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Oie Volksbiwungsstä'ite Gießen eröffnet ihre Winterarbeit.

Die Nolksbildungsstätte Gießen, die unter der Leitung von Schulrat N e b e l i n g jetzt wieder ihre Arbeit aufnimmt, eröffnete am gestrigen Dienstag­abend vor zahlreichen Teilnehmern ihre Winter­arbeit 1935/36. Den stimmungsvollen Auftakt des Abends bildeten gute Hausmusik-Darbietungen der GruppeVolkstümliches Singen und Musizieren", die unter der Initiative von Lehrer Siegler zu­nächst eine Gavotte für drei Blockflöten und das An­dante aus der 1. Sonate für Geige und Cembalo von Bach zu Gehör brachte.

Schulrat Aebeling

hielt eine kurze Begrüßungsansprache und betonte, daß die Arbeit getan wird um des Volkes willen. Die Arbeit soll darauf eingestellt sein, alles was uns angeht, zu vertiefen und zu verinnerlichen. Dann hielt

Professor Dr. Nuken

den Einführungsoortrag. Es ist nicht leicht, so sagte er u. a., jetzt eine Schule aufzurichten. Es kommt darauf an, weite Kreise zu erfassen. Aus allen Schichten der Bevölkerung soll sich die Hörer­schaft zusammensetzen. In kleinen Arbeitsgemein­schaften sollen Fragen von verschiedenen Seiten her aufgebrochen werden. Bildung soll nicht be­stimmten Schichten eignen, nachdem wir beobachte­ten, daß der Viel-Wissende auf Höhen wandelte, einsam, unerreichbar vielen seiner Mitmenschen. Derdeutsche Idealismus" war etwas völlig Unso­ziales. Der Krieg schlug eine Bresche in diese Si­tuation. Viele dieserGebildeten" zogen hinaus und mußten nun erleben, wie der einfache Mann völlig selbstverständlich richtig handelte und häufig dieseOberschicht" beschämte. In der besonderen Leistung zeichnete er sich aus. Klüfte, die dieBil­dung" geschaffen hatten, taten sich hier offensicht­lich auf. Der gebildete und der einfache Mann hat­ten keine gemeinsame Sprache mehr. Es kam da­her, weil jeder seinem eigenen Ideal lebte.

Heimat sie verlangt gleichen Klang im Wort und gleichen Sinn. Die weitgehende Privatisie­rung des Einzelnen ließ den gleichen Sinn im Worte verloren gehen. Noch stehen wir in diesen Dingen. Aber der Weg zur Gemeinschaf ist uns gezeigt. Deshalb brauchen wir in kleinem Kreis den Austausch.

Verbunden sein mit der Heimat in allen ihren Erscheinungen ist notwendig. Wichtig ist, daß man die Heimat im Herzen sucht. Heimat ist auch das Wissen darum, was wir zu tun haben und daß wir uns auszurichten haben auf unser Volk, vor dem wir auch Verantwortung zu tragen haben. Im Kriege lagen die Verantwortlichkeiten völlig klar. Die Forderung lautete da: Einsatz des einen für den anderen! Ohne diese gegenseitigen Verantwort­lichkeiten können wir uns als Volk nicht halten. Die geistige Privatisierung muß überwunden werden. Wir müssen unser Volk als Schicksal erkennen, müssen uns gebunden fühlen in der Sitte. Sitte ist lebendig und sagt uns, roa$ sich gehört. Im Bauern­dorf kennt man noch die Sitte. In der Stadt nicht mehr. Da will keiner mit den fordernden und fra­genden Augen des anderen etwas zu tun haben. Wir dürfen aber unsere Neservate nicht behalten

