Bolschewistischer Blutterror gegen Deutsche in der Sowjetunion.
Todesurteile wegen Annahme von Hilfe gegen den Hunger.
Berlin, 14. 2Uai (DJU5.) Die österreichische Presse bringt in den Morgenblättern folgende Meldung:
„Dem interkonfessionellen und übernationalen Hilfskomitee unter Vorsitz Seiner Eminenz Kardinal Inniher geht soeben folgende Nachricht zu: In der Sowjekukraine wurden die Pastoren Voldemar Selb aus Dnjepropetrowsk und Friedrich Deutschmann aus Hochstedt zum Tode verurteilt und harren jetzt der Vollstreckung dieses Urteilsspruches. 21 Pastoren befinden sich im Gefängnis. Der bekannte evangelische Probst Birth aus Charkow und Pastor Baumann wurden zu je zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Im ganzen Gebiete der Sowjetunion sind jetzt nur noch etwa zwanzig evangelische Pfarrer im Amte."
Die Pastoren Selb, Birth, Deutschmann und Baumann sind sämtlich Deutsche. Vie wir erfahren, sind noch weitere Todesurteile gegen Deutsche in der Sowjetunion verhängt worden, die sämtlich aus der jüngsten Zeit stammen und wegen der Annahme von Hunger- Hilfe aus dem Auslande bzw. wegen der Bitte um Hilfe gefällt worden find: Die Bauern Derkfen Kieffen, Heinrich Raas, Neusatz bei Odessa, Johannes Hirsch, helenental bei Odessa, Michael Röhrig, Straßburg (Ukraine), Re gehr, Altonau (Kreis Melitopol) sind sämtlich zum Tode verurteilt worden.
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Wie das Gedröhn von Alarmglocken sollten die Schreckensurteile bolschewistischer Gerichte gegen deutschstämmige Geistliche und Bauern allen Völkern in den Ohren klingen. Ganz Europa müßte sich angesichts dieses Blutspruchs voller Entsetzen aegen ein System aufbäumen, das nur um seiner selbst willen existiert und immer wieder Menschen
leben vernichtet, um seine Blutgelüste zu befriedigen. Was haben denn die Geistlichen und die Bauern überhaupt verbrochen? Ihre deutsche Abkunft und ihr Fleiß waren es in erster Linie, die ihnen den haß der alles gleichmachenden und zerbrechenden Bolschewisten zuzog, dann aber auch ihre Treue zum Christentum und schließlich die Annahme von deutschen Gaben, die ihnen über eine sowjetrussische Einrichtung zugeleitet wurden oder zugeleitet werden sollten. Zumeist werden die reichsdeutschen Gaben unterschlagen, so daß die hungernden sie nicht zu Gesicht bekommen. Auf Tod haben die bolschewistischen Gerichte wegen dieses „Verbrechens", Gaben angenommen oder um Gaben gebeten zu haben, erkannt. Liegt in diesem Urteil nicht eine b e - wußte Kampfansage des Bolschewismus an die westliche Kultur und Zivilisation, ist dieses Urteil nicht ein gellendes Signal an alle Bolschewiken, über jeden Geistlichen und jeden anderen Menschen herzufallen, der aus hunger von einer Einrichtung Gebrauch macht, die die Moskauer' Regierung nicht zuletzt auch der Versorgung hungernder Russen durch ihre im Ausland lebenden Angehörigen zur Verfügung gestellt hat? Aber der aus Menschenhaß geborene Vernichtungswille, mit dem sich, was immer ein psychologisches Rätsel bleiben wird, Frankreich militärisch verbündet hat, braucht Blutopfer. Er nimmt sie, wo er sie findet, wenn auch die Vertreter dieses Systems in Genf vom Frieden säuseln und die 'Milde selbst sein wollen. Schmachvoll war es schon für die europäischen Nationen, die Trennungswand zwi- schen sich und dem Bolschewismus einzureißen, noch schmachvoller aber ist es, tatenlos dem Toben der roten Henker zuzusehen, ja darüber hinwegzusehen und so zu tun, als ob es sich hier um „rein inner- russische" Angelegenheiten handelt. Obwohl es sonnenklar ist, daß die Kremlpolitiker nur deswegen ihre bekannte europäische Politik treiben, damit diese „innerrussischen" Zustände eines Tages „i n n e r e u r o p ä i s ch e" Verhältnisse werden.
Mussolini zum Konflikt mit Abessinien.
