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Anzahl der Obst-

Oberheffen

Der Llhu in unseren Wäldern

BerwaMchastsversWung der Wer

In Dosen ood loben «h» RM 0,15 bis

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3ur Aufklärung, die die Eltern der zu ver­schickenden Kinder erhalten sollen, erhalten diesel­ben Richtlinien über Verwandtschaftsverschickung, die von der Gauamtsleitung noch ausgearbeitet werden. Gleichfalls erhalten die Lehrkräfte Unter­lagen (Richtlinien), aus denen die Arbeit der Schu-

len, betreffs dieser Aktion, genauestens ersichtlich ist. Die Verteilung geschieht ebenfalls durch unsere unteren Dienststellen.

Wir betonen hierbei ausdrücklich, dah die Ver­schickung nur während der großen Ferien (Sommerferien) in Frage kommt und späte­stens am letzten Tage der Ferien beendet wird. Anträge auf längeres Verbleiben werden grundsätzlich abgelehnl. Unsere Dienststellen haben Anweisung, in bester Zusammenarbeit mit den Schulen diese Aktion durchzuführen. Ausgeschlossen von dieser Verschickung sind die von uns kostenlos in Erholung kommenden bedürftigen Kinder, die auch wiederum, wie im vergangenen Jahr, in den Ferien und während der Schulzeit aufs Land zu opfer­bereiten Volksgenossen kostenlos verschickt wer­den. Die Auswahl dieser erholungsbedürftigen

Kinder obliegt der VS.-Volkswohlfahrt.

Die Ministerialabteilung für Bildungswesen. Kal- tus, Kunst und Volkstum hat den Direktionen der höheren Schulen, der gewerblichen Unterrrchtsanstal- ten und den Kreis- und Stadkschulam ern em Schrei­ben der Gauamtsleitung Hessen-Nassau der NSDAP, über Verwandtschaftsverschickung der Schüler bekanntgegeben in der Erwartung, daß die Lehrerschaft sich tatkräftig für d^eAktionem- setzen wird. In dem Schreiben an das Hessische stsssssMweä* Volkswohlfahrt beabsichtigt tn den groben Sommer, ferien eine großzügige Berw an dich a ft so er- s ch i ck u n g neben der L a n d v e r s ch i ck g zuziehen. »

Die Verwandtschaftsverschickung hat den Zweck, allen Kindern der Volks- und höheren Schulen Gelegenheit zu geben, zu ermäßigtem Aohrprew zu Verwandten, die innerhalb des Datschen Reiches wohnen, zu fahren. An der Verschickung werden hauptsächlich solche Binder teilnehmen, die die RS.-Volkswohlfahrt nicht in Pflegestellen, die von Volksgenossen kostenlos für bedürftige Kinder zur Verfügung gestellt wurden, untev- bringen kann. Auf der anderen Seite soll auch das Kind in Erholung geschickt werden, wo die Mittel der Eltern nicht ausreichen, um dem Kind durch Bezahlung eine Erholung zu ge­währen. __

_L Allendorf (Lahn), 14. Febr. Wer in dieser Zeit unser sonst so schönes Dörfchen besuchen will, der wird die Zufahrtsstraße in einem Zu­stand oorfinden, dem man weit und breit nicht mehr begegnet. Durch die andauernden Nieder­schläge und'durch das plötzlich eingetretene Tauwet­ter sind die Feldwege anders kann man unsere Zufahrtsstraßen nicht bezeichnen nahezu unpas­sierbar geworden. Hier wäre baldige Abstellung des Uebels 'dringend erforderlich, in der Hauptsache im Interesse der arbeitenden Bevölkerung. Maßnah­men zur Abhilfe dürften sicher mit nicht allzu hohen Kosten verknüpft sein, zumal das Material in der Gemarkung selbst gebrochen und die Arbeit im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms ausge­führt werden könnte.