wollen. Wir sind aufgerufen! Der Führer will alles! Wer nicht gibt, bricht aus! Das Verlangen geht dahin, Heimat zu geben. Diese Forderung müssen wir alle erfüllen, denn alles Leben haben wir aus der Heimat. Geisteskraft ist uns anver­traut, um den anderen damit zu dienen. Verstand ist nichts eigenes, sondern Lehensgut von Gott. Mit Gott haben wir auch nicht privat zu tun, son­dern in der Wirklichkeit des Alltags und durch unser Volk. Wer dienend im Leben steht, steht in echtem Glauben. Wirkliche Gemeinschaft ist nur da möglich, wo man sich gegenseitig verpflichtet fühlt. Den Wea zueinander zu finden, dazu soll die Volks­bildungsstätte da sein. Wir müssen völkisch leben lernen und gleichen Rhythmus haben aus der For­derung unseres Blutes. Die Schranken, die uns abhalten, Volksgemeinschaft zu werden, müssen fallen.

Nach zwei weiteren musikalischen Darbietungen hielt Schulrat Nebeling die Schlußansprache, in der er herausstellte, daß wir auch in unserem täg­lichen Leben überall an der Font stehen und es auf unsere innere Haltung ankommt. Mit dankbarem Gedenken des Führers, der uns den Weg zur Volksgemeinschaft wies, fand der Abend feinen Ab- Muß.

Gauleiter Sprenger auf der Olympia-Ausstellung.

LPD. Frankfurt a. M., 12. Nov. (Bauleiter und Reichsstatthalter Sprenger besichtigte am Dienstag zusammen mit dem Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Staatsrat Dr. Krebs, und dem Leiter der Landesstelle für Volksaufklärung und Propaganda, Müller-Scheid, die Olympia- Ausstellung und sprach sich anerkennend über den Aufbau und die Ausgestaltung dieser Schau aus. Ganz besonderes Interesse zeigte der (Bauleiter für die beiden Tonfilme, die sich die Besucher der Ausstellung bekanntlich kostenlos ansehen können.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

<£ Rodheim a. d. Bieber, 12. Nov. Die Wan­derkantorei R. Münch aus Arolsen veranstaltete am Sonntagabend in der hiesigen Kirche ein Konzert, das zugleich die Wiederinbetriebnahme der überholten Orgel brachte. Erfreulicherweise wies die Kirche einen sehr guten Besuch auf. In dem Pfarrer Münch (Orgel und Gesang), sowie Fräu­lein Fenghänel (Violine) traten Künstler von Rang auf, die gute Kostproben aus den Meister­werken deutscher Kirchenmusik verabreichten. Zu Gehör kamen Werke von Händel, Schütz, Buxtehude, Bach, Telemann usw., sowie auch eine Eigenkom­position für Orgel und Gesang von R. Münch. An­dächtig lauschte die Gemeinde und« spürte die tief­gehende Wirkung der musica sacra, die, wie Pfar­rer V ö m e I eingangs ausführte, so recht zum Lobe Gottes bestimmt und geeignet fei. Nach einem Dankeswort an die Künstler und dem Segensspruch des Geistlichen verließ die Gemeinde tief beein­druckt das Gotteshaus. Der Eintritt zu der Ver­anstaltung war frei.

Weltrekord im Stratosphtirenflug.

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Die beiden amerikanischen Hauptleute Albert W. Stevens und Drott Andersen unternahmen, wie gestern bereits gemeldet, von Rapid - City (Dakota, USA.) aus mit dem größten Strato­sphärenballon der Welt einen Flug in die Strato­sphäre. Während ihrer 7%ftünbigen Fahrt erreich­ten sie eine Höhe von 22 570 Meter, Überboten also alle bisher bestehenden Weltrekorde. Unser Bild zeigt Stevens (links) und Andersen in der Gondel ihres Stratosphärenballons. (Weltbild-M.) (Scherl-Bilderdienst-M.)

Kunst und Wissenschaft.

Die Beisetzung von Frau Förster-Nietzsche.

