Opfer. Wegen Wassermangels konnten die Feuerwehren die Bekämpfung des Brandes nicht so wirksam durchführen, wie sie es gern getan hätten. Der Brandschaden ist groß.
Ein weiteres Brandunglück.
V Burg-Gemünden (Kr. Alsfeld), 12.Aug. Heute mittag gegen 11 Uhr brach in dem Anwesen des Bürgermeisters und Landwirts Heinrich Hermann Feuer aus, das sich infolge der großen Trockenheit mit rasender Schnelligkeit ausbreitete. Trotzdem die Feuerwehr rasch zur Stelle war, brannten die Scheune und der anschließende Stall bis auf die Grundmauern nieder. Nur dem tatkräftigen Zugreisen der Feuerwehr Burg- Gemünden, der Freiwilligen Feuerwehr Nieder- Gemünden, die mittels ihrer gut funktionierenden Motorspritze rasch zur Stelle war, und der Feuer- wehr Bleidenrod gelang es, das Wohnhaus, sowie das in höchster Gefahr stehende Wohnhaus des Wagnermeister Sann zu retten. Beide Gebäude haben aber durch die Löscharbeiten stark gelit- t e n. Die gesamte Heuernte, sowie die Frucht- ernte, die nicht gedroschen war, wurden vernichtet. Auch ein großer Teil totes Inventar wurde ein Raub der Flammen. Das Vieh konnte gerettet werden. Neber die Brandursache herrscht zur Zeit noch vollkommen Unklarheit. Besonders lobenswert war auch die Hilfe der Arbeitsdienstabteilung Burg-Gemünden, die rasch zur Stelle war und überall, wo es galt, wacker zugriff. Die Brandgeschädigten sind versichert.
Landkreis Gießen.
* Heuchelheim, 13. Aug. Frau Helene Rinn, geb Siegfried, Heuchelheim, Brauhausstraße, kann am morgigen Mittwoch, 14. August, in voller geistiger und körperlicher Frische ihren 8 3. Geburtstag begehen. Mit regem Interesse liest sie noch jeden Tage den „Gießener Anzeiger".
§ Mainzlar, 12. Aug. Die hiesige evangelische Frauenhilfe unternahm bei zahlreicher Beteiligung am Sonntag unter Führung von Pfarrer G u ß m a n n einen Ausflug nach Darmstadt und Nieder-Ramstadt. Bei herrlichem Wetter ging die Fahrt im Omnibus über Gießen — Butzbach — Bad-Nauheim — Frankfurt, von dort aus auf der Reichsautobahn, die die Bewunderung aller Fahrtteilnehmer auslöste, bis Darmstadt. Dort wurde zunächst das Diakonissenhaus Elisabethenstift aufgesucht, dann unter sachkundiger Führung verschiedene Sehenswürdigkeiten Darmstadts, wie die russische Kapelle, der Hochzeitsturm, der Große Woog u. a. besichtigt. Sodann wurde noch das neue Krankenhaus des Elisabethenstifts angesehen und dann die Weiterfahrt nach Nieder-Ramstadt angetreten. Das Ziel war das Frauenerholungsheim bei Nieder- Ramstadt. Die Rückfahrt erfolgte gegen Abend, wobei in Darmstadt noch der Gartenbauausstellung ein Besuch abgestattet wurde.
wg. Großen-Buseck, 12. Aug. Das Ehepaar Apotheker Karl Manns und Frau Margarethe, wohnhaft Kaiserstraße, konnte dieser Tage das Fest der Silbernen Hochzeit feiern. — An der hiesigen Fahrkartenausgabe wurde dieser Tage eine Brieftasche mit einem ansehnlichen Geldbetrag gefunden. Ein Fahrgast, der mit seiner Frau am Freitagabend nach Hamburg fuhr und am anderen Tage nach Rostock reisen wollte, hatte die Tasche beim Lösen der Fahrkarte am Schalter liegen lassen. Der Fund wurde am anderen Morgen von Beamten des hiesigen Bahnhofs nachgeschickt.
* Beuern, 12. Aug. Die Witwe Katherina B e l l o f von hier, die sich kürzlich eine F u ß - Verletzung zuzog, mußte nunmehr in die Klinik nach Gießen gebracht werden, da sich eine schlimme Infektion eingestellt hatte. Der Zustand der bedauernswerten Frau ist nicht unbedenklich.
