immer wieder in den Kampf ein.
Die Veranstaltung brachte zunächst ein
Fliegerrennen, oas sowohl in den vier Vorläufen wie auch in den beiden Zwischenläufen erbitterte Kämpfe um die ?ltcnJ^?5e brachte. Für die Entscheidung setzten Nch Gassenmeyer (Offenbach), Klinken, berg (Köln), Wollenschläger (Köln) und Kingma (Köln) durch. Im Entscheidungslauf sicherte sich Wollenschläger den Sieg.
Im
Vorgabefahren,
Geyer (Offenbach) den Sieg vor Prinz (Köln).
Die besondere Aufmerksamkeit galt naturgemäß auch wieder dem
Vlannschaflsrennen nach Lechslageart, das diesmal die Fahrer über zwei Stunden m Anspruch nahm. Wenn man diesmal auch einige Fahrer vermissen mußte, die man gerne am Start gesehen hätte, so waren doch wieder ausgezeichnete Fahrer verpflichtet worden und das Rennen verlief nicht weniaer interessant, wie die vorhergegangenen. Die Mannschaften legten durchweg und fast während der ganzen zwei Stunden ein scharfes Tempo vor, dos m den Kurven kaum gemindert wurde. Höhepunkte waren die Spurtrunden, in denen das Aeußerste hergegeben wurde. Die Höchstzahl an Punkten aus Spurts erzielten der Gießener E. Muhl und Breuer (Frankfurt a. M.),' die mit 26 Punkten die höchste Wertung erreichten. Den Sieg errangen aber Gassenmeyer und Geyer (beide Offenbach), die zu ihren 25 errungenen Punk- ten aus Spurts noch einen Rundengewinn zu verzeichnen hatten, der für den Sieg ausschlaggebend wurde. An dritter Stelle folgten der dem Radfahrverein Gießen 1885 angehörende Dortmunder Reumann und der Wetzlar-Riedergirmeser Walter Göbel mit 20 Punkten. An dem Sieg von Gassenmeyer und Geyer ist bemerkenswert, daß beide Fahrer trotz eines heftigen Sturzes, zu Beginn der zweiten Stunde in glänzender Manier einen Rundengewinn erringen konnten.
Erwähnenswert ist, daß der beste Berufsstraßenfahrer, der gegenwärtig die deutsche Liste der Berufsstraßenfahrer anführt, der Dortmunder Erich B a u tz in Gießen weilte und den Rennen mit aller Aufmerksamkeit folgte. Er war aus Dortmund gekommen, um seinen ehemaligen Klubkameraden Neumann zu besuchen, und ihn im Zweistundenmannschaftsfahren nach Kräften zu unterstützen. Ein schönes Beispiel sportlicher Kameradschaft!
Die Sieger wurden mit schleifengeschmückten Blumensträußen ausgezeichnet.
Oie Ergebnisse:
Fliegerrennen: 1. Wollenschläger (Köln), 2. Geyer (Offenbach), 3. Kingma (Köln), 4. Klinkenberg (Köln).
Vorgabefahren: 1. Geyer (Offenbach), 2. Prinz (Köln), 3. W. Göbel (Wetzlar-Niedergirmes), 4. Breuer (Frankfurt).
Zweistunden-Mannschafts-Rennen: 1. Gassenmeyer - Geyer (Offenbach), 25 Punkte und Rundengewinn: 2. E. Muhl (Gießen) - Breuer (Frankfurt), 26 Punkte; 3. Neumann (Gießen) - Göbel (Wetzlar-Niedergirmes), 20 Punkte; 4. Wol- lenschläger (Köln) - K. Muhl (Gießen), 13 Punkte; 5. Schlösser - Kingma (Köln), 7 Punkte; 6. Prinz - Klingenberg (Köln), 5 Punkte, und Zacharias - Müller (Koblenz), 5 Punkte. Die beiden letzteren schieden allerdings 20 Minuten vor Schluß aus. Heinrich preiß-Gießen erringt die Gau- meisterschast im 100 km Gtraßenfahren
Am gestrigen Sonntag nahm der bekannte hiesige Streckenfahrer Heinrich P r e i ß , der Bezirksmeister im Bezirk Gießen im Straßenfahren über 100 Kilometer an der Gaumeisterschaft über die gleiche Strecke in Kassel teil. Heinrich Preiß (RÄrclub „Germania" Gießen) konnte in dem Wettbewerb, der die Besten des Gaues vereinigte, Sieger werden. Er fuhr die Strecke in zwei Stunden 42 Min.
wurden, siegte die Mannschaft Blum-Hermes vor Baum-Linkmann und Simon-Hilz.