> Holzheim, 14. Febr. Der kirchlichen S t a t i st i k vom vergangenen Jahre entnehmen wir folgendes: 20 Kinder wurden getauft (10 Mäd­chen und 10 Knaben), 24 wurden konfirmiert (13 Mädchen und 11 Knaben), 15 Paare wurden ge­traut und 17 (6 weibliche und 11 männliche) Ge­meindeglieder wurden beerdigt. Es fanden 63 Haupt- und 37 Nebengottesdienste statt. Die Gottesdienstg würden von 39 569 Personen besucht. Der Durch­schnittsgottesdienstbesuch betrug 68,32 v. H. bet evangelischen Bevölkerung wöchentlich. An den Hauptgottesdiensten nahmen 29 273 Personen teil = 48,11 v. H. An den Nebengottesdiensten 10 296 Personen = 20,21 v.H. Das Missionsfest im Juli war von etwa 2500 Personen besucht. Es gingen dabei an Kollekte 448 RM. ein. An Kollekten und Geld­spenden wurden im verflossenen Jahre 5078,07 RM. geopfert. Die Kartoffelsammlung für die Rheinische Mission ergab etwa 260 Zentner.

Kreis Schotten.

)_( Ruppertsburg, 14. Febr. Dieser Tags fand die 53. ordentliche Generalversammlung unse­res Gesangvereins statt. Der Vorsitzends Wilh. Port gedachte zunächst in ehrenden Worten der im letzten Jahre verstorbenen Mitglieder Gg. Schad, Friedrich Diehl L, Johs. Lein und Heinrich Konrad. Der Jahresbericht zeugte von der regen Tätigkeit des Vereins im Jahre 1934. Der Hessische Sängerbund hatte die Ehrennadel verliehen für 25jährige Sängertätigkeit den Mit­gliedern Friedrich Diehl III., Wilh. Lein, Hch. Müller, Hrch. H a b e r m e h l III., für 40jährige Jakob B ö ch e r und Friedr. Högy II-, für 25jah- rige Chormeistertätigkeit PH. D e b u s. Die Rech­nungsablage, die der langjährige, treue Verems-

Es ist selbstverständlich, daß ein bestimmter Maßstab angelegt wird, wer an der Verschickung teilnehmen kann. Um nun ben Jungen und Madels Gelegenheit zu geben, sich an dieser Verschickung zu beteiligen, wäre es zweckmäßig, wenn bei die­ser Aktion die NS.-Volkswohlfahrt als Trägerin derselben in gemeinsamer Arbeit nut ben Schulen diese Verschickung durchfuhren wurde. Unsere Ortsgruppen bekommen entsprechende An­weisung, daß sie sich mit den in ihrem Bereich lie­genden Schulen in Verbindung zu setzen haben. Den Schulen obliegt lediglich die Aufgabe den Kindern in den Klassen ab achtes Lebenswahr tue Verschickung verständlich zu machen und die von der NS.-Volkswohlfahrt zugestellten Per onal- dogen an die Kinder zu verteilen. Der Personal­bogen enhält alle Fragen, die betreffs der Ver­schickung auftreten. Zu einem von der NS.-Volks- wohlfahrt festgesetzten Termin haben die Kinder, die an der Verschickung teilnehmen wollen, den Personalbogen wieder bei ihrem Klassenlehrer ab- zuqeben. Derselbe stellt die Bogen der Schulleitung zu Die NSV.-Ortsgruppe holt dieselben dort ab. Eine unnötige Arbeitsbelastung für die Lehrkräfte kommt durch diese Verschickung nicht in Frage.

Lang, daß diese auf dem Lande meist zu einseitig sei und Eiweiß und Kraftfutter fehle. Der Bauer könne geben, was er habe, Magermilch als Eiweiß­futter, jedoch nicht in Metallgefäßen, früh Weich­futter und mittags und abends Frucht. Die Unter­bringung der Tiere solle in gesunden Ställen er­folgen; hier müsse noch sehr viel geschaffen werden, denn die Tiere brauchen Luft, Licht und Sonne. Auch die Setzstanaen müßten mindestens 5 cm breit und in gleicher Höhe angebracht sein. Der Stall müßte stets sauber sein. Heber Krankheiten der Tiere gab die Rednerin Auskunft. Sehr interessante Licht­bilder bildeten den Abschluß des Vortrages. Einige Fragen aus dem Zuhörerkreis wurden beantwortet. Darauf schloß der Vorsitzende des Geflügel- und Vogelzuchtvereins Wiefeck den lehrreichen Abend in üblicher Weife.

