Ausgabe 
15.7.1935
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 162 Drittes Blaff

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

Montag, 15.)uli 1955

l

L*

)ebrsporlsahrt der Mtorstandarte 147 Gießen

Start zur Wehrsportfahrt. (Start

und Zielplatz war Oswaldsgarten.)

Die Motorstandarte 147 Gießen hatte für Son- tag, dem 14. Juli, eine Wehrsportfahrt ausgeschrie­ben, zu der 18 Mannschaften mit etwa 100 Fah­rern gemeldet waren.

Am Samstag gegen 19.30 Uhr trafen bereits die Mannschaften ein und nahmen mit den Fahrzeu­gen auf dem Oswaldsgarten Aufstellung. Der Mu­sikzug der Motorstandarte 147 konzertierte. Nach der Fahrzeugkontrolle versammelten sich gegen 9 Uhr die Mannschaften und NSKK.-Männer der hiesi­gen Stürme zu einem Kameradschaftsabend in der

Turnhalle. Der Führer der Motorstandarte 147 Gießen, Sturmhauptführer Nagel begrüßte mit kurzen Worten die NSKK.-Männer, während der 60 Mann starke Musikzug für die nötige Unterhal­tung sorgte. Gegen 24 Uhr bezogen die auswärti­gen NSKK.-Männer die bereitgestellten Privatquar­tiere. Am nächsten Morgen um 6 Uhr erfolgte dann der Start der einzelnen Mannschaften in bestimm­ten Abständen, die, ab 14 Uhr wieder hier er­wartet wurden.

Ein genauer Bericht über die Fahrt folgt.

Rasch wird noch einmal der Verlauf der Strecke studiert. (Aufnahmen [2] Photo-Pfaff.)

X

Um die Gaunieisterschasten im Schwimmen.

Bei rechtem Schwimmwetter gingen gestern die Meisterschaften im Schwimmen des Gaues XII des Reichsbundes für Leibesübungen in Gießen vor sich. Schon vom frühen Morgen an war die Müllersche Badeanstalt, die ohnedies das Ziel von vielen war die Erfrischung suchten, die Stätte eifriger Vorbe­reitung für den Austrag der Wettkämpfe. Die Mannschaften von 15 Vereinen und sonstigen sport­lichen Gemeinschaften des Gaues trafen bereits zum größten Teil zu den noch am Vormittag gestarteten Rennen ein.

Unter der Leitung des Gauschwimmwartes Löwe, Kassel führte der Gießener Schwimmvereln die Wettkämpfe durch. Die Abwicklung war flott und die recht zahlreich erschienenen Zuschauer kamen bei den abwechselungsreichen Kämpfen auf allen Gebieten des Schwimmsports auf ihre Kosten

Den Auftakt der Vormittagswettkämpfe bildete das 1500- Kraulschwimmen für Männer, das in der 1. Klasse der Voraussage entsprechend zu einem Zweikamp, zwischen dem vorjährigen Sieger, Aichinqer, Kurhessen Kassel und Z.mme r G eße- ner SV wurde, während die übrigen vier Teuneh- mer der zweiten Klasse, ein offeneres Rennen bo en. Aichinger und Zimmer lagen bis zu 1400 Meter Schulter an Schulter, als Zimmer durch ein Miß- vetttändnis in der Streckenangabe veranlaßt wurde, die vorleßte Wende nicht mehr auszufuhren. Der in bester Form befindliche Kaffelaner brachte die Mer. sterfchaft daher im Endkampf unangefochten an sich. Ergebnis- 1500 Meter Kraulfchwimmen (Klaffe 1) 1 Aich nqer Kurheffen Kastel, 23:12,6; 2. Zimmer, Gießen" SV., 24:33. Klasse 2: 1. J°hn, Kurhesten «a»e[ 24'39 4; Werner, Turnverein 1846 Gießen, 25:08; 3 Adert, G.ehener SV., 27:02.

Den weiteren Teil der Vormittagskampfe füllte ba5 Kunstspringen der Herren und Damen aus das am Nachmittag mit einigen restlichen Kür'springen in beiden Klassen zum Abschluß ge- brM *benbHerren überragte Schüler, Gießener SN die übrigen drei Teilnehmer bei weitem. Dem Gießener mag ^war ßer°Sprllnge insbesondere bei den Kürsprüngen nn* Sthmermteitsgrab und Ausführung, eine Ä ÄÄ. H lein Sieg zu keiner Zeit SiefenT'124,34 "ißuntte'; Kirchhoff, Kasse.

