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Spielvereinigung 1900 Gießen.

1900 I Dußbadj I.

In den Butzbachern stellt sich eine Mannschaft vor, die man keinesfalls in ihrer Stärke unter­schätzen soll. Es ist nicht mehr die Butzbacher Elf, die man in Gießen mit Leichtigkeit überspielte. In unserem südlichen Nachbarstädtchen hat sich im Turn- und Sportleben viel geändert. Die dortigen Vereine haben Kräftezufuhr erhalten. Gestützt auch auf in eigenen Reihen (Jugend) heranqezogenem Nachwuchs, sind die Leistungen im VfR. immer besser geworden, so daß die Rasenspieler am Ende der diesjährigen Meisterspielsaison einen guten Mit­telplatz in der benachbarten Bezirksklasse Gruppe Oberhessen (Meister Bad-Nauheim) einnehmen. Durch den erst in den letzten Tagen vorgenommenen Zusammenschluß zwischen dem Turn- und Sport- verein 1846 Butzbach und dem Verein für Rasen­spiele 1910 Butzbach hat die neue Vereinigung noch mehr an Kampfkraft gewonnen. Sie wird deshalb die Hiesigen im bevorstehenden Treffen auf eine harte Probe stellen. Butzbach war immer zäh, schnell und verstand vor allen Dingen bis zum Schlußpsiff zu kämpfen.

Die Blauweißen haben dieses Mal: Schmidt; Zei- ler, Lippert; Mank Heilmann, Heinbach; Wilhelmi, Schmelz, Birkenbihl, Horz, Kaps, mit ihrer Vertre­tung beauftragt, eine Elf die eigentlich Gewähr für ein erfolgreiches Abschneiden geben sollte, da ihr be- kanntlich der heimische große Platz besonders gut liegt. Leicht werden die Gäste, in deren Reihen auch einige Soldaten mitwirken, den Sieg nicht an die Gießener vergeben, besonders, wenn sich der Angriff der Platzbesitzer abermals in Torschuß so undisponiert zeigen sollte. Man setzt aber beim Gastgeber viel auf die geschickte Angriffsführung durch Birkenbihl.

F.-Sp.-V. 1926 Steinbach.

Steinbach I Fellingshausen I.

Am morgigen Sonntag empfängt Steinbachs 1. Elf die gleiche des Sportvereins Fellingshausen. Die Gäste spielen in der Klasse wie Steinbach und halten einen guten Platz in der Tabelle ein. Die Einheimischen treten mit der Mannschaft an wie gegen Lich. Man rechnet mit einem fairen Spiel. Der Ausgang des Kampfes ist nicht oorherzusagen.

Handball im Gau XII (Nordheffen).

Die Spiele der Gauklasse sind bis auf zwei er­ledigt, die in Kürze noch nachgeholt werden. Beide haben noch Einfluß auf den Stand der Tabelle, so daß also der endgültige Stand noch nicht gegeben werden kann.

Die Runde der Staffelsieaer der Bezirksklasse im Bezirk I kann, wenn Kesselstadt das morgige Spiel gegen Kurhessen Marburg auf eigenem Platze ge­winnt, beendet fein. Die Tabelle zeigt zur Zeit fol­gendes Aussehen:

Spiele Tore Pkte.

VfB. Kurhessen Marburg 3 24:20 5:1

Tv. Kesselstadt 3 26:24 4:2

To. Pohlgöns 4 26:32 1:7

Für Kesselstadt steht danach viel auf dem Spiel, während Marburg nur einen Punkt zur Meister­schaft benötigt.

In der II. Kr/Üsklasse (Aufstiegsviele) steigt nur Tv. Herborn Tv. Garbenheim. Der Aus­gang dieses Treffens muß als offen bezeichnet wer­den, beide Mannschaften sind sich nämlich ziemlich gleichwertig.

