Einzelbild herunterladen

Oer letzte Kameradschastsabend im Gleiberglager

Das vom Bund nationalsozialistischer Deutscher Juristen veranstaltete oierzehntägige Schulungslager der Jungjuristen auf Burg Gleiberg bei Gießen fand einen frohen Abschluß durch einen Kamerad« schaitsabend. Dieser Versuch nationalsozialistischer Gemeinschaftsgestaltung, der bewußt von der Form eines Korporationskommerses abrückte, ist vollkom­men gelungen. Das große, holzgetäfelte Burgzimmer war würdig ausgeschmückt. Die Fahne des Reiches zierte die Wand hinter dem Tisch, an dem der La­gerleiter, der Rektor der Universität Gießen und an­dere Ehrengäste Platz genommen hatten. Tannen- arün an Wänden und Säulen gab die erd- und heimatverbundene Note. Ein kunstverständiger Kamerad hatte in großen Lettern die Worte ausge­schrieben, die der Reichsjuristenführer uns bei der Lagereinweihung gesagt hatte und die das Ziel un­serer Logerarbeit waren:Denkt immer hoch, stark und frei, und laßt euer Ich einklingen in die Gemeinschaft des Volkes." Frohe Gemeinschaft, herz­liche Kameradschaft wurden an diesem letzten Lager­abend praktisch vorgelebt. Begeisterte Lieder der Kampfzeit, ernste Lesung aus nationalsozialistischem Gedankengut und anfeuernde Ansprachen des Lager­leiters und des Rektors der Universität wechselten einander ab. Wird es wohl einer vergessen, als geheimnisvoll die Kerzen auf den Tischen aufflamm­ten, und dann das schwermütig sehnsuchtsvolle Lied ertönte:Im Feldquartier auf hartem Stein?"

Der Kameradschaftsabend gab ein einheitliches Bild echter Vaterlandsliebe und nationalsozialistischer Kampfesfreude. Und welch ein Jubel, als im ge­mütlichen Teil Rektor und Professoren der Univer­sität, der Direktor des Arbeitsamtes und die ande­ren Gäste unsere Drillichjacken anzogen und als neue Rekruten in unseren Kreis ausgenommen wurden. Mit Hallo wurde eine bayrische Truppen­parade und abessinische Krieger mit Schlachtengeheul und Kriegsgesang begrüßt. Und merkwürdig, das Bier mundete bei dieser Begeisterung immer besser. Was Wunder, daß einige HeldengestaUen später ein wenig schwankten, daß der kriegerische Mut immer mehr stieg und in einem fröhlichen Kampf zwischen den zwei Stuben ein Ende fand, aus dem der eine als Sieger hervorging, der den anderen im Schlaf­saal den meisten Schabernack gespielt hatte. End­lich stelUe der Lagerleiter Friede und Ruhe wieder her, und die mutigen Helden ruhten auf ihren wohl­verdienten Lorbeeren aus; denn wenigstens eine Kriegstat hatte jeder aufzuweisen.

Froh und kameradschaftlich war der Lagerab­schluß, er war der Höhepunkt einer erfolgreichen Schulungsarbeit und lebensvollen Gemeinschaft.

Gäuq'ingsschutz im Winker.

Die Reichsarbeitsgemeinschaft für Mutter und Kind sagt in einemWinter-Merkblatt zum Schutze des Säuglings" u. a.:

Der Säugling ist im Winter ganz besonders ge­fährdet durch ansteckende Krankheiten der Luftwege, die vielfach als Erkältungskrankheiten bezeichnet werden. Es sterben mehr Kinder im Winter an Lungenentzündung, als im Sommer an Brechdurch­fall.

