Nr.136 Erstes Blatt
185. Jahrgang
5reitag,14 3uni 1935
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Ohne den Völkerbund.
Briand hatte ein Paradepferd, das er immer wieder in der Genfer Manege der erstaunten Galerie vorritt, wenn die Bedeutung des Völkerbundes für die Erhaltung des Friedens angezweifelt wurde. Er wies, wer weiß wie oft, stolz darauf hin, daß es dem vermittelnden Eingreifen Genfs seinerzeit gelungen sei, den Ausbruch des Krieges zwischen Bulgarien und Griechenland zu verhindern. Es ist sehr zweifelhaft, ob nicht auch in diesem Falle andere Motive ausschlaggebend gewesen sind. Aber selbst wenn Briand recht gehabt haben sollte, so wäre dies das erste und letzte Mal gewesen, daß der Völkerbund, statt wie in der Regel Konflikte zu schüren, einen Streitfall von friedenbedrohender Bedeutung aus der Welt geschafft hätte.
Gerade die Tatsache, daß soeben im Gran C h a c o ein Friedensabschluß zustande gebracht werden konnte, nachdem sich die beiden streitenden Parteien, Bolivien und Paraguay, in der „Grünen Hölle" beinahe ausgeblutet haben, läßt auf dem Hintergrund des zielbewußten Vorgehens der übrigen südamerikanischen Staaten die vollkommene Hilflosigkeit und Ohnmacht des Genfer Völkerbundes noch einmal in der hellsten Beleuchtung erscheinen. Natürlich hat der Völkerbund versucht, sein Prestige in dieser Angelegenheit zu retten. Er hat vor zwei Jahren eine seiner berühmten Kommissionen eingesetzt, die sich nach Südamerika begab und dort fast das ganze Jahr hindurch zwischen den Hauptstädten der beiden streitenden Länder hin und her gereist ist, ohne daß es ihr jedoch möglich geworden wäre, zu verhindern, daß Bolivien und Paraguay sich weiter zerfleischten, bis die Zahl der Toten die Vier- telmillion überstieg, was verhältnismäßig, gemessen an der Bevölkerungsstärke, eine größere Opferzahl an Menschenleben bedeutet, als sie der Weltkrieg von den beteiligten Mächten gefordert hat. Erst vor kurzer Zeit, am Ende der jüngsten außerordentlichen Völkerbundsversammlung, mußte sich der Völkerbund zu dem Eingeständnis bequemen, daß er mit seiner eigenen Macht und mit seinen Einflußmöglichkeiten am Ende sei, und daß die einzige Chance, dem Blutvergießen ein Ende zu bereiten, darin bestehe, daß man den direkt beteiligten Mächten, das heißt also, den Staaten Südamerikas allein, die Jnittative überlasse. Der Dölkerbundskommission ist es allerdings einmal gelungen, einen Waffenstillstand auf dem Papier herbeizuführen, der aber sehr bald wieder gebrochen wurde. Die Konferenz der füdamerika- nischqn Staaten in Buenos Aires dagegen, die schließlich an Stelle des von Genf aus versuchten moralischen Drucks" tatsächliche machtpolittsche Momente einzusetzen hatte, brachte es in verhaltms- mäßig kurzer Zeit zuwege, die Kampfhahne zu trennen. Die wundervoll ausgearbeiteten platonischen Vor chläge der Genfer Kommission blieben in ihrer Wirksamkeit auf die Räume beschränkt, in denen fte von den Angestellten des Völkerbundes aufs Papier gebracht wurden. In fünf Wochen dagegen haben die Vertreter Argentiniens, Chiles, Brasiliens und Perus, denen sich noch ein weiterer aus den Bereinigten Staaten zugesellte, die Kampfhähne zum Frieden zu bringen gewußt. Gerade gemessen an per Genfer Ohnmacht, die in dem letzten Bericht des Völkerbundes mit offener Resignation zum Ausdruck kam, wird das große Verdienst der amerikanischen Diplomaten in dieser Angelegenheit erhöht.