Der Freundschaftsspielbetrieb ruht durch das große Hallenturnier, oei dem fast alle Vereine ohne Ausnahme vertreten sind, vollkommen.

Kameradschaftshaus der Akademischen Turnverbin­dungKurhessen" einen Lehrgang unter Leitung von Gaudietwart Vesper- Homberg ab. Die Ar­beitstagung befaßt sich mit organisatorischen Fra- §en, der Vorbereitung Der völkischen leier stunde beim ersten Gaufest des Reichsbundes für Leibesübungen vom 2. bis 4. August in Gießen und vor allem mit der Ge- staltung der Dietarbeit in den Vereinen des VfL. Nach dem Abkommen des Reichssportführers von Tfchammer und Osten mit dem Reichsschulungsleiter der Partei, Pg. Dr. Max Frauendörffer, sind nunmehr auch die politischen Voraussetzungen für die Dietarbeit insofern gegeben, daß die Gau-, Be­zirks- und Kreisdietwarte zukünftige Beauftragte der Partei sind für die weltanschauliche und völ­kisch-politische Erziehung in den Vereinen des Reichsbundes für Leibesübungen.

1. Tag her Ostpreußen-Fahrt 1935.

Von 454 in Königsberg gestarteten Teilnehmern konnten nach dem ersten Tag nur 141 strafpunkt­frei bleiben, und zwar 79 Wagen und 62 Kraft­räder. Am ersten Tage sind bereits 131 Fahrzeuge endgültig ausgeschieden. Die Ausfälle waren na­türlich besonders bei den Ausweisfahrern sehr groß.

Auch die zweite Etappe wurde morgens um 4 Uhr in Königsberg gestartet, und führte von da am Frischen Haff entlang nach Elbing, durch das Oberland, Ermland und Seengebiet Über Allen- stein nach Königsberg zurück. Bei Follendorf am Frischen Haff blieben fast alle Fahrzeuge im Sand stecken und konnten zum großen Teil nur durch Pferdevorspann wieder flott gemacht werden.

Kurze Sportnotizen.

Deutschlands Ringerstaffel für die an Ostern in Kopenhagen stattfindenden Europamei­sterschaften wurde wie folgt aufgestellt: Möchel- Köln, Hering-München, Ehrl-München, Schäfer- Schifferstadt, Paar-Reichenhall, Böhmer-Reichen­hall, Hornfischer-Nürnberg.

1900 1. Jugend Hanau 93 Jungliga.

. Vor den ersten Mannschaften hat sich die Jugend die Junioren hes Gaumeisters von Nordhessen ver­schrieben. Die Gießener werden als Jugendgruppen­meister bestrebt sein, dem Gegner ein ebenbürtiges Spiel zu liefern, wenn auch die Gäste in technischer Beziehung vieles voraus haben sollten. 1900*5 Nach- wuchs ist aber bekantlich bei solchen Treffen immer mit ganzem Herzen bei der Sache.

Reichsbund für Leibesübungen.

Die Kreisdieiwarte des Gaues XII Nordhessen in Marburg.

Die Kreisdietwarte des Gaues XII Nordhessen halten am morgigen Sonntag in Marburg im

Jack Medica, augenblicklich Amerikas bester Kraulschwimmer und eine der größten Olympia- Hoffnungen der USA., stellte in Chikago wieder einen neuen Weltrekord auf. Diesmal schwamm Medica die 300 Dards in 3:04,4 Minuten.

Bartha Mendels beste Segelflugleistnng.

VfB.-Reichsbahn Gießen.

Die Ligamannfchafi in Fauerbach.