Bisher kein diplomatischer Schritt dritter Mächte. — Italiens militärische Schlagkraft in Europa gesichert.
Rom, 14. Mai. (DNB.) Der italienische Senat hat am Dienstagnachmittag den Voranschlag für das Kolonialministerium genehmigt. Wie bereits in der Kammer gab Staatssekretär L e s s o n a auch vor dem Senat einen Ueberblick über die Entwicklung der italienisch-abessinischen Beziehungen und betonte dabei nochmals, daß die Lage in den Grenzgebieten der italienischen Kolonien in Ostafrika sich andauernd verschlimmere. Die Ursache sei in der inneren Verfassung Abessiniens zu suchen. Die europäischen Mächte, die in den letzten Jahren Addis Abeba gegen nichtabessinische Stämme südlich und westlich von Abessinien haben ungestört schalten und walten lassen, hätten eine furchtbare Verantwortung auf sich genommen, da damit ein Zustand permanenter Gefahr für die Nachbar- ko l o n i e n entstanden sei. Italien sei an Abessinien die meist interessierte Macht. Die englische Regierung werde, wie Staatssekretär Lessona ironisch meint, ihre persönliche Meinung eines Tages durch lange Listen blutiger Zwischenfälle und Umtriebe abessinischer Banden in Kenya, Sudan und Britisch-Somaliland noch vorlegen können. Weiter betonte Lessona wieder den Friedenswillen und die Verhandlungsbereitschaft Italiens, aber auf jedes Entgegenkommen Italiens fei Abessinien immer angriffslustiger geworden, so daß sich auf wiederholte Herausforderungen weitere militärische Vorbeugungsmaßnahmen als notwendig erwiesen. Es sei alles geschehen, um die Stellung Italiens in Ostafrika zu sichern und zu erhalten.
Mussolini
ergriff dann zum erstenmal öffentlich zur abessinischen Orage unvermutet das Wort und erklärte in aller orm und unter lebhaftem Beifall des Senats, daß alle von Italien für notwendig erachteten Truppen noch Ostafrika verschickt werden. Niemand dürfe sich das „unerträgliche" Schiedsrichteramt anmaßen, um wegen des Charakters und des Umfanges der italienischen Vorbeugungsmaßnahmen dreinzureden. Niemand anders als Italien selbst könne in dieser ganz heiklen Frage Richter sein. Im einzelnen dementierte Mussolini mit aller Bestimmtheit das Gerücht eines englisch-französischen Schrittes in Rom. Schon das Wort „Schritt" sei im höchsten Grade unangenehm. So sehr auch jenseits der Grenzen einige einen solchen „Schritt^ wünschen mögen, Tatsache sei, daß kein „Schritt" erfolgt ist, und sehr wahrscheinlich werde er auch in Zukunft nicht erfolgen; denn es bedürfe keiner diplomatischen Verfahren von Art eines „Schrittes", um von Italien die ausführlich begründete Darlegung seines Standpunktes zu erhalten, falls man das wünsche, und zwar rein auf dem Wege der Freundschaft.
Tiefergriffen danke Italien jenen, die sich anscheinend mehr als brüderlich um die militärische Schlagkraft Italiens kümmern, die durch einen eventuellen Konflikt in Ostafrika geschwächt werden könnte. Diesen so eifrigen und selbstlosen Ratgebern, die die Anwesenheit Italiens in Europa für unerläßlich halten, könne man antworten, daß Italien der gleichen Ansicht sei. Aber gerade weil es in Europa anwesend sein wolle, wolle es in Afrika den Rücken vollkommen gedeckt haben. Schon wegen der großen Entfernungen — 4000 Kilometer nach Erythräa und 8000 Kilometer nach Somali — habe Nom die kategorische Pflicht, zur rechten Zeit Vorkehrungen zu treffen. Dazu könne gesagt werden, daß bis jetzt die Zahl der abgereisten A r b e i - t e r vielleicht d i e der Soldaten übersteige.
Italien habe Besprechungen mit Abessinien nicht von der Hand gewiesen, sondern Addis-Abeba seine Bereitschaft zur Ernennung der Vertreter Italiens in einem Schlichtungsausschuß mitgeteilt. Bei den beträchtlichen abessinischen Rüstungen, den weit gediehenen Vorbereitungen zur Mobilisation und hauptsächlich bei der in
Addis-Abeba und besonders bei den untergeordneten Häuptlingen vorherrschenden italienfeindlichen Stimmung dürfe man sich aber keinen Täuschungen hingeben und noch weniger falsche Hoffnungen erwecken.
