 Mitglieder. Sodann berichtete der Vorsitzende über die Jahresversammlung des Bezirksobftbau- verbandes in Gießen. Dann wurde die Versamm­lung in der üblichen Weise geschlossen.

c\d Ederstadt, 14. Juli. Dieser Tage stürzte eine hiesige Bauersfrau beim Füttern so unglücklich, daß sie einen Armbruch erlitt und sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Die Ge­nossenschaftsdreschmaschine war in den letzten Tagen schon in voller Tätigkeit. Die zuerst geerntete Wintergerste konnte gleich ge­droschen werden. Der Körnerertrag ist zufrieden­stellend. Auch Roggen und Sommergerste reifen durch den warmen Sonnenschein sehr schnell. Die Sauern werden in dieser Woche überall mit dem Schneiden beginnen können. Die hiesige Wasser­versorgung hat durch die lange Trockenheit stark nachgelassen, so daß unsere Gemeinde, genau wie im Vorjahr, unter großem Wassermangel zu leiden hat. Jeder unnütze Wasserverbrauch, sowie das Be­gießen der Gärten mußten verboten werden.

drum bevorzugen wir die rechte Hand?'

Verirrte laufen im Kreise.Rechtser^ und »Linkser^.

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