8 Alten-Bufeck, 14. Febr. Die in unserer Ortsgruppe Alten-Buseck mit Rödgen und Trohs durchgeführte Wurst - und Specksammlung erbrachte nahezu einen Zentner Wurst unb Speck für das Winterhilfswerk. Dieser Tage wurde im Saale von Philipp E i n h ä u s e r durch die Gau­filmstelle der NSDAP, der TonfilmDer Tunnel aufgeführt. Er zeigte die rein geschäftsmäßige Ein­stellung der amerikanischen Unternehmungen und den schweren Daseinskampf der für bas Volkswohl wirkenden Arbeiterschaft. Das Beiprogramm brachte die Wochenschau und schöne Landschaftsbilder unsrer deutschen Heimat.

wg. Großen-Buseck, 14. Febr. Der Ob st­und Gartenbauverein Großen-Buseck hielt in der WirtschaftZum Schwanen" seine Hauptversammlung ab. Vereinsführer Karl Pfeif- f e r gab zunächst einen kurzen Ueberblick über die Tätigkeit des Vereins im vergangenen Jahre. Durch die Feldbereinigung sei die Tätigkeit des Vereins sehr beeinflußt worden. Die Arbeit könne jetzt aber wieder ausgenommen werden. Besonderer Wert werde auf die Schädlingsbekämpfung gelegt. Rech­ner Konrad Münch erstattete den Kassenbericht, der einen kleinen Ueberschuß aufwies. Die Kasse wurde von den Rechnungsprüfern Heinrich Volk und Heinrich Größer in Ordnung befunden, dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Zum Schluß wurde eine Kommission bestimmt, die auf einem Gemarkungsrundgang alle schadhaften und kranken Bäume feststellen soll. Mit dreifachemSieg-Heil!" cuf Führer und Vaterland wurde die Versammlung beschlossen. Bei der jüngsten Holzversteige- rung im hiesigen Gemeindewald wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheite 17 bis 19 Mark, Buchenknüppel 12 bis 13 Mark, Stock- holz 5 bis 7 Mark, Eichenscheite 10 bis 12 Mark, Eichenknüppel 8 bis 9 Mark, Fichtenscheite 4 bis 5 Mark je 2 Raummeter. Buchenreisig kostete 6 bis 7 Mark, Eichenreisig 2 bis 3 Mark, Fichtenreisig 2 Mark je 5 Raummeter.

Turnverein Grünberg.

+ Grünberg, 14. Febr. Am Mittwochabend hielt der hiesige Turnverein im Gasthaus j Taunus" seine Hauptversammlung ab. j Aus den Berichten des Vereinsführers und der ein- i zelnen Fachwarte war zu entnehmen, daß im Jahre j 1934 der turnerische Betrieb gegen das Vorjahr \ eine Belebung erfuhr. Durch rege Werbetätigkeit \ konnte eine größere Zahl Schulentlassener gewonnen ; werden, ebenso wurde eine Frauenabteilung ins , Leben gerufen, als deren Uebungsleiterin die Vor- < turnerin Gertrud Bock tätig ist, die gemeinsam j mit der Jugendturnerin Gertrud Kappes auch 1 die starke Schülerinnenabteilung leitet. Der früheren Leiterin dieser Abteilung, der technischen Anwärterin 1 Martha Zipp, die infolge Verheiratung nach auswärts verzog, wurde für ihre erfolgreiche Arbeit gedankt. Mit Genugtuung kann der Verein auf das im vorigen Jahre (25. bis 26. August) hier durch­geführte 1. Kreisfrauenturnen des Kreises Lahn-Dill zurückblicken, das einen guten Verlauf nahm und durch den zu gleicher Zeit hier durchgehenden Saar- Staffellauf ein turnerisches Ereignis von besonderer Art wurde. In der Reichsschwimmwoche trat die Schwimmriege werbend auf, besonders wirkte die stattliche Zahl der jugendlichen Schwimmer und Schwimmerinnen. Bei den turnerischen Veranstal­tungen des Kreises konnten 22 Siege errungen werden. Die Diplome wurden den Siegern und Siegerinnen ausgehändigt und auf diese ein drei­maligesGut-Heil!" ausgebracht. Während der Verein, wie alljährlich üblich, am zweiten Weih­nachtstage mit. einer größeren Veranstaltung vor die Oeffentlichkeit trat, wirkte er im Laufe des Jahres mehrmals bei Veranstaltungen anderer Ver­eine und Verbände mit turnerischen Vorführungen mit.

