alten Niddalauf und seine früheren Richtungs- änderungen, sowie die seit 1933 von ihnen in Angriff genommene Gradlegung in Modellen aus Holz, Sand und Farbe darzustellen. Außer großen Wandzeichnungen hierzu, die das Verständnis fördern, ist eine reichhaltige Literatur von Büchern und Zeitschriften, von den ersten Arbeitsdienstführern für den Arbeitsdienst geschrieben, ausgestellt.
Kreis Alsfeio
OO Deckenbach, 14. Nov. Lehrer K ö h l e r von Schadenbach und Lehrer Reinhard von hier hielten mit den Schülern ihrer Klassen einen gemeinsamen Elternabend ob, der gut besucht war. Lehrer Köhler hielt einen aufschlußreichen Vortrag über das Thema „Der deutsche Bauer in der Geschichte". Liedvorträge und Gedichte umrahmten den Vortrag. — Hier fand dieser Tage eine Versteigerung von Ackerland aus einer Erbschaft statt. Für den Hektar Land wurden bis zu 3600 Mark als Kaufpreis genannt.
ss. Grebenau, 13. Roo. Da die Holzhaus r e i in sämtlichen Förstereien des Forstamts Grebenau begonnen hat, haben wieder viele Arbeiter für einige Wochen lohnende Beschäftigung gefunden. Ein Teil der älteren Arbeiter, die nicht mehr in die Holzhauerei kommen können, wird mit Kulturarbeiten beschäftigt, während der andere Teil in der Notstandsmaßnahme beschäftigt ist. — B°i der Treibjagd im Staatsjagdbezirk II, der früheren Försterei Bieben, kamen 11 Hasen und 5 Füchse zur Strecke.
3m Zuckthavs er^änai
LPD. D a r m st a d t, 13. Nov. Die Justizpresse- stelle Darmstadt teilt mit: Der vor Jahren vom Schwurgericht Mainz wegen Totschlags an einem Mädchen zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilte Josef Jakob M e o n aus Bensheim hat, nachdem er wiederholt Ausbruchsversuche im Landeszuchthaus erfolglos unternommen und erst kürzlich wieder einen solchen vorbereitet hatte, jetzt seinem Leben durch Erhängen ein Ende gesetzt.
Preußen.
Scharfschießen bei Ebersgöns.
Der Landrat des Kreises Wetzlar gibt bekannt: Am 18., 19. und 21. November täglich von 7.30 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr finden in der Nähe von Ebersgöns Schießübungen mit scharfer Munition statt. Gefährdet ist das Gelände südlich von Ebersgöns, südlich Oberkleen und ostwärts von Kleeberq. Die Straßen Ebersgöns—Kleeberg und Ebersgöns—Hausen, letztere soweit der Kreis Wetzlar in Frage kommt, werden an den obengenannten Tagen für jeglichen Verkehr polizeilich gesperrt. Das gefährdete Gelände wird durch Posten abqe- sverrt und muß eine Stunde vor Beginn bis sine Stunde nach Beendigung des Schießens von jedem Verkehr frei bleiben. Die Bevölkerung wird darauf hingewiesen, daß sie den Weisungen der Absperrposten, die die Rechte und Pflichten eines Wachtpostens haben, unbedingt Folge zu leisten hat.
Eine uralte Eicke abgebrannt.
LPD. Marburg, 13. Nov. Eine in der Nähe des Kreisortes Allna unter Naturschutz stehende uralte Eiche mit einem Umfang von neun Metern wurde das Opfer eines Brandes, lieber die Entstehungsursache ist noch nichts bekannt. Einwohner- bemerkten abends Rauchwolken, die aus d"m Baum zu kommen schienen. Als man der Sache nachaing, mußte man feststellen, daß der t a u s e n j ä h r i g e Baum in Hellen Flammen stand und einer riesigen Fackel glich. Alle Versuche, das Feuer zu löschen, waren umsonst. Am nächsten Morgen stürzte der Baumriese mit lautem Krach zusammen. Der Wurzelstock dieses Naturwunders hatte einen Umfang von 15 bis 20 Meter.
