Ausgabe 
13.9.1935
 
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Keitag, 13. September 1935

Ur. 2H Erster Blatt

185. Jahrgang

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Heimat im Bild Die Scholle M HW M W W M V S H fl W W VH D X. V M M W M F L;j für Anzeigen von 22 mm

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L-rM General-Anzeiger für Oberhe en BZW

nchten: Anzeiger Sietzea v " 1 w behördliche Anzeigen 6Rpf.

StmtffurtJSn 11688 Dram und Verlag: vrühl'sche Universilätsvllch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Seschäftsstelle: Schulstratze 1 M°ng°n°bschwff° Staffel b

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Der Arbeitsdienst vor dem Führer.

Bannerträger einer neuen Gemeinschaft unseres Volkes.

haben aber auch, was unendlich viel wichtiger war, den rechten Gei st in unserem Freiwilligen Arbeitsdienst herangezogen. Wir haben dem gesun­den Körper die nationalsozialistische Seele gegeben. Der Arbeitsdienst muß ja seinem ganzen Wesen nach nationalsozialistisch sein. Der Geist, mein Führer, der heute aus den Worten, den Augen und den Herzen unserer Arbeitsdienstmänner zu Ihnen

gesprochen hat, wird und soll auch der Geist des staatlichen Reichsarbeitsdienstes sein. Ich werde dar­über wachen, daß der Reichsarbeitsdienst nach den­selben Gesetzen weiter wirkt, nach denen wir im Freiwilligen Arbeitsdienst angetreten sind, den Ge­setzen der Treue, des Gehorsams und der Kameradschaft als einer auf Sie, mein Füh­rer, und Deutschland verschworenen Gemeinschaft."

Der Führer spricht zum ersten Jahrgang der neuen Reichsarbeitsdienstpsticht.

Nürnberg, 12. Sept. (DNB.) Der Donnerstag­vormittag ist dem Reichsarbeitsdienst Vorbehal­ten. Die Zeppelin wiese bietet in ihrer neuen Ge­stalt mit der großen grauen Sandsteintribüne, dem alles überragenden gewaltigen Hoheitszeichen der Bewegung, mit dem mit frischen Blumen um­rahmten Hakenkreuz unterhalb des Führerturms, der Flagaengalerie an der Rückseite der Tribünen und der Fahnen auf den Holztribünen ein zauber­haftes Bild. Auf dem großen grünen Felde ist ein mächtiger Quaderblock mit dem Symbol des Reichs­arbeitsdienstes errichtet, auf dessen Stufen Arbeits­dienstmänner mit geschultertem Spaten die Ehren­wache halten.

Els Marschsäulen ziehen am Führer vorbei.

Eine Stunde vor Beginn des Vorbeimarsches der 54 000 Arbeitsmänner sind die Tribünen bereits dicht besetzt. Wenige Minuten nach 10 Uhr künden Fanfaren und dumpfe Wirbel der Landsknechts­trommeln die Ankunft des Führers, den der Reichsarbeitsführer empfängt. Er be­grüßt, begleitet von seinem Stellvertreter Rudolf Heß und Reichsminister Dr, Frick, sodann den Ehren-Qberst-Arbeitsführer Ritter von Epp und die Gauarbeitsführer. Als er seinen Wagen zur Abnahme des Vorbeimarsches besteigt, schallen ihm von der großen Tribüne von allen Seiten des Platzes erneut stürmische Heilrufe entgegen, die erst abreißen, als sich die erdbraunen Kolonnen unter Dorantritt des Musikzuges des Arbeitsgaues Pommern, geführt vom Reichsarbeitsführer mit seinem ersten Adjutanten in Bewegung setzen. Hin­ter dem Reichsarbeitsführer folgt feine Standarte. Dann ziehen in elf Marschsäulen mit mehr als 400 Fahnen die Arbeitsdienstmänner in Zwölferrechen, schnurgerade ausgerichtet, in prächtiger Haltung mit geschultertem blinkenden Spaten vor der Ehren­tribüne vorüber. Sie verlassen auf der anderen Seite den Platz und ziehen um das äußere Feld herum, um durch den der Haupttribüne gegenüber­liegenden Mitteleingang zur Aufstellung wieder auf das Feld zurückzukommen.

