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Sondergericht in Gießen

Sache von anderen gehört haben will.

Nun hinaus in die köstliche Luft! Wenn unsere

Abend.

Fackelzug mitmarfchierenden Verbände müssen sich die Fackeln selbst besorgen. Diese Formationen tre­ten ebenfalls um 19.45 Uhr auf Oswaldsgarten an.

Antreten sämtlicher Formationen der SA. um 19.30 Uhr auf dem Landgraf- Vhilipp-Plah. Von dort in geschlossenem Auge Marsch zum Oswaldsgarten.

Vach der Kundgebung

Fackelzug durch folgende Straßen: vom Oswaldsgarten durch die Neustadl, Kaplans- gasse, Settersweg, Frankfurter Straße, Liebigstrahe, Ludwigstraße, Gartenstraße, Neuen Baue, Schul­straße, Kirchenplah, Lindenplah, Asterweg, Merner- wall, zurück zum Oswaldsgarten.

Anschließend auf Oswaldsgarten großer Zapfen st reich.

Die S A. tritt in großem Dienftanzng ohne Mantel an.

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Heroen versagen, wenn mir nicht mehr em und aus Londorf unter der Leitung von Herrn N i ck e l. Die wissen, wandern wir hinaus in die winterliche Land- Teilnehmer blieben noch lange bei nachfolgendem ffiW holen uns dort neue Kraft und frohen Konzert in angeregtester Stimmung beisammen.

>?le. Schönheit der, Beim Abschied brachte man den scheidenden Künst»

L ndlchast und die überwältigende Ruhe, sie werden fern nochmals herzlichen Beifall für den schönen uns mit tun Wir Pnnnoti in nnf nfton ffünnon v ' IUI 1 1 \ 1

des Führers Bürckel angesagte Gesamtergeb- n i 5 starke freudige Erregung aus. Ergriffen lausch­ten die Anwesenden seinen Ausführungen. Einen tiefen, nachhaltigen Eindruck hinterließ der W i l l - kommengruß des Führers an das Saar­volk, dessen tiefe, aus der Rede heraus zu hörende Ergriffenheit, sich auf die Zuhörer übertrug. Am Schluß der Uebertragung brachte Bürgermeister Dr. Hamm auf den Führer, dem das Resultat zu danken ist, ein dreifaches Sieg-Heil aus.

Auch in der Stadtpost war ein Lautsprecher an­gebracht, an dem die Beamten und das Publikum mithören konnten.

uns gut tun. Wir können ja auf allen Wegen wan­dern, kein Schmutz, kein Sumpf wird uns mehr hindern.

Den Abschluß des Abends bildete eine Szene Rundfunk in Londorf" der Herren Geiger, Nieren, Bolck. Eingerahmt wurde das Programm von schnei­digen Märschen und Musikstücken des Musikvereins

schen unmittelbar als etwas Wesensverwandtes an­spricht und wie diese daraus neue Kraft und neuen Lebensmut für eigenes Schaffen und eigene Ge- meinschaftsgestaltung gewinnen.

In den Lagern der wehrhaften Mannschaft legt die nationalsozialistische Volkstumsarbeit durch Ge­meinschaftsgestaltung den Grund zur sozialistischen Volkskameradschaft.

Es könnte nichts als oberflächliche Betriebsamkeit herauskommen, wen man versuchen wollte, Gemein­schaften und Gemeinschaftsformen aus dem Boden zu stampfen, statt in stiller und besonnener Arbeit die Voraussetzungen für ihr organisches Wachstum zu schaffen.

Der Kampf um den neuen deutschen Menschen wird in jedem Einzelnen ausgetragen, nicht von Organisationen!

Jedes Lebensbild muß von seinen Trägern vor­gelebt werden!

Wenn irgendwo, so wird in der nationalsozialisti­schen Volkstumsarbeit der Einsatz des ganzen Menschen gefordert.

Kaninchenausstellung in Grünberg.

+ Grünberg, 14. Jan. Der hiesige Kanin- chenzuchtverein veranstaltete von Freitag bis Sonntag in der Turnhalle eine Lokalschau. Die Ausstellung zeigte etwa 90 Tiere von den ver­schiedenen Rassen, sowie eine Anzahl selbstbereiteter Felle und Pelzsachen einzelner Züchter. Von Er­wachsenen wurde die Ausstellung hauptsächlich am Sonntag besucht, während die Schulen sie am Frei­tag und Samstag besichtigten. Dabei übernahm der als Preisrichter tätige Züchter B e h r e n d (Mar­burg) die Führung, indem er den Schülern die ein­zelnen Rassen erklärte und auf die Bedeutung der Kaninchenzucht und ihrer Erzeugnisse: Fleisch, Felle und Wolle hinwies.

