kassen, ihre Arbeit an dem Aufbau zu gestalten und den Studenten als zukünftigen Führer im Volke heranzubilden. Die Adelphia helfe hier mit allen Kräften. Es falle ihr nicht schwer. Der Gedanke der Volksgemeinschaft sei in der Adelphia schon seit 65 Jahren lebendig. Den Ehrenschutz wolle die Korporation allen deutschen Volksgenossen zugebilligt sehen. Der Student müsse im Volke stehen. Die Vertiefung der Verbundenheit zwischen dem Studenten und unserem Volke müsse weiter betrieben werden.
In seinen weiteren Ausführungen gab der Redner seiner Freude darüber Ausdruck, daß so viele. Alte Herren von auswärts gekommen seien, gedachte dann verschiedener um die Korporation verdienter Männer und der Verstorbenen aus dem Kreise der Adelphia, deren Andenken in würdiger Weise geehrt wurde. Mit sinnigen Hinweisen auf die Verbundenheit zwischen den Alten und den Jungen, in der Korporation, mit der Uebermittlung der herzlichen Glückwünsche der Altherrenschaft zu diesem Feste, und mit der Mahnung, Tradition zu halten, Treue untereinander zu pflegen und daran mitzuarbeiten, daß das deutsche Volk wieder zum größten Volke der Erde werde, schloß der Redner seine sehr beifällig aufgenommene Ansprache.
Im Anschluß an die Festrede wurde ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer des deutschen Volkes ausgebracht, in das alle Teilnehmer des Kommerses kräftig einstimmten; dann wurden gemeinsam die ersten Verse des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes gesungen.
Rach der Ehrung von vier alten Herren der Korporation, die seit 50 Jahren der Adelphia angehören, aber leider nicht anwesend sein konnken, hielt der Rektor unserer Landesuniversität,
Ee. Magnifizenz Prof. Or. Pfähler,
Nach feiner Sinndeutung des Wahlspruches der Korporation schloß der Rektor mit dem Wunsche, daß die neuen Aufgaben, die eine neue Zeit stelle, auch von der Adelphia gelöst werden möchten.
Eine kurze Ansprache hielt ferner der Führer des Verbandes deutscher Studenten
Or. Störiko-Berlin.
Der VdB. fühle sich mit der Adelphia eng verbunden. Ein Feiertag Der Adelphia sei auch ein Feiertag des Verbandes. Die Adelphia sei 65 Jahre alt — möge sie in jugendlichem Schwung weiterbestehen. Der Verband sei erst 15 Jahre alt und werde noch Leistungen erwarten lassen müssen. Die Adelphia habe bis 1919 nur in Gießen bestanden, inzwischen sei aber das Gedankengut der Korporation weitergetragen worden. In der Forderung der Gleichwertung der Ehre aller Volksgenossen habe die Korporation ein Steinchen in das Mosaik des Gesamtbildes der deutschen Ration eingefügt, das der Führer Adolf Hitler schaffe. Es werde die Aufgabe der Korporation sein, auch fernerhin ohne jede Ueberheblichkeit die Verbindung mit allen Volksgenossen aufrechtzuerhalten.
Der Vertreter der SA.-Standarte 116, Obertruppführer Kurz übetbrachte die Grüße und Glückwünsche des Stan- dartenfüyrers. Die Krisis im Korporationsftuden- tentum, so führte er u. a. aus, dürfe als überwunden angesehen werden. Es sei sicherlich nicht leicht gewesen, die Korporationen über die Krisis der jüngsten Zeit Hinwegzuleiten. Das deutsche Korporationsstudententum sei nicht überlebt und habe wesentliche weltanschauliche Aufgaben zu erfüllen. Vor allem stehe die Erziehung der Studenten zu einem nationalsozialistischen Führerkorps an den Universitäten im Vordergrund. Die Korporationen sollten ihr (Eigenleben führen, sie sollten es aber im nationalsozialistischen Geiste tun. Das
eine kurze Ansprache, in der er zunächst die Grüße der Universität übermittelte. Die Universität sei, so führte er u. a. aus, ein Stück Schicksal der Korporationen, wie auch die Korporationen ein Stück Schicksal der Universität seien. Der Weg der Adelphia von 1870 bis heute sei sehr weit gewesen, und manche derer von 1870, die heute nicht mehr in diesem Kreise weilen könnten, würden vielleicht nicht verstanden haben, daß heute auch die Vertreter der Wehrmacht, der SA. und des Arbeitsdienstes an diesem Kommers teilnehmen. Es sei aber eine Selbstverständlichkeit, daß der Adelphe der SA., dem Arbeitsdienst und der Wehrmacht angehöre.
