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Der junge Baron, der sich überdies durch mangel­hafte Manieren und allzu sportlich-sachliches Auf­treten wenig vorteilhaft eingeführt hat, geht ab und kommt alsbald verwandelt wieder als sein eigener Papa, mit grauen Schläfen, ein Kavalier der alten Schule. Sabine ist entzückt von ihm, verliebt sich und verlobt sich Knall und Fall mit dem Vater statt mit dem Sohn. (Es ist aber derselbe, schade, wir wissen es schon.) *

Das dicke c «be kommt natürlich nach. Papa al- f»rt zusehends. Sein Schlafbedürfnis ist erschreckend.

Das ist eine harmlose Abendunterhaltung im un­verbindlichen Plauderton» an der sogar das äußerst wohlerzogene und mit Erfahrungen gesegnete Stu­benmädchen von Zeit zu Zeit teilnehmen darf. Die Aufführung unter der Spielleitung von Herrn von S p a l l a r t war denn auch durchaus auf leichte und zwanglose Konversation gestimmt, auf diskrete Ueberraschungen, gedämpfte Späße und allerlei Ko­stümwechsel hüben und drüben. Das ganze spielte sich in einem von Herrn Löffler geschmackvoll und großzügig ausgestatteten Empfangsraum in Frau Biankas Hause ab.

Herr von S P a l l a r t hatte sich auch die Rolle des Barons zugedacht, die seinen Gaben als Bon­vivant allerlei Anregungen bietet und außerdem Ge­legenheit zu gern gesehenen Spielereien und Der- Wandlungskünsten mit Kostüm und Maske gibt: er war Vater und Sohn in einer Person und wußte sie doch gebührend auseinanderzuhalten, er war un­

Er braucht Pulver und Tabletten, er ist ein bißchen verkalkt, er hat die Gicht im Zeh und gar keine Lust, mit seiner jungen Braut, wie die gern möchte, auf den Ball zu gehen. Das gibt den ersten Krach, und Mama in ihrer Güte ist schon so weit, sich trotz ihrer Abneigung gegen graue Schläfenzu opfern", wie sie das nennt, und ihren Schwieger­sohn selber zu heiraten, ehe noch weiteres Unheil geschieht.

Paulsen als glatter, weltgewandter Graf Hohen­stein traf überraschend gut den Ton des Grand- seigneurs der damaligen Zeit. Außerdem verdient erwähnt zu werden, daß der Film eine glänzende Darstellung des Prinzregenten Luitpold brachte. Gute Musik, ausgezeichnete Photographie und eine untadelige Regie (Fritz Wendhausen) erhöhten den Wert dieses Terra-Films.

Das Programm brachte außerdem einen guten Kulturfilm und die Wochenschau. Kein verlorener Abend! N.

bekümmert, war liebenswürdig, war grob und ga­lant und zuletzt stürmisch verliebt.

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Fräulein Henckell gab die überraschend schnell geheilte Tochter Sabine, sah reizend aus und spielte frisch und natürlich, mit Humor und soviel Gefühl, wie die unwahrscheinliche Begebenheit eben ver­trägt. Aenne Markgraf spielte die noch jugend­liche Mama so gepflegt und taktvoll, wie es die etwas heikle Rolle verlangt. Aus dem Justizrat machte Herr Kühne eine hübsche Charge, während Fräulein Decker sich als die gewitzte Kammer­jungfer Therese appetitlich präsentierte.

Die Neuerscheinung wurde sehr freundlich ent­gegengenommen. nth.

Künstlerliebe."

Das Lichtspielhaus zeigt gegenwärtig einen sehr ansprechenden und unterhaltsamen Film unter dem TitelKünstlerliebe". Eine Liebesgeschichte spielte sich ab, die in ihren feinen Varianten und durch den überzeugenden Gang der Handlung zu starkem Miterleben zwingt. Eine Tänzerin der Münchener Hofoper und ein Maler lernen sich ken­nen und lieben, verhelfen einander indirekt zu Er­folgen, durch die sie allerdings getrennt werden. In Rom fällt der Maler einer Circe in die Hände und findet nur mühsam in die Heimat zurück: in München bemüht sich ein Gönner des Theaters um die Tänzerin. Zwifchenträgereien tun ein übriges; nur mit Hilfe von Zufälligkeiten, wie sie das Leben ja oft genug spielen läßt, finden sich beide wieder.

