Mittwoch, 13. Februar MA
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)
Kr. 37 Zweites Blatt
Aus dem Reiche der Krau
FAgOUING
-rz/sWM-
MASKE -
Gesundheit darum noch lange nicht. Nur die Regelmäßigkeit der Tageseinteilung sollte von Vernunftgründen diktiert sein. Die Eßlust ist bei Kälte größer. Dennoch wäre es falsch, übermäßig viel Nahrung zu sich zu nehmen. Schon die veränderte Winterkost übt eine gute Wirkung auf die Gesundheit aus und daher hat man weniger Mengen an Nahrungsmitteln nötig. Wolle für die Bekleidung ist Erfordernis. Der Körper sollte durch das weiche und mollige Gewebe gegen Witterungseinflüsse geschützt sein. Im Zimmer jedoch, das gut erwärmt ist, trage man leichtere Kleidung als im Freien, lege Ueberkleider, Jacken und Westen ab. Wollene Handschuhe und Strümpfe schützen die Glieder vor Erfrieren. Gute, feste und derbe Schuhe! Nasse Füße sind der Grund von allen Uebeln. Daheim angekommen, wechsele man die Schuhe! Es wäre ein Irrtum, zu glauben, daß die Hautpflege sich nur auf das Gesicht bezieht. Jedes menschliche Organ ist von Haut umgeben und hat seine Pflege notwendig. Wer kalte Abreibungen und kalte Duschen nicht gewöhnt ist, beginne damit auch nicht gerade während des Winters. Man kann sich dadurch leicht empfindlich in der Gesundheit schädigen. Schü.
Farben rot-weiß-grün gehalten. Der Rock ist weiße, glänzende Kunstseide, dessen aufgesetzte Motive abwechselnd rot und grün sind. Die Taille ist grüner Samt, der Kopfputz Goldspitze mit langen, rot-weißgrünen Seidenbändern. Dazu Glasbatistärmel und rote Stulpstiefel.
Die „Zigeunert n" besteht aus Rock, Bluse, Bolerojäckchen und Schärpe. Auf den langen und sehr weiten Glockenrock sind schmale Seidenbandrüschen in rot, gelb und orange kreisförmig aufgesetzt. Kopftuch und Schärpe sind aus rot, gelb, orange, schwarz und weiß gestreifter schräggeschnittener Seide, die Bluse ist aus weißem Seidenleinen. Ihre weiten Aermel sind unten ausqefranst und mit Bändern in den Farben der Schärpe benäht
Die „Schwarze Mask e" aus schwarzer, blanker Seide hat an Rock und Ausschnitt große, sehr glockige Volants aus schwarzem Tüll, der mit großen schwarzen Pailletten benäht ist. Dazu gehören lange schwarze Handschuhe und ein großer schwarzer Spitzenfächer. H.
Deckt den Vögeln den Tisch...
.... aber mit Vernunft!
Sie Freude des Menschen, den armen, vom Winter oft hart geplagten Vögeln Futter zu geben, ührt leider zu unvernünftigen Verabreichungen von Leckerbissen, die den Tierchen oft den sicheren Tod bringen. Brotkrumen sind kein Vogelfutter, eie ziehen Feuchtigkeit an, quellen im Magen auf und ind den Vögeln unter allen Umständen schädlich. Man wird sich schnell durch Augenschein überzeugen, welche Vögel am meisten die Futterstelle besuchen. Für Meisen eignet sich allein ungebrochener Hanf. Zwar ist die Meise ein Insektenfresser, doch obald Not eintritt, labt sie sich an Hanf, und sucht außerdem ihre Lieblingsnahrung an Baumstämmen und Aesten. Es wäre also falsch, ihnen den Tisch mit ihrem Lieblingsfutter zu versehen, da sie dann ofort mit ihrer Baumarbeit aufhören würden. Für )ie Gartenmeise ist eine ziemlich erhebliche Meng- Hanf erforderlich. M i s ch f u t t e r streue man dann aus, wenn Zaunkönige, Goldhähnchen, Drosseln und in der Heimat verbliebene Rotkehlchen die Futter- stelle besuchen. Es handelt sich stets um Notfütterung, nicht um Liebhaberfütterung, damit die Vögel uns im Sommer wieder von den zahllosen Schädlingen befreien.