Taifcke ^ürfanrfdürfe
LPD. Herborn, 13. Nov. Wie festgestellt werden konnte, sind gelegentlich des Martinimarktes zahlreiche falsche Fünfmark st ücke in den Verkehr gebracht worden. Es gelang leider nicht, dem Verbrecher auf die Spur zu kommen.
kreis tDetilor
X Hörnsheim, 13. Nov. Hier hielt der technische Leiter der staatlichen Bodenschätzungskommission im Kreise Wetzlar, Diplomlandwirt Kramer, in der Gastwirtschaft von Engel einen Vortrag über den Zweck der B o d e n s ch ä tz u n g. — Dieser Tage veranstaltete die Gau-Filmstelle der
SWttntotwiW
Koman von Frank F. Braun.
11 Fortsetzung Nachdruck verboten!
Der Konsul zuckte die Achseln. „Man weiß es nicht", gab er zur Antwort und schüttelte sich fröstelnd in dem nassen Zeug. „Es schlug ihn ein Unbekannter, der entkommen ist, auf der Straße nieder."
Lena Bassenberg streckte die Arme aus. Sie suchte einen HaU. Sie ahnte, meinte zu begreifen. Zerny hatte Teile ihrer Unterredung mit Basilius gehört. Zerny war im Wege gewesen... Da riß der Gedanke jäh ab. Eine schwere dunkle Wolke kam heran oder ein großer Schleier. Sie fühlte sich aufgehoben und zugleich ausgelöscht. Das Dunkle deckte alles zu.
Ihr Mann stand zunächst. Gerade noch konnte er die Zusammensinkende auffangen und vor dem Sturz bewahren.
Der Regen rauschte stärker herab. Im Garten und an der Straßenfront der Villa des Konsuls huschten noch eine Weile Lichter und Laternen hin und her. Dann rief man die Polizeihunde zurück. Es war aussichtslos bei solchem Wetter eine Fährte aufnehmen zu können. Vorläufig war der Mörder entkommen.
Gegen Mitternacht bekam Kriminaloberinspektor Reußing den ersten Bericht. Er saß im Stadthaus an seinem Tisch. Seine Tochter Ines, ein junges Mädchen im allerglücklichsten Alter, war gerade von einer Vergnügung gekommen — der Tennisklub Grün-Silber hatte eine Ballfestlichkeit gehabt — und wollte ihn oerabredungsgemäß abholen.
Aber er schickte sie weg. „Ein Mord, Ines", sagte er, „das kann ich nicht so einfach zu den Akten legen und sagen: wir werden morgen weiter sehen."
Sie verstand ihn, küßte ihn zum Abschied auf die Wange und fuhr allein nach Hause in die Eibenstraße. Er tat ihr leid. Der gute Vater würde wieder um seinen Schlaf kommen. Aber ein Zuoder Abraten half da gar nichts. Im Hause legte sie sich rasch ins Bett und schlief, mudegetanzt, so- gleich ein.
Drei Glühen des zivilen Lustschuhes.
Der Frontsoldat im Lustschuh.
Der Frontsoldat — stets Vorbild der Nation — kann und muß auch heute noch eine große nationale Aufgabe erfüllen.
Der Frontsoldat kann und muß im Reichsluftschutzbund mitarbeiten.
Der Frontsoldat kann und muß als Luftschutzhauswart, als Angehöriger der Hausfeuerwehr oder als Laienhelfer feiner Familie und der Hausbewohnerschaft wertvolle Dienste leisten.
Der Frontsoldat kann und muß auch im zivilen Luftschutz Erzieher sein und mit gutem Beispiel vorangehen.
Der Frontsoldat kann und muß dem Reichsluftschutzbund als Mitglied und Amtsträger angehören.
Oer Lustschuhhaus wart.
Er muß vom Reichsluftschutzbund praktisch ausgebildet sein.
Er ist maßgebend in allen Fragen des Selbstschutzes bei Luftangriffen.
Er muß alle Hausbewohner im nationalsozialistischen Geist der Volksgemeinschaft von der Notwen
digkeit und der Möglichkeit des Selbstschutzes überzeugen.