Mache dein Kind deshalb widerstandsfähig durch richtige Ernährung, gesunde Kleidung, viel Bewe­gung in frischer Lust. Schütze es vor Ansteckung. Vermeide die Berührung des Kindes durch Men­schen, welche Husten oder Schnupfen haben. Gib noch reichlicher als im Sommer Gemüse und Obst und überfüttere es nicht mit Milch und Brei. Ziehe dein Kind nie so warm an, daß es zum Schwitzen kommt.

Bringe den Säugling auch im Winter möglichst viel ins Freie. Abhärtung ist der beste Schutz! Be­nutze dazu die Mittagsstunden und nutze vor allem di" Sonne zu jeber Tageszeit aus. Vor scharfem Wind ist das Kind zu schützen. Sorge zu Hause durch häufiges Oelfnen der Fenster für frische Luft (bei Durchzug hänge eine saubere Windel über Körb­chen oder Wagens. Stelle dein Kind auf keinen Fall neben den heißen Herd, besser ins kühle Schlaf­zimmer. Niemals darfst du ein und dasselbe Ta­schentuch für dich und dein Kind benutzen, denn auch hierdurch können Krankheitskeime übertragen wenden.

Stelle dein Kind auch im Winter regelmäßig dem Hausarzt oder in der Mütterberatungsstelle vor, damit es ständig unter ärztlicher Aufsicht ist.

Gießener Dochenmarktpreise

* Gießen, 14. Nov. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, inländische, ungezeichnete frische 10 bis 11, jugoslawische Klasse C 10%, bul­garische Kühlhauseier, Klasse B 11, Wirsing, das Pfund 6 bis 10, der Zentner 7 bis 8 Mk., Weiß­kraut, das Pfund 4 bis 8 Pf., der Zentner 4 bis 5 Mk., Rotkraut, das Pfund 8 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 10 Mk., Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Unterkohlrabi 5 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosen­kohl 20 bis 35, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., To- maten 25 bis 35 Pf., Zwiebeln 7, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mk., Aepfel, das Pfund 12 bis 30 Pf., der Zentner 12 bis 25 Mk., Birnen, das Pfund 10 bis 25 Pf., Nüsse 50 bis 60, Zwetschenhonig 40, junae Hähne 80 Pf. bis 1 Mk., Suppenhühner 70 bis 80 Pf., Gänse 80 bis 90, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Endivien 8 bis 12, Ober­kohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 5 bis 25, Radieschen, das Bund 10 Pf.

** Silberne Hochzeit. Am morgigen Frei­tag, 15. November, können der Filialleiter Franz Szczepaniak und Frau Karoline, geb. Pu- kallus, Bückingstraße 3 wohnhaft, dos Fest der silbernen Hochzeit feiern. Das Jubelpaar ist auch bereits seit 25 Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers.

** Geschäfts-Jubiläum. Am morgigen Freitag kann der Gründer und Inhaber der Firma ^Bielefelder Herrenwäsche, Friedrich Levermann", Seltersweg 71, Herr Friedrich Levermann, auf das 25jähnge Bestehen feines Geschäfts zurück­blicken. Herr Leoermann hat seine Firma aus (lei­nen Anfängen heraus zu der heutigen geachteten Stellung in unserem heimischen Wirtschaftsleben entwickelt. Heber seine geschäftliche Tätigkeit hinaus ist Herr Levermann, der sich überall bester Wert­schätzung erfreut, vor allem auch in den Kreisen des Nndersoortes bekannt, dem er in un"iaennützi- ger Weise seit nahezu zwei Jahrzehnten dient.-

** Der Reichsluftschutzbund, Orts­gruppe Gießen, teilt mit, daß der Reichsmini­ster der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luft­waffe, General der Flieger Hermann Göring am 14. November anläßlich einer großen öffent­lichen Kundgebung der Landesgrupve Groß-Berlin des Reichsluftschutzbundes, bei der 18 000 Luftschutz-

Amtsträger verpflichtet werden, sprechen wird. Diese Ansprache des Herrn Reichsministers der Luft­fahrt wird von dem Deutschlandsender am heutigen Tage a b 22.15 Uhr von Wachsplatten übertragen. Die Ortsgruppe Gießen des RLB. empfiehlt allen Amtsträbern, Mitgliedern des und Volksge­nossen, sich diese Sendung anzuhören.

