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Nachdruck verboten!
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Margot machte ihre Sache gut. Der Erfolg
ge- auf, den
— Ist sie's, wird Wenn nicht, dann Schluß!"
„Wenn Margot
Oie Zfflandstöchter und ihre Kreier.
Vornan von 3- Schneider Zoerfil
Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau t. Sa.
lich sei.
„Aber das ist doch lachhaft!" erregte sich Margot in ihrer temperamentvollen Art. „Warum sagst du's ihm denn nicht? Du hast wohl Angst vor ihm? Aussehen tut er danach: Rühr mich nicht an, oder ich beiß' dich. Das glaube ich gern, daß sich der mit Henriette nicht verträgt."
Und Klaudine erzählte, sah plötzlich die Uhr und zuckte zusammen. „Können wir uns morgen Wiedersehen?"
„Aber natürlich, Klaudine! Welche Zimmernummer hast du denn? Zweiter Stock, hundertsechsund- vierzig? So. Wir fahren selbstverständlich auch zu Bob. — Bring' doch bitte die Klaudine nach ihrem Zimmer, James! Ich möchte noch gern bleiben und ein Glas Selters trinken. Ich habe solchen Durst bekommen auf all' die Neuigkeiten."
Klaudine bat den Schwager, sich nicht zu bemühen. Er ließ es sich aber nicht nehmen, sie wenigstens bis zur Treppe zu begleiten. Als er sich verabschiedend über ihre Hand neigte, fühlte er, daß sie zitterte und hielt sie tröstend fest. „Machen Sie's wie wir. Man muß sich sein Glück nehmen, wann und wo sich die Gelegenheit dazu ergibt. Margot und ich haben es bis heute noch nicht bereut, es so getan zu haben."
Sie sah ihn mit verschleierten Augen an, nickte und stieg langsam die Treppe hinauf.
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Aus Niels Zimmer kam noch Licht. Klaudine blieb stehen und lehnte das Gesicht einen Augenblick gegen die Füllung. „Niels!" Er wird mich
sie sofort darauf reagieren, ist sie's eben nicht gewesen. „Schluß" sagte, war nichts James Pick mußte sich wohl
„Tue ich auch gar nicht," entgegnete Margot. „Ich gehe einfach an dem Tisch vorüber und sage so beiläufig: „Ach, Klaudine, du bist auch da?"
mehr zu ändern. _______ r ,
oder übel dareinfinden, seine Frau gehen zu lassen.
„Ja, gewiß. Furchtbar nett ist das von ihm." Das Weinglas hebend, wartete Pöttmes, bis sie ihm Bescheid tat.
Ihre Hand zitterte, als ihr Kelch gegen den seinen klang. Morgen wollte sie sofort an Barthelmes schreiben, ob alles stimmte, was Niels behauptete. Sie hatte schon wieder Zweifel. Es ergab sich aber durchaus kein Zusammenhang, so sehr sie sich auch bemühte, einen solchen zu finden, denn wie wäre wohl der Blechlöffel aus ihrer Vitrine hierher in das Lederfutteral gekommen?
D^nn fiel ihr plötzlich ein, daß Niels einmals aus Langeweile das Datum hineingekratzt hatte. „Darf ich noch einmal?" fragte sie, errötete und ärgerte sich, daß sie sich so ungeschickt benahm. Wenn sie sich nicht besser beherrschte, mußte er unbedingt Verdacht schöpfen.
Pöttmes hatte ihr das Etui bereits wieder zugeschoben und ließ keinen Blick von ihr. Sie fühlte es und wurde noch unsicherer. Aber sie mußte es wissen. Sich etwas vorneigend, suchte sie den Löffel ab und entdeckte jetzt ganz deutlich eingekratzt: 16. 12. 19 . . .
Mit einem leichten Heben der Schultern und einem verlegenen Lächeln sah sie Niels an. „Der Löffel ist immerhin ein liebes Andenken."
„Sicher! — Wollen wir jetzt noch für eine Stunde in die Halle gehen? Es ist sehr hübsch unten, wir haben nette Musik und sehen interessante Leute. Darf Gottfried Ihnen einen Umhang aus Ihrem Zimmer holen?"
Klaudine hatte ihren Schal bereits mitgebracht.
Unter der Tür stehend, beauftragte Pöttmes feinen Diener, den Löffel wieder in das Geheimfach des Sekretärs zu versperren. „Ich möchte nicht, daß er mir gestohlen wird," sagte er mit Nachdruck. Merkwürdigerweise lag dabei nicht' der leiseste Schimmer eines Lächelns auf feinem Gesicht.
Klaudine aber war heftig zusammengezuckt.
♦
In der.Halle erregten Niels und Klaudine Aufsehen. Sie waren noch nie zusammen dort ge
war auch dementsprechend. Klaudine erschrak über alle Maßen. „Du!" Da hatte sie schon einen zweiten Kuß auf Mund und Wangen. „Du! Wie kommst du denn nach Paris, Klaudine? Warum erschrickst du denn so sehr? Was macht die
wesen. Man kannte nur Niels Pöttmes' hohe, gestraffte Gestalt. Klaudine war man höchstens einmal auf der Treppe begegnet.
Niels hatte für Klaudine einen Sessel zurecht- gerückt, der ihr den Blick über die ganze Halle erlaubte. „Worüber denken Sie denn so angestrengt nach?" scherzte er, als sie auf seine Frage: „Tee, Wein oder Sekt"? gar keine Antwort gab.
Erst als er wiederholte, schrak sie auf. „Bitte Tee."
