eine
würde.
spricht von einer Entspan-
leuore'
tung Italiens geblieben.
Auch das „Öl_____" ____ ....
nung, die man besonders im italienischen Lager feststelle. Man habe hier bereits erklärt, daß die Absichten der römischen Regierung niemals dahin gegangen seien, das herz Abes - s i n i e n s selbst zu erobern, sondern es sich stets nur um die von Menelik unterworfenen Provinzen
sich ersparen. Selbst eine Art Völkerbundsmandat werde Mussolini heute nicht mehr genügen. Gewisse Zugeständnisse, die er vor einigen Monaten noch angenommen hätte, seien heute ungenügend. Der Duce habe seine Aufmerksamkeit auf die Unkosten gelenkt, die die Vorbereitungen bereits verursacht hätten, und er wolle auf keinen Fall, daß diese Ausgaben „unproduktiv" blieben.
Er habe Mussolini die Frage vorgelegt, ob er nach einem er st en und entscheidenden militärischen Erfolg in Abessinien bereit sein würde, mit den übrigen interessierten Mächten über die zukünftige politische Gestaltung Abessiniens zu verhandeln. Der Duce scheine bis zu einer gewissen Grenze dazu bereit zu sein. Sollte England aber gleich zu Beginn den italienischen Plänen entschlossenen Widerstand entgegensetzen, so müsse man die schlimm st en Verwicklungen, um nicht zu sagen Katastrophen, erwarten.
Der Berichterstatter zieht für Frankreich folgende Schlußfolgerung, Italien gehöre zu den stärksten Militärmächten Europas, und Frankreich dürfe und könne sich nicht mit ihm Überwerfen, weil es sich dann sofort Deutschland zuwenden würde. Er habe den festen (Sin
ti r e r der englischen e und der Kreuzer „Devon-
Absichten und hießen sie gut.
Italien habe mehr als jedes andere Land Kolonien notig. Es hätte bereits sofort nach dem Kriege neue Kolonialgebiele erhalten sollen; aber ungerechter Weife habe es keine bekommen. Abessinien, das sich wie ein Keil zwischen die beiden afrikanischen Besitzungen Italiens, Lrythrea und Somaliland, einschiebe, stelle das berufene Ausdehnungsgebiet für Italien dar.
Auf die Frage des Berichterstatters, wie die Meinungsverschiedenheiten zwischen Italien und England zustande gekommen seien, erwiderte der Duce, er habe die Londoner Regierung seit langem von seinen Plänen unterrichtet. In einer Rote vom 29. Januar habe er der englischen Regierung diese Pläne in allen ihren Einzelheiten dar gelegt und seicher in aller Öffentlichkeit die für ihre Verwirklichung notwendigen Maßnahmen ergriffen. England habe also bis ins einzelne alles gekannt, was Italien vorzunehmen beabsichtigt habe, und es wäre für die Londoner Regierung ein leichtes gewesen, schon vor Monaten ihre Einwände geltend zu machen.
Der Berichterstatter schreibt dann weiter, daß er eine hochgestellte italienische Persönlichkeit, die täglich mit Mussolini zusammen sei, und daher die Ansichten des Duce genau kenne, gefragt habe, warum die englische Regierung solange gebraucht habe, um ihren Standpunkt darzulegen. Von dieser Seite sei ihm folgende Erklärung gegeben worden:
England wünsche nicht, daß Italien sein Kolonialreich vergrößere, besonders aber nicht Abessinien, weil dies ein Teil Afrikas fei, den es s i ch selb st Vorbehalten habe, hierüber seien sich alle englischen Kreise einig. Schon seit langem habe sich keinerlei koloniale Vergrößerung vollziehen können, ohne daß England seine Zustimmung gegeben oder vielmehr „verkauft" habe. Dies sei ein unumstößlicher Grundsatz der englischen Diplomatie, der
im Laufe der Jahre nur eine einzige Ausnahme gekannt habe, als nämlich Frankreich unter Karl X. 1830 die Eroberung Algeriens in Angriff nahm. Zum erstenmal müsse England jetzt merken, daß es seinem Widerstand nicht gelinge und nicht gelingen werde, Italien aufzuhalten. Daher komme die Unzufriedenheit und Verärgerung. Es mißfalle England, daß Frankreich und Italien, die seit langem im Witlelmeer Rivalen waren, nach der Regelung ihrer Meinungs- Verschiedenheiten sich auch in der abessinischen Frage geeinigt hätten.
