Ausgabe 
15.3.1935
 
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zusammensetzen soll, bedeutet diese Einrichtung, die gibt die Gesellschaft zur Förderung der polnischen auch im Widerspruch zum Memel st atut Kunst im Ausland einen Empfang für den

Kunst im Ausland einen Empfan; Präsidenten der Reichsschrifttumskammer.

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der Fürsten in der Aeußeren, von den Bolschewisten beherrschten Mongolei auf die der Inneren Mon­golei doch etwas ernüchternd gewirkt, so daß die Aussichten der Sendboten Mandschukuos wesent­lich besser sind. Gelingt es, die Innere Mongolei zum friedlichen Anschluß zu bringen, dann können die in Hsinting, der Hauptstadt Mandschukuos wirkenden japanischen Kräfte einen ihrer größten Erfolge verbuchen.

War in Paris ein Anschlag auf Schuschnigg geplant?

In der Vormittagssitzung der Kammer wird

Oie Liquidierung -er Revolution in Griechenland.

Choleste­rin- und lecithin­haltig v7

steht, eine völlig einseitige Maßnahme gegen das Memelgebiet. Die Einseitigkeit des neuen Gesetzes geht auch daraus hervor, daß das Statut- Gericht nur von drei Instanzen angerufen werden kann, und zwar von dem Präsidenten des Direktoriums, der jetzt der Litauer Bru-

rechtsstehende Abgeordnete Henriot seine Inter- pellation über die Zwischenfälle beim Empfang des österreichischen Bundeskanz­lers Schuschnigg begründen. Staatsminister Herriot soll als Vertreter des in Algerien wei­lenden Innenministers die Interpellation beant­worten.Le Jour" behauptet, die Regierung habe ein Schriftstück aus österreichischen 'Terroristen­kreisen, das klar beweise, daß ein Anschlag auf die österreichischen Gäste geplant ge­wesen sei. Das Blatt versichert, daß die Regierung sich mit einer solchen Begründung nicht aus der Angelegenheit ziehen könne. Wenn das amtliche Frankreich nicht mehr in der Lage sei, einen aus­ländischen Minister oder einen ausländischen Fürsten mit voller Sicherheit zu empfangen, dann möge das ohne Umschweife zugegeben werden.

Einseitiges »Schiedsgericht" für Memel.

K o w n o, 14. März. (DRB.) Der litauische Staatspräsident hat ein sogenanntes Statut-Gericht zur Regelung von Streitigkeiten eingesetzt, die sich aus der Anwendung des Memelstatuts und den Maßnahmen des Gouverneurs und des Landtages ergeben. Da das neue Gericht sich lediglich aus litauischen Richtern unter dem Vor­sitz des Präsidenten des Kownoer Obertribunals

Prinz von Homburg" als Oper. Graener-Uraufführung in der Berliner Staatsoper.

Die Spannung, mit der das musikalische Berlin der UraufführungPrinz von Homburg" entgegensah, löste sich in einen großen Erfolg für Paul G r a e n e r auf. Die Staatsoper hatte ihre besten Kräfte eingesetzt und feierte mit einer Ur­aufführung von beispielloser höhe der Leistungen einen Triumph, der sich würdig in die Reihe der Großtaten dieses Hauses einordnet. Das Publikum zollte schon vor der Pause starken Beifall, der nach .)er Gefängnisszene zur Begeisterung anwuchs und am Schluß Sänger, Dirigenten, Bühnenbildner, Regisseur und Komponisten unzählige Male vor den Vorhang ries. In einer Seitenloge des festlich ge- timmten Hauses wohnte Ministerpräsident Gö­ring der Ausführung bei.

Athen, 15. März. (DRB. Funkspruch.) Zur Durchführung ihres innenpolitischen Befriedungs- werkes hat die Regierung eine Reihe einschneiden­der Maßnahmen beschlossen. Die Kammer soll aufgelöst werden, da die meisten Abge- or beten der Opposition wegen ihrer Teil­nahme an dem Aufstand verhaftet wurden oder geflohen sind. Dem Senat wird verboten, sich zu versammeln, weil die Mehrheit der Senatoren Anhänger von Deniselos ist. Später soll der Senat durch einen Beschluß der Nationalversammlung, die zur Abänderung der Verfassung einberufen werden soll, überhaupt aufgehoben werden. Ferner ist in Aussicht ge­nommen, alle reaktionären Beamten, besonders die höheren, aus den Ministerien und den Banken, sowie aus Heer, Marine und Luftfahrt zu entlassen, kurzum alle Dienste von ungeeig­neten Elementen zu reinigen. Die K o st e n der Nie­derwerfung des Aufstandes werden vom Finanz- Minister auf 500 Millionen Drachmen geschätzt.