Nachfolgend bringen wir das Ergebnis der Preis­verteilung. (Abkürzungen: EP.--Ehrenpreis: 1. P. = erster Preis; 2. P. = zweiter Preis; 3. P. = dritter Preis).

Weiße Riesen: Minna Oswald, EP. Deutsche Widder: Karl Wagner, 1. P. Franz. Silber: Hans Frank, EP., 1. und 2. P., (dreimal). Große Chin- chilla: Hch. Röder, EP. (dreimal); Paul Friedrich, 1. P., 3. P. Weiße Wiener: Hans Keller, EP.; Gg.

Wegen schwerer Beschimpfung der Reichsregie­rung und der SA. wurde der Hermann S ch r ö -

Zehn Leitsätze der nationalsozialistischen Volkstumsarbeit.

schleifen sie und kommen schon morgens mit geröte­ten Wangen und leuchtenden Augen in die Schul­klasse.

Im Stadttheater fand der Gemeinfchafts empfang der städtischen Betrie.bsge

Vom Reichsbund Volkstum und Heimat, Land­schaft Rheinfranken-Nassau-Hessen, wird uns ge­schrieben:

« Der Erbstrom unseres Volkes, an den wir mit tiefster Seele gebunden find, muß von uns in neuen Formen unserer Gegenwart gestaltet werden.

Die nationalsozialistische Volkstumsarbeit will, an- knüpfend an das überlieferte Volksgut und Brauch­tum, an der schöpferischen Gestaltung eines gegen­wärtigen Gemeinschaftslebens im neuen Reiche milarbeiten.

Die nationalsozialistische Volkstumsarbeit wendet sich nicht an das ungegliederte Volk schlechthin, son­dern an feine organisch gewachsenen Gliederungen: die Stämme und Stände.

Ein neues Volk wächst nur von unten, und wenn es uns nicht gelingt, Arbeitertum und Bauerntum zum Fundament des neuen Reiches zu machen, dann ist alle Arbeit vergebens!

Indem wir die nationalsozialistische Volkstums­arbeit in den Werktag unseres Volkes hineintragen, erleben und erfahren wir, wie sie die deutschen Men-

Die Kreisleitung teilt uns soeben um 9.15 Uhr die nachstehende neue und endgültige VerfügungzurFeierdes großendeut- schen Sieges an der Saar am heutigen Dienstagabend in Gießen mit:

Am heutigen Dienstag, 15. Januar, um 2 0 Uhr, findet auf Oswaldsgarten eine große Kundgebung der gesamten Bevölke­rung von Gießen, aller Gliederungen der Partei, aller Vereine, aller Verbände ufw. statt.

Es ipr.cht pg. Ktostermann.

Anschließend großer Fackelzug der gesam­ten SA., aller Gliederungen der Partei, aller Ver­bände und Vereine.

Die Gießener Ortsgruppen treten mit allen politischen Leitern und mit Fahnen um 19.45 Uhr aus Oswaldsgarten an. Zum Fackelzug sind 200 Fackeln für die PO. bestellt. Die Gliederungen der Partei und die übrigen im

Große Kundgebung der gesamten Bevölkerung aller Gliederungen der Partei, aller Vereine, Verbände usw. auf Oswaldsgarten

Oie neue Landschaft.

Wenn man lange Zeit auf einen guten Freund gewartet hat und er endlich mit großer Verspätung doch ankvmmt, dann ist die Freude doppelt groß. Wir schütteln ihm immer wieder die Hände und ver­sichern ihm, welche Freude er uns durch sein Kom­men bereitet hat.

Gerade so geht es uns dieses Jahr mit dem Winter. Wie lange hat er gezögert mit seinem Er­scheinen! Wir lebten ohne Sonne, wir erblickten jeden Morgen einen grauen Himmel, wir gingen durch Nebel und regenschwangere Lust, wir erkäl­teten uns und suchten das warme Zimmer. Fast in jedem Hause lag ein Kranker.Wenn doch endlich einmal ein klarer Frost käme!" so seufzte man.

Und nun ist er da. Alles hat sich verwandelt. Häuser, Bäume und Wege haben eine weihe Decke. Sanft und weich hat der Schnee alles verhüllt. Was einst grünte und blühte, dann aber schwarz und starr dastand, das glänzt nun im Schmuck des reinen Schnees. Die alten verkrüppelten Bäume am Straßenrand sind wie von einem Traum um­sponnen. Die Schatten der Aeste erscheinen warm und blau.