Geschlagene drei Stunden zog Gruppe auf Gruppe vorüber. Die vorletzte Säule bildeten die 13 Lehrabteilungen des Reichsarbeitsdien- stes, geführt von dem Inspektor des Erziehungs­und Bildungswesens des Reichsarbeitsdienstes, Ar­beitsgauführer Dr. Decker. Durch die freigelasiene Mitte marschieren die 500 Fahnen des Reichsar­beitsdienstes, von den Massen mit erhobenen Rech­ten begrüßt, bis zum freigehaltenen Rechteck.

Nachdem der Führer sich dann aus den Fuh- rerturm begeben hatte, ertönt das Kommando Stillgestanden!",Spaten in Hand!",Spaten präsentiert!" und wie eine glänzende Welle funkeln 54 000 Spaten in der Sonne, ein stählernes Meer.

Spontaner Jubel braust über das Feld, der Füh­rer tritt an den Rand des Führerturms und grüßt: Heil Arbeitsmänner!" Aus 54 000 Kehlen schallt ihm die Antwort entgegen:H e i l m e i n Führer!" Dann ziehen die Fahnen auf die Um­randung des Rechteckes, während die Arbeitsmän­ner singen:Grüßt die Fahnen, grüßt die Zeichen, grüßet den Führer, der sie schuf."

Aus allen deutschen Gauen meldet sich dann t m Sprechchor des Reiches junge Mannschaft, die im Kleid des Arbeitsdienstes ihrem Führer durch ihrer Hände Arbeit für sein Werk danken, die Man­ner, die den gleichen Ehrendienst für die Nation versehen, wie die Männer der Waffe, die Manner, die in den Mooren und Oedländern, m der einsamen Heide und auf unwegsamem Karst den Boden zu Frucht und Ernte bereiten. Während die Musik das Lied vom guten Kameraden spielt, gedenken sie d e r Toten des Weltkrieges, der Bewegung, der Opfer der Arbeit und der Ärbeitskameraden, die der Tod aus ihren Reihen riß. Die Häupter entblößen sich, die Fahnen senken sich, es öffnen sich die Rechen der Arbeitsmänner vor dem Ehrenmal und man sieht, wie Arbeitsdienstmänner das Ehrenmal des Arbeitsdienstes mit vier Lorbeerkränzen schmucken. Den Chor beschließt das Gelöbnis auf Führer und Vaterland: Alles für Hitler und Deiitschland.

Aeichsarbettssührer Hier!

meldet dann seine erdbraunen Kolonnen. Er sagt u. a.: v

Mein Führer! 54 000 Arbeitsdienstmänner sind hier zum Appell angetreten. Dazu kommen noch 150 000 Arbeitsmänner, die heute in 1400 Lagern und Standorten diese Weihestunde gemeinsam mit uns erleben.

Mein Führer! Am letzten Parteitag beim Appell des Arbeitsdienstes haben Sie an uns die verhei­ßungsvollen Worte gerichtet:Durch eure Schule wird ein st die ganze Nation gehen!" Sie haben am 26. Juni dem deutschen Volke das Gesetz der Arbeitsdienst- pflicht geschenkt. Das Arbeitsdienstgesetz stellt uns Führer des Arbeitsdienstes vor die große und schöne aber auch verantwortungsvolle und schwere Aufgabe, die g a n ze d e u t s ch e I u g e n d durch den Arbeitsdienst als eine Schule der Nation zu führen Wir haben im Freiwilligen Arbeitsdienst r das Stammpersonal herangebildet, das das Gerippe i für unseren Reichsarbeitsdienst darstellen soll. Wir

Und nun tritt der Führer selbst vor die Soldaten des Friedens und hält folgende Ansprache:

Meine Arbeitsmänner!