Aus aller Wett.

Alain-fränkische Jugend am Grabe Rudolf Bertholds.

Am 15. März, dem Todestage des ruhmreichen deutschen Kampffliegers Hauptmann Ru­dolf Berthold, des Führers und Gründers derEisernen S ch a r", der 1920 in Har­burg (Elbe) von Kommunisten in einen hinter­halt gelockt und bestialisch ermordet wurde, legte die Hitlerjugend feiner fränkischen hei- mat an feinem Grabe auf dem Berliner Invaliden- friedbof einen Kranz nieder. Die Abordnung der main-fränttschen Jugend, die Bannführer Schmidt führt, wurde von einer Ehrengefolgschaft des Gebietes Berlin begleitet. Sie führte die Frei­korpssahne der Eisernen Schar Bert­holds mit, die ihr am 14. Juli 1934 anläßlich der Anwesenheit des Reichsjugendführers Baldur von Schirach in Würzburg durch den Gauleiter von Main-Franken, Dr. Hellmuth, anvertraut wurde.

Eine hochherzige Stiftung.

v e l a i t i s ist, dem Memelgouverneur und dem litauischen Justizminister, während dem Memelländischen Landtag und den anderen autonomen Behörden oder Parteien dieser Beschwerdeweg verschlossen bleibt. Der tiefere Sinn desStatut-Gerichtes" ist offenbar der, daß die Litauer, da sie auf die Dauer den Landtag nicht übergeben hönnen, etwaige Beschlüsse des Landtages durch das neue Gesetz von vornherein gegenstandslos machen wollen und daß die Memelländer bei allen autonomen Streitfragen ins Unrecht gesetzt werden sollen.

Eingreifen der Bundesregierung in den Gouverneursstreit in Buenos Aires.

B u e n o s A i r e s, 15. März. (DNB. Funkspruch). Die argentinische Bundesregierung beschloß, in den Streit in der Provinz Buenos Aires einzugreifen, umdie verfassungsmäßigen Gewalten aufrechtzuerhalten". Dieser Beschluß bedeutet, daß die Amtsenthebung des Gouverneurs der Provinz Buenos Aires, Martinez de h o z, gemäß der Entscheidung des Provinzial« Parlaments durchgeführt wird. Der Bundes- interoentor, Oberst M a r q u e z, hat sofort mit dem Vizegouverneur von La Plata, R a u l D i a z, Fühlung genommen, um seine Amtseinfüh­rung vorzubereiten. Die faschistischen Legionäre hielten noch um Mitternacht in La Plata den Re­gierungspalast besetzt, jedoch ist es unwahrscheinlich, daß sie es auf eine ernste Auseinandersetzung an­kommen lassen, nachdem sich die Bundesregierung gegen Martinez de hoz entschieden hat.

Englische Bomber als Verkehrsflugzeuge.

London, 14. März. (DNB.) Evening Standard meldet, daß mehrere englische Firmen zur Zett sehr schnelle Flugzeuge Herstellen, die zu- nächst im Verkehrsdienst eingesetzt werden sollen, aberalsBombenflugzeuggebaut sind, so daß sie s o f o r t a u ch m i l i t ä r i s ch o e r- wendet werden können. Während die schweren Bomber der englischen Luftflotte zur Zeit etwa 270 Stundenkilometer zurücklegen, wurden diese neuenVerkehrsflugzeuge" eine Geschwindigkeit von mindestens 320 Stundenkilometern erzielen. Es gebe besonders eingerichtete Fabriken, die die Bombengestelle, Zielapparate und Ma chinen- qewehranlagen für diese Flugzeuge berelthielten. Es handele sich dabei um eine neue gefährliche Form des Rüstungswettrennens.

Um Die Innere Mongolei.