Der Konflikt zwischen I t a l i e n und A b e s s i ° n i e n gibt den anderen aktuellen Anlaß, um die Autoritätslosigkeit der Genfer Institution auf bem Gebiete zu beleuchten, das der Völkerbund selbst als seine ureigenste Ausgabe bezeichnet hat. Die Spannung, die zwischen London und Rom emgetreten ist, ist allein auf die Tatsache zurückzusühren, daß die englische Politik von dem Genfer Prestige ^u retten suchen muß, was überhaupt zu retten ist. Denn nur aus dem Weg über den Völkerbund kann England gegenüber den Dominions noch eine Politik vertreten, die sich nicht gänzlich von den europäischen Dingen zurückzieht. Nun scheint es aber auch m diesem Falle, als ob die einzige Moglichkett, den Frieden zu retten und damit auch den Bruch Zwl- schen London und Rom zu vermeiden nur auf Wegen gesucht und gefunden werden kann, die abseits von Genf verlaufen. Man kann es einfach nicht riskieren, den abessinischen Konflikt vor das Genfer Forum zu bringen. Die s^re Folge wäre gewesen, nachdem Mussolini sich mit feinen Reden so stark festgelegt hat, daß Italien dem Beispiel Japans gefolgt wäre, das bekanntlich dem Völkerbund den Rücken gekehrt hat, als eine Genfer Kommission durch ihren Mandschukuo-Dencht der japanischen Auffassung nicht m genügender Weise Rechnung trug. Auch hier mußte mit den alten Methoden der diplomatischen Bemühungen mit machtpolitischem Hintergrund die Verständigung gesucht werden. In diesem Falle scheint die französische Politik in aller Stille besonders aktiv gewesen zu sein. Am Quai d'Orsay besorgte man, daß die „Entente von Stresa", auf die man dort so großen Wert legt, in die Brüche gehen könnte. Es scheint, das man von Paris aus sowohl die Engländer, als auch die Italiener an besonders verwundbaren Stellen fassen konnte. Aber wenn auch der in Paris zur Schau getragene Optimismus sich als berechtigt erweisen sollte, so wird das nur ein neuer Beweis dafür fein, daß man den Frieden nur erhalten kann, wenn man einen ernsten Streitfall dem Völkerbund möglichst fernhält.
Ribbentrop wieder in London.
London, 13. Juni. (DNB.) Botschafter von Ribbentrop ist am Donnerstag um 18.55 Uhr im Flugzeug, von München kommend, im Flughafen Croydon eingetroffen.
Reichsarbeitskammer in der Arbeitsfront.
Weitere Aufgaben für den Aufbau.
Berlin, 13. Juni. (DNB.) Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, der nach mehrwöchiger Krankheit völlig genesen ist, legte am Donnerstag in Berlin auf einer Tagung der Gesamtfüh- rerschaft der Deutschen Arbeitsfront grundlegend das Wesen der Deutschen Arbeitsfront und die Aufgaben der nächsten Zeit dar.
Die großen Probleme, so führte Dr. Ley u. a. aus, um die wir ringen, brauchen zu ihrer Vollendung eine beträchtliche Zeit. Es darf daher niemand ungeduldig werden. Wir befinden uns jetzt in der Phase des Aufbaues, bei der wir uns jeden Schritt, den wir tun, genau überlegen müssen.
Während sich die Partei von jeglichen 3nter- esseneinflüssen freihalten muh, muh in der Deutschen Arbeitsfront diese Interessenwahrung klar und deutlich zum Ausdruck kommen. Die Interessen sind vorhanden und können nicht geleugnet werden, soweit sie gesund und berechtigt sind. Die Menschen müssen ihre Interessen in der DAF. am besten gewahrt sehen. Die Deutsche Arbeitsfront hat die Ausgabe, wirklich die Organisation aller schaffenden deutschen Menschen zu werden. Sie will aber auch keine Zwangs- organisation sein. 3m Gegenteil will sie durch die Freiwilligkeit eine Auslese schaffen, die aber die überwiegende Mehrheit unseres Volkes erfassen muh. Die Arbeitsfront muh wie ein Magnet alle schaffenden Menschen an sich ziehen. Die Deutsche Arbeitsfront wird die Einheit, die die Partei bildet, im Volke selbst exerzieren, den Gemeinschaftsgedanken als oberstes Gesetz durchsetzen, außerdem aber eine gerechte Wahrung der Interessen gewährleisten.
