Ausgabe 
15.3.1935
 
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Rintelen zu lebenslänglichem Kerker verurteilt

letzten Augenblick der K a m m e r d i e n e r des Ge-1 Militärgerichtshof hat als erwiesen angenommen, sandten zur Zeugenbarriere geschleift ~ wurde. Ri-1 daß der Beschuldigte mit Dr. W e i de nhammer

Oie Industrie fördert den Wohnungsbau

irtschast aus?

Wie sieht es in der

und Boden zu angemessenen Preisen bereitgestellt wird. Es ist daran gedacht, baß alle an der Seßhaftmachung der Gefolgschaft inter­essierten Kreise und öffentlichen Stellen sich zur ge­meinsamen Unterstützung des Kleinwohnungsbaues bei einer der bereits bestehenden Stellen des Be­

zirkes zusammenfinden.

Der Beirat der Reichsgruppe Jndustri" hat unter ~ "" ' Zecker,

sandten zur Zeugenbarriere geschleift wurde. Rr- poldi habe gelogen. Don dem ganzen römischen Be­weismaterial sei nichts übrig geblieben als der üble Geschmack, den die Erkenntnis auslöse, daß man den österreichischen Gesandten in Rom vom ersten Tage seines Amtsantritts an bespitzelt habe. Der Verteidiger erklärte, daß die Anklage zusammen­gebrochen sei und verlangte den Freispruch des An­

geklagten.

Dr. R i n t e l en bat um das Schlußwort und führte aus:Ich bin unschuldig. Ich habe immer offen für meine Ideale ge­kämpft. Ich wollte nie etwas anderes als ein gutes Einvernehmen Oesterreichs mit Deutschland. Ich habe mich dabei in einer Linie mit dem größten österreichischen Staatsmann Dr. Seipel be­funden. In dieser Ueberzeugung sehe ich mit Ruhe Ihrem Urteilsspruch entgegen."

Das Urteil.

Rach mehrstündiger Beratung des Gerichtshofes wurde unter allgemeiner Spannung des dicht ge­füllten ^uschauerraumes vom Verhandlungsleiter das Urten verkündet.

Dr. Rintelen fei schuldig, im Iahre 1934 in Wien und Rom den ihm bekannten An­schlag auf das Bundeskanzleramt gebilligt und dadurch gefördert zu haben, daß er sich als Chef der neu ju bildenden revolutionären Regie­rung zur Verfügung stellte. Er habe damit das Verbrechen der entfernten Mitschuld am Hochverrat begangen, und da der Gerichtshof das Unternehmen als besonders gefährlich anfehen müsse, werde über ihn die Strafe des lebensläng­lichen Kerkers verhängt. Die Unter­suchungshaft vom 26. Iuli bis heute wird für den Fall einer späteren Begnadigung einge­rechnet.

Dr. Rintelen nahm das Urteil lächelnd auf. Der Vorsitzende begann sodann die umfangreiche Begrün­dung des Urteils, in der u. a. ausgeführt wird: Der

worben hat, ferner auch feine Unbescholtenheit.

Der Verhandlungsleiter erklärte: Das Urteil ist rechtskräftig. Die Verhandlung ist geschlossen. Dr. Rintelen erhob sich mühsam von seinem Sessel und drückte dem Verteidiger «dankend die Hand. Das Urteil wurde vom Publikum ohne Kundgebungen ausgenommen. Der Verurteilte empfing, nachdem er den Derhandlungssaal verlassen hatte, den Besuch seines Bruders und seines Sohnes. Er verweilte längere Zeit im Gespräch mit ihnen. In einem Tragsessel wurde er hierauf in die Gefange­nenabteilung des Landgerichtes ge­bracht. Da der Angeklagte durch den Schuß und den erlittenen Schlaganfall fo hinfällig und links­seitig völlig gelähmt ist, nimmt man an, daß er schon in den nächsten Tagen für haft- unfähig erklärt und in ein Sanatorium über­geführt werden wird.