Frau Elisabeth Förster-Nietzsche, die Schwester des großen Philosophen, wurde in ihrem Geburtsort, dem Dorf Röcken bei Lützen, zur letzten Ruhe bestattet. Diele führende Per­sönlichkeiten der Partei und des Staates waren zur Beisetzung erschienen. An der offenen Gruft der Familie Nietzsche hielt Superintendent För - st e r - Zeitz, ein Neffe der Verstorbenen, die Grab­rede, der er die Stelle aus dem Markus-Evange­liumSie hat getan, was sie konnte", Worte Christi an Maria in Bethanien, zugrunde legte. Feierlich erklang der Pilgerchor ausTannhäuser", der von Mitgliedern des Weimarer Opernchores vorgetragen wurde. Für die Nietzsche-Stiftung und als persönlicher Freund der Verstorbenen sprach

Professor Dr. Iesinghaus der Toten warnt empfundene Abschiedsworte ins Grab nach. Im Ringen um letzte Erkenntnisse habe sie ihre Kräfte erschöpft. Indem sie uns die Flamme erhielt, die ihr großer Bruder dem deutschen Volke schenkte, habe sie mit beigetragen zu dem gewaltigen geisti- gen Umbruch, in dem das deutsche Volk auch heute noch stehe. Unter Glockengeläut wurde der Sarg nach der Einsegnung durch Pfarrer Thörel in die Gruft am schlichten Dorfkirchlein gesenkt, wo die Tote an der Seite der Eltern und ihres großen Bruders, ihrem Wunsche entsprechend, ihre letzte Ruhe gesunden hat.

125 - Jahrfeier der Universität Vertin.

Professoren und Studenten der Universität Berlin begingen gemeinsam mit den Vertretern von Staat und Partei den 12 5. Jahrestag der Gründung der Friedrich-Wilhelms-Universität. Die Feiern wurden eingeleitet durch eine schlichte Toten­ehrung vor dem Ehrenmal im (Barten der Universi­tät. Der Rektor legte gemeinsam mit Vertretern der Gefolgschaft und der Studentenschaft Kränze nieder. Dann hielt Gauarbeitsführer Dr. Decker, der Angehöriger des Lehrkörpers ist, die Trauer­ansprache. Er erinnerte an den Tag von Lange- marck, der mit diesem Ehrentag der Universität zu­sammentreffe. Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildete der Festakt in der neuen Aula. Der Rektor Professor Dr. Krüger, begrüßte die Gäste und gab einen Ueberblick über die Geschichte der Uni­versität. Die Festansprache hielt Prof. Dr. Hoppe. Er gab eine historische Darstellung derUniversitas Litterarum" und der Bedeutung der Universität im geistigen Leben der Jahrhunderte. Die Glückwünsche aller deutschen Hochschulen überbrachte der Rektor der Technischen Hochschule Berlin, Pros. Dr. von Arnim. Ministerialdirektor Kunisch sprach der Universität in Vertretung des Reichs- und Preußi­schen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Rust, herzliche Glückwünsche aus.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeork Frankfurt.

Während der roeftaus größte Teil Deutschlands heute noch verhältnismäßig freundliches Wetter zeigt und am Dienstag Schlesien Temperaturen bis zu 20 Grad Celsius hatte, lag vornehmlich dis rhein-mainische Tiefebene im Bereich sehr feuchter Luftmassen. Fast ununterbrochen fiel Regen, der sich nur gelegentlich und besonders an den Gebirgs­rändern verstärkte. Bei Island hgt sich ein kräftiger Sturmwindwirbel entwickelt, der etwas größere Lebhaftigkeit in die Witterungsvorgänge bringen wird. Doch bleibt der Gesamtcharakter noch recht unbeständig.

Aussichten für Donnerstag: Teilweise nebelig, sonst veränderliches, aber überwiegend be­wölktes Wetter mit einzelnen Regenfällen, bei süd­lichen und südwestlichen Winden mild.

Aussichten für Freitag: Veränderliche Bewölkung und zeitweilig auch Regen, ziemlich mild.

Lufttemperaturen am 12. November: mittags 9,6 Grad Celsius, abends 9 Grad; am 13. November: morgens 6,6 Grad. Maximum 9,9 Grad, Minimum 4,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. November: abends 7,4 Grad; am 13. November: morgens 6,2 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 6,7 Stunden.