Zu den kühnsten Programmpunkten der national­sozialistischen Bewegung gehört der: Die bisher in Klassen gespaltene Nation aus ihrer Zerrissenheit zu lösen und zu einem einheitlichen Kör­per zusammenzuschmelzen. Nur ein Satz! Aber ein ungeheuer großer Versuch! Heute sehen wir, daß dieser Versuch mehr und mehr Wirklichkeit wird. Ich wollte nur, alle Deut­schen des Reiches könnten in diesem Augenblick euch, meine deutschen Kameraden, sehen. Sie wür­den die Ueberzeugung von hier mitnehmen, daß die Zusammenfügung des deutschen Volkes zu einem einzigen Körper kein Phantom ist, kein phantasti­sches Gerede, sondern Wirklichkeit: Als Realität ein gewaltiger Faktor für die Zu k u n f t und das Leben des deutschen Volkes! Wir zweifeln nie daran, daß ein solcher kühner Programmsatz nicht in Wochen oder Monaten ver­wirklicht werden könnte. Wir wußten, daß der Weg von der Vorstellung bis zur Wirklichkeit und ihrer Vollendung ein weiter sein muß und sein wird. Allein wir sind nicht nur auf dem Wege dazu, nein, eine junge, nachwachsende deutsche Generation strebt schon hinein in das Ziel, in die Vollendung. Zu den Mitteln, diese Volksgemein­schaft zu verwirklichen, gehörte bei uns National­sozialisten auch die Idee, alle deutschen- Menschen durch eine Schule der Arbeit gehen zu lassen, damit sie sich untereinander kennenlernen und damit die Vorurteile der bürgerlichen Tätia- keit ausgerottet werden, so gründlich, daß sie nicht mehr wiederkehren. Das Leben teilt uns zwangs­läufig in viele Gruppen und Berufe. Aufgabe der politischen und seelischen Erziehung der Nation aber ist es, diese Teilung wieder zu überwinden. Diese Aufgabe ist in erster Linie dem A r b e i t s - dienst zugedacht. Er soll in der Arbeit alle Deut­schen zusammenfassen und eine Gemeinschaft aus ihnen bilden. Er soll zu diesem Zweck allen das gleiche Instrument der Arbeit in die Hand drücken, das Instrument, das ein Volk am meisten ehrt: den Spaten.

So marschiert ihr denn unter dem Gewehr des Friedens, unter der Waffe unserer inneren Selbst­behauptung! So marschiert ihr heute im ganzen, Deutschen Reich! Auf euch ruht das Auge der Na­tion, ihre Hoffnung! Sie sieht in euch etwas Besse­res, als sie selbst in der Vergangenheit war. Würde heute das ganze deutsche Volk euch hier gesehen haben, ich glaube, auch die letzten Zweifler sie mür­ben bekehrt werden, daß die Aufrichtung einer neuen Nation, einer neuen Gemein-

Nürnberg, 12. Sept. (DNB.) Während noch die letzten Kolgnnen der Arbeitsmänner durch Nürn­bergs Straßen zurück ins Lager marschieren, sind bereits gegen 10 000 Politische Leiter, je 300 aus den 32 Gauen, zum nächtlichen Vorbeimarsch vor dem Führer ange­treten. Die Straßen, durch die der Zug geht, glei­chen einem einzigen wogenden und brodelnden Menschenmeer. Tief gestaffelt bis zu 10 und noch mehr .Gliedern umsäumen die Massen den weiten Bahnhofsplatz.

Wenige Minuten nach 21.30 Uhr künden brau­sende Heilrufe das Kommen des Führers. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley erstattet Mel­dung, dann setzt sich die Spitze des Fackel- zuqs in Bewegung. Voran marschiert die Kur- mar k. Phantastisch schön ist der Anblick. Die Spitzen der Fahnen leuchten im Scheinwerferlicht. Bengalische Fackeln umsäumen die ersten Gruppen. Ihr Schein hüllt den Platz in eine feurige Lohe, brandroter Rauch steigt auf zum sternenbesäten Himmel. Gau um Gau zieht am Führer vorbei. Herzlicher Aufnahme begegnen die Amtswalter des Traditionsgaues München-Oberbayern, die in ihren schmucken Uniformen, in ihrenKurzen" und in den weißen Kniestrümpfen stark umjubelt werden. Männer jeden Alters und jeden Standes, der Kopfarbeiter neben dem Handarbeiter. Die Gaue Baden, Schlesien, Main-Franken, Berlin, Schles­wig-Holstein, Pommern, Hamburg ziehen vorüber.

schäft unseres Volkes kein Gerede, sondern eine Wirklichkeit ist (Brausende Hcilrufe.)

Wenn ihr heute so als Gemeinschaft vor mir steht, dann weiß ich, wie schwer der Weg war, aus nichts heraus erst über den Freiwil­ligen Arbeitsdienst die heutige Lage der na­tionalen Arbeitsdienstpflicht zu schaffen. Ich weiß, daß auch dieses Werk das Werk eines Wann es ist, eines Mannes, der sich damit als Parteigenosse und Mitkämpfer seinen Namen eingegraben hat in die deutsche Ge­schichte: Euer Führer des Reichsarbeitsdiensles und unser Parteigenosse und aller nationalsozia­listischer Mitkämpfer hier!. (Tosender Bei­fall.) Es ist der fanatischen Verbissenheit und der unentwegten zähen Vertretung der Forde­rung nach der Einführung der Arbeitsdienst- pflichl dieses Mannes wesentlich mit zuzuschrei­ben, wenn ihr heute hier steht. Ihr sollt, jeder Einzelne auf feinem Platz, aus dem ersehen, was Zähigkeit zu schaffen vermag. Ihr sollt selbst euch dies zum Vorbild nehmen. Dann werdet ihr genau so gute und treue Söhne unsere Volkes sein.

