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des

Berater des Handwerks.

Der Zweck -er neuen Gewerbeförderungsstetten.

Im Zeichen technischen Fortschritts.

Dor Eröffnung der Internationalen Automobilausstellung in Berlin.

Berlin, 12. Febr. (DNB.) Der Leiter der Reichswirtschaftskammer Regierungsrat a. D. Ewald Hecker wendet sich an die gesamte gewerbliche Wirtschaft mit der Aufforderung, insbesondere durch Achtung der nachstehenden Gesichtspunkte dazu mit- zuhelfen, daß Uebergangsschwierigkeiten bei der Rückgliederung des Saarlan­des vermieden werden:

1. Die saarländische Industrie verliert durch die Verlegung der Zollgrenze einen großen Teil ihres bisherigen Absatz­gebietes. Hierfür muß auf dem inner­deutschen Markt Ersatz geschaffen wer­den, damit die arbeitenden Volksgenossen nicht be­schäftigungslos werden. Bei der Größe des deut­schen Marktes bleibt für den Absatz der saarländi­schen Erzeugung Raum, ohne daß hierdurch irgend jemand in dem übrigen Deutschland aus seinem Absatzgebiet verdrängt zu werden braucht. Die Saarindustrie kann vielerlei liefern. Ich bitte daher gerade den Einzelhandel, Auf­träge auf saarländische Fertigerzeugnisse bereits jetzt zu vergeben und späterhin ihren Absatz durch er­höhte Werbung zu fördern. Ich bitte aber auch die Industrie und den Großhandel, auf jeden Fall Aufträge in das Saarland zu legen. Jede Bestellung hilft mit, die Uebergangs- zeit zu erleichtern. Die Handelskammer Saarbrücken ist gern bereit, nähere Aus­künfte über Bezugsquellen im Saar­gebiet zu geben.

2. Andererseits muß dringend davor ge­warnt werden, eine Ueberfülle von An­

geboten in das Saargebiet zu legen, insbeson­dere, soweit hier Waren zu Preisen angeboten wer­den, die unter den entsprechenden Prei­se nim sonstigen Deutschland liegen.

Die Erfahrung der letzten Zeit hat gezeigt, daß in deutschen Wirtschaftskreisen die Aufnahme­fähigkeit des saarländischen Mark­tes ganz außerordentlich überschätzt wird. Demgegenüber ist festzustellen, daß dieser zunächst schonungsbedürftig ist und die dort lagernden Vor­räte und Erzeugnisse der Saarindustrie s e l b st aufnehmen muß. Diese würde aber zum Er­liegen kommen müssen, wenn sie einem hem­mungslosen Wettbewerb derjenigen Indu­strien aus den übrigen Teilen des Reiches ausge­setzt würde, welche sich bereits seit zwei Jahren der Vorteile erfreuen, die ihnen die nationalsozia­listische Wirtschaftspolitik geschaffen hat. Zurück­haltung bei Angeboten nachdem Saar­gebiet ist daher geboten. Erscheinungen, wie sie bereits in einer übertriebenen und den Verhält­nissen des Saarmarktes völlig unangemessenen Wer­bung zu beobachten sind, müssen wieder verschwinden.

Die Rückkehr der Saar wird für die deutsche Wirtschaft große Vorteile mit sich bringen, aber sie darf nicht zu einem undisziplinierten Wettrennen der G e s ch ä f t e m a ch e r e i von einzelnen führen. Auch hier muß der einzelne sich des Vorranges bewußt sein, den der Gemeinnutz der deutschen und damit auch der Saarwirtschaft vor dem Eigennutz ' einzelnen hat.