Einige Kämpfe der ^.-Klasse brachten überaus svannende Begegnungen. Das erste Spiel, der Kampf. der Gießener I. Mannschaft gegen die II. Mannschaft von Frankfurt endete mit einer überraschend hohen Niederlage der beiden Gießener. Wesentlich anders verlief das Spiel 1885 II. (Deibel- Wißner) gegen Frankfurt I. (Schreiber-Hofmann). Die Gäste gingen zunächst bis zu 5:0 in Führung. Die Hiesigen hatten bis dahin einen schweren Stand, wurden dann aber sichtlich besser. Deibel, keiner der Jüngsten mehr, wuchs über sich hinaus und erzielte in kurzen Abständen und zur großen UeberiHrschung der Weltmeistermannschaft 5 Tore denen die Gäste nur noch zwei entgegensetzen konnten. §ür die Gießener bedeutet dieses Ergebnis einen außerordentlichen Erfolg.
Die II. Mannschaft des RÄsiahrervereins 1885 Gießen behauptete sich übrigens gegen die II. Mannschaft der Frankfurter ebenfalls sehr gut und erzielte das gleiche Ergebnis.
Einen sehr dramatischen Verlauf nahm die Begegnung der beiden ersten Mannschaften. Das Spiel begann in einem kaum zu überbietenden Tempo. Die Gießener (Von-Eiff - Baum) waren zunächst tonangebend und gingen zur allgemeinen großen Ueberraschung mit 3:0 in Führung. Durch ein Selbsttor der Frankfurter kam das Spiel gar zu einem Stand von 4:0 für Gießen. Dann drehten die Frankfurter auf. Sie deckten nun sorgfältiger, griffen überlegter an und erzielten nun auch ihrerseits Tore. Der Stand des Spieles lautet dann im Einzelnen 4:1 für Gießen, 4:2, 5:2, 5:3, 5:4, 5:5. Dann gingen die Gäste in Führung: 5:6! Gießen glich dann aus. Also 6:6. Die Frankfurter erhöhten noch auf 6:8. Kurz vor Schluß gelang es den Einheimischen noch, auf 7:8 zu verkürzen, nachdem sie einige Chancen glatt vergeben hatten. In den übrigen Spielen setzten sich die ersten Mannschaften gegen die zweiten durch.
Während einer Kampfpause zeigte Haas (1885 Gießen) im Einer-Kunstfahren fein hochentwickeltes Können.
Im Rahmen des geselligen Teiles der Veranstaltung hieß der Führer des Jubiläumsvereins alle Teilnehmer des Abends herzlich willkommen. Er wies auf die fünf Jahrzehnte lange Arbeit des Gießener Radfahrer-Vereins im Interesse der För- berung des Radsportes hin und gab der Versicherung Ausdruck, daß auch in Zukunft in gleichem Geiste weitergearbeitet werde. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer, den Reichssportführer und den deutschen Radsport schloß der Redner seine Ansprache. Der Gaufachwart für Radfahren im Gau XII, Herr Eckart (Kassel) beglückwünschte den Verein zu feinem Jubiläum und überreichte eine schöne Fahnenschleife. Der Vereinsführer des Radfahrervereins Krofdorf beglückwünschte den gaft» gebenden Verein ebenfalls und gab der gegenseitigen fportkameradschaftlichen Verbundenheit Ausdruck. Er überreichte einen Fahnennagel.
Der restliche Abend war dem Tanze gewidmet. Außerdem huldigte man im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten bei einem Preisschießen dem Schießsport.
Das Vahnradrennen
2-SlundeN'Mannschasisrennen. — Erich Vauh, der beste deutsche Berufsstaffelfahrer in Gießen.
Die Jubiläumsveranstaltung des Gießener Radfahrvereins von 1885 fand ihre Fortsetzung am Sonntagnachmittag auf dem Platz der Spielvereinigung 1900. Bahnradrennen, standen auf dem Programm und lockten wieder viele Zuschauer an, wenngleich die Besucherzahl des letzten Rennens nicht erreicht wurde. Die herrschende sehr warme Witterung mag schuld daran tragen. Für die Fahrer war die hohe Temperatur eine fühlbare Erschwerung. Trotzdem wurde ausgezeichnet gefahren. Besonders im 2-Stunden-Mannschastsrennen gab es interessante Kampfszenen. Leider waren mit dem gestrigen Rennen auch zahlreiche Stürze verbunden, die aber alle glimpflich verliefen. Die Fahrer griffen nach kurzen
Wir fanden aueinanoer.