■ Hausen bei Gießen, 12. Aug. Der vergangene Sonntag gestaltete sich für die Gemeinde Hausen zu einem rechten Festtag. Besuchten doch 50 Mitglieder der Gemeinde Ehringshausen (Kreis Alsfeld) ihren einstigen Seelsorger Pfarrer Steiner (Hausen), der von 1915 vis 1927 Pfarrer in Ehringshausen war. Zugleich war dieser Besuch ein Gegenbesuch, der dem hiesigen Frauenchor abgestattet wurde. Der Frauenchor Hausen hatte vor zwei Jahren in Ehringshausen herzlichste Gastaufnahme finden dürfen, seitdem war der Gegenbesuch geplant. Am Morgen kamen die Gäste und wurden im Wald am Dorfeingang vom Frauenchor mit dem Liede „Gott grüße dich" be- willkommt. Hierauf besuchten die Gäste den Gottesdienst, um dann zum Mittagessen in die einzelnen Häuser zu gehen. Um 13.30 Uhr war gemeinsamer Gang auf den Schiffenberg zum gemütlichen Beisammensein an diesem schönen Orte der Heimat. Pfarrer Steiner begrüßte die Gäste und dankte im besonderen Lehrer Häuser von Ehringshausen für die Bemühungen, die er sich um das Zustandekommen des Besuches gemacht batte. Der Chor erfreute aus dem reichen Schatz seines Könnens mit den verschiedensten Liedern. Untyr der musikkundigen Leitung seines Dirigenten Karl Sommer gab der Chor wieder sein Bestes. Das Zusammensein gestaltete sich so herzlich und schön, daß unter beiherseitiger freudiger Zustimmung beschlossen wurde, daß die Gäste statt bereits um 17 Uhr, wie ursprüngli chvoraesehen war, erst am Abend heimfahren sollten. Gegen Schluß des Zusammenseins auf dem Schiffenberg ergriff Heinrich Pfeifer (Hausen) noch das Wort, um allen Beteiligten herzlichen Dank auszusprechen. Zum Kaffee und Vesperbrot waren die Gäste dann wieder bei ihren Gastgebern in den einzelnen Häusern. Am Bahnhof Schiffenberg vereinigte man sich zur Abfahrt des Zuges. Lehrer Häuser (Ehringshausen) Übermittelte in einer herzlichen Ansprache den Dank der Gäste an ihre Gastgeber, der Chor sang noch ein Abschiedslied, und als der Zug abfuhr, da sagte das Abschiedswinken herüber und hinüber, daß die freundschaftlichen Beziehungen, die sich zwischen den beiden Dörfern Ehringshausen und Hausen angebahnt haben, auch weiter fortbestehen möchten.
(X) Eberstadt, 12. Aug. Am Sonntag unternahm der hiesige Turnverein mit seinen Schülern eine Wanderung, die unter der Leitung von Ph. Herbert stand. Die Wanderung führte zunächst durch den Klosterwald. Hier fand die Jugend Gelegenheit zu einem schönen Geländespiel. Nach einer Rast, während der auch abgekocht wurde, wanderte man bei frohem Gesang weiter nach Kloster Arnsburg, um dort an der Veranstaltung der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" teilzunehmen. Die Turnerjugend verlebte auf dieser Wanderung einige sehr unterhaltsame Stunden.
D Li ch, 12. Aug. Auf Einladung des Vereins für Rasenspiele Li ch gab ein Zug der Arbeitsdienst- Abtei lung3/223Burg- Gemünden am Samstagabend in Steins Saalbau einen Kameradschaftsabend, zu dem sich die Einwohner unserer Stadt recht zahlreich eingefunden hatten. Schneidig vorgetragene Märsche der Musikkapelle Schmidt leiteten den Abend ein.