Deutsche Reich der Zukunft solle ein tausendjähriges Reich sein. Wenn nationalsozialistischer Geist schon lange in der Adelphia herrschte, dann werde sich der Bund auch in der Zukunft behaupten. Mit dem Wunsche, daß die Korporation weiterhin blühen und gedeihen möge, schloß der Redner seine Ansprache.
Nachdem noch die Vertreter freundschaftlich der Adelpyia verbundener Korporationen aus Frankfurt und Bonn gesprochen hatten, sand der offizielle Teil des Festkommers seinen Abschluß.
Jahreshauptversammlung des Gleibergverems.
Alljährlich im Monat Mai, zu der Zeit, da wieder die Ausflügler von nah und fern den alten, schönen Gleiberg in gesteigertem Maße besuchen, hält der Gleibergverein seine ordentliche Generalversammlung auf der Burg ab. So fanden sich am Samstagnachmittag eine Reihe Mitglieder ein, denen der Vorsitzende, Direktor Menten (Kinzenbach) — wie auch dem erschienenen Vorstand der Heimatvereinigung Schiffenberg —, einen herzlichen Willkommensgruß entbot. Rach einer stillen Minute des Gedenkens an die verstorbenen Vereinsmitglieder gab der Vorsitzende einen eingehenden Geschäftsbericht über das Jahr 1934, der von reger Tätigkeit des Vorstandes zum Nutzen des Vereins Zeugnis ablegte und ein Bild bunter Mannigfaltigkeit Darstellte.
Durch das eingebaute Schulungslager im Al- berlusflügel Hal der Aufgabenkreis des Glei- bergvereins eine Erweiterung erfahren, die io idealer Weife den Bestrebungen des nationalsozialistischen Staates zugute kommt. lieber 400 junge Menschen der verschiedensten Berufe und Stände sind hier schon geschult worden. Alle haben die beste Erinnerung an die Tage auf der Burg mit hinaus ins Land genommen.
Dankbar und stolz zugleich — so führte der Vorsitzende weiter aus — sei festzustellen, daß der Beweis der Zweckmäßigkeit des Lagers erbracht sei. Habe einst der Verein den Gleiberg zu treuen Händen von Bismarcks Reich erhalten, so wolle heute im Dritten Reich der Verein sein Teil nach besten Kräften zum systematischen Aufbau im Sinne des großen Führers veitragen.
Fast in allen Vorstandssitzungen habe in vorderster Linie der Beratungen das Problem des Feuerschutzes der Burg gestanden. Besichtigungen durch die Branddirektoren von Gießen und Wetzlar und daraufhin von diesen ausgearbeitete Gutachten, ließen eine Erhöhung der Feuersicherheit wünschenswert erscheinen. Entrümpelung des großen Speichers, Entfernung aller landwirtschaftlichen Produkte aus der Burg, Bau einer Scheune, Fußbodenveränderung, Ausbesserung bzw. Ausbau einzelner Räume, feuerhemmender Anstrich des Balkenwerkes und der Wände, die Errichtung einer 70 bis 80 Kubikmeter Wasser fassenden Zisterne auf dem Hof, Anschaffung einer Motorspritze sind Aufgaben, deren Lösung dringend harrt. Zu Renovierungen in der Ruine ist der Staat um eine Beihilfe gebeten worden. Der Besuch des Reichserziehungsministers Rust beim letztjährigen Gleiberg- fest, der zweimalige Aufenthalt des Gauleiters Sprenger und die Anwesenheit zahlreicher hervorragender Mitglieder der Bewegung lassen die Bedeutung des Lagers erkennen. Dadurch sei der Gleiberg und damit die engere Heimat in ganz Deutschland bekannt geworden. Es bestehe die starke Hoffnung auf weiterhin flotten Lagerbetrieb zu Rutz und Frommen von Volk und Staat.