Am Sonntag folgt die Ligamannschaft einer Ein­ladung des SportvereinsOlympia" Fauerbach. Die Gastgeber spielen in der Bezirksklasse der Gruppe Friedberg und stehen am Schlüsse der Tabelle. Trotzdem kann aus dieser Tatsache nicht ein Rück­schluß auf die Spielstarke der Fauerbacher gezogen werden, da diese während der Verbandsserie durch Verletzungen und Sperre von Spielern sehr stark beeinträchtigt wurden. Nach Beendigung der Serie haben die Gastgeber, die durch den bekannten Spie­ler Schn i e rle von Friedberg verstärkt sind, wie­der ihre komplette Mannschaft zur Stelle. Unter diesen Umständen werden die Gießener von Spiel­beginn an zu kämpfen haben, wenn sie erfolgreich abschneiden wollen. Die Hiesigen fahren in der Auf­stellung des Vorsonntages.

Die zweite Mannschaft empfängt Nauborns erste Elf und sollte damit einen gleichwertigen Gegner vor sich haben. Die spielstarke Dritte hat Großen- Linden zum Gegner. Man ist gespannt wie sich die Gäste halten werden. Die erste Jugend hat Wiß- mars Jugend zu Gast und wird dem Gegner eine Niederlage kaum ersparen. Die zweite Jugend muß gegen die körperlich überlegene erste Jugend von Alten-Buseck mit einer Niederlage rechnen.

Kreisklaffenspiele des Sonntags.

Aufstiegspiel: Heuchelheim Tgde. Wetz­lar-Niedergirmes (Post, Wieseck).

Gesellschaftsspiele: Lollar Steinberg; Lollar II Steinberg II; Leihgestern Hungen; Wißmar Vetzberg; Launsbach Allendorf; Alten-Buseck Großen-Linden; Steinbach Fel­lingshausen; VfB. III Großen-Linden II; Lang- Göns Butzbach II; Großen-Buseck Daubringen.

Steinberg fahrt mit zwei Mannschaften zum Freundschaftsrückspiel nach Lollar. Wenn Steinberg mit kompletter Mannschaft antreten kann, sollte ein Sieg der Gäste sicher sein. Bei dem Spiel der zwei­ten Mannschaften wird der Gastgeber sich den Sieg nicht nehmen lassen. Hungen weilt in Leihgestern. Die Partner sind gleichstark, so daß mit einem Remis zu rechnen ist. Wißmar gegen Vetzberg heißt die nächste Begegnung: der Platzbesitzer kann das Spiel gewinnen. Launsbach konnte am Sonntag Krofdorf schlagen und dürfte auch mit Allendorf fertig werden. Großen-Linden fährt nach Alten- Buseck und hat eine harte Nuß zu knacken. Das Spiel Steinbach gegen Fellingshausen ist offen; beide Gegner kennen sich nicht. VfB. III hat Großen- Linden II zu Gast und wird das Spiel hoch gewin­nen. Lang-Göns hat eine Fußballmannschaft ge­gründet und spielt gegen Butzbach II. Der Gast dürste auf Grund größerer Spielerfahrung zu einem sicheren Siege kommen. Daubringen fahrt zum Rückspiel nach Großen-Buseck und hat keinerlei Chancen auf Sieg.

Sportverein 1920 Heuchelheim.

3. Aufstiegspiel: Heuchelheim Niedergirmes.

Arn kommenden Sonntag wird die erste Ntann- schaft von der Turn- und Sportgememde Wetzlar- Niedergirmes in Heuchelheim zum Aufstiegsplel erwartet. Für die Einheimischen gilt es, die Nieder­lage vom Vorspiel wieder wettzumachen. Dies durste keine leichte Ausgabe bedeuten, da die Gaste be­kanntlich eine sehr spielstarke Mannschaft stellen. Die Hauptstütze dieser Elf ist der gute Mittelläufer. Die Einheimischen werden auch diesmal wieder mit Ersatz antreten müssen, trotzdem sieht man dem Spielausgang mit Zuversicht entgegen.

Die erste Jugendmannschaft spielt vorher gegen die gleiche von Niedergirmes. Auch bei diesem Treffen ist eine Scharte auszuwetzen, da das Vor­spiel hoch verloren wurde. Die zweite Jugendelf tritt in Allendorf a. d. L. an.

