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und legte zugleich im Namen der Deutschen Derma­tologischen Gesellschaft einen Kranz nieder.

Dem Förderer und Vorkämpfer auf dem Ge­biete der Tuberkulosebekämpfung sagte sein Amts­nachfolger, der jetzige Direktor der Universitätsklinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten Professor Dr. Schulze, letzten Gruß.

Für den hessischen Landesverein zur Bekämpfung der Tuberkulose (Heilstättenverein) überbrachte Ober­regierungsrat Dr. Heinemann dem Mitbegrün­der und unermüdlichen starken Förderer eine letzte Dankesbezeugung. 1913 schuf er die erste Lupus- Heilstätte im Reich, und wenn diese weit über die Grenzen des Vaterlandes hinaus an Bedeutung und Ansehen gewonnen hat, wenn unermeßliche Erfolge dem Volke zum Nutzen gereichten, dann waren sie das Werk dieses Wissenschaftlers, vor dessen edler Menschlichkeit wir uns in Ehrfurcht beugen.

Nachdem Pfleger L e ß noch für die Gefolgschaft der Heilstätten, Oberarzt Dr. Starke für das Eleonorenheim" in Winterkasten und Prof. Dr. Fischer für den ehemaligen Akademischen Gesang­verein München und dessen Philisterverband Kränze niedergelegt hatten, widmete der Präsident der Hessischen Landesversicherungsanstalt Dr. Emmer­ling (Darmstadt) dem Verstorbenen ebenfalls herz­liche Dankesworte. Die Studentenschaft ließ durch den stellvertretenden Studentenführer Frank, die Medizinische Fachschaft durch Herrn Müller dem Lehrer und Freund die letzten Ehren erweisen.

Das Lied vom guten Kameraden beendete die Feier. Auf der letzten Fahrt zur Grabstätte gab auch der Landesführer des NS.-Aerztebundes Dr. Ende (Darmstadt) dem Entschlafenen das Ehren­geleit.

Am Grabe sprach Professor D. Dell die Schluß­gebete, ein Vertreter der Alters-Vereinigung 1870/ 1920 legte noch einen Kranz nieder.

Nicht so hastig!

So früh ist es in diesen Dezembertagen schon dunkel und neblig und es bläst einem ein unfreund­licher, beißend kalter Schneewind ins Gesicht! Man eilt sich, wenn man Besorgungen zu erledigen hat. Und so hasten wir mit mürrisch-unzufriedenem Sinn an unserem Glück vorbei.

Der Weihnachtsmann ist zum braunen Glücks­mann geworden. Und er bietet viel mehr, als so ein gewöhnlicher Weihnachtsmann an Gaben zu ver-

Ls sollte für dich ein Bedürfnis fein, einem bedürftigen Volksgenossen eine Weihnachts- freude zu bereiten. Spende darum ein Weih- nachtspaket für das WHW. oder übernimm eine Patenschaft!

schenken hat. Er schenkt mit dem Verkauf brauner Lose das Unterpfand für die wirtschaftliche Wohl­fahrt unseres ganzen Vaterlandes. Jedes kleine Los trägt dazu bei, daß Mittel für die Arbeitsbe­schaffung gewonnen werden. Schon fünfmal hat das deutsche Volk bewiesen, daß es den Wert dieser einzigartigen Lotterie, die sich als LeitwortHilfs­bereitschaft für die ganze Volksgemeinschaft" ge­geben, richtig erkannt hat. Nun wollen wir auch dieser sechsten Lotterie unsere Mithilfe nicht ver­sagen, denn damit schenken wir dem ganzen Volke und uns selbst das größte Glück.

Das Arbeitsbeschaffungslos bringt neben der Ar-, beitsbefchaffung noch Weihnachtsfreude und die j Möglichkeit eines Gewinnes! Zwei Hauptgewinne zu je 50 000 Mark!Zwanzig Prämien zu je 2500 Mark" 50 Gewinne zu je 1000 Mark! Und eine große Menge weiterer Gewinne. Jeder wird sich freuen, noch vor dem Christfest so ein Glückslos in Händen zu halten.

Der Weihnachtstisch ist erst dann vollständig, wenn er um diese Gabe reicher geworden ist!

Gießener Dochenmarktpreise

* Gießen, 12. Dez. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, das Pfund 1,60 Mk., Molkereibutter 1,55 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, inländische, unge­zeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 8 bis 12, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 8 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 10 bis 15, Rosen­kohl 20 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 7, Kartoffeln 4, Aepfel 10 bis 30 Pf., der Zentner 10 bis 30 