in engem Verkehr gestanden hat. Aus dem Polizei- bericht geht hervor, daß Dr. Weidenhammer am 25. Juli Wien fluchtartig verlassen hat. Daß diese Verbindung nicht harmlos war, beweist der psycho­logische Umstand, daß der Beschuldigte diese Be­kanntschaft entschieden ableugnete. Der Militär­gerichtshof hat auch die Ueberzeugung gewonnen, daß nicht bloß ein passives Verhalten des Beschul- «digten vorliegt, sondern daß er diese Pläne ge­billigt und seinen Name n den Putfchi- sten zur Verfügung gestellt haben muß. Ein weiterer Grund für die Schuld des Beschuldig­ten an dem Putschplan ist fein Selbstmord­versuch. Selbst wenn man annimmt, daß sein Abschiedsbrief nur in der Absicht geschrieben wurde, sich nur ernstlich verletzen zu wollen, so wäre seine Handlungsweise eine Flucht in die Krankheit aus einer Situation, die der Angeklagte als hoffnungs­los ansah. Es kommen noch weitere Umstände in Betracht, fo seine Gegnerschaft zu Doll- ru ß. Daß der Beschuldigte feinen Aufenthalt in Wien nicht geheimgehalten hat und nicht geflüchtet ist, ist eine geschickte Tarnung gewesen. Erschwe­rungsgrund war der Bruch eines besonderen Treue­verhältnisses durch den Beschuldigten, ferner die Tatsache, daß das Unternehmen den Tod des Bun­deskanzlers Dr. Dollfuß zur Folge hatte. Mildernd war der Umstand, daß der Beschuldigte, wie zweifel­los feststeht, sich hervorragende Verdien st e um die Steiermark und Oe st erreich er-

Wien, 14. März (DNB.) 3m Rintelen-Prozeß beantragte der Staatsanwalt die Be­strafung Dr. Rintelens nach seiner ursprünglichen Anklage. Er stellte keinen Antrag auf ein bestimm­tes Strafausmaß, sondern überließ es dem Gerichtshof, entweder die Gesetzesstelle anzuwen­den, die einen Strafsatz von 10 bis 20 fahren schweren Kerkers vorsieht, oder die Gesetzes­stelle, die bei Annahme einer besonde­ren Gefährlichkeit des Unternehmens eine lebenslängliche Kerkerstrafe sestsetzt.

Oer Staatsanwalt

erklärte, aus den Bekundungen der Zeugen Dr. Ripoldi und Dr. Reitlinger gehe hervor, daß Rin­telen in enger Verbindung mit den Verschwörern gestanden habe. Rintelens Verhalten an dem kriti­schen Tag sei außerordentlich verräterisch. Auch der Selbstmord.oersuch stelle einen klaren Beweis der Schuld dar. Der Abschiedsbrief, den der Angeklagte verfaßt habe, baue im Angesicht des Todes noch goldene Brücken für eine eventuelle Verteidigung. Dieser Abschiedsbrief sei eine Flucht in die Krank­heit aus einer unentrinnbaren Situation.

Der Staatsanwalt bat, der Gerichtshof möge von der ihm durch das Militärgerichtshof-Gesetz ge­gebenen Möglichkeit, über den Strafantrag hinauszugehen und den Angeklagten als Rädelsführer zu verurteilen (Strafsatz: lebensläng­licher Kerker ober Tod), keinen Gebrauch machen. Denn es sei wohl zwar als bewiesen an­zunehmen, daß Dr. Rintelen mit Weidenhammer gesprochen habe, über den Inhalt dieser Gespräche aber und damit über die klare Umschreibung der Schuld des Angeklagten sei nichts bekannt geworden. Ursprünglich habe der Staatsanwalt daran gedacht, seine Anklage von Rintelens Mit­schul d auf bloßes M i t w i s s e n emzuschranken. Rach der Vernehmung der Zeugen Reitlmger und Ripoldi halte er seine ursprüngliche Anklage auf Mitschuld aufrecht.