Und wie kräftig weht uns die scharfe Luft ins Gesicht! Tief atmend bleiben wir stehen. Sie tut uns wohl, diese frische, reine Winterluft. Die Schlitt­schuhe kommen an das Tageslicht, werden nach­gesehen und geölt. Schon sind viele uns ooraus- geeilt in die Berge. Dort an den schneebedeckten Abhängen mit den langen Hölzern erlebt man den Winter am schönsten. Die größte Freude haben frei­lich die Kinder. Sie sind schon froh, wenn auf Pfützen und Gossen das blanke Eis fest ist. Da

Oberhessen.

»Kraft durch Freude" in Londorf.

* In Lo n d o r f fand am Samstag in der Volks­halle ein großer Bunter Abend statt, der von der NS. - GemeinschaftKraft durch Freude" veranstaltet wurde. Die Volkshalle war bis auf den letzten Platz besetzt. Das Schneewetter hatte auch viele auswärtige Besucher nicht abge­schreckt. Die Vortragsfolge war sehr abwechslungs­reich und wies jenes Niveau auf, das den Richt­linien der NS.-GemeinschaftKdF." entspricht. In rascher Folge zwischen Ernstem und Heiterem wurde gediegenes Kulturgut deutscher Dichtung und Klein­kunst in Wort, Ton und Ausdruck vermittelt. Um die Mitwirkung machten sich besonders Damen und Herren des Gießener Stadttheaters verdient.

Den Auftakt des Abends bildete ein zusammen- gefaßter Bericht des Kreisobmanns der NS.-Kultur- gemeinde, Karl Christ, über Erreichtes und Zu­künftiges. Dann rollten pausenlos und kurzweilig 3 Stunden Programm ab.Wach auf du deutsches Land" und drei Volkslieder brachten der stimm­starke GesangvereinFrohsinn" unter der bewährten Leitung des Dirigenten Herrn Kasten in präch­tigem Vortrag zu Gehör. Gert Geiger las mit restloser Ausschöpfung Verse von Annacker und ein mahnendes Gedenken an den 13. Januar 1935. Von der heiteren harmlos-fröhlichen Seite lernte man den Künstler im weiteren Verlauf mitPlaudereien zum Alltag" kennen. Seine gemütvolle Art brachte ihm schnell allseitige Sympathie und herzliche An­erkennung. Der Bassist Richard Stahl fang ein Rheinweinlied undDeutschland erwache!"; das volle Organ sowie die feine Art des Vortrags mach­ten feine Darbietungen zu einem schönen Erlebnis. Am Klavier fand der Sänger in Herrn Kasten einen verständnisvollen Begleiter. Hilde Plank tanzte, entzückend im Temperament und Kostüm, zwei Tänze. Die noch jugendliche Tänzerin hat nicht nur Grazie, sondern auch ein äußerst sicheres Gefühl für Rhythmus. Karl Volck, bei feinem Auftreten herz­lich begrüßt, rezitierteGeschichten um Friedrich den Großen" und von Friedrich Stolze denParre Kännche". Der Künstler wußte sich in seiner humor­vollen Behäbigkeit bald Raum zu schaffen für ein mitgehendes Schmunzeln und verstehendes Lachen. Kein Wunder, daß feine Vorträge Behaglichkeit und herzliche Wärme aufkommen/ ließen. Herr Nieren wirkte als Ansager und wußte durch seine launige Art sofort die Verbindung zwischen Bühne und Zuhörern herzustellen. Sehr eindrucksvoll gestaltete sich der Vortrag von Detlef von LilieneronsPidder Lyng", der am Vortage der Saar-Abstimmung be- onders tiefen Eindruck machte. Humorvolle Dar­bietungen in Versen und in Prosa brachten ihm ebenfalls viel Beiiall.

barkeit, das wir dem Führer gegenüber haben müssen.

So schwören wir auch heute, wie schon oft, aus tiefstem herzen diesem einzigen Deutschen Gefolgschaft, diesem einzigen Deutschen Treue, diesem einzigen Deutschen d i e Disziplin, die die Saarländer 15 Jahre lang und in den letzten Tagen wieder bewiesen haben. Diesem unvergleichlichen Führer Adolf Hitler ein dreifaches Sieg-Heil!