Er ist im Hause die Seele des Abwehrwillens gegen Luftangriffe.
Don seiner Willenskraft und seinen Kenntnissen hängen Wohl und Wehe der Hausbewohner ab.
Als Luftschutz-Hauswart kommt daher — ob Mann oder Frau — nur eine Persönlichkeit in Frage, die bei allen Volksgenossen Achtung und Ansehen genießt.
Oer Hitlerjunge im Lustschuh.
Der noch nicht militärpflichtige Hitlerjunge kann im Luftschutz wertvolle Arbeit für Nation und Reich leisten.
Er ist beim Selbstschutz der Hausbewohner zur Abwehr der aus der Luft drohenden Gefahren unentbehrlich.
Er kann als Aiwehöriger der Hausfeuerwehr, als Melder oder als Mitglied der Luftschutzgemeinschall ein wichtiges Glied der Landesverteidigung jein.
Seine in den Ausbildungskursen des Reichsluftschutzbundes erworbenen Kenntnisse befähigen ihn, Eltern, Geschwistern und Hausbewohnern ein Helfer in ernster Stunde zu sein.
Schützt die Tiere!
Der Winter naht heran. Jeder Tierhalter soll nun da,ür sorgen, oaß seine Pfteglinge und Heiser bei der Arbeit einen warmen Stall haben. Aber sorge auch für fleißige Lüftung! Laß dein Pferd nicht zu lange in Frost, Nässe und Wind auf dich warten. Lege ihm eine wärmende Decke über, wenn es trotzdem auf dich warten muß. Die Hufeisen müssen öfters geschärft werden, damit das Tier nicht ausrutscht. Lade bei Schnee und Eis nicht zu schwer, nimm Decken und Säcke mit und lege sie unter, wenn das Tier stürzen sollte. Erwärme das Gebiß, bevor du es deinem Pferd anziehst, sonst verletzt du leicht Lippen, Zunge und Zähne.
Besonders empfindlich ist der Hund. Gib deinem Hofhund eine dichte, nicht zu kleine Hütte an geschützter Stelle mit reichlich Stroh. Hänge eine Decke oder einen Sack vor den Eingang, damit der Hund vor Wind und Schnee geschützt ist. Laß deinen Hund am Tage für einige Stunden los, damit er Nch frei bewegen kann. Füttere das Tier jetzt reichlicher als im Sommer und sorge dafür, daß das Futter und Trinkwasser immer durchgewärmt gereicht wird und reinlich ist.
Und wenn jetzt die ersten Frosttage kommen ober der Boden mit Schnee bedeckt ist, dann denkt an die Not unserer gefiederten Freunde. Gebt ihnen täglich etwas von eurem Ueberfluß: getrocknetes Weißbrot (kein Schwarzbrot), Hafer, Hanfsamen, Sonnen- Wum^n^n''. Nußkerne, Talnttückch"n. o-salr-nen Speck, Mohnsamen und dergleichen. Aber sorgt dafür, daß der Futterplatz vor Katzen und Raubzeug geschützt ist. Achtet auch strena darauf, daß die Futterstelle vor ungünstigen Witterungseinflüssen gesichert ist. Schirmt sie daher mit Stroh und Reisig gut ab.
Solange einigermaßen milde Witterung herrscht, finden die kerbtieroertilgenben Vögel, die bei uns überwintern, überall Nahrung. Sie holen (Eier, Vuppen, Larven aus ben Ritzen und Fugen der Baumrinben heraus. Wenn aber Glatteis eintritt "n^ Raubr-'is hi» B^"mA vnh .^weio» über’iAM, versiegt auch bie Nahrungsquelle. Eine Meise kann nur 18 Stunben hungern, bann geht sie
zugrunde. Deshalb darf bie Fütterung nicht erst einsetzen, wenn Schnee fällt, fonbern sie beginnt bereits jetzt. Als Futtermittel kommen Hanfsamen unb in geringerer Menge auch Sonnenblumenkerne in Frage.
