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Heinen- und Ripsbindungen eingerichtet ist für wahr ein weites Feld, auf dem unser Betätigungs­drang sich tummeln tonn. ,

Und etwas anderes wird man gern auf solch' einem Rahmen arbeiten, etwas, das Jeder ge­brauchen kann und das eigentlich nur aus sonst nicht mehr brauchbaren Abfällen hergestellt wird, also wirklich: Neues aus Altem! Die bekannten Fleckenteppiche aus dem Allgäu. Sie können in Schlaf- und Gastzimmern zur Zierde werden, im Kinderzimmer sowie in Küche und Fluren vermin­dern sie die Kälte des Fußbodens, die im Winter oft schwer zu ertragen ist. Sogar als Tür- und Fensterbehänge sind sie zu gebrauchen, wenn das

Material, aus dem sie gewebt wurden, sich dazu eig­net. Woraus man sie arbeitet? Aus Lumpen! Alle alten Strümpfe, besonders solche aus Kunst­seide, alle nicht mehr auszubessernden Unterkleider, Schlüpfer u. dgl. m. aus Seidentrikot oder wohl gar vertragene Kleider aus dem gleichen Stoff, sie alle werden zu zwei bis drei Zentimeter breiten Streifen zerschnitten und diese nach Belieben ein­farbig oder bunt durcheinandergewürfelt zu langen Webfäden" zusammengenäht. Wenige Stiche genü­gen, um zwei Enden Zusammenzuhalten. Es braucht kein Stoffrestchen mehr ungenutzt zu bleiben, wenn man im Besitz solch eines Webrahmens ist.

Stand der Fußballspiele in den Kreisklaffen.

Derbandsspiele: Heuchelheim Lich, Lich nicht angetreten. Hohensolms Vetzberg, Vetzberg nicht angetreten Grünberg Wieseck 4:2. Krofdorf 1900 II 1:3.

Gesellschaftsspiele: Steinberg Lollar 1:1; Steinberg II Lollar II. 3:0; VfB. II Spfr. Wetzlar 2:5; Garbenteich Hungen 2:5; Großen-Linden Allendorf 2:3; Treis Wiß­mar 3:4.

Fußball der 2. Kreisklaffe.

Die Spiele zur Ermittlung des Kreismeisters.

P o r s e r i e:

17. März: Steinbach Oberbiel. Berghausen gegen Allendorf; Alten-Buseck Ehringshausen.

24. März: Oberbiel Alten-Buseck; Hermannstein gegen Berghausen; Ehringshausen Steinbach.

31. März: Allendorf Kinzenbach; Alten-Buseck gegen Hermannstein; Steinbach Berghausen; Oberbiel Ehringshausen.

7. April: Kinzenbach Oberbiel; Hermannstein gegen Steinbach Berghausen Ehringshausen; Allendorf Alten-Buseck.

14. April: Oberbiel Allendorf; Steinbach Kin­zenbach; Ehringshausen Hermannstein; Alten- Buseck Berghausen.

28. April: Allendorf Ehringshausen; Kinzenbach gegen Alten-Buseck; Hermannstein Oberbiel.

5. Mai: Ehringshausen Kinzenbach; Alten- Buseck Steinbach; Oberbiel Berghausen; Allendorf Hermannstein.

12. Mai: Steinbach Allendorf; Berghausen ge­gen Kinzenbach.

19. Mai: Kinzenbach Hermannstein. R ü ck se r i e :

19. Mai: Oberbiel Steinbach. Allendorf Berg­hausen; Ehringshausen Alten-Buseck.

26. Mai: Altchn-Buseck Oberbiel; Berzhausen ge­gen Hermannstein; Steinbach Ehringshausen; Hermannstein Kinzenbach.

2. Juni: Kinzenbach Allendorf; Hermannstein gegen Alten-Buseck. Berghausen Steinbach; Ehringshausen Oberbiel.

16. Juni: Oberbiel Kinzenbach; Steinbach gegen Hermannstein; Ehringshausen Berghausen; Alten-Buseck Allendorf.

23. Juni: Allendorf Oberbiel; Kinzenbach gegen Steinbach; Hermannstein Ehringshausen; Berghausen Alten-Buseck.

30 Juni: Ehringshausen Allendorf; Alten-Buseck S Kinzenbach; Oberbiel Hermannstein.

st: Kinzenbach Ehringshausen Stein­bach Alten-Buseck; Berghausen Oberbiel; Hermannstein Allendorf.

