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worden. Die falsche Anastasia will jedoch ihren Kamps weiterkämpfen.

Seit Anastasia Tschaikowsky, die aus Iekaterinen- burg nach Belgrad entflohen sein wollte, in Eu­ropa auftauchte, hatten sich immer wieder Russen und auch andere Europäer gefunden, die sich von Anastasia überzeugen ließen und ihr oft sehr er­hebliche Geldmittel zur Verfügung stellten. Eines Tages wurde sie aus fast allen europäischen Ländern ausgewiesen. Sie kam nach Ame­rika und fand hier in dem Hause des Millio­närs Leeds eine Zuflucht. Tausende von Dol­lars gingen mit ihren Klageansprüchen durch ihre Hände und in die Kassen amerikanischer Gerichte. Aber es dauerte fast zehn Jahre, ehe es zu einem entscheidenden Prozeß kommen konnte.

Die Neuyorker Richter erkannten schnell die ge­fährliche Position, in die sie durch Anastasia Tschai­kowsky hineingedrängt werden sollten. Sie vermie­den es also, irgendeine Entscheidung zu fällen, die sich auf die Persönlichkeit her Anastasia oder auf ihre Klageberechtigung erstreckt hätte. In dem ablehnenden Gerichtsbeschluß heißt es vielmehr, daß man auch nach eifrigster Untersuchung und Um­frage weder in Neuyork noch in anderen amerika­nischen Banken jene 5 Millionen Dollar habe ausfindig machen können, um die es bei jener Klage gehe. Wenn aber das Objekt nicht vor­handen sei, könne man die Ansprüche, die sich auf dieses Objekt erstreckten, nicht zum Gegenstand eines Gerichtsentscheides machen ...

Großer Kirchendiebstahl in Westfalen.

Ein verwegener, zweifellos von langer Hand vor­bereiteter Einbruchsdieb st ahl wurde in der vergangenen Nacht in die Probsteikirche in Telgte bei Münster i. W. verübt. Die Täter, eine offenbar gut organisierte Berufseinbrecherkolonne, erbeuteten zahlreiche kostbare Kirchengeräte im Gesamt­wert von etwa 200 000 Mark und konn­ten unerkannt entkommen. U. a. fielen den Dieben in die Hände: eine gotische Monstranz, drei kost­bare alte Speisekelche, davon zwei Stück in feinster Filigranarbeit und mit Bildern geschmückt, zwei

wertvolle Kranken-Ciborien, zwei alte hohe Gold­kelche, sechs kleinere Goldkelche, ein Vortragekreuz reich mit Edelsteinen besetzt, ferner der gesamte Schmuck des Gnadenbildes, bestehend aus der mit Edelsteinen verzierten Goldkrone sowie aus zahlrei­chen Gold- und Silberketten und -Plaketten. Die ge­samte deutsche Kriminalpolizei ist inzwischen durch Polizeifunk verständigt worden und hat die Er­mittlungen ausgenommen.

INüdchenmörder hingerichtel.

Der 1900 geborene Martin Lasicki ist in Essen h i n g e r i ch t e t worden. Lasicki war durch Urteil des Schwurgerichts Essen wegen Mordes zum Tode verurteilt worden; er hatte am 2. April d. I. die 12jährige Schülerin Elise Meerkoetter aus Marl (Lippe) auf einem einsamen Waldweg über­fallen, vergewaltigt und aus Furcht vor Entdeckung getötet.

Gasrohrbruch fordert drei Todesopfer.

In Bad Friedrichshall-Jagstfeld (Württemberg) fand man die Familie L e i st, und zwar den 31 Jahre alten Bergmann Rudolf Leist, seine 28jährige Ehefrau und ihr zwei Jahre altes Kind, im Bett t o t auf. In der Nacht war ein Gasrohr der an dem Haus vorbeiführenden Gasleitung gebrochen. Das Gas war durch einen Kanal in den Keller des Hauses geströmt und von dort in die darüberlie­gende Wohnung gedrungen. In der Wohnung selbst befand sich keine Gasleitung.

