auf 50000 Dukaten geschäht: sie bestand nicht nur aus kostbarsten Kleidern und zahllosen Juwelen, sondern auch aus herrlichem Gold- und Silberge- rät, Teppichen und Spiegeln und feinstem Linnen» zeug, auf dem Wappen in kunstvollen Stickereien ausgeführt waren. Den Inventaren dieses Schatze- ist zu entnehmen, daß ein Gewand aus Goldbrokat mit einem in Silberrelief eingestickten Traubenmuster allein viele Tausende Dukaten kostete. Kaiser Maximilian, der stets in Geldverlegenheiten befindliche „letzte Ritter^, erhielt denn auch beträchtliche Summen. als er einige Jahre später die Gewänder und Juwelen, ja selbst die kostbare Wäsche seiner Gemahlin verpfändete. Roch im 18. Jahrhundert war die Ausstattung, wie sie durchschnittlich einer reichen Braut mitgegeben wurde, recht wertvoll. Wir besitzen aus dem Jahre 1780 die Aufstellung eine- „Trousieaus", wie er in vornehmen Kreisen für nötig gehalten wurde. Er bestand aus 72 Hemden, 72 Taschentüchern aus holländischem Leinen und 48 Battisttaschentüchern. 72 Baar Schuhen, 24 Unter* rocken. 72 Bettlaken und 48 Handtüchern. Das war an Wäsche gewiß noch mehr, als die mailändische Prinzessin dreihundert Jahre früher erhalten hatte. Sin gutes Beispiel für die Brautausstattung einer deutschen Prinzessin im 18. Jahrhundert bietet da- Inventar, das von der Aussteuer der Richte Friedrichs des Großen, Friederike von Dgyreuth, erhalten ist, die im Jahre 1748 den Herzog Karl Eugen von Württemberg heiratete. Sie bekam mit: .Ein zn 5 v. H. verzinsliches Kapital von 30000 fl. bei der Bayreuther Landschaft, viele Juwelen, Brillanten, sonstige Edelsteine, Perlen, so einen großen gestreckten Brillanten in Schnürkasten, 2 dito egale Brillanten in Schnürkasten, eine goldene Repetieruhr von schwarzem Agat mit 162 Brillanten samt einer dazu gehörigen, mit 550 Brillanten besetzten Equipage, eine goldene Minutenuhr mit einer tom* pakenen Kette und einem in Gold gefaßten Cachet von rotem Stein, eine Reihe Tabatieren, Ringe; Gold, und Silbergeschirr, darunter zwei ganz goldene Bestecke, das eine von 136 Cronen Gewicht, Geschenk der Königin-Mutter von Preußen, das andere 139 8/8 Gronen Gewicht, desgleichen des Herzogs, 1 silbernes vergoldetes Besteck, 1 silberne vergoldete Toilette, 1 silberne Toilette, wofür der Herzog eine ganz vergoldete schenkte, 2 große Spiegel in silbernen Rahmen, für 1200 fl. erlauft; Weißzeug und Bettwerk; reiche und andere Kleider, als 5 reiche Roben, ein Braut-Schlumperrvck; Spitzen und Galanterien, so 4 Robegarnituren, 2 garnierte Regli* g6s mit Brabanterspitzen, 2 Toiletten von Brüsseler Kanten; Bücher; an Wagen: 1 Reisewagen von blauem Plüsch mit goldenen Tressen.*
Die
2In
4.
1885 I. — Frankfurt I.
7:8
Die Ergebnisse der B-fUaffe:
In
3:8
5:7
4:12
7:2
4:15
4:6
die von drei
1885 bestritten
rischen Wettkämpfen der verschieden' Ausschreibungen der einzelnen Go in einem handlichen Heft
Brautausstattungen in alter Zeit.