** Lieferungsvergebung. In unserem heutigen Anzeigenteil wird die Lieferung der Küchen­bedürfnisse des III. Bataillons Jnf.-Regts. 36 zur Verdingung ausgeschrieben. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen.

** Launen der N a t irr. In den letzten Ta­gen wurden uns verschiedentlich reife Erdbeeren gebracht, die eine Laune der Natur noch zu un­gewöhnlicher Jahreszeit hervorgebracht hatte. Ge­stern wurde uns nun gar eine Erdbeerpflanze Über­sandt, die nicht nur Früchte, sondern gleichzeitig auch Blüten trug.

(Schöffengericht Effetzen.

Der R. P. L. V. aus Fauerbach wurde wegen zwei Fällen der Unterschlagung und eines Falles in Tateinheit mit einem Vergehen der Untreue zu einer Gesamtgefängnis strafe von 1 Monat und 15 Tagen, sowie 50 Mark Geldstrafe verurtellt Der Angeklagte, der bereits vorbestraft ist, war bei der Ortskrankenkasse in Friedberg tätig. In dieser Eigenschaft besorgte er Bekannten aus Fauerbach öfters ihr Krankengeld. Im September und November 1934 nahm er wie­derholt Krankengelder, die ihm von der Ortskran­kenkasse Friedberg ausgehändigt wurden, mit nach Fauerbach. Statt den Berechtigten die Gelder so­fort zuzustellen, lieferte er zunächst einen Teil ab und erst einige Wochen später den Rest. Außerdem ließ er einen Betrag von 12,50 Mark, den er aus dem Verkauf von Arztscheingebühren erlöste, in sei-

Nickelsmarkt in Allendorf a i>. Lda.

I Allendorf a. d Lda., 13. Nov. Der heute hier abgehaltene, weit über die Grenzen Hessens bekannte Nickelsmarkt hat auch diesmal wie­der seine alte Anziehungskraft nicht allein auf die hiesigen, sondern auch auf die Bewohner der nähe­ren und weiteren Umgebung Allendorfs ausgeübt. Im ganzen waren 154 Verkaufsstände aufgebaut worden, eine Zahl, die noch nie erreicht worden war. Wie in den Vorjahren, so hatte sich auch dies­mal wieder unsere ältere Schuljugend am Bahnhof mit Handwagen $u den Frühzügen eingefunden, um die Waren der Händler abzuholen und ihren Markt­groschen zu verdienen. Don 9 Uhr ab, mit Eintref­fen der Postautobusse aus Richtung Wieseck, Beuern, Dreihausen, Sichertshausen und Hachborn, trafen die auswärtigen Marktbesucher ein, und von nun ab entwickelte sich ein Verkehr, der bis gegen Mit­tag derartig angeschwollen war, daß die Straßen, wie hauptsächlich Marktstrahe, Adolf-Hitler-Straße, Treiser und Londorfer Straße, nur unter größter Anstrengung zu passieren waren. Der Geschäftsgang auf dem Krämermarkt war durchaus zuftie- denstellend. Besonders Anziehungskraft übte auch das Karussell, Schießbude, Zirkus und Kasperle- Theater hauptsächlich auf unsere Jugend aus. Der oon 16 Uhr einsetzende Tanz in den Wirtschaften Bergen und Ranft war sehr stark besucht.