Wann wird gefüttert? Man muß, als Vogelfreund, dafür sorgen, daß den Vögeln morgens der Tisch gedeckt ist. Hat sich Rauhreif oder Glatteis eingestellt, sollte die Fütterung unter keinen Umständen unterbleiben, da die Vögel dann außerstande sind, sich ihr Futter selbst zu suchen. Bei Schneefällen und besonders bei Schnee- stürmen darf die Fütterung ebenfalls nicht unterbleiben.
Wo wird gefüttert? Viele Tierfreunde streuen das Vogelfutter auf die Erde. Doch das hat insofern keinen Zweck, als dann Mäuse kommen, um es zu verzehren. Man gewöhne die Vögel an eine Fut- t e r st e l l e. Die befinde sich an einem windgeschützten Ort und sei so beschaffen, daß der Wind das Futter nicht hinauswehen kann. Es muß auch gegen Feuchtigkeit geschützt bleiben, weil das eine der Hauptbedingungen der vernünftigen Fütterung ist. Nie wird Wasser in das Vogelhäuschen gestellt. Die Vögel baden darin und kommen in Gefahr, zu erfrieren. Läßt sich die Futterstelle aber in der Nähe eines Wassers anbringen, das nicht gefrieren kann, dann ist das für die Vögel von großem Vorteil. Gegen den Futterplatz am Fensterbrett laßt sich, falls ein anderer nicht möglich ist, nichts einwenden. Doch auch hier soll man Vernunft walten lassen und den Vögeln nur eine Notfütterung — (nicht aber Speck, Nüsse, Mandeln und Ameisenpuppen) geben. Man verwöhnt sie sonst zu sehr und macht sie untauglich zu ihrem Kampf gegen Insekten
Schü.
Unsere heutigen Vorschläge gelten dem Fasching 19 35. Sie wollen versuchen, das veränderte Gesicht des Faschingskostüms zu zeigen, das sich uns vor allem wieder wesentlich „angezogener" als in den letzten Jahren präsentiert — jedenfalls mit mehr Freude am Kostüm, am Stoff und an der Farbe!
Der „Ländle r" ist aus Leinen und Satin. Der Rock: grünes Leinen mit breitem roten Streifen, die Jacke schwarzer Satin mit grünen, aufgesetzten Tupfen, Schürze: schwarzer Satin. Dazu grüner Filzhut und grün-rotes Halstuch.
Das Kinderkoftümchen (ganz unten) kann aus ähnlichem Material sein, es werden dann für den Rock große Blumen aus Stoff aufgenäht. Der Hut ist aus grobem,.gelbem Stroh.
Das „B i e d e r m e i e r"-Kostüm aus rosa, schwarzgetupftem Organdy mit Rüschen hat Garnituren aus schmalem, schwarzem Samtband. Auch der große Schutenhut ist aus demselben Organdy.
Das ungarische Kostüm „Csardas" ist in den
ANNO
1935
as sollen wir tragen?
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
Hautpflege und Schlaf in der kalten Jahreszeit.