Der Film verlegt die Handlung in die Zeit um 1880 und gestaltet das Thema zu einer feinen Milieuschilderung, in der das ärmliche Maler- Atelier mit der gleichen Sorgfalt wiedergegeben ist wie die großen gesellschaftlichen Aufzüge im Mün­chener Hofopernhaus.

In der Darstellung wurden lebenswahre Gestal­ten geschaffen. So fällt,Jnge Schmit sehr an­genehm in der weiblichen Hauptrolle als Tänzerin des Hofopernballes auf. Erfreulich, daß man ihr den starken persönlichen Ausdruck und alle Einfach­heit ließ. Wolfgang Liebeneiner gibt als Ma­ler vor der Staffelei wie im Trubel des gesellschaft­lichen Lebens eine gleichermaßen liebenswerte Fi­gur. Herzlich und glaubhaft in den Szenen mit seiner Liebsten, überzeugend auch in den heftigen Auftritten zwischen ihm und der Circe. Hans Brausewetter ist sein treuer und lustiger Freund, aufgeräumt und burschikos, wie man ihn aus vielen anderen Rollen kennt. Olga Tsche­chowa als die reiche und verführerische Witwe zeigte eine fein abgewogene Leistung. Harald

Kaum ist der Alte in den Garten gehumpelt, um dort in Muße über den so ungewöhnlichen Antrag geziemend nachzudenken, erscheint zur Abwechslung wieder der junge Baron auf der Bildfläche, der sich ebenfalls, aber sehr zu seinem Vorteil, verändert hat; seine Umgangsformen haben sich erfreulich gebessert, und er ist sofort bereit, mit Sabine, die­weil der Alte sich ordentlich ausschläft, auf den Ball zu gehen. Das tun sie auch, obwohl Mama Be­denken hat, und kommen sehr spät, sehr vergnügt und sehr verliebt nach Hause.

*

Nachdem dann noch auf etwas umständliche Ma­nier das Doppelspiel aufgeklärt ist, ohne daß der Vater den Sohn und der Sohn den Vater zu er­schießen brauchte, womit jeder dem andern. zum Schrecken des ganzen Theaters schon gedroht hat, ist alles im Reinen: Sabine bekommt den Baron, den einzigen, den es in diesem Stück gibt, von grauen Schläfen ist fürder nicht mehr die Rede, und für Mama bleibt noch immer der freundliche Justizrat, der zur rechten Zeit wieder aus dem Hintergrund auftaucht.

Das geht so. Vier Personen: Frau Bianka und Tochter Sabine; Baron Milanovici und der Justiz­rat, ein Freund und Berater des Hauses. Er macht der Mama trotz seiner sechzig Jahre einen Antrag und bekommt einen Korb, denn Mama hat eine Schwäche für jüngere Semester. Der Baron, Badebekanntschaft vom vorigen Jahr, macht danach seine Aufwartung und der Tochter einen Antrag; er bekommt ebenfalls einen Korb, denn Sabine ist mehr für Männer mit grauen Schläfen, was in manchen Romanen und Stücken als interessant und jedenfalls als ein Zeichen von Erfahrung im Le­ben und besonders in der Liebe gilt.

Zeitschriften.

Das Novemberheft derK u n st k a m m e r" (Propyläen-Verlag, Berlin) bringt einen reichbebil­derten Aufsatz von Friedrich Schwerter über den Maler Adam Elsheimer. Es enthält weiter Beiträge zur sozialen Selbsteinordnung des bildenden Künst­lers (Atelier und Werkstatt"), über dasGrabmal der Zukunft" und über Freskomaleri der Gegen­wart. Weitere Bilder und Berichte zeigen Glas zur Zierde und zum Gebrauch, die Werkstatt eines Gold­schmieds, Bauten am Neckar-Kanal und die Aus­stellungWasserstraßen Wassersport".

Hochschulnacbrichten.

Der Dozent der inneren Medizin Dr. med. habil. Ferdinand Claussen von der Universität Mün­chen ist mit dem 1. November dieses Jahres in gleicher Eigenschaft, aber unter Ausdehnung feiner Lehrbefugnis auf das Gebiet der Erbbiologie und Rassenhygiene in die Medizinische Fakultät der Universität Frankfurt übergesiedelt. Er ist hier zugleich als Oberarzt am Institut für Erbbiologie und Rassenhygiene tätig.