©er Verteidiger

Dr. Klee stellte fest, daß der Prozeß in keiner Rich­tung eine Klärung über die Geheimnisse und Hm- tergrünhe des 25. Juli gebracht habe. Rintelen sei nie Nationalsozialist gewesen: er habe nur aus ethischen und wirtschaftlichen Gründen das Verhält­nis zu dem Brudervolk bessern wollen. Man habe das keineswegs erhebende Schauspiel erlebt, wie im

deszinsfußes erfolgreich durchgefuhrt. Für 10 Milliarden Mark Rentenwerte wurden m die Zinssenkung einbezogen. Die Wirtschaft ist dadurch von den schweren Fesseln überhöhter Zinslasten weit­gehend befreit worden. Der Segen dieser Brechung der Zinsknechtschaft wird auf allen Gebieten der Er­zeugung und des Handels wohltuend empfunden. Die Aktienkurse sind sehr gestiegen. Das Reich konnte wieder eine neue Anleihe auf dem Kapitalmarkt unterbringen. Der Privatwirtschaft stehen aus­reichende Kredite zu erträglichen Bedingungen zur Verfügung, insbesondere soweit wirtschaftsfordernde Verwendungszwecke in Betracht kommen.

So kann die Reichsbank jetzt auf ein zwar ar­beitsreiches, aber auch erfolgreich e s Ge­schäftsjahr zurückblicken. Ihre zielbewußte Füh­rung, die sich ganz und gar in den Dienst des Wie­deraufbaus der Gesamtwirtschaft gestellt hat, hat unüberwindlich erscheinende Schwierigkeiten bewäl­tigt und die Wirtschaft auf dem Wege zur Ge­sundung ein gutes Stück voran gebracht. Die Lei­stung, die hier vollbracht worden ist, hat auch in unvoreingenommenen und sachkundigen Kreisen des Auslandes Anerkennung und nicht wenige Bewun­derer gefunden.

deutsche Export wieder zunimmt.

In der Richtung der Wiederherstellung eines leistungsfähigen deutschen Gelb- und Kapitalmarktes sind unter der Füh­rung der Reichsbank bedeutende Ergebnisse erreicht tooroen. In mühsamer Arbeit wurde das ge­schwächte Vertrauen der Sparer und Kapitalbesitzer systematisch gestärkt und dann mit einer umfassen­den organischen Zinssenkung vorgegangen. Unter den zur Schonung, Bereinigung uno Befruchtung des Kapitalmarktes ergriffenen Maßnahmen sind insbesondere die Neuordnung des Börsen- wesens, das Reichsgesetz über das Kredit- w e s en und bas verbesserte Anleihe st ock-Ge- s e tz zu erwähnen. Als die Quellen des Kapitals wieder reichlicher zu fließen begannen, wurde die von langer Hand vorbereitete Rentenkonver­sion mit dem Ziele einer Senkung des Qan*

mit denen durchzuführen, die notwendigerweise aus Eigensucht jeder wirklichen Reform widerstehen müssen.

Die deutsch - tschechischen Handels- besprechungen nähern sich dem Ende. Man ist einhellig der Meinung, daß die Clearing-Spitze von 321 Millionen Tschechenkronen rasch abgetra­gen werden muß, und daher ist eine Förderung der deutschen Ausfuhr nach der Tschecho­slowakei zu erwarten. Ebenso stehen Handelsbespre­chungen mit der Türkei bevor. Auch hier handelt es sich um eine Aktivspitze xu Gunsten der Türkei, die lediglich durch eine Erhöhung der deutschen Aus­fuhr abgetragen werden kann. Der Handel Deutsch­lands und der Schweiz steht unter «dem Druck des Clearings, «das überhaupt sich als unzureichende Maßnahme erwiesen hat und mit Recht von Dr. Schacht als abbaureif bezeichnet wurde. Im Handel mit der Schweiz betrug die Einfuhr 93,5 Millionen Schweizer Franken im Februar, die Ausfuhr 66,96. Davon führte die Schweiz für 16,7 Millionen nach Deutschland aus, während Deutschland für 24,1 Mil- Honen nad) der Schweiz ausführte. Damit hat sich gegenüber Januar die deutsche Aktivität um 7,5 Millionen Schweizer Franken erhöht. Immerhin ist Deutschlands Aktiv-Saldo von 72 Millionen Reichs- mark im letzten Vierteljahr des Jahres 1933 auf 37 Millionen Reichsmark im letzten Vierteljahr des Jahres 1934 gesunken, so dah hier die schäd- lichen Wirkungen des Clearing-Systems besonders deutlich zutage treten.