Mit starker Begeisterung nahm die riesige Men­schenmenge auf dem Bahnhofsplatz das dreimalige Sieg-Heil auf den Führer als Treugelöbnis und Huldigung auf. Anschließend wurden die ersten Verse des Horst-Wessel-Liedes und des Deutschland- Liedes gesungen. Brausend erklangen die Gesänge über den weiten Platz zum nächtlichen Himmel empor.

Der Marsch in die Stadt.

Dann wurde zum Marsch in die Stadt ange­treten. An der Spitze schritt die SS., ihr folgten der Spielmannszug uno Der Mupkzug der SA.- Standarte 116 unter Musikzugführer Herr- mann, dann kamen die Fahnen der Ehrenstürme der SA., anschließend die abstimmungsberechtigten saardeutschen Männer und Frauen mit dem Leiter der Ortsgruppe Gießen des Bundes der Saaroer- eine, Polizeihauptwachtmeister Thum, an der Spitze. Ihnen schlossen sich die Ehrenstürme der SA. und die obengenannten weiteren Formationen der Bewegung sowie beiderseits und am Schlüsse eine riesige Menschenmenge an.

Unter der flotten Marschmusik der SA. ging der Zug durch die obere Bahnhofstraße, Liebigstraße, Frankfurter Straße, Seltersweg, Kreuzplatz, Son- nenftraße zum Landgraf-Philipp-Platz. Ueberall während des Marsches wurde den saardeutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen von der in den Straßen stehenden Menschenmenge ein herz­licher Empfang bereitet, der ebenso wie die Be­grüßung am Bahnhof die dankbare und starke Verbundenheit der Gießener Bevölkerung mit der deutschen Saar zum Ausdruck brachte.

polizeihauplwachtnmster Thum als Führer der Ortsgruppe Gießen des Bundes der Saarvereine hielt nach der Ankunft auf dem Land­graf-Philipp-Platz eine kurze Ansprache, in der er der Bewegung und ihren Gliederungen, sowie allen übrigen Volksgenossen herzlichst für den erheben­den Empfang dankte. Er betonte sodann, die Saar­deutschen hätten freudig die Abstimmungsschlacht an der Saar für Deutschland geschlagen, um auch dadurch unserem Führer Adolf Hitler zu helfen. Jeder Deutsche möge sich an dem Saarvolk ein Beispiel nehmen. Zum Schlüsse brachte der Redner ein von der Menge freudig aufgenommenes drei­maliges Sieg-Heil auf das treue deutsche Volk an der Saar aus. Gemeinsam wurde dann der erste Vers des Saarliedes gesungen. Damit fand die feierliche Einholung der saardeutschen Brüder und Schwestern in Gießen ihren Abschluß.

Aus der provinzialhaupistadi.

Oer deutsche Sieg an der Saar.

Mit großer Freude vernahm man heute früh auch in Gießen die prächtige Kunde von der Saar. Jubelnden Herzens wurde überall der überwäl­tigende Sieg der gerechten deutschen Sache begrüßt. Spontan kamen als äußere Zeichen der Freude über den deutschen Sieg im Saargebiet die Fahnen heraus. Die Glocken unserer Kirchen tönten mit jubelndem Klang über die Stadt. Noch lange sah man dann Volksgenossen in Gruppen beieinander- stehen, insbesondere auch vor dem Nachrichtenaus­hang an unserem Geschäftshaus, und mit frohem Gesicht das schöne Ergebnis der Abstimmung be­sprechen.

Im Stadttheater fand für alle Beamten, An­gestellten und Arbeiter der Stadtverwaltung ein Gemeinschaftsempfang statt, über den uns folgender Bericht vorliegt:

Gemeinschastsenipfang im Gtadttheater.

Heute kein Theater!

Die Intendanz des Stadttheaters teilt uns so­eben mit:

Um allen Dienstag-Abonnenten und Theater­besuchern die Möglichkeit zu geben, an den anläßlich des Saar-Sieges stattfindenden Kundgebungen teil­zunehmen, lassen wir die Dienstag-Abonnent-Dor- fteUung ausfallen. Die Abonnenten haben Gelegen­heit, die gleiche VorstellungDer König" am Mitt­woch, 16., und Freitag, 18. Januar, zu besuchen.

Festgeiäute in der Diözese Mainz.

LPD. Das Bischöfliche Ordinariat Mainz hat unterm 13. Januar eine Verordnung herausgegeben, die bestimmt, daß nach der Bekanntgabe des Abstim­mungsergebnisses durch die Rcichsregierung ein feierliches Glockengeläute (mit mehr­maliger Unterbrechung) in allen Pfarr - und Filialkirchen der Diözese stattfindet.