Vornan von Klothilde v. Stegmann
Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag Halle (S.)
2 Fortsetzung Nachdruck oerboten!
„Aha, und wenn ich nun wieder Erbe Tante Albertas wurde, konnte ich diese zarten Bedenken ja fallen lassen und mich erneut mit Jutta verloben. Fein ausgedacht, weiß Gott! Aber ein wenig zu fein das Netz! Und ich werde es zerreißen."
„Was wollen Sie tun, Herr Graf?"
Veltheim richtete sich hoch auf:
„Mit meiner Kusine Jutta mich einen Augenblick unterhalten, Herr Justizrat!"
„Sie werden doch die Erbschaft nicht ausschlagen, Herr Graf?"
,Lch denke nicht daran, Herr Justizrat!"
„So werden Sie sich mit Fräulein von Bergfelde aerloben?"
„Daran denke ich noch weniger."
„Aber um Himmels willen, bann begreife ich «icht. Die Klausel des Testaments —"
• • spricht ausdrücklich davon, daß ich mich innerhalb eines Jahres verheiraten soll. Es war -hr zartfühlend von Tante Alberta, daß sie vor der Welt keinen Zwang auf mich ausüben wollte. 4ch weiß dieses Zartgefühl zu schätzen, Herr Ju- tizrat! Ich werde mich innerhalb eines Jahres r erheiraten, aber nicht mit meiner Halbkusine -lutta."
»Mit wem denn um Himmels willen?"
Dietrich Veltheim zuckte die Achseln:
„Da fragen Sie mich zuviel, Herr Justizrat! Aber Ichließlich — es gibt ja genug Frauen auf der Oeft. So gut wie meine Kusine Jutta wird schon e ne sein. Oder sind Sie der Meinung, daß ich jcht noch an wahre Liebe bei meiner Kusine Jutta gauben darf? Sind Sie der Meinung, daß sie die liechte für mich wäre? Herr Justizrat, Sie kennen >7ich von klein an. Sie mMI-n, ich habe ein Herz, dus an Menschen glaubt und sich nach Liebe sehnt, lielleich. gerade, weil ich so einsam gewesen bin. Deil : f' ohne Eltern und Geschwister ausgewachsen bit. Glauben Sie, daß Jutta mir etwas von dem butte geben können, was ich von ihr erwartet bnbe?"
Hustizrat Niemann sah Veltheim ernst an:
„,Jch würde mir sonst kein Urteil über Fräulein a n Bergfelde anmaßen, Herr Graf! Aber da Sie »:ch alten Mann auf Ehre und Gewissen fragen, ich Ihnen ebenso ehrlich antworten: Ich habe &ire Verlobung mit Fräulein von Bergfelde mit Sorge gesehen. Ich habe niemals geglaubt, daß ^'äulein von Bergfelde ^.e inneren Qualitäten be- [cße, die Ihre Frau haben muß. So bin ich biinab froh, daß das Testament Ihnen einen Aus- n-sg läßt, Graf Deltheiml"
Dietrich Veltheim atmete tief auf:
„Weiß Gott, ich bin aufroh, Herr Juftizrat! Und nun zu Jutta. Ich sehe Sie doch dann noch, Herr Juftizrat?"
Er nickte dem alten Herrn herzlich zu und ging rasch ...naus.
2. Kapitel.
Jutta fuhr von ihrem Buch auf. Sie hörte endlich Schritte. Schnell fah sie noch einmal in den Spiegel, legte die weiche Welle des blonden Haares tiefer in die Stirn. Dann rief sie:
„Herein!"
Dietrich Veltheim trat rasch ein. Jutta tat, als führe sie erschreckt auf.
„Oh, Dietrich, du?"