Als n ä ch st e Aufgaben, an die die Deutsche Arbeitsfront herangeht, sind zu nennen.
1. Immer mehr Möglichkeiten zu schaffen, daß die Menschen der Arbeit den Weg zueinander finden. Dazu dienen die Wirtfchaftskam- m e r n , die Arbeitsausschüsse und die Arbeitskammern.
2. Die Organisation eines Forschungsinstituts, das rein wissenschaftlich sich mit den Problemen der Arbeit befaßt.
3. Ein Ehren-, Beschwerde-, Disziplinär- und Rechnungshof soll die Willkür des Einzelnen nach Möglichkeit ausschalten und die Gewähr dafür bieten, daß alle Dinge bestmöglichst geordnet sind.
4. Eine Geschäftsordnung zu schaffen, die vorbildlich sein wird.
Das Forschungsinstitut wird sich unter vielem anderen mit der in dem Mai-Aufruf betonten Frage des gerechten Lohnes befassen. Unter Lohn sei nicht nur der materielle zu verstehen, sondern überhaupt die soziale Stellung des Menschen. Es sei ebenso entscheidend, ob sich der Einzelne in seinem Beruf zufrieden und glücklich fühle.
Zum Schluß seiner Ausführungen gab Dr. Ley einen umfassenden Ueberblid über die Finanzlage der Deutschen Arbeitsftont, aus dem hervorging, wie gesund die Finanzlage der Deutschen Arbeitsfront ist. Zwei Zahlen sollen das beweisen: Die Deutsche Arbeitsfront zahlte allein im Monat März 1935 10,5 Millionen Mark an Unterstützungen. Im ersten Vierteljahr 1935 wurden rund 28 Millionen Unterstützungen ausgezahlt, ohne Berücksichtigung der Leistungen für „Kraft durch Freude" usw. r f
Im Verlauf seiner Rede verlas Dr. L e y folgende Anordnung zur Bildung der Reichs- arbeitskammer in der DAF.
Auf Grund der Verfügung des Führers vom 24 Oktober 1934 betr. Festlegung des Aufgabengebietes der Deutschen Arbeitsfront und zur Sicherung der in der Vereinbarung zwischen dem Reichs- wirtschaftsminifter Schacht, Reichsarbeitsminister Seldte und mir vorn 26. März 1935 vorgesehenen sozialen Selbstverwaltung aller schaffenden Deutschen wird nachfolgende Anordnung erlassen:
Mit sofortiger Wirkung wird die Reichsarbeitskammer (RAK.) gebildet.
Ausführungsbestimmungen:
1. Die Reichsarbeitskommer wird vom Reichsleiter der DAF. geleitet.
2. Mitglieder der RAK.:
Als Mitglieder der RAK. werden vom Reichsleiter der DAF. berufen:
a) die Leiter der Reichsbetviebsgemeinschaften,
b) die Gauwalter der DAF.,
c) Einzelpersonen,
d) die Leiter der Aemter des Zentralbüros der DAF.
3. Die Reichsarbeitskammer hat vom Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront übertragene Aufgaben zu bearbeiten.
4. Allgemeines.
a) Der Verlauf der Sitzungen der RAK. wird von einem Protokollführer protokolliert,
b) die Geschäfte der RAK. werden durch eine Abteilung der Geschäftsführung des Zentralbüros der DAF. geführt.
Gez.: Dr. R. Ley.
Die Bildung der Arbeilskammern in den Bezirken
regelt folgender Erlaß: In Ergänzung meiner Anordnung vom 1. Juni dieses Jahres betr. Bildung der Reichsarbeitskammern ordne ich die Bildung der folgenden Arbeitskammern an:
1. Arbeitskammer Ostpreußen, Sitz Königsberg.
2. „ Schlesien, Sitz Breslau.
3. „ Berlin-Brandenburg, Sitz Berlin.
4. „ Pommern, Sitz Stettin.
5. „ Nordmark, Sitz Hamburg.
6. „ Bremen, Sitz Bremen.
7. „ Niedersachsen, Sitz Hannover.
8. „ Düsseldorf, Sitz Düsseldorf.
9 „ Westfalen-Lippe, Sitz Dortmund.
10. „ Rheinland, Sitz Köln.