Schon seit einiger Zeit besteht bei einzelnen Hand­werkskammern ein Institut, von dessen Vorhanden­sein die wenigsten Handwerksmeister etwas wußten. In aller Stille schufen diese Institute in vorderster Linie für das Handwerk. Es gibt fast kein Gebiet handwerklichen Lebens, das nicht von der G e - Werbeförderungsstelle in bestimmter Weise berührt wird. Ausgestattet mit wissenschaft­lichen Hilfsmitteln und Erfahrungen ist die Stelle imstande, den Meistern bei schwierigen Fragen des Verkaufs, der Materialbeschaffung, aber auch in rein kaufmännischen Din­gen einwandfreien Rat zu erteilen. Wenn also ein Schuhmacher Leder gekauft hat, und er glaubt, die erstandene Ware entspricht in ihrer Qualität nicht dem Muster, so braucht er sich nur an nie Gewerbe­förderungsstelle zu wenden, die eine gründliche Prüfung des Materials vornimmt oder wenn ihr die betreffenden Einrichtungen fehlen, bei einem der angeschlossenen wissenschaftlichen Institute vornehmen läßt. Schon oft sind Meister durch diese Prüfung vor Schaden bewahrt worden. Und häufig ist gerade durch derartige Materialprüfungen un­lauteren Elementen die Arbeit gelegt worden, die durch falsche Gütebezeichnungen ihren Kunden eine nicht vorhandene Qualitätsware vortäuschen, die sie dann naturgemäß zu einem billigeren Preis liefern konnten, als der reelle Meister. Darüber hinaus werden die Meister auch in Dingen, die die Be­triebsgestaltung, Buchhaltung, Kal­kulation und sonstige organisatorische Fragen betreffen, weitgehend unterrichtet.

So wichtig diese Beratung nun für den einzelnen und damit auch indirekt für die Gemeinschaft war, trug sie doch einen Fehler. Die Einzelbera- t u n g die nebenbei bemerkt auch heute noch wei­tergeführt wird hatte einen zu geringen Wir­kungsgrad, ihre Arbeit war nicht rationell genug. Der Berater brauchte oft viele Stunden zur Er­ledigung einer Recherche oder Prüfung, so daß'der ganze Betrieb während dieser Zeit stockte. Auf An­ordnung des Reichshandwerksmeisters ist daher ihre Basis verbreitert worden. So wird ab 1. April edem Landeshandwerksmoister die Errichtung einer olchen Gewerbeförderungsstelle zur Pflicht gemacht. Ihnen soll es dann übertragen werden, sich durch eine auf lange Zeit geplante Schulungsar­beit eine Schar heranzuziehen, die all die Neue­rungen und Erfahrungen, die an die Gewerbeförde- ungsstelle herangetragen werden, in den gro­ßen Kreis der Meister weiterleitet. Auch um die Schaffung eines nach allen Richtungen hin gut durchgebildeten Meisterstandes werden sich diese Stellen auf Anregung des Reichshandwerks­meisters in Zukunft bemühen, indem sie die M ei­st e r p r ü f u n g s a u s s ch ü s s e mit den in der Praris ihrer Arbeit entstandenen Resultaten ver­traut machen. Hiermit soll auch endlich eine ein­heitliche Linie in der Art der gestellten Anforderungen herbeigeführt werden. Es soll verhindert werden, daß ein Geselle, der in Berlin wegen mangelnder Kenntnisse seine Meisterprüfung nicht bestanden hat, sie in der Provinz absolviert, wo die gestellten Forderungen nicht an die einer Gesellenprüfung in Berlin heranreichten. Der Reichsstand des Deutschen Handwerks wird in Zu­kunft die Richtlinien ausarbeiten und sie zur Durch­führung an die Gewerbeförderungsstellen weiter­geben.

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Ministerialdirektor Gütt über die Aufgaben der Gesundheitsämter.

Was will Italien in Ostafrika?

Ein englischer Schritt in Rom für hireffe Derhanhlungen mit Abessinien

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Volksbelehrung widmen müssen und in engem Einvernehmen mit den die gleichen Ziele verfolgenden Organisationen der NSDAP, aufklä­rend über die Grundsätze der Erb- und Rassen­pflege zu wirken haben.

Das Gesundheitsamt hat ferner die Pflicht, die deutschen Mütter in gesundheitlichen Fragen zu beraten, den Gesundheitszustand der Säuglinge, Kleinkinder und Schul­kinder laufend zu überwachen, wie die Weiter­verbreitung von Tuberkulose, Geschlechtskrankheiten nach Möglichkeit zu verhindern. Auf allen diesen Gebieten wie auch der K r ü p p e l f ü r s 0 r g e , der Rauschgiftbekämpfung u. a. werden sie in engem Einvernehmen mit der Aerzteschaft arbei­ten müssen, um so den größtmöglichen Gesund­heitsschutz zu gewährleisten. Ferner werden die Aerzte des Gesundheitsamtes dazu angehalten, mit ihrem ärztlichen Rat bei der Ausübung des Sports und der Körperpflege mitzuwir­ken, um gesundheitliche Schädigungen der Beteilig­ten zu vermeiden. Schließlich gehen die a m t s -, gerichts- und vertrauensärztlichen Geschäfte der bisherigen Amtsärzte auf die Ge­sundheitsämter über. Da die Aemter mit dem er­forderlichen ärztlichen und Hilfspersonal ausge­stattet werden, können die beamteten Aerzte die ihnen übertragenen bedeutungsvollen Aufgaben des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nach­wuchses mit Sachkenntnis und Sorgfalt durch­führen, wie sie andererseits auch die Bevölkerungs­bewegung ihres Bezirks zu verfolgen und den Ursachen des Geburtenrückganges nach­zugehen haben werden. Damit sind die Gesund­heitsämter zum Wächter über den Volksbestand und zum Hüter der Zukunft unseres deutschen Vol­kes geworden!