Dornotizen.

Tageskalender für Dienstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Spiel mit dem Feuer". Oberhessischer Kunstverein,Turmhaus am Brandplatz: 16 bis 17 Uhr 1. Jahresausstel­lung. Evangelische Stadtmission: 10, 14.30 und 20.30 Uhr Biblische Vorträge.

Und wenn wir am Abend körperlich müde, aber innerlich erfrischt zurückkehren, beim Hellen Glanz der funkelnden Sterne^ dann freuen wir uns schon auf den nächsten Morgen. So wirkt ein echter, starker Winter.

Wegfall der Vertrauensmänner der Anaestelltenversicherung.

Mit dem 31. Dezember 1934 sind die bisherigen Organe der Angestelltenoersicherung fortgefallen. Es endete damit auch die ehrenamtliche Tätigkeit der Vertrauensmänner der Angestelltenverficherung und deren Ortsausschüsse. Anträge auf Leistungen und Heilfürsorge der Angestelltenoersicherung sind daher künftig unmittelbar an die Reichsversiche­rungsanstalt in Berlin-Wilmersdorf, Ruhrstraße 2, ZU richten. Der Leistungsantrag kann auch beim Dersicherungsamt oder bei jeder anderen deutschen Behörde gestellt werden.

Wünscht der Versicherte oder Betriebsführer Be­ratung ober Auskunft über Fragen der Angestellten- oersicherung, fo stehen ihm hierfür auch die ört­lichen Rechtsberatungsstellen der Deutschen Arbeits­

front zur Verfügung, denen die Reichsversicherungs­anstalt für Angestellte die für- die Stelluna von Anträgen notwendigen Vordrucke ufw. auf An­fordern zuleiten wirb.

Deutsche Arbeitsfront.

Berufshauptgruppen Berufsgruppe der Techniker.

Am Dienstag, 15. Januar, spricht um 20.30 Uhr im Hotel Hindenburg, Seltersweg, Regierungs- Baurat Steinbach über das ThemaAus der Bohrtechnik".

Berufung nach Columbien.

Wie wir hören, hat der columbianische Unter­richtsminister an den Studienrat Dr. Karl Glöck­ner in Gießen einen Ruf zur Leitung des höhe­ren Schulwesens der Republik Columbien (Süd­amerika) ergehen lassen. In dem Berufungsschrei- betr wird besonders hervorgehoben, daß auf diesem Posten ein weithin fruchtbares Wirken im Schul­aufbau Columbiens möglich fein werde. Herr Stu­dienrat Dr. Glöckner war bereits in den Jähren 1924 bis 1930 im Unterrichtswefen der Republik Columbien tätig.

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 15. Jan. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, frische Landeier 12 bis 13/ Eier (ausländische) 10 bis 13, (inländische Kühl­hauseier) 10 bis 13, Wirsing (grün), das Pfund 10, Weißkraut 8, Rotkraut 12, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unter­kohlrabi 8, Grünkohl 10 bis 12, Rosenkohl 20 dis 25, Feldsalat 70, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 20 bis 40, Schwarzwurzeln 22 bis 30, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 10 bis 15 Pf., junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 75 bis 85 Pf., Gänse 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 35 bis 50, Salat 20, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30 Pf.

*

** Geschäftsjubiläum. Am heutigen Dienstag, 15. Januar, kann Herr Jean Arnold im Schipka-Paß auf das 40jährige Bestehen feines Unternehmens zurückblicken. Herr Arnold steht im Alter von 78 Jahren feinem Geschäft noch in voller Rüstigkeit vor.

der aus Gießen, der sich seit 26. Dezember v. I. in Untersuchungshaft befindet, zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte, der nach feinen eigenen Angaben etwa 10 Jahre der KPD. angehörte und auch heute noch in feinem Innern Kommunist ist, gab an, bei der Tat betrunken ge­wesen zu fein. Die Beweisaufnahme hat jedoch nicht ergeben, daß er so betrunken war, daß er nicht mehr wußte, was er tat.

Der Peter Reber, zur Zeit in Untersuchungs­haft, übte am 2. Dezember 1934 in Düdelsheim in der übelsten Weise Kritik an den Maßnahmen der Reichsregierung. Er verbreitete in außergewöhnlich lebhafter Weise Greuelmärchen, die dazu angetan wären, Unruhe in der Bevölkerung zu stiften. Er wurde zu vier Monaten Gefängnis unter Anrechnung von einem Monat Untersuchungshaft verurteilt.