Der Herr Reichs- und preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Ber­lin hat den Professor Dr. Kurt Go-erttler an der Universität Hamburg mit Wirkung vom 1. November dieses Jahres an die Universität Heidelberg zum ordentlichen Professor für Anatomie unter gleichzeitiger Ernennung zum Direktor des Anatomischen Instituts der Universität Heidelberg ernannt.

Das neue Institut für Rohstoff- und Waren- künde der Heidelberger Universität wurde dieser Tage eröffnet, mit dessen Leitung der Direk- tor.des Physikalisch-Chemischen Instituts Professor Dr. Fischbeck beauftragt wurde. Nicht nur die Staats- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät erfährt durch das neue Institut eine Bereicherung, sondern hier ist eine Einrichtung ins Leben gerufen worden, die über den Rahmen der Universität hin­aus weiten Kreisen die wertvollsten Anregungen vermitteln kann.

Gießener Stadttheater.

Leo Lenz:

Der Mann mit den grauen Schläfen."

Wenn in einem Lustspiel zu drei Akten vier Per­sonen auf dem Zettel stehen, zwei männlichen und zwei weiblichen Geschlechts (die Kammerjungfer Therese zählt nicht mit), dann kann es sich nach alter Vereinbarung zwischen Theater und Publikum nur darum handeln, daß diese vier übers Kreuz und wieder zurück so lange hin und her geschoben werden, bis sie paarweise zueinander passen, was normalerweise nicht unter zwei Stunden dauern und erst kurz vor dem dritten Vorhang zum Klap­pen kommen darf.

*

Das Schema dieses Lustspiels weicht vom üblichen insofern ab, als der zweite Herr nicht ernstlich mit­spielt oder jedenfalls nur sozusagen in Reserve ge­halten wird. Dafür ist der andere Herr doppelt, das heißt: er erscheint alsVater und Sohn"; nicht auf einmal natürlich, das kommt nur in der Illu­strierten vor, sondern hübsch nacheinander. Die bei­den Damen merken es erst ganz zuletzt, drolliger­weise; das Publikum merkt es schon etwas früher, denn es glaubt nicht an Hexerei und an Doppel­gänger höchstens bei Shakespeare.

Hr.267 Zweites Blatt

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Donnerstag, 14- November (935

Spendet Brot für hilfsbedürftige Familien!

Deutsche Hausfrau, das geht Dich an!

Aus der Provinzialhauptstadt.

Die alte Lampe.

Zu meinem Geburtstage haben mir meine Kin­der eine neue Schreibtischlampe geschenkt. Sie mein­ten es gewiß gut und haben schon monatelang gespart, um dieses Glanzstück zu erwerben. Nun steht sie auf dem etwas abgewetzten Schreibtisch, die neue Lampe. Von einem massiven Sockel strebt ein schlanker Hals in schwarz poliertem Holz in die Höhe, und darauf ruht wie eine Krone der Lampenschirm aus gelbem Stoff. Jeder, der ins Zimmer kommt, sagt: Das ist aber eine schöne Lampe. Und ich sage es auch.

Aber wenn ich fo ganz allein bin und in stillen Abendstunden vor meinem Schreibtisch sitze dann ist es mir doch so, als ob etwas fehlte. Die neue Lampe macht ja schön hell, fast zu hell. Ich kann den ganzen Schreibtisch bequem übersehen, aber "gend etwas ist nun doch nicht so, wie ich es wünsche. Die Lampe ist nämlich zu groß. Beim Umlegen von Plänen und Zeichnungen muß ich mich beständig zurücklehnen, auch beim Zeitungs­lesen.

Da kam mir nun an einem der letzten Abende der Gedanke: Könntest du nicht, wenn deine Kin­der im Bett liegen, wieder die alte Lampe ein­schalten? Auch meine Frau war schon zu Bett ge­gangen.

Ich ging also ins Nebenzimmer und holte die kleine Schreibtischlampe mit ihrem altmodischen FuK aus Messing und dem grünlichen Porzellan­schirm. Zuerst war dieser Schirm weiß gewesen, aber mein kleiner Junge hatte einmal eine wert­volle Vase vom Schrank geworfen. Dabei war sie auf den Lampenschirm gefallen. Der Ersatzschirm war nun grünlich und paßte auch nicht so recht.