Körnerfresser unter unseren gefieberten Freunben sollen nur beschränkt gefüttert werben (bei beson- bers strenger Kälte), weil sie auch im Winter meist aenüaenb Nahruna finden und untere wertvollen Kerbtiervertilger häufig vom Futterplatz verdrängen. Besonderes Augenmerk ist auf den Sperling zu richten, der durch feine massenhafte Vermehrung die Getreide-, Wein- und Obsternte alljährlich in empfindlichem Maße schädigt. Wir dürfen deshalb ben Hanfsamen nicht offen ausstreuen, fonbern müssen ein Futtergerät verwenben, bas nicht nur wetterfest, fonbern auch möglich fpatzensicher ist.
Beim Ankauf eines Futtergerätes achte man sorgfältig auf bie Wettersicherheit. Diese wirb nur erreicht, wenn das Dach an allen vier Seiten ben Futtertisch soweit überragt, baß ber vorn Sturrn- roinb getriebene Regen unb Schnee nicht an bas Futter gelangen kann. Die Vögel müssen also von unten her einfliegen. Man kann sich auch Futtergeräte in einfacher Weise selbst anfertigen. Den nützlichen Meisen ist leicht zu helfen, ba sie sehr geschickt verstehen, an bas Futter zu gelangen. Eine flache Blechdose ober Schachtel, ein Holzrahmen wirb mit Fettfutter gefüllt, bas man sich leicht Herstellen kann, inbem man Rinbertalg heiß macht und mit Sämereien (Sonnenblumen, Hanf, Mohn, Holunder, Hafer, Ameisenpuppen) mischt, so baß diese zusammengehalten werden. Aus 500 Gramm butter verwende man mindestens 60 Gramm Talg. Wenn man bas Fettfutter in eine Dose oder Schachtel füllt, muß vorher ein kleiner Holzstab so be- fnftint nrrh-m, bnm’t nrnn hi» ^„"»»-schachtel nachher umgekehrt aufgehängt wird, die Vögel einen Anflug hab"n und von unten an bie Sämereien gelangen können. Um bie Vögel an bie Fütterungsgeräte zu gewöhnen, hänge man ein mit Fettfutter gefülltes Futterholz zum Anlocken daruntek.
NSDAP, hier im Saalbau Engel eine Tonfilm- Vorführung, bie stark besucht war unb reichen Beifall fanb.
< Fellingshausen, 13. Nov. Die am vergangenen Sonntag durchgeführte Eintopf - sammlung ergab hier 33,— RM. gegenüber 37,— RM. im Vormonat. — Zum Stellvertreter des Gemeinberechners würbe Wilhelm G e r- l a ch bestellt.
T Waldgirmes, 13. Nov. Zu ben vielen Neubauten im letzten Jahre find in biefen Wochen noch zwei Häuser in Angriff genommen worben: das Haus für bie Kleinkinderfchule mit anschließenbem Heim für bie Hitler-Jugenb, sowie das Vereinshaus der Evangelischen Genossenschaft. Beide Bauten will man noch in diesem Winter gebrauchsfähig machen. — Bei ber hier abaehalte- nen Treibjagd in einem Teil unserer Gemar
kung würben 48 Hasen, 4 Füchse unb 1 Schnepfe zur Strecke gebracht.
T Naunheim, 13. Okt. Hier wurde bie Schule wegen Scharlach geschlossen.
oo Mudersbach, 12. Nov. Der Gesangverein „Harmonie" beschloß in seiner Generalversammlung, sein 25jähriges Stiftungsfest am zweiten unb brüten Pfingstfeiertag 1936 zu feiern. Der Verein erfreut sich eines regen Gesangstunben- besuchs unter Leitung seines bewährten Dirigenten, Musiklehrer Fritz Leib- Gießen.
Rundfunkvrogramm.
Freilag, 15. November.