In wenigen Tagen zieht ihr von hier wieder hinaus in eure Lager. Die blanken Spaten wer- den dann wieder an der deutschen Erde schaffen. Allein die Erinnerung an diesen Tag, die werdet ihr nicht verlieren, sondern mit euch nehmen. Und auch die Nation wird die Erinnerung an diese Tage weiter pflegen und ein Jahr später werden wieder 50 000 Mann als Abgeordnete und Zeugen dieser Schar deutscher Arbeitsmänner hier stehen, und es wird sich dieses wiederholen, Jahr um Jahr, Jahrzehnte um Jahrzehnte und in die Jahrhunderte hinein, bis endlich aus allen unseren gemeinsamen Anstrengungen, aus unserer unentwegten und un­unterbrochenen Erziehung unseres deutschen Volkes eine wahre deutsche Volksgemein­schaft geworden ist, unzerreißbar und unzertrenn­bar, ein Block, so wie ihr jetzt hier steht. (Lang­anhaltender, nicht endenwollender Beifall.)

Meine Männer! Dann wird man einst nicht mehr verstehen können, daß es in der Vergangenheit anders war. Wir aber, wir wollen stolz sein, daß wir die ersten Bannerträger und Vor­kämpfer waren. Und ihr könnt stolz sein, daß ihr der erste Jahrgang seid der neue n deutschen Reichsarbeitsdien st pflicht. Das ist euer Stolz, und allen aber eine große Freude und eine große Zuversicht. Heil Arbeits­männer! Heil Deutschland!"

Es folgen die Mecklenburger, die Westfalen, die Sachsen, dann kommt das Rheinland, Hochland, Düsseldorf, den Schluß bilden Mittelfranken, Köln- Aachen. Der imposante Fackelzug ist ein würdiger Auftakt für den am Freitag stattfindenden gro­ßen Appell der Politischen Leiter, aus dem sie neue Kraft und neuen Ansporn für die kommende Arbeit schöpfen sollen. Drei Viertelstunden dauert der Vorbeimarsch. Spontan sangen die Massen die nationalen Lieder, worauf der Führer mit seiner Begleitung wieder den Wagen bestieg und in sein Hotel zurückfuhr. Stürmische Huldigungen begleite­ten den Führer auf der Rückfahrt.

Starker Eindruck auf ausländische Besucher.

Die Pariser Presse über den Aufmarsch des Arbeitsdienstes.

Paris, 13. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Verlauf der gestrigen Kundgebung in Nürnberg tritt in der hiesigen Presse hinter der Nachricht von der Einberufung des Reichstages etwas zurück. Immerhin weisen die Nürnberger Sonderbericht­erstatter auf den überwältigenden Ein­druck hin, den der Aufmarsch des Arbeitsdienstes gemacht hat und auf die ungeheuere Volkstümlich­keit, der sich der Führer erfreue.

Journal" schreibt u. a.: der Aufmarsch dieser

halben Soldaten" habe den Eindruck einer blinden Kraft gemacht, die nichts aushalten könne. Es han­dele sich nicht um eine Parade, sondern um das Steigen eines Flußes, um die Flutwelle eines Meeres. Man möchte sich gegen eine Beunruhigung verteidigen. Fahnen und Männer; Männer und wieder Männer! Es sei unmöglich, d i e Ergebenheit und Leidenschaft zu schil- dem, mit der die Männer des Arbeitsdienstes den Gruß des Führers erwidert hätten. Durch die Laut­sprecher sei die mächtige Stimme des Führers er­klungen. Das sei keine irdische Stimme, sondern eine geheiligte Stimme, die das Evan­gelium der Arbeit und des Vater! an- d e s verkünde. Der Berichterstatter schreibt, er sei mit dem Eindruck nach Hause gegangen, nicht einer Parade beigewohnt zu haben, sondern einem feierlichen Gottesdienst.