Der Berichterstatter erklärt bann, daß er nach । seiner Unterredung mit Mussolini den festen Ein- . druck habe, daß Italien auf alle Fälle und i mit aller Kraft seine Pläne in Abessinien . durchführen werde. Je mehr man sich mit die- ! stm Gedanken vertraut mache, um so mehr (Ent- ! täuschungen und um jo mehr Zeitverlust werde man
Eine offenherzige Unterredung. DerDuce hat England rechtzeitig unterrichtet.
Paris, 13. Sept. (DNB. Funkspruch.) Ein Mitarbeiter der volitisch'literarischen Wochenzeitschrift „©ringoire" hatte Gelegenheit, sich mit b e m Duce über bie Lage unter besonderer Berücksichtigung der Haltung Englands zum italienisch-abessinischen Streitfall zu unterhalten. Man habe den Eindruck, so schreibt er, als ob Mussolini seine Pläne erst nach sehr reichlicher U eb erleg u n g gefaßt habe und als ob ihn j e tz t n i ch t s mehr von seinem Vorhaben abhalten könne. Er sei sehr gerührt von der Sympathie, die ihm die französische Öffentlichkeit entgegenbringe, und die seiner Auffassung nach der Ausdruck von Intelligenz und gesundem Menschenverstand sei. Die Franzosen, so habe Mussolini ihm erklärt, verständen in ihrer großen Mehrheit seine
munition. 1 3 .
M i 11 e I m e e r
Genf wartet auf die Rede Lavals.
Frankreich wird seine Vermittlerrolle nicht aufgeben, aber gegebenenfalls an „Gühnemaß nahmen" vermutlich teilnehmen.
Mffolim über den Konflikt mit England.
OiellrsachendesbntischenWiderstandesgegenItaliensKolonialpläneinOstafrika
gefagt werden, die Worte eines wirklichen Freundes sind?
„Elastizität am richtigen Platz."
Die Times zur Rede Hoares.
London, 13. Sept. (DNB. Funkspruch.) „Times" stellt mit Befriedigung den Widerhall der Rede Hoares fest, aus dem hervorgehe, daß der britische Außenminister im Namen der großen Mehrheit der Völkexbundsnationen gesprochen habe. Es habe schon früher Fälle der Mißachtung gegenüber der Dölkerbundssatzung gegeben, aber niemals einen, bei dem die Streitfrage so eindeutig gewesen sei. Der Völkerbund sei nach britischer Auffassung nicht ein Mittel zur Verewigung vorhandener Zustände, sondern entsprechend Der Erklärung Hoares
Amerika fordert friedliche Lösung des Abessinien-Konflikts.
Staatssekretär Hüll fordert Beachtung des Kellogg-Paktes
fein. Ein bewaffneter Konflikt in irgendeinem Weltteil kann nur unerwünschte und w i« drige Folgeerscheinungen in allen anderen Weltteilen auslösen. Alle Nationen haben das Recht, zu verlangen, daß alle Fragen zwischen irgendwelchen Nationen ihre Lösung a u f friedliche Weise finden.
Mit d'iesem Willen gegenüber allen Nationen fordert die Regierung der Vereinigten Staaten solche Länder, welche bewaffnete Feindseligkeiten in Erwägung ziehen, auf, den Kelloggpakt endlich zu berücksichtigen, den alle Unterzeichnermächte zu dem Zweck unterschrieben haben, den Frieden sicherzu st eilest und der Welt die unberechenbaren Verluste und menschlichen Leiden zu ersparen, die ein Krieg unausbleiblich als Begleiterscheinung oder zur Folge hat.
gehandelt habe. Trotzdem aber dürfe man nur mit Vorsicht von einer solchen Entspannung sprechen, denn der Duce habe noch vor wenigen Tagen einer französischen Abordnung erklärt, daß er in erster Linie Ruhe brauche und daß sein Ziel nicht erreicht sei, wenn man ihm etwas anbiete, ohne feinen Truppen Gelegenheit au geben, s i ch zu schlagen. Laval werde in seiner heutigen Rede nicht die Vermittlerrolle aus der Hand geben. Er werde zwar strenge Worte zum abessinisch-italienischen Streitfall sprechen, aber feine bisherige Haltung nicht ganz aufgeben. Die französische Regierung habe sich bereits mit Rom ins Benehmen gesetzt. Mussolini sei bereit, wirtschaftliche und finanzielle Sühnemaßnahmen, an denen sich Frankreich beteiligen könnte, nicht als eine unfreundliche Haltung anzusehen.