Die internationalen Eisenverhandlungen haben gezeigt, wie schwer es ist, die auseinander­laufenden Bestrebungen der verschiedenen industriel- len Gruppen unter einen Hut zu bringen. Sowohl bas kontinental-europäische wie das internationale Röhrenkartell haben seit dem 11. März zu bestehen auf gehört, weil es nicht gelungen ist, über hie durch bie Saarrückglieberung veränderte Lage eine Verständigung herbeizuführen. Es besteht jetzt innerhalb ber" europäischen Röhrenindustrien nur noch eine sag. Territorialschutzabrede, die je­de r Industrie den heimischen Markt sichert Eine darüber hinausgehende Kartellierung wird wohl auch in Zukunft nicht möglich fein, so­lange die fortschreitenden Pfundabwertung ine Wettbewerbslage der kontinentalen Industrien tun Ir­lich verschlechtert. Sie hat auch die Verwirklichung

DieatteGardederSA.inVerlin.

Berlin, 14. März. (DNB.) Der Chef des Stabes hat, wie bereits gemeldet, für den 21. März den ältesten SA.-Mann eines j e b en Sturmes aus allen Ortschaften des Rei­ches n a ch B e r l i n b e f o h l e n. Es wird mit dem Eintreffen von etwa 19 000 SA.-Männern gereck)- net. Die Teilnehmer an dem großen Appell werden in ihren Gruvpengebieten zu Sammel­transporten zusammengeschlossen und i n Sonderzügen nach Berlin gebracht, die am 21 März zwischen 6.40 und 10.30 Uhr in Berlin eintreffen. Die alte Garde wird in Massen quartier en untergebracht werden. Um 20 Uhr beginnt im Sportpalast der Appell vor dem Chef des Stabes, gegen 23.30 Uhr wird ein Vorbei­marsch vor dem Chef des Stabes in der Wilhelm- straße durch ein Fackelspalier der Berliner SA. statt- finden, so daß gewissermaßen die jungen SA.-Kame- raben Berlins der alten Garde das Ehrengeleit geben. Am 22. März marschieren die alten SA.-Kämpfer zum Reichstag, wo der Chef des Stabes zu ihnen sprechen wird. Dann ist eine Stadtbesichti­gung vorgesehen. Am Abend treten die alten SA.-Männer in den Unterkünften zusammen, um in Form eines Kameradschaftsabends den großen Berliner Aufmarsch abzuschließen. Die Gruppenführer und der Chef des Stabes werden diesem Kameradschaftsabend beiwohnen. Die Ab­fahrt vollzieht sich in der Nacht vom 22. zum 23. März. In der Reichshauptstadt werden an bei­den Tagen auf acht öffentlichen Plätzen Konzerte der Berliner SA.-Musikzüge stattfinden.

I er, stattfand. Das Ergebnis dieser Sitzung fand in nachstehender Entschließung ihren Ausdruck:

Die an der heutigen Sitzung beteiligten Jnbustrie- kreise sind bereit, die Bestrebungen der Reichsregie, rung auf Förderung des Arbeiterwohnungsbaues (Nebenerwerbssiedlung, Gemischtsiedlung) nach Möglichkeit zu unterstützen. Sie erklären sich daher bereit, an der Aufbringung der nach den bisherigen Erfahrungen meist fehlen- den Mittel für d i e S p i tz e n f i n a n z i e- rung im Rahmen i hre r Leistungsfähig- feit mitzuwirken. Zur Verwirklichung des ersteren Zieles bittet die Industrie die Reichs- regierung, dafür Sorge zu tragen, daß aus­reichende Mittel für die Gewährung der ersten und zweiten Hypothek auf dem Kapitalmarkt zur Verfügung gestellt werden. Es muß ferner sichergestellt werden, daß der im Besitz der öffentlichen Körperschaften, insbesondere der Gemeindeverwaltungen, befindliche Grund

trte Reichsbank nach wie vor bei ausländi­schen Kapitalisten besitzt. Neben rund 12000 Inländern besitzen fast 1600 Ausländer Reichs­bank-Anteile.