Menschen mit gesunder Haut sind Erkältungs- und Ansteckungskrankheiten weniger ausgesetzt. Die Kälte, die das zarte Gewebe anregt, macht gleichzeitig die Haut spröde — falls sie nämlich nicht genügend gepflegt wird. Nach dem Aufenthalt im Freien ist Waschen zu vermeiden. Fett oder Oel sind die besten Reiniger, die gleichzeitig die Haut genügend schützen. Das Bad ist am besten am Abend oder eine Stunde vor dem Verlassen der geheizten Räume zu nehmen. Die Poren müssen Zeit haben, sich zusammenzuziehen. Hände müssen trocken sein, wenn man in die kalte Luft geht. Kalte Hände, die vielleicht zu lange im kalten Wasser arbeiteten, sind oft die Ursache zu schweren Erkältungen. Schlaf ist für die richtige Hautpflege sehr wesentlich. Es hat keinen Sinn, zeitig aufzustehen, den ganzen Vormittag und sich bis zur Dämmerung im Freien sportlich zu betätigen oder zu arbeiten, um dann die halbe Nacht hindurch zu tanzen. Damit ist nicht etwa einer übertriebenen Aengstlichkeit das Wort geredet! Wer einmal die halbe Nacht hindurch tanzt, schädigt seine
ruhig ohne Kopfbedeckung hinaus. Der Kopfhaut tut die Durchlüftung sehr gut. Die ideale Kopfbedeckung für die Kälte ist und bleibt die weiche Wollmütze, die auch über die Ohren gezogen werden kann.
Jede Art Wintersport ist empfehlenswert. Kindern mit empsindlichen Knöcheln muß man allerdings vor dem Schlittschuhlaufen die Knöchel wickeln. Die Wicklung soll Halt geben, darf aber nicht so fest um das Bein herumgreifen, daß sie das Blut abschnürt. Selbstverständlich muß dem Kind dringlichst eingeschärft werden, daß es sich nicht auf unbeaufsichtigte Eisflächen begeben darf.
Ernster als eine Erkältung, die meistens überschätzt wird, sind die Krankheiten, die daraus entstehen, daß die Winterkost arm an Gemüsen und daher an Vitaminen ist. Die sogenannten Mangelkrankheiten treffen gerade das Wachstumsalter schwer. Man erkennt sie (erst im Frühjahr) daran, daß die Kinder schlapp und appetitlos werden. Nach neueren Untersuchungen sind gute Konserven noch ausreichend vitaminhaltig, so daß man den Kindern dadurch Gemüseersatz bieten kann. Aepfel, Orangen und Zitronensaft helfen schließlich ganz leidlich über diese Zeit hinweg; rachitische Kinder bedürfen neben erhöhten Lebertrangaben unbedingt dieser Nahrungsergänzung. Sie leiden nicht nur unter dem Vitaminmangel, son
dern ebensosehr am Sonnenmangel der Wintermonate. Lieber solle man eine kleine Erkältung mit in Kauf nehmen, aber man darf bei solchen Kindern auf den täglichen Spaziergang nicht verzichten. An den paar Lichtstunden des Wintertages muß das Kind ins Freie. Keine Medizin, auch keine künstliche Höhensonne vermag das Zusammenwirken von Luft und Licht zu ersetzen.
Die ungenügende Versorgung des jugendlichen Körpers mit Ultraviolettstrahlen und Vitaminen führt in Verbindung mit dem stundenlangen Sitzen über Büchern und Handarbeiten dazu, daß im Winter die Haltung schlechter wird. Die aufmerksame Mutter sorgt durch G y m n a st i k, die besonders auf Streckung der Wirbelsäule bedacht sein soll, gegen Dauerschäden (Rundrücken, schiefe Schulter, Hohlkreuz) vor.
Besondere Pflege und Aufmerksamkeit bedürfen im Winter die Augen der Kinder. An den langen Abenden lesen sie bei künstlichem Licht, das Kurzsichtigkeit begünstigt. Es ist erwiesen, daß die Kurzsichtigkeit im Winter Fortschritte macht, die sich allerdings im Frühling und Sommer wieder aus- gleichen, aber nur, wenn man darauf achtet und in den Sommermonaten den Augen auch wirklich Erholung gönnt. Der Lese- und Arbeitsplatz der Kinder im Winter muß ausreichend, aber nicht blendend beleuchtet sein.