Eine französische Anfrage in London.
Washington, 12. Sept. (DNB.) Staatsekretär hüll gab folgende Erklärung ab:
Regierung und Volk der Vereinigten Staaten wünschen Frieden. Wir sind der Ansicht, daß internationale «Streitfragen auf friedlichem Wege geregelt werden können und müssen. Wir haben zusammen mit 62 anderen Nationen, darunter Italien und Abessinien, einen Vertrag unterschrieben, in dem die Unterzeichnerländer den Krieg als Instrument nationaler Politik verurteilen und sich untereinander verpflichtet haben, ihre Streitfragen ausschließlich durch friedfertige Mittel zu regeln. Unter den gegenwärtigen Weltverhältnissen kann eine A n • drohung von Feindseligkeiten irgendwo nur eine Bedrohung der politischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Interessen aller Nationen
Verstärkung der britischen Maltagarnison.
London, 12. Sept. (DNB.) Das britische Kriegsministerium teilt mit: „Angesichts der internationalen Lage ist beschlossen worden, die I n • fantertegarnifon in Malta (die 1929 von Truppen, die nach Palästina gingen, entblößt worden ist), auf die vorgesehene Stärke 3u bringen. Zu diesem Zweck werden in Kürze folgende Einheiten nach Malta gesandt werden: Das 2. Bataillon des Lincolnshire-Regiments, das 2. Bataillon der südwalisischen Grenzertruppen, das 1. Bataillon der Kgl. schottischen Grenzertruppen. Der Truppentransportdampfer „Neuralia" traf am Mittwochfrüh in Malta ein. An Bord befanden sich rund 1200 Mann und 110 Offiziere sowie Geschütz-
sei Elastizität am richtigen Platze ein Teil der Sicherheit. Es handele sich nicht nur darum, Kriege zu verhindern oder nach ihrem Ausbruch zu beendigen, sondern auch darum, die Ursachen von Kriegen zu beteiligen und das natürliche Spiel der internationalenÄräfte auszualeichen. Einen Beitrag hierfür bilde der britische Vorschlag,
Untersuchung der Rohstoffrage zu veranstalten. „Times" gedenkt der altüberlieferten Freundschaft Englands mit Italien, gerade aus dem früheren englisch • italienischen Verhältnis könne geschlossen werden, mit welcher Abneigung, aber auch mit welcher Ueberzeugung Großbritannien seine jetzige Haltung einnehme, und wie sehr es einen Erfolg der letzten Dersöhnungsbemühungen begrüßen
shire" werden in der Zeit vom 21. September bis 8. Oktober auf der höhe von Limassol aus Zypern vor Anker gehen. Die Zusammenziehung entspricht dem normalen Sommerprogramm der Mittelmeerflotte.
Oer griechische Volksentscheid am 27. Oktober.
Athen, 12. Sept. <DNB.) Der Volksent. ch e i d ist für den 27. Oktober festgesetzt worden.
Man bemüht sich eifrig um die Beilegung der Meinungsverschiedenheiten zwischen T s a l d a r i s und Kondylis. Dabei ist in Aussicht genommen, den eines Kommandos enthobenen General Pana« liotakos wieder einzusetzen. In militärischen Greifen verlangt man die strengste Bestrafung bei Anhänger von Kondylis, die als Urheber der Zwi« chenfälle bezeichnet werden. Die Republikaner fün« )igen bereits einen entschiedenen Einsatz für die Re* publik an. In der veniselistischen Presse wird berichtet, daß V e n i s e l o s f e l b ft die Leitung bet Republikaner übernehmen werbe. Die Republikaner versuchen, auch ben Otaatspräfibenten ZaimiB zum Rücktritt zu bewegen.
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer hat an ben Reichsbilbberichter, [tatter ber NSDAP., Heinrich Hoffmann, bet eit 15 Jahren für bie NSDAP, gewirkt hat und seit Jahren ständiger photographischer Begleiter bes Führers ist, zu seinem 5 0. Geburtstag folgendes Telegramm gerichtet: Zu Ihrem heutigen Geburtstage wünsche ich Ihnen als einem meiner ältesten und treuesten Anhänger und Kampfgenossen aus ganzem Herzen Glück unb Segen für Ihr weiteres Leben. Adolf Hitler.