6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In ber Pause, 7: Nachrichten. 8.15: Gymnastik. 9.15: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. Im
Banne der Rotationsmaschine. Funkbericht vom Entstehen einer Zeitung. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche unb Haus. 11.20: Nachrichten. 11.45: Sozialbienst. 12 bis 13.50: Jahrestag ber Reichskulturkammer. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei unb brei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Im Funkspiegel: Schicksale ber Zeit. Bauernköpfe aus Hessen, Baben unb ber Eifel. 16: Konzert. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Was ist Rasse? Gespräch mit bem Leiter bes rassenpolitischen Amtes bes Gaues Hessen-Nassau ber NSDAP., Dr. Kranz. 19: Wie's einmal war .., 19.50: Der Tagesspiegel bes Reichssenbers Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunbe ber Nation. Engel Hiltensperger. Ein Hörspiel aus bem Bauernkrieg. 21.30: Unterhaltungskonzert. Paul Linke 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus bem Senbebezirk. 22.20: Das Runbfunt- schrifttum. 22.30: „Englanb unb ber olympische Gebaute". 23: Wir bitten zum Tanz. 24 dis 2: Nachtkonzert.
Aus aller Wett.
Der Funk lm Dienst der Polizei.
Der Funkfachausschuß ber internationalen kriminalpolizeilichen Kommission entschloß sich, bie polizeilichen Erfahrungen mit bem sogenannten H e l l - schreider-Gerät in Deutschlanb bem internationalen Polizeifunk bienstbar zu machen und verabredete praktische Versuche zwischen Berlin, Wien, Bukarest und Paris. Zum polizeilichen Aufgabengebiet gehört auch die Ausschaltung von Schwarzsendern. Der Erfahrungsaustausch über das „Anpeilen" dieser Störenfriede im Aether brachte wertvolle Anregungen. Auf bem Templiner See wurden Boote der Wasserschutzpolizei mit drahtloser Telephonieeinrich- t u n g besichtigt. Die ausländischen Polizeifachleute äußerten ihre Bewunderung über die vorbildlichen technischen Anlagen der deutschen Polizei.
12 000 Fuder Palenwein verkauft.
Wie sich auf Grund einer Umfrage in den Pro- duktionsgebieten des südweftdeutschen Weinbaues ergibt, wurden für die Weinwerbewoche 1 9 3 5 in den Winzerdörfern am Rhein unb an ber Mcü?l, an ber Nahe unb Ahr, an ber Saar, in Rh^.chessen unb in ber Pfalz r u n b 12 0 0 0 Fuder Patenwein aufgetauft. Diese bedeutende Menge kann als zusätzlicher Absatz für bie 1934er Ernte gewertet werden. Sie entspricht einer Zahl von rund 15 Millionen Flaschen Wein. Nach den Meldungen des Weinhandels, die bei den Landesbauernschaften im Verbrauchergebiet eingingen, ist an diesem Umsatz das Rheinland mit 3500 Fudern, Westfalen mit 1500 Fudern unb Kurmark einschließlich Groß-Berlin mit 800 Fubern beteiligt. Das zahlenmäßige unb finanzielle Ergebnis bebeutet für ben Weinbau in ben westlichen Grenzgebieten eine Erleichterung, bie kurz vor ber Weinlese bes 1935er Jahrganges befonbers beutlich fühlbar würbe. Auf ber anderen Seite ist auch im regulären Weinhandel eine sichtliche Belebung eingetreten.
Hm die Schachweltmeisterschaft.
Im Schachwettkampf um bie Weltmeisterschaft zwischen A l j e ch i n unb Euwe würbe in Amsterdam bie 18. Partie gespielt. Euwe hatte die weißen Steine. Die Eröffnung war unregelmäßig. Der erste Teil der Partie gestaltete sich recht interessant. Dann trat aber plötzlich eine vereinfachende Wendung ein. Es kam zum Abtausch der Damen unb ber leichten Figuren, und bie Stellung bot auf keiner Seite irgenbwelche Chancen. Man einigte sich baher schon nach dem 17. Zuge auf ein remis. Es war bie kürzeste Partie des Wettkampfes. Der Stand bes Wettkampfes ist: Aljechin 6, Euwe 5, remis 7. Die nächste Partie wird in Zeist gespielt. Acht Kinder eines amerikanischen Farmerehepaares verbrannt.