Sie Gesundheit des Kindes im Winter.
Von Dora Bier.
Aengstliche Eltern glauben, das Kind sei im Winter mehr der Krankheit ausgesetzt als im Sommer. Vor allem fürchten sie Erkältungskrankheiten.
Ist nun die Aussicht auf Erkältung im Winter wirklich größer als im Sommer? Plötzliche Temperaturumschläge gibt es aber im Sommer wie- im Winter. Das Kind, das sich im Sommer vor dem Bad in Fluß oder See nicht allmählich abkühlt, ist einer Erkältung viel eher ausgesetzt als das Kind, bas — richtig angezogen — rodelt. Mädchen müssen beim Rodeln allerdings wollene Schlüpfer tragen, sonst kann durch den Luftzug einmal ein Blasenkatarrh entstehen. Sehr praktisch sind die jetzt in Mode gekommenen wollenen Trainingshosen, die dis zum Fußknöchel reichen. Hier kann in die Knie- qeqend überhaupt keine Feuchtigkeit einbringen, was bei Strümpfen und Schlüpfern nicht immer ganz zu vermeiden ist. Wenn das Kind sich bei der Heimkehr vom Rodeln sofort umzieht, kann es sich kaum
Das richtig abgehärtete Kind ist auch tm Winter nicht für Erkältungen anfällig. Richtige Abhärtung heißt vor allem Gewöhnung der Haut an die Luft durch Luftbäder, bei genügender Außenwarme irn Freien, sonst im Zimmer, dagegen nicht Kaltwasserprozeduren (höchstens ganz kurze kühle Kaltwasser- gen). Man darf mit der Abhärtung allerdings Nicht erst beim ersten Schnee beginnen, sondern bei Winteranfang muß sie bereits erreicht sein.
Aehnliche Vorsorge ist hinsichtlich der Nasenatmung angebracht. Es ist sehr wichtig, daß die Kinder die kalte Luft nicht unmittelbar in die Luftröhre bekommen. Im Winter müssen sie mehr ats sonst zur Nasenatmung bei geschlossenem Mund angehalten ryerden. Atmet em tr°8 aller Ermahnungen immer wieder durch den Mund, und beobachtet mein, daß es auch mit geöffnetem Munde schläft, dann liegt irgenbein Atmungs- Hindernis vor. Entweder ist die Nase durch Wucherungen verengt oder vergrößerte Mandern verlegen die Luftwege. a
Wird durch die Nase geatmet, so sind ^te 1^1- roege des Kindes durch die Kälte nicht gefährdet. Wirklich empfindlich find dagegen die Atmungsorgane der im Winter geborenen Kinder. Vorsichtige Mutter versehen den Kinderwagen mit einem Zellophanvorhang, der Licht in den Wagen hinein- laßt, die scharfe Luft aber abhält. An geschützten Stellen kann er dann unbedenklich geöffnet werden.
Ein alter Kampf zwischen Mutter und Kindern: sie wollen ohne Kopfbedeckung hinaus, weil sie ihnen lästig ist. Wenn es nicht schneit, so daß das Haar sehr naß wird, und wenn nicht em Frost herrscht, daß die Ohren erfrieren, lasse man sie
Erprobte Eintopf-Rezepte.
Bielefelder Wintersuppe zum Sattessen. (Für 4 Personen). Zutaten: 500 g weiße Bohnen, 250 g Mohrrüben, 250 g Kartoffeln, eine halbe Knolle Sellerie, 4 saure Aepfel, 2V-2 Liter kochendes Wasser, in dem 6 bis 8 Stück Maggis Fleischbrühwürfel aufgelöst werden, Prise Pfeffer, etwas gewiegten Schnittlauch, 150 g gekochten Schinken. Zubereitung: Die weißen Bohnen werden verlesen, gut gewaschen, über Nacht vorgeweicht, dann mit den würflig geschnittenen Gemüsen und Kartoffeln in die kochende Fleischbrühe aus Maggis Fleischbrühwürfeln gegeben und langsam gekocht, bis alle Zutaten nahezu weich sind. Nun kommen auch die Apfelwürfel in die Suppe und kochen weich, worauf die Suppe mit noch einer Prise Peffer und etwas gewiegtem Schnittlauch gewürzt, nach Salz abgeschmeckt und über den grobgehacktett Schinken angerichtet wird.