Während man heute eine einfache und zweckent- sprechende Aussteuer anstrebt - das Ghestandsdar- lehen ist dafür richtungweisend,-glaubte man in vergangenen Zeiten bei der Eheschließung durch eine prunkvolle Brautausstattung der Verwandtschaft und darüber hinaus auch einer weiteren Öffentlichkeit einen Beweis der Wohlhabenheit geben zu müssen. Die Aussteuer stand oft geradezu im Mittelpunkt des Hochzeitsfestes, denn von ihrem Glanz fiel ein Schimmer auf die Braut selbst; so zeigte man bei fürstlichen Heiraten dem Volk gern die Pracht des Schmuckes und der Einrichtung. Welche Verschwendung in den Zeiten der Renaissance in dieser Hin- sicht herrschte, beweist die Aussteuer, die die Richte des Herzogs Ludovico von Mailand, Bianca Maria Sforza, bei ihrer Vermählung mit Kaiser Maximilian erhielt. Die Kosten dieser Ausstattung werden
Frankfurt I. — Frankfurt II. 5:3
1885 II. — Frankfurt II. 5:7
Feslleitung verfolge nur ein Ziel: ein (Sausest des neuen RfL. zu gestalten.
Krofdorf I. — 1885 Wieseck I. — Krofdorf I. 1885 Gießen — Wieseck den Kämpfen der Jugend, chatten des Radfahrervereins
1885 I. — Frankfurt II.
1885 II. — Frankfurt I.
1885 I. -#*1885 II.
Wohnungsausschuß hat sich der ihm gestellten Aufgabe mit Arbeitsfreude unterzogen. Die Beschaffung der Quartiere erfolgt in eng st er Zusammenarbeit mit der NS.-Dolks- Wohlfahrt, die sich in anerkennenswerter Weise mit allen ihr zur Verfügung stehenden Kräften in den Dienst der Wohnungswerbung gestellt hat. Neben einer erfreulich großen Zahl von Bürger- quartieren kommen noch Gemeinschasts- Unterkünfte in Frage, für die von großen Veranstaltungen her bestens bekannten Heidelberger Schnellbetten Verwendung finden. Für die letztere Unterkunftsmöglichkeit, für die der Quartiernehmer sich zweckdienlich mit einer Schlafdecke versieht, beträgt der Preis für die gesamte Festdauer nur 1,50 Mk.; das ist ein Betrag, der die ©^te^ung5Eojtet^etne5roeg^^6dL^nt^em^beiv
DesGaubeaufttagtenRusanAlle!
„Der Staat hat für die Hebung der Volksgesundheit zu sorgen durch Herbeiführung der körperlichen Ertüchtigung mittels gesetzlicher Festlegung einer Turn- und Sportpflicht, durch größte Unterstützung aller sich mit körperlicher Jugendausbildung beschäftigenden Vereine.*
Eine solche Bejahung und Anerkennung, wie im Absatz 21 des Parteiprogrammes ausgesprochen, haben die Leibesübungen vorher niemals gefunden.
Die nationalsozialistische Weltanschauung gibt der turnerischen und sportlichen Arbeit somit eine Zielsetzung, die wir erst nach aufopferndster und zähester Arbeit worden erreichen können, und es geht darum, dah jeder von uns sich als Verkünder der Idee betrachtet und von der hohen vaterländischen und nationalen Bedeutung, die die Herbeiführung der Ium- und Sportpflicht für die Förderung und Erhaltung unserer Volkskraft und somit unseres gesamten völkischen und staatlichen Lebens hat.
Rur in einer großen, von einheitlichem Geiste und einheitlichem Dillen beseelten Gemeinschaft kann es uns gelingen, diesem Gedanken Anerkennung zu verschaffen.
Der Reichssportführer hat vor ungefähr Jahresfrist das kleinliche Nebeneinander und Gegeneinander der Turn- und Sportverbande ausgeschaltet und die alles umfassende große Einheit durch Verkündung des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen hergesiellt.
Wit unserem Gaufest in Gießen wollen wir als Reichsbund erstmals vor die Oeffentlichkeit treten, um zu beweisen, daß das, was früher in Verbände zerfiel, nunmehr in den Fachschaften des Reichsbundes in Gleichberechtigung, gegenseitiger Anerkennung und treuer Kameradschaft Schulter an Schulter sieht.
