der Buche eingeweiht wurde. Außer der Inschrift trägt er das Relief eines hessischen Bauern mit dem Vers:
„Wenn einstmal in der weiten Welt Die Treu der Klugheit räumt das Feld, Sonst nirgend eine Ruhestatt hätte, Das Hessenland bleibt ihre Stätte."
Bei der Einweihung hielten Festreden: der Volks- fchriftsterller Naumann aus Nanzhausen (Kreis Marburg) und ein Regierungsrat aus Kassel, dessen Name mir entfallen ist. Da die Witterung die Inschrift auf dem Stein sehr verwischt hat, ist im letzten Herbst durch Stiftung des Hüttendirektors Jung von Neuhütte bei Straßebersbach eine eiserne Platte mit derselben Inschrift angebracht und die Buche gleichzeitig unter Naturschutz gestellt worden.
Heil Hitler!
Schrupp, Lehrer in Waldgirmes (Krs. Wetzlar)." In den übrigen Briefen wird die vorstehende Schilderung bestätigt. In einem Schreiben wird die Vermutung hinsichtlich des Ortes Bromskirchen- Somplar ausdrücklich als unzutreffend bezeichnet und ebenfalls auf den vorstehend geschilderten Sachverhalt als einzig zutreffende Begebenheit verwiesen.
Deutsche Arbeitsfront.
Ortsgruppe Gießen-Ost.
In der Zeit vom 16. bis einschl. 24. April 1935 fallen die Sprech- und Zahlstunden auf dem Geschäftszimmer der Ortsgruppe aus. Die Zellenwal- ter haben dafür zu sorgen, daß ihre Blocks bis zum 25. d. M. restlos abrechnen. In Fällen, wo dies nicht geschieht, wird der Zellenwalter persönlich zur Verantwortung gezogen. Die Blockwalter können am Montag, 15. April 1935, etwa noch fehlende Marken in Empfang nehmen.
Die DAF.-Mitglieder der Ortsgruppe Gießen-Ost werden darauf aufmerksam gemacht, daß Beitragsrückstände bis zum 25. April restlos bezahlt werden müssen, da sonst die Mitgliedschaft erlischt. Sollte der Beitrag in den nächsten Tagen nicht erhoben werden, dann kann derselbe am
2 5. April 1935 (Donnerstag), ab 17 Uhr, auf dem Geschäftszimmer der Ortsgruppe, Licher Straße 17, bezahlt werden.
NS.Gemeiuschaft „Kraft durch Freude".
Danderwarte-Arbeitstagung Kloster Arnsburg.
Die Teilnehmer an der Arbeitstagung der Wanderwarte in Gießen fahren am Samstag mit dem Zuge 13.38 Uhr ab Gießen nach Lich (Sonntagskarte). Beginn der Tagung um 17 Uhr. Meldung im Saal der Mühle Kloster Arnsburg. Uebernach- tung in Muschenheim. Am Sonntagfrüy eintref- fende Teilnehmer melden sich ebenfalls in der Mühle.
Heidelbergfahrt.
Wir bitten alle Teilnehmer der Hekdelbergfahrt, den Betrag von 5 Mark pro Person (für Kinder 3 Mark) auf das Konto NSG. „Kraft durch Freude" Nr. 5085 bei der Bezirkssparkasse Gießen bis spätestens 20. April einzuzahlen. Die Beträge können natürlich auch von den Ortswarten und Betriebswarten gesammelt direkt eingezahlt werden. Für die auf der Bezirkssparkasse erhaltene Quittung können alle Teilnehmer die Fahrkarten auf unserer Geschäftsstelle, Gießen, Schanzenstraße 18, Zimmer 10, ab Mittwoch, 24. April, gesammelt oder einzeln abholen.
Wir machen alle auswärtigen Fahrtteilnehmer darauf aufmerksam, daß der Fahrpreis von 5 Mark nur von Gießen aus gerechnet ist. Wir teilen aber heute schon mit, daß die Reichsbahn um 75 v. H. verbilligte Karten zur Anfahrt ausgibt.