Das frühere gespannte Interesse, das für Den Goldbestand und die Notendeckun g der Reichsbank bestand, ist verschwunden. Das schließt bekanntlich nicht aus, daß die Devise n f r a g e für uns heute eine besondere Bedeutung besitzt. Der Goldbestand, der Ende 1933 noch rund 386 Millio­nen betragen hatte, ist bis Ende 1934 auf 79 Millio­nen gesunken. Die gesamten Devisenbestände erfuh­ren einen Rückgang von 225 Millionen Mark (Ende 1933) auf 109 Millionen Mark (Ende 1934). Die früheren Bestimmungen über die Banknotendeckung mit Gold und Devisen sind unwirksam geworden. Lieferte der deutsche Außenhandel, wie er es in früheren Jahren getan hat, Überschüsse, so brauch­ten wir den niedrigen Bestand an Gold und Devisen nicht tragisch zu nehmen. So aber müssen wir pein­lich darauf achten, daß Rohstoffkäufe in fremden Ländern nur im Rahmen Des derzeitigen laufenden Devisen- a n f a 11 s oorgenommen werden. Zählt man Gold und Devisen zusammen, so ergibt sich folgendes Bild: der Bestand erfuhr einen Rückgang von 1292 Millionen Ende 1931, auf 1059 Millionen Ende 1932, auf 612 Millionen Ende 1933, und 188 Mil­lionen Ende 1934.

Um die Reichsbank nicht abermals zu gefährden, wie es in der Inflation der Jahre 1921/23 ge­schehen war, ist der Betrag, den die Reichsbank dem Reich als B e t r i e d s k r e d i t zur Ver­fügung stellen darf, genau begrenzt, und zwar auf 100 Millionen Mark. Dazu tritt ein Höchst betrag an Reichsfchatzwechfeln in Höhe von 400 Millionen Mark. Dadurch wird verhindert, daß für den Geldbedarf öffentlicher Organe Werte (Schatzanweisungen) in einer Höhe hereingenvmmen werden, Die faktisch mit Der heu­tigen Bewertung Der Reichsmark nicht in Einklang zu bringen ist.

In Den Tatsachen, daß sich D a s P e r s v n a l der Reichsbank im vergangenen Jahr um fast 20 000 Köpfe erhöht hat, unD Daß eine Vermehrung Der Geschäftsunkosten um 7,5 Millionen Mark eingetreten ist, spiegelt sich Die intensivere Tätigkeit Der Reichsbank auf Den Gebieten Der D e - Visenbewirtschaftung unD Der Außen- hanDelskontrolle roiDer. Die einheitliche De- Visen. unD AußenhanDelspolitik war nur auf GrunD Der Personalunion möglich, Die zwischen der Leitung der Reichsbank (Reichsbankpräsi- Deuten) und Der Führung im Reichswirt - schaftsministerium beftanb. An Dieser Per- kmalunion, Deren Träger PräsiDent Dr. Schacht ist, roirD sich nichts änDern Dürfen, solange Die ge­spannte Devisen- unD Rohstvfflage anbauert.

Berlin, 14. März. (DNB.) Bekanntlich finD Durch Die Maßnahmen Der Reichsregierung, insbe- sonDere Durch Die EhestanDsDarlehen, in Den letzten zwei Jahren früher aufgeschobene Haus- Haltsgrünbungen nach g-e holt worben. Ihre Zahl betrug im Jahre 1933 120 Ö00 mehr als im Jahre vorher. Im Jahre 1934 hat sich Diese Entwicklung fortgesetzt, so Daß Die Eheschließungs- zisfer um 50 v. H. höher liegt als 1932. Die Errichtung neuer Wohnungen in Den letzten beiDen Jahren hat mit Dieser Entwicklung nicht Schritt halten können, so Daß im Jahre 1935 mit einem außerorDentlich hohen Fehlbetrag an Wohnungen, insbe- sonDere für MinDerbemittelte, zu rech­nen ist. JnfolgeDessen roirD die Schaffung von Wohnungen, insbesondere Arbeiterwohnun- ge n, zu den vordringlich st en wirtschaftlichen Fragen der nächsten Zukunft gehören, die einer Lo­sung entgegengeführt werden müssen.

Eine große Zahl industrieller Unter­nehmungen hat bereits bisher tatkräftig den Arbeiterwohnungsbau, insbesondere durch Schaf­fung von N e b e n e r ro e r b s fi e b l u n g e n , gefördert. Es ist festzustellen, baß ber Gebaute bes Arbeiterwohnungsbaues in ben Kreisen ber Jn- buftrie auf immer größeres Interesse stößt. Deshalb hat bie Re ich s gruppe Jnbustrie eine große _ , w . .