4ÄÄ

Ux SV., 73,47 Punkte.

Das Damenspringen bestritten nur zwei Teilnehmerinnen: Fräulein Henkel, Marburger T.- u. Spo. 1860, gefiel außerordentlich und wurde unangefochten Siegerin mit 67,27 Punkten; 2. war Fräulein Pfund. Gießener SD., mit 39,50 Punkten.

Sie Wettkämpfe am Nachmittag.

wurden durch einen Aufmarsch aller Teilnehmer eröffnet. Nach Ausbringen des deutschen Grußes und des Schwimmerrufes folgte als erstes Rennen 100-Meter-Rückenfchwimmen für Frauen.

Klasse 1 und 2 wurden nur von je einer Teilneh­merin bestritten. Gaumeisterin wurde Fräulein Fiedler, Marburger SV., mit 1:37,6 Min., in der 2. Klasse schwamm Fräulein D ü l f f e r, Kasse­ler SD., 1:44,2 Min.

Mit die beste Besetzung des Tages wies das dann gestartete

100-Meter-kraulschwimmen für Männer aus. Aus den verschiedenen Läufen ging Aichinger, Kurhessen Kassel, als Sieger hervor. Die geschwom­menen Zeiten verdienen bei Berücksichtigung der Bahnverhältnisse Anerkennung. Ergebnis: Klasse 1: 1. Aichinger, Kurhessen Kassel, 1:06 Min.; 2. Klemke, Kasseler SV., 1:07,6 Min.; 3. Herbert, Gießener SD., 1,11 Min. Klasse 2: 1. Happel, Kurhessen Kassel, 1:10,6 Min.; 2. Senning, Kurhessen Kassel, 1:11,9 Min.; 3. Paulus, Kasseler SV., 1:12 Min., 4. Kleinhanns, Kasseler SV., 1:13,2 Mn.

Das ebenfalls außerordentlich stark besetzte 100-Meter-kraul für männliche Jugend zeigte erwartungsgemäß eine erfreuliche Entwick­lung des Nachwuchses. Neben der beachtlichen Lei­stung des Siegers John, Kurhessen-Kassel, ist vor allem das zu den besten Hoffnungen berechtigende Abschneiden des jugendlichen Werner A l b o l d, Gießener SD., hervorzuheben. Ergebnis: 1. John, Kurhessen Kassel, 1.09,9 Minuten; 2. UHmann, Kasseler SD., 1.11,8; 3. Albold, Gießener SD, 1.14,7; 4. Schulz, Kasseler SV., 1.17; 5. Heinz Zimmer, Gießener SD., 1.17,5 Minuten.

Das 200-Meter-Brustschwimmen für Frauen braute in der Klasse I Helga von Düring, Gie­ßener SD., verdient die Meisterschaft mit 3.30 Min. In der zweiten Klasse war das Ergebnis: 1. Wir­sing, Hanauer SD., 3.38,2 Min.; 2. Köhlinger Tv. 1846 Gießen, 3.43,6 Min.; 3. Dräute, Kasseler SV., 3.47,5 Minuten. Im

200-Meter-Brustschwimmen für Männer gab es eine Ueberraschung insofern, als in der zwei- ten Klasse von dem jugendlichen Peilstöcker, Mar­

burger SV., eine neue Gaubestzeit mit 3.02,2 Min. herausgeschwommen wurde, die die Leistungen der Teilnehmer der I. Klasse erheblich übertraf. Ergeb­nis: Kl. I: 1. M e w e s , Gießener SV., 3.06,7 Min.; 2. Hagelganz, Kurheffen Kassel, 3.07,6 Min.; 3. Niemann, Gießener SD., 3.08,5 Min.; Kl. II: 1. Peilstöcker, Marburger SV., 3.02,2 Min.; 2. Sauer, Undine Groß-Auheim, 3.22; 3. Köhrer, Ha­nauer SD., 3.24,5 Minuten. Das

100-Meter-Brustfchwimmen für weibliche Jugend sah eine Gießenerin als Siegerin. Ergebnis: 1. Georg, Gießener SV., 1.44,2 Min.; 2. Fiedler, Marburger SV., 1.45,5 Min.; 3. Fisch, Bad-Nau­heimer TG., 1.46,5; 4. Plank, Gießener SV., 1.49,2; 5. von Deschwanden, Tv 1846 Gie­ßen, 1.50,7 Minuten.