Unterfeldmeister Birken stock vom Arbeitsdienst- laoer Burg-Gemünden hieß die vielen Gäste herzlich willkommen und sprach seinen Dank aus an alle, die den Abend ermöglicht und sich zur Mitwirkung bereiterklärt hatten. Er dankte auch im besonderen den Quartiergebern für ihre Gastfreundschaft und sprach dann über die beiden Hauptaufgaben des deutschen Arbeitsdienstes, daran mitzuarbeiten, daß unser Vaterland auf dem Gebiet der Ernährung unabhängig vom Ausland wird und die jungen Arbeitsdienstleute zu tüchttgen Gliedern der wahren Volksgemeinschaft au erziehen. In sei- nen Vorführungen zeigte der Arbeitsdienst sodann, auf welche Weise Körper und Geist in dem Arbeitsdienstlager ausgebildet werden. Die dargebotenen Uebungen legten Zeugnis davon ab, welch gründliche Arbeit an den jungen Menschen geleistet wird. Neben der körperlichen Ausbildung wird auch der geistigen Schulung genügend Zeit gewidmet. Dies bewiesen die mustergültig vorgetragenen Gedichte. Die Sängervereinigung „Cäcilia" trug unter Leitung von Chormeister Ernst I l g e in trefflicher Weise als ersten Chor „Deutschland, heilger Name" von Baußnern vor und sang im Laufe des Abends noch einige schöne Volks- und Soldatenlieder, Kompositionen von Gellert, Isenmann und Sttlz. Un- ermüdlich spielte zwischendurch die Kapelle Schmidt gute Konzertstücke. Für den Verein für Rasenspiele sprach dessen zweiter Vereinsführer Karl Kurz allen Mitwirkenden und den auswärttgen Gästen
herzlichen Dank aus und warb für den Gehanken des deutschen Sportes. Bei Tanz und Gesang blieben die Teilnehmer am Kameradschastsaoend noch lange beisammen. Am Sonntagnachmittag trafen sich die Mitglieder des Vereins für Rasenspiele mit den Kameraden vom Arbeitsdienst auf dem Sportplatz zu einem Freundschafts-Trainingsspiel.
* Langsdorf, 13. Aug. Der hiesige Metzgermeister Philipp Bender III., ein gebürtiger Langsdorfer, kann am Donnerstag, 15. Aug., auf das 25jährige Bestehen seiner Metz- gerei am Bahnhof zurückblicken. Phil. Bender III. erlernte in Laubach das Metzgerhandwerk, war dann in Bad-Nauheim und in Wiesbaden tätig, arbeitete ferner fünf Jahre als Gehilfe in der Wurstfabrik Meister in Gießen und gründete im Jahre 1910 hier sein eigenes Ge chäft. Er erfreut sich allen Vertrauens seiner Kund chast. Herr Bender ist seit 25 Jahren treuer Le er des Gießener Anzeigers.
> Queckborn, 12. Aug. Ende her vergangenen Woche wurde hier mit der G r u m m e t e r n t e begonnen. Das Gras steht verhältnismäßig dünn. Nur auf feuchten Wiesen ist der Ertrag etwas besser. — Ein hiesiger Landwirt kam beim Dreschen in seiner Scheuer der Strohpresse etwas zu nahe und zog sich dabei eine erhebliche Kopfwunde zu. Der Verunglückte mußte sich nach erster Hilfeleistung in ärztliche Behandlung begeben.
3n5 Stunden von Frankfurt nach Berlin.
Probefahrt des »Fliegenden Frankfurter".
LPD. Frankfurt a. M., 12. August. Zu den bisherigen Schnelltriebwagen, die die wichtigsten Handels- und Industriestädte Deutschlands mit der Reichshauptstadt verbinden, dem „Fliegenden Hamburger" und dem „Fliegenden Kölner" tritt als Dritter am 15. August der „Fliegende Frankfurter" hinzu, der FDt. 571/572, wie er bahn- technisch bezeichnet wird.
Der neue, aus zwei Zugeinheilen bestehende Schnellkriebwagen trat am Montag früh 6.40 Uhr vom Frankfurter Hauptbahnhof aus feine erste Probefahrt nach Berlin an, wo er um 11.46 Uhr eintraf.
Auf Einladung der Deutschen Reichsbahnhauptverwaltung nahmen an dieser Fahrt Vertreter der deutschen und der ausländischen Presse teil. In dem hügligen und kurvenreichen Gelände zwiscken Frankfurt a. M. und Erfurt mußte Der Wagen noch mit verhaltener Kraft bis zu 130 Kilometer fahren. Erst nach Erfurt konnte er die Geschwindigkeit auf 160 Kilometer und kurz hinter Bitterfeld vorübergehend sogar auf 170 Kilometer steigern. Im Zuge wird diese ungeheure Schnelligkeit kaum wahrgenommen; um so mehr aber wirkt sie auf diejenigen, die den Zug an sich vorüberfahren lassen.
