und legte zugleich im Namen der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft einen Kranz nieder.
Dem Förderer und Vorkämpfer auf dem Gebiete der Tuberkulosebekämpfung sagte sein Amtsnachfolger, der jetzige Direktor der Universitätsklinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten Professor Dr. Schulze, letzten Gruß.
Für den hessischen Landesverein zur Bekämpfung der Tuberkulose (Heilstättenverein) überbrachte Oberregierungsrat Dr. Heinemann dem Mitbegründer und unermüdlichen starken Förderer eine letzte Dankesbezeugung. 1913 schuf er die erste Lupus- Heilstätte im Reich, und wenn diese weit über die Grenzen des Vaterlandes hinaus an Bedeutung und Ansehen gewonnen hat, wenn unermeßliche Erfolge dem Volke zum Nutzen gereichten, dann waren sie das Werk dieses Wissenschaftlers, vor dessen edler Menschlichkeit wir uns in Ehrfurcht beugen.
Nachdem Pfleger L e ß noch für die Gefolgschaft der Heilstätten, Oberarzt Dr. Starke für das „Eleonorenheim" in Winterkasten und Prof. Dr. Fischer für den ehemaligen Akademischen Gesangverein München und dessen Philisterverband Kränze niedergelegt hatten, widmete der Präsident der Hessischen Landesversicherungsanstalt Dr. Emmerling (Darmstadt) dem Verstorbenen ebenfalls herzliche Dankesworte. Die Studentenschaft ließ durch den stellvertretenden Studentenführer Frank, die Medizinische Fachschaft durch Herrn Müller dem Lehrer und Freund die letzten Ehren erweisen.
Das Lied vom guten Kameraden beendete die Feier. Auf der letzten Fahrt zur Grabstätte gab auch der Landesführer des NS.-Aerztebundes Dr. Ende (Darmstadt) dem Entschlafenen das Ehrengeleit.
Am Grabe sprach Professor D. Dell die Schlußgebete, ein Vertreter der Alters-Vereinigung 1870/ 1920 legte noch einen Kranz nieder.
Nicht so hastig!
So früh ist es in diesen Dezembertagen schon dunkel und neblig und es bläst einem ein unfreundlicher, beißend kalter Schneewind ins Gesicht! Man eilt sich, wenn man Besorgungen zu erledigen hat. Und so hasten wir mit mürrisch-unzufriedenem Sinn an unserem Glück vorbei.
Der Weihnachtsmann ist zum braunen Glücksmann geworden. Und er bietet viel mehr, als so ein gewöhnlicher Weihnachtsmann an Gaben zu ver-
Ls sollte für dich ein Bedürfnis fein, einem bedürftigen Volksgenossen eine Weihnachts- freude zu bereiten. Spende darum ein Weih- nachtspaket für das WHW. oder übernimm eine Patenschaft!
schenken hat. Er schenkt mit dem Verkauf brauner Lose das Unterpfand für die wirtschaftliche Wohlfahrt unseres ganzen Vaterlandes. Jedes kleine Los trägt dazu bei, daß Mittel für die Arbeitsbeschaffung gewonnen werden. Schon fünfmal hat das deutsche Volk bewiesen, daß es den Wert dieser einzigartigen Lotterie, die sich als Leitwort „Hilfsbereitschaft für die ganze Volksgemeinschaft" gegeben, richtig erkannt hat. Nun wollen wir auch dieser sechsten Lotterie unsere Mithilfe nicht versagen, denn damit schenken wir dem ganzen Volke und uns selbst das größte Glück.
Das Arbeitsbeschaffungslos bringt neben der Ar-, beitsbefchaffung noch Weihnachtsfreude und die j Möglichkeit eines Gewinnes! Zwei Hauptgewinne zu je 50 000 Mark! „Zwanzig Prämien zu je 2500 Mark" 50 Gewinne zu je 1000 Mark! Und eine große Menge weiterer Gewinne. Jeder wird sich freuen, noch vor dem Christfest so ein Glückslos in Händen zu halten.