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General Dill unb Oberst Paget vom Generalstab ber Königlich Britischen Armee haben als Gäste bes beutfchen Heeres an Manöoern im Bereich bes Wehrkreises I teilgenommen und im Anschluß daran das Schlachtfeld von Tannenberg besucht. Ferner haben die Offiziere militärische Einrichtungen in der Umgebung von Berlin besichtigt.
Der Führer hat an den Korpsführer Hühnlein folgendes Telegramm gerichtet: ,Zu Ihrem heutigen Geburtstage sende ich Ihnen in Würdigung ihrer großen Verdienste um die Pflege des deutschen Kraftfahrwesens und des Motorsports meine herzlichsten Glückwünsche. Adolf Hitler."
Paris, 13. Sept. (DNB.) Die Aufmerksamkeit ber Pariser Morgenpresse ist auf bie Rebe gerichtet, die ber französische Mini st erpräsibent heute vormittag in Genf halten wirb. Man erwartet von ben Ausführungen Lavals eine enbgül- tige Klärung ber Lage, obgleich es nicht an Stimmen fehlt, bie barauf Hinweisen, baß Laval nicht seine bisherige Vermittlerrolle aufgeben werbe. So schreibt beispielsweise „Echo be Paris", Laval werbe sich ben Ausführungen Sir Samuel Hoares anschließen. Aber bie- fer Anschluß werbe „mehr herzlich als ge- n a u" sein. Er werbe nach bem Dorbllbe herriots unb Paul-Boncours ausrufen: „Der Pakt, ber ganze Pakt, nichts als ber P a k t!" Aber er werde sofort hinterher darauf Hinweisen, daß die Dersöhnungsmethoden noch nicht erschöpft feien.
Sicherlich werbe Frankreich an Sühnmaßnahmen gegen Italien leilnehmen, es werbe aber zu gleicher Zeit bemüht sein, diese Maßnahmen auf das wirtschaftliche und finanzielle Gebiet zu beschränken und England, sowie die anderen Staaten daran zu hindern, zu äußersten Maßnahmen zu greifen. Auf diese Weise lasse man Italien, das diese Haltung Frankreichs nicht als unfreundlich anzusehen sich verpflichtet habe, Zeit, einige militärische Erfolge in Abessinien davonzutragen, man hoffe, daß es dann eher bereit sein werde, ein Kompromiß abzuschliehen.
Man habe schon heute den Eindruck, als ob eine gewisse Entspannung eingetreten sei, ohne sich recht klar über bie Ursache zu werben. Ent- weber habe Baron Aloisi ben französischen Außenminister beeinflußt, ober bie Rebe Sir Samuel Hoares fei boch nicht ohne Einfluß auf bie Hal-
Aus aller Wett.
Schweres Bergwerksunglück in England. 15 Tote, 9 Schwerverletzte.
In dem Rorth-Gawber-Vergwerk bei Barnsley in England ereignete sich eine schwere Explosion. 15 Bergleute wurden getötet und neun sehr schwer verletzt. Die Explosion erfolgte in einer Tiefe von 135 Metern in einem Augenblick, als 160 Mann an der Arbeit waren. Bei einem sofort durchgeführten Namensaufruf wurde festgestellt, daß 38 Mann fehlten. Kurz darauf waren mehrere verletzte und fünf getötete Bergleute zutage gebracht. Die Tatsache, daß die Explosion in einem Stollen von weniger als einem Meter höhe erfolgte, gestaltete die Rettungsarbeilen besonders schwierig. Die hilfsmannschasten mußten mit den Tragbahren auf den Stollenboden entlangkriechen, um die Verletzten zu erreichen. Der Rückweg mit den Geborgenen war noch schwieriger.
Feuersbrunst in einer japanischen Stadt.
In der an der Nordostküste Japans gelegenen Stadt Niigata wütete in einer der letzten Nächte ein gewaltiges Feuer. Die Hauptgeschäftsstraße ber Stabt, in ber sich ein Bankhaus, Die Sparkasse, bie Fischbörse, ein Theater unb bas Polizeipräsi- bium befanben, würbe völlig zerstört. In ber Hauptsache würbe bie Vorstadt Shibata in Mit- leibenschaft gezogen. 50 Personen würben bei bem Branbe verletzt. Insgesamt würben 1100 (Be- bäube zerstört, barunter eine Schule, ein Krankenhaus, eine Kaserne unb bas Postgebäube.