11. „ Hessen, Sitz Frankfurt.
12. Arbeitskammer Mitteldeutschland-Magdeburg, Sitz Magdeburg.
13. „ Mitteldeutschland-Weimar^
Sitz Weimar.
14. „ Sachsen, Sitz Dresden.
15. „ Bayern, Sitz München.
16. „ Baden, Sitz Karlsruhe.
17. „ Württemberg, Sitz Stuttgart.
18. „ Saarland-Pfalz,Sitz Saarbrücken.
Ausführungsbeftimmungen.
1. Die territorialen Gebiete der Arbeitskammern entsprechen den 18 Wirtschaftsbezirken.
2. Die Leiter der Arbeitskammern werden durch Sonderverfügung bekanntgegeben.
Als Mitglieder der Arbeitskammern werden auf Vorschlag des Leiters der jeweiligen Arbeitskammer vom Reichsleiter der DAF. berufen:
a) außer dem Leiter alle zum Gebiet der Arbeits- kammer noch gehörenden Gauwalter,
b) von jeder Reichsbetriebsgemeinschaft je ein Gaubetriebsgemeinschaftswalter, sofern die Reichsbetriebsgemeinschaft im Gebiet der Arbeitskammer vorkommt,
c) auf Vorschlag des Leiters der Arbeitskammer können Kreiswalter der DAF. als Mitglieder berufen werden,
d) Einzelmitglieder,
e) je ein Abteilungsleiter der bzw. einer Gau- waltung der DAF. (innerhalb des Bezirkes) analog den Aemtern des Zentralbüros der DAF.
Allgemeines:
a) Der Sitz der Arbeitskammer ist der Ort der Gauwaltung, die sich am Sitze der zuständigen Wirtschaftskammer befindet,
b) die Sitzungen der Arbeitskammer sind zu protokollieren,
c) die Tagesordnung ist dem Reichsleiter der DAF. vorher vorzulegen, ebenso ist ein Protokoll in zweifacher Ausfertigung nach jeder Tagung einzureichen.
Gez.: Dr. R. Ley.
Englischer Frontkämpfer-Besuch Mitte Inti.
London. 14. 3um. (DNB. Funkspruch.) Die Abordnung des englischen Front- kämpfer-Verbandes „British Legion" wird am 13. 3 uli von London nach Deutsch- l a n d a b r e i s e n. Sie wird sich aus dem Vundes- führer Major Fetherston Godley. dem früheren Bundesführer Oberst L r o s f i e l d und zwei oder drei weiteren Mitgliedern der „British Legion" zusammensehen. Die Absicht der Abordnung wird dahin angegeben, daß sie die Frage prüfen wolle, ob frühere feindliche Länder zur Entsendung von Vertretern zur nächstjährigen Konferenz der „British Legion" eingeladen werden könnten.
Weltkonferenz
der ehemaligen Kriegsteilnehmer?
London, 13. Juni. (DNB.) Wie aus Melbourne berichtet wird, hat die Geste des Prinzen von Wales gegenüber Deutschland den Vorschlag, eine Weltkonferenz der ehemaligen Kriegsteilnehmer einzuberufen, wieder aufleben lassen. Dieser Vorschlag war vor einiger Zeit von dem Frontsoldatenverband des australischen Bundesstaates Viktoria gemacht worden. Er soll aber damals von dem britischen Reichs- bunb ehemaliger Soldaten mit einer kleinen Mehrheit ab gelehnt worden sein.
Franlensührer Streicher an die Engländer.
Nürnberg, 13. Juni (DNB.) Mister Range von der „Daily Sketch" befragte am Donnerstag Frankenführer Julius Streicher über feine Meinung, die er über die Rede des Prinzen von Wales habe, da feine Zeitung gerade auf eine
Aeußerung des Gauleiters Streicher großen Wert lege. Der Frankenführer gab darauf die folgende Erklärung ab: „Die offene und mutige Rede des Prinzen von Wales ist auch i m Franken- lande mit großer Genugtuung ausgenommen worden. Frontkämpfer sind Männer, die durch den Einsatz ihres Lebens das Wissen haben, daß sie die Tat lieben. Wo Frontkämpfer sich die Hand zur Freundschaft reichen, muß den Völkern, aus denen sie stammen, Glück werden. Wir würden uns freuen, wenn wir die englischen Frontkämpfer bei ihrem Besuch in Deutschland auch in Nürnberg, der Stadt der Reichsparteitage, begrüßen könnten."