Ein großer Tag für das Segelflieger-Lager Nieher-Ofleihen.

11 Stunden und 26 Minuten in der Lust.

Die Leiterin des Turnseminars der Aticeschule in unserer Stadt, Fräulein Martha Mendel, hat bisher durch ihre segelfliegerische Leistungen schon verschiedentlich von sich reden gemacht. Am Donnerstag gelang es ihr nun, auf dem Rhön­adlerDr. Elisabeth Lippert" (einer Hochleistungs­maschine mit 18 Meter Spannweite) eine deutsche und damit wohl auch eine Weltbestleistung im Dauersegelflug zu erreichen. Sie startete um 6.42 Ahr am Hang des Nieder-Ofleidener Segelflug­geländes und landete am Abend um 18.08 Ahr, blieb also insgesamt 11.26 Stunden in der Luft.

*

Fräulein Martha Mendel, im Fliegerlager von den Kameraden manchmalMendeline" genannt, kam 1930 zum Segelflug. Mit großer Zähigkeit flog sie ihre Prüfungen und gelangte zu immer sichereren Leistungen. Im vorigen Jahre, und zwar im Juni, wartete sie mit einem Dauerflug von Über 6 Stunden auf (wir berichteten damals darüber) und machte schon damals sehr auf sich, aber auch auf das Nieder-Ofleidener Segelslug- gelänbe aufmerksam.

Inzwischen landete fie Dauerflüge, bei deren einem sie über 8 Stunden erzielte. Diese Lei­stung bestärkte sie in dem Vorsah, dem von Hanna Reitsch gehaltenen Dauersegelslug-Delt- rekord von 10 Stunden und 14 Minuten näher- z »treten.

Am Donnerstag erschien die Gelegenheit zu einem weiteren Dauerflug günstig. Die Segelfliegerin hatte zwar, als sie sich in den Röhnadler setzte, nicht die unbedingte Absicht, eine Bestleistung im Segelflug aufzustellen aber na, woll'n mal sehen ...I So ungefähr! Sie hatte nur zwei Butterbrote eingesteckt. Der Start vollzog sich unter hilfsbereiter Assistenz der Kameraden im Lager in der üblichen Weise und ohne Zwischenfall.

Das Wetter war, wie sich erwies, nicht ungünstig. Zwar war es sehr böitz und die Fliegerin wurde manchmal heftig geschaukelt, zum Hangaufwind kam aber noch ein ziemlich stetiger thermischer Aufwind, so daß die Voraussetzungen für eine be­sondere Leistung durchaus gegeben waren.

Die Windrichtung verwies die Fliegerin auf den Südwesthang, der nur wenige hundert Meter lang ist. Da galt es denn, unzählige Male zu kurven, ja fast aus einer Kurve in die andere zu gehen.

Während das Flugzeug immer den Hang auf- und abschwebte (verschiedentlich wurden Höhen bis zu 450 Meter erreicht), wurde es von unten aus stän­dig beobachtet, insbesondere von zwei Sportzeugen, einem Fluglehrer und dem Leiter der Arbeitsdienst­abteilung Nieder-Ofleiden. Diese ständige Beobach­tung des Fluges ist neben anderen Voraussetzungen nötig, wenn die segelfliegerische Leistung die amt­liche Anerkennung als Bestleistung finden soll.

Stunde um Stunde verging. Mit zäher Willens­kraft kurvte Frl. Mendel ein um das andere Mal. Obwohl die Fliegerin eine Uhr mit sich führte, legten die Kameraden am Lager Steine auf die Wiesenfläche, an deren Anzahl die Fliegerin immer wieder im Vorbeifliegen erkennen konnte, wie viele Stunden sie jeweils in der Luft war.