Der Viehmarkt wies folgenden Bestand auf: Es waren aufgetrieben: 7 Stück Großvieh (Rinder und Kühe), 5 Pferde, 331 Ferkel und 15 Läufer- schweine, 70 Schafs. Die Preise für Rinder be­wegten sich Zwischen 180 bis 225 Mark, für träch- ttgc Kühe zwischen 245 bis 270 Mark. Ferkel koste­ten 18 bis 25 Mark, Läuferschweine 26 bis 34 Mark pro Stück. Die Vreise für Mutterschafe stellten sich auf 35 bis 39 Mark, für Mutterlämmer auf 22 bis 25 Mark, je nach Qualität pro Stück. Der Handel ging flott. Es wurde fast ausoerfauft. Nur.bei den Pferden verblieb Ueberftanb.

Günstiger Abschluß der Spar- und Leihkaste C^oftetvBufccf.

wg Große n-B u f e cf, 14. Nov. Unsere Spar- und Leibkasse hat seit der Machtübernahme durch den Führer einen beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung zu verzeichnen. Die Kasse hatte allein im Jahre 1934 gegenüber dem Jahre 1933 einen Mehrumsatz von rund 1 Million Mark. Dieser Um­satz erhöhte sich im Jahre 1935, gegenüber dem Jahre 1934, wiederum um etroa IV2 Millionen Mark, so daß sich der diesjährige Umsatz auf etwa 6V2 Millionen Mark belaufen wird. Der nationale Spartag brachte jeweils einen guten Erfolg und ließ erkennen, daß sich die Bevölkerung von Großen- Buseck ihrer nationalen Pflichten bewußt ist. Wäh­rend der nationale Spartag 1934 rund 5000 Mark Spareinlagen brachte, wurden zum Spartag 1935 rund 12 000 Mark zur Sparkasse getragen. Auch der neueingeführte Kleinsparverkehr erfreut sich einer großen Beliebtheit. In Anbetracht des gesteigerten Geschäftsverkehrs muß die Kasse mit Wirkung vom 1. Januar 1936 zur Maschinenbuchhaltung über» aehen. An Stelle des bisherigen Vorsitzenden des Aufsichtsrates Pa. O r t w e i n, der durch anderwei­tige Pflichten sehr belastet ist, wurde das Mitglied Karl B 0 n a r i u s zum Aufsichtsratsvorsitzenden berufen.

Brand in einem Sägewerk bei Laubach

> Laubach, 14. Nov. (Eigener Drahtbericht.) Heute gegen 5 Uhr brannte die Maschinen­halle des an der Bahnstation Laubacher Wald gelegenen Sägewerkes der Firma Gebr. Schmidt vollständig nieder. Mit der etroa 20 Meter fangen Halle fielen auch die Maschi - n e n und bie Holzvorräte in der Halle dem Brand zum Opfer. Die rasch herbeigeeilte Lau- bacher Feuerwehr brauchte bei der Brandbekämp­fung nicht mehr einzugreifen und stellte ^um Schutze der anliegenden Lagerschuppen für einige Stunden eine Brandwache, lieber die Entstehung des Feuers ist bisher noch nichts befamü geworden.

Reicher Fischfang

in einem Doaelsbera-Teich.

* Aus dem Vogelsberg, 13. Nov. Bei dem Ausfischen des großen Teiches bei Ober- Moos (Kreis Lauterbach) im Vogelsberg wurden etwa 70 Zentner Fische gefangen. Davon werden etwa 50 Zentner verkauft, der Rest, aus kleineren Fischen bestehend, ist zur Weiterzucht in bas Wasser wieder eingesetzt worden. Aehnlich um­fangreich war die Ausbeute an Fischen vor einigen Tagen beim Ausfischen des Teiches von Nieder- Moos.

Canöfiri» Gießen

= Wieseck, 14. Nov. Der hiesige Obst- und Gartenbauvereine nahm mit feiner gestri­gen Abendversammlung in der Roten Schule feine

ner Schublade liegen, vermischte diesen Betrag mit seinem eigenen Geld und schloß dieses Geld in sei­nem eigenen Spind im Keller der Krankenkasse ein. In dieser Beziehung konnte ihm jedoch keine straf­bare Handlung nadjgeroiefen werden. Es erfolgte daher bezüglich dieses Falles Freisprechung.