Professor Dr. Kraemer vom Oberen Hardthof ist durch Wegzug aus dem Vorstand ausgeschieden, an seine Stelle ist Pg. Klostermann getreten. Mit dem Burgwart P. N i e b e r g a l l ist ein dreijähriger Pachtvertrag geschlossen worden. Die Vorbereitungen zu dem am 26. Mai stattfindenden, bereits traditionell gewordenen Gleibergfest sind im Gange.
Baumeister Mohr-Gießen, der jahrzehntelange bauliche Betreuer der Burg, machte sodann genauere Mitteilungen über die Regelung des Feuerschutzproblems und damit evtl, zu verbindende Ausbauarbeiten.
3n einer Denkschrift an die Staatsbehörden habe der Vorstand feine Sorgen und Nöte um die Burg niedergelegt und praktische Vorschläge ausgearbeitet, zu deren Verwirklichung 30 000 Wart nötig sind, die jedoch aus vereinseigenen Geldmitteln nicht aufzubringen sind. Nur wenn der Staat eine Lösung finde, könne das Problem des Feuerschutzes und des weiteren Lagerausbaues gelöst werden.
Die 53 Jahre stehenden, unwirtschaftlich gewordenen Oefen, die Buderus- Wetzlar seinerzeit gestiftet hat, hofft man von der genannten Gesellschaft in großzügiger Weise unentgeltlich erneuert zu bekommen. Besprechungen hierüber haben bereits stattgefunden.
Oberforstmeister Nikolaus, der Vorsitzende der Schifsenbergvereinigung, gedachte der uralten Beziehungen zwischen Gleiberg und Schiffenberg, deren Fortsetzung aur Vertiefung der Heimatliebe eine Selbstverständlichkeit sei. Er gab weiter seinem Erstaunen und seiner Hochachtung über das vom Gleibergverein in den beiden letzten Jahren Geleistete Ausdruck.
Kassenwart Lehrer Praß-Krofdorf trug, nach Erörterung allgemeiner finanzieller Fragen, die Jahresrechnung vor, die in der Einnahme folgende Summen aufwies: Vereinnahmte Beiträge 579 Mark (dazu 596 Mark wegen des Umbaues schon vorher eingezogene Beiträge, insgesamt 1167 Mark aus 1934; die Mitgliederzahl ist um etwa 60 gestiegen!), Geldzuwendungen öffentlicher Körperschaften 500 Mark, Abgabe des Burgwirtes 820 Mark, von der Bank abgehoben 2,50 Mark, Lagerbenutzungsgebühr 213,10 Mark, durch die Kasse überwiesen 257,15 Mark, verschiedene Einnahmen 618,30 Mark, Kassenvorrat aus vorhergehendem Jahre 430,56 Mark; zusammen 3413,13 Mark. Ausgaben: Aufwertungszinsen einer Aufwertungsschuld bei der Kreissparkasse in Höhe von 1300 Mark 68,30 Mark, Geschäftsunkosten 117,72 Mark, Renovierungen, Mobilien und Versicherungen 393,20 Mark, Schulungslagerausbau 1607,89 Mark, sonstige Anschaffungen usw. 766,13 Mark, an Kasse 362,50 Mark; zusammen 3315,74 Mark, so daß ein Bestand von 97,39 Mark verbleibt.
Der Voranschlag für 1935 sieht 3100 Mark in Einnahme und Ausgabe vor. Auf Grund der von Justizsekretär Wagner und Rendant H e m m e r l e - Krofdorf geprüften und für richtig befundenen Jahresrechnung wurde dem Kassenwart einstimmig Entlastung erteilt.