Männergesangverein Friedrichsthal/Gaar 1867 kommt wieder nach Gießen.
Am Ostersamstag, dem Geburtstag des Führers, findet in der Volkshalle zu Gießen eine große Kundgebung aller Gliederungen der Partei statt, bei der Kreisleiter Pg. Klo ft ermann sprechen wird.
Anschließend an die Kundgebung gibt der Männe r g e s a n g v e re i n 1867 Fr i edrichstbal an der Saar ein großes Konzert. Wer im Vorjahr am Pfingftsamstag unsere Saarsänger gehört hat, dem wird diese Veranstaltung noch in der denkbar besten Erinnerung sein. Der Eintrittspreis beträgt im Vorverkauf 40 Pf., an der Abendkasse 50 Pf. auf allen Plätzen. In der Volkshalle stehen Tische und Stühle. Für preiswerte Bewirtschaftung wird gesorgt. Wir machen darauf aufmerksam, daß der Kartenvorverkauf schon heute beginnt, und zwar sind die Karten au haben bei sämtlichen Amtswarten der Organisation „Kraft durch Freude", im Musikhaus Challier, auf dem Geschäftszimmer der Gießener Studentenschaft und auf der Kreisdienststelle K. d. F., Schanzenstraße 18 II.
Gießener Wochenmarktpreife.
* Gießen, 13. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8V2 bis 9, Wirsing, das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 25 bis 30, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 15, Feldsalat 70 bis 80, Tomaten 50, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 25 bis 40 Pf., Honig 40 Pf. bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Vf., Enten 80, Tauben, das Stück 60, Blumenkoyl 40 bis 60, Salat 25, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich, Bündel 30, Radieschen 10 bis 15 Pf.
Vornotizen.
— Tageskalender für Samstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Reichsparteitagfilm „Triumph des Willens". — Stadttheater: Deutsche Bühne 20 bis 22.45 Uhr „Der Vetter aus Dingsda". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Artisten^. — Vauerscher Gesangverein: 20 Uhr in der Neuen Aula der Universität Konzert.
— Tageskalender für Sonntag: Sonderausführung des Films „Triumph des Willens" für die Hitler-Jugend; Treffpunkt 10 Uhr auf dem Oswaldsgarten. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Reichsparteitayfilm „Triumph des Willens". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Artisten". — Stadttheater, 19.30 bis 22.15 Uhr: „Der Detter aus Dingsda". — Kurzschrift-Prüfung der Industrie- und Handelskammer um 9 Uhr in der Öffentlichen Handelslehranstalt. — Oberhessischer Gebirgsverein: Wanderung. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 11 bis 13 Uhr, II. Ausstellung aus Gießener Privatbesitz. — 4. Hallenhandball-
Turnier der Gießener Turnerschaft in der Ortsgruppe Gießen des RfL. um 8 und 14 Uhr in der Volkshalle. — 50-Kilometer-Straßenrennen Gießen- Marburg; Start 8 Uhr Schützenhaus.
— Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Sonntag, 14. April, von 19.30 bis 22.15 Uhr Wiederholung der Schlageroperette: „Der Vetter aus Dingsda" von Künneke. — Dienstag, 16. April, Erstaufführung des alten Märchens: „Die armseligen Besenbinder" von Carl Hauptmann; Spielleitung hat Anton Neuhaus. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr. — Mittwoch, 17. April, von 19.30 bis 22 Uhr Wiederholung der Spielplanneuheit: „Die armseligen Besenbinder". — Freitag, 19. April, bleibt das Theater geschlossen. — Sonntag, 21. April, 19 Uhr, auf vielseitigen Wunsch nochmalige Wiederholung Der Meisteroperette von Strauß: „Der Zigeunerbaron" in der Besetzung der Erstaufführung.
