Ausgabe 
15.5.1935
 
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haben nur ein Interesse: Wenn schon sonst alle Gegensätze geschwunden sind, menigftens die Gegen­sätze der Konfessionen zu verschärfen und einen Gegensatz zwischen dem Staat und den verschiede­nen Kirchen zu schaffen.

Der Rationalsozialismus will, daß wie einst unter Friedrich dem Großen,jeder nach seiner Fasson selig werde". Der na- tionalfozialistifche Staat gibt den Kirchen, was der Kirche ist, die Kirchen haben dem Staate zu geben, was des Staates ist. Darüber hin­aus steht der nationalsozialistische Staat den inneren Zänkereien der Bekenntnisse uninter­essiert gegenüber. Von diesem Grundsatz können uns auch noch so viele im Ausland tendenziös verbreitete falsche Vachrichten über den Kirchen­streit in Deutschland nicht abbringen. Vachrichten, die nur den einen Zweck verfolgen, gegen den vationalsozialismus im Auslande zu wirken, nachdem so viele andere Lügen ihre Wirkung verloren haben, weil die Tatsachen gegen sie sprachen.

Als Krönung der gewaltigen Anstrengung um Deutschlands Wiederaufbau und zugleich als Vor­aussetzung für den Bestand des Ganzen ersteht

das neue deutsche Volkgheer. Nach der Feststellung, daß das ideale Ziel der Erhaltung des Fnedens für Deutschland zugleich eine sachliche Not­wendigkeit sei, fuhr Rudolf Heß fort:Der Führer ist Frontkämpfer! Und ich bin ja auch Front­kämpfer, und fast alle anderen Mitarbeiter des Führers sind ebenfalls Frontkämpfer des furcht­barsten Krieges aller Zeiten. Wir wissen, was der Krieg bedeutet, und lieben deshalb den Frieden. Wir wissen, daß der Weltkrieg 15 Mil­lionen Tote gefordert hat. Wir wissen ober auch, daß der Friede um so besser gesichert ist, je weniger etwa abenteuerlustige Nachbarn das Ge­fühl haben können, daß der Einmarsch in deutsches Land ein militärischer Spaziergang sei." Wie der Führor selbst betonte, braucht Deutsch- land um seiner Waffenehre willen kei- n en K r i e g zu führen, denn es hat sie n i e v e r - loren. Daß aber ein neuer Krieg die wirtschaft­lichen und politischen Verhältnisse, welche die Fol­gen eines früheren Krieges sind, nicht zu bessern vermag, sondern endgültig das Chaos herbeifüh­ren müßte, ist eine für jeden deutschen Politiker selbstverständliche Einsicht. Der Stellvertreter des Führers schloß seine Rede mit der Betonung, Deutschland wolle keinen Krieg, sondern den wahr­haften Frieden.

Göring vertritt -en Führer bei der Beisetzung pilsudskis.

Berlin, 14. Mai (DRV.) Bel den in Warschau und Krakau staktsindenden Beisehungsfelerlichkeilen für Marschall Pilsudski hat der Führer und Reichskanzler den Ministerpräsidenten General der Flieger Göring mit seiner Ver­tretung beauftragt. 3n der Begleitung von Minister­präsident General Göring beftnden sich als Ver­treter der deutschen Wehrmacht ein General des Reichsheeres, ein Admiral der Reichsmarine, ein General der Reichsluflwaffe sowie der deutsche Botschafter in War­schau und zwei Adjutanten des Minister­präsidenten.

Dank an den Führer.

Berlin, 14. Mai. (DNB.) Auf das Bei­leidstelegramm des Führers und Reichskanzlers zum Ableben des Marschalls Pilsudski hat der pol­nische Staatspräsident Moscicki mit einem Telegramm geantwortet, das in Ueberfetzung wie folgt lautet:Ich bitte Euer Exzellenz, meinen tiefbewegten Dank für die so herzlichen Worte entgegenzunehmen, die Sie zu dem schmerzlichen Verlust, den die polnische Na­tion soeben in der Person des Marschalls Pil­sudski erlitten hat, an mich und die polnische Regie­rung zu richten die Güte hatten. Der Verstorbene hat sich mit voller Hingabe darum be­müht, die guten und für die Sicherung des europäischen Friedens so wertvollen Be­ziehungen zwischen unseren beiden Völkern glücklich zu festigen.

An der Vahre des Marschalls.