Der Weihnachtstisch ist erst dann vollständig, wenn er um diese Gabe reicher geworden ist!
Gießener Dochenmarktpreise
* Gießen, 12. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, das Pfund 1,60 Mk., Molkereibutter 1,55 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, inländische, ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 8 bis 12, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 8 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 10 bis 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 7, Kartoffeln 4, Aepfel 10 bis 30 Pf., der Zentner 10 bis 30 Mk., Birnen, das Pfund 20 bis 25 Pf., Nüsse 45 bis 55, junge Hähne 90 Pf. bis 1,10 Mk., Suppenhühner 75 bis 80 Pf., Gänse 1 bis 1,10 Mk., Enten 1 bis 1,10 Mk., Blumenkohl, das Stück 10 bis 50 Pf., Salat 8 bis 10, Endivien 5 bis 12, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 5 bis 25 Pf.
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** D i e Reifeprüfung bestanden. Am ' hiesigen Landgraf-Ludwig-Gymnasium haben gestern 7 Abiturienten die Reifeprüfung bestanden. Für diese Schüler wurde die Prüfung in diesem Jahre zum ersten Male früher als sonst vorgenommen, da die jungen Leute am 1. Januar 1936 in den Arbeitsdienst eintreten, um am 1. April 1936 als Offizieranwärter in den Heeresdienst zu gehen.
** Verkehrsunfall. Am gestrigen Mittwoch Gegen 19.30 Uhr ereignete sich in der Nähe der Weltersburg ein Verkehrsunfall, bei dem zum Glück nur Sachschaden entstand. Ein Lastauto aus Gießen, das mit Feldbahnmaterial (Schienen und Feldbahnwagen) beladen war, passierte bei der Wellersburg einige dort stehende Personenwagen. Im Augenblick des Vorbeifahrens kam die Laduna des Lastautos ins Rutschen, und ein Teil des Feldbahngeräts fiel auf die Personenwagen herab, die erheblich beschädigt wurden. Da die Personenautos unbesetzt waren, sind zum Glück Personen nicht verletzt worden.
** Die Behandlung unrichtig zuge - gangener Postsendungen. Bei dem Aus- händigen von Postsendungen, besonders bei gewöhnlichen Briefen, Postkarten und Drucksachen können trotz aller Vorsicht der Deutschen Reichspost Irrtümer vorkommen, deren Ursachen recht vielfältig sind und nicht immer in der Unaufmerksamkeit der Zusteller oder Postausgabestellen liegen. Was macht nun der Empfänger mit Postsendungen, die nicht für ihn bestimmt sind? Solche Sendungen gibt er nicht unmittelbar an den richtigen Empfänger weiter, sondern, ohne sie zu öffnen, möglichst sogleich der Post zurück, damit diese die richtige Aushändigung veranlaßt. Dadurch erhält die Post auch von dem Sachverhalt Kenntnis und kann für die Folge etwaige Mängel abstellen. Hat ein Empfänger irrtümlich einen für ihn nicht bestimmten Brief geöffnet, so sollte er dies mit Namensunterschrift auf der Rückseite vermerken
Oie karitativen Verbände sammeln.
Mit den zuständigen Spitzenorganisationen der Verbände der freien Wohlfahrtspflege (Rotes Kreuz, Caritas-Derband und Innere Mission) und der Reichsführung des WHW. ist vereinbart worden, daß die den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege angeschlossenen Mitglieder in den Tagen
vom 14. bis 16. Dezember eine Sammlung für das WHW.
durchführen. Die gesammelten Lebensmittel kommen vorwiegend den Bedürftigen der sammelnden Verbände wieder zugute. Die Sammeltage laufen unter dem Motto „Caritative Verbände sammeln für das Winterhilfswer k". Vorgesehen ist eine Sammlung von hochwertigen Nahrungs- und Stärkungsmitteln, Wurstwaren, Kakao, Kaffee, Konserven usw.
Die unterzeichneten Stellen rufen die gesamte Bevölkerung in Stadl und kreis Gießen auf, sich auch dieser Sammlung nicht zu verfchliehen, sondern nach Kräften dafür zu geben.