Schafherde von wildernden Hunden überfallen.
In Geismar bei Kassel drangen nachts wil» dernde Hunde in den Schafstall des Stadtgutpächters ©enger ein und richteten unter der Herde beträchtlichen Schaden an. Am nächsten Morgen fand man 25 Tiere tot im Stalle vor. Di- meisten von ihnen waren von der erschreckten Herds int Stallwinkel erdrückt worden, den anderen hatten die Bestien den Leib aufgerissen.
Romane am laufenden Band.
Schon Dumas erregte die Bewunderung feiner Zeitgenossen unb „Kollegen" durch die geistige Fruchtbarkeit, mit der er ein Buch nach dem anderen produzierte. Dann war es Edgar W al- l a c e, von dem man unmöglich nicht gefesselt sein konnte, trotzdem er seine Kriminalromane ebenfalls am laufenden Bande schrieb.. Einmal brachte er es fertig, binnen 30 Stunden, auf der Chaiselongue liegend, die unvermeidliche Zigarettenspitze im Mund, einen vollständigen Reißer vom ersten bis zum letzten Kapitel hintereinander weg in die Sprechmaschine zu diktieren, denn ein Schreibmaschinenfräulein hätte hier nicht durchgehalten. Jetzt wird die Kunde laut von dem ehemaligen Rechtsanwalt D. V- White aus Boston, der vor genau einem Jahre feinen ersten Roman — auch einen Kriminalreißer — veröffentlichte unb bann, als er ein Erfolg würbe, weiterschrieb. Er hörte nicht eher auf, als bis er, innerhalb eines Jahres, 3 8 Romane geboren hatte, bie allesamt wie die warmen Semmeln weggingen unb Aussicht haben, vor ben Augen ber Filmgewaltigen Gnade zu fin» ben. Worauf sich Mr. White jetzt zur Ruhe fetztÜ unb in Zukunft lebiglich bas Einkommen feiner Tantiemen überwachen wirb. Alle Achtung vor bie« fern geschäftstüchtigen amerikanischen Schriftsteller
Nach Reibungen englischer Blätter aus Genf ist ' die Lage unoeränbert. Nichts beute auf eine Aenberung ber Haltung Italiens hin. Angeblich sei ein Versuch Lavals, mltMussolinitelepho- nisch in Verbindung zu treten, fehlgeschlagen. In britischen Kreisen werde sehr wenig Hoffnung gezeigt. „Times" berichtet auch über Meinungsoerschiedenh eiten zwischen L a - val und seinen Mitdelegierten Herr io t und Paul-Boncour. Die beiden letzteren seien der Meinung, daß Laval Italien zuweit entgegenkommen wolle.
Frankreichs Frage, ob die britische Delegation sich verpflichte, an Sühnemahnahmen gegen je- ben Angreifer teilzunehmen, würbe am Mittwoch von bem französischen Botschafter in ßonbon, Gor bin, rnünblich im Foreign Office gestellt. Eorbin ist ersucht worben, bie Frage zwecks Späterer Erwägung schriftlich nieberzulegen. „Mor- ning Pos? schreibt, in britischen Kreisen habe man gehofft, Frankreich würbe sich mit ber positiven Erklärung Hoares begnügen, baß Großbritannien die Autorität bes Völkerbunbes in allen fünf- tigten Fällen eines nicht h er aus- gef orberten Angriffes unterstützen werbe, wo sie sich auch ereigneten. Angesichts ber französischen Anfrage müsse aber jetzt barüber ent= schieben werben, ob eine ausbrückliche Zusicherung gegeben werden solle, und ob Großbritannien nötigenfalls für bie Gewähr lei - [tung französischer Interessen über die Verpflichtungen ber Völkerbunbssatzung h l n - a u s g e h e n solle. Die Antwort werbe schwerlich vor Ablauf mehrerer Tage erfolgen. Hoare wünsche mit Balbwin zu beraten, es sei auch möglich, daß eine Kabinettssitzung notmenbig sein werbe, um bie Frage zu entscheiben.
Eine Rundfunkrede Hoares.