Aus dem Bericht des Kassenwarts ergab sich eine Einnahme von 3721,96 RM. und eine Ausgabe von 3014,24 RM., mithin ein Ueberschuß von 707,72 RM., wobei freilich noch Zinsen von etwa 500 RM. in Abzug kommen, die vereinbarungsgemäß erst nach Ablauf 1934 ausbezahlt werden.

Die einzelnen Berichte wurden genehmigt und dem Rechner Entlastung erteilt.

Hierauf wurde die vom Reichsbund für Leibes­übungen herausgegebene Einheitssatzung nach kur­zer Besprechung einstimmig angenommen und damit die alte Satzung, die seit dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches am 1. Januar 1900 gültig war, außer Kraft gesetzt.

Die hierauf nach § 9 dieser Satzung vorzuneh­mende Wahl des Vereinsführers fiel mit Einstim­migkeit auf den seitherigen Vereinsführer, Lehrer Wenzel. Dieser ernannte zu seinem Stellvertreter den Kassewart C. Schmidt, so daß diese beiden den Vorstand im Sinne des § 26 Abs. 2 des Bürger­lichen Gesetzbuches bilden. In den wichtigsten Aemtern sind weiterhin tätig: Oberturnwart Karl Schmadel, Presse- und Werbewart Friedrich Frank, Dietwart und Leiter der Turnerinnen­abteilung Friedrich Geh ring er, ihm zur Seite als Vorturnerin Gertrud Bock, die auch die Frauenabteilung und die Schülerinnen betreut, als Leiter der Schüler Heinrich Schmadel und Otto M a t t h i e s.

Der Voranschlag für 1935, der 2100 Mark Aus­gaben vorsieht, wurde gutgeheißen. Die etwa 30 000 Mark betragenden Bauschulden erfordern eine jähr­liche Zinsenlast von 1460 Mark, das übrige sind auf­zubringende Steuern (zirka 350 Mark), Verbands- 1 beiträge usw. Mit Rücksicht auf diese Belastung kann die Halle nur gegen Entgelt an Vereine u. a. überlassen werden, beispielsweise wurde sie im Jahre 1934 20mal anderweitig benutzt, dabei mehrmals bei nationalen Veranstaltungen unentgeltlich zur

Gestern nachmittag wurden von der forstzoologr- schen Abteilung des Forstinstituts unserer Unwer- fität die beiden Uhus, die wir gestern bereits im Bilde zeigen konnten, einem großen Kreis unserer Volksgenossen zur Besichtigung zugänglich gemacht. Die stattlichen Tiere waren in ihrem großen Käsig in den Hörsaal des Forstinstituts gebracht und wur­den dort mit großer Aufmerksamkeit betrachtet Die beiden Tiere legten, als sie ihren Käsig so heftig umdrängt fahen, keine übertriebene Scheu an den Tag, und manchmal hatte es fast den Anschein, als wäre das Interesse zwischen Mensch und Uhu ein durchaus gegenseitiges. Viele Volksgenossen, die sich zu dieser Besichtigung eingefunden hatten, brachten in richtiger Erkenntnis der Bedeutung einer Zurschaustellung solch seltener Tiere ihre Kin­der mit, die den Uhus natürlich ganz besonderes Interesse entgegenbrachten. In Verbindung mit der Besichtigung fand ein Vortrag statt.