Ich erwarte von jedem Fachschaftsführer, daß er sich seiner hohen Verantwortung bewußt ist und im Blick auf das Endziel feine gesamte Gefolgschaft aufbietet, damit alle teilnehmen an den Gießener Tagen und dieses Fest in der Tat zu einem begeisternden und freudevollen Erlebnis unserer gesamten hessischen Sportler und Turner und unserer Gäste und Freunde wird, die herzlichst eingeladen sind und die, wie wir hoffen, gleichfalls in großer Zahl nach Gießen kommen werden.
Der Beauftragte des Reichssportführers im Gau XII (Hessen): gez.: Weister.
Wie löst die Gauseststadt die Llntettunstssrage?
mter sind zusam - nichtigsten g, Unter» .irner, Fech-
___ die Fachämter richtete der Redner die Bitte, in den nächsten Tagen nochmals alles auf- zubieten, die Mitglieder für das 1. Gaufest mobil zu machen und zu so starker Beteiligung zu veranlassen, daß Gießen in den Tagen vom 2. bis 4. August ein wirkliches Gaufest des RfL., ein Fest der geeinten deutschen Leibesübung sehe.
Beim ersten Gaufest des RfL. vom 2. bis August in Gießen ist eine sehr große Zahl von Turnern und Sportlern unterzubringen. Der Gießener
Das l.Gaufest des Reichsbundes für Leibesübungen
Dom 2. bis 4. August in Gießen.
50 Jahre Gießener Radfahlverein von 1885
Zweier-Ravball um den „Großen Zubiläumspreis'".
Bahnradrennen am Sonntag.
Briefmarken).
Sitzung des Gauführerrings zum Gaufest.
In Kassel trat am Freitagnachmittag unter Leitung des Gaubeaustragten H. Meister- Kassel der Gauführerring des Gaues XII. Hessen zu einer Sitzung zusammen, der auch der Vorsitzende des Gießener Hauptfestausschusses für das Gaufest des RfL., Andreas Reining, beiwohnte. In einer Besprechung der technischen Leiter konnte zunächst Klarheit über die Vorbereitungen, vor allem über die Ausschreibungen und die Beteiligung der einzelnen Fachämter am Gaufeste geschaffen werden.
In der Gesamtsitzung machten Gaubeauftragter M e i st e r, DT.-Gauführer Brunst, Festvorsitzender Reining und Gauoberturnwart Paul wertvolle Mitteilungen über den Aufbau und den Verlauf des Gießener Gaufestes. Dabei wurden auch die Fragen der Unterbringung und der Festkarte zur Zufriedenheit aller Fachämter beantwortet.
Gaubeauftrager Meister sprach in grundlegenden Ausführungen über die Einheit der deutschen Leibesübung im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen. Das 1. Gaufeft des RfL. in Gießen müsse die Verbundenheit aller, die Leibesübungen treiben, zum Ausdruck bringen. Es fei deshalb Ehrenpflicht, daß sich recht viele Mitglieder jeder einzelnen Fachschaft an der ersten Gemeinschaftsveranstaltung beteiligen.
Hessen wolle mit gutem Beispiel vorangehen und in Gießen ein Wustergaufest gestalten in bezug auf den hündischen Gedanken innerhalb der Leibesübung.
Es heiße nun, mit frischer Kraft und freudiger Hoffnung an die gemeinsame Arbeit zu gehen.
DT.-Gauführer B r u n st - Vollmarshausen unterstützte die Ausführungen des Gaubeauftragten. Er betonte, daß die Turnerschaft wohl mit der Durchführung des Gaufestes vom Reichsfportführer beauftragt fei, daß sie auch ein Fest gestalten wolle, das vom Geist seiner Vorgänger, den großen Turnfesten, getragen sei. Damit sei nicht gesagt, daß das Gießener Gaufest ein Turnfest werden soll.____________________________________________________________________
Turnier beginnt am Freitag, 2. August, um 10 Uhr, auf den städtischen Tennis- platzen hinter dem Schützenhaus. Zur Austragung gelangen je ein Einzelspiel für Frauen und Männer, ein Doppelspiel für Männer und ein Doppelspiel für Männer und Frauen. Die Leitung hat Gaufachamtsleiter Major Seebohm,
Festspiel beim Gaufest.