Zahl industrieller Unternehmungen aus dem Reich dem Vorsitz bes Leiters, Herrn Prastbent zu einer Aussprache gebeten, bie unter bem Vorsitz bieser Entschließung z u g e st i m m t. bes Hauptgruppenleiters, Herrn Dr. Eugen V ö g -1 --------

600 neueBauernstetten in Ostpreußen.

Berlin, 14. März. (DNB.) Der Reichsfachwart für ßanbesfultur, Staatsminister Riecke, gibt einen Ueberblick über bie in Deutschland gli che Gewinnung von Neuland für die land­wirtschaftliche Nutzung. Die Durchführung des ge­samten Landeskulturprogrammes würde einem Neu­landgewinn von rund 8,9 Millionen Hektar gleich­kommen. In Ostpreußen werden in den nächsten Monaten 3 6 Güter mit einer Gesamtfläche von rund 50 000 Morgen a n g e f t e b e 11. Neben eini­gen Restgütern bis zu 300 Morgen werben 6 00 neue Bauern st eilen entstehen, bie burch- schnittlich 60 bis 80 Morgen groß sein werben. Außer ben Bauernstellen werben auch n och Hanbwerker unb ßanbarbeiter angesie- belt. Die Hanbwerker erhalten B o b e n f l ä ch e n von 15 dis 20 Morgen unb bie ßanbarbeiter solche von 5 bis 10 Morgen. Die Bauten sollen bereits im Juli, vor Beginn ber Ernte, fertiggestellt fein, fo baß in Ostpreußen im ßaufe biefes Som­mers 30 neue Bauernbörfer entstehen werden.

Vier große Aufgaben waren der Reichs- \ bankpolitik im letzten Jahre gestellt: die Fin-anzie- , rung ber Arbeitsbeschaffung, bie Siche- - rung ber Versorgung Deutschlanbs mit ben unent- behrlichen ausländischen R o h st o f f e n, die Reae- lung der Auslandsverschuldung sowie bie . Wieberherstellung eines leistungsfähigen Gelb- unb Kapitalmarktes.

Die Reichsbank hat ber öffentlichen Arbeits­beschaffung, bie ben Hebel einer Erneuerung unb Gesunbung ber beutschen Wirtschaft bilbet, bie entscheibenbe Stütze geben müssen. Daneben mußte sie aber natürlich auch bie berechtigten Krebitbebürf- nisse ber privaten Wirtschaft beliebigen unb insde- fonbere ber Pflege bes Klein- unb Mit- t e l f r c b i t s bie nötige Aufmerksamkeit roibmen. Der ©elbbebarf ber Lanbwirtschaft in ber Zeit ber Bewegung ber Ernte erforderte gleichfalls ein Einspringen der Reichsbank. Alle diese Aufgaben sind ohne eine Erhöhung bes Zahlungsmittelumlaufs unb felbftoerstänblich auch ohne jebe Gefährbung ber Währung gelöst worben. (Berabe hierbei zeigte sich, wie viel wertvoller auch für ben Schutz ber Währung eine zielbewuhte, aufbauenbe Wirtschafts­politik ist als ein noch so großer toter Golbschatz. Die Leistung ber Reichsbank auf bem Gebiete ber Krebitverforgung ber Wirtschaft unb ber nationalen Arbeit ergibt sich rein zahlenmäßig aus bem A n - ft eigen ber Reichsbankanlagen in Wech­seln, Wertpapieren unb Lombarbbarlehen von vier auf fünf Milliarben Mark. Dieser Leistung gegen­über tritt bie weitere Abnahme bes Gvlbbestanbes Der Reichsbank um 307 Millionen Mark unb ber Devifenbestänbe um 116 Millionen Mark an Be- beutung weit zurück.

Dagegen machte bie Schwächung ber Gold- unb Devisenreserven besondere Maßnahmen zur Siche­rung der Rohstoffversorgung unserer Industrien notwendig. Das bisherige System der Devisenbewirtschaftung muhte grundlegend geän­dert, jede Devisenzuteilung von einer vorherigen Genehmigung der Einfuhr abhängig gemacht wer- «ben. Auf diese Weise wird die Wareneinfuhr genau Den vorhandenen Zahlungsmöglichkeiten angepaßt und die Anhäufung neuer Warenschulden unmöglich gemacht werden. Zur Durchführung dieser Rege­lung, die unter «dem NamenNeuer Plan" bekannt geworden ist, war der Aufbau eines Apparates zur Überwachung ber gesamten deutschen Warenein­fuhr notwenbig.