DerFigaro" betont, man müsse sich erst einmal über die ungeheure Volkstümlichkeit, der sich der Führer erfreue, klar werden, wenn man die augenblickliche Lage in Deutschland richtig beurteilen wolle. Dieser Mann sei beliebt. Der Bericht- erstatter weist auf das große Entgegenkommen hin, das die Nürnberger Bevölkerung den Ausländern und insbesondere den Franzosen erweise. Zwei SA.» Männer hätten ihm erklärt, Deutschland werde niemals Krieg gegen Frankreich führen, und in dieser Erklärung habe ein aufrichtiger "und ehrlicher Ton gelegen.

Oer Deutsche Reichstag einberuseri.

Nürnberg. 12. Sept. (DNB.) Der Deutsche Reichstag ist auf Sonntag. 21 Uhr. nach Nürnberg einberufen worden zur Ent­gegennahme einer Regierungserklärung.

Fortsetzung des parteckongreffes.

Rosenberg spricht über Bolschewismus und Judentum.

Nürnberg, 12. Sept. (DNB.) Der Große Kongreß des Reichsparteitages der Freiheit nahm am Don­nerstagnachmittag in Anwesenheit des Führers seinen Fortaang. Als Fanfarenklänge des Musik­zuges der Leibstandarte das Eintreffen des Füh­rers ankündigten, war die riesige Halle wieder bis auf den letzten Platz besetzt. Nach dem Einzug der Standarten leitete das Reichssinfonieorchester die Sitzung mit derRienzi"-Ouvertüre ein. Der Stellvertreter d e-s Führers erteilte so­dann als dem ersten Kongreßredner dem Beauf­tragten des Führers für die Ueberwachung der ge­samten geistigen und weltanschaulichen Erziehung der NSDAP., Reichsleiter Alfred Rosen­berg, das Wort zu einer großen Rede:D e r Bolschewismus als Aktion einer f r e m- öen Rasse". Rosenberg führte u. a. aus:

Inmitten der heutigen großen Erschütterungen iin Leben nahezu aller Völker des Erdballes ist es bei Beurteilung des gesamten Marxismus meist übersehen worden, daß diese marxistische Bewegung und namentlich ihre folgerichtigste Darstellung, der Bolschewismus, keine Wirtschaftstheorie darstellt, sondern eine po l i t i s ch e Aktion im Dienste einer bestimmten Anschauung der Welt. Zugleich bedeutet dieser Weltbolschewismus eine Auspeit­schung bestimmter Gefühle gewisser Be­völkerungsschichten innerhalb der meisten Staaten und die Gesamtheit dieser Gefühle und politisch weltanschaulicher Beziehungen nicht die Wirt­schaftstheorie sind das eigentlich Charakteristische im Kampfe des Kommunismus. Rein negativ genom­men bedeutet die grundsätzliche Ableh­nung nicht nur bestimmter Konfessionen, sondern des Religiösen überhaupt zusammen mit der Verneinung eines nationalen Wertgesüges eine Anschauung, die buchstäblich allem widerspricht, woraus die Kulturen aller Völ­ker Europas, und nicht nur Europas, entstanden sind.

Es ist für einen Tieferblickenden kein Zufall, son­dern eine naturnotwendige Erscheinung, daß die Träger und Verfechter einer bis in die letzte Faser antieuropäischen Bewegung auch keine Europäer sind. Karl Marx ist weder Deutscher noch assimi­lierter Engländer, sondern ist als Rabbiner-Ab­kömmling ein fremder Jude gewesen, der ohne einen Hauch des Verständnisses für die wirklich gestalten­den Kräfte der europäischen Völker in einer großen sozialen Krise des anbrechenden Maschinenzeitalters nicht ein System der Heilung und des Aufbaues er­dachte, sondern ein soziales und weltanschauliches Dogmengebäude errichtete, das die eingetre­tenen Zerklüftungs-Erscheinungen verewigen sollte, um dann diese Zerklüftung al» notwendig und als unabänderlich hinzuftellen. Ein internationaler Schwarm jüdischer Redner und Lite­raten fand sich zusammen, um soziale Glaubenssätzß für die Verzweifelten eines Zeitalters zu schaffen, denen durch die Entfremdung von Boden und Land« schäft die Maßstäbe zur Beurteilung der neuen Un­heillehre genommen worden war.

Um die weltgeschichtliche Erscheinung des Bolsche­wismus zu begreifen, muß man einsehen, daß es nicht nur im Pflanzen- und Tierleben Parasiten

Der Fackelzug Der politischen Leiter vor Dem Führer.