Im Fernen Osten ist es wieder ruhig geworden, aber an die Stelle der bewaffneten Macht ist jetzt der Diplomat, getreten, der das erreichen soll, was dem Soldaten bisher unerreichbar blieb. Dazu gehört der Anschluß der Inneren Mon­gole i an das junge Staatswesen M a n d s ch u - k u o. Das in Frage kommende Gebiet ist zu riesig, als daß es Sinn hätte, Militär von einer Station zur anderen vorzuschieben. Die Sendboten Man­dschukuos arbeiten viel mehr mit der Kunst der Überredung, um die nomadisierenden Stämme langsam gefügig zu machen und sie dahin zu brin­gen, die Oberhoheit Mandschukuos anzu- erkennen. Offenbar hat diese Taktik schon Erfolge gezeigt. Jedenfalls wird bekannt, daß mongolische Fürsten bereit sein sollen, eine Vereinigung der Inneren Mongolei mit Mandschukuo in Form einer Petition an den mandschurischen Kai- s e r zu fordern. Aber die mongolischen Fürsten wer­den auch von der anderen, der sowjetrussi­schen Seite her bearbeitet. Nur hat das Schicksal

Generaldirektor Dr. H a h l a ch e r hat anläßlich seines 25jährigen Jubiläums als Vorsitzender der Rheinischen Stahlwerke in Duisburg- Hamborn eine große Stiftung gemacht, indem er die ehemalige durch die Inflation aufgezehrte Rhein ft ayl - Jubiläums st iftung durch eine persönliche Stiftung mit eigener Rechtspersön­lichkeit und einem Vermögen im Werte vvn rund 1 Million Reichsmark unter dem Namen Rheinstahl - Haßlacher - Jubiläums - Stiftung" erneuert hat. Die Stiftung will die enae Ver­bundenheit Dr. Haßlachers mit seinen alten Arbeits­kameraden in den Werken von Rheinstahl zum Aus­druck bringen und bedürftigen Gefolgschaftsmitglie­dern eine Unter ft ützung in Notfällen aus den Erträgnissen der Stiftung sichern.

Eine 5000 Jahre alle Begräbnisstätte bei Lhalons-sur-lNarne freigelegl.

In der Nähe von Chalons-sur-Marne wurde bei Erdarbeiten in einem Kreidefelsen eine 2,56 Meter lange und 2,50 Meter breite Grotte freigelegt, die, wie die vielen aufgefundenen menschlichen Knochen und Steinwerkzeuge beweisen, als B e gräbnisstätte gedient hat. Das Alter der Grotte wirb auf 5000 bis 6000 Jahre ge­schätzt.

Lin weiteres Opfer des Lawinenunglücks in Oesterreich geborgen.

Nach mühevoller Arbeit konnte nunmehr ein weiteres Todesopfer des Lawinen­unglücks in den Niederen Tauern geborgen werden. Es ist die Skiläuferin Erika Littrow. Man hofft, daß die beiden noch vermißten Opfer jetzt ebenfalls geborgen werden können. Der Gra­ben, der durch den Lawinenschnee vollkommen aus­gefüllt ist und in dem die Leichen gesucht werden müssen, ist etwa 10 Meter tief, wodurch die Arbeit sehr erschwert wird.

Drohende Meuterei französischer Banjo-Sträflinge im Keim erstickt.

In dem Zwischenlager der französischen Banjo- Sträflinge in La Rochelle, wo 320 Verurteilte auf ihre Abbeförderung nach Guyana warteten, kam es zu einem Meutereiversuch. Etwa sechzig Gefangene traten in den Hungerstreik und weigerten sich, die ihnen aufgetragenen Arbeiten zu leisten. Sie wollten dadurch die Raucherlaubnis und ihren be­schleunigten Abttansport nach Guyana durchsetzen. Der Gefängnisdirektor ließ die Rädelsführer in Ein­zelhaft legen und erstickte auf diese Weise die Be­wegung im Keime.

Vergebliche Suche nach den im Kaspischen Meer ak^zetriebenen russischen Mischern.

Die Suche nach den im Kaspischen Meer auf Eisschollen treibenden Fischern ist bis- 1 her ergebnislos geblieben, obwohl auch an der Küste Nachforschungen eingeleitet werden sind, ob sie irgendwo gelandet sind. Ein Flieger aus Astrachan hat die eine der Eisschollen aufgefunden, aber von den 78 Fischern und Pferden, die sich auf ihr befanden, kein Lebenszeichen entdecken können. Ob die Fischer ums Leben gekommen sind ober ob sie sich haben retten können, konnte bisher nicht fest- gestellt werden.

Drei saubere Brüder. Zahlreiche Aulodiebstähle und Uebersälle In Berlin aufgeklärt.