Ein ähnliches Gebiet berührt die bei einzelnen Stellen in nächster Zeit beginnende Schulung derSachverständigen. Gerade in diesem Be­zirk des Handwerks, dessen Vertreter doch die Re-- Präsentanten ihrer handwerklichen Berufsgruppen gegenüber der Oeffentlichkeit darstellten, lagen an einzelnen Orten die Dinge im argen. Die neuen Sachverständigen sollen in Arbeitsgemeinschaften zusammengeführt werden, um später als Mitarbeiter der Gewerbeförderungsstellen eingesetzt werden zu können. Die Durchführung dieser Gedanken erfor­dert eine enge Zusammenarbeit dieser Stellen mit allen an handwerklichen Fragen und handwerklichen Erzeugnissen interessierten Kreisen. So ist gerade jetzt eine vorbildliche Zusammenarbeit zwischen der Gewerbeförderungsstelle, der Böttcher-Innung, dem Reichsstand des Deutschen Handwerks und einer der Reichsbetriebsgemeinschaften der Deutschen Arbeits­front erfolgreich beendet worden. Es handelte sich darum, die Einführung hölzerner Milch­fässer deren Benutzung ja augenblicklich ver­boten ist den hygienischen und wirtschaftlichen Forderungen entsprechend möglich zu machen. An diesem Beispiel zeigt sich auch, wie die Arbeit der Gewerbeförderungsstellen in das Gebiet der allge­meinen Wirtschaft hinübergreift. Denn bei der Be­nutzung hölzerner Milchfässer verringert sich auch automatisch der Verbrauch unedler Metalle, der aus volkswirtschaftlichen Gründen immer mehr einge­schränkt werden muß.

So werden die Gewerbeförderungsstellen die Sammelbecken aller handwerklichen Forschung und Erfahrung sein, die sie durch Schulung der Allge- memhett und durch Beratung dem einzelnen wei- terleiten werden. Ihre Arbeit wird dazu beitragen, dem Handwerk wieder die Kräfte heranzuziehen, die es zu seinem gesunden Wiederaufbau braucht.

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Wie das Hauptamt der NS.-Hago mitteilt, wurde in einer Besprechung zwischen dem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goeb­bels und dem Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Handwerk Pg. Schmidt festgelegt, daß der dies- lährige Tag des Deutschen Handwerks am 16. Juni 1935 in Frankfurt a M. stattfinden soll. Die Durchführung des Handwerks­tages liegt in diesem Jahr in Händen der Reichs­betriebsgemeinschaft 18 (Handwerk).

Plakat- und Drucksachen - Wettbewerb zum Reichs-Berufewettkampf.

Zur Erlangung eines künstlerischen Plakats für den 2. Rerchs-Berufswettkampf der deutschen Jugend, der gemeinsam von der Deutschen Arbeits­front und der Hitler-Jugend Mitte März durchgeführt wird, war auf Anordnung des Leiters des Jugendamtes der Deutschen Arbeitsfront, Ge- bietsführer Franz Langer, und des Sozialen Amtes der Reichsjugendführung ein Wettbe­werb der Re lchsbe tri ebsge mein schäft Druck für bi e gr aphische Jugend ausge­schrieben worden. Bei der Ausschreibung dieses Wettbewerbes ging man von dem Gedanken aus, daß die Jugend zur Ausgestaltung des Reichs- Berufswettkampfes selbst die Propaganda ? ü r ? r eJ* soll. Mit besonderer Freude konnte festgestellt werden, daß die graphische Jugend mit den vielen eingesandten Plakaten heroorra^

London, 13. Febr. (DNB.) Die italienische Botschaft in London hat dem Reuterschen Büro mitgeteilt, daß kein Ultimatum an Abes- s i n i e n abgeschickt worden sei und daß die un­mittelbaren Verhandlungen fortge­setzt würden. Es wird betont, daß keine bemer­kenswerte Entwicklung in den in Addis Abeba ge­führten Verhandlungen zu verzeichnen sei, und daß die Meldungen über einen ganz bestimmten Cha­rakter der von Italien vorgelegten Forderungen unrichtig seien. Es wird nachdrücklich versichert, daß die Mobilisierung zweier Divisionen eine der Verteidigung dienende Vorsichtsmaßnahme sei.