Was Europa und etwaige plötzlich eintretende Ereignisse betreffe, bestätigte Mussolini, daß Italien für die ganze notwendige Zeit die drei Jahrgänge 1911, 1913 und 1914 und dazu alle sofort verfügbaren Reserven der Klasse 1912 unter den Waffen halten werde. Er glaube, eine Gesamtstärke von 800 000 bis 900 000 Mann Truppen sei zur Gewährleistung der Sicherheit Italiens ausreichend. Diese Truppen seien vollkommen eingegliedert, hätten ohne Uebertreibung die beste Stimmung und seien mit immer moderneren Waffen der italienischen Kriegsindustrie ausgerüstet, die seit einigen Monaten im vollem Umfang beschäftigt sei. Gestützt auf seine gesamte Streitmacht zu Lande, zu Wasser und in der Luft werde Italien mit einer Politik bewußter Mitärbeit mit allen größeren und kleineren Mächten Europas fortfahren, um jenes Gleichgewicht und jene Verständigungen zu erlangen, ohne die die Welt und der europäische Kontinent in die Brüche gehen müßte. Der militärische Apparat Italiens, schloß Mussolini, bedrohtniemand, sondern schützt vielmehr den Frieden.
Das Geschäft von Rom.
Der französisch-italienische Tauschhandel über Afrika.
„Time s" führt das Vorgehen Italiens auf den am 8. Januar in Rom unterzeichneten französisch-italienischen Pakt zurück. Die italienischen Kriegsoorbereitungen gingen weit über das hinaus, was durch die eigentliche Ursache des Streites gerechtfertigt erscheine. Seinerzeit haben England, Frankreich und Italien in einem Drei- rnächteoertrag Öen Status quo in Abessinien gewährleistet und sich verpflichtet, in dieser Hinsicht keinen Schrittohne gemeinsame Beratung zu unternehmen. In Rom jedoch haben zwei von den Unterzeichnermächten andere Abmachungen beschlossen. Die dritte Macht, G r o ß b i t a n n i e n, konnte diese Vereinbarung nicht stören, ohne die überragenden Interessen europäischer Befriedigung zu gefährden, die der Tag von Rom sicherstellen sollte.
Seit den Tagen, in denen einst der Dreimächtevertrag über Abessinien zustande kam, habe sich die Lage in Ostafrika von Grund auf geändert. In Südwest -Arabien habe das wirtschaftliche und kulturelle Ansehen Italiens ungeheuer zugenommen, seit Commendatore Casparini vor 20 Jahren den Freundschaftsvertrag mit dem Imam von Jemen abgeschlossen habe. Die friedlicheOurchdringungAbessiniens von dem einer energischen italienischen Verwaltung unterstehenden Jtalienisch-S o m a l i l a n d in Südosten habe gleichen Schritt gehalten mit der Entwicklung von Erythräa, das Abessinien im Nordosten umschließe. Längs der Grenze zwischen Jta- lienisch-Somaliland und Abessinien habe das Gebot Italiens sich Geltung verschafft in Gebieten, wo den Stammeshäuptlingen mehr an persönlichem Vorteil als an Treue lag.
Der Pakt von Rom habe diese neue Stellung Italiens in Ostafrika stillschweigend anerkannt. Er sei ein Tauschhandel gewesen. Die Vorkehrungen zum Schutze der österreichischen Unabhängigkeit hätten im Interesse beider Länder gelegen. Die Abtretung eines Stückes des unfruchtbaren Küstengebietes von T i b e st i in Westafrika habe lediglich die überfällige Durchführung einer V e r tr a g s p s l i ch t bedeutet. Sie könne nicht als angemessene Entschädigung für Die künftige Aussaugung der Heimattreuen italienischen Einwohner von Tunis durch Frankreich betrachtet werden. Viel greifbarer und wertvoller dagegen feien Die Bestimmungen, die die Italienisierung von Ostasrika begünstigten. Die Abtretung eines französischen Küstenstrei
fens an der Straße von Bab el Mandeb, die Anerkennung der italienischen Oberherrschaft über die Insel Dumeira, die die enge Wasserstraße beherrsche, und die Ueberlassung einer beträchtlichen Zahl von Anteilscheinen der Eisenbahn Djibuti Addis-Abeba, die 80 v. $). des gesamten Handels von Abessinien befördert, das seien solide Vorteile, die Italien in Südwest-Arabien und in ganz Abessinien zum Ansehen gereichten. Diese Vorteile und ihre Weiterentwicklung allein kämen als Ausgleich für die großen Opfer in Betracht, die Italien Frankreich in Tunis gebracht habe.