Willkommengruß an die englischen Frontkämpfer.
Berlin, 13. Juni (DNB.) Zur Rede des englischen Thronfolgers auf der Pfingsttagung der britischen Frontkämpfervereinigung British Legion erklärt der R e i ch s v e r b a n d deutscher Offiziere: „Der Reichsverband deutscher Offiziere begrüßt die Ausführungen des Prinzen von Wales aufs wärmste. Wir alten Soldaten kennen den "Krieg und wünschen daher seine Wiederholung nicht. Die englischen Frontkämpfer, die das Dritte Reich Adolf Hitlers kennenlernen wollen, werden dem RDO. als der Spitzenvertretung der Offiziere usw. der alten Wehrmacht sehr willkommen sein. Graf von der Goltz, Generalmajor a. D. und Verbandsführer des RDO." — Im Anschluß hieran ging an den Prinzen von Wales folgendes Telegramm ab: „Prinz of Wales. Offiziere des alten Heeres heißen beabsichtigten Besuch britischer Frontkämpfer in Deutschland kameradschaftlich willkommen. Reichsoerband deutscher Offiziere, Generalmajor Graf von der Goltz."
Zur Rede des Prinzen von Wales nimmt der NS. Deutsche Frontkämpferbund
Oiplomaten-Empfang beim englischen Außenminister
London, 14. Juni. (DNB.) Außenminister Sir Samuel Hoare empfing in den beiden letzten Tagen die Besuche der in London akkreditierten Botschafter und Gesandten der ausländischen Mächte. Die Besuche galten einer e r ft e n persönlichen Fühlungnahme zwischen dem neuen Außenminister und den diplomatischen Vertretern.
Warnung an Litauen.
Paris, 13. 3unL (DNB.) Die französische, englische und italienische Regierung bereiten, wie das „Echo de Paris" mitteilt, eine neue gemeinsame Roke an Litauen vor. 3n dieser sollen sie sich mit dem ablehnenden Bescheid, den Litauen auf die erste Rote in der Memels rage erteilt hatte, nicht einverstanden erklär«, und zu verstehen geben, datz
die litauische Diktatur, falls unglückliche Ereignisse eintreten sollten, nicht auf ihre Unterstützung rechnen dürfe.
Litauischer Schühenverband erhält militärischen Charakter.
K o w n o, 13. Juni. (DNB.) Die litauische Regierung hat ein Gesetz verabschiedet, wonach der bisherige Schützenverband in eine vom K r i e g s m i n i st e r i u m geleitete und dem Armeeführer unmittelbar unterstellte Organisation umgewandelt wird. Auch im übrigen erhält die Organisation völlig militärischen Charakter. Die Mitglieder des Verbandes werden in militärische Formationen, wie Kompanien, Schwadronen, Batterien usw., zusammengefaßt und einer streng militärischen Disziplin unterworfen. In den Verband werden Personen beiderlei Geschlechts vom 16. Lebensjahr ab ausgenommen. Den Führer des Verbandes erwählt der Staatspräsident aus den Reihen der höheren Offiziere. Die Kriegskommundanten sind gleichzeitig dis Pszirtsführsr in der Provinz.
Frankreich zahlt auch die jetzige Kriegsschuldenrate nicht.
Paris, 14. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die französische Regierung hat, wie das „Petit Journal" mitteilt, ihren Botschafter in Washington angewiesen, zu erklären, daß Frankreich aus den bekannten Gründen die am 15. Juni fällige Kriegsschuldenrate nicht zahlen werde. Die amerikanische Regierung hatte, wie üblich, an diesen Fälligkeitstermin erinnert.
Weitere französische Goldtransporte nach London und Brüssel.
Paris, 14. Juni. (DNB. Funkspruch.) Auf bem Flugplatz Le Bourget wurden am Donnerstag 12 000 Kilogramm Gold im Werte von 20 Millionen Franken nach London und Brüssel verfrachtet, ein Beweis, daß der G old ab* fluß weiter anhä11.