Die sterblichen Ueberreste Pilsudskis sind im großen Salon des Schlosses Belvedere, der in eine Totenkapelle umgewandelt wurde, aufgebahrt. Der Tote trägt die Marschallsuniform mit dem großen Band des Ordens virtuti militari. Der Katafalk ist mit purpurrotem Tuch bedeckt, das das Zeichen des weißen Adlers trägt. In einer Nische befin­det sich die Urne, die das Herz des Mar­schalls umschließt. Daneben liegen der Säbel des Verstorbenen und die Legionärs­mütze aus der Kriegszeit. Die gefalteten Hände des Toten halten ein Heiligenbild der wundertäti­gen Gottesmutter von Dftrabrama in Wilna, der der Marschall seine besondere Verehrung entgegen­brachte. Zu Häupten des Katafalks stehen drei Standarten der alten polnischen Armee umflort. Die eine aus dem Jahre 1831, die zweite aus dem Jahre 1863 und die dritte eine Standarte der polnischen Legionen aus dem Jahre 1914. Ein Strauß weißer Rosen von den beiden Töchtern des Marschalls liegt auf dem Sarge. Am Katafalk stehen Offiziere, Unter­

offiziere und Soldaten mit gezogenen Degen.

Unabsehbare Abordnungen von allen Einheiten der Armee strömen mit ihren Kommandeuren an der Spitze nach dem Schloß Belvedere und grüßen zum letztenmal ihren obersten Kriegsherrn.

Bis in die späte Nacht dauerte der Zustrom der Warschauer Bevölkerung zum Schloß Belvedere an. Entblößten Hauptes und schwei- gend harrten Tausende, bis sie in der langen Schlange der Wartenden an den Tisch in der Vor­halle gelangten, auf dem das große Beileidsbuch zur Eintragung aufgelegt war. Vier Bücher waren schon am Montag eng mit Tausenden von Namen gefüllt. Selbst als schon die Tore des Schlosses geschlossen waren, harrten noch Hunderte lange aus, um durch einen Blick auf das Belvedere ihrer Trauer Ausdruck zu geben.

pilsudskis letzte Stunden.

Warschau, 14. Mai. (DNB.) Die Blätter bringen Einzelheiten über die Krankheit und die letzten Lebenstage des Marschalls Pilsudski. Danach waren die Aerzte des Marschalls schon seit einigen Monaten wegen der Verschlechterung des Aussehens Pilsudskis beunruhigt, zumal sie dieses nicht allein auf die Nierenkrankheit zurück­führten. Am Karfreitag bekam der Marschall einen schweren Leberanfall. Man berief sofort Professor Wenckenbach aus Wien, der Leber- und Magenkrebs feststellte. Am letzten Frei­tag erst trat bann plötzlich eine gefährliche Verschlimmerung im Befinden ein. Professor Wenckenbach wurde zum zweiten Male mit einem Flugzeug geholt. Der Zustand des Marschalls war bei seinem Eintreffen bereits hoffnungs- l o s. Am Morgen des 12. Mai empfing Marschall Pilsudski die letzte Oelung. Er verlor auch bereits zeitweise das Bewußtsein. Gegen Mittag schwand das Bewußtsein völlig. Am Sterbebett weilten ne­ben der Familie und den Aerzten die Generäle Wieniawa-Dlgoszewski, Skladkowski und Rydz- Smigly.

Aus der Umgebung des Marschalls wird erzählt, das er bereits feit dem Jahre 19 30 die langsame Verschlechterung seines Gesund­heitszustandes empfand. Seitdem war er bestrebt, Männer seines Vertrauens an sich heranzuziehen, die die Lücke nach feinem Tode ausfüllen könnten. Besondere Aufmerksamkeit schenkte Pilsudski bis zum letzten Augenblick den Fragen der Außenpolitik. Noch am 10. Mai ließ er sich von Minister Beck eingehend über b i e Warschauer Besprechungen mit Laval berichten. Pilsubski hat ein Testament hinter- lassen, bas erst nach ber Beisetzung eröffnet werben soll.. Die Gemahlin Pilsubskis soll infolge bes er« schlitternden Erlebens von ben Aerzten zu bringen» ber Schonung veranlaßt worben sein.

Das Urfeil im Berner Zionistenprozeß.