25. August: Allendorf Steinbach, Kinzenbach ge­gen Berghausen.

Gpielvereinigunq 1900 Gießen.

1900 1. Igd. VfV. R. 1. Igd. 6:3 (3:1).

Der Lokalkampf der beiden ersten Jugendmann­schaften brachte den 1900ern einen sicheren Sieg. Besonders in der ersten Halbzeit zeigten die Blau- Weißen, gegen den Wind spielend, ein ganz ausge­zeichnetes Spiel. Rach dem Wechsel trug VfB. eine

harte Rote m das Spiel. Bei den 1900ern spielte die Mannschaft tadellos zusammen. Bei den Grün­weißen klappte es nicht so gut. Die beiden Ver­teidiger allerdings konnten durch ihre gute Abwehr eine höhere Niederlage verhindern. Der Schiedsrich­ter war dem Spiel nicht gewachsen.

HandballimKreisLahn-Oill(GauXH)

2Mv. Gießen II Tv. Launsbach 7:8 (2:4).

Wir hatten im Vorbericht schon darauf hin­gewiesen, daß die Turner aus Launsbach wieder im Kommen sind. Das haben nun auch die Gießener, die jetzt an den Aufstiegspielen teilnehmen, erfahren müssen. Die Gäste siegten, wenn auch knapp, so doch vollkommen verdient. Bei ihnen sah man die geschlosseneren Angriffe, dagegen war die Hinter­mannschaft nicht ganz auf der Höhe. Das Ergebnis hätte höher ausfallen können, wenn der Sturm besser geschossen hätte. Der Kampf verlief äußerst anständig, so daß auch der Schiedsrichter ein leichtes Amt hatte.

Zu dem Spiel Tv. Wißmar Tv. Treis ist noch nachzutragen, daß es nicht 18:1, sondern 10:4 endete. Durch einen Hörfehler war das erste Ergeb­nis zustandegekommen.

Internationales Skispringen auf der Olympia-Schanze.

Der SS. Partenklrchen brachte am Sonntagvor- mittag auf der großen Olympia-Schanze ein inter­nationales Skispringen zur Durchführung. Der Nor­weger Birger Ruud war auch diesmal für seine deutschen Gegner nicht zu besiegen. Er kam beim ersten und zweiten Gang auf die größten Sprung­weiten, und zwar auf 72 und 77 Meter. Glänzend war jedoch auch die Leistung des Partenkirchener Ostler, der mit Sprüngen von 69, 75 und 69 Meter den zweiten Platz belegte.

Deutsche Rennwagen im Ausland.

Am Großen Preis von Frankreich am 30. Juni auf der Monthlery-Autorennbahn bei Paris neh­men auch wieder deutsche Rennwagen teil. Auto- Union und Mercedes-Benz haben je drei Wagen genannt Für Mercedes werden Caracciola, d Brauchitsch und Fagioli starten, dagegen stehen die Fahrer der Auto-Union noch nicht fest, doch werden sicher Hans Stuck und Achills V a r z i am Steuer zweier Wagen sitzen.

An den Großen Preisen von Monaco und Tripo­lis werden wahrscheinlich auch die deutschen Renn­wagen teilnehmen. Für das Rennen in Monte Carlo steht der Start von Stuck und Varzi auf Auto- Union bereits fest.

Deutsche Skiläufer in Finnland.

Bei den Salpausselkä-Spielen in Lahti, den Finnischen Ski - Meisterschaften, wurden als letzte Wettbewerbe am Sonntag der 50-lcm-Lauf und das Springen abgewickelt. Im 50-km-Lauf siegte der Schwede Vikström in 3:57,35 mit weitem Vorsprung vor dem Finnen Haikinen. Der Sieger >vom Holmenkollen, der Norweger Gjöslien, kam nur auf den achten Platz. Unter den etwa 200 Teil­nehmern befand sich auch der Deutsche Joses P o n n, der sich aber natürlich in dieser auserlesenen Gesell­

Gießener Gtadttheater.