Diese alte Lampe ich hatte sie schon als Jung­geselle stellte ich nun ganz heimlich wieder auf ihren Platz. Untz mit einem Male war mein Schreibtisch wieder in Ordnung. Es war mir bei­nahe so, als ob ich eine Reise gemacht hätte und nun wieder zu Hause säße. Vergnügt betrachtete ich die kleine Lampe und den etwas düsteren Schirm. Ganz von selbst kam ich ins Träumen, ließ Papier und Stift liegen, und längst vergangene Zeiten tauchten vor meinem Auge auf.

Wir schließen Freundschaften im Leben, wir ler­nen liebe Menschen kennen und schätzen. Aber ganz unbewußt schließen wir auch mit unserer Umwelt Freundschaft Wir haben Gegenstände um uns, an denen unser Herz hängt.

Und so ist es auch mit dieser Lampe. Das fühlte ich jetzt erst. Sie spendete mir Licht, wenn ich am Abend heimkam und noch einige Zeit in einem Buch las, sie leuchtete mir, als ich die ersten Briefe an meine liebe Freundin schrieb, die schaute mit ihrem hellen Auge in mein Tagebuch, das ich durch lange Jahre hindurch führte. Bei ihrem Scheine be­trachtete ich meine Bilder, meine Zeichnungen. Und alles gefiel mir viel besser, als am Tage in der grellen Sonne.

Ringsum im Zimmer herrschte Dämmerung, nur der Schreibtisch wurde von dem milden Licht der Lampe erhellt. Bis tief in die Nacht hinein habe ich da gesessen und geschrieben und gar manchmal die Feder hingelegt und den inneren Stimmen ge­lauscht.

Da gab es Tage, an denen der Sturm in wilder Hast und Gier an den Fensterläden rüttelte und der Regen an die Scheiben schlug. Im Ofen glühten dir Kohlen, und wohlige Wärme durchzog das Zimmer. Auf dem Schreibtisch aber lag mein Lieb­lingsbuch. Es führte mich hinaus in die deutschen Lande, es erzählte von Sommer und Sonnenschein ... Und die alte Lampe strahlte und half mir in diesen meinen schönsten Stunden ...

All das und noch viel mehr zog mir durch den Sinn, als ich nun die treue Lampe wieder an ihren alten Platz gestellt hatte. Sie war mir eine gute Freundin geworden im Laufe der Jahrzehnte.

Und sie soll es bleiben. Bei Tage soll die neue auf dem Schreibtisch prangen, soll den Leuten

Wir wissen, deutsche Hausfrau, daß durch deine Hände der größte Teil des gesamten Lin- kommens des deutschen Volkes läuft. Wir wissen, daß es in den meisten Fällen deiner Geschicklichkeit und auch deiner Sorge überlassen bleibt, mit dem Haushaltsgeld, das der Ernährer der Familie dir zur Verfügung stellen kann, den Deinen das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten, und daher wissen wir auch, daß fo mancher Groschen, der im Rahmen des WHW. an deiner Tür gesammelt wird, aus deiner Kasse kommt. Und darum wenden wir uns noch einmal besonders gerade an dich und bitten dich, es möglich zu machen, daß

am kommenden Samstag auch bei dir der Pimpf einen Laib Vrot aus-

Freude machen. Am Abend aber, wenn ich allein bin, dann werde ich wieder meine alte Lampe her­vorholen und ganz heimlich werden wir uns unter­halten. G.

Bornotizen.

Tageskalender für Donnerstag.

NSG.Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen im Lyzeum, Dammstrahe; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. Landschaftsbund Volkstum und Heimat, Ortsring Gießen: 20.15 Uhr Heimatabend in der Aula des Gymnasiums. Gloria-Palast, Seltersweg:Die Pompadour". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Künstlerliebe". Bauwirtring, Bremen: 20 Uhr im Hotel Schütz Lichtbildervortrag.

Liederabend Gustav Bley.

Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Gustav Bley, der am kommenden Sonntag den dies­jährigen Liederabend des Konzertvereins bestreiten wird, ist nicht nur auf der Bühne heimisch, sondern hat auch als Konzertsänger schon seit Jahren sehr bemerkenswerte Erfolge zu verzeichnen. Davon geben die zahlreichen Liederabende Zeugnis, die Herr Bley in München, sowie in anderen großen Städten Deutschlands und der Schweiz mit zuneh­menden Erfolg gegeben hat. Auch als Oratorien- fänger ist Herr Bley in beiden Ländern bestens bekannt, so daß unser Publikum von feinen Lei­stungen als Arien-, Lieder- und Balladensänger Außergewöhnliches erwarten darf. Die auswärtige Kritik rühmt sein mächtiges und wohllautendes Or­gan, sowie feine hohe Musikalität und Gestaltungs- fahigkeit. Wir erhoffen und wünschen dem ersten Bariton unseres Stadttheaters das rege Interesse der Gießener für feinen Liederabend! Die Beglei­tung hat Professor Dr. Temesvary übernom­men. Näheres über Eintrittspreise und Vortrags­folge in der gestrigen Anzeige. Das Konzert be­ginnt pünktlich um 17 Uhr.

Die Personalsachbearbeiter bei den Gemeindeverwaltungen.

Die Landesregierung hat an die Kreisämter folgende Verfügung gerichtet:

Ueber die Besetzung der Stellen der Sachbearbei­ter für die Personalien bei den Gemeinden und den Gemeindeverbänden sind Klagen oorgebracht wor­den. Für die Durchsetzung nationalsozialistischen Ge­dankenguts in der Verwaltung ist auch bei den Gemeinden und Gemeindeverbänden von größter Bedeutung, wer die Sachbearbeiter (einschließlich des Büropersonals) für die Personalien der Be­amtenschaft und Gefolgschaft sind. Es ist eine selbst­verständliche Forderung, daß auch die Gemeinden und Gemeindeoerbände bei der Verteilung ihrer

gehändigt erhält, der dann mit vielen Tausenden anderen von uns nach Offenbach gefahren wird, um dort deinen Schwestern, die der Sorge um das tägliche Brot nicht Herr werden können, die Wög- lichkttt zu geben, ihren Kindern und sich selbst ein­mal einige Brote mehr auf den Tisch legen zu können.

Das bedenkt!

Aber wir wissen, daß unser Appell an euch, deutsche Hausfrauen nicht umsonst ergeht, denn unsere Ge­schichte beweist, daß gerade die deutsche Frau Opfer bringen kann, und ihr nicht weniger als eure Mütter und Vorfahren.

Die Kreisführung des WHW. Gießen.

Geschäfte darauf bedacht nehmen, auf die hier in Betracht kommenden Arbeitsplätze grundsätzlich Mit­glieder der NSDAP., jedenfalls aber solche Per­sonen zu setzen, die rückhaltlos auf dem Boden des nationalsozialistischen Staates stehen. Die Gemein­den sind hiervon mit dem Auftrag zu verständigen, das Erforderliche, soweit noch nicht geschehen, zu veranlassen. Auch für die Kreisverwaltungen ist von ihnen das Entsprechende anzuordnen.

NSDAP. Ortsgruppe Gietzeu-Ost.

Freitag, 15. November, abends 8.30 Uhr, im Cafe Leib Kundgebung. Es spricht: Pg. Jean B u l l rn a n n , Kreisleiter z. b. V.

Wir laden hierzu alle Volksgenossen herzlichst ein! Für Parteigenossen und Mitglieder der Gliederun­gen ist die Teilnahme selbstverständliche Pflicht! Ein­tritt frei!

Deutsche Arbeitsfront.

Sprechstunden der Verwaltungsstelle 19.

Die Sprechstunden der DAF. Verwal­tungsstelle 19 Gießen sind ab sofort wie folgt festgesetzt:

Wochentags von 10 bis 13 und von 16 bis 18 Uhr Freitags von 8 bis 13 und von 15 bis 18 Uhr Freitags von 10 bis 14 Uhr.

Diese Anordnung der Sprechstunden muß erfol­gen, um eine ordnungsgemäße Abwicklung und Bearbeitung der in den Sprechstunden sich anhäu­fenden Arbeiten zu gewährleisten. An jedem Frei­tag finden die Unterftützungsauszahlungen statt, so daß an diesem Tage wie seither geöffnet ist. Die Unterstützungs a n t r ä g e sind aber an den ande­ren Tagen zu stellen.