Sie sah ihn verwirrt an. Dann sank sie wie kraftlos in den Sessel zurück. Sie legte die Hand aufs Herz:
„Verzeih, daß ich dich nicht begrüße! Ich — ich", ihre Stimme klang wie erstickt von unterdrückter Bewegung, „ach, Dietrich —", ihre blauen Augen jüuren sich mit Tränen. Wie ein geängstigtes Kind sah sie zu ihm auf. Das zarte Gesicht schien in Schmerz und Sehnsucht erblaßt. Ihre ganze Erscheinung wirkte, wie sie jetzt Ca weich im Sessel saß, hinreißend, schön und zart. Aber Dietrich betrachtete Jutta mit kühlen Augen, so, wie man ein schönes Bild betrachtet, von dem man genau weiß, daß es in keiner lebendigen Beziehung zu einem selbst steht. Erstaunen war in ihm. Wie oft hatte er sich in den Monaten des Fernfeins ein Wiedersehen mit Jutta ausgemalt! 3n den einsamen Nächten in dem fernen Lande roar in den ersten Wochen die Sehnsucht nach Jutta wie ein fressendes Fieber in feiner Seele und in feinem Blut gewesen. Er hatte geglaubt, er könnte nicht ohne sie existieren. Er hatte sich krank ge- ehnt nach ihrem Munde. Nur die Erkenntnis, daß sie feiner Liebe nicht wert war, hatte chn gehalten.
Nun fah er sie wieder. Sie war womöglich noch schöner geworden. Aber ihn hatten diese Monate verwandelt. Sein Blick war geschärft. Er fühlte, Jutta war nicht echt in dieser kindlichen Verwirrung. Irgend etwas war gespielt und auf Wirkung berechnet. Irgend etwas in dem Ausdruck dieser kindlich fein wollenden Augen, dieser flehend aufgehobenen Hände, diesem ganzen Schutzsuchenden und Hingebenden war Komödie.
Wir wollen uns nichts vormachen, Jutta", ganz hart sprach er, ohne irgendeine Ueberieitung, was gesagt werden muß, muß gesagt werden. Ich habe von Herrn Justizrat Niemann die Bedingungen des Testaments gehört. Tante Alberta will mich zu ihrem Universalerben emsetzen. Ich glaube nicht zu irren, wenn diese Sinnesänderung Tante Albertas dein Werk ist!" _
Jutta schaute Dietrich unsicher an. Sie bemühte sich, den Ausdruck der Kindlichkeit festzuhalten. Aber darunter glomm ein Prüfen und Beobachten. Was hatte er?
Blitzschnell änderte sich chre Taktik. Das Kind-
Im Endspurt in einer Spitzengruppe von acht Mann mit zwei Radlängen Vorsprung sicherte er sich den Sieg. Zweiter wurde Trumpf (Kassel). Durch die Erringung dieser Gaumeisterschaft ist Hch. Preiß zur Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft berechtigt, die am 4. August in Berlin zum Austrag kommt.
6arroriola gewinnt den Großen preis von Belgien.
Vor etwa 100 000 Zuschauern aus Belgien, Frankreich, Deutschland und Holland kam am Sonntag in Francorchamp bei Spa der Große Preis von Belgien für Automobile zur Durchführund- Am Start waren zehn Wagen; drei Mercedes, drei Alfa Romeo, drei Bugatti und ein Maserati. Carraciola fetzte sich sofort an die Spitze und fuhr die beste Runde in 5:35. In der zweiten Runde hatten sich von Brauchitsch und Fagioli auf den zweiten Platz vorgearbeitet. In der sechsten Runde gab bereits Wimille (Bugatti) auf. In der 15. Runde schied dann auch von Brauchitsch aus und Chiron rüste auf den dritten Platz. Fagioli (Mercedes) hielt den zweiten Platz dicht hinter Carraciola und mußte in der 23. Runde wegen Erkrankung aufgeben. Chiron ging nun auf den zweiten Platz. Brauchitsch übernahm den Wagen Fagiolis und nun begann eine Verfol- gungsfahrt auf Tod und Leben, bis Chiron überholt war. Bei dieser Jagd gab Dreysuß plötzlich erschöpft auf und ließ sich ablösen. Brauchitsch fuhr mit 5:23 bei dem Verfolgungsrennen mit 165,767 die schnellste Runde. Die beiden Deutschen fuhren das Rennen zum Schluß allein nach Hause, ohne die Reifen zu wechseln.
Korpsführer Hühnlein an Daimler-Venz.
Korpsführer Hühnlein sandte an die Direktion der Daimler-Benzwerke anläßlich des Sieges im Großen Preis von Belgien ein Telegramm, in dem er dem Werk und seinen Meisterfahrern Carraciola und Brauchitsch feinen Glückwunsch und feine Anerkennung zu dcßn neuen stolzen Erfolg ausspricht.