Lukas Böttcher:Salambo"

Eine Ueberschau über das bisherige Schaffen Lukas Böttchers läßt deutlich erkennen, daß er vornehmlich Stoffe bevorzugt, die ethischen Ten­denzen dienen. Auch m feiner OperSalambo" sind sittliche Forderungen, die aus religiösen Pflich­ten erwachsen, bestimmend für das Handeln der Personen; verstärkt wird hier das Zwingende des Geschehens durch die Auswirkung des historischen Hintergrundes.

Salambo, die ihr Leben bisher nur der Mond- ?öttin Tanit geweiht hat, soll auf priesterlichen Be- ehl den heiligen siegbringenden Schleier, den Matho, der Kampfesgegner ihres Vaters Hamilkar, freventlich aus dem Tempel der Tanit geraubt hat, wieder holen. Sie folgt dem sittlich religiösen Gebot, und holt den Schleier, allerdings mit Hingabe ihrer Frauenehre. Sie glaubt den Tod des Beleidigers fordern zu müssen: sie zerbricht aber an dem inne­ren Konflikt zwischen der in ihr erwachten Liebe zu dem Tempelschänder Matho und den Forderun­gen sittlicher Pflicht.

Durch die Gegenüberstellung von äußerem Hand­lungsgeschehen und inneren seelischen Kämpfen wird dem Dramatischen die psychologische Verankerung gegeben. Das Textbuch, nach Flauberts Roman Salambo" von der Sängerin Aline Sanden verfaßt, bietet in geschicktem Aufbau einen klaren Verlauf der Handlung, der reich an lyrischen Situa­tionen und dramatisch bewegten Höhepunkten ist. Die für die hiesige Aufführung angebrachten Strei­chungen sind der straffen Geschlossenheit des Ge­schehens durchaus von Vorteil geworden.

Die verinnerlichte Schaffensart Lukas Bött­chers fand hier an dem tief im Seelischen fundier­ten Stoff reiche Anregung zu musikalischer Entfal­tung. Zur Zeit der Uraufführung dieses Werkes waren viele Opernbühnen der sensationslüsternen Sphäre verfallen, und so konnte sich damalsSa­lambo" nicht durchsetzen.

Entwicklungsgang und Veranlagung Lukas Bött­chers hatten ihn die Bahnen weiter verfolgen lassen, die Richard Wagner gewiesen hatte und auf denen Böttchers Lehrer Humperdinck weitergeschritten war. Böttcher übernimmt bei der Vertonung die grund­legenden Gesetze des musikdramatischen Stils; schreibt also keine Nummernoper im alten Sinne, sondern läßt dramatisches und musikalisches Geschehen in ihrem Fortgänge und in ihrer Entfaltung zur Ein­heit verschmelzen. Wo in sich musikalisch geschlossene Formen erwachsen, da bietet die Handlung Raum zu lyrischem Derweilen oder zu einheitlichem Er­schließen einer dramatischen Szene. Er charakterisiert die einzelnen Personen der Handlung mit typischen

Motiven, die sich als Symbole schlagartig dem Ver­laufe des Textes im Orchester erläuternd zur Seite stellen; ebenso aber prägt er in diesen begleitenden Motiven mitschwingende Gefühlswerte ab. Er ver­fällt dabei niemals in nur veräußerlichendes und abschilderndes musikalisches Malen der Bühnen­szenen, sondern seine Musik folgt den seelischen Vor­gängen, aber nicht in bewußter Verstandesarbeit, sondern in intuitivem Ausströmenlassen des emotio­nalen Erlebens. Seine Musik ist mit dem Herzen geschrieben; so unmittelbar gibt sie sich. Sie ist reich im lyrischen Aufblühen; sie vermag aber auch die dramatische Situation treffend einzufangen. Seine Motivbildungen sind durchweg sehr einfach und fallen leicht ins Obr. Das spontane Hervorquellen der Themen ermöglicht ihm allerdings nicht immer die schärfste Charakterisierung. Dagegen gereicht es seiner Erfindung zum Vorteil, daß sie nie das Schwüle erhitzter Situationen übersteigert, sondern sie bleibt edel in menschlicher und musikalischer Hin­sicht