160 Kilometer Slundengeschwindigkeit bedeu
ten, daß der 44 Meter lange Zug in genau einer Sekunde an dem Beobachter vorbeirast.
Für die Sicherung der Strecke sind selbstverständlich besondere Vorsichtsmaßnahmen notwendig geworden, u. a. mußten die Signalvorschriften geändert werden. Neben der üblichen Luftdruckbremse besitzt der Zug eine Magnet-Schienenbremse, die mit einer Kraft von 10 000 Kilogramm wirkt.
Die Inneneinrichtung des Zuges, der für 7 7 Fahrgäste Platz bietet, hat gegenüber den bisherigen Schnelltriebwagen noch einige Verbesserungen erfahren. Die Fahrtdauer zwischen Frankfurt a. M. und Berlin ist gegenüber den günstigen FD- Zügen noch um etwa ein Fünftel verbessert worden.
Während die D-Aüge für die Strecke bisher rund 8 Stunden, der beste FD-Zug 6 Stunden 22 Minuten brauchte, benötigte der ADt. nur
5 Stunden 6 Minuten.
Die Rückfahrt von Berlin erfolgt 18.24 Uhr, die Ankunft in Frankfurt a. M. um 23.29 Uhr. Der Fahrpreis ist der gleiche wie im FD-Zug 2. Klaffe.
Der nächste Schnelltriebwagen wird in Kürze auf der Strecke Frankfurt am Main —Nürnberg eingesetzt. Im Winterfahrplan folgt dann die wichtige Strecke München—Berlin, die eine Schnellverbindung zwischen der Hauptstadt der Bewegung und der Hauptstadt des Reiches schafft.
700»3<tf?rfeier des Ooms zu Limburg.
LPD. Limburg, 11. Aug. Nach der in einjähriger Arbeit durchgeführten Restauration ist der Dom von Limburg wie ein Rohedelstein nach dem Schliff in seiner ganzen romanischen Wucht und seiner sakralen Würde und Fesllichkeit wieder- erstanden, — im festlichen neuen Gewände zur Feier seiner er st en Weihe vor 7 00 Jahren.
Die ganze Diözese Limburg wurde einbezogen in den Festkreis dieses einzigartigen Jublläums. Bereits am Vorabend des Festes, am Samstagabend, läuteten in der aanzen Diözese die Glocken der Kirchen und verkündeten den Festtag. Und als am Samstagabend die Glocken im Lande verklungen waren, da rüsteten in den entfernten Bezirken Der Diözese auch schon die ersten Teilnehmer zum Besuch der Bischofsstadt. Aus atten Teilen des nassauischen Landes brachten die ersten Züge und kurz daraus die Sonderzüge Tausende von Feftteil- nehmern in die alte Lahnstadt, deren Straßen ein einziges Flaggenmeer bildeten.
Die Domglocken läuteten am heutigen Sonntag das erste feierliche Amt um 9 Uhr ein, mit dem der Weihetag des Domes begann. Bischof Dr. Bornewasser (Trier) las an Stelle des Apostolischen Nuntius, der infolge einer Erkrankung am Fest nicht teilnehmen konnte, das feierliche Amt, in dem die von dem Münchener Komponisten Jofef Haas zum Domjubiläum komponierte „Limburger Domfeftmefse" uraufgeführt wurde. Der Text von Wilhelm Dauffenbach folgte dem Gange der Messe. Die Vertonung von Haas ist ganz in einer leicht rinnbaren Liedkunst gehalten. So sind hier die klare und oolksliedhafte Einfachheit und reiche Fülle der Melodieeinfälle das Geheimnis der Volkstümlichkeit des Stückes, einer Messe, die vom ganzen Volk gesungen wird. Die Aufführung, die in Anwesenheit des Komponisten und Dichters stattfand, bildete einen einzigen großen Festgesang. Auf den gleichen festlichen Ton stimmte der Berliner Domprediger Pater Detter seine Predigt ab.