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Spanisch Fricot. Man nimmt hierzu ein Stück von der Rindslende, häutet dasselbe sauber ab und schneidet es in nicht zu kleine Würfel, Streifen oder Scheiben. Kartoffeln werden sauber geschält, gewaschen, abgetrocknet und in dünne Scheiben geschnitten. Mehrere Zwiebeln schneidet man gleich in dünne Scheiben und schmort sie :n Butter weich, aber nicht gelb. Hierauf bestreicht man den Boden einer Form mit gutschließendem Deckel fett mit Butter, legt eine Schicht Kartoffeln hinein, darüber eine Lage Fleisch und einige Zwiebelscheiben und fährt abwechselnd so fort, bis die Form beinahe gefüllt ist, bestreut dabei auch jede Lage mit dem nötigen Salz und legt Stückchen Butter darauf. Nach" Belieben kann man auch ein wenig gestoßenen weißen Pfeffer und etwas zerpflücktes Lorbeerblatt zwischen die Schichten legen. Schließlich gießt man ein wenig dicke saure Sahne darüber, schließt die Form fest zu, stellt sie in siedendes Wässer und läßt sie zwei Stunden ununterbrochen kochen. Sollte die Soße, welche sich in der ■ Form selbst gebildet hat, zu dünn sein, so füllt man sie ab, kocht sie schnell mit ein wenig in Wasser klar gequirltem Mehl seimig und gießt sie wieder auf die Speise. Diese kann in der Form, in welcher sie bereitet ist, nachdem dieselbe sauber abgewischt und mit einer Serviette umlegt ist, auf die Tafel gegeben werden. — Man kann dieses Gericht auch von Rindfleisch, magerem Schweine- und Hammelfleisch, welches letztere aber jung sein muß, bereiten und nimmt dann von jeder Fleischart die gleiche Menge.
Labskaus. (Fisch-Eintopfgericht für 4 Personen). Zutaten: 2 Pfund Seefisch (gleich, welche Sorte), 3 bis 4 Pfund Kartoffeln, 1 kleine Gewürzgurke, 2 Eßlöffel (40 g ) Butter, 2 Eßlöffel (40 g) Mehl, ’/4 Liter Milch, 1 Zwiebel, 2 Maggis Fleischbrühwürfel, Salz und Pfeffer nach Geschmack. Zubereitung: Die geschälten und in Scheiben geschnittenen Kartoffeln gut mit Wasser bedeckt aufs Feuer bringen und ziemlich garkochen. Den gesäuberten Fisch enthäuten, die Gräten sorgfältig heraus- lösen und das Fischfleisch sowie die gewürfelte Gurke zu den Kartoffeln geben und alles garkochen. Aus Butter, Mehl und der kleingeschnittenen Zwiebel eine helle Einbrenne bereiten, mit ‘A Liter besonders kräftiger Fleischbrühe (deshalb hergestellt aus 2 Fleischbrühwürfeln) sowie xk Liter Milch auffüllen und gut durchkochen. Nun die Einbrenne mit dem Fisch und den Kartoffeln gut vermischen, dabei die Kartoffeln etwas zerstampfen und das Gericht zum Schluß kräftig nach Salz und Pfeffer abschmecken.
Hausfrau, Ehefrau, Butter.
Von Else von Hollander-Lossow.