Große lleberschwemmungen in Südfrankreich.

Die Rhone steigt infolge der ungewöhnlich hef­tigen Regenfälle immer weiter. Bei Avignon hat der Strom bereits eine Breite von 20 Kilometern erreicht. Avignon selbst ist zu vier Fünfteln über­schwemmt. Große Teile der tiefer gelegenen Straßenzüge mußten von den Bewohnern in Boo­ten verlassen werden. Aus Marseille und Um­gebung werden ebenfalls große Unwetter­schäden gemeldet. Bei Toulon mußten infolge der starken Regenfälle mehrere Brücken gesperrt werden.

Deutscher vberforstmeisler in das südirische Landwirtschafks- und Aischereiministerium berufen.

Der deutsche Oberforstmeister Otto Reinhardt aus Kassel ist zum Direktor der forstwissenschaftlichen Abteilung des südirischen Landwirtschafts- und Fi­schereiministeriums ernannt worden. Reinhardt, der von den deutschen Behörden für diesen Zweck für ein Jahr beurlaubt worden ist, wird dieser Tage in Dublin eintreffen und seinen Posten übernehmen.

Verkehrsunfälle in Boppard.

Am Bopparder Hamm ereigneten sich an der gleichen Stelle zwei schwere Verkehrsun­fälle. Dem ersten Unfall fielen Professor D e l - h o u g n e, Extraordinarius für innere Medizin in Heidelberg, und seine Gattin zum Opfer. Professor Delhougne kam mit seinem Personenkraftwagen aus Richtung Bingen und wollte nach Koblenz fah­ren. Auf der regennassen Straße kam der Wagen ins Schleudern und stellte sich quer zur Fahrt­richtung. In diesem Augenblick kam ein anderer Personenwagen, der in voller Fahrt auf das quer­stehende Auto auffuhr. Das Ehepaar Delhougne wurde bei diesem Zusammenstoß schwer ver­letzt. Die beiden Verunglückten wurden ins Bop­parder Krankenhaus gebracht. Bei dem zweiten Unfall wurde in Boppard ein auf dem Bürgersteig beschäftigter Arbeiter von einem ins Schleudern geratenen Kraftwagen ersaßt und schwer ver­letzt.

Rekordflug einer neuseeländischen Fliegerin über den Südatlantik.

Die 25jährige neuseeländische Rekordfliegerin Joan Batten ist Mittwoch früh um 5.30 Uhr vom Thies bei Dakar in Westafrika zu einem Allein- slug über den Südatlantik gestartet und um 16.45 Uhr in Port Natal (Brasilien) gelandet. Sie hat damit den Rekord des Spaniers (Tempo für den Alleinflug über den Südatlantischen Ozean um etwa 3VA Stunden gebrochen. Die Fliegerin will nach Rio de Janeiro weitersliegen.

Wetterbericht

des Relchswelterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Mit der Verstärkung des Island-Wirbels und auffrischenden südwestlichen Winden wurden in der Nacht zum Donnerstag die bei uns liegenden feucht- milden Luftmassen hinweggeräumt. Bei gleichzeiti­gem heftigen Druckanstieg trat Aufheiterung und damit verstärkte nächtliche Abkühlung ein. Da von Westen her weitere Störungen auf das Festland wandern, ist Beständigkeit vorerst noch nicht zu erwarten. Die Witterung wird jedoch größere Leb­haftigkeit als seither zeigen und zwischen den ein­zelnen Störungen Aufheiterung bringen.

Aussichten für Freitag: Zunächst nebe­lig und vorübergehend auch stärkere Bewölkung mit Regen, sonst wieder Auflockerung der Bewölkung, nachts frisch, tagsüber bei lebhaften südwestlichen Winden mild.

Aussichten für Samstag: Wechselnd be­wölkt mit zeitweiliger Aufheiterung und nur ver­einzelten Niederschlägen.