Zum feierlichen Pontifikalamt um 10 Uhr wurden Kardinal-Erzbischof Schulte (Köln), die B i s ch öf e von Limburg und Trier, der
Missionsbischof von Westaustralien und zahlreiche hohe kirchliche Würdenträger in feierlicher Prozession zum Dome geleitet. BischofAn - tonius von Limburg begrüßte hier die Fest- teilnehmer sowie die Vertreter des Ministeriums und der staatlichen und städtischen Behörden. Mtt dem Gruß verband Bischof Antonius gleichzeitig den Dank an die Vertreter des Staates für die so großartig gelungene Restauration. Das Pontifikalamt zelebrierte Kardinalerzbischof Schulte, die Festpredigt hielt Bischof Dr. Bornewasser (Trier). Nach dem feierlichen Pontifikalamt wurden die kirchlichen Würdenträger vor dem Dam von den Tausenden, die auf dem weiten Domplatz durch Lautsprecherübertragung an der kirchlichen Handlung teilgenommen hatten, stürmisch begrüßt.
Im Mittelpunkt der großen äußeren Feierlichkeiten stand die eucharistische Prozession, die um 16 Uhr durch Me Straßen der Stadt führte. Durch eine große Lautsprecheranlage konnte man überall in her Stadt den feierlichen Zug verfolgen. In den Straßen, durch die die Prozession zog, standen viele Tausende und nahmen teil an her kirchlichen Handlung. Aus den Lautsprechern ertönte hte Stimme des Vorbeters aus dem Dom, und die tausendköpfige Menge antwortete im Gebet. Dem Zug voran schritten die Fahnenabordnungen aus her ganzen Diözese, Chorknaben unh Priester schlossen sich an. Mit hem Orgelspiel mischten sich die Hellen Klänye her Schellen, die das Nahen her Monstranz anzeigten.
Um 20 Uhr erklang in her kurzen Schlußfeier im Dom bas große Tedeum von Bruckner, lieber hie festliche Stadt hatte sich die Dämmerung gesenkt. Die kirchlichen Feiern Des Weihetages waren beendet. Da stieg über her abendlichen Stadt hell auf im Lichte der Scheinwerfer her hohe Felsen- dom, eine lichtumflossene Gralsburg, ein unvergeßlicher Anblick. Dann flammten überall in her Stadt in den Straßen und an den Häusern Lichter auf, gleichsam am Lichte des Dornes angezündet.
Die festliche Begeisterung des Tages pflanzte sich bis in die späten Abendstunden fort, der in freudiger Stimmung verklang.
Eine vorbildliche Oorfsparkasse.
(D Krofdorf-Gleiberg, 11. Aug. Am Samstag hielt hie Spar- und Vorschuß- kaffe e. G. m. b. H. in Krofdorf in her Gastwirt- schäft Abel ihre ordentliche Generalversammlung ab. Dieses dörfliche Geldinstitut, das bekanntlich vor Jahresfrist aus der Verschmelzung her zwei nebeneinander bestehenden hiesigen Genossenschaften (Spar- und Kreditkasse und Darlehenskassenverein) entstand, hat sein erstes Geschäftsjahr hinter sich, mit einem Erfolg, der nicht nur die besten Erwartungen her Verfechter des Zusammenschlußgedankens übertrifft, sondern her auch die letzten Bedenken der einstigen Gegner zerstreuen muß. Fast restlos wickelt sich her Geldverkehr unserer 2500 Einwohner zählenden Gemeinde auf dieser zur richtigen Dorfbank gewordenen Kasse ab, deren Leitung es verstanden hat, das Vertrauen der alten Mitglieder zu erhalten und dazu noch abseits stehende Kreise heranzuziehen.