*
** Ernennung. Der seit dem Jahre 1920 bei der Stadt Gießen als Bürogehilfe beschäftigte Schwerkriegsbeschädigte Karl Zimmer wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1934 zum Verwaltungs-Ober- Assistenten ernannt.
** Die nächsten Viehmärkte in Gießen finden in der kommenden Woche am Dienstag (Rindvieh-Markt) und am Mittwoch (Schweinemarkt) statt. Näheres in der heutigen Bekanntmachung.
** Die Abgabe von organischem Dünger „B i 0 h u m" aus der st ä d t i s ch e n Kläranlage betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir besonders aufmerksam machen.
** Die Entwässerung von Grundstücken macht die Bürgermeisterei zum Gegenstand einer wichtigen Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir die Grundstückseigentümer besonders aufmerksam machen.
♦* Neubauten am Klebergäßchen. Nachdem in den letzten Jahren zwischen dem Kleber- yäßchen und dem alten Friedhof schon drei Einfamilienhäuser errichtet wurden, ist man jetzt dabei, zwei weitere Einfamilienhäuser im Zug des Klebergäßchens zu erstellen. Hierbei wird gleichzeitig das Gäßchen auf 10 Meter Straßenbreite mit entsprechenden Vorgärten erweitert, so daß es später als Verlängerung der Bergstraße anzusehen ist. Mit diesen und den noch im Laufe dieses Sommers beabsichtigten Bauausführungen erfolgt eine weitere Erschließung des Baugeländes am Nahrungsberg, das mit zu den schönsten Wohnlagen der Stadt gehört.
** Krieyerkameradschaft Gießen. Infolge Anordnung der Führung des Kyff- häuserbundes führt der Kriegerverein Gießen ab 11. April 1935 die Bezeichnung Krieger-Kameradschaft Gießen. Die April-Monats-
versammlung hielt — wie man uns berichtet — die Kameradschaft am Donnerstagabend im Vereinslokal CafS Ebel ab. Da der erste Vereinsführer, Kamerad Landgerichtsrat T r ü m p e r t, wegen Kankheit leider nicht erscheinen konnte, wurde die Versammlung vom 2. Vereinsführer Kamerad Pg. B 0 n h a r d geleitet. Kamerad Bon- Hard gedachte in feiner Begrüßungsansprache eines verstorbenen Kameraden und wies in markigen Worten auf das große Ereignis vom 16. März 1935 — Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland — hin, die vom deutschen Volke und insbesondere von den Frontsoldaten freudig begrüßt worden fei. In das dreifache Siea-Heil auf Führer und Vaterland stimmte die Versammlung freudig ein, worauf stehend je der erste Vers des Horst- Wessel-Liedes und des Deutschlandliedes gesungen wurde. Kamerad B 0 n h a r b hielt sodann einen Vortrag über die Kyffhäuser-Wohlfahrtspflege, aus dem u. a. zu entnehmen war, daß der Reichskriegerbund Kyffhäufer sechs Kriegerwaisenhäuser und 16 Kritzgererholungsheime unterhält, an Unterstützungen werden monatlich ca. 60 bis 80 000 Mark, im Dezember 1934 allein 220 000 Mark und seit Beendigug der Inflation vierundeinhalbe Million Mark ausgezahlt. Pg. B 0 n h a r d warb für die Sammlung von Altmaterial für diesen Zweck. Ferner teilte Kamerad Bonhard mit, daß der Reichs- kriegertag in Kassel im Juli 1935 stattfindet, wobei der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und General von Blomberg erscheinen würden. Die Reise von Gießen nach Kassel wird in Postautos erfolgen, zahlreiche Anmeldungen liegen bereits vor. Wer sich noch daran beteiligen will, kann dies bei Kamerad Hartmann, Ludwigsplatz, melden. Musikalische Darbietungen und einige gesungene Soldatenlieder verschönten den Abend.