London, 13. Sept. (DNB.) Der englische Rundfunk übertrug aus Genf eine Rede des Außenministers Sir Samuel Hoare über ben italienisch-abessinischen Streitfall. Hoare sagte, bie englischen Vertreter hätten ihr Alleräußerstes getan, um ein großes Unheil zu oerhinbern. „Ich versuchte, ben Nationen in Genf unseren Wunsch auszubrücken, z u leben unb leben zu lassen unb unser Wort zu halten, bas wir in ber Dölkerbundssatzung feierlich gegeben haben." Er hoffe, daß England, indem es Abessinien Gerechtigkeit zuteil werden lasse, immer noch in der Lage sein werde, mit seinem italienischen Verbündeten im Weltkrieg befreundet zu bleiben. Mehr als den meisten anderen sei ihm der Gedanke an Meinungsverschiedenheiten zwischen Großbritannien und Italien verhaßt. Er selbst habe während des Krieges anderthalb Jahre in Italien gebient, unb er habe immer noch eine grofte Bewunberung für Italien, bie Italiener unb Den Fortschritt, den sie in ben letzten Jahren erzielt hätten Sie mögen mir Glauben schenken, wenn ich Ihnen sage, baß ich so besorgt wie irgenbjemanb in Europa bin, eine Regelung zu finben, bie glei- cherweise den Nattonalrechten Abessiniens unb dem italienischen Anspruch auf Ausdehnung gerecht wird. Mögen bie Aetherwellen heute nacht diese Worte nach Italien tragen, die, wenn auch bittere Dinge
bruck, baß Italien entschlossen sein Ziel verfolgen werbe, selbst auf bie Gefahr hin, mit Englanb in einen Krieg verwickelt zu werben.
Die Sorge der kleinen Machte.
Die Aussprache
in der Bö<kerbundsversammlung.
Genf, 12. Sept. (DNB.) Die Reden ber Vertreter Hollands, Schwebens unb Belgiens waren von einer bemerkenswerten Entfchiebenheit. Der holländische Außenminister de G r a e f f wies nachdrücklich auf den besonderen Ernst der politische Lage hin, die zum größten Pessimismus Anlaß gebe. Auf zwei Gebieten aber fyabe der Völkerbund völlig versagt, nämlid) bei ber wirtschaftlichen und bei der militärischen Abrüstung. Die mangelnde Festtgkeit der Währungen Drücke immer schwerer auf die Weltwirtschaft, und die Aufrüstung habe stärker denn je eingesetzt, da das Vertrauen in die kollektive Sicherheit immer schwächer werbe. De ©raeff betonte bann bie Bebeutung ber von bem englischen Außenminister aufgeworfenen Frage einer befferen Verteilung der Rohstoffe. Die Frage, ob man sich durch Gewalt das verschaffen könne, was man selber nicht habe, müsse er mit Nein beantworten. Wenn man auch bei der Aufstellung des Dölkerbunbspaktes den dynamischen Kräften der Welt nicht genügend Rechnung getragen habe, so gebe es doch Möglichkeiten, um gewissen Ansprüchen gerecht zu werden.
Außenminister Sandler- Schweden sprach ausschließlich über die Stellung des Völkerbundes zum italienisch-abessinischen Streit, hier werde die Frage aufgeworfen, ob der Dölkerbundspakt in Konflikten von dieser Tragweite tatsächlich funktionieren könne oder nicht. Er denke auch an die Zukunft, wenn er sage, daß man sich hüten müsse vor einer Lösung, die unter dem Druck mächtiger Einflüsse das Recht eines Schwa- chen vergewaltige. Der Augenblick sei jetzt nicht günstig, auf die Folgen hinzuweisen, die ein solches Vorgehen mit sich bringen wurde. Er wolle nur bemerken, daß d i e kleinen Staaten mit besonderem Interesse die gegenwärtige Entwicklung verfolgen. Der Völkerbund und seine Mitglieder müssen bereit fein, in der gegenwärtigen Lage ihre Verantwortlichkeiten zu übernehmen.
Der belgische Ministerpräsident van Zeeland erklärte, Belgien werde alles tun, was in seinen Kräften liegt, um bie Dersöbnungsaktion des Völkerbunbes zu unterstützen. Belgien sei entschlossen, bis auf äußerste seinen Internationalen Verpflichtungen nachzuleben,