Der Johann G e r st l aus Landshut, ohne festen Wohnsitz, verbreitete Greuelmärchen über das Kon­zentrationslager Dachau. Er wurde dafür zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Strafer- fchwerend kam in Betracht, daß der Angeklagte er­heblich vorbestraft ist und die Behauptungen dazu angetan waren, das Ansehen des nationalsoziali­stischen Staates schwer zu schädigen.

Wegen Beleidigung der Reichsregierung stand der Otto Bolitsch aus Rohrbach vor den Schranken des Gerichts. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte am 24. Dezember v. I., an dem Tage, an dem die Beleidigungen fielen, erheblich betrun­ken und auch über eine nach feiner Auffassung un­berechtigte Forderung der Verwaltungsbehörde sehr erregt war. Da dem Angeklagten nach Auffassung des Staatsanwalts das Bewußtsein der Verächt­lichmachung der Reichsregierung fehlte und da er sich schon frühzeitig zur nationalsozialistischen Be­wegung bekannte, beantragte der Vertreter der An­klage wegen groben Unfugs sechs Wochen Haft, die mit der erlittenen Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Das Urteil lautete auf drei Wochen Haft, die mit der Untersuchungshaft als verbüßt gelten.

Unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Hackler (Darmstadt) befaßte sich das Sonder­gericht gestern in Gießen zunächst mit einem Wan­derburschen namens Becker, der wegen schwerer Beleidigung des Ministerpräsidenten Göring und des Reichsministers Dr. Goebbels, außerdem wegen Bettelei zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr Gefängnis und sechs Wochen Haft ver­urteilt wurde. Schließlich wurde die Ueberroeifung in ein Arbeitshaus angeordnet.

Der Karl Schröder aus Leihgestern wurde zu 80 Mark Geldstrafe, hilfsweise acht Tage Gefängnis, verurteilt. Der Angeklagte, der ein Seifengeschäft betreibt, kam auf feiner Geschäfts­reise auch nach Griedel. Dort behauptete er, die Qualität der Seife werde schlechter. Auf diese Weise glaubte er, seine alten Seifenbestände besser ab­fetzen zu können. In der Begründung betonte der Vorsitzende, daß die Behauptung des Angeklagten wohl dazu angetan sei, das Ansehen der Reichs­regierung zu gefährden, jedoch habe er keine poli­tische Tendenz mit dem Ausspruch verfolgt.

Der Julius Schierling aus Geilshausen stellte am 7. Dezember 1934 in Stangenrod gegenüber einem Zeugen die unwahre Behauptung auf, der ehemalige Kreisleiter Dr. Harth aus Allendorf a. d. Lda. fyabe das Kruzifix aus der Kirche ent- . . / - - o - . fernen wollen, weshalb der frühere Bürgermeister

meinfchaften statt, zu der Beamte, Angestellte feinen Rücktritt erklärt habe. Die Beweisaufnahme und Arbeiter unter Führung von Bürgermeister Dr. ergab, daß die Behauptung des Angeklagten voll- H amm erschienen waren. Die Bühne schmückte das > kommen erfunden war, was insbesondere von dem Hakenkreuz. Auf dem Souffleurkasten war der Ra-früheren Bürgermeister und auch dem Ortspfarrer dloapparat aufgebaut. Bis zum 1. Rang war der bekundet wurde. In feinem Plädoyer machte der Besucherraum dicht besetzt. Auch die Betriebsgemein- Staatsanwalt darauf aufmerksam, daß der Ange- schaft des Stadttheaters war mit Intendant König klagte im heutigen Staat lediglich Gastrechte ge- vollzählig anwesend. Bis zum Eupfang ver- nieße und sich von der Politik vollkommen fern- kurzte Musikubertragung die Zeit. Mit großer halten müsse. Er beantragte sechs Monate Gsfäng- Spannung wurde die Ankündigung der Gesamküber-; niS. Das Gericht erkannte auf eine Ge fängnis- tragung erwartet. Während die Worte des Leiters strafevondreiMonaten unter Anrechnung der Abstimmungskommission Rhode sehr reserviert von vier Wochen erlittener Untersuchungshaft, in- angegort wurden, löste das von dem Beauftragten dem es dem Angeklagten zugute hielt, daß er die des Führers Burckel anaefaate G e f (3 TTT t P T Ci P h: ffnrhß nnn nnXnr AH Xvl k aUam *** tf