Herzliche Begrüßung Mackensens bei seiner Oonaufahrt durch Oesterreich.
Linz, 14. Mai. (DNB.) Generalfeldmarschall von Mackensen hat von Passau aus seine Donaufahrt nach Budapest angetreten. Das ungarische Schiff „Sophie", das in Oesterreich nirgends anlegen wird, wurde bei seiner Durchfahrt durch Oberö st erreich überall begrüßt. An den Ufern der Donau, in den |
größeren Märkten wie Aschach und Otterhetm und vor allem in Linz, hatten sich Tausende von Volksgenossen eingefunden, die durch laute Heilrufe und Tücherschwenken den Feldmarschall begrüßten. In einer Bucht der Donau hatte sich eine Gruppe von Ruderbooten in Form eines Hakenkreuzes ausgestellt. Wien wird das Schiff erst nach Mitternacht passieren. Die Polizei hat starke Abordnun- gen nach Nußdorf entsandt, wo die Donau in das Stadtgebiet von Wien eintritt, doch fand sie keinen Anlaß zum Einschreiten.
Geschloffene deutsche Front für die Memelwahlen.
M e m e 1,14. Mai. (DNB.) Die Vertreter der vier deutschstämmigen Landtagsparteien im Memelland, der Landirtschaftspartei, der Memelländischen Volkspartei, der Sozialdemokratischen Partei und der Arbeiterpartei haben in gemeinsamer Sitzung beschlossen, zu den auf den 29. September festgesetzten Wahlen in geschlossener Front aufzutreten und nur mit einer einzigen Liste in den Wahlkampf zu gehen.
Die französisch-sowjetrussische Allianz.
Auch wirtschaftlicher und kultureller Ausbau. - Moskau soll die antimilitaristische Propaganda der französischen Kommunisten abbremsen.
Laval bei Stalin.
Moskau, 14. Mai. (DNB.) Der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare der Sowjetunion M o - l o t o f f gab am Dienstag zu Ehren des französischen Außenministers Laval ein Frühstück, an dem die Vertreter der Sowjetregierung, unter ihnen Außenkommissar Litwinow und sein Stellvertreter Krestinski, sowie der französische Botschafter A l p h a n d und noch weitere Mitglieder der sowjetrussischen Regierung teilnahmen. Nach dem Frühstück fand eine freunoschaftliche Aussprache zwischen Molotoff und Laval statt. Laval wurde auch von Stalin empfangen. An der Unterredung, die ungefähr zwei Stunden dauerte, nahmen Litwinow, Botschafter A l p h a n d, der Botschafter der Sowjetunion in Paris, Potemkin und der Generalsekretär des Außenministeriums teil. Laval gab dem Sonderberichterstatter folgende Erklärung: Die etwa 4Vrstündigen Besprechungen während des heutigen Tages mit Stalin sind nicht nur in wärmster Herzlichkeit verlaufen, sondern waren von einer echten Intimität getragen. Das Frühstück gestaltete sich zu einem Liebesmahl wahrer Freundschaft. Im Verlaus der Besprechungen mit Stalin haben wir im Geiste engster Zusammenarbeit sämtliche diplomatischen Fragen des Augenblicks besprochen." Laval erklärte sich weiterhin t i e f g e r ü h r t über den Empfang, der ihm von den russischen Behörden und der Bevölkerung zuteil geworden sei. Am Mittwoch, unmittelbar nach den letzten Besprechungen werde eine gemeinsame Mitteilung ausgegeben werden.