Kreisjugendwallung Gießen.

Die Sprech st und en sind für Jungens: Dienstags von 19 bis 21 Uhr; Donnerstags von 15 bis 17 Uhr. Für Mädels: Montags von 20.15 bis 22 Uhr; Donnerstags von 10.15 bis 11.25 Uhr und von 18 bis 19 Uhr.

SportamtKrast durch Freude".

heute folgende Kurse:

Fröhl. Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 20 bis 21 und von 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26.

Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs. *

Am kommenden Samstag und Sonntag müssen die Kurse für Hallentennis ausfal­len! Die Stunden werden nachgeholt.

Landschastsbund Volkstum und Heimat

Orlsring Gießen.

Heute, Donnerstag, 20.15 Uhr in der Aula des Gymnasiums: Lichtbildervortrag von Prof. Dr. Hummel:W i e unsere Heimatland­

schaft entstanden ist". Lieder der Hel» m a t, von Frau Steiner, gesungen von der Dichterin. Eintritt für Mitglieder des ÜVH., der an- geschlossenen Verbände und des Goethebundes famt Angehörigen je 10 Pf., Nichtmitglieder 30 Pf.

DieWaldkaserne kann besichtisttwerden.

Wie bas II. Bataillon Jnf.-Regt. 36 uns mitteilt, steht die Waldkaserne des Bataillons an der Licher Land st raße am nächsten Sonntag, 17. November, von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr zur Besichtigung für die Bevölkerung offen. Wir empfehlen unseren Lesern diesen Besuch der Kaserne, der ihnen zeigen wird, in welch' ausge­zeichneter Weise unsere 36er dort untergebracht sind.

Neue Bestimmungen über Hauö- schlachtungen.

Der Vorsitzende der Hauptvereinigung der Deut­schen Viehwirtschaft hat unter dem 5. November 1935 eine Anordnung Nr. 26 über Hausschlachtun­gen ergehen lassen, in der folgendes bestimmt wird:

Im Interesse der gleichmäßigen Versorgung der Bevölkerung mit Schweinefleisch ordne ich auf Grund des § 8 Abs. 3 der Satzung der Haupt­vereinigung der Deutschen Viehwirtschaft vom 5. März 1935 in Verbindung mit § 8 Abs. 2 der Satzung für Schlachtviehoerwertungsverbände vom gleichen Tage folgendes an:

§ 1.

(1) Hausschlachtungen von Schweinen bedürfen bis auf weiteres der Genehmigung durch den zu­ständigen Schlachtviehverwertungsverband.

(2) Eine Genehmigung ist nicht erforderlich, a) wenn derjenige, der die Hausschlachtung vor­nehmen will, das zur Hausschlachtung vor- gesehene Schwein mindestens drei Monate selbst gehalten und gefüttert hat;

b) wenn die Hausschlachtung auf Grund eines Deputat- oder Altenteiloertrages erfolgt.

(3) Unberührt bleiben die auf Grund meines Rundschreibens Nr. 33 von den Schlachtviehver­wertungsverbänden erlassenen Verbote des Absatzes von Fleisch aus landwirtschaftlichen Hausschlachtun­gen (Verbot des Auspfundens).

§ 2.

Die Genehmigung soll grundsätzlich erteilt wer­den, wenn der Antragsteller den Nachweis erbringt, daß er innerhalb der letzten beiden Jahre im gleichen Umfang Hausschlachtungen vorgenommen hat. Der Nachweis soll im Regelsalle durch eine schriftliche Bescheinigung des Ortsbauernführers erbracht werden.

§ 3.

Mitglieder von Schlachtviehoerwertungsverbänden dürfen an Personen, die keinem Schlachtviehver­wertungsverband angehören, Schlachtschweine nur verkaufen, wenn der Käufer die nach § 1 erforder­liche Genehmigung zur Hausschlachtung vorlegt.

§ 4.

Zuwiderhandlungen gegen die Anordnung kön­nen mit Ordnungsstrafen bis zu 1000 RM. bestraft werden.

Zur Ausübung der Strafbefugnis bestelle ich die Vorsitzenden der Schlachtviehverwertungsverbände zu Beauftragten der Hauptvereinigung der Deut­schen Viehwirtschaft.

§ 5.

Diese Anordnung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft.

NIVEA CREME