Deutsches Dollen — Deutsche firaft
Im Rahmen des Gaufestes' des RfL. im Gau Hessen, das in der Zeit vom 2. bis 4. August in Gießen zur Durchführung gelangt, wird am Sams- tag in der Dolkshalle das von dem bekannten Heimatdichter Georg Heß- Leihgestern verfaßte Festspiel „Deutsches Wollen — deutsche Kraft" aufge- führt. Etwa 400 Mitwirkende (SS., SA., HI., BdM., Turner, Turnerinnen, Sportler, Werkleute aus allen Berufen, Trachtengruppen aus dem ganzen Gaugebiet, Sänger ufw.) Dazu die Gießener Wehrmachtkapelle unter Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e werden diese Abendveranstaltung zu einem großen Erlebnis gestalten.
„Nacht über Deutschland" — so kann man den 1. Teil des Festspiels Überschreiben, der zum Aufbruch der Nation überleitet. Dann ziehen sie an unserem Auge vorüber, die Bilder deutschen Erwachens, all' die Menschen und Berufsgruppen, denen Adolf Hitler neuen Lebensmut und Aufbaufreude ins Herz senkte. Sinnvoll eingebaute gymnastische Uebungen und Reigen reden von Freude, Schönheit und Kraft. Malerische Trachtengruppen aus Schwalm, Rhön, Odenwald, Hüttenberg, Schlitzerland usw. künden von Brauchtum und Ahnentreue auf hessischer Heimatscholle. Ein auslandsdeutscher Turner erlebt die neue Größe feiner unvergeßlichen Heimat. Wirkungsvolle Bühnenbilder verstärken den Eindruck des Stückes, und stark im Glauben und Wollen klingt die Handlung aus in dem Erkennen:
O, herrliches Deutschland — kannst nie untergehen!"
Tennisturnier in Gießen.
Im Rahmen des Gaufestes des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen, das in der Zeit vom 2. bis 4. August in Gießen abgehalten wird, findet auch das 1. Gau-Tennisturnier statt. Das
falls für die ganze Festdauer geltenden Betrag von 4,50 Mark für die Bürgerunterkunft, mit denen zum größten Teil auch freie Verpflegung verbunden fein wird, werden die Gemeinschaftsunterkünfte umgerechnet, um so auch hier ein Zeichen gegenseitiger Unterstützung in Erscheinung treten zu lassen. Alle Gäste, die nach der Feststadt kommen, werden Gießen wieder als eine gast- lich e Stadt kennen und schätzen lernen.
Die Ausschreibungen.
ter, Tennisspieler, Leichtathleten, Schwimmer, Schwerathleten, Schützen usw. erfahren darin, a n welchen Wettbewerben si e sich beteiligen können. Da die Vereine des RfL. bis Ende dieser Woche ihre Meldungen abgeben müssen, empfiehlt sich die umgehende Bestellung der „Ausschreibungen" beim Verlag Fr. Mohr in Hersfeld. Das 38 Seiten starke Heftchen kostet 25 Pfennig; jeder Turn- und Sportvereine des Gaues sollte es erwerben (Einsendung des Betrages in
Bekrabbeln der Affen untereinander ist keine Körperpflege und kein Reinlichkeitsdrang, sondern eine Feinschmeckerei.
Die Wissenschaftler haben festgestellt, daß — im Verhältnis zu anderen Tropentieren — die Affen sehr wenig Ungeziefer haben, und daß der Juckreiz bei ihnen weder von Flöhen noch von anderen un- freiwilliaen Mitbewohnern herrührt. Die Haut am ganzen Affenkörper sondert vielmehr Fett und Talg ab, jene Schuppen, die auch wir Menschen häufig auf unserer Kopfhaut haben. Die Schuppen sind salzhaltig, und weil alle Affen den Salzgeschmack sehr lieben, ist also nicht jener Rhesus der vom Schicksal Bevorzugte, der „gelaust" ri \ sondern der andere, der „lausen" darf. Er zupft sicy n»mlich die schmackhaften Schüppchen vom Pelz des andern und ver- schmaust sie genüßlich. Der Nachbar hält aus Egoismus still, denn bei ihm n*rb so der Juckreiz gemildert, und nach einer Weüe i.ceht er den Spieß um und futtert seinerseits die Salzplättchen vom Nebenmann.