Um den«.GroßenpreisvonDeutschland für Motorräder".
150 000 Zuschauer erlebten auf der neuhergerichteten Badberg-Sttecke von Hohenstein-Ernstthal den Kampf um den „Großen Preis von Deutschland für Motorräder", der von den besten Fahrern aus ad)t Nationen bestritten wurde. Wenn es Deutschland auch nicht glückte, in allen Klassen die Vorherr- schäft zu erringen, fo gab es doch für unsere Fahrer Ehrenplätze. Ganz groß war der Erfolg der Ve-Liter-DKW. Walfried Winkler und F. Kluge waren mit 114,8 und mit 114,4 Kilometerständen die weitaus Schnellsten. In den Klassen bis 350 Kubikzentimeter und bis 500 Kubikzentimeter siegten die Engländer Rusk mit 119,2 und Guthrie mit 126,8 Stundenkilometer. Richnow (Berlin) wurde in der 350-Kubikzenttmeter-Klasfe als bester Deutscher Dritter. Bei den Vr-Ltter-Mafchinen tarnen die NSU.-Fahrer Soenius und Rütt- chen auf den 3. und 4. Platz.
Deutscher Sieg in der «.Military".
Vom 11. bis 13. Juli fand in Döberitz die Generalprobe für die Olympia-Vielfettigkeitsprüfung 1936 statt. Von den 10 beteiligten Nationen konnte sich Deutschland, das vom ersten Tage an die Führung inne hatte, als Sieger behaupten. Der ostpreußische Wallach „Nurmi" unter Hptm. Stubbendorff konnte sich vor dem dänischen Schimmel Grey Friar (Lt. Grandjean) sowie zwei wetteren deutschen Bewerbern als Sieger durchsetzen.
Am ersten Tage gelangte die Dressurprüfung auf dem Hof des Döberitzer Kavallerielagers zum Austrag. Schon hier konnte sich Nurmi unter Hptm. Stubbendorff vor Fasan (Rittm. v. Plötz), die beide dem Dielseitigkeitsstall der Kavallerieschule Hannover angehören, an die Spitze setzen. Auch am zweiten Tage, der die Prüfung im Geländeritt auf der Hindernis-Rennbahn von Ferbitz brachte,
liche. Verängstigte wich. Sie schaute ihn jetzt sanft, aber offen an.
„Dietrich, wir wollen dock alles in Ruhe be- sprechen! Steh doch nicht so finster da! Komm, setz dich her! Laß mich dir erzählen. Wir haben uns ja fo schrecklich viel zu sagen, seitdem wir uns nicht gesehen haben."
Sie stand mit einer geschmeidigen Bewegung auf und trat auf ihn zu. Er aber wich einen Schritt zurück hinter den hohen Gobelinsessel.
„Ich wüßte nicht, was wir uns feit unserem Abschied damals noch zu sagen hätten, Jutta! Ich bin auch nicht hergekommen, um Vergangenes wieder aufzurühren. Was gewesen ist, ist gewesen Bttte, beantworte mir meine Frage: Hast du Tante Alberta bestimmt, ihr Testament zu meinen Gunsten zu machen?"
„Das habe ich, Diettich!"
„Und warum, wenn ich fragen darf?"
Jutta schlug die Augen voll zu Diettich auf:
„Das kannst du fragen? Weil ich gutmachen wollte, Dietrich! Weil ich längst bereut habe, einmal kleinmütig gewesen zu fein, mich vor der Armut gefürchtet zu haben. Weil ich dich liebe, Dietrir'
Da > hatte sie wie in Scham gesagt. Sie
senkte blonden Kopf sehr tief. Im Licht der
Stehlau. leuchtete ihr Haar wie zartes Gold auf. Die reine Linie ihres zarten Nackens hob sich weiß aus der dunklen Kreppumhüllung des Trauergewands.