Der Berliner Kriminalpolizei ist es gelungen, etwa 30 Kraftwagendieb st ähle, die in den letzten Wochen in Berlin erfolgt waren, aufzu­klären. Bei den Tätern handelt es sich um drei Brüder, die auch auf offener Strafte Uebersälle auf Fußgänger ausführten. Bei einer Haussuchung bei dem Verdächtigen Alfred K l e e mann fand man u. a. eine Menge von Koffern und Kraftwagenzubehörteilen. Dieser Fund lieft darauf schließen, daß Kleemann an Autodiebstählen beteiligt gewesen fein mußte. Nach anfänglichem Leugnen gab er acht vollendete und siebzehn ver­suchte Kraftwagendiebstähle zu. Der Verhaftete ge- stand schließlich ein, mit seinen beiden Brüdernzu- . fammenzuarbetten". Man beobachtete sie und konnte sie festnehmen. Es stellte sich dabei heraus, daß alle : drei seit Anfang März in Berlin auch eine Reihe geheimnisvoller Uebersälle auf offener Straße aus- ; geführt hatten, bei denen sie regelmäßig einen Kraftwagen benutzten. Auch die Braut des Hans . Kleemann war an den Räuberfahrten beteiligt. Sie wurde im Berliner Westen in einem Kino ausfindig I gemacht und verhaftet.

Or.Frick über dieReichsreform

Lübeck, 14. März. (DNB.) In einer Rede in Lübeck betonte Reichsinnenminister Dr. Frick zur K i r ch e n s r a g e , daß der Streit ein Ende haben müsse. Unerschütterlich fest stände die Rechtsgültigkeit der Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche vom Juli 1933, die Kirchen­wahlen vom Juli 1933, die aus diesen Wahlen hervorgegangenen kirchlichen Verwaltungskörper der Synoden und die Wahl des Reichsbischofs durch die Nationalsynode.

Nach einem Hinweis auf die Erfolge der natio­nalsozialistischen Bevölkerungspolitik umriß Dr. Frick das große Werk der Reichsreform: Wir haben heute nur noch eine Regierungsgewalt, das ist die des Reiches. Die heutigen Länder sind lediglich noch Verwaltungsbezirke und Selbstverwaltungskörper. Die Reichsreform ist aber eine Arbeit, die sich bei ihrer Größe natur­gemäß auf eine längere Zeit erstrecken wird. Die sehr wichtige Frage der territorialen Neugliederung des Reiches wird m i t aller erdenklichen Sorgfalt geprüft und entschieden werden; denn wir wollen etwas Vollkommenes schaffen, das Bestand haben soll auf Jahrhunderte hinaus.

issenschafi.

mit neuen Illustrationen nach Federzeichnungen von Olas Gulbransson, undJozef Filsers Bries- wexel", illustriert von Ed. T h ö n y. Don den Kriegs brieten gefallener Studen­ten" wird zur Zeit das 100. Taufend ausgeliefert.

100 Jahre Vad-Rauheim.

Lin Sommer festlicher Veranstaltungen.

Das hessische Staatsbad Bad-Nauheim blickt in diesem Jahre auf fein hundertjähriges Bestehen zurück. Aus diesem Anlaß sind wäh­rend des ganzen Sommers festliche Veranstaltungen geplant, die ihren Höhepunkt in der Jubiläums­feier am 30. Juni und 1. Juli sind en werden. Eine Aufführung der 9. Sinfonie von Beethoven, unter Leitung vvn Generalmusikdirektor W. Stö­ver, leitet Die Feier ein, der am nächsten Tage ein Staatsakt im Sprudelhof und abends em Feuerwerk folgen. Im Rahmen der zahlreichen künstlerischen und gesellschaftlichen Veranstaltungen sind u. a. Gastspiele des Landestheaters Darm­stadt, der Frankfurter Oper und des Mainzer Stadttheaters vorgesehen. Die Generalmusikdirek- toren Pros. Hermann Abendroth und Eugen I o ch u m , die Solisten Prof. Georg Kulen- f ampff, Elly Ney u. a. werden Gastkonzerte geben. Am 27. Mai wird ein HeimatsvielDer Schachtmeister" von Carl P i o r k o w (Bad-Nau- Heim) aufgeführt, am 23. Juni veranstalten hessische Bauern ein Trachtensest mit Volkstänzen und «gelängen. Am 8. Juli ist ein Tanzturnier mit Länderwettstreit DeutschlandEngland, vom 5. bis 12. August ein Internationales Schachturnier der Jungmeister vorgesehen. Ein Musikfest am 22. und 23. August wird Werke- bet jungen rhein- mainischen Komponistengeneration zu Gehör brin­gen. In der Kolonnade sind u. a. eine G e - mälde-Ausstellung von Meisterwerken des 19. Jahrhunderts, eine Kollektivausstellung Munch- ner Künstler, eine Ausstellung von Werken hessischer Künstler (anläßlich des Trachten­festes) und eine Ausstellung der Staat!. Porzellan- Manufakturen Berlin und Meißen vorgesehen.