Weiter wird bekannt, daß bei einer Be­sprechung zwischen Suvich und dem eng­lischen Botschafter Sir Fric Drummond die­ser im Namen seiner Regierung den Wunsch nach der sofortigen Aufnahme unmit­telbarer Verhandlungen zwischen Abes­sinien und Italien zwecks Beilegung der bestehen­den Schwierigkeiten ausgesprochen hat. Italien hat betont, daß es gern bereit sei, direkte Verhand­lungen mit Addis Abeba zu führen, auch an den guten Willen des Kaisers von Abessinien glaube, aber Zweifel darüber habe, daß er über d i e nö­tige Autorität verfüge, um auch für d i e Grenz st ä m m e bindende Verpflichtun­gen einzugehen. Die unmittelbaren Verhandlungen sollen, sowohl die Schadenersatzansprüche Italiens als die seit Jahrzehnten ungeregelte G r e n z f e st s e tz u n g betreffen. Italien erstrebt zunächst die Bildung von neutralen Zo­nen, um die Möglichkeit weiter Zusammenstöße auf ein Mindestmaß einzuschränken.

Eine gefährliche Unternehmung.

Englische Pressestimmen.

London, 13. Febr. (DNB. Funkspruch.)Mor- ning Post" bemerkt, daß sich nach abessinischer Dar­stellung die Italiener seit langem innerhalb der abessinischen Grenze festgesetzt hätten. D^r Kaiser von Aethiopien befinde sich in ungefähr der gleichen Lage wie der König von Afghanistan, dessen Herrschaft von Häuptlingen bestritten werde, die nicht leicht "erreichbar und schwer zu unterwerfen seien. Das Blatt betont, daß offenbar ein so kluger Staatsmann wie Mussolini bei der gegenwärtigen gefährlichen Lage Europas nicht d e n W u n s ch haben werde, sich tief i n eine afrikanische Unternehmung ver- wickeln zu lassen. Ueberdies sei die Jahres­zeit für einen Feldzeug in einem malariaverseuch­ten und bei jedem Wetter schwierigen Lande s 0 ungeeignet wie nur möglich. Vom mili­tärischen Gesichtspunkt aus könne Abessinien als ein Gallipoli ohne Ende bezeichnet werden felsig, gebirgig, mit mangelnden Wasservor­räten, zerklüftet und bewohnt von kriegerischen Stämmen. Man müsse daher hoffen, daß die Ver­mittlungsbemühungen der britischen Regierung Er­folg haben.

ein Auto kommen. Trotzdem habe Deutschland den Stand anderer Staaten noch lange nicht er­reicht, denn in Frankreich käme auf 22 Ein­wohner ein Auto, in England auf 25.

Die diesjährige internationale Automobil- a u s st e l l u n g sei nicht nur die größte, die Deutschland bisher gesehen habe, sondern wahr­scheinlich die größte, die es bisher in der Welt gab. Auf der Ausstellung werde man auch das Werden des großen Reichsautobahn­programmes des Führers sehen, und er freue sich, mitteilen zu können, daß die erste Reichs- autobahn demnächst dem Verkehr werde übergeben werden können. Noch im Jahre 1935 würden weitere 5 0 0 Kilo­meter fertigwerden. So werde die Auto­mobilausstellung eine große Schau des Aufbaues im neuen Deutschland sein, und jeder, der sie be­sucht habe, insbesondere aber auch die Ausländer, würden sie hoffentlich mit einem nachhaltigen Ein­druck von dem, was in Deutschland in den letzten Jahren g e l e i st e t worden ist, verlassen.