Die darauf ausgetragenen drei

Staffelwettbewerbe

hatten folgendes Ergebnis: 4-mal-100-Me- ter-Kraul staffel für Männer: 1. Kur­hessen Kassel 4:47 Min.; 2. Kasseler SV. 4:49,2 Min.; 3. Gießener SV. (Herbert, Albold, Hechler, Zimmer) 4:52,6 Min.; 400-Meter-Lagen- staffel für Männer: 1. Kasseler SV. 6:39 Min.; 4-mal-100-Meter-Bruststaffel für Frauen: 1. Gießener SV. (Georg, Plank, von Düring, Schüler) 6:55,4 Min.; 2. Kasseler SV. 7:04,6 Min., 3. TV. 1846 Gießen (Köhlinger, Kampf, Lamm, Feuser) 7:14,6 Min.

Das 100-Meter-Bru st schwimmen für männliche Jugend wurde eine Beute des Kasselaners Deutschmann, während im darauffol­genden 100-Meter-Rückenschwimmen für Männer und männliche Jugend die Gießener Revanche nahmen

Ergebnisse: 100-Meter-Rückenschwim- men für Männer: Klasse I: 1. Schaum, Gießener Studentenschaft 1:25,8 Min.; Klasse II: 1. Horeyseck, TD. 1846 Gießen 1:26,2 Min.; 2. Opfer, Marburger SV. 1:30,8 Min.; 3. Stein­metz, Undine Groß-Auheim 1:40 Min.; 100- Meter-Bru st schwimmen für männliche Jugend: 1. Deutschmann, Kasseler SV 1:27,6 Min.; 2. Schunke, Wasserfreunde Fulda 1:32,8 Min.; 3. D ö p fe r, TV. 1846 Gießen 1:33,2 Min.; 100 - Meter - Rückenschwimmen für männliche Jugend: 1. Opfer, Herbert, Mar­burger SV. 1:37,7 Min.; 2. Oswald, TV. 1846 Gießen 1:41 Minuten

Nach dem

100-Meterkraulschwimmen für Frauen mit dem Ergebnis 1. Nippe, Kasseler SV. 1:25,4 Min.; 2. Dülffer, Kasseler SD. 1:25,5 Min.; 3. Pfannenschmidt, Kasseler SV. 1:36,6 Min.; 4. v o n Deschwanden, TV. 1846 Gießen 1:44,4 Min., wurde das

400-Meter-kraulfchwimmen für Männer nochmals zu einem äußerst spannenden Wettkampf in beiden Klassen. In der 1. Klasse brachte Aichin­ger, Kurhessen, die 3. Gaumeisterschaft vor dem im Endkampf abfallenden Gießener Zimmer an sich; in der 2. Klasse wurde John, Kurhessen Kassel, Sieger, der damit ebenfalls in sehr beachtlicher Weise den 2. Sieg für sich buchen konnte.

Ergebnis: Klasse I: 1. Aichinger, Kur­hessen Kassel, 5:37,8 Min.; 2. Zimmer, Gießener SV. 5:49,7 Min.; Klasse II: 1. John, Kurhessen Kassel 6:11,4 Min.; 2. Werner, TV. 1846 Gie­ßen 6:22,8 Min.; 3 Borhauer, Kasseler SV. 6:39,8 Minuten.

Beschlossen wurden die Wettkämpfe durch zwei äußerst flott und abwechslungsreich gespielte

Wasserbaitkämpke

Während die Gießener Jugendmannschaft mit 1:5 die Jugendmannschaft Kassels in Überzeugender

Gauschwimmfest: Wettbewerb im Kunstspringen.

:

Weise schlagen konnte, mußte die Gießener Herren­mannschaft von der Mannschaft Kurhessen Kassel eine 6:0-Niederlage hinnehmen. Im letzten Spiel gewannen die durch ihre schwimmerische Üeberlegen- heit und ausgezeichnete Balltechnik gefallenen Kur­hessen zwar verdient, doch litt das Spiel gelegent­lich unter der von der Kasseler Mannschaft hinein- getragenen Härte.

Während der Pausen zwischen den Hauptwett­kämpfen bot sich den Jüngsten der Gießener Schwimmerschaft Gelegenheit zum Wettkampf. Es wurde mit Eifer und teilweise auch mit erfreulichen Leistungen gekämkft.