Die Mitglieder Schmoll- Gießen und Sanitätsrat Dr. Seipp-Krofdorf hoben unter Beifall der Anwesenden die vom Vorstand geleistete gewaltige Arbeit hervor und statteten insbesondere Direktor M e n k e n und Lehrer Praß für ihr opferbereites Eintreten zum Besten des Vereins den Dank der Versammlung ab.
Nach Entgegennahme verschiedener Anregungen für die künftige Arbeitsweise durch die Mitglieder C. W e i d i g, Louis Frech und Rektor i. R. Müller schloß der Vorsitzende mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler die offizielle Versammlung.
In froher Geselligkeit verblieb man beim Becherklang noch einige Zeit zusammen, was kundgetan sei besonders für die, die glauben, durch das Lager sei der Wirtschaftsbetrieb aufgehoben. Nach wie vor bieten Burgkeller und -kücye dessen genug, was sich der Besucher nach dem Aufftieg auf die Burg wünscht.
Nundfunkprvgranim
Donnerstag, 16.2UaL
6 Uhr: Frühkonzert I. 6.45: Gymnastik. 7: Frühkonzert II. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk: Volksliedsingen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 1. Bienen tragen Honig ein. 2. Arbeitsanzeigen. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 1. Das Flugzeug löst Wirtschaftsprobleme. 2. Kurzdienst vom Tage. 15: Nur Frankfurt: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Kleines Konzert. Lieder von Othmar Schoeck. 16.30: Heroische Balladen. 16.40: Der Schmied von Pensa. Anekdote von Johann Peter Hebel. 16.50: Kunst und Glaube (I). Briefe für schöpferische Menschen. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Kunstbericht der Woche. 18.35: „Der Garten." Eine Funkfolge aus deutschen Dichtungen. Zusammengestellt von Charlotte Luckow. 19: „Komm, lieber Mai, und mach die Bäume wieder grün." Ein Funkspiel. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Orchesterkonzert. Werke von L. van Beethoven. 21.15: Tanzmusik aus Europa „Ganz ohne Pause". 22: Nachrichten: 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Wetter- und Sportbericht. 22.30: Tanzmusik aus Europa „Ganz ohne Pause". 24 bis 2: Nachtmusik.
Spanien siegt mit 2:1.
DeutschlandsKußball-MannschastinKö1nvor76000Zuschauernknapp geschlagen
Der erste Länderkampf gegen Spanien brachte der in den letzten Zwei Jahren so erfolgreichen deutschen Fußball - Reichsmannschaft eine knappe 1:2 - (1:2) - Niederlage. Vor 75 000 Zuschauern wik- kelte sich im Kölner Stadion ein mitreißender, an dramatischen Höhepunkten reicher Kampf ab, der chließlich die Spanier als glückliche, aber doch ver- Jiente Sieger sah. Die Spanier haben den Sieg in erster Linie ihrer ganz hervorragenden Hintermannschaft zu verdanken. Was diese drei Leute — Eizaguirre, Zabalo und Quincoces — in der zweiten Halbzeit zu leisten hatten, übersteigt alle Begriffe. Immer und immer wieder mußten die rasanten deutschen Angriffe, die von allen Seiten und aus allen Lagen eingeleitet wurden, abgewehrt werden. Doch diesen drei Leuten — allen voran dem von der Weltmeisterschaft her bekannten Quincoces — gelang alles.
Deutschland konnte den Sieg genau so gut erringen, unsere Spieler waren den spanischen in technischer Beziehung (bis auf das kopfball- fpiet, hier kamen sie nicht mit) gleichwertig, an Kampfgeist nicht unterlegen und auch in der Taktik ebenbürtig, aber das große Plus halten die Spanier eben in ihrer Verteidigung.