Bei Alexis in Nordkarolina (USA.) brannte ein zweistöckiges Farmerhaus nieder. Alle acht Kinder des Farmerehepaares kamen in ben Flammen um. Die Kinder standen im Alter von einigen Monaten bis 22 Jahren. Der Vater hatte vergeblich versucht, bie Kinder zu retten. Er hat sich dabei schwere Brandwunden zugezogen. Die Frau des Farmers blieb unverletzt. Die Leichen der Kinder wurden später unter den Trümmern hervorgezogen. Sie waren völlig unkenntlich.
Strengt Ihr Beruf Sie an ?
.. auf Kaffee Hag umstellenl
Kriminaloberinspektor Reußing kam in dieser Nacht nicht nach Hause. Er war auf den Namen Basilius gestoßen, kaum baß er ben Polizeibericht aufgeschlagen hatte. Jean Jolly hatte ihn also doch belogen. Basilius war in ber Stadt! Weshalb leugnete Jolly bas?
Er starrte auf bas weiße beschriebene Papier. Der Name Basilius würbe immer größer; er füllte schon ben ganzen Bogen. Durch bie Zähne sprach Reußing nachbenklich, unb er wußte gar nicht, baß ber Gebaute in Worte sprang: „Wenn bieser Mord nicht trotz allem dein Werk ist, Basilius, will ich ein Stümper heißen!"
Dann nahm er bas Telephon unb rief ben Er- kennungsbienst an.
6. Kapitel.
Man wußte nicht recht, weshalb es geschah, aber es fand ein 24ftünbiger Proteststreik ber Bauarbeiter statt. Basilius unb seinen Komplicen im Neubau an ber Hertzstraße war bas nicht unangenehm. Sie brauchten sich auf biese Art nicht befonbers vorzusehen, wenn sie ihren Schlupfwinkel aufsuchten ober verließen. Sie waren alle in bas kaum fertige Haus gelangt, ohne baß irgendein Mansch sie beobachtet hätte. Das war immerhin nicht ganz einfach, denn heute waren sie vier Personen.
„Generalversammlung", witzelte Jolly. Er war wieder beim Friseur gewesen und hatte nachfärben lassen. Sein Haar glänzte rabenschwarz.
Jabusch, noch immer voll artistischer Gelenkigkeit, schwang sich auf das Fensterbrett und nahm dort Platz wie ein Türke, die Beine untergeschlagen. Basilius warf ihm einen mißbilligenden Blick zu, sagte aber nichts.
An der Tür stand Robert Nydegger. Er dachte nicht an eine Flucht, an ein Davonlaufen. Diesen Männern entging man nicht. Er stand nur zufällig bei ber Tür. . „ ,
Basilius hatte ein ßanbparhe vor. Er lies vom Fenster zur Tür. von Jabusch zu Nybegger unb wieder zurück. Er war schlechter Laune. Solch ein Anfang gefiel ihm nicht. Ein Toter, ehe es recht losgegangen war! _ „ ri ,
Grollend blieb er vor Jolly stehen. „Du weißt, daß ber Sekretär tot ist?"
Natürlich. Cs ist bester so."
"Das bezweifle ich. Ein Denkzettel hatte genügt. Aber bu mußt gleich zuschlagen wie ein Hammer
schmied. Nun interessiert sich bie Polizei für ben Fall, unb wenn sie auch nichts herausbekommt, ist sie boch aufmerksam gemacht."
Jolly ärgerte sich. Er hatte auftragsgemäß gehan- belt, unb jetzt wollte Basilius ihn für mögliche Unannehmlichkeiten verantwortlich machen? „Basil", sagte er gebehnt, „ich büchte, wir wären uns ganz klar gewesen. Es war alles besprochen."
„Kein Morb!"
„Dein Gedächtnis weist Lücken auf. Du wirst wirklich vergeßlich. Du hast wörtlich zu mir gesagt: erledige ben Mann so, baß er ben Munb nicht wieher aufmacht. Jabusch, ich rufe bich zum Zeugen auf: was verstehst bu unter solcher Aufforderung?"
Jabusch hatte keine Lust, ben Prellbock zu machen. Er wich aus. „Es ist vor allen Dingen nicht sehr geschickt, biefen Streit vor unserem jungen Freund Nybegger aufzuführen."