Aber Dietrich ließ sich von dieser Gebärde der Demut nicht einfangen. Ein langes Schweigen war zwischen den beiden Menschen. Jutta stand und lauschte fieberhaft. Wie lange würde er sie fo stehenlassen? Warum antwortete er nicht? Sollte es wirklich mit ihrem Einfluß auf ihn vorüber sein? Aber ein Mensch wie Diettich konnte eine Liebe nicht so schnell abtun. Er war ja ganz von ihr befefjen gewesen. Vielleicht war es der sogenannte männliche Stolz, der es ihm jetzt verbot, zu sagen, was er für sie fühlte. Da hob sie den Kopf:
„Dietrich, mach' es mir doch nicht fo schrecklich schwer! Bist du mir noch böse? Laß doch alles vergessen sein, Diettich! Ich habe auf dich gewartet — in Sehnsucht. Ich habe bereut, Dietrich! Ich wurde erst glücklicher, als ich hier bei Tante Alberta etwas für dich tun konnte."
„Für mich? Für d i ch hast du es getan. Schweig, unterbrich mich nicht!"
Ein böser Blick auf den Augen, die eben noch so sanft und flehend geschaut, traf Dietrich.
„Was fällt dir ein — ist das der Ton eines Kavaliers einer Dame gegenüber? Das hast du wohl in deinem Nomadenleben drüben in den un- zivilisierten Gegenden gelernt?"
Auch die sanfte Stimme Juttas hatte jetzt eine verdeckte Schärfe. Aber Dietrich war diese Form des Gesprächs zwischen ihm und Jutta nur lieb. Jetzt war es wieder die Jutta, von der er sich ba-
blieb der Sieger des Vortages vor Grey Friar (Lt. Gandjean-Dänemark) siegreich, während Fasan (Rittm. v. Plötz), der nach der Dressurprüfung den zwetten Platz einnahm, auf den fünften Platz verwiesen wurde.
Der Schlußtag brachte einen Wettbewerb im Jagdspringen auf dem Turnierplatz in Döberitz. Der Kurs führte über 12 leichtere Hindernisse und als Höchstzeit waren 130 Sekunden vorgesehen. Es traten nur noch 21 Pferde an und nur acht Pferde machten Fehler. Nurmi unter Hptm. Stubbendorff blieb auch im Jagdspringen ohne jeden weiteren Minuspunkt und konnte somit den Sieg vor dem Dänen Grey Friar (Lt. Grandjean) an sich reißen. Die übrigen deutschen Vertreter tarnen im Gesamtergebnis an 3., 4. und 10. Stelle ein.
«.Sturmvogel" gewinnt den Großen preis von Berlin.
Das Ereignis des Deutschen Rennsportes war der am Sonntag in Berlin-Hoppegarten ausgetraaene international besetzte „Große Preis von Berlin". Das mit 38 000 Mark ausgestattete Rennen gewann der deutsche Derby-Sieger „Sturmvogel" aus dem Gestüt Schlenderhan, der von W. Printen in der hervorragenden neuen Bestzeit von zwei Minuten 44,8 Sekunden geritten wurde.
Deutschland siegt im Europaschlußspiel um den Davispokal.
Tschechoslowakei 4:1 geschlagen.
Im Europaschlußspiel des Davispokal-Wettbewerbs holte Deutschland am Samstag in Prag eine 2:1-Führung heraus. Vor nur 4000 Zuschauern siegten auf der Hetzinsel die Deutschen v. C r a m m- Lund sicher in drei Sätzen über die Tschechen Menzel-Malecek. Dieser Kampf, in dem Gottfried von Cramm der bei weitem überragende Mann war, dauerte nur etwa 80 Minuten. Die Deutschen siegten sicher mit 6:3, 9:7, 6:4, obwohl sich die Tschechen verzweifelt wehrten.
(Tramm schlägt Vlenzel. — Henkel besiegt Lasca.
Vor etwa 6000 Zuschauern kamen auf der Hetz- infel in Prag am Sonntag die beiden Schlußfpiele im Einzel im Davispokal-Schlußfpiel zum Austrag. Deutschland kam hierbei zweimal zu Siegen und hat somit die Tschechoslowakei 4:1 geschlagen. Im ersten Treffen standen sich von Cramm und der Deutschböhme Roderich Menzel gegenüber, von Cramm mußte hart kämpfen, um den Sieg sicher- zustellen. Er befand sich zwar in überragender Form, aber auch Menzel bewies erneut, daß er erste internationale Klasse ist. Cramm wartete mit einem Endspurt auf, der da. diesmal sehr objektive Publikum begeisterte. Roderich Menzel hatte nicht mehr die Kraftreserven, um diesen? Tempo standzuhalten. So endete der Kampf 6:2, 6:4, 3:6, 5:7, 6:1 für den Deutschen.