Wegen Urkundenfälschung in Tateinheit mit Be­trug wurde der E. K. aus Hannover-Linden zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte füllte drei Antragsformulare auf Alters- jürsorgeoersicherung bei der Katholischen Volkshilfe in Mainz ohne Wissen und Willen der angeblichen Antragsteller aus, unterschrieb mit deren Namen und schickte die so gefälschten Anträge an die Zen­trale ein. Der Angeklagte wußte sich damit die Provision zu verschaffen.

Der H. M. aus Grünberg wurde wegen fort­gesetzten Betrugs und einer fortgesetzten Unterschla­gung zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt, unter Anrechnung oon 2 Monaten 4 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft. Der Angeklagte ver, einnahmte durch Vorspiegelung falscher Tatsachen in 8 Fällen Gelder für einen gemeinnützigen Zweck, ohne diese an die berechtigte Stelle abzuliefern.

Unter Ausschluß der Öffentlichkeit befaßte sich das Gericht mit dem A. F. und dem F. I., beide aus Vilbel, wegen widernatürlicher Unzucht. Wäh­rend F. zu 3 Monaten Gefängnis verurteil! wurde, sah man bezüglich I. von einer Strafe ab.

Wegen Wilderei wurde der R. S. aus Stockheim zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt, unter Anrechnung oon 6 Wochen erlittener Untersuchungs­haft. Die Stockflinte nebst Putzstock und Patronen wurden eingezogen. Der Angeklagte schoß im August während der gesetzlichen Schonzeit 2 Hasen, ohne zum Jagen berechtigt zu fein. Im September er­legte er außerdem in der Schonzeit und unter Ver­letzung fremden Jagdrechts in nicht weidmännischer Weise ein Reh.

diesjährige Winterschulungsarbeit wieder auf. Eine stattliche Zahl Vereinsmitglieder und Freunde des Obst- und Gartenbaues hatten sich ein­gefunden. Nach der Begrüßung gab der Vorsitzende Bepp 1 er geschäftliche Mitteilungen bekannt. Vor allem wies er aus die Zielsetzung des heimischen Obst­baues hin, das deutsche Volk mit deutschem Obst Zu versorgen, und forderte die Grundbesitzer auf, durch Neuanlagen von Baumpflanzungen auf jungfräulichen Böden dieser Forderung gerecht zu werden. Nach den gemachten Anmeldungen kämen bis jetzt schon mehrere hundert Anpflanzungen in Betracht. Mit Rücksicht auf den starken Rückgang des Bestandes an Zwetschenbäumen sollte man diese Obstart bevorzugt anpflanzen, zumal gerade bei bie? fern Steinobst auf Jahrzehnte hinaus mit einer gu­ten Wirtschaftlichkeit zu rechnen sei. Die Gemeinde­verwaltung läßt in Würdigung dieser Verhältnisse gegenwärtig eine große Zwetschenanlage ausführen und wird auch etwa 15 Walnußbäume anpflanzen lassen. Weiterhin wurde noch der gemeinsame Be­zug von Torfmull besprochen und Bestellungen von Weinstöcken, Rosen und Stachel-, Johannis- und Brombeeren entgegengenommen. Der Vorsitzende sprach dann an Hand von Lichtbildern über sachge­mäße Baumpflanzung. Nachdem noch Anfragen aus der Versammlung über Späternten im Hausgalten, Vogelschutz, Hoizschädlinge, Spargelanlagen und Düngungsmaßnahmen besprochen und beantwortet worden waren, schloß der Vereinsobmann mit dem Gedenken an den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler den ersten Schulungsabend.