Die Hitze gegen Gicht und Rheumatismus.

Sie wissen kein sicheres Mittel gegen diese Plagegeister? Ein­reibungen, Packungen, Bäder, Salben usw. lindern meistens nur für einige Zeit die Schmerzen, aber sie packen nicht immer das Hebel an der Wurzel.

Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und Sie sollen es selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet; aber ehe ich Ihnen mehr sage, lesen Sie die folgenden Briefe:

Röntgenthal, den 5. Februar 1935.

Nachdem ich nun 4 Schachteln Gichtosint-Tabketten eingenommen habe, bin ich im Stande, ein Urteil abzugeben. Dieses Urteil lautet:

Was Sie versprochen haben, haben Sie gehalten! Ich laufe wieder tadellos, auch die Ellenbogengelenke sind wieder geschmeidig. Mein linkes Bein war saft völlig steif, und das Knöchclgelenk am rechten Bein dick geschwollen und nur unter Schmerzen zu bewegen. Heute kann ich, ohne Hindernis, stundenlang gehen im Geschwindschritt- Tempo, es ist eine wahre Freude. Nehmen Sie für Rat und Hilfe meinen ergebensten Dank. Allen Gichtikern und Rheumatikern möchte ich empfehlen: Nehmt Gichtosint!"

Walter Hartwich, Pens. Werkmeister Röntgenthal, Kr. Nieder-Barnim, Birkenallee 14.

Wackersberg b. Bad Tölz, Oberbag., den 17. Mai 1935.

Es ist erfreulich, daß ich Ihnen mitteilen kann, daß ich von meinem Ischiasleiden befreit bin. Ich war ganz erstaunt über die Wirkung, denn nach der zweiten Gichtosint-Kur war ich von meinem Leiden ganz

befreit, das ich schon 15 Jahre getragen habe. Ich kann, ja ich muß jedem, der von dieser so schmerzhaften Krankheit geplagt ist, dieses Mittel empfehlen. Meinen besten Dank. Sebastian Burger, Bauer.

Solche Briese besitze ich über 16 000 (notariell beglaubigt), und nun hören Sie weiter:

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Für die überaus vielen Beweise herzlicher Teilnahme und für

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Familie Johannes Haas.

Gießen, den 12. November 1935.

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Betr.: Konkursverfahren über das Vermögen der Firma Fr. Harries & Co., offene Handels­gesellschaft in Wieseck (Kreis Gießen).

Konkursverfahren.

Der Antrag der Adolf und Marie Harnes als Inhaber der offenen Handelsgesellschaft Fr. Harnes & (So. in Liquidation, Wiefeck, über deren Ver­mögen das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses zu eröffnen, wird abgelehnt, weil die Antragsteller Mängel des Eröffnungsantrags binnen gesetzter Frist nicht behoben haben. 6526D

Zugleich wird gemäß § 19 der Vergleichsordnung heute am 5. November 1935, 16.15 Uhr, der An­schlußkonkurs über das Vermögen der offenen Han- delsaefellschaft Fr. harries & Lo. in Liquidation, Wieseck, eröffnet.

Der Rechtsanwalt Koehler, Gießen, plockflrahe, wird zum Konkursverwalter ernannt.

Konkursforderungen sind bis zum 26. Hovembet 1935 bei dem Gericht anzumelden.

Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehal­tung des ernannten ober die Wahl eines anderen Verwalters sowie über die Bestellung eines Gläu­bigerausschusses und eintretendenfalls über die im 8 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf

Dienstag, den 3. Dezember 1935 vormittags 8% Uhr

oor dem unten bezeichneten Gericht, Zimmer 107, Termin anberaumt.

Allen Personen, die eine zur Konkursmasse ge­hörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitz der Sache und von den Forderungen, für die sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 26. No­vember 1935 Anzeige zu machen.

Gießen, den 5. November 1935.

Das Amtsgericht.