Um wenigstens einigermaßen vollständig die Körperpflege der Tiere zu umreißen, muß noch erwähnt werden, daß die afrikanischen Menschenaffen, Gorilla und Schimpanse, häufig mit belaubten Zweigen ihre Rücken peitschen, um so die lästigen Insekten 3u verjagen. Der Elefant, das Nashorn und viele Antilopen haben sogar Helfer bei der Körperpflege, Kuhreiher und Madenhacker, die auf dem Säugetierkörper entlang spazieren und die winzigen Schmarotzer aufpicken. Das Krokodil geht noch einen Schritt weiter im „Sich-Bedienen-Lassen"; es liegt tröge am seichten Fluhufer und sperrt den Rachen auf, damit ein kleiner Vogel hüpfend die Zahnpflege des Reptils übernimmt.
Suhlen; Schweine sind vortreffliche Schwimmer; Brehm meldet, daß sie eine Wajferstrecke von 6 bis 7 Kilometer Länge leicht bewältigen.
Es ist keineswegs nur Wohlbehagen und Lebensfreude, wenn sich auf der Koppel die weidenden Pferde plötzlich ins Gras werfen, die Beine himmelan strecken, Leib, Rücken, Hals und Flanken fchubbern. Hierdurch wird das Haarkleid gebürstet und von Ungeziefer befreit. Man sieht auch oft genug, wie ein Pferd mit den Zähnen eine juckende Stelle feines Fells bearbeitet.
Hornträger haben es begreiflicherweise noch bequemer. Das schottische Hochlandrind kratzt sich fein langzottiges Fell mit den spitzen Enden der weit ausladenden Hörner, und es ist erstaunlich, wohin überall dieses naturgewachsene Reinigungsinstrument kommen kann, wenn man nur den Körper entsprechend verrenkt. Selbst' die Schwanzwurzel wird so gesäubert.
Aber auch das Kamel weiß sich zu helfen. Seine langen Beine sind — fast möchte ich sagen — ein trefflicher Handersatz. Mit den Zehen kratzt es sich selbst hinter den Ohren, am Hals, überall dort, wo es diese Körperpflege durch Wälzen im Sande nicht schafft.
Die unermüdlichsten Reinlichkeitfanatiker unter den Tieren sind ganz gewiß die Vögel. Der Marabu, die Ente, der Storch, ein Pelikan ebenso wie unsere einheimischen Waldvögel, sie alle bringen viele Stunden am Tage damit zu, jedes einzelne Federchen mit Hilfe des Schnabels zu kämmen, zu dürsten und zu glätten. Nur auf diese Weise erhalten sie sich ihre unbeschränkte Flugfähigkeit ober ihr Schwimmvermögen, — Eigenschaften, die ein Verfilzen des Gefieders nicht erlauben. Die Waffervögel müssen sich außerdem noch wasserdicht imprägnieren; sie holen mit dem Schnabel Fett aus der Drüse am Hinterleib und reiben damit die zuvor gesäuberten Federn ein. Wer hat nicht schon beobachtet, wie sich Ente, Gans und Schwan immer wieder im Wasser hochrichten, wild mit den Flügeln schlagen, dadurch die locker gewordenen Federn fortpusten?
Auch Sonnenbäder nehmen die Vögel. Der Storch und der Stieglitz, das Rebhuhn und die Elster falten an warmen Sommertagen ober nach einem Gewitterregen wechselweise einen Flügel nach bem anbern weit auf; die Raubvögel, ber Adler unb ber ®eier, spreizen häufig sogar beibe Flügel zugleich, Damit sie Sonne unb Wärme restlos genießen können.
Wenn man mit tierfreundlichen Laien über die Körperpflege der Tiere spricht, hört man fast stets unb in erster Linie bas Beispiel vom „Saufen ber Affen". Aber gerade hier stimmt es nicht; das emsige
menge ft eilt worben, das aud allgemeinen Bestimmungen (Fest tunft usw.) für das Gaufest enthält.