wg. Großen-Bufeck, 13. Nov. Arn kommen­den Montag, 18. November, kann der älteste E i n w 0 hn e r unserer Gemeinde, der Weichen­steller i. R. Konrad Walter, in körperlicher und geistiger Frische seinen 9 0. Geburtstag feiern. Der Landwirt und Wagnermeister Konrad Schwalb und Frau Katharine, geb. Harbach, wohnhaft Weidengasse, konnten heute das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Bei der am Sonntag durch den Alice-Frauenverein hier durch­geführten Eintopfgericht - Sammlung konnten der Ortsgruppe folgende Beträge überwie­sen werden: Großen-Bufeck 102,25 Mk., Oppenrod 11,90 Mark, Burkhardsfelden 37,70 Mk., insgesamt also 151,85 Mark. Dieser Tage wurden aiif un­serem Bahnhof die für das Winterhilfswerk gespendeten Kartoffeln verladen. Aus Großen- Bufeck kamen 500 Zentner Kartoffeln zum Versand, nachdem listenmäßig 483 Zentner angefordert wa­ren. Die beiden Güterwagen, in die die Spenden verladen wurden, waren mit Tannengrün und Fähnchen geschmückt. Die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Arbeitsfront hielt im Saal bei Gastwirt Wagner V. eine Versammlung ab. Ortsgruppenwalter Schnegelsberg eröff­nete die Versammlung. Kamerad Waag (Gießen) sprach zunächst über die Beitragsleistungen und stellte dann auch die Hnterstützungsleistungen der DAF. heraus. Der Kreiswalter der DAF. Pg. Wagner sprach über Zweck und Ziel der Deut­schen Arbeitsfront. Das Horst-Weffel-Lied und ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer beschlossen die Versammlung. Die diesige Freiwillige Feuerwehr hielt am Sonntag ihre diesjährige Schlußübung ab. Anschließend sand bei Kame­rad Alfred Hahn eine Versammlung statt, bei der verschiedene interne Angelegenheiten geregelt wurden.

Z Reiskirchen, 13. Nov. Am Dienstagvor- mittag fand auf dem Anwesen des Ortsbauern- sührers Fritzel ein Schaudämpfen d e r Kartoffeldämpfkolonne des Reichsnähr­standes statt. Zu der Veranstaltung hatten sich viele Bauern von Reiskirchen eingefunden. Die Vorfüh- rungen wurden mit regem Interesse ausgenommen. Es wurde angeregt, auch in der Ortsbauernschaft Reiskirchen einen solchen Dämpfapparat anzuschaf­fen, damit sich jeder seine Kartoffeln dämpfen und in einem Silo einsäuern kann. Die zweite Ein - topffammlung überstieg die erste um 20 Mk. Es kam ein Betrag von 60 Mark zusammen. Am Dienstagabend wurde von der Deutschen Arbeitsfront in der hiesigen Kochschule im alten Schulhaus ein Koch- und Nähkursus eröffnet. 2ln dem Unterricht nehmen etroa 10 bis 15 Mäd­chen teil. Bei der Grunbstücksversteige- rung des Heinrich Becker IV. waren die An­gebote für die einzelnen Grundstück wegen der be­vorstehenden Feldbereinigung etwas gedrückt. Für den Quadratmeter wurden im Durchschnitt etroa 40 bis 45 Pfennig geboten.

O Lollar, 13. Nov. Daß das Gesangsroesen m unserem Orte auf sehr beachtlicher Höhe steht, bewies aufs Neue das Konzert des Turn- und Gesangvereins Lollar (Chorleiter Lehrer Eberle), das am vergangenen Sonntag im GasthausZum Schwanen" veranstaltet wurde. Schon die Dortragsfolge zeugte von großem Stil­gefühl und Geschmack. Die einzelnen Darbietungen