Bei Spanien Eizaguirre, Zabalo und Quincoces in Ueberform, bei Deutschland Buchloh, Janes und Busch manchmal bedenklich unsicher. Die übrigen Deutschen verdienen gute Noten. Grämlich war wieder einmal der beste Läufer, Münzenberg als dritter Verteidiger ausgezeichnet und Bender unermüdlich. Im Sturm erreichten Lehner und Fath nicht ganz die Form von Dortmund. Rasselnberg löste seine „Mittelläufer"-Ausgabe nicht so gut als sonst, Siffling, Conen und Hohmann waren etwas langsam. Bei den Spaniern gefielen
außer der Hintermannschaft noch der Mittelläufer Muguerza und die Stürmer ßangar a und Jraragorre besonders. Die anderen Spieler erwiesen sich ebenfalls als Spieler ganz großen Formats.
Schiedsrichter ßangenus, der den Kampf korrekt leitete, pfiff pünktlich um 15 Uhr im Beisein von 75 000 Zuschauern an. — Die Mannschaften standen:
Deutschland : Buchloh; Janes, Busch; Grämlich, Münzenberg, Bender; ßehner, Hohmann, Conen, Rasselnberg, Fath.
Spanien: Eizaguirre; Zabalo, Quincoces; Cilaurren, Muguerza, ßecue; Ventorla Jraragorri, ßangara, Regueiro, Gorostiza.
Nach anfänglich etwas nervösem Spiel liefen beide Mannschaften zur besten Form auf. Deutschland lag zunächst etwas mehr im Angriff und konnte schließlich auch in der zwölften Minute durch Conen, der sich glänzend durchgespielt hatte, in Führung gehen.
Die Spanier tarnen erst in der 31. Minute zum Ausgleich, als B u ch l v h den Ball vor Langara verfehlte und der spanische Mittelstürmer am Boden liegend einschoß.
Eine Minute vor der Pause passierte B u ch l o h ein weiterer Fehler. Er ließ einen schwachen Schuß des ßinksaußen G o r o st i z a aus den Händen springen. Der Ball kam zu ßangara, ber mühelos einschob.
Nach dem Wechsel gab es kein Tor mehr. Deutschlands Elf mühte sich zwar redlich ab, kämpfte auch mit dem letzten Einsatz, um den Ausgleich zu erreichen, aber die spanische Hintermannschaft war nicht mehr zu überwinden. Besonders Quincoces tat sich in der Zerstörung zahlloser deutscher Angriffe hervor.
Großer Autopreis von Tripolis.
Caracciola vor A. Varzi und L. Fagioli.
Das gestrige Autorennen um den „Großen Preis von Tripolis" gestaltete sich zu einem gewaltigen deutschen Triumph. Drei deutsche Wagen beendeten das schwere und schnelle Rennen als Sieger. Rudolf Caracciola kam mit seinem Mercedes-Benz in 2:38:47,6 Stunden als Erster ein, gefolgt von Achills Varzi (Auto-Union) in 2:39:54,2 Stunden und ßuigt Fagioli (Mercedes-Benz) 2:41:03,8 Stunden. Auf dem vierten und fünften Vlatz beendeten die beiden neuen Alsa-Romeos von Nuvo- lari und Chiron das Rennen. Diese beiden Wagen, die mit zwei Motoren ausgerüstet sind, enttäuschten die hochgespannten Erwartungen der Italiener. Sie wurden von den drei deutschen Wagen sogar zweimal überrundet. Vom Unglück verfolgt waren
Hans Stuck und Manfred von Brauchitsch. Der Auto-Union-Wagen Hans Stucks geriet in der 21. Runde in Brand, und Stuck hatte die größte Mühe, sich zu retten. Von Brauchitsch blieb in der fünften Runde mit einem Motorschaden liegen.
Das Ergebnis: 1. Caracciola (Mercedes-Benz) 2:38:47,6 Stunden; 2. Achille Varzi (Auto-Union) 2:39:54,2; 3. Fagioli (Mercedes-Benz) 2:41:03,8; 4. Nuvolari (Alfa Romeo) 2:47:36,7; 5. Chiron (Alfa Romeo) 2:49:14; 6. Dreyfus (Alfa Romeo) 2:49:15,4; 7. Sommer (Alfa Romeo) 2:50:20,2; 8. Widengren (Maserati); 9. Zehender (Maserati); 10. Carraroli (Maserati); 11. Tadini (Alfa Romeo). Von Nuvolari ab lagen alle Fahrer zwei und mehr Runden zurück.