Der Vorsitzende des Vorstandes Wilh. Wagner eröffnete und begrüßte die Versammlung. Dabei aedachte er der Toten des Jahres, insbesondere her beiden verstorbenen verdienstvollen Vorstandsmitglieder K. Daubertshäuser und Wilh. Leib. Einem weiteren Mitglied der Verwaltung, K. Bender, sprach er die Glückwünsche zu dessen kürz
licher goldenen Hochzeit aus. Weiter begrüßte er Direktor Diefenbach von der Landesbauernkasse Frankfurt. Alsdann gab er im Anschluß an den gedruckt vorliegenden Geschäftsbericht den Bericht des Vorstandes, der eindeutig nachweist, daß die Verschmelzung der früheren, auch mit gutem Erfolg arbeitenden Klassen alles andere als ein Fehlschlag war; die gute Entwicklung sei nur möglich gewesen, weil an alte Traditionen angeknüpft werden konnte. Die Genossenschaft zählte am 31. Dezember 1934 599 Genossen. Ganz deutlick erwiesen ist her große Fortschritt, wenn man bedenkt, daß der Umsatz auf einer Hauptbuchseite 1162 475,27 Mark betrug, während er im Vorjahre bei beiden Instituten nur 658 755,41 Mark ausmachte. Die Spareinlagen sind trotz größerer Rückzahlungen auf 545 069,17 Mark angewachsen. Die Einlagen in laufender Rechnung stiegen aus 23 975,23 Mark. Die Einlagen haben sich dadurch um 14 742,31 Mark vermehrt. Der im Oktober neu eingerichtete Kleinsparverkehr brachte innerhalb eines Vierteljahres mit 760 Mark einen bedeutenden Erfolg. Die Genossenschaft trug in erheblichem Maße zur Arbeitsbeschaffung bei, indem sie rund 50 000 Mark Kredite bewilligte unh auszahlte. Die Darlehen unh Hypotheken stiegen von 367 517,99
Mark auf 380 984,02 Mark. Die Aufwertungs- schulden gingen um 7 498,66 Mark auf 89 000,47 Mark zurück. In laufender Rechnung ermäßigte sich die Kreditbeanfpruchung um 13 908,64 Mark auf 166167,60 Mark. Die Verbindlichkeiten bei der Landesbauernkasfe konnten um 4449,61 Mark auf 79 418 Mark herabgedrückt werden. Die Genossen« schäft ist bei her Landesbauernkasse mit 3000 Mark und bei her Bäuerlichen Hauptgenossenschaft mit 300 Mark beteiligt. Im Geschäftsjahr betrugen die Aufwendungen 35 740,42 Mark gegenüber im Vorjahre 36 630,92 Mark. Die Erträgnisse beliefen sich auf 37 501,13 Mark gegenüber im Vorjahre 41942,46 Mark. In her Verminderung der Erträgnisse ist der Senkung des Schuldzins- a tz e s um 0,75 bzw. 1 v. H. sichtbar Ausdruck verliehen. Der Reingewinn beträgt 1760,71 Mark. Mit dem Dank an Mitglieder, Sparer und Ge- chäftsfreunde und weiterer Bereitschaftserklärung im Dienste am Kunden schloß her Bericht mit einem Hinweis auf das bis jetzt ebenfalls günstig entwickelte Geschäftsjahr 1935.
Anschließend gab her Geschäftsführer Hemme r l e in eingehender Erläuterung die Eröffnungsbilanz, die Uebersicht über den Geschäftsumsatz, die Bilanz am 31. Dezember 1934 und die Gewinn- unh Verlustrechnung bekannt, die sämtlich einstimmig genehmigt wurden. Die Verwendung des Reingewinnes in Höhe von 1760,71 Mark wurde wie folgt beschlossen: 1. 5 v. H. Dividende auf Geschäfts- guchaben 432,50 Mark; 2. Zuweisung zum Reserve- fonds 664,10 Mark; 3. Zuweisung zur Betriebs- rücklage 664,11 Mark.
Aus hem Bericht hes Aufsichtsrates durch Wilh. Manhler ging u. a. hervor, haß eine siebentägige Revision her Kasse hurch ben Verbandsprüfer in gründlicher Weise jtattgefunben Hat. Den Re- visionsbericht selbst teilte her Geschäftsführer mit
Einstimmig fanb bann Beschlußfassung über einige Paragraphen bes Statutes statt, unb ebenso einstimmig gestalteten sich Wahlen zu hem Derwal- tungsrat. In ben Vorstand gewählt würben bas statutengemäß ausscheibenbe Mitglied Wilh. Krombach unb neu Herrn. Schleenbecker, in den Aufsichtsrat hie ausscheibenben Mitglieder Wilh. Winter, Wilh. Bender, Karl Bender 89. und neu Herrn. Ecarius und Karl Schmidt 312. An ben infolge feines Alters ausscheibenben Vorsihenben bes Aufsichtsrates Wilh. Manhler richtete her Vorsitzende warme Worte bes Dankes für 30jährige, verdienstvolle Tätigkeit im Interesse des dörflichen Genossenschaftslebens, wofür her Geehrte dankte und her Genossenschaft weiteres Blühen unb Gebeihen wünschte.