Wenn auch Lukas Böttcher durch die Neu­deutsche Schule gegangen ist, so trägt seine Musik durchaus eine natürliche angemessene Harmonik. Niemals klingt sie chromatisch überladen, gewollt oder gar sublimiert exzentrisch. Wo er besonders alterierte harmonische Ausdrucksmittel hevanzieht, da ist seine Maßnahme durch die Bühnensituation gerechtfertigt. Seine Partitur schwelgt im Wohlklang, dezent in der Wahl der Jnstrumentalfarben, aber auch wiederum mit leuchtendem Lokalkolorit; vor­nehmlich den Holzbläsern starken Ausdruckanteil gebend.

In weicher Lyrik eröffnet sich der erste Akt; gleichsam den Rahmen schließend, endet er mit den Motiven der Eingangsmusik. Doll Weichheit und Hingabe die Gebetsszene der Salambo; silbrig reiz­voll der Gesang der Taanach zu den Klängen des Nebals. Charakteristisch ausgeprägt die Szenen Öen Matho und Salambo; duftige Zartheit, als o Salambo zuerst erblickt. Dann wieder höchste dramatische Kraft beim Fluch Salambos über den Tempelräuber. Von stärkster Erregung erfüllt ist die Szene, wie sich Salambo durchringt, den Schleier zu holen. Ließ der erste Akt den Lyriker in den Vordergrund treten, so wird im zweiten Aufzug der Dramatiker Böttcher im großen Aus­maße sichtbar. Voll wuchtiger Akzente, wie sich Matho zum Kampfe aufrafft; die Szenen zwischen Salambo und Matho schwanken zwischen sein- lyrischen Momenten (Zwischenspiel Violinsolo, wie sich Matho Salambo nähert) und höchster drama­tischer Kraft. Strömende Lyrik in Mathos Liebes­gesangIch weiß eine Wunderinsel"; in edlem Kontrast Salambos Hingabe zu Mathos Liebes­triumph mit seiner verzückten Deklamation. Wir­

schaft nicht zu behaupten vermochte. Beim Sprin­gen schnitten die Deutschen dafür umso besser ab. Willy Bogner belegte mit Sprüngen von 36,5 und 34 Meter in der Kombination einen guten sechsten Platz. Friedel Wagner (33 und 32,5 m), Gustl Müller (36 und 33,5m) und Max Fischer (36,5 und 35,5 m) ernteten für ihre stilreinen Sprünge und ihre gute Haltung viel Beifall. Kom­binationssieger wurde der Norweger Oesterklöft vor Lauri Dalonen.

Kurze Sportnotizen.

Nordhessen schlug Pommern im Re­vanchekampf der Amateurboxstaffeln in Kassel mit 11:5 Punkten.

Stuttgart und Saarbrücken tragen all­jährlich zweimal einen Städtekampf auf allen Ge­bieten des Sports aus. Die ersten Begegnungen finden am 1. und 2. Juni in Saarbrücken und am 22. und 23. Juni in Stuttgart statt.

Mehrere Mitglieder des Internationalen Olympischen Comitös trafen in Berlin ein und be­sichtigten eingehend die im Bau befindlichen An­lagen auf dem Reichssportfeld, die 1936 Schauplatz der Olympischen Spiele fein werden. Namens des IOC. sprach Senator Musza dem deutschen Orga­nisations-Ausschuß seine Anerkennung für die bis­her geleistete vorbildliche Arbeit aus.

Nicht nur den absoluten Geschwindig­

keits-Weltrekord, sondern noch drei weitere Rekorde hat der Engländer Campbell bei seinen Versuchen am Strand von Dcwtona Beach aufgestellt, und zwar Weltrekorde über einen Kilometer (444,341 Stdkm.), 1 Meile (445,396 Stdkm.), 5 Kilometer (431,974 Stdkm.) und 5 Meilen (404,496 Stdkm.).

Ihre zweite Niederlage erlitten nach einer Unzahl von Siegen die Winnipeg Monarchs in England. Sie standen in London einer aus in England lebenden Kanadiern gebildeten Mannschaft gegenüber, die über die Weltmeister mit 2:1 siegreich blieb.