Direktor Dr. Scholz vom Reichsverband der Automobilindustrie wies darauf hin, daß die In­ternationale Automobilausstellung keine Sen­sationen bringe. Das letzte Jahr habe im Zeichen intensiv st er Kleinarbeit ge­standen, im Zeichen des technischen Fortschritts, der ganz außerordentlich habe gefördert werden kön­nen. Man sei sozusagen auch in der Automobil­wirtschaft konstruktiv aus der Zeit der Revolution in die Zeit der Evolution übergegangen und habe in erster Linie die durch die gewaltige technische und konstruktive Entwickelung gewonnene Posi­tion ausgebaut. Er schilderte dann die Lage der deutschen Automobilindustrie, die Preisentwick­lung, die Rentabilität und dergl. und gedachte schließlich eines der Pioniere und größten Kon­strukteure des deutschen Automobilbaues, des Di­rektors Niebel von der Daimler-Benz-AG., der im Jahre 1934 infolge UolOranstrengung in den Sielen gestorben sei. Direktor Dr. Scholz brachte dann den Dank der deutschen Automo- bilindustrie an den Führer für all' feine Forderung und Voraussicht zum Ausdruck und schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer.

Die E r ö f f nung der Internationalen Auto­mobil- und Motorradausstellung 1935 in den Aus­stellungshallen am Kaiserdamm wird Donners­tag in der Zeit von 11 bis gegen 12 Uhr von allen deutschen Sendern übertragen.

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Heue Etappe in der Motorisierung Deutschlands.

1935: Weitere 500 Kim. Reichs-Autobahn.

Berlin, 12. Febr. (DNB.) Anläßlich der be­vorstehenden Eröffnung der Internationalen Auto­mobilausstellung 1935 in Berlin veranstaltete der Reichsverband der Automobilindustrie einen Presse­empfang. Nach Erösfnungsworten durch Geheimrat A l l m e r s überbrachte Staatssekretär F u n t die Gruße der Reichsregierung. Wenn der National­sozialismus die nationale Automobil­wirtschaft fördere und dafür eintrete, daß Deutschland als Industrieland zunächst seine e i g e n e Automobilwirtschaft stärke, dann habe das nichts mit wirtschaftlichem Chauvinismus zu tun. Gin Industrieland könne sich nicht gerade in bezug auf eine der wichtigsten Jndustrieerzeugnisse, dessen Erfindung schließlich aus Deutschland stammt und auf deren Gebiet es geradezu bahnbrechend gewesen ist, plötzlich von der Wirtschaft anderer Länder ab­hängig machen. Es sei eine Binsenwahrheit, daß man nicht gleichzeitig Rohstoffe und Fertigf abrikate einführen könne. Diese Binsenwahrheit sei leider zu spät erkannt worden. Ausgabe einer Volkswirtschaft sei es, die Export- sähigkeit ihrer wichtigsten Wirtschaftszweige zu er­halten. Seit der großen Rede des Führers im Frühjahr 1933 bei der Eröffnung der Automobil- ausstellung befinde sich die Motorisierung Deutschlands in einem gewaltigen Aufbruch.

Als alter Kämpfer für bas deutsche Automobil freue er sich darüber, daß nun die Motorisierung sozusagen anderSpitze eines großen roirtfchaft-- "chen Aufbauprogrammes stehe. Dazu komme das gewaltige Straßenbauprogramm des Füh­rers und die Nationalisierung der Treib­st 0 f f w i r t s ch a f t. Man wolle dabei nicht alle ausländischen Treibstoffe vom deutschen Markt fern- h-alten, sondern nur den durch die erhöhte Moto­risierung entstandenen Mehrbedarf selb st Herstellen, ba natürlich die Devisen zur Ein­führung einer mehrfachen Menge an Treibstoffen, als sie früher benötigt wurde, fehlen. Deutschland sei auf dem Gebiete der Motorisierung in den letz­ten zwei Jahren ganz außerordentlich vorangekom­men. Noch vor drei Jahren sei auf 111 Einwohner ein Automobil gekommen, im Jahre 1955 werde schon auf 70 Einwohner