©r. Kari Rudolf Fischer, der Mentor unserer oberhessischen Vogelwelt sprach über die Wiedereinbürgerungsversuche des Uhus in unseren heimischen Wäldern. Er hieß die Zuhörer zunächst im Namen des Direktors des Forstinsti- tuts Prof. Dr. D i n g l e r , willkommen und schil­derte in der Folge die Zustände in deutschen Wal­dern wie sie sich durch die gesteigerte forstliche Kultur ergaben. Der Uhu sei eigentlich nur noch im Memelgebiet, in den kaum begehbaren Waldungen und Sumpfflächen, d. h. da, wo sich auch der Elch noch aufhalte, zu Hause. In unserer engeren Hei­mat sei er noch in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts festzustellen gewesen. 1883 sei bei Frischborn der letzte Uhu einem Aasjäger zum Opfer gefallen. Er sei fast leidenschaftlich verfolgt worden, weil man allgemein der Meinung war, er sei der Jagd schädlich.

Die bisherigen Versuche zur Wiedereinburgerung des Uhus im Vogelsberg, die vor einigen Fahren begonnen wurden, dürften als geglückt bezeichnet werden Die damals ausgesetzten Uhus seien, wie

finge verhalten sich unzuverlässig, und das ist ihr einziger Fehler.

Wenn man mit gutem Gewissen sagen kann, daß es noch sehr viel Raum gibt, wo ein guter D b ft5 bäum sein Gedeihen finden könnte, so darf man bei der Ausnützung seines Gründstückes nicht in den Fehler verfallen, der als der Krebsschaden unseres Obstbaues betrachtet werden kann: er heißt das Zudichtpflanzen. Ein gesunder Obst- baum braucht zur Ausbreitung seiner Wurzeln zwei Drittel mehr Raum, als die Krone. Die Wur­zeln berühren sich eher als die A e ft e, und das führt zur Unterernährung. Unter Obstbäumen, namentlich Zwergobst, ziehe man kein Gemüse, aus dem sowieso nichts Rechtes wird, das aber dem Baum, der auf Zwergunterlage steht, Wasser und

Verfügung gestellt.

Einige kleinere Vereinsangelegenheiten fanden noch ihre Erledigung, worauf die Versammlung nach dem Gesang des alten TurnerliedesEin Ruf ist erklungen" vom Vereinssiihrer mit einemGut Heil!" auf das Vaterland und unfern Führer ge­schloffen wurde.

Landkreis Gießen.

£ Wiefeck, 14. Febr. Die Kreisbauern­schaft hatte bei Gastwirt Georg Keller zu einem Vortrag mit Lichtbildern eingeladen. Die Kreisfachberaterin für Geflügelzucht, Frl. Lang von der bäuerlichen Werkschule Gießen, sprach über ländliche Geflügelhaltung. Sie kam zu­nächst auf die Erzeugungsschlacht zu sprechen, zu deren Erfolg unbedingt notwendig sei, daß die Mängel bei der Tierhaltung, bei der Fütterung und der Unterbringung der Tiere in schlechten Stallen behoben werden müßten. Wenn man bedenke, dah bei einem Jahresdurchschnitt von 140 Eiern nur 80 eigenes Erzeugnis feien, so müsse jeder einzelne mithelfen, daß hier Wandel geschaffen werde. Not­wendig sei vor allem, daß die Tiere nie em höheres Alter als zwei bis drei Jahre erreichen. Die alten Tiere müßten geschlachtet werden, da sich meist die Fütterung nicht lohne. Um rechtzeitig Kucken zu haben, wurde der Bezug von Kücken empfohlen. Der Reichsnährstand vergüte für jedes Kücken von 60 Pfennig beim Ankauf 20 Pfennig, bei Hennen zum Preise von 2,80 RM. würden 60 Pfennig ver­gütet. Empfohlen wurden Tiere aus der Leistungs- zucht, jedoch sollen reinrassige Tiere den Vorzug erhalten. Auf die Fütterung eingehend, erklärte tfri.