Einen Ski-Staffellauf von Garmisch- Partenkirchen über 240 Kilometer zum Hause des Führers auf dem Obersalzberg will der Skikreis München als Einleitung der Olympischen Winter­spiele 1936 durchführen.

Aberkannt wurde Primo Camera die Europa­meisterschaft im Schwergewichtsboxen, da er feinen Titel nicht in der vorgeschriebenen Frist gegen den Bagier Pierre Charles verteidigte.

13 0 Stundenkilometer im Eissegeln er­reichte auf dem Schwenzaitsee bei Angerburg nach Abschluß der Deutschen Eissegel-Meisterschaften der deutsche Meister Tepper-Ogonken mit seiner Pacht Silberstreifen" in der 15-qm-Eintypklasse.

Deutschlands Amateurboxer siegten am Freitag in Breslau über die Tschechoslowakei mit 10:6 Punkten.

Am Sonntag: FußballLänderkamps Deutschland-Frankreich.

Von den Italienern und den Spaniern abgesehen, haben zwei Ländermannschaften in jüngster Zeit das steigende Interesse der internationalen Fuß­ballkreise auf sich gelenkt: die d e u t f u/ e und die frazösische, Deutschlands Mannschaft durch ihre große Erfolgsserie die Franzojen dagegen mehr durch ihre, man kann sagen,erfolgreichen Niederlagen". Das soll heißen: Frankreich hat Spiele gegen sehr starke Ländermannschaften in letzter Zeit so knapp und in einer Art und Weise verloren, die eine Leistungssteigerung im franzö­sischen Fuhballsport erkennen ließ. In der Turiner Weltmeisterschaftsvorrunde 1934 unterlag Frank­reichs Mannschaft gegen die Oesterreicher erst in der Spielverlängerung 2:3. Später haben die Fran­zosen dann die Jugoslawen 3:2 besiegt und in die­sem Jahr eine 0:2-Niederlage gegen Spanien in Madrid sowie eine 1:2-Niederlage gegen Italien in Rom erlitten am gleichen Tage übrigens in Pa­ris eine starke Prager Städtemannschaft 1:0 ge­schlagen. Das heutige Ansehen und der unverkenn­bare Optimismus der Franzosen gründen sich in erster Linie auf diese beiden Niederlagen!

Ein solches Abschneiden war gewiß recht ehren­voll, aber berechtigt es dazu, sich den besten Mann­schaften des Kontinents nun gleich gewachsen zu fühlen? Die Antwort auf diese Frage kann das Spiel des Sonntags gegen Deutschland in Paris geben. D i e Mannschaft, die Deutschland schlägt, zählt zur engsten Spitzengruppe des Kontinents. In den beiden bisherigen Spielen kämpften die Deutschen nicht gerade glücklich. 1931 verloren sie in Paris durch ein Selbsttor Münzenbergs, der diesmal übrigens wieder in der Mannschaft steht, 0:1. 1933 in Berlin führten sie schon 3:1, und dann holten die Gegner doch noch ein 3:3 heraus. Wohl vorbereitet geht nun Deutschlands Elf in das dritte Spiel, und sie weiß, daß die Franzosen, die schon immer schnell und eifrig waren, auch technisch noch zugelernt haben, ihr eine schwere Aufgabe stellen werden. Doch mögen die Franzosen optimistisch sein, wir haben auch Vertrauen zu unserer Elf.

Die 2Hannfd)aflen.

Für das dritte Fußball-Länderspiel Frankreich gegen Deutschland am Sonntag in Paris sind fol­gende Mannschaften aufgestellt worden: Deutschland: Buchloh (VfB. Speldorf);

Janes (Fort. Düsseldorf), Busch (Duis­burg 99); Grämlich (Eintracht Frankfurt), Münzenberg (Alem. Aachen), Appell

(Berl. SD. 92); Lehner (Schwaben Augs- bürg), Siffling (Waldhof), Conen (FD. Saarbrücken), Rohwedder (Eimsbüttel), Ko - b i e r f f i (Fortuna Düsseldorf).

Frankreich : TH6pot (Red Star-Olymp. Paris); van Dooren (Olympique Lille); Mattier (FC. Sochaux); Gabrillargues (FC. Sete), D e r r i e ft (RC. Roubaix), Delfour (RC. Paris); Aston (Red Star-Olymp. Paris), Beck (FC. Sete), Nicolas (FC. Rouen), Du hart (FC. Sochaux), Nuic (CS. Metz).