Berlin, 12. Febr. (DNB.) Ministerialdirektor Dr. G ü 11 vom Reichs- und Preußischen Ministe­rium des Innern veröffentlicht imVölkischen Be­obachter" einen Aufsatz über die erste Durchfüh­rungsverordnung zum Gesetz über die Verein­heitlichung des Gesundheitswesens. In dem Aufsatz heißt es: Das Gesetz überträgt den Gesundheitsämtern die ärztlichen Aufgaben auf dem Gebiet der Gesundheitspolizei, der Erb- und Rassenpflege, einschließlich der Eheberatung, der Volksbelehrung, der Schulgesundheitspflege wie der Beratung von Müttern, Kindern und fürsorge- bedürftigen Familien. Ferner ist die Förderung der Körperpflege und Leibesübungen, wie die amts-, gerichts- und vertrauensärztliche Tätigkeit vorge­sehen. Auf allen Gebieten haben die im Gesund­heitsamt tätigen Aerzte die ärztlichen F e st - stellungen zu treffen und den zuständigen Stel­len Vorschläge für die Maßnahmen zur Förderung 6er Gesundheit des einzelnen, der Familien ober zur Beseitigung von Mißständen zu machen. Die wirtschaft­liche Fürsorge und die Heilmaßnahmen bleiben Aufgabe der bisherigen Träger, wie z. B. bei versicherten Personen der gesetzlichen Ver­sicherungsträger, bei Fürsorgebedürftigen der kom­munalen Behörden. Es ist daher in der Verordnung eine enge Zusammenarbeit mit diesen Stel­len vorgesehen.

Die Aemter sollen ärztliche Berater der Gesundheitspolizeibehörde sein. Sie werden als solche Seuchen und übertragbare Krank­heiten zu bekämpfen und ihre Weiterverbreitung zu verhüten haben. Wie bisher, werden sie die Aufgaben der Amtsärzte auf dem Ge­biet der Lebensrnittel- und Gewerbe­polizei wahrzunehmen haben. In vermehrtem Maße werden sie sich der gesundheitlichen

tDaily Telegraph" sagt, der Kaiser von Aethio» pien sei warnend daraus hingewiesen worden, daß es Eden und Laval nicht leicht gefal­len sei, Mussolini zur Zurückhaltung zu veranlassen, und daß Abessinien das s e i n i g e tun müsse, um weitere Zwischenfälle zu verhin­dern. Die Behauptung, daß der Kaiser von Aethiopien keine Kontrolle über die Grenzstämme habe, werde in London nicht als ganz zutreffend erachtet. Beweismaterial für das Gegenteil liege vor.

Abessiniens Standpunkt.

Zur Verteidigung entschlossen.

London, 13. Febr. (DNB.) Der Reuter-Vertre­ter in Rom hatte eine Unterredung mit dem abes­sinischen Geschäftsträger Afwork, in der dieser erklärte, er persönlich glaube nicht, daß es zu einem italienisch-abessinischen Krieg kommen werde. Nach seiner Ansicht sollte es möglich fein, die Angelegenheit auf friedlichem Wege zu regeln. Der Geschäftsträger gab jedoch zu verstehen, daß seine Regierung alleunver­nünftigen" Forderungen nach wie vor entschlossen ablehnen werde. Afwork sagte, falls die Italiener auf einer Entschädigung für den Zwischenfall von Ualuat, bei dem Abes­sinier infolge eines nicht herausgeforderten An­griffes getötet wurden, bestehen sollten, und die italienische Regierung an dem Standpunkt festhalte, das Gebiet bis Ualual gehöre ihr, fei eine Regelung auf einer solchen Grundlage zwischen s2lbeffinien und Italien u n m 0 glich, wir müßten dann an den Völkerbund appellieren. Wenn Italien wirklich die Absicht habe, Krieg aegen Abessinien zu führen, so stehe es fest, daß die Abes­sinier ihr Land bis aufs äußerste ver­teidigen und Italien zwingen würden, seine Grenzen zu achten. Der Geschäftsträger hob hervor, daß Abessinien 800000 Mann unter Was- s e n stehen habe und diese aus eine Million erhöhen könne. Außerdem habe es moderne Waffen in Europa gekauft, besitze allerdings keine Tanks und Flugzeuge.

Oie Grenzzwischenfälle in abessinischer Lesart.

Addis Abeba, 13. Febr. (DNB.) In einer amtlichen Verlautbarung über die kürzlichen Grenz­zwischenfälle wird gesagt, die abessinische Garnison von Gerlogubi habe keinen Ausfall unter­nommen und auch nicht versucht, die italienischen Streitkräfte am 2. Februar in Afdub einzuschließen. Eine abessinische Patrouille von 25 Mann, die le­diglich mit Gewehren bewaffnet waren, wurde von italienischen Truppen, die mit Maschinen­gewehren ausgerüstet waren, angegriffen. Die schon früher vom Kaiser gegebenen Befehle wurden, so wird von abessinischer Seite weiter erklärt, g e - treulich ausgeführt, es werde keiner Patrouille erlaubt, sich weiter als drei Kilo­meter von einer Garnison zu entfernen.