Stund lieft in Warschau aus eigenen Werken.

Zu Ehren des Präsidenten der Reichs- schrifttumskammer, Dr. Hans Friedrich Blunck, der in Warschau weilt, gab der deutsche Botschafter von Moltke einen Empfang, bei dem Blunck aus eigenen Werken las. An dem Empfang nahmen neben dem Dizeminister des Auswärtigen, Grafen Szembek.und anderen Vertretern des amtlichen Polens führende Perfön- lichkeiten der literarischen und künstlerischen Kreise der polnischen Hauptstadt teil, darunter Mitglieder der Akademie für Literatur, Professoren der War­schauer Universität, Vertreter der Gesellschaft 3ur Förderung der polnischen Kunst im Ausland usw. Blunck wird noch eine Vorlesung aus eigenen Wer- fen im deutschen Klub halten. Arn Samstag

des alten Plans einer Erweiterung der Inter­nationalen Rohstahlerportgemeinschaft durch den Beitritt Englands wesentlich kompliziert. Mitte April sollen in Brüssel neue Verhandlungen zwischen der englischen und den kontinentalen Eisenverbänden geführt werden. Da­gegen ist es gelungen, die zwischen dem deutschen Rohrenverbande und dem saarländischen Mannes- mannwerk in Baus bestehenden Meinungsverschie­denheiten durch einen Schiedsspruch beizulegen.

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Zu den großen deutschen Jndustrieunternehmun- gen, die trotz aller Handelserschwerungen ihre Aus­fuhr zu erhöhen vermochten, gehören auch die Continental-Gummiwerke in Hannover. Sie können über eine mengenmäßige Steigerung des Auslandgeschäfts im letzten Jahre berichten. Allerdings war dieses Geschäft teilweise verlust­bringend, wurde aber trotzdem getätigt, um Devisen für die deutsche Volkswirtschaft und zusätzliche Be­schäftigung für die Gefolgschaft des Werks zu schaffen. Damit ist bewiesen, daß der deutsche Export bei genügender Opferbereitschäft der Indu­strie und entsprechender Förderung durch die öffent­liche Hand wesentlich ausgedehnt werden kann.

Durch die Beschlagnahme des Eigentums der Aufrührer im Werte von über einer Mil­liarde Drachmen hofft man jedoch, alle Wunden, die der Aufstand geschlagen hat, heilen zu können.

Meldungen, nach denen in Griechenland eine Bewegung begonnen hätte, um die Monarchie wieder einzuführen, werden offiziös als unrichtig bezeichnet. Vor allem fei nicht wahr, daß die Volks­menge, die am Dienstag ihrer Freude vor dem Hause des Ministerpräsidenten Tfaldaris Ausdruck gab, Bildnisse des Königs ober königliche Embleme mit sich geführt habe. Es wurden lediglich Plakate mitgeführt, die die strenge Bestrafung der am Auf­stand Schuldigen, insbesondere von Veniselos, ver­langten. Gegenüber den vvn einer ausländischen Agentur verbreiteten Meldung über einen schwe­ren Kampf bei Drama betont die Athener Telegraphenagentur nachmals, daß seit Mittwoch in ganz Griechenland d i e Ruhe vollständig wiederhergestellt ist.

England wünscht Beilegung des Abessinienkonsiikts.