Bern, 14. Mai (DNB.) Das Gericht fällte am Dienstagnachmittag, bem 14. Verhanblungstage bes Prozesses um bieProtokolle ber Weisen von Zion", bas Urteil. Danach steht bas Gericht auf bem Stanb- punkt, baß ber Beweis bafür, bie Protokolle seien im Auftrage einer geheimen Mischen Weltregierung versaht worben, nicht erbracht worben sei. Die Pro­tokolle seien geeignet, Haß gegen bie Juben zu ver­breiten, bie als Schweizer Bürger unter bem gleichen Schutz wie bie Christen ftänben. Die Protokolle seien als Fälschung und Plagiat anzusehen und fielen ebenso wie die Vor- und Nachträge der Ausgabe von Fritsch unter Artikel 14 bes Bernischen Gesetzes über bie Schunbliteratur. Gleichzeitig würbe bas von ben Klägern beanftanbete Flugblatt bes Bunbes nationalsozialistischer Eibgenossen sowie einige Num­mern ber ZeitungDer Eibgenosse" für gesetzwibrig erklärt.

Demgemäß würben verurteilt ber wegen Verkaufs berProtokolle" währenb einer Versamm­lung Angeklagte Schnell (Bern) zu einer Buße von 20 Franken, ber frühere Lanbesfuhrer bes Bunbes nationalsozialistischer Eibgenossen, Fischer (Zürich), wegen eines Aufrufes bes Bunbes unb bes Inhalts einiger Nummern ber ZeitungDer Elb- genoffe" zu einer Buße von 50 Franken. Die Kosten bes Verfahrens werben ben beiben Verurteilten auf­erlegt, soweit bas Verfahren sie betrifft. Die übrigen brei Angeklagten, bie nur als Vertreter ihrer Orga­nisationen vor Gericht ftanben, würben freigesprochen unb ihnen eine Entschäbigung zugebilligt.

Vor Eintritt in bie Verhandlung gab ber Richter eine Erklärung ab, aus ber sich ergab, baß ber Sachverstänbige Fleischhauer beim Bunbes- präfibenten Minger beswegen vorstellig geworben war, weis ber Sachverstänbige Loosli in seinem Gutachten Deutschlanb unb bie R e i chs-

regierung angegriffen hat, ohne baß ber Richter bies beanftanbete. Der Bunbespräsibent fjabe im Beisein bes Vorstehers bes Polizeibeparte- ments, Motta, bem Richter bies mitgeteilt, ber nun­mehr erklärte:Sollten in bem Gutachten Looslis Stellen vorgekommen fein, burch bie Deutfchlanb unb bie Reichsregierung angegriffen werben, so spreche ich Herrn Oberstleutnant Fleischhauer hier­mit mein Bebauern aus."

Aus ber Urteilsbegründung fei folgenbes hervor­gehoben: Es fei nqch Ansicht bes Gerichtes burch bie Gutachten bewiesen, daß bie Protokolle von Jolys Dialogen abgetrieben seien. Joly habe mit feinem Werk nicht das ihm jetzt unterschobene Ziel gehabt. Der Versuch, bie Autorschaft Achad Haams nachzuweisen, fei mißglückt, nachbem alle Zeugen übereinftimmenb ausgesagt hätten, baß ber Inhalt ber Protokolle feiner geistigen Einstellung nicht ent« spreche; ebenso sei es nicht gelungen nachzuweisen, baß bie Protokolle auf einem 1897 gleichzeitig mit bem Zionistenkongreß tagenben Kongreß bes Bnei- Briß-Orbens beschlossen seien. Der Beweis ber Echtheit aus ber sog. inneren Wahrheit, b. h. ber Uebereinftimmung ber Moral ber Protokolle mit ber bes Talmubs ober ber Geisteseinstellung ber Juben sei abwegig. Mit Zitaten lasse sich alles be­weisen. Der Verurteilte Schnell legte burch feinen Anwalt sofort Appellationsbeschwerbe ein, so baß ber Prozeß auch noch bie nächste Instanz beschäftigen wirb.

Bei bem Berner Zionistenprozeß fjat es sich um eine rein schweizerische Angelegenheit gehanbelt. Ver­urteilt würben Schweizer Staatsbürger, weil sie bie Protokolle ber Weisen von Zion" vertrieben hatten, bie vom Bestehen einer geheimen Mischen Welt­regierung ausgehen. Trotzbem ist ber Verlauf bes

Der Tag der Hunderttausend.

Erste Vorbereitungen zum Gautag Hessen-Nassau in Darmstadt.