Tennisspieler, Leichtathleten,
beiden Klaffen — gegen jede zu spielen. Ferner traten noch drei Jugendmannschaften des Radfahrervereins von 1885 auf den Plan und zeigten ansprechende Leistungen.
Es starteten in der A-Klasse folgende Mannschaften: „Wanderlust" Frankfurt I. (Schreiber- Hofmann), „Wanderlust" Frankfurt II. (Möser- von Paris), Radfahrerverein 1885 Gießen L (Don-Ei ff-B aum), 1885 Gießen II. (Leibe l - W i ß n e r).
Die Ergebnisse der A-ftlaffc:
Oie Schützen beim Gaufest.
Als der Ruf des Gaubeauftragten des Reichs- fportführers an das Fachamt Schießen erging, teilzunehmen an dem 1. Gaufest des Reichsbundes für Leibesübungen im Gau XII Hessen (2. bis 4. August in Gießen), da war es für unsere Schützen eine selbstverständliche Pflicht, diesem Rufe freudig zu folgen. Die Schützen blicken auf eine jahrhundertalte Festkultur zurück; sie haben schon immer Feste gefeiert, die im wahrsten Sinne des Wortes Volksfeste waren, und deshalb fand ber Gebaute ber Einyeit unb Volksgemeinschaft, wie er auf ber viel breiteren Grunblage bes Gaufestes des RfL. sichtbaren Ausdruck erhalten soll, bei ihnen sofort begeisterte Aufnahme. So ist zu erwarten, daß außer den Schützen, die sich an den Wettkämpfen beteiligen, in großer Zahl auch Festbe- sucher aus den Reihen unserer Schützenvereine bte Gießener Festtage miterteben wollen.
Die Ausschreibung der Wettbewerbe des Gaufachamts Schießen, an denen außer den Schützen selbstverständlich auch jeder andere Sportler und Turner teilnehmen kann — sobald sein Verein dem RfL. angeschlossen ist — erstrecken sich auf Mannschafts- und Einzelschießen im Kleinkaliber-Schießen auf 50 Meter, und zwar in zwei Altersklassen, auf Schießen mit Wehrmannsbüchse auf 175 Meter, auf Schießen mit Scheibenbüchse auf 175 Meter und auf Pistolenschießen auf 50 Meter. Die näheren Angaben und Bedingungen sind aus dem Ausschreiben des Gaufachamts Schießen zu ersehen. Die Meldungen gehen an Oberstleutnant Frank- Lindheim in Hann.-Münden.
Kleinkaliberschießen ist auch ein Bestandteil des auf dem Gaufest zum Austrag kommenden Hessenkampfes, eines Neunkampfes, auf den wir bei anderer Gelegenheit nochmals zurückkommen.
Unb bas Fachamt Handball ...
Auch das Fachamt Handball will dabei fein, wenn es gilt, beim Gaufest vom 2. bis 4. August die 'Einheit der deutschen Leibesübung zu bekunden. Es kommt am Festfonntag ein Städtespiel Gießen gegen Marburg zum Austra^ Da in beiden Mannschaften erste Kräfte der Gauklasse spielen werden, darf man mit einem hochwertigen Werbespiel für den Handballsport rechnen.
Der Gießener Radfahrverein von 1885 beging am Samstag und am Sonntag mit zwei sportlichen Veranstaltungen fein 50jähnges Bestehen. Arn Samstagabend fand in ber Restauration Karlsruhe" ein Sommernachtfest statt, das die Mitglieder und Gönner bes Vereins sowie zahlreiche Gäste kameradschaftlich vereinigte. Im Garten war für die Radballwettkämpfe ein Spielfeld aufgebaut worden, das während des Verlaufes der zahlreichen Kämpfe stets dicht umlagert war. Tatsächlich wurden an diesem Abend wieder einmal außerordentliche sportliche Leistungen geboten, um so mehr, als die Deutsche unb Weltmeistermannschaft von „Wanderlust" Frankfurt a. M. am Start war und die Gießener Mannschaften zu äußersten Leistungen herausforderte.