** VHC. Gießen. Man berichtet uns: Die Aprilwanderung am vorigen Sonntag, an der trotz des Regens und des Schneetreibens über 30 Unentwegte teilnahmen, begann nach Bahnfahrt in Mainzlar. Wir gingen zuerst an der Chamottefabrik vorbei östlich zur hochgelegenen Treifer Heide, von wo sich bei klarem Wetter eine schöne Aussicht bietet. Leider lag alles in eintönigem ©rau. Nur die Umrisse der oberen Burg Staufenberg und die Häuser von Treis konnte man erkennen, Denn immer dichter fielen die Schneeflocken. In dem schützenden Wald, unweit vom Aspenkippel, frühstückten wir und kamen bann nach Climbach und von da, meist durch verschneite Waldschneisen, in denen der frische Schnee fast 20 Zentimeter hoch lag, nach Allertshausen. Nach längerer Mittagsrast wanderten wir auf der Straße, die durch schöne Fichtenwälder an dem jetzt wasserreichen Krebsbach entlangführt, nach Beuern. Inzwischen hatte sich das Wetter gebessert, die Sonne strahlte wieder, und so blieb es, bis wir nach Reiskirchen kamen, von wo wir mit dem Zug zurückfuhren.
Stärkt das Deutschtum im Osten!
Der $ uni) heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund) hielt im Vereinslokal „Hotel Köhler" seine April-Monatsversammlung ab. Der Vereinsführer Pg. K 0 st 0 r z konnte u. a. einige neue Mitglieder begrüßen. In einer gedrängten Uebersicht über die Front des kämpfenden deutschen Volkstums in und außer den Staatsgrenzen gedachte er u. a. des Sieges des Nationalsozialismus im deutschen Danzig, an dem auch einige Danziger aus Gießen beteiligt waren. Er würdigte anläßlich des 70. Geburtstages die Verdienste des großen Feldherrn Ludendorff. Der Redner ermunterte zu weiterem festen Zusammenstehen aller Ostdeutschen. Anläßlich der Jahresfeier der Ortsgruppe im Juli soll vorerst an die ehern. Abstimm- ler in Oberschlesien das neue Ehrenzeichen überreicht werden. Die Vorbereitungen hierfür sind im Gange.
Anschließend sprach der in Gießen zum Oster- urlaub weilende, frühere stellvertr. Vereinsführer
Pforrer und Dozent Gucker aus Lauenburg
über den „Kampf des deutschen Volkstums an der Ost grenze". Nach einer Schilderung der Aufgaben der dortigen Lehrerakademie in ihrer Bedeutung für die Ausbildung der Lehrer in den grenzdeutfchen Dörfern und Städten hob er die Verantwortung der zukünftigen Lehrer als Führer, Beschützer und Wächter des deutschen Volkstums hervor. In Hinterpommern finden diese Junglehrer ein geeignetes Feld zur Schulung für ihre Aufgabe. Durch Volkslieder, Sagen, Märchen und Krippenspielen versuchen die Junglehrer in den gefährdeten Gebieten die deutschen Menschen in ihrem Kampfe um ihr Volkstum zu unterstützen und zu stärken. In Hinterpommern ist um jeden fußbreit Boden gekämpft worden, um das polnische Vordringen auf Grund der Bestimmungen des Versailler Friedensvertrages aufzuhalten. Polen erhielt außer westpreußischen Gebietsteilen nur ein einziges pommerfches Dorf. Die alten, ehemals preußischen Gebietsteile im jetzigen Polen sind dichter von Polen besiedelt, als die deutschen Teile
unserer Ostgrenzen. Polens Geburtenüberschuß ist sehr stark und der Wall an unserer Ostgrenze wird immer dichter. Deshalb ist es ein dringendes Gebot zur Erhaltung des deutschen Ostens, daß dort zahlreich gesiedelt wird. Das deutsche Land im Osten ist leer.