Ergebnisse: 50-Meter ° Br u st schwimmen für Knaben: 1. Becker, Gießener SV. 40,5 Sek.; 2. Emmel, Gießener SV., 41; 3. Ortwein, Gießener SV., 44,2 Sek. 50-Meter-Kraulschwim- men f ü r Knaben: 1. Amend, Gießener SV., 37; 2. Müller, Gießener SV., 37,7; 3. Schreier, Gie­ßener SV., 40 Sek. 50 - Meter - Brust- schwimmen für Mädchen: 1. Paetow, Gie­ßener SV. , 44,7; 2. Brünning, Gießener SV., 48,3; 3. Roth, Gießener SV., 51 Sekunden.

Lebhaftes Interesse erweckte die Vorführung der von Herrn Ernst Müller, Gießen, konstruierten

Wasserst!.

Bekanntlich haben die von Herrn Geh. Rat Som­mer, Gießen, in jüngster Zeit wieder aufgenom­menen Arbeiten auf diesem Gebiet viel Beachtung gefunden. Die Konstruktion des Herrn Müller zeich­net sich, wie sich bei der Vorführung ergab, durch eine besonders leichte Handhabung und damit ver­bundene Steigerung der Geschwindigkeit gegenüber den seither bekannten Formen von Wasserskis aus. Es ist zu erwarten, daß die für die verschiedensten Zwecke geeignete neuartige Fortbewegungsmöglich­keit auf dem Wasser allmählich weitere Verbreitung finden wird.

Beim Start zu einem der Schwimmwe ttkämpfe. (Aufnahmen [2j Photo-Pfaff.)

kM

A

» 55 H E

Berlin schlägt Cambridge.

Regatta in Frankfurt a. M.

Auf dem Main bei der Staustufe Griesheim war der erste Tag der 44. Internationalen Frankfurter Ruder-Regatta, der Samstag in mehrfacher Hinsicht kein Erfolg. Einmal hatten einige Absagen den sportlichen Wert herabgemindert, zum anderen war die Organisation keineswegs gut.

Die Rennen selbst brachten spannende Kämpfe und Ueberraschungen. Den am wenigsten erwarte­ten Ausgang nahm der Doppelzweier ohne Steuer­mann. Einmal gab das einzige im Rennen befind­liche Cambridge-Boot bei 800 Meter aussichtslos zurückliegend auf, zum anderen wurde der favori­sierte Mannheimer RE. mit glatt drei Längen von der jungen Mannschaft Wieczorek-Langer vom Ber­liner RV. 1876 geschlagen. Aehnlich erging es im abschließenden Doppelzweier den Favoriten Hülling- hoff-Paul (Germania Frankfurt). Rüsselsheim siegte. Der erste Achter hatte der Verbandsmannschaft Berlin einen schönen Triumph gebracht. Nach ständiger Führung hatte Berlin die Cambridge-Mann sch ast mit einer Länge geschlagen. Im ersten Vierer dagegen unterlag Berlin der siegenden Verbandsmannschaft Würzburg und mußte auch noch RG. Germania Frankfurt vorlassen.

Der zweite Tag.

Ausgezeichnet besucht war die 44. Jnterrlationale Frankfurter Ruderregatta am zweiten Tag. Beson­ders die Achterrennen waren, wie am Vortage,

äußerst spannend und die Zuschauer sahen ausge­zeichnete sportliche Leistungen.

Eine Ueberraschung gab es im Hauptrennen des Tages, dem Ersten Achter um den Germania-Preis, wo es den englischen Cambridge - Studenten gelang, den besten deutschen Achter, Olympia-Verbandszelle Berlin, knapp zu schlagen. Rach einem mörde­rischen Bord-an-Bord-kampf, in welchem stets die Gießener Berbandsmannschaft die Führung hatte, setzten sich die Engländer bei 1500 Meter mit 40er-Schlag an die Spitze des Feldes, dicht gefolgt von den Berlinern, die durch die Besucher stark angefeuert auf den letzten 200 Meter wieder an die füh­renden Engländer herankamen.

Im Ziel konnte nur noch der Zielrichter den Unter­schied zwischen den beiden Booten, der kaum 50 Zentimeter betragen haben dürfte, feststellen. Für Cambridge wurde eine Zeit von 5:45 gestoppt, während für die Berliner eine Zehntelsekunde mehr gemessen wurde.

Eine weitere Ueberraschuna war die Niederlage der Berliner Verbandsmannschaft im Zweier mit Steuermann um ben Wanderpreis des Führers und Reichskanzlers, den der Hannoversche Ruder­klub 1880 sicher gewann. Im Großen Einer hatte der favorisierte Rüsselsheimer F ü t h einen schlech­ten Start. Kaidel (Würzburg) kam zu einem leichten Siege.