Es wurde ein Turnier ausgetragen, das von vier Mannschaften bestritten wurde, und zwar von den 1. und 2. Mannschaften des Frankfurter Radfahrerklubs „Wanderlust" und des Gießener Radfcchrer- vereins von 1885. Diese Mannschaften spielten als A-Klasse, während Mannschaften der Vereine Wieseck, Krofdorf und 1885 Gießen als B-Klasse ein Turnier austrugen. Jede Mannschaft hatte — in
Der Reichsbundgedanke wird in der Führung ber Fachämter in seiner ganzen Größe unb Bedeutung erfaßt. Das geht eindeutig aus der erfreulichen Tatsache hervor, daß alle Fachämter unseres Gaues sich am Gießener Gaufest, dieser ersten großen Kundgebung der gesamten Leibes- Übung in unserem Gau, beteiligen werden, in der Mehrzahl auch an den sportlichen unb turnerischen Wettkämpfen der verschieden' n Art. Die
Das Tier treibt Körperpflege.
Von Paul (Zipper.
Grundsätzlich kann man wohl sagen, daß in der ganzen Tierwelt Sinn für Reinlichkeit vorhanden ist, mal mehr, mal weniger. Man braucht nur einer Katze zuzuschauen, wie sie sich beim Ueberqueren der Straße peinlichst bemüht, ja nicht in eine Wasserpfütze zu treten; mit deutlichen Zeichen des Abscheues schlenkert sowohl der Löwe, das Puma, die Tigerin als auch der Hauskater die irgendwie beschmutzte Vorderpfote, und jedes dieser katzenartigen Geschöpfe wird nicht ruhen, bis der Schandfleck durch Waschen und Bürsten mit der Zunge wieder verschwunden ist. Körperpflege ist notwendig zur Erhaltung der Gesundheit.
Im Sommer kann man überall beobachten, wie die Elefanten ber Zoologischen Gärten mit ihrem Rüssel Sand, Staub unb Erbe vom Boben auffegen, diese „Dusche" nach hinten schleudern, über Rücken und Flanken riefeln lassen. Das ist zunächst angenehm prickelnd; eine solche Massage lindert aber wahrscheinlich auch den lästigen Juckreiz der vielleicht spröde gewordenen Körperhaut. Doch weshalb araben sich die Elefanten mit den Vorderfüßen Löcher und Kuhlen in den Boden ihres Freigeheges? Weil sie dort kühlere Erde, feuchten Sand finden, sich damit an heißen Tagen überrieseln. Elefanten baden auch sehr gern, tauchen so tief, daß nur noch das dünne Schwänzchen über den Seespiegel ragt, unb immer roieber saugen sie ben Rüssel mit Wasser voll, bespritzen sich, trompeten vergnügt bei solch energischer Körperpflege.
Auch in ber Freiheit schätzen viele Säugetiere ein sommerliches Bab, ber Rothirsch ebenso wie das wilde Schwein. Und wenn sie sich nachher in der Suhle wälzen, ihren Pelz mit Lehm unb Erbe ver» krusten, wesentlich breckiger aus bem Bab steigen, als sie oorbem waren, so ift auch biese „Schmutzerei" eine sehr wirkungsvolle Körperpflege: Schutz vor Stechfliegen unb Bremsen, ben schlimmsten Quälgeistern ber roilblebenben Tiere, nicht allein ber Schmerzen wegen, sonbern durch bie Eierablage, unb bie später ausschlüpfenben, äußerst gefräßigen Larven unb Maben, bie häufig sogar das Leven ihrer Wirtstiere gefährden.
Von ben männlichen Wilbjchweinen, ben Keilern, wirb berichtet, baß sie sich nach bem Suhlen gern an harzreichen Bäumen scheuem. Der feuchte Schlamm verkrustet burch ben Har^zusatz mitsamt ben Borstenhaaren zu einem vortrefflichen Panzer, ber bei ben Brunftkämpfen burchaus stoßsicher wirkt.
Auch unser Hausschwein liebt bas Baden und