La ndo n-15. März. (DNB.-Funkspruch.)Daily Telegraph" schreibt, die Nachricht, daß die italienisch- abessinischen Verhandlungen stockten, haben in London tiefes Bedauern ausgelöst. Groß­britannien habe bei beiden Regierungen einen weiteren E i n i g u n g s v e r s u ch angeregt. Abessinien scheine aber entschlossen, sich endgültig aus den Völkerbund zu verlassen. Aber w e - der Großbritannien noch Frankreich, die beiden anderen europäischen Großmächte, die an diesem Teile Afrikas interessiert seien, seien der Ansicht, daß der Völkerbund nochmals fähig sein werde, eine so günstige Lage für Abessinien zu schaffen, wie vor sechs Wochen in Genf. Wenn die Angelegenheit vom Dölkerbundsrat untersucht werde, dann werde sozusagen zwangsläufig festi­ge stellt werden, daß die abessinische Eskorte, die man dem englisch-abessinischen Grenzausschuß un­vermutet beigegeben habe, sehr herausfor­dernd gehandelt haben. Durch mehr als 160 Kilometer äußerst gefährlichen Gebietes habe der Ausschuß ohne jede Eskorte reifen müssen. Erst als die Grenzbereisung fast zu Ende und nur noch 50 Kilometer zurückzulegen gewesen seinen, seien plötzlich 650 abessinische Soldaten eingetroffen, um für den Schutz der Kommission zu sorgen. Bei der Ankunft vor Halual hätten sich die Abessi­nier in einer (Entfernung von 30 Meter von dem italienischen Posten ein gegraben. In dieser Stellung seien sie nach mehr als eine Woche nach ;ber Abreise des Ausschusses geblieben. In London s«i man der Ansicht, daß die Abessinier mit ihren Bemühungen zur Herbeiführung einer ichiedsgericht- lichen Entscheidung keinen Erfolg haben würden.

Kunst und

Das neue hessische Landgrafen-Museum In Kassel.

Das neue hessische Landgrafen-Museum, bas in ben umgebauten Räumen der Alten Kunst- akabemie in Kassel eine roürbige Stätte gefunben hat, wird nach den bisherigen Plänen im Mai feierlich eröffnet werden. Reichskultusminifter Dr. Rust hat in seiner Eigenschaft als preußischer Kultusminister dem Plan 3ur Schaffung dieser neuen musealen Stätte sofort seine Zustimmung erteilt. Mit der Ueberführung der Kunstschätze, die in dem neuen Museum ihre Heimat finden sollen, ist bereits begonnen worden. In dem Landgrafen-Museum werden alle jenen Kunstschäke zusammengetragen, die zur Geschichte der hessischen Land­grafen in besonderer Verbindung stehen. Dazu gehört die Gemäldegalerie, die die Bilder sämtlicher hessischen Fürsten und ihrer Familien umfaßt und in ihrer Art eine einzigartige Illustration der Für- stengeschichte eines deutschen Landes darstellt: Be­trächtlich sind die Werte, die sich in der großen und kostbaren Porzellan- und Majolikensammlung be­finden, die in verschiedenen Museen und Schlössern aufbewahrt werden. In den Schätzen des Museums wird zum ersten Male plastisch sichtbar, welchen kulturellen und künstlerischen Reichtum bas Hessen- lanb seinen tunftliebenben unb in allen Wissen­schaften bemanberten Fürsten aus früheren Jahr- hunoerten verbankt.

Frühjcchrsneuerscheinungen des Verlages Müller/Lcmgen in München.

Der Verlag Georg Müller/Albert Langen in München kündigt folgende Neuerscheinungen für das Frühjahr 1935 an: Will Vesper:Der ent- fesselte Säugling". Eine komische Geschichte für Er­wachsene. Trygve Gulbr aussen:llnb ewig rauschen die Wälder". Ein Roman unter Nord­landsbauern. Aus dem Norwegischen übersetzt von E. de Boor. Ernst Wiechert:Hirtennovelle". Veronika Lühe;Die Chronik des Amtsschrei- bers von Thorshafen". Paul Ernst:Verfall und Neuordnung". Eine Auswahl kulturpolitischer Aufsätze.Helden, Hirten und Hai­duke n". Montenegrinische Dolksgeschichten. Ge­sammelt und übertragen von Prof. Gerh. Gese - mann. Herbert Cysarz:Berge über uns", ein kleines Alpen-Buch. Nis Petersen:Ver­schüttete Milch". Roman aus der irischen Aufstcmbs- bewegung. Uebersetzt von Peter Jerusalem. H. Friedrich Blunck:Der Flammenbaum", Balla­den. C. O. Jatho:Wanderer auf Gottes Strom" (mit Federzeichnungen). Aino Kal­las:Sankt Thomasnacht". Josef Ponten: Die Stunde Heidelbergs". Gerhard Schu­mann:Die Lieder vom Reich". Karl E s ch e- r i ch :'Biologisches Gleichgewicht", eine Rede. Wilhelm Schäfer:Johann Sebastian Bach , eine Rede. In Neuauflagen erscheinen u. a. von Ludwig Thoma dieLausbubengeschichten