Preußen.

Revision im Höfeid-Prozeß.

LPD. Frankfurt a. M., 12. März. Die Justizpressestelle teilt mit: Die Eheleute Wilhelm und Minna Höfeld haben gegen das Urteil des Schwurgerichts Frankfurt a. M. vom 2. März 1935 durch ihre Verteidiger Revision eingelegt.

Diebstähle in Kirchen

LPD. Frankfurt a. M., 12. März. Seit ca. sechs Wochen tritt in Frankfurt a. M., Offenbach, Hanau, Klein-Steinheim und Limburg ein Mann auf, der in katholischen Kirchen, vermutlich während des Gottesdienstes oder bei sonstigen An­lässen, die Opfer ft öde aufschließt oder von der Wand reißt und dann verschwindet. Der Täter wird wie folgt beschrieben: ca. 24 Jahre alt, glattes Gesicht, dunkle Haare, macht guten Eindruck. Bekleidung: Bräunlichen Wintermantel mit Riegel, graumelierte Knickerbocker, schwarze Halbschuhe, hellfarbige Sportmütze. Kirchenbesucher und Kir­chenaufsichtspersonen werden auf diesen Mann auf­merksam gemacht und gebeten, feine Festnahme zu veranlassen.

Kreis Wetzlar.

+ Kinzenbach, 12. März. Bei dem Werbe- feldzllg der hiesigen Ortsgruppe des Reichsluft­schutzbundes wurden 29 Personen als Mitglie­der neu gewonnen, so daß der Mitgliederbestand der hiesigen Ortsgruppe nunmehr HO beträgt. Der TurnvereinGut HeiT hielt dieser Tage eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab, in der die neuen Einheitssatzungen der Deutschen Turnerschaft nach Verlesung durch den Vereinsfüh­rer einstimmig angenommen wurden. Im weiteren Verlauf der Versammlung beschäftiate man sich mit den Veranstaltungen des Jahres 1935.

kungsvott im Aufbau und in der Führung des Melos ist das Finale dieses Aktes. Die religiösen Reinigungsszenen im dritten Aufzuge sind von Inbrunst erfüllt, in hohem Aufschwung Rar Havas' Liebesgesang. Die Ueberleitung zum zweiten Bilde dieses Aktes steigert das Salambo-Liebesthema zu klanglicher Apotheose. Zu großem Format erhebt sich die Schlußszene der Salambo, geplagt von den Furien der Reue, einmündend in Mathos Liebes- Hymne des zweiten Aktes0 trage mich fort nach der Wunderinsel".

Unter der persönlichen Leitung des Komponisten gewann die Partitur reiches, klangprächtiges Leben, und in engster Unmittelbarfeit durch die geistige Führung des Schaffenden schlug das Werk die Hörer in Bann. Machtvoll von elementarer Wucht wuchsen die großen Steigerungen des zweiten Ak­tes heraus; ebenso wie die stimmungsgebundene Sphäre des ersten Aktes sich nachhaltend eröffnete. Das Orchester folgte mit Schlagfertigkeit und aus­geglichener klanglicher Anpassung, in feinen Einzel­stimmen mit bestem Wollen und Können am Platze.

Trefflich unterstützt wurde das Klangliche durch das Sichtbare. Die einzelnen Bühnenbilder waren mit feinem malerischen Empfinden entworfen und standen in engstem Beziehen zu dem Musikalischen und den Anforderungen der Szene. (Karl Löff- (e r.) Die Eindruckskraft der Gebetsszene wurde durch eine sehr geschickte Beleuchtungsbehandlung (Ludwig Keim) verstärkt. Ebenso wurden die ge­schmackvoll gewählten Kostüme (Curt Huber) zu besonderer Bedeutung für die Echtheit des histori­schen Untergrundes. Die Szenen waren im Spiel bis zum Einzelnen durchgebildet, insbesondere wurde die Hochzeitsfeier im letzten Bild durch die Ballett- pinlage belebt (Spielleitung Paul Wrede); der Eindruck der Masfenszenen wurde durch die sicheren und klangschönen Chöre gestützt.