Auf ber Pressekonferenz ber Lanbesstelle Hessen-Nassau bes Reichsministeriums für Volks­aufklärung und Propaganba, bie im wesentlichen ber Eröffnung ber Reichsautobahn gewibmet war, machten Gaupreffeamtsleiter W o w e r i e s unb Gauorganisationsleiter Wellenkamp nähere Ausführungen über ben am 1. und 2. Juni in Darmstadt geplanten Gautag Hessen-Nas- f a u. Der Gautag solle keine Nachahmung des großen Nürnberger Parteitages sein, sondern sei dazu bestimmt, die Möglichkeit einer engen Füh­lungnahme zwischen ber Partei unb ihren Gliebe- rungen mit ber Oeffentlichkeit zu bieten. Daher liege auch ber Schwerpunkt in ben großen öffentlichen Veranstaltungen, zu benen bereits heute so zahlreiche Anmelbungen oorlägen, baß man heute schon ben Gautag als ben Tag ber 100000 bezeichnen könne.

Am Samstag werbe ber Gautag burch zahl­reiche Sonbertagungen ber einzelnen ©lieberungen eingeleitet werben. So werbe eine Tagung ber alten Kämpfer bes Rhein-Main-Gaues

ftattfinben unter Vorsitz bes Gauleiters, ferner eine Tagung für Rasfenforschung unter Vorsitz bes Pg. Gros. Am Abenb werde im Großen Haus ein klassisches Stück aufgeführt werden. Die NS.-Ge- meinschaftKraft durch Freude" veranstaltet ein großes Volksfest.

Der Sonntag wird mit turnerischen Wett­kämpfen der HI. beginnen. Auf einer Tagung ber Wirtschaftsführer bes Rhein-Mainge­bietes am frühen Morgen wirb ber Leiter ber Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, sprechen. Von 9.30 bis 10.30 Uhr finbet eine Führertaaung aller ©lieberungen statt. Dann beginnt ber Aufmarsch zu bem großen Appell, ben Gauleiter Sprenger unb Dr. Ley auf bem Exerzierplatz abnehmen werben. Um 15 Uhr finbet bann ein Vorbei­marsch statt, ber etwa 17 Uhr beenbet fein bürste. Am Abenb wirb bas Volksfest ber NS.-Ge- meinschastKraft burch Freube" wieberholt, bas sich um bas Schloß unb ben Parabeplatz gruppieren wirb unb mit einem großen Feuerwerk sein Enbe finbet.

Prozesses auch in Deutfchlanb mit Aufmerksamkeit verfolgt worben. Das Urteil hat nach bem Vrozeß- oerlauf, in bem bie Mischen Zeugen tagelang in breitester Form gehört, bie ber Beklagten aber ab­gelehnt würben, aber auch nach ber Art, wie bie Sachverstänbigengutachten bewertet worben sinb, nicht überrascht. Daß ber Richter vor Eintritt in bie Spruchverhanblung eine Ehrenerklärung gegen­über bem deutschen Sachverständigen abgeben mußte, spricht für sich.

Zur Entscheibung ftanb nicht bie Echtheit ober Un­echtheit ber Protokolle, über bie bas Amtsgericht nach bem Beweisaufwanb nicht befinben konnte, unb über bie allein bie historische Forschung zu ent» scheiben hat, sonbern nur bie Frage, ob bie von ben Beklagten verbreiteten Aufrufe unb Veröffentlichun­gen unter ben Artikel 14 bes Berner Gesetzes über bie Schunbliteratur fielen. Im übrigen ist seitens ber Verteibigung ber Verurteilten sofort Appella­tionsbeschwerbe eingelegt worben. Es ist zu hoffen, baß bie übergeorbnete Instanz, falls sie sich mit ber gleichen Fragestellung befassen sollte, ihre Entschei- bung auf Grunb einer ausreichenben Beweisauf­nahme fällen wirb.

Iwei-Lahresprogramm für die britische Lustaufrüstung

Verdreifachung

der heimischen Lufistreitkräfte.