In schöner, bildhafter Anschaulichkeit zeigte der Redner die Unterschiede der Lande und Menschen im Süden und Osten des Reiches. Für die Erhaltung des deutschen Volkes ist es von großer Bedeutung, daß die preußische Haltung nicht geschwächt, sondern gestärkt wird. General Göring hat von dem Ethos des Preußen gesprochen, der die Aufgabe hat, der ruhigen, behaglichen Art des deutschen Menschen das harte Dennoch der Pflicht und des steten Kampfes zuzurufen. Diese Aufgabe des Preußentums wird niemals aufhören Dürfen. Wenn wir hier im Westen auch nur eine kleine Gemeinde sind, fo haben wir doch die Verpflichtung, immer wach zu fein und allen klarzumachen, daß der Kampf um das Volkstum uns niemals in Ruhe läßt, sondern unser ganzes Leben beansprucht. Wir wissen, daß der Nationalsozialismus uns davor bewahrt hat, unser Volkstum durch die liberalistische und marxistische Minierarbeit zu verlieren. Nun müssen wir uns gegenseitig aufrichten und unser Volk immer wieder aufrufen zum Kampf um Volkstum und Leben. Der Redner erinnerte an den Philosophen des Preuhengeistes, den Königsberger Immanuel Kant, und rief alle Ostdeutschen in pak- kenden Worten auf zum Bekennermut und zur Entscheidung auf die Frage, die unser Volk an jeden einzelnen Volksgenossen richtet, auch die richtige Antwort zu geben, d. h. mit seinem eigenen Leben verantworten können, ob er seine Pflicht gegenüber Heimat und Volk und Führer erfüllt hat. Wenn er bann freudig „Ja" sagen kann, wird er als echter und treuer Mensch Der Grenzlande bestehen können. Reicher Beifall dankte dem Landsmann für seine ausgezeichneten Darlegungen, die zugleich die Abschiedsworte des jetzt endgültig von Gießen scheidenden Pfarrers waren.
Vereinsführer Kostorz schloß hierauf die Versammlung mit Dreimaligem „Sieg-Heil!" auf den Führer.
Die Ausgabe der Bauernführer.
Kreisbauernführer Ott, Usingen, vor den Ortsbauernführern.
In einer Versammlung der Ortsbauern- füfjrer des Bezirks Gießen am gestrigen Freitagnachmittag im Hotel Hopfeld, die vom Bezirksbauernführer Metzger (Röthges) mit einem stillen Gedenken an den auf tragische Weise ums Leben gekommenen Kreisbauernführer A. Dörr- f cf) u d eingeleitet wurde, hielt der
neue Kreisbauernführer Wilhelm Ott, Usingen
der Krejsbauernfchaft Oberhefsen- W e st eine richtunggebende Ansprache. Er führte u. a. aus: Unser lieber Kamerad und Kreisbauern- führer Adam D ö r r s ch u ck ist von uns gegangen. An seine Stelle hat der Landesbauernführer mich berufen. Ich bin Bauer wie ihr, bleibe Bauer und fühle mich wohl als Bauer, wie ihr.
Als echte deutsche Bauern wollen wir zusammenstehen für unser Bauerntum, für Bolk, Führer und Vaterland. Das ist unser Beruf und unsere Aufgabe. (Beifall.)
Unsere Arbeit ist schwer, aber wir kommen darüber hinweg, wenn wir uns leiten lassen von dem Ideal: Nichts für unseren Eigennutz, sondern alles
für den Bauernstand und für bas Volk. In diesem Sinne wollen wir zusammenarbeiten und uns frohen Mutes zum Bauerntum bekennen. Wir wissen um Freud und Leid des Bauern, wir verstehen ihn, und werden darum zum Ziel kommen. Wir wollen dienen und helfen, den neuen Staat zu schaffen. Der Staat ist ein Bauernstaat, aber wir sind nicht der wichtigste Stand im Staate, sondern ein Pfeiler neben den anderen Pfeilern. Wir müssen wissen, daß uns die große, heilige Pflicht aufgegeben ist, neben den anderen Ständen dem Volke zu dienen und als Reichsnährstand das Volk aus eigener Scholle zu ernähren. Wir wissen, daß der Führer das Vertrauen in uns gefetzt hat, daß uns diese Aufgabe gelingt.
heute ist der Staat auf uns aufgebaut, der Führer braucht uns, und er hat unferen Namen wieder zu einem Ehrennamen im ganzen Volke erhoben. Das sollen wir nie vergessen.