Lufttemperaturen am 13. November: mittags 10 Grad Celsius, abends 8,5 Grad; am 14. November: morgens 3,9 Grad. Maximum 10,1 Grad, Mini­mum 3,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. November: abends 7,2 Grad; am 14. No­vember: morgens 6,3 Grad. Sonnenscheindauer 0,1 Stunden. Niederschläge 0,2 mm.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 35: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein­druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

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Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

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In tiefem Schmerz:

Krofdorf, den 13. November 1935.

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Die trauernden Hinterbliebenen.

Heuchelheim, z. Z. Reichelsheim im Odenwald, den 14. November 1935.

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Los

II:

Kolonialwaren.

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Heute entschlief sanft nach schwerer, tückischer Krankheit unser heiß­geliebtes treues Kind und Enkelchen, unseres Hauses Sonnenschein

Die Beerdigung findet am Freitag, dem 15. November, nachmittags 3'/, Uhr statt Von Beileidsbesuchen bitten wir dringend abzusehen.

Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Darum: Kleinan­zeigen in die Hei­matzeitung, den BleßenerAnzeiger

Christian Jaeger und Frau Selma, geb. Bechthold Philipp Bechthold und Frau Lina, geb. Will

aushilfsweise auf etwa 2 Mon. gesucht. Schriftliche Angebote unter 6557 an den Gießener Anzeiger.

Solides, ehrliches Mädchen nicht u. 20 Jahr., mit guten Zeug- nissensof.gesucht. Zu er fr. i. d. Ge­schäftsstelle des Gieß.Anzeig.°^

Zum l.Dezemb. wird f. Geschäfts­haus jung, zweit. Mädchen nicht üb.18Jahre gesucht. Zu erfr. in der Geschäfts­stelle d.G.A.

Danksagung.

Für die überaus zahlreichen und wohltuenden Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben unvergeßlichen Entschlafenen sowie für die vielen Kranz­spenden und allen denen, die unsrem lieben Entschlafenen das letzte Geleit gaben, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank.

Die tief trauernden Hinterbliebenen:

Frau Marie Bien und Familie Bien.

Gießen, den 14. November 1935.

Junger Dekorateur (Reimannschüler) sucht z. 1. Febr. 1936 Stellung in einemTertilhaus ob. Konfektions­haus, ev. auch in jeder a. Branche. Schr.Angeb.unt. 6541D a. d.G.A.

Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Reu sch, dem Gesangverein »Eintracht«, der Bäcker-Innung Gießen- Land und der Spiel vereinigung 1926 für die vielen Kranz- und Blumenspenden und allen denen, die bei dem Heimgange unseres lieben, unvergeßlichen Entschlafenen ihm die letzte Ehre erwiesen haben, sagen wir hiermit unseren innigsten Dank.

lrn Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Kaiharine Pech, geh. Wagner, nebst Angehörigen.

Leihgestern, den 14. November 1935.

Für sofort wird jUNges 65550

Mädchen zur Aushilfe bis zum 1. Dez. ges.

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Die Nachweisung über den voraussichtlichen Be­darf an Lebensmitteln und die Lieferungsbedingun­gen können gegen Zahlung einer Entschädigung von 0,50 RM. von der Küchenverwaltung des III./J.R.36 bezogen werden.

Die Zuschlagserteilung erfolgt zum 25.11.35. Das Angebot gilt als abgelehnt, wenn bis zu diesem Tage ein Auftrag nicht erteilt ist.

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Schwester, Schwägerin und Tante

Frau Elisabethe Bender Wwe., geb. Germer

im fast vollendeten 71. Lebensjahr.

Die Beerdigung findet Freitag, den 15. November, nachmittags 2 Uhr,

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Da das Schumann-Theater das laufende Programm verlängert hat, ist es der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude gelungen, das neue geschlossene Programm in Gießen vor dem ersten Auftreten in Frankfurt zu bringen. 6536D