London, 15.Ulfll (DRB. Funkspruch.)Daily Telegraph" meldet: Die Pläne für die Verstärkung der britischen Luftwaffe, die diese Woche vom Kabi­nett geprüft werden fallen,.sehen eine Verdrei­fachung der heimischen und annähernd eine Verdoppelung der gesamten briti­schen Lufistreitkräfte in der ganzen Welt binnen zwei Jahren vor. Die gegen­wärtige Stärke beträgt: Heimatschuh 43 Ge­schwader mit 490 Flugzeugen; überseeische Einheiten, Flugboote und Warineflugzeuge 50 Geschwader mit 530 Flugzeugen, zusammen 93 Geschwader mit 1020 Flugzeugen. Dem aufgestellten Plan zufolge soll die Stärke der Luftflotte im April 1937 betragen: heirnatfchuh 128 Geschwader mit 1460 Flugzeugen, überseeische Einheiten, Flugboote und Marineflug­zeuge 50 Geschwader mit 530 Flugzeugen, zusammen 178 Geschwader mit 1990 Flugzeugen. Die Zahl der Maschinen, die ein Geschwader bilden, wechselt je nach der Klasse. Von Maschinen mit einem Motor bilden in der Regel je 12 ein Geschwader, von Ma­schinen mit mehreren Motoren je 10; einige der Flugbootsgefchwader umfassen nur drei bis fünf Maschinen.

Das Blatt weist darauf hin, daß dieser Plan, falls er vom Kabinett unverändert angenommen wird, die britischen Lufistreitkräfte auf die höhe der französischen in Europa und Rord- a f r i k a bringen würde und daß Deutschland in absehbarer Zeit die gleiche Stärke haben werde, falls es sie nicht schon besitze. Es werde un­verzüglich ein schnelles, schweres Bombenflugzeug von großem Aktionsradius entworfen und gebaut werden, das den Leistungen der deutschen Bomben­flugzeuge gewachsen sei.

Mitgliedersperre auch für HL. und BdM.

München, 15. Mai (DNB. Funkspruch). Im Völkischen Beobachter" veröffentlicht ber Reichs- schatzmeister ber NSDAP, folgenbe Ver­fügung:

Die berzeitig bestehenbe Mitgliebersperre wirb im Einvernehmen mit bem Stellvertreter bes Führers unter Hinweis auf meine biesbezüglichen Verfügungen bis zu einer enbgültigen Regelung auch auf Angehörige ber Hitler - Iugenb sowie bes Bunbes beutfcher Mabel ausgebehnt. Vorstehenbe Verfügung tritt mit bem Tage ihrer Verkünbung in Kraft.

Meine politische Nachrichten.

Der Reichsmini st er ber Finanzen, Graf Schwerin von Krosigk, ist von einem Er­holungsurlaub zurückgekehrt unb hat feine Dienst- geschäfte roieber übernommen.

Der Reichsminister ber Justiz, Dr. Gärtner, hat in bie amtliche Kommission für bie Aufstel ° lung eines Strafvollzugsgesetzent­wurfes ben Generalftaatsanwalt Ministerialrat Dr. Christians in Olbenburg berufen.

Manila, 14. Mai. (DNB.) Aus ben bisherigen Berichten über bie Volksabstimmung auf ben Phi­lippinen geht hervor, baß bi e Anhänger ber neuen Verfassung, bie nach zehnjäh­riger Gültigkeit zur völligen Unab­hängigkeit ber Philippinen von USA. hinüberleiten soll, eine ungeheure Mehrheit er­rungen haben.

Oie Eröffnung der Brücke über den Kleinen Belt.

DNB. Frebericia, 14. Mai. Unter starker Beteiligung ber bänischen Oeffentlichkeit würbe am Dienstagnachmittag bie Brücke über ben Kleinen Belt eingeweiht. Die gelabenen ©äste aus Ko­penhagen, die Regierung mit Minifterpräsibent Staumng an ber Spitze, Mitglieber bes Diploma­tischen Korps, unter ihnen ber beutsche © e - fanbte in Kopenhagen Freiherr von Richt­hofen, zahlreiche Mitglieder des Reichstages unb Vertreter ber Behörben waren in zwei Blitzzügen nach Mibbelfart beförbert worben, ©egen 13.30 Uhr traf an Borb bes KönigsschiffesDanebrog" König Christian X. in Begleitung bes Prin­zen W a l b e m a r unb bes Prinzen Georg von Griechenlanb in Mibbelfart ein. Auf bem Fest­platz würbe ber König von der vieltausendköpfigen Menschenmenge mit lautem Hurra begrüßt.