Dann übermittelte Direktor Diefenbach bis Grüße ber Lanbesbauernkasse unb schloß aus hem harmonischen Verlauf ber Versammlung auf bis gute Gemeinschaft in ben Mitglieberreihen ber Kasse. Hohe Anerkennung zollte er ben großen Erfolgen bes ersten Geschäftsjahres, unb er hoffte auf weiteres Zusammenfließen ber genossenschaftlichen Kräfte zum Segen ber ganzen Gemeinbe.
Das Mitglieb E. Praß, bas sich besonders für die Verschmelzung ber betben ehemaligen Genossenschaften im Interesse her Dorfgemeinschaft eingesetzt hatte, gab feiner Freube Ausdruck über bis ersten schonen Erfolge. Ausgehenb von her To- tatität bes heutigen Staates, her auch Totalität von allen Kräften feines Unterbaues verlange, müsse auch bas börsliche Leben zum Ganzen streben. Darin sei bie Genossenschaft vorbildlich. Die Erziehung zu ihr und damit hin zur Dorfgemeinschaft müsse schon bei der Jugend einsetzen, und dafür seien in Krofdorf-Gleiberg bie besten Ansätze vorhanden, inbem man mit Unterstützung her Schule ben Kleinsparverkehr eingeführt hat, an bem sich schon rund 200 Kinber beteiligen unb der bis zum Enbe des Jahres bie Summe von 2000 Mark erbringen bürste. Nicht nur bas frühe Hin- lenken zur Dorfgenossenschaft unb -gemeinfchaft unter Würdigung her volkswirtschaftlichen Bebeu- tung bes Sparens solle erreicht werben, fonbern vor allem sei her durch bie Folgen bes Krieges verlorengegangene Sparsinn in ben fommenben Generationen zu wecken unb zu pflegen. Die beifällig aufgenommenen Ausführungen enbeten mit ber Bitte, mitzuhelfen, baß bie genossenschaftliche Idee in allen ihren Zweigen bis in bas letzte Haus bes Dorfes bringe, zur gebeihlichen Forderung ber Dorf- unb Volksgemeinschaft.
Nach verschobenen Anfragen aus ber Mitte ber Versammlung, bie Direktor Diefenbach ausführlich beantwortete, schloß ber Vorsitzende mit einem hoffnungsvollen Ausblick auf bie Zukunft unb mit Heil Hitler ben offiziellen Teil bes Abends.
Schwerer Äerkehrsunfall bei Mainz.
Zwei junge Menschen tödlich verunglückt.
LPD. Mainz, 12. August. Auf der Saarstraße am Ostausgang von Finthen in Richtung Wackernheim ereignete sich am Sonntagnachmittag ein schwerer Verkehrsunfall, der 3 tb e i junge Menschenleben forderte. Während ein von Bingen kommender ausländischer Personenkraftwagen einen vor ihm fahrenden Lastkraftwagen in Richtung Bingen überholte, versuchte ein Motorradfahrer mit einer S 0 • ziussahrerin, die aus entgegengesetzter Richtung tarnen, einen Personenkraftwagen zu überholen. Dadurch kamen vier Fahrzeuge fast auf gleicher Hohe zusammen. Den Führern ber überholenden Fahrzeuge war bie erfor- berliche Sicht nach vorne durch bie rechts unb links von ihnen fahrenben Kraftfahrzeuge genommen. Sie stießen zusammen, wobei ber junge Motorrad» fahrer unb seine Soziusfahrerin auf ber Stelle getötet würben. Der Führer bes auslänbifchen Wagens würbe vorläufig in Haft genommen.
Briefkasten der Redaktion.
H. I. L. Die Angestelltenrente nach bem 65. Lebensjahre ist einkommensteuerpflichtig.
Rundfunkprogramm.
Mittwoch, 14. August.
6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Musik am Morgen. In ber Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche unb Haus. 11.30: Sozialbienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus bem Senbebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 14.45: Reichswettkampf ber SA., Hörbericht 4 Gruppe Hessen. 15: Nachrichten. 16: Kleines Konzert. 16.30: Aus Zeit unb Leben. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Das Leben spricht. 18.45: Saarbienst. 19: Unterhaltungskonzert. 19.40: Bauernfunk. 19.50t Der Tagesspiegel bes Reichsfenbers Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunbe ber jungen Nation. 20.45: Lachenber Funk. 22: Nachrichten (auch aus bem Senbebezirk). 22.15: Olympia-Dienst. 22.30: Nacht- mustk unb Tanz.