Als die 11. Stunde überschritten war, fand der Flug ein allerdings noch nicht beabsichtigtes Ende. Einer der Zuschauer rief der Fliegerin etwas zu und wollte wissen, wo sie landen werde. An­scheinend wollte der Betreffende eine photogra- phische Aufnahme von der Landung machen und zu diesem Zweckin Stellung" gehen. Frl.

Mendel mißverstand jedoch und glaubte, zum Lan­den aufgefordert worden ni fein. Den Flug hätte sie, wie sie versichert, noch fortsetzen können. Im­merhin war die Zufriedenheit allgemein, insbeson­dere auch bei denRekordstartern" und demRe­kord-Schwanzhalter". Die Fliegerin wurde, kaum daß sie den Führersitz des Rhön-Adlers verlassen hatte, mit Glückwünschen überschüttet. Hanna Reitschs Leistung war erheblich übertroffen und damit dem Ruf der deutschen Segelfliegerei ein neues Ruhmesblatt hinzugefügt worden. Frl. M. Mendel hat allen Anlaß, auf diese ihre Leistung stolz zu sein, denn nur sehr wenigen Segelfliege­rinnen ist es möglich, derartige Flüge durchzu­stehen.

Eine garu besondere Freude bedeutet diese segel- fliegerische Leistung auch für die dortige Ortsgruppe des Luftsportoerbandes, denn das Fluggelände Nieder-Ofleiden, das von manchem Segelflieger etwas über die Schulter angesehen wurde, hat sich mit diesem jüngsten Flug als sehr geeignet für Dauerflüge erwiesen. Ein weiterer Aufschwung des Segelflugsportes in diesem landschaftlich so präch­tigen Stückchen oberhessischer Heimat wird nicht ausbleiben.

Frl. Mendel hat, nach ihren weiteren Plänen befragt, vor, auch einmal, im Sommer möglichst, bei günstigen thermischen Aufwinden, darzutun, daß man auf dem Nieder-Ofleidener Gelände auch zu Höhenflügen starten kann. Auch ein Streckenflug steht im Programm der Fliegerin.

In diesem Zusammenhang sei nicht vergessen, zu erwähnen, daß Segelfliegerlager und Arbeitsdienst­lager Nieder-Ofleiden in herzlichster Kameradschaft verbunden sind. Die Arbeitsmänner helfen den Segel­fliegern mit großer Begeisterung und keine Arbeit ist ihnen zu viel, wenn es gilt, mitanzupacken. Das Gemeinschaftserlebnis ist daher ein einzigartiges und starkes und für alle in diesem Kreise unver­geßlich.

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

* Wieseck, 13. April. Am kommenden Montag kann die Witwe von Ludwig Kreiling I., Frau Margarete Kreiling, geborene Dech, Turn­straße, ihren 8 0. Geburtstag begehen.

* Rödgen, 13. April. Pflastermeister t. R. Hch. 23 a l f e r VI. feiert morgen in geistiger und körper­licher Frische feinen 8 6. Geburtstag.

O Reiskirchen, 12. April. Nach Abschluß des Winterhilfswerkes liegt folgendes Er­gebnis aus unserer Gemeinde vor: In der Zeit von Oktober 1934 bis 7. April 1935 wurden für das WHW., Saarhilfswerk bzw. NSV.Mutter und Kind" gespendet: A. Barspenden: Plaketten­verkauf 134,52 Mark, Eintvpfsammlung 288,43, Sammlung am Tag der nationalen Solidarität 106,65, Sonderspenden (Vereine) 45,, zwei Reichs­geldsammlungen 100,16, Opferbuch 49,50, WHW.- Briefmarken 22,, Saarhilfe und NSV.Mutter und Kind" 20,30, insgesamt 766,56 Mark. B. Lebens­rnittel: Kartoffeln 180 Zentner, Getreide (Weizen) 36 Zentner, Pfundsammlungen etwa 250 Pfund. Außerdem konnten bei den Sammlungen des VDA. beträchtliche Summen abgesührt werden. Im all­gemeinen war die Beteiligung der Einwohnerschaft an dem WHW. ausgezeichnet. Abgesehen von einigen ewigen Außenseitern beteiligte sich jeder Volksgenosse je nach seiner wirtschaftlichen Lage. Ihnen und allen Helfern und Sammlern gebührt aufrichtiger Dank.