Darum sind wir gewillt, unabänderlich der Pflicht gegenüber dem Staat und Führer nachzukommen. Der ist der beste Bauernführer, der sich durchsetzt, ohne viel Aufhebens zu machen, aber auch bann hart ist, wenn er für bie rechte Sache eintritt. Aber der Ortsbauernführer steht nie allein. Der Bezirks
und der Kreisbauernführer stehen ihm zur Seiten
Von euch fordern mir, daß ihr den vorgeschriebe- nen Weg geht, dann ist euer Tun richtig. Nehmt richtig Stellung zu den Dingen, wie es sich für einen ehrbaren Bauern gehört, dann kommt das Vertrauen. Wenn ihr nach Reckt und Ehrbar- Feit handelt, wird euere Arbeit leicht fein. Euer Arbeit sei untereinander, füreinander; Dann wird die Kreisbauernschaft Oberhessen-West, die einen guten Ruf beim Landesbauernführer hat, eine vorbildliche Bauernschaft fein. So wie der Einzelne in feinem Heimatdorf wirkt, fo wird das Gesicht seiner Arbeit sein.
Venn wir für ein ehrliches, zufriedenes Bauerntums kämpfen, dann kämpfen wir für ein zufriedenes Volk. Alles was wir tun und anordnen, diene der großen Volksgemeinschaft!
Wenn wir über manche wirtschaftliche Frage noch Zweifel haben, so denken wir daran, daß nicht nur wir Bauern, sondern auch die anderen Stände erst im Aufbau sind. Darum müssen wir Verständnis zeigen. Das Höchste ist, daß der Bauernstand wieder eine Zukunft fjat, ewig fein kann und ein ehrbarer ist.
Es erfüllt uns mit Stolz, einen Reichsbauern- führer zu haben, der ganz für uns eintritt. Darum müssen wir treu und ehrlich mitarbeiten, daß des Führers Wort, daß Deutschland ein Bauern- staat wird oder untergehen muß, verwirklicht wird. Wir sind stolz, deutsche Bauern zu sein, die über ihre Angelegenheiten selbst beraten. In diesem stolzen Gefühl marschieren wir geschlossen hinter unserem Führer, und unsere Abeit wird leicht und der Weg richtig sein. Anhaltender Beifall dankte dem Kreisbauernfuhrer für seine Worte.
Stabsleiter Or. Krämer, Friedberg sprach bann über das Entschuldungsverfahren, das im Interesse des Schuldners und des Glau» b i g e r s durchgeführt wird. Darum muß des Schuldner schon im Anfangsstadium nachweisen, daß er in der Lage ist, seinen laufenden Verpflichtungen nachzukommen, und er muß sich ein« schränken. Das Verfahren kann auf Antrag auf» gehoben werden, dann ist der Bauer vor der Zwangsversteigerung nicht mehr zu bewahren. Bei Pachtbetrieben, auch wo nur teilweise Pachtland vorhanden ist, kann Antrag auf Entschuldung noch bis zum 31. Mai 1935 gestellt werden.
Sodann behandelte der Stabsleiter die Fragen des Wildschadens auf Grund des neuen Reichsjagdgesetzes. Das Gesetz ist nur für die nach dem 1-. April d. I. neu abgeschlossenen Verträge zuständig. Es sei empfehlenswert, daß möglichst der Stellvertreter des Bürgermeisters Jagdvorsteher wird, damit der Bürgermeister als örtliche Polizei- behörde unabhängig bleibt. Der Ortsbauernführer hat den Wildfchadenfchätzer und einen Stellvertreter zu bestimmen.