Eine umfassende Neuorbnung des deutschen Auslanbsschulbenbienstes, Die eine un­vermeidliche Folge ber Schwächung unserer Gold- unb Devisenreserven sowie ber Verschlechterung un­serer Außenhandelsbilanz war, stieß im Ausland auf Widerstände, die nur schwer überwunden wer­den konnten. Aber nach und nach ist ein engmaschi­ges Netz von Verrechnungs- und Zah- ungsabkommen geschaffen worden. Diese ichern einerseits Die Importe unentbehrlicher Roh- toffe, anderseits auch die Verwendung der lieber» chusse des deutschen Exports für den ausländischen Schuldendienst. Leider haben die meisten Verrech­nungsabkommen aber zu einer Schmälerung ober gar zu einem Verschwinden Der deutschen Ausfuhr­überschüsse geführt. Hier werden neue Wege gefun­den werden müssen, und es liegt ganz besonders auch im Interesse der Auslandsgläubiger, dah ber

Das Sinken des englischen Pfundes hat vor allem die Goldblockländer unter starken Druck gesetzt. Sie haben die Möglichkeit er­wogen, den Rückgang ihrer Ausfuhr, der durch den Pfundoerfall droht, durch einen Güteraus­tausch innerhalb der Goldblockländer zu kompensieren, aber bie Schwierigkeiten sinb so groß, baß bie Steigerung bes Güteraustausches um 10 v. H., wie er ursprünglich vorgesehen war, längst nicht erreicht werben konnte. Aus ber Tagung ber Schweizer Nationalbank hat Präsibent Bachmann auf biefe Erfahrungstatsache ver­wiesen unb auch barauf, baß bas Preis- unb Kostenniveau ber Golbblocklänber unterschieb- lich, gemeinhin aber z u hoch ist. Unter solchen Umftänben ist ber Güteraustausch zwischen biesen Länbern kaum noch steigerungsfähig. Man wirb also burch bie üblichen hanbelstechnischen Mittel versuchen müssen, bem englischen Vorstoß auf bem Weltwarenmarkt ein Paroli zu bieten.

Eine bemerkenswerte Tatsache hat bereits ber Psunbsturz gezeitigt. Die Weltwarenmärkte sinb in Zerrüttung geraten. Die Baumwolle ist stark nach unten gebrückt worben unb bie Frage ber ßombarbierung ber Baumwolle ist roieber akut ge­worben. Roosevelt hatte bas System ber Baum­woll-Beleihung begonnen unb bie Baum­wolle mit einem Satz von 12 Cents lombarbiert. Da aber auf ben Märkten ber Preis unter bem ßombarbierungsfah steht, auf 11 Cents, ist bas ganze System in Frage gestellt unb zubem hat ber Rückgang ber amerikanischen Baumwollverkäufe, oerbunben mit ber Probuktionssteigerung, eine regel­rechte Baumwollkrise hervorgerufen. Auch auf ben Metallmärkten kam es zu Preisherab­setzungen unb bie Getreibemärkte lagen völlig zerrüttet. Vor allem in ben Vereinigten Staaten waren bie Notierungen für Weizen unb Mais außerorbentlich abgeschwächt unb bie amerika­nischen Getreibepreise erreichten einen Punkt, ber feit Monaten nicht so tief lag. Man kann aus ber Entwicklung ber Rohstoffpreise in ber Amerikani­schen Union, bie mafegebenb für bie ganze Welt siub, barauf schließen, wie Roosevelts Schwierig­keiten wachsen. Die Vorgänge in ben Kreisen ber Nira-Leiter, die kaum verhüllte Opposition ber Groß-Kapitalisten hat aüerbings eine Oegenberoe- gung hervorgerufen, bie an Volkstümlichkeit ge- roinnt. Immerhin bleibt es mertroürbig, daß Roofe- vett teilweise versuchte, sein Reformprogramm eben

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