Es soll damit erreicht werden, daß in jedem Orte die Kreise der vorwiegend verschämten armen, kranken und alten Volksgenossen zu Weihnachten zusätzlich unterstützt werden können.
Gez.: K l ö ß , Kreisführer des WHW.
Gez.: Regierungsrat Grein, Gießen, Rotes Kreuz
Gez.: Dekan Bayer, Gießen.
Gez.: Frau Michels, Gießen, Caritas- verband.
Gez.: Oberkirchenrat Wagner, Gießen, Innere Mission.
Gez.: Frau K r e u d e r, Gießen, Evangelische Frauenhilfe.
Gez.: Dekan Sattler, Wieseck.
Gez.: Dekan Schmidt, Grünberg. Gez.: Dekan Kahn, Lich.
Oie Sammlung der karitativen Verbände voml4.-^6 Oezemberin Gießen
Um eine einwandfreie Durchführung der von den caritativen Verbänden (Rotes Kreuz, Innere Mission, Caritas-Verband) veranstalteten Sammlung vom kommenden Samstag bis Montag in Gießen zu ermöglichen, ist es unbedingt erforderlich, daß die Sammler aus diesen Verbänden sich am kommenden Freitag, 13. Dezember, abends pünkt- l i ch 8.30 Uhr, auf dem Depot der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, Gießen, Kanz- leiberg, einfinden. An diesem Abend werden die Sammellisten für die einzelnen Blocks ausgegeben, sowie die näheren Anweisungen erteilt. Die Abwicklung der Organisation liegt in den Händen der Kreisführung des WHW. in Gießen.
Kreisführung des WHW. Gießen.
Die Tätigkeit der Gießener Polizei tm November
Von der Polizeidirektion Gießen wird uns nachstehendes berichtet:
Im Monat November 1935 gelangten 305 Anzeigen zur Bearbeitung, die sich auf folgende Straftaten erstreckten: Abtreibung 5, Auffindung von Kindesleichen 1, Bedrohung 3, Beleidigung 9, Betrug 33, Blutschande 1, Brand 7, Brandstiftung 2, Diebstahl 99, Diebstahl (Einbruch) 6, Erpressung 2. Erregung öffentlichen Aergernisses 2, Hausfriedensbruch 3, Hehlerei 2, Kindestötung 1, Körperverletzung 21, Kuppelei 1, Landstreicherei 1, Meineid 6, Mißbräuchliche Benutzung von Kraftwagen 3, Nichtablieferung von Heeresgut 1, Pfandbruch 1, Raub 2, Raubverdacht 1, Sachbeschädigung 6, Selbstmordversuch 1, Sichergestellte Fahrräder 9, Sittlichkeitsverbrechen 1, Tragische Ableben 2, Ueberfall 1, Unerlaubter Waffenbesitz 2, Unterhaltspflichtentziehung 1, Unterschlagung 23, Urkundenfälschung 3, Verausgabung von Falschgeld 6, Verdacht der Gewerbsunzucht 2, Vergehen im Amt 1, Vergehen gegen Reichsversicherungsordnung 1, Verführung 1, Vornahme unzüchtiger Handlungen 3, Widerstand 2, Widernatürliche Unzucht 1. Ferner wurden 3 Vermißte zur Nachforschung auf- gegeben.
Wegen Uebertretungen, insbesondere der Reichsstraßenverkehrsordnung wurden 539 Personen (Vormonat 640 Personen) zur Anzeige gebracht
Im Berichtsmonat ereigneten sich 39 (52) Verkehrsunfälle. Es waren daran beteiligt: Personenkraftwagen 19, Lastkraftwagen 8, Krafträder 2, Straßenbahn 1, Fuhrwerk 1, Fahrräder 7. Es kamen dabei 13 (20) Personen zu Schaden. Hiervon wurden 9 Personen leicht und 4 Personen — darunter 1 Kind — schwer verletzt. Das Kind ist an den Folgen der Verletzung gestorben. Aus dieser Gegenüberstellung ist erkennbar, daß die Bestimmungen der neuen Reichsstraßenverkehrsord- nung von den einzelnen Fahrern mehr als seither eingehalten und befolgt worden sind. Die Verkehrspolizeibeamten, die in erster Linie aufklärend, ver
warnend und bei Verstößen gegen die Reichsstraßenverkehrsordnung anzeigend vorgehen, werden auch weiterhin scharf auf den Verkehr achten und somit dazu beitragen, daß der gerade auch für Gießen rege Kraftwagen- usw. Verkehr ihm Interesse des Volksganzen in geregelte Bahnen geleitet und so Wegbereiter dazu wird, die Verkehrsunfälle immer seltener werden zu lassen.