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„Der Tag, den Laval im Kreml verbracht hat" schreibt die Außenpolitikerin des „Oeuere" aus Moskau, „hat den französisch-sowjetrussischen Pakt endgültig besiegelt. Der Besuch Lavals bei Stalin ist von ausschlaggebender Bedeutung. Beide Staatsmänner haben sich darüber ausgesprochen, ob dieser Pakt eine Allianz im eigentlichen Sinne des Wortes sei, und sind zu dem Schluß gekommen, daß es im Grunde genommen tatsächlich eine regelrechte Allianz sei, wenn auch in neuer Form. „Oeuvre" und andere Blätter melden, daß jetzt der Pakt nach wirtschaftlicher, militärischer, politischer und kultureller Richtung hin ausgebaut werden wird. Für den Sommer seien Verhandlungen zwischen den General st üben beider Länder in Aussicht genommen. Die Frage des von Sowjetruß- land und Frankreich gewünschten Beitritts Deutschlands und Polens zu dem Ostpakt sei eingehend besprochen worden. Die Aktionsfreiheit beider Vertragspartner dürfe jedoch dadurch in keiner Weife beeinträchtigt werden. Beide könnten keine Forderung Polens zulassen, die die Unterzeichnung von Abkommen zwischen Rußland und seinen Nachbarstaaten behindere. Der Ausbau der sowjetrussisch-franzö
sischen WirtschaftsbezieHungen über den ursprünglich vorgesehenen Rahmen hinaus sei ebenfalls in Betracht gezogen worden. Wahrscheinlich werde Frankreich Sowjetrußland Handels- erleichterungen gewähren. Der kulturelle Austausch durch Verbreitung der französischen Sprache in Sowjetrußland, der Austausch von Professoren, die Errichtung von Konsulaten usw. seien als notwendig anerkannt worden. Man hält es sogar für möglich, daß Laval, dessen Besuch im Vatikan viel beachtet worden sei, die Frage der Beziehungen der katholischen Kirche zu Rußland angeschnitten habe.
Dem Außenpolitiker des „Echo de Paris", der Laval auf feiner Reife begleitet, ist der militärische Geist in Sowjetrußland aufgefallen. Er fragt nach dem militärischen Wert der Roten Armee und ist besorgt, ob auch die industrielle Ausrüstung sowie das Verkehrswesen mit Sowjetrußlands Anspruch, eine starke Militärmacht zu sein, im Einklang stehe. Besonderen Wert legt „Petit Parisien" auf die angeblichen Zugeständnisse, die Stalin den französischen Wünschen hinsichtlich der E i n ft e 11 u n g ö e r kommunistischen Propaganda in Frankreich gemacht habe. Die Sowjetregierung werde eine feierliche Erklärung über die Notwendigkeit der Landesverteidigung in Frankreich Herausgebern Die Sowjetregierung, die bei ihren Massen das diplomatische Abkommen mit Frankreich mit der Notwendigkeit einer bewaffneten Verteidigung des Friedens rechtfertige, könnte dann die antimilitaristische Propaganda in Frankreich nicht mit ihrer Autorität decken. Das wäre unfreundschaftlich und unlogisch zugleich gewesen. Die Tatsache, daß W o • roschilow an den Besprechungen t e i l g e n o m « men hat, sei der schlagendste Beweis, daß man in Sowjetrußland dem Ausbau der französischen Streitkräfte ganz besondere Beachtung schenkt.
Dor der Erweiterung der französisch-sowjetrussischen Beziehungen im Sinne eines Bündnisses warnt besorgt die „Republigue". Wenn der französisch-sowjetrussische Pakt ergänzt werden müsse, so sagt das Blatt, dann nur durch ein Sy st em von Sicherheitsabkommen und Rüstungsbeschränkung. An diesem System müsse dann nicht nur Polen, sondern auch Deutschland teilnehmen. Das Blatt ist der Ansicht, daß das Abkommen mit Sowjetrußland die Wiederaufnahme der internationalen Aussprache mit Deutschland erleichtern könnte. Auf sich selbst angewiesen, habe sich Frankreich vor einer Aussprache mit Deutschland fürchten können, jetzt aber, da es der Freundschaft mit Sowjetrußland sicher sei, könne es fester auf treten, diesen Vorteil müsse man nutzen. - Vo einer Allianz wider d i e Natur, die nur ein Ungeheuer erzeugen werde, spricht die „Action Franchise", die mit anderen sowjetfeindlichen Blättern jede Gemeinschaft mit dem roten Rußland scharf verurteilt.
das beweist das Material, das im Karl-Liebknecht- festgestellt, daß sich gerade atheistische Kommunisten 25imh bem ^eren Heim der KPD. in Berlin, aottesleugnerische Marxisten, die früher aus bef ? und das den Fachdezernenten der Kirche ausgetreten waren, nunmehr in irgendeiner Politischen Polizei fremder Staaten bekannt ge- konfessionellen Organisation kämpferisch betätigen macht worden ist. lunb den Kirchenstreit zu schüren bemühen.