, waren durchweg vorzüglich und legten beredtes Zeugnis ab von der guten Schulung der Sänger­schar. Es kamen Männer-, Frauen- und gemilchte Chore mit und ohne Instrumentalbegleitung zu Gehör. Einen breiten Raum nahm mit Recht das Volkslied ein. Dieben dem einfachen, schlichten Volks­lied Altmeister Silchers (In der Ferne, Abschied und Liebesscherz) hörte man solche in polyphonem Sag Walter Reins und anderer (Musketier' sein luftge Brüder, Soldatenliebe u. a.), ferner mit Begleitung ein oder mehrerer Instrumente (Drei Lilien, Regi­ment sein Straßen zieht). Besonders die Soldaten­lieder, sowie die prachtvoll oorgetragenen gemischten Chöre sanden großen Beifall, so daß sich der Ver­ein mehrfach zu Zugaben entschließen mußte. Eine uraufgeführte Komposition des Chorleiters Eberle, ein Walzer für Frauenchor, wurde außeror­dentlich beifällig aufgenommen, desgleichen ein als Zugabe gelungener gemischter Chor des­selben KomponistenErinnerung". Die Scherzlieder (Lieschen, was fällt dir ein, Beim Kronenwirt, Der furchtsame Jäger) fanden eine feine humorvolle Wiedergabe. Große Anforderungen an die Sänger stellte auch der Rheinwalzer, die aber in bester Weise bewältigt wurden. Mit dem Gemein­schaftssingen brachte der Verein etwas ganz Neues. Es war interessant, zu beobachten, mit wel­cher Freude, ja Begeisterung unter der geschickten Leitung des Dirigenten die Zuhörer fangen und in ganz kurzer Zeit zwei Lieder, davon eins sogar zweistimmig, lernten. Hier ist ein neuer Weg, um das Volkslied wieder in das Volk zu bringen. Die Begleitung der Gesänge führte die Kapelle Lyncker aus, die den Abend auch mit Orchester- oorträgen ausschmückte. Die Mitglieder der Kavelle zeigten weiter in solistischen Darbietungen ihr Kön­nen, Herr H. Schmidt auf der Klarinette und Herr O. Lyncker auf dem Cello. Rückblickend muß sestgestellt werden, daß der Verein unter feinem bewährten Leiter beachtenswerte Fortschritte zu verzeichnen hat. Das Konzert kann er als einen großen Erfolg verbuchen.

5 Steinbach, 14. Nov. Die Witwe Marie Sophie Schneider, geb. Reuschling, konnte ge­stern ihren 8 7. Geburtstag feiern. Trotz ihres hohen Alters erfreut sie sich noch guter G.'sundheit und ist noch unermüdlich im Haushalte ihres Sohnes tätig.

* Grünberg, 13. November. Als Kartof­felspende für das W i n t e r h l l f s w e r k wurden am hiesigen Bahnhof 382,3 Zentner Kar­toffeln nach Frankfurt a. M. verladen. Die

Sie token, w a*n Ktotuj,---

Körting- Radio

Kartoffelspende der bäuerlichen Bevölkerung setzt sich im einzelnen wie folgt zusammen: Zelle Grün- berg 162,5 Zentner, Zelle Lauter 109L Zentner, Zelle Stockhausen 57,3 Zentner, Zelle Weickarts­hain 53 Zentner.

:: Lich, 13. Nov. Die hiesige Volksschule mußte infolge der in den letzten Tagen wiederum zu verzeichnenden zahlreichen Diphtherie­erkrankungen unter den Schulkindern erneut für kurze Zeit geschlossen werden. Die am letzten Sonntag durchgeführte Eintopfsamm­lung zeitigte in unserer Stadt wiederum ein recht beachtliches Ergebnis. Es wurden 281,50 Mk. ge­spendet gegen 270,30 Mk. im Vormonat und 261,20 Mark des gleichen Monats im Vorjahre.