Für den Stadtbezirk Gießen wurden 32 neue Führerscheine für Kraftfahrzeuge ausgegeben, ferner wurden 10 Waffenscheine und ein Waffenerwerbsschein beantragt.
Die hier befindlichen Gewerbebetriebe wurden kontrolliert, und zwar: Metzgereibetriebe 14, Erzeugnisse der Margarinefabriken und Oel- mühlen 27, Kontrolle der Milchhändler in bezug auf Ausweise 26, Kontrollen der Preise für Speiseöl und Fette nach der neuen Anordnung 77, Kontrollen hinsichtlich Preisfestsetzung für Speisezwiebeln nach der neuen Anordnung laufend, Brotgewichtskontrollen 14, bei sämtlichen Bäckermeistern in der Stadt Gießen wurden je drei Milchbrötchen zwecks Untersuchung erhoben 43, allgemeine Revision der Betriebe in bezug auf Einhaltung der Arbeitsordnung 16, Revision der Baustellen in bezug auf Anlegung und Unterhaltung von Unterkunftsräumen und Aborten 10, Revision der in der Stadt Gießen befindlichen Aufzüge und deren Einrichtung 25, Kontrolle der Althändler und Trödler in bezug auf Buchführung 12, Milchkontrollen mittels Lac- todensimeter in der Milchzentrale vor der Abgabe 286 Kannen. Wegen vorgekommener Verstöße gegen die gewerbe- und nahrungsmittelpolizeilichen Verordnungen mußten 14 (10) Anzeigen erhoben werden.
Die Bewegung der Einwohnerschaft unserer Stadt für den Monat November 1935 drückt sich in folgenden Zahlen aus: Neu zugezogen sind 48 Familien mit 136 Personen, sowie 677 alleinstehende Personen, zusammen 813 Personen. Von Gießen fortgezogen sind 49 Familien mit 134 Personen, sowie 427 alleinstehende Personen.
Oas Weihnachtsgeschenk.
Dom guten und richtigen Schenken?
Kon August Hinrichs
Für uns Kinder begann das Weihnachtsfest immer schon einige Wochen vorher, wenn plötzlich die aute Stube verschlossen war. Nicht, daß wir sie ent- oehrt hätten, denn alles Leben trug sich bet uns winters wie sommers dukch nur in der kleinen Wohnstube zu, wo wir fünf Kinder samt den Eltern freilich dicht genug aufeinander faßen. Aber jetzt war soaar das Schlüsselloch mit Papier verstopft, und Die grauweiß gestreiften Gardinen vor den beiden Fenstern waren dicht heruntergezogen.
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Und damit begann für uns alle die herrlichste Zeit — das Enkaufen und Vorbereiten.
Viel einzukaufen gab's freilich nicht, wenn wir die Pfennigstücke aus unseren Sparbüchsen zusammenzählten, tarnen immer nur einige Groschen heraus. Aber es gab wochenlange Wonne, sich auszumalen, was alles — neben der Stange echt Nordhäuser Kautabak zu zehn Pfennig für den Vater — mit diesem Geld für die Mutter wohl zu beschaffen wäre. Höhepunkt aller Freuden dieser Zeit war jedoch, wenn die Mutter uns beiden mittleren Brüder am Abend einmal mit in die Stadt nahm, um einzukaufen. Rechts und links hingen wir an ihren
Armen und schleppten sie von einem Schaufenster zum anderen, um ihr all unsere brennenden Wünsche auch richtig vor Augen zu führen.