Wer selbst Hand anlegt, muß Freude an der Arbeit haben. Sie darf nicht zur Last werden. Dazu sind gut arbeitende und zuverlässige Spritzen erforderlich. Bei kleinen Verhältnissen mit etwa 50 Obstbäumen mittlerer Größe kann man mit der Handspritze auskommen, wenn der Kolben öfter sachgemäß gedichtet wird. Für größere Gärten hat man solche, die, auf die Erde gestellt, das Spritz­mittel aus einem danebengestellten Eimer oder der Gießkanne saugen; auch sie sind nicht allzu teuer. Es lohnt sich aber auch, fahrbare Spritzen anzu­schaffen, die man in einen vorhandenen Schub­karren montieren kann, wenn eine Anzahl von Gartenbesitzern sich zum gemeinsamen Handeln entschließen kann. Erst wenn die Unzulänglichkeit der Karbolineumspritzung ohne die weiteren Maß­nahmen erkannt worden ist, wird die leider allzu häufige Klage verstummen, die sich in den Worten ausdrückt:Ich habe spritzen lassen, aber es hat nichts geholfen. Schorf und Blutläuse habe ich wie früher".

Diese unmittelbare Bekämpfung ist jedoch nur ein Teilgebiet der Obstbaumpflege. Sie versagt, wenn die Obstbäume hungern, wenn nicht ge­nügend ausgelichtet wird, so daß der Baum mehr Fruchtholz ernähren muß, als in seinen Kräften steht, wenn Wildbäume oder zu dichter Stand ihnen den Lebensraum im Boden streitig machen. Wo solche Mängel herrschen, kommt das Ungeziefer immer wieder, und die gleichen Krankheiten treten trotz aller Abwehrmittel von Jahr zu Jahr in er­höhtem Maße auf. Wo aber dafür gesorgt wird, daß der Baum alles das erhält, was feine Lebens­kraft und Tragbarkeit steigert, wird man in feinem Garten von Schädlingen und Krankheiten meist verschont bleiben. Nicht die Zahl der Obstbäume ist für unfern deutschen Obstbau das allein Entschei­dende. Ebenso wichtig ist sachgemäße Pflege und vor allem die richtige Düngung. Zehn hungrige Bäume tragen weniger, als ein einziger gesunder, der auf der richtigen Stelle steht.

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Anmerkung der Redaktion. Bekanntlich ist seit Anfang 1934 das Spritzen der Dbftbäume in Hessen gesetzlich vorgeschrieben. Es erfolgte mit städtischer Unterstützung in der Gemarkung Gießen unter der Oberleitung des Universitätsinstituts für Pflanzenschutz bei etwa 8000 Dbftbäumen. Wegen des etwas verspäteten Erlasses der betr. Verordnung konnte ein Mehr im vergangenen Jahre nicht er­folgen. Die Organisation der Spritzung und Schäd­lingsbekämpfung für 1935 ist, wie wir erfahren, in vollem Gange und steht in der Ernährungsschlacht unter dem Motto: Gemeinnutz geht vor Eigennutz!

mineralische Nährstoffe streitig macht.

Besonders bedenklich muß Die Anzahl der Obst­bäume stimmen, die in Haus- und Kleingärten vor­handen sind. Sie beträgt nach der vorliegenden Zu­sammenstellung in Gießen über 20 000, also etwas mehr als zwei Drittel des Gesamtbestandes. In diesen Gärten ist zu dichter Stand die Regel und die doppelte Ausnützung des Bodens durch Unter­kultur ebenfalls. Das zusammengenommen ergibt die doppelte Menge von Ungeziefer und Krank­heiten, als bei frei auf dem Felde im Ackerland stehenden Obstbäumen. Es ist vielleicht mehr als das Doppelte an Schädlingen, womit man im engen Raum feines ©artens zu kämpfen hat, denn Zwerg- obftbäume neigen von Natur aus mehr zu Krank­heiten. Vielfach ist der Boden auch feit Menschen­gedenken zur Obstbaumzucht benützt worden. Daß es unter diesen Umständen viel Blut- und Schild­läuse, mehr noch Schorf und Monilia gibt, ist ein­leuchtend. Im letzten Frühjahr sollen 7000 Bäume mit Obstbaumkarbolineum als Winterspritzung be­handelt worden sein. Wie groß die Zahl der Bäume ist, die von ihren Besitzern ähnlich behandelt wor­den sind, läßt sich nicht feststellen. Nimmt man an, daß es bei uns ebenso wie anderwärts geschieht, nämlich in dreijähriger Umlaufzeit, so genügt diese Zahl nur einigermaßen. Sie ist jedoch als voll­kommen unzulänglich zu betrachten, sobald man die Uebekzeugung gewonnen hat, daß der Karbo­lineumspritzung noch vier weitere mit Kupfer- ober Schwefelkalkbrühe mit Giftzusätzen zu folgen haben, die sich gegen das Auftreten von Schorf, Monilia, Meltau, Obftmade, Sägewespe und noch eine An­zahl anderer Schädlinge richten. Um die Unkosten dafür auf dasjenige Maß herabzusetzen, das für den Obstbau noch tragbar erscheinen kann, und um die Durchführung dieser allgemeinen Bekämpfung überhaupt zu ermöglichen, muß die private -tätig5 feit aufgerufen werden.