I Dorf-Gill, 12. Nov Ein großer Trauer­zug bewegte sich heute zum Friedhöfe. Es galt, dem Sturmmann Robert Pfannmüller vom Reiter- sturm 5 das letzte Geleit zu geben. Im Alter von kaum 26 Jahren starb er nach kurzem, schwerem Leiden in der Klinik zu Gießen. Der gesamte Rei- terfturm 5, sowie der Sturm 11, dem er früher an­gehörte, die hiesige Feuerwehr, deren erster Kom­mandant er war, sowie SA und SAR. erwiesen ihm die letzte Ehre. Kränze wurden niedergelegt vom Standartenführer der Reiterstandarte, den bei­den Sturmführern, dem Kreisfeuerwehr-Jnspektor Bouffier (Gießen) usw. Alle rühmten in ehren­den Worten die edlen Charaktereigenschaften ihres verstorbenen Kameraden Der anschließende Trauer- gottesbienft in unterer Kirche konnte die große Trauergemeinde kaum fassen.

> Holzheim, 13. Nov. Die Ersparnisse vom Eintopfgericht am Sonntag, die oon der NS.» Frauenschaft gesammelt wurden, ergaben für das Winterhilfswerk den Betrag von 65,50 Mark. Die Kartoffelsammlung brachte in der Zelle Holzheim rund 450 Zenter ein.

4= Obbornhofen, 13. Nov. Die von den hiesigen Bauern und Landwirten gestifteten Kar­toffeln für bas Winterhilfswerk tarnen in biefen Tagen zur Verlobung. Insgesamt wurden 232 Zentner gestiftet. Gleichzeitig wurden die von der benachbarten Gemeinde Bellersheim ge­spendeten Kartoffeln verfrachtet. Unter Leitung der beiden Ortsbauernführer K u l l m a n n und Weber wurden die Bahnwagen mit Fichtenreisig und Herbstblumen geschmückt, um auch äußerlich das frohe Geben und die Verbundenheit von Stabt und Land kundzutun. Die Sendung ging nach Frank­furt a. M., wo bedürftige Volksgenossen dankbare Abnehmer sein werden.

kreis Schotten.

Laubach , 13. Nov. Am Sonntagnachmittag fand imSchützenhof" eine Versammlung des Kyffbäuserbundes statt, zu der alle Kame- radschaftsführer und Vertreter der zum Bezirk Lau­bach gehörenden Kameradschaften erschienen waren. Noch einleitenden Begrüßungsworten des Kreis- fuhrers D schert (Rainrod) sprach in längeren Ausführungen Bezirksleiter Pg. Klein iHirzen- Hain) über die seitherigen und zukünftigen Aufgaben und Arbeit des über 3.5 Millionen Mitglieder zäh­lenden Kyffhäuserbundes. Anschließend wies Be- zirksschießwart Wenzel (Nidda) aüf bie Förbe- rung des Schießsportes innerhalb der einzelnen Kameradschaften hin und verteilte eine Anzahl oon Ehrenurkunden an die Preisträger der letztjährigen Schießen. Bei der folgenden allgemeinen Aussprache wurden wertvolle Anregungen für bie Arbeit inner­halb ber Kamerabschaften gegeben. Mit breifacbem eteg^eif auf Führer unb Vaterlanb schloß Kreis- fuhrer D e ch e r t die mehrstünbige Versammlung. Die am Sonntag burchgeführte zweite Ein- topfsammlung ergab hier den Betrag oon 187,50 Mark.

Kreis Bübingen.

+ Dlibba, 13. Noo. Um bas Verstänbnis für die Aufgaben unb Ziele bes Arbeitsbienstes zu för- b<-n, DPrfncbt bna hiesige ArbeitsbienOl^n-r (, D r.-Otto-Böckel-Lage r"), zur Zeit in einer Ausstellung im Parteihaus einen Einblick in bie in ber Freizeit von ben Arbeitsbienstmän- nern gefertigten Arbeiten zu geben. U. a. verstehen cs bie Arbettskameraden in meisterhafter Weise, den