Henkel schlug C a s c a 2:6, 7:5, 6:4, 6:0. Zuerst sah es böse für Henkel aus. Ihm gelang im ersten Satz nichts und leicht gewann Casca mit 6:2. Schon im zweiten Satz wurde es anders. Henkel glänzte durch Stoppbälle und legte eine Sicherheit an den Tag, die feinen Gegner in Verwirrung brachte. Im letzten Satz war der Deutsche haushoch überlegen.
... und nun gegen 21S2L
Am körnenden Wochenend trifft Deutschland nun in Wimbledon auf den Sieger der amerikanischen Zone, die Vereinigten Staaten. Der Sieger des Kampfes trifft dann in der Entscheidung auf den Pokalverteidiger England, der an den Ausschei- dungskämpfen befttmmungsgemäß nicht tellzuneh- men braucht.
Deutschlands Schwimmer verloren g-gen Ungarn.
Deutschlands Schwimmer verloren den Länderkampf gegen Ungarn, der am Sonntag im Budapester Kaiserbad abgeschlossen wurde, knapp mit 23:21 Punkten. Das Wasserballspiel endete 7:3 (4:2)
mals in Haß und Zorn getrennt. Jetzt wich der letzte Zauber, mit dem sie ihn hatte betören wollen. Jetzt hatte er sich wieder in der Hand, jetzt wußte er nur das eine: abrechnen mit dem Geschöpf, das er einst so sinnlos geliebt, dessen Schönheit ihm Herz und Seele betäubt, und das doch nichts anderes war als ein kalter, berechnender Mensch.
„Wenn ich mich im Ton vergriffen habe, liebe Jutta, dann bitte ich um Entschuldigung. Du hast recht, da drüben in unserer Wildnis ist man ein wenig gefellfchaftsunfähig geworden. Aber dafür hat man sich etwas errungen, was mir wichtiger scheint: Die Klarheit über gewisse Episoden im Leben und die Erkenntnis, daß es sich nicht lohnte, um gewisser Menschen willen sich beinahe das Leben zu nehmen. Und diese Erkenntnis, liebe Jutta, ist mir wertvoller als die sogenannten »guten Formen* eurer Gesellschaft."
„Don was für einer Erkenntnis sprichst du?"
„Daß einem Armut mitunter zum Segen ausschlagen kann! Wäre ich damals schon der Erbe Tante Albertas gewesen, oder hätte ich mich bei ihr lieb Kind gemacht, dann wäre heute zwischen uns alles anders."
„Und du willst sagen, daß das ein Unglück für dich geworden wäre? Fühlst du nicht, wie du wich damit beleidigst?"
All die Weichheit war nun aus Juttas Gesicht und Stimme gewichen. Ihre Augen glänzten bart Um ihren zarten Mund lag ein rachsüchtiger Zug. Sie fühlte, sie hatte verspielt. Aber nun wollte sie Dietrich wenigstens auch treffen.
So ein Narr! So ein blinder Tor!. Was würde er beginnen, wenn die Erbschaft Tante Albertas an die Seitenlinie, an die Romberts fiele? Dann war er bettelarm und konnte sehen, wo er blieb. Aber die Tragweite dieser Dinge schien ihm tatsächlich nicht aufgegangen zu fein. Denn ganz ruhig sagte er jetzt:
„Don Beleidigung kann keine Rede fein, Jutta. Es ist durchaus nicht meine Absicht, dich zu trän« ten. Ich will nur Klarheit zwischen uns schaffen. Allerdings, eine Verbindung zwischen uns wäre ein Unglück gewesen! Ich habe das Höchste und Schönste in dir gesehen. Ich habe einen Traum geträumt von einem Lebenskameraden, der mit einem durch dick und dünn geht. Der mit einem hungert. Mit einem darbt. Dem nichts gilt außer dem einen: Beisammen zu fein! Aber du fürchtetest dich davor, mit mir den Lebenskampf aufzunehmen. Du hast es nicht einmal versucht. Du hast gar feine Vorstellung davon gehabt, daß ein ehrenhafter Mann nicht um äußerer Vorteile willen zu Kreuze kriechen kann. Sonst hättest du nicht verlangt, daß ich mich Tante Albertas Willen füge."
.Lächerlich diese großen Worte! Davon wird man nicht satt, lieber Dietrich. Du hast kein bißchen Lebensklugheit.
(Fortsetzung folgt!)