Die Gute — heute weiß ich, daß sie damals vor manchem Weihnachtsfest nicht soviel Markstücke wie Finger an einer Hand besaß, wenn sie für all ihre Sieben einkaufen ging. Aber sie ließ es uns niemals merken und bestaunt fröhlich die blitzenden Dampfmaschinen und richtigen Eisenbahnzüge, die wir ihr genau vor Augen führten, um jeglichen Irrtum auszuschließen. Wir haben sie nie bekommen. Aber wie sie es fertig brati)te, daß dennoch feiner am Heiligabend enttäuscht war, daß alle Jahre wieder dieselbe Seligkeit herrschte, trotz der fehlenden Dampfmaschine und der richtiggehenden Eisenbahn, ja, das ist eben das Wunderbare.
Sie wußte um das Geheimnis vom guten und richtigen Schenken, und das ist leider eine seltene Gabe.
Es ist einfach, mit vollem Beutel durch die Läden zu schlendern und dies oder das, was just in öie Augen sticht, auszuwählen. Schwieriger ist's schon, wenn der Beutel nur Ijalb gefüllt ist und alle schönen Dinge zu teuer sind. Da greift mancher zu billigen Schlagern, die „was hergeben" und doch jeden Beschenkten enttäuschen.
Die Kunst ist eben, das zu kaufen, was man auf- fpüren muß. Da find tausend stille Werkstätten in den Nebenstraßen am Werk, tausend geschickte Hände muhen sich, kleine kunstvolle Dinge zu schaffen, die eben nicht tausendmal, sondern nur einmal entstehen, jedes für sich gerade zu besonderem Zweck und für einen besonderen Menschen. Sei es eine winzige Spange, ein Leuchter, ein Buchdeckel, ein Schal, ein Aschenbecher ober ein Stück Möbel — Schmuck oder Hausrat — jedes bekommt durch die Hände, die es schaffen, feine persönliche Note.
Charaktervolle Menschen sind anspruchsvoll m ihren Geschenken. Nicht, daß sie teuer sein sollen. Aber ein Ding, das täglich in ihrer Umgebung ist, soll ihrem Wesen entsprechen. Und wenn es noch so klein und bescheiden sich darstellt, es muß etwas Besonderes fein, etwas, das nicht genau so in hunderttausend Häusern zu finden ist, sondern gerade nur hier. Es muß ein Gesicht haben, das einem vertraut wird wie das Gesicht eines guten Bekannten, das ja auch nur einmalig ist — bedenke, wie langweilig es wäre, dies Gesicht tausendfach auf der Straße zu sehen!
Wer sich die Mühe macht, solche Dinge zu schenken, tut dreimal recht!
Zum ersten macht er dem Beschenkten, dessen Art und Wesen er freilich vorsichtig «usspüren muß, eine wirkliche und dauernde Freude, die ihn bereichert.
Zum zweiten gibt er dem schwer ringenden Handwerk — und besonders den schöpferisch gestaltenden Handwerkern — Arbeit und Brot: viele von
ihnen arbeiten zunächst bescheiden abseits vom großen Markt, ganz in der Stille, nur ihrem Werk zugetan; sie drängen sich nicht auf, man muß sie schon suchen.
Zum dritten hilft er zu feinem Teil mit am Bau einer neuen deutschen Kultur, die auch das Kleine erfassen will. Fast in jedem Haus finden sich von der Großmutter her kleine Andenken: eingelegte Kästchen, schöngeschmiedete Schmuckstücke, kunstvolle Web- oder Stickarbeiten, Zinn- oder Messinggerät — einst liebevoll auf Bestellung gefertigte Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke, die jeder in Ehren hielt.
Man braucht nicht immer viel Geld, um gut und richtig zu schenken, man muß nur ein Herz dazu haben!
Schöffengericht Gießen.