Es wurde ferner darauf hingewiefen, daß dis Auszeichnungen für treue Dienste der landwirtschaftlichen Gefolgschaftsmitglieder durch den Betriebsführer rechtzeitig beim Ortsbauernführer beantragt werden, damit sie am Jubiläumstage überreicht, werden können. Auszeichnungen für mehr als 50- jährige Dienstzeit hat sich der Führer selbst Vorbehalten. Es ist Pflicht des Betriebsführers, die Anträge einzureichen.
Bürgermeister Wenzel, Lang Göns forderte die Bauernführer zu zahlreichem Besuch des iubenfreien Marktes auf, bei bem der Reichs- ftatthalter und Gauleiter Sprenger sprechen soll. Der Losvertrieb für die Marktlotterie hat schon eingesetzt. Lang-Göns erwartet zahlreichen Auftrieb und guten Besuch.
Mit Dankesworten an die Redner und die Besucher schloß Bezirksbauernführer Metzger die Versammlung mit dem Treugelöbnis zum Reichsbauernführer R. W. D ar r 6 und zum Führer und Reichskanzler.
Erweiterung und Modernisierung von Molkereibetrieben.
Wie wir von zuständiger Seite hören, werden voraussichtlich noch im Laufe dieses Frühjahrs, ebenso wie in Wetterfeld (wir berichteten am Donnerstag darüber) auch in verschiedenen anderen oberhessischen Molkereien Umbauten, Erweiterungen bzw. Modernisierungen durchgeführt. Bisher find vorgesehen Erweiterungen der Molkereien in Selters, in Düdelsheim und in Holz- Hausen bei Marburg. Diese Erweiterungen werden durchgeführt, weil man mit einem größeren Milchanfall rechnen muß, nachdem durch die Milchwirtschaftsordnung feftgefegt wurde, daß die Bauern Milch nur noch für ihren eigenen Bedarf verbuttern dürfen. Die Arbeiten sollen sobald als möglich in Angriff genommen werden.
Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, daß am morgigen Sonntag in Schuppach und in Lohnberg neu erbaute Molkereien eingeweiht werden, die das Milchaufkommen aus den Orten in der Umgebung von Weilburg verarbeiten sollen. Ein weiterer Molkereibetrieb wird im Sch äffe n g ru n d (Kreis Wetzlar) für die Ortschaften um Braunfels und Brandobemdorf geschaffen werden, der für die tägliche Verarbeitung von 20 000 Litern Milch eingerichtet werden soll. Die Arbeiten für diese Molkerei sollen ebenfalls in diesem Frühjahr begonnen werden, fo daß mit der Inbetriebnahme für den Herbst des Jahres gerechnet werden kann.
Schwerer Autounfall in Darmstadt.
Ein Mann gelötet, vier Pollzeibeamke verletzt.
Darmstadt, 12. April. (LPD.) Heute mittag ereignete sich hier ein schwerer Autounfall. An der Ecke Frankfurter und Kahlertstraße wollte der Eifenbahninspektor i. R. Philipp Ahlbach bie Straße überqueren. Dabei wurde der auf beiden Augen am grauen Star leidende Mann von einem Personenkraftwagen aus Stuttgart angefahren und so schwer verletzt, baß er im Krankenhaus seinen Verletzungen alsbalb erlag. Mitten auf ber Straßenkreuzung Rheinstraße-Peter- Gemeinber-Straße würbe, wie ber Polizeibericht meßet, der nach der Unfallstelle entsandte Polizei-Notrufwagen von einem Rettungswagen der Freiwilligen Sanitätskolonne, ber ebenfalls zur Unfallstelle gerufen war, am linken Hinterrad angefahren. Dadurch geriet der Notrufwagen ins Schleudern und überschlug sich. Die vier Insassen des Polizeiwagens wurden habet so erheblich verletzt, baß sie bem Krankenhaus zugeführt werden mußten.
Auch schwere Kost wird leicht verdaut mit BuHrtch-Salz ’&’op'a