In einer unauffälligen Nische aber legte sich plötzlich eine Frauenhand auf den Arm ihres Begleiters, und ein zuckender Mund sagte: „Sieh doch, James! Ist das nicht Klaudine?!"
Der Mann wandte das Gesicht nach der angegebenen Richtung und wurde ebenfalls aufmerksam. „Die Aehnlichkeit ist jedenfalls verblüffend. Aber wie käme deine Schwester hierher nach Paris, mein Liebling?"
„Ich weiß es nicht," sagte Margot. „Würdest du mir den Gefallen tun und fragen, James? — Ach bitte!" drängte sie, als er zögerte. „Vielleicht den Ober. Er kennt doch sicher die Gäste des Hotels auch ihren Namen nach."
James Pick überwand sich und sagte, als der Kellner wieder in die Nähe kam: „Einen Augenblick!" — Können Sie mir sagen, wer die junge Dame in Schwarz ist, die dort mit dem großen Herrn in der Ecke sitzt?"
Der Ober wandte den Kopf und gab Bescheid.
„Siehst du," meinte James lächelnd, „es ist nicht Klaudine, wenn sie auch sonst, was ihre Aehnlichkeit betrifft, sehr gut deine Schwester sein könnte."
Margot spielte nervös mit ihrem Smaragdarmband. Und sie ist es doch!"
„Aber Liebes!"
„Ich laß' mir's nun einmal nicht nehmen, daß sie's ist. Soll ich's dir beweisen?"
Sie hatte sich schon erhoben, und sah den Gatten belustigt, halb verärgert an, als er sie am Gürtel ihres Kleides zurückhielt. „Was willst du denn machen, mein Kind! Du kannst doch nicht eine dir völlig fremde Dame fragen, wer sie ist."
hören, dachte sie, zusammenzuckend. Ich kann nicht! Ich bin nicht Margot! „Am verachtenswertesten sind mir Menschen, die lügen." — Ihr Gesicht lag ganz fest an das Holz gepreßt. „Niels! Ich habe lich belogen: Ein-, zwei-, drei-, ein dutzendmal belogen. Nein, tausendmal. Seit Monaten begehe ich täglich einen Betrug an dir! Deshalb kann ich dick auch nie besitzen, und leben ohne dich kann ich auch nicht mehr. Niels!--Vergib mir, Niels!
©ott, wenn er sie gehört hatte. Erschrocken zog Klaudine die Hand, die sie unversehens auf Die Klinke gedrückt hatte, zurück, atmete auf, als sich drinnen nichts regte, und schlich davon. —
In ihrem Zimmer war heute alles anders als sonst. Die Lampe brannte düster. Die Tapeten zeigten groteske Schnörkel und taten in ihrem Gelb den Augen weh. Was wollte sie denn noch? Morgen war alles zu Ende. Margots Dazwischentreten hatte sie entlarvt. Sie mußte Niels Rede und Antwort stehen und ihm endlich sagen, wer sie war.
Die Möglichkeit, die sie auf der Karrer-Hütte gehabt hatte, einfach zu verschwinden, war ihr diesmal genommen. Wozu auch? Pöttmes wußte ja nun doch um alles. Wenn nicht heute, dann morgen. Sie sah fein Gesicht vor sich: Verschlossen, abweisend, seine charakteristische Handbeweguna, wenn etwas für ihn erledigt war. „Komödiantin!" würde er sagen. „Ich finde nichts verachtenswerter, als Menschen, die lügen..."
Was sollte sie denn tun? Es gab feinen Ausweg, als den einen, zu ihm zu gehen und ihm ihre Beichte abzulegen. ,
„Nein!" sagte sie fest und nochmals „Nein! trat ans Fenster und sah auf den Asphalt hinunter. Die tausend und aber tausend Räderpaare, die tagsüber darüber hinweggerollt waren, hatten ihn blankgeschliffen. —
„Was ist denn?" fragte sie mit einem raschen Sprung nach der Tür. Gottfried hatte sie bereits geöffnet und blickte Klaudine abbittend an. „Entschuldigen Sie! Ich wollte mir nur die Frage erlauben, ob Herr Pöttmes noch in der Halle ist. Es geht nämlich schon auf zwei Uhr."
„Er ist doch schon kurz vor zwölf Uhr wegge- gangen", erklärte Klaudine und verspürte zugleich ein Frösteln. „Ist er denn nicht auf seinem Zimmer?" . „
„Nein, Fräulein Klaudine.
„Auch nicht heraufgekvmmen?"
„Nein. Ich bin nicht aus meinem Zimmer gegangen, seit Sie mit Herrn Pöttmes weg sind. Er ist nicht mehr zurückgekehrt."
(Schluß folgt.)
Mama?"
Mit grenzenlosem Erstaunen sah Margot, wie der Begleiter ihrer Schwester sich erhob, verneigte und nach dem Ausgang der Halle zuschritt.
„Wer ist denn bas?y' fragte sie belustigt, ein Simpel! Stellt sich nicht einmal vor!"
Klaudine hatte sich schon wieder halbwegs saßt und brachte sogar etwas wie Freude Margot nach so langer Zeit und nach all Zwischenfällen und Abenteuern, die hinter ihr lagen, wiederzusehen. Sie vergaß für den Augenblick, wie beleidigend es eigentlich gewesen war, daß Niels sich so ohne jede Erklärung verabschiedet hatte. — Margot holte ihren Mann. Es gab einen langen Gedankenaustausch über alles, was sich inzwischen ereignet hatte. Klaudine sprach auch darüber, daß Pöttmes nicht wüßte, wer sie eigent-
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