s Lang-Göns, 12. April. Wie in vielen an­deren Gemeinden war nach der Inflation auch hier

die Bautätigkeit ungemein rege. In den Jahren 1924/29 entstand fast ein kleines, neues Dorf an der Holzheimer Straße, auf der Ostseite der Bahnlinie. Etwa 30 Wohngebäude, zum Teil mit Scheuern, wurden errichtet, und heute wohnen in diesem Dorfteil,die Fauerbach" genannt, nahezu 200 Menschen. Die Verbindung mit dem Haupt­dorf führt durch den Eisenbahndamm mit einem sehr schmalen Durchgang. Da einige Meter vorher auch noch zwei Straßen auf die Holzheimer Straße stoßen (Straße von Leihgestern und der Rottweg von Gambach), ist hier immer ein starker Verkehr, besonders in den Zeiten, in denen die Landwirte ins Feld fahren. Es ist ein Wunder, daß hier noch kein größeres Unglück entstand. Wenn ein Fuhr­werk die Durchfahrt passiert, müssen die andern so lange warten. Es würde daher auf das wärmste begrüßt werden, wenn die Reichsbahnver­waltung diese Durchfahrt erweitern und fo den Verkehr erleichtern würde. Es gibt ganz wenig Durchfahrten, die so eng und schmal sind. Nachdem dann die Bautätigkeit in den letzten Jahren fast ganz geruht hatte, nur e i n Wohnhaus wurde 1934 erbaut, beginnt nun wieder eine regere Geschäftig­keit. Zur Zeit werden in der Bismarckstraße für Wilhelm Lang und Louis Rühl zwei Wohn­häuser errichtet. Außerdem wurde die vor Jahren stillgelegte Dampfmolkerei durch bauliche Umänderungen so umgestaltet, daß drei neue Wohnungen entstanden, im unteren Teil zwei Woh­nungen mit je 2 Zimmern und Küche und im obe­ren Stockwerk eine Drei-Zimmerwohnung. Ebenso erfreulich ist auch die Wiederaufnahme der Arbeiten in der ZiegeleiFauerbach", die dicht bei diesem Dorfteil liegt. Sie war vor Jahren in den Händen der Firma Fischer (Wiesbaden) und mußte dann ihre Arbeit einstellen. Sie ging nun in den Besitz des hiesigen Baumaterialienhänd­lers Karl Müller über. Die Ziegelei besitzt einen Ringofen. Zur Zeit sind schon 18 Arbeiter mit dem Formen von Ziegelsteinen beschäftigt, und im Laufe des Sommers kann bann der Ringofen in Tätigkeit treten.

T Trais-Horloff, 13. April. Am heutigen Tage feiert hier der Schneidermeister Heinrich Georg Bley seinen sünfunoachtziasten Geburtstag. Der alte Herr erfreut sich nicht nur einer ausgezeichneten Gesundheit, sondern auch einer hervorragenden Rüstigkeit und Frische, die es ihm erlaubt, nicht nur vergnügt sein Pfeifchen rauchend über Feld zu gehen, sondern sogar trotz seines hohen Alters noch in feinem Geschäft zu ar­beiten. Wie wir hören, hat er jetzt sogar noch einen Konfirmandenanzug gemacht. Seit 1927 ist er Wit­wer, nachdem er zwei Jahre vorher das Fest der goldenen Hochzeit hat feiern dürfen, und genießt im Hause eines seiner Söhne einen friedlichen Le­bensabend. Auch ist er langjähriges Mitglied des Kriegervereins, zu dessen Gründern er gehört.