!Dod) fast zugleich mit dem Niederbruch Deutfd)« lanbs begannen auch die Versuche zu einer JR et- tung vor dem Chaos. Erfolg in diesem Streben konnte nur ein Mann erringen, der selbstver- ländlich Frontkämpfer war und außergewöhnliche politische Begabung und politischen Instinkt besaß, der aus eigener Anschauung und aus eigenem Erleben die Psyche der Menschen genau fannte, die zu erfassen und in ihrem Denken umzustellen seiner Ueberzeugung nach erste Notwendigkeit war: Die Masse der Handarbeiterschaft.
Adolf Hiller glaubte fanatisch an sein Volk und besonders auch an den deutschen Arbeiter, den er im Felde so opferbereit, tapfer und treu gesehen hatte. Im Glauben an dieses Volk {teilte er dem Materialismus der Zeit einen neuen Idealismus entgegen. Er lehrte, daß Nationalismus und Sozialismus einander ergänzende Begriffe sind.
die Wahrheit über das neue Deutschland in einem Lande künden zu können, dessen Haltung während des Krieges in Deutschland unvergessen sei.
Rudolf Heß gab dann einen Ueberblick über das Werden des Nationalsozialismus und schilderte den unheilvollen Einfluß, den die an vielen maßgebenden Stellen im Staat und in der Wirtschaft stehenden Juden im Deutschland der vornationalsoziali- tischen Zeit ausgeübt haben. Weiter kennzeichnete er das damit parallel laufende Anwachsen des Dolche w i s m u s. „Die Entwicklung des jüdischen Einflusses war einer der maßgebenden Faktoren für die Verfallserscheinungen, die, wenn der National- ozialismus nicht im letzten Augenblick Einhalt geboten hätte, wirtschaftlich im Kampf aller gegen alle, kulturell im Nihilismus, taatspolitifch in der Anarchie, kurz in einem Zustand enden mußte, den wir als Bolschewismus bezeichneten. Wie von Deutschland als dem erhofften zweiten Land der Weltrevolution der Bol- chewismus weitergetragen werden sollte, das beweist das Material, das im Karl-Liebknecht-
Sendbote der Wahrheit.
Oer Stellvertreter des Führers spricht inStockholm über das neue Deutschland.
Zur Verankerung seiner Ideen und zu ihrer syste- matischen Verbreitung im Volke schuf er die NSDAP. Und diese Partei erreichte in 15 Kampfjahren die innere Wandlung des deut chen Volkes, bie Voraussetzung ist für den Erfolg d. Arbeit, die heute in Deutschland von den Trager
Stockholm, 14. Mai. (DNB.) König G u - st a f V. von Schweden hat den Stellvertreter )es Führers, Reichsminister Rudolf Heß, in Begleitung des deutschen Gesandten Prinzen zu Wied und seines Adjutanten L e i t g e n s heute vormittag um 11.30 Uhr in einer Privat- audienz empfangen. Die Audienz dauerte eine halbe Stunde. Nach dem Empfang auf dem Schloß besichtigte Reichsminister Heß in Begleitung der Gattin des deutschen Gesandten, Prinzessin zu Wied, und seines Adjutanten einige Sehenswürdigkeiten von Stockholm und hielt abends vor der Deutsch-Schwedischen Vereinigung in Stockholm einen Vortrag über das neue Deutschland. Er dankte einleitend der Deutsch-Schwedischen Vereinigung dafür, daß sie es ihm ermöglicht habe, vor einem ausgesuchten Kreise in Schweden zu sprechen. Er freue sich,
ouiieb, uie x>oraub|egung |ur Den Erfolg Der Arbeit, die heute in Deutschland von den Tragern der hitlerischen Weltanschauung, des Nationalsozia- lismus, geleistet wird. Der Zusammenschluß des Volkes über alle bisher trennenden Weltanschauungen, Klassen, Stände, Parteien und Einzelstaaten hinweg in einem Reich ist zur Tatsache geworden.
Den Gegnern sind die Angriffspunkte für ihre zersetzende Tätigkeit genommen. Nur ein letzter Angriffspunkt ist noch nicht ganz ausgeschaltet. Dies sind die konfessionellen Gegensätze. Demgemäß haben sich auch alle Gegner in der Austragung des künstlich hervorgerufenen Kir» ch^ nst re it es, zusammengefunden. _ Wir haben