Wegen Bedrohung wurde der H. K. aus Aulen- Dlebach zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Auf die Strafe werden ihm 2 Monate und 2 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet. Der Angeklagte, der bereits vorbestraft ist, bedrohte am 22 September feinen Stiefbruder mit dem Tode
Der Sch. beleidigte durch unzüchtige Handlungen in fünf Fällen weibliche Personen. Er wurde an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 20 Tagen zu 10 0 Mark G e 1 d st r a f e verurteilt. Zugleich wurde zwei der Beteiligten die Befugnis zugesprochen, den entscheidenden Teil des Urteils durch einmaligen Aushang binnen einer Woche nach Rechtskraft des Urteils an der Ortstafel bekanntzumachen.
Wegen Urkundenfälschung wurde der H. B. unter Annahme mildernder Umstände zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Am 17 Juli brachte der Angeklagte sechs Ferkel auf den in Lich stattfindenden Markt Um Alter und Herkunft der Tiere nachzuweisen, legte er dem kontrollierenden Gendarmeriemeister ein altes Ursprungszeugnis vor, das er gefälscht hatte. Aus diese Weise wollte der Angeklagte die Gebühr für ein neues Zeugnis in Höhe von 20 Pf. sparen.
Der L. B aus Schlitz wurde wegen tätlicher Beleidigung eines Mitgliedes des Frauenarbeitsdienstes zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Beleidigten wurde Publikationsbefugnis zuaesprochen
Wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruches wurden der K H zu 6 W o ch e n und 3 Tagen sowie der H. O. zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt.
Der Abschied vom Bauern.
Die Landjahrpflichtigen im Gau Hessen- Nassau kehren zurück.
Der Abschied eines Großstadtjungen von dem Bauern, bei dem er sein Landjahr verbrachte. (DNB. - Heimatbilderdienst, Photo: Spannring.)
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„Muß i denn, muß t denn..." heißt es in den nächsten Tagen für die jungen Landjahrpflichtigen im Gau Hessen-Nassau. Ihr „Jährchen" von acht Monaten ist vorüber. Schneller als sie dachten, sind die Wochen und Monate im Landjahrlager und beim Bauern dahingeschwunden. Nun geht es wieder zu Muttern nach Hause, ins Rheinland, nach Westfalen und nach den anderen Gegenden unseres Vaterlandes. Aber auch die Jungen aus den Städten unserer engeren Heimat, die nach dem Norden des Reiches zum Landjahr eingezogen waren, kehren in den nächsten Tagen wieder nach Hause zurück.
Der Abschied vom Bauern ist bereits gefeiert worden. Wie zu Hause waren die Jungen bei ihm. Erntearbeit und Erntedankfest haben sie gemeinsam erlebt, Land und Stadt haben sich ausgezeichnet zusammengefunden und verstanden.
Und das Leben im Landjahrlager? Es war eine Kameradschaft, wie man sie sich schöner nicht hätte denken können. Aus den schmalen und blaffen Großstadtjungen sind in den verflossenen acht Monaten stramme junge Männer geworden. Zum Teil kennt man sie nicht wieder. Wie wird Mutter staunen, wenn sie ihren Jungen wiedersieht
Fiel manchem der Abschied von Muttern einst bei der Reise ins Landjahr schwer — schwerer noch wird manchem Landjahrjungen jetzt der Abschied von dem Landjahrlager und vöm Bauern fallen.
Junges Mädchen vermihi
LPD. Frankfurt a. M , 11. Dez. Seit dem 2. Dezember d. I. wird das 15jährige Hausmädchen H e l e n e Blecher aus Frankfurt a. M., Fnesengasse 23, vermißt. Es wurde an diesem Tage zuletzt gegen 14 Uhr von einem Bekannten auf der Ginnheirner Höhe gesehen. Beschreibung: 1,70 Meter groß, breitschultrig, hat hellblondes Haar und gesunde Gesichtsfarbe. Die Vermißte war ohne Kopfbedeckung, trug braunen Ripsmantel, älteres blaues Kleid, braune Strümpfe und schwarze Halbschuhe. Sachdienliche Mitteilungen sind an die Vermißtenstelle im Polizeipräsidium Frankfurt am Main oder jede andere Polizeidienststelle zu richten