Das 2. Bahn-Radrennen in Gießen.
Unter sehr zahlreicher Beteiligung wurde gestern auf der Aschenbahn der Spielvereinigung 1900 das 2. Bahn-Radrennen ausgetragen. Etwa 2000 Zuschauer umsäumten das Sportfeld und sahen spannende Wettbewerbe bester west- und südwestdeutscher Fahrer. Der leichte kalte Wind blieb nicht ohne Einfluß auf die ßeiftungen.
Die Mannschaft T e r t i l d e - S ch m i d t (Dortmund), Deutschlands stärkste Amateur-Mannschaft, zeigte beachtliches Können, blieb aber im Hauptrennen des Tages hinter der Kölner Mannschaft Stamm-Kneller nur Zweiter.
Die Veranstaltung, die unter der ßeitung von Sportwart Deibel stand, begann mit dem Aufmarsch der Fahrer zum deutschen Gruß. Die Sportleitung ließ bas ßänderfußballspiel aus Köln übertragen und sah sich später veranlaßt, bis zu dessen Ende eine kurze Pause in der eigenen Veranstaltung einzulegen.
Die Fahrer waren vollzählig bis auf Medus (Gießen), der sich in Fulda betätigen mußte, und K. Muhl (Gießen) erschienen. Für Möbus trat Höfels (Wetzlar), für Muhl Weber (Gießen) ein. Zunächst kam das
Fliegerrennen über 1000 Meier
zum Austrag. In scharfer Fahrt setzten sich bald die besten Fahrer durch: Tertilde, Kerp, Stamm, Purkert kamen sicher als Erste in die Zwischenläufe.
Im ersten Zwischenlauf starteten Kerp, der Hamburger Purkert, Schmidt (Dortmund) und der Frankfurter Gassenmeyer. Dem jungen Kölner Kerp, der sich sofort an die Spitze setzte, war der Sieg nicht zu nehmen.
Im zweiten Zwischenlauf kamen Tertilde (Dortmund), der Kölner Stamm, Ehlers (Hamburg) und Göbel (Wetzlar) in den Wettbewerb. Der Wetzlarer Göbel heftete sich sofort Tertilde an die Fersen und kam wenigstens in die Entscheidung um den 3. und 4. Platz.
Sieger im Fliegerrennen war wieder der junge Kölner Kerp, der schon beim 1. Radrennen in Gießen alle ersten Plätze belegt hatte. Ihm folgte Tertilde (Dortmund). Der Hamburger Purkert belegte nur den 3. Platz, während Göbel (Wetzlar), der das Tempo nicht einhalten konnte, sich an 4. Stelle placierte.
Spannende Kämpfe brachte auch das Omnium, in dem sich zu Tertilde, Purkert, Kerp, der Frankfurter Hohbein gesellte. Bereits im Rundenzeitfahren zeigte der Dortmunder Tertilde, der sich auch besser mit der Aschenbahn vertraut machen konnte, sein ausgezeichnetes Können. Mit 33 Sekunden blieb er Sieger vor Purkert und Kerp.
3m Punktefahren
holte dann Purkert mit 40 vor Tertilde mit 30 Punkten feinen Verlust wieder auf. Kerp war zu- rückgefallen und auch Hohbein kam nicht zur Geltung.
Das Fliegerrennen
brachte dann die Entscheidung. Tertilde siegte durch besseres Stehvermögen und befferen Endspurt. Mit größter Schnelligkeit setzte er an Kerp und Purkert vorbei durchs Ziel. In der Reihenfolge des Entfpurts blieb auch das Endergebnis: 1. Tertilde, 2. Purkert, 3. Kerp und 4. Hohbein.