„Du hast recht", sagte Basilius rasch. „Schweig still, Jolly, reben änbert nun sowieso nichts mehr an ben Tatsachen."
Er warf Nybegger einen schnellen Blick zu. „Setz bich boch, bu bist hier nicht fremd ober zu Gast. Du gehörst bazu." Sein Lächeln war burchsichtig, er unterstrich bie Worte.
Nybegger spürte ein inneres Zurückweichen, aber er rührte sich nicht von ber Stelle. Was verhanbel- ten biese entsetzlichen Menschen, war nicht sogar von einem Morb bie Rebe? Unb er gehörte bazu!
Er zog ben Schemel heran und ließ sich entmutigt darauf nieder. Matt unb elend fühlte er sich. Zerbrochen war er. Nicht mehr er selbst saß hier, sein Schemen nur, bem Basilius wiberstandslos ausgeliefert unb unterworfen.
Basilius blieb vor ihm stehen. Als Nybegger nicht aufsah, tippte er ihm auf bie Schulter. „Höre zu", begann er, „ich habe etwas für bich zu tun. Du hast dir wohl schon gedacht, daß ich dich nicht habe Herkommen lassen, um dich einmal wiederzusehen." Sein Lachen klang blechern. Es war aufreizend.
Der Student spürte die Anwandlung, bem Peiniger an bie Kehle zu springen. Ader natürlich tat er es nicht Er war sich klar, baß solche Unüberlegtheit seine Lage nicht gebessert haben würde.
Hart und abrupt stieß er hervor: „Für eine Schuftigkeit bin ich nicht zu haben!"
Weshalb lachten die Kerle, was war hier komisch? Er ballte schmerzhaft die Fäuste, bie Nägel bran-
gen in bas Hanbinnere, aber er zwang sich damit zur Beherrschung.
Basilius beruhigte scheinbar mühsam seine Heiterkeit. „Das dachte ich mir", sagte er. „Du willst am liebsten überhaupt nichts mehr mit uns zu tun haben, nicht wahr?"
„Natürlich nicht", rief Nydegger. „Es ist niederträchtig, daß ihr euch immer wieder meldet. Aber das sage ich dir, Basilius, an bem Tage, wo meine Dummheit verjährt ist —", er brach ab, aber seine Augen rebeten eine deutliche Sprache.
Basilius war ganz Liebenswürbigkeit. „Was geschieht an bem Tage? Muß ich mich bann vorsehen, Robert Nydegger? Soll ich dich besser am Vortage noch einsperren lassen?"
Jolly lachte hell auf. „So ein Kamel, droht ber Kerl uns hier!"
„Ich brohe nicht, ich warne! Mit Drohungen arbeitet ihr!"
Basilius war roieber bei bem Erregten. Er klopfte ihm freundschaftlich unb stärker jetzt bie Schulter. „Warum regen wir uns auf?" meinte er. „Die Gefälligkeit — nicht wahr, bas ist ein hübsches Wort? — bie ich von dir erwarte, wirst bu mir, also uns, erweisen können. Ja, ich glaube sicher, sie wirb bir Spaß machen. Es ist nichts Ehrenrühriges dabei. Das würde ich dir nicht zumuten. Lache nicht, Jolly! Es ist fast ein Spiel, eine angenehme Unterhaltung ..."
„Was ist es, sprich es schon aus!"
„Wie er darauf brennt, uns gefällig fein zu können. Sag es ihm endlich, Basil!" Jolly spöttelte unb markierte ben Eifrigen.
Doch Basilius winkte mit ben Augen ab. „Du mußt eine junge Dame kennenlernen, Nybegger. Ich barf sagen: eine sehr hübsche junge Dame. Es ist also kein Opfer, was wir von dir verlangen."
Nydegger sah auf. „Unb was soll diese Dame mir verraten, welches Geheimnis soll ich ihr entlocken?"
„Das sind ja Kriminalromane, Nydegger. Du sollst sie kennenlernen, weiter gar nichts."
„Aber bas hat doch einen tieferen Sinn! Ich muß alles wissen, wenn ich etwas unternehmen soll."
(Fortsetzung folgt!)