Angelpunkte für den Eindruck der Oper sind zweifellos die Rollen Salambos und Mathos. Mit der Durchgestaltung ihres Spiels und ihrem gesang­lichen Können steht und fällt das Werk. Maria Perry setzte ihre Kräfte für eine lebenswarme Erfassung der Salambo in den dramatischen Mo­menten ein, in denen sie die tiefsten Erlebnisse und Kämpfe einer Frauenfeele glaubhaft erscheinen ließ. Die innere Entwicklung in ihrer Stellung zu Matho bis zum Bekennen der Liede zu dem Toten spiegelte sie auch im Musikalischen, mit starken stimmlichen Akzenten dem Dramatischen wie auch in Hin­gegebenheit der lyrischen Szene folgend; dabei die letzten Grenzen für ihr Auswirken in ihrem stimm­lichen Material und ihrem persönlichen Typus findend.

Matho ist eine hochdramatische Gestalt, ins Hel­dische hineinragend mit einem Zug ins Abenteuer­

lich-Dämonische, deren Durchführung am besten in den Händen einer großen, ausladend dunkel tim- bvierten aber doch glanzvoll aufstrahlend hellen Ba­ritonstimme zu denken wäre Karl Tank bemühte sich sichtlich, den Erfordernissen nachzukommen, wenn auch seiner Stimme größere Modulationsfähigkeit und die Möglichkeit einer weitgespannten melodi­schen Linie versagt bleibt. Durch ein gesteigertes Spiel versuchte er, den Ausgleich zu geben. Obwohl die Gestalt des Nar Havas, dem Zuge der Hand­lung folgend, billigerweise gegen Matho zurücktritt, schien Heinz W e i f e r mit feinem heldischen Stimm­klang und seinem vornehm durchdachten Spiel doch im dramattschen Uebergewicht zu sein. Franz Wolf a. G als Oberpriester Schahabarim war erfüllt von fanatischem Eifer seines Amtes, gestützt durch die wohlgeschulte Art seines Singens. Therese Stein­kamp a. G. (Taanach) war eine sorgliche Hüterin mit angenehmem Stimmklang und trefflicher musi­kalischer Art. Hamilkar (Franz Valckenberg), Spendius (Richard Ziegler a. G), Authartt (Rudolf Kley a. G.) rundeten mit gesanglich und darstellerisch gleichem Geschick das Ensemble.

Das Haus folgte dem Werk mit sichtlichem In­teresse. (Wohl das erste Mal, daß Gießen eine be­deutsame Opernerstaufführung erlebte.) Von Auf­zug zu Aufzug stieg der Beifall. Für Gießen kann mit dem letzten Fallen des Vorhangs der Erfolg der Oper als entschieden angesehen werden; der beste Lohn für den Wagemut der Intendanz. Stür­misch ausbrechender Beifall rief alle Beteiligten vor die Rampe, besonders herzlich wurde der Kompo­nist begrüßt. Möge nun die Oper auch auf weiteren Bühnen ihre Pflegestätte finden, für einen berech­tigten Anspruch darauf hat sie den Beweis erbracht!

Dr. H

Zeitschriften.

Handarbeiten aller Art" (Sticke­reien und Spitzen). Verlag Alexander Koch, GmbH., Darmstadt, Stuttgart. Jahrgang 1935, Heft 4, mit 20 großen Abbildungen und vielen anregenden Text­beiträgen. Einzelheft RM. 1,80, 2 Hefte im Viertel­jahrsbezug RM. 3,00. Das neue Heft bringt viel­seitige Seidensteppereien: Kissen, Teewärmer, Decken, von denen jedes einzelne Stück geschmacklich reizvoll und auf Grund der klaren Technikbeschreibung leicht nachbildbar ist. Auch der Handweberei ist größerer Platz eingeräumt: einfarbige und bunte Tischdecke und Diwandecken der Städtischen Handwerkerschule Frankfurt a. M. zeigen, wie heute gerade in der Handweberei durch Färb- und Bindungseffekte künst­lerisch Wertvolles geleistet wird. Gestickte Seinen» kissen, Filet- und Tüllardeiten bereichern dies schöns Heft.

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