Das Zer-Mannschaflsverfolgungsrennen
brachte einen scharfen Wettbewerb der besten Mannschaften. Hierbei wurde die in guter Form befindliche Mannschaft Stamm-Kneller Sieger. Die hier nicht unbekannten Zacharias-Müller (Koblenz) blieben knapp auf dem 2. Platz. Paduschek-Danz (Köln) auf dem 3. Platz. Den Schluß bildete die Mannschaft Göbel-Faust. Am
Punkkesahren über 25 Runden
beteiligten sich zehn Mann. Der Hamburger Ehlers und Schmidt (Dortmund) lieferten sich einen harten Wettstreit, zwischendurch war auch Hohbein hart an der Spitze, dessen Punktzahl nicht ausreichte. Der Frankfurter Gassenmeyer holte stark auf und schob sich zwischen Schmidt und Ehlers, so daß er 2. Sieger wurde. Mit Spannung wurde das
Ein-Skunden-Mannschaftsrennen
erwartet. Aus dem Troß setzte sich bald die Mannschaft Stamm-Kneller an die Spitze, die einen großen Vorsprung herausfuhr. Tertilde-Schmidt setzten dieser scharf nach und konnten in den letzten Runden stark aufholen, ohne den Verlust einholen zu können. Die Kölner zeigten Ausdauer und Taktik und fuhren scharf in Die Kurven. Die Mannschaft Göbel und Faust gab bald auf, später schieden auch Gelpke-Chiappini aus. Paduschek-Danz und bald darauf auch Kerp-Muhl setzten wegen Reifendefekt drei Runden aus. Die Zuschauer folgten gespannt dem Rennen, und unter starkem Beifall gingen die Mannschaften Tertilde-Schmidt, Stamm-Kneller, Kerp-Muhl und Ehlers-Purkert in den Endspurt. Der Mannschaft Stamm-Kneller, die in den drei ersten Spurten je 5 Punkte herausge- sahren hatte, war der Sieg nicht zu nehmen. Es wurden 36,4 Kilometer, eine beachtliche ßeiftung, herausgefahren.
Mit dem Enderfolg kann der Veranstalter zufrieden sein.
Ergebnisse:
1. Fliegerrennen:
Erster ßauf: 1. Tertilde, 2. Göbel. Zweiter ßauf: 1. Kerp, 2. Schmidt. Dritter ßauf: 1. Stamm, 2. Ehlers. Vierter ßauf: 1. Purkert, 2. Gassenmeyer.
1. Zwischenlauf: Am Start: Kerp, Schmidt, Purkert, Gassenmeyer. 1. Sieger: Kerp; 2. Sieger: Purkert.
2. Zwischenlauf: Am Start: Tertilde, Göbel, Stamm, Ehlers. 1. Sieger: Tertilde, 2. Sieger: Göbel.
Entscheidung: 1. Sieger: Kerp, 2. Tertilde, 3. Purkert, 4. Göbel.
2. Omnium: Am Start: Tertilde, Kerp, Purkert, Hohbein.
I. Rundenzeitfahren: 1. Sieger: Tertilde 33 Sek. 5 Pkte.; 2. Purkert 33,2 Sek. 3 Pkte.; 3. Kerp 33.3 Sek. 2 Pkte.; 4. Hohbein 36,4 Sek. 1 Pkt.
II. Punktefahren: 1. Purkert 40 Pkte., 5 Wertpunkte; 2. Tertilde 3 Pkte., 3 Wertpkte.; 3. Kerp 27 Pkte., 2 Wertpkte.; 4. Hohbein 9 Pkte., 2 Wert- punkte.
III. Fliegerrennen: 1. Tertilde 5 Pkte., 2. Purkert 3 Pkte., 3. Kerp 2 Pkte., 4. Hohbein 1 Pkt.
Endergebnis: 1. Tertilde insgesamt 13 Punkte, 2. Purkert 11 Punkte, 3. Kerp 6 Punkte. 4. Hohbein 3 Punkte.