Kreis Friedberg.

Friedberg, 12. April. (LPD.) Im Nachbar­ort Ilbenstadt siel das zweijährige Söhn­chen des Nachtwächters Reinhardt in die hoch- gehende Nidda. Glücklicherweise bemerkte der Lehrer Karl A h l b a ch das bereits 400 Meter ab­wärts treibende Kind; kurz entschlossen sprang er in die Fluten und rettete es vor dem Tode des Ertrinkens.

+ Butzbach, 12.April. Der Obst- undGar- tenbauverein veranstaltete gestern abend im Saale desDeutschen Hauses" einen Vortrags­abend. Es sprach Weinbauinspektor G l e s i u s aus Edenkoben überSchädlingsbekämpfung mit Kup­ferkalk-Wacker für die Sommerspritzung . Die inter­essanten Ausführungen des Redners wurden durch Lichtbilder wirksam unterstützt. Der Vereinsvor­sitzende sprach den Dank der Versammlung aus. Es schloß sich noch eine rege Aussprache über ver­schiedene Fragen an.

Kreis Schotten.

)( Ruppertsburg, 12. April. Die Samm­lungen für das Winterhilfswerk hatten in unserer kleinen Ortsgruppe in den beiden letzten Monaten wieder ein gutes Ergebnis. Die Straßen- fammlungen brachten 147,65 RM., die (Eintopf» fammlungen 90,05 RM. ein. Außerdem wurden 657 Stück Eier gesammelt. Ab 1. April besteht in Ruppertsburg auch ein Opserring, der 64 Mitglieder zählt. Im letzten Schulungs­abend sprach Pg. Lehrer E u ck e n überPreu­ßentum und Nationalsozialismus". Er ging von dem FilmDer Choral von Äeuthen" aus und zeigte, wie der Nationalsozialismus heute nichts anderes fein will als die Verwirklichung des Gei­stes Friedrichs des Großen, des Geistes von Pots- oam, in unserer Zeit.

ch Groß-Eichen, 12. April. Heute feierten Zollsekretär i. R. Johann August Hofmann und seine Ehefrau Elisabeth, geb. Dörr, in großer Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit. Beide Ehegatten sind Kinder unseres Dorfes. Lange Jahre wirkte der Jubilar im Elsaß als Zollbeamter. Nach dem Kriege wurde er von den Franzosen ausgewiesen und kehrte dann wieder in seinen Geburtsort zurück. Hier gehörte er von 1922 bis 1928 der Kirchengemeindevertretung an, seit 1928 ist er Kirchenvvrsteher. Am heutigen Nachmittag begab sich das Jubelpaar zur Kirche, um sich hier an derselben Stelle, wo sie vor 50 Jahren den Ehebund geschlossen haben, einsegnen zu lassen. Der Ortsgeistliche legte seiner Ansprache das von dem Jubelpaare selbst gewählte Schriftwort Psalm 126, Vers 3, zugrunde Anschließend überreichte er im Auftrage des komm. Propstes von Oberhessen, Trom- mersHausen, ein Gedenkblatt und ein Gesangbuch Die Kirchengemeinde überreichte einen gerahmten Gedenkspruch. Der Führer und Reichs­kanzler hatte ebenfalls ein Glückwunschschreiben übersandt.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

(D Krofdorf, 13. April. Am heutigen Tage begeht unser Mitbürger Johann Georg Wag­ner seinen 8 0. Geburtstag. Der Hochbetagte, der Landwirt und im Nebenberuf langjähriger Jagd­aufseher in der hiesigen Gemeindejagd war, erfreut sich noch bester Gesundheit und guter Geisteskraft. Bis vor wenigen Jahren übte er mit Passion die Jagd aus; jetzt unternimmt er noch regelmäßige Spaziergänge in seine früheren Jagdgründe, wobei ihm feine Jagdpfeife vortrefflich schmeckt.

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