immer wieder fest gestellt werden könne, nicht ab= gewandert. .

Der Uhu, an sich ein Klippenbewohner, sei sehr anpassungsfähig. Er habe eine Flügelspannweite von 1,40 bis 1,68 Meter und erreichte ein Gewicht von 2 bis 2^2 Kilogramm. Häufig werde er dem Rufe nach mit der Waldohreule verwechselt. Der Uhu habe, im Gegensatz zum Woldkauz, eine sanfte, verhaltene, in sich abgerundete Stimme, die aber sehr weit klinge. In seinem Familienleben sei er geradezu vorbildlich zu nennen. Die Jungen würden mit Mut und großer Tapferkeit gegen alle Angriffe, auch von feiten der Menschen, verteidigt. Der Jagd­schade, den der Uhu anrichtsn könne, stehe in keinem Verhältnis zu dem großen volkswirtschaftlichen Nutzen, den er durch die Vernichtung von Schäd­lingen in Wald und Flur dem Menschen biete. Der Glaube, daß der Uhu einem Reh den Kopf abreißen könne, sei in das Reich der Fabel zu verweisen.

In seinen weiteren Ausführungen berichtete der Redner von den früher, in den Jahren 1907, 1910 und 1914 durchgeführten, aber gescheiterten Ein- bürgerungsversuchen in verschiedenen Gegenden Deut chlands. Die Einbürgerung des Uhus fei ober durchaus möglich. Es fei vorgesehen, neben Wem Paare noch zwanzig weitere Paare m der Rhon, im Spessart, im Wittgensteiner Land usw. anzu­siedeln. Für diese Arbeit seien heute die äußeren Voraussetzungen gegeben: Der Staat steye den Be­mühungen fördernd und schützend zur Seite. In das Hessische Naturschutzgesetz werde ein Sonderpassuv nufqenommen, der denjenigen, der sich am Uhu oer- nreife, mit schweren Strafen bedrohe. Die offent= liehe Meinung sei durch die Heimatpresse die sich von Anfang an in den Dienst der guten Sache ge­stellt habe, gewonnen worden.

Mit der Auflorderung an die Zuhörer, auch ihrer­seits mitzuhelfen, die öffentliche Meinung in brei­tem Kreise für die Einbürgerung des Uhus in unseren heimischen Wäldern tu gewinnen, schloß der Redner seine aufschlußreichen und mit Beifall aufgenommenen Ausführungen.

Wir bitten Sie, die Ihnen unterstehenden Schu­len in dieser Hinsicht zu unterrichten und uns Ihren biesbezüdlichen Bescheid baldigst zukommen zu lassen, Damit wir mit den weiteren Arbeiten beginnen können und durch rechtzeitigen Beginn eine reibungslose Abwicklung der Aktion herbei- geführt wird.

Zu Ihrer Orientierung teilen wir Ihnen mit, daß im vergangenen Jahr in gleicher Weise für Kinder besser gestellter Eltern diese Verwandt­schaftsverschickung in Frankfurt durch die NS.- Volkswohlfahrt durchgeführt wurde und sich zu einem vollen Erfolg gestaltete. Die Gauamtsleitung hat sich daher entschlossen, diese Art Verschickung für das ganze Gebiet Hessen und Hessen-Nassau zu betreiben.

Wir bitten Sie um weitgehendste Unterstützung unb um die Mitarbeit der Ihnen unterstellten Lehranstalten.

ÖZ