Die Sonntage sind auch für die Hausfrau Haltepunkte im täglichen Leben, — sie hat weniger zu tun, alles geht gemächlicher zu, sie darf sich, vorausgesetzt, daß sie in den Tagen vorher klug vorgearbeitet hat, etwas ausruhen. Mann und Kinder sind zu Hause und versuchen, ihr den Tag angenehm zu machen. Nach diesem Atemschöpfen gehen wir am Montagmorgen wieder an die Arbeit des Alltags. Aber es find ja doch nur sechs solcher Alltage hintereinander. Ist das nicht ein sehr angenehmer Gedanke? Nur sechs Tage, dann stehen wir schon wieder vor dem Atemschöpfen, vor dem Ausruhen, vor den Freuden eines Sonntags! Und wie schnell gehen diese sechs Tage herum, selbst wenn sie viel Last und Mühe, viel Kampf und Not mitbringen.
Es kann wohl sein, daß die Hausfrau mehr noch als andere Berufstätige ein wenig unter dem ewigen Einerlei der Alltage leidet. Immer wieder sind die Zimmer rein zu machen, immer wieder ist Staub zu wischen, sind Strümpfe zu stopfen, die Wäsche zu waschen, das Essen zu kochen... immer wieder ohne Abwechslung. Und es kommt ihr manchmal vor, als wäre dieses Einerlei gerade im Haushalt am allerschlimmsten. Das ist aber nicht wahr. Die Hausfrau hat den großen Vorteil, daß sie sich die Arbeit, die ihr obliegt, einteilen kann, und je besser sie einzuteilen versteht, umso leichter wird sie mit allem fertig werden. Vor allem darf sie sich nicht selber die 'Arbeit dadurch erschweren, daß sie sich alles, was sie zu tun hat, als einen unüberwindlichen Berg ausmalt. Je ruhiger man bei feinem Tun ist, umso rascher geht es von der Hand. Alles Haften und Hetzen ist von liebet
Man soll sich für einen einzelnen Tag auch nie mehr vornehmen, als man wirklich sorgfältig ausführen kann. Kommt der. Mann von der Arbeit nach Hause, so soll eigentlich auch die Frau ihr häusliches Tun beendet haben. Die Zimmer müssen aufgeräumt und das Essen fertig sein, und sie selber muß ihn so nett wie möglich empfangen. Mann und Kinder zu vernachlässigen und keine Zeit für sie zu haben, nur weil andere Arbeit drängt, ist kein Kennzeichen einer guten Hausfrau. Wer das tut, vergeudet sein eigenes Leben und nimmt ihm die Freuden, die es haben kann. Es hängt ja wirklich nicht alles am (Selbe. Wird einer Frau die Arbeitslast zu groß, so soll sie eben Haushilfe nehmen ober aber eine kleinere Wohnung, bamit sie alles bewältigen kann, ohne sich selber aufzureiben. Sie soll einfacher kochen unb soll etwas weniger oft Großreinmachen veranstalten, — bas alles ist gar nicht so wichtig im Vergleich zu bem, was sie durch solche Maßnahmen an Zeit für ihre Familie gewinnt.
Was an Hanbarbeit zu leisten ist, bas Stopfen, Flicken, Nähen usw. kann unb soll bie Frau er- lebigen, wenn ber Mann zu Hause ist. Dafür sind die langen, schönen Abende da, an denen man gemütlich beisammen sitzt. Wenn der Mann einem etwas vorliest, wird auch die langweiligste Hand- arbeit — und interessant ist Strümpfestopfen gewiß nicht — noch zu einer Freude.
Das Wichtigste ist aber, daß man auch im Alltag feinen Frohsinn nicht verkümmern läßt. Sicherlich wird der Mann eher ein Staubkorn auf den Möbeln übersehen als ein unfreundliches Gesicht seiner Frau. Es kommt im Eheleben wie im Leben überhaupt immer nur auf bas Wesentliche an, das ist bie große Weisheit, bie wir uns alle zu eigen machen sollten.
O b'
M,