Nachdem der König und feine Begleitung auf einer besonderen Tribüne Platz genommen hatten, hielt Verkehrsminister Friis-Skotte eine An­sprache, in der er die Geschichte der Entstehung bes Bauplanes seit dem Jahre 1883 schilderte. Die Brücke stelle den größten bisher in Dänemark zur Durchführung gekommenen Brückenbau dar. Hervor­ragend tüchtige deutsche und dänische Ingenieur­firmen hätten bie Arbeit gemeinsam ausgeführt. Die Brücke wirb in einer international sehr un­ruhigen Zeit eröffnet. Eine Brücke über ein allen Nationen offenes Fahrwasser ist ein Zeichen bes Friebens. Es zeigt bas volle Vertrauen eines kleinen friebüebenben Lanbes barauf, baß sein Friebenswille international anerkannt wirb, unb baß fein Frieben nicht gestört werben wirb.

Der König gab ber Bewunberung über ben bei bem Bau ber Brücke geleisteten technischen Einsatz Ausbruck unb erklärte bie Brücke für eröffnet. Punkt 15 Uhr zerriß ber Triebwagen bes Königs ein am Brückenkopf gespantes ©eibenbanb. Währenb ber Fahrt über bie Brücke ertönten laut bie Sirenen von etwa 10 Dampfern, bie sich unterhalb ber Brücke eingefunben hatten. Punkt 15.10 Uhr traf ber Blitz­zug am neuen Bahnhof in Frebericia ein. Der König trat bann bie Fahrt zu einem Besuch Norbschleswigs an.

Aus aller Wett.

Aufsehenerregende Vücherdiebstähle In der Universi­tät Köln. Der Täler verhaftet.

Seit bem Jahre 1930 verschwanben aus ben Büchereien ber Universität Köln fortgesetzt wert­volle Lehrbücher, ohne baß es gelang, Des Die­bes habhaft zu werben. Die Kriminalpolizei konnte nunmehr ben Täter, einen 27jährigen le­bigen stellungslosen Mittelschullehrer aus Köln- Bayenthal festnehmen. Bei ber Festnahme war ber Dieb, ber wöchentlich 1015 Bücher aus ben ßefefälen ber Universität entroenbet hatte, im Besitz von sechs größeren wissenschaftlichen Werken, bie er am gleichen Tage aus ber Bibliothek des Deutschen Seminars entwendet hatte. Eine Durchsuchung seiner Wohnung förderte weitere 185 Lehrbücher bedeutender Schriftsteller zu­tage, die ausnahmslos Eigentum der Universität waren. Einen großen Teil der gestohlenen Bücher hat der Dieb an Buchhändler und Antiquare in Köln und Bonn verkauft. Die Namen dieser Aufkäufer gab der Täter bekannt. Einige von ihnen gaben daraufhin die Bücher aus eigenem Antrieb ber Universitätsbücherei zurück, anbere werben sich wegen Hehlerei zu verantworten haben. Weiter würben im Besitz bes Festgenom­menen mehrere hunbert einzelne Seiten von wissenschaftlichen Werken gefunben, bie er aus bem Lehrmaterial herausgerissen hatte. Auch hat sich ber Dieb ber gewinnsüchtigen Urfunbenfäl- fchung schulbig gemacht, inbem er auf Verlangen einzelner Buchhänbler falsche EiyentuMsbescheini- gungen über bie angebotenen Bücher beibrachte. Solche Bescheinigungen hatte ber Dieb mit falschen Namen unterschrieben.

Bootsunglück in Rordschteswig. Lin Ruderer ertrunken, vier andere vermißt.

Fiirtt Mitglieder des Deutschen RuderklubsGer­mania^ in Sonderburg hatten am Sonntag eine Sternfahrt angetreten, von der sie nicht zurück­kehrten. Die Befürchtung, daß das vermißte Boot bei der aufgekommenen steifen Brife gekentert ist, hat sich jetzt bestätigt. Die Fahrzeuge, die sich auf die Suche begaben, haben das vermißte» Boot kieloben treibend aufgefunden. Die Leiche eines der Vermißten konnte von ihnen geborgen werden. Don den übrigen vier Insassen Des ver­unglückten Bootes fehlt Dagegen noch jede Spur.

Eisenbahnunglück in der Mandschurei.

Vier Tote, 21 Verletzte.

Der MoskauWladiwostok-Expreßzug stieß 200 Kilometer östlich von Charbin (Mandschurei) mit einem Güterzug zusammen. Vier Personen wur­den getötet und 21 verwundet. Der Zug wurde völlig zerstört.

Wer schneller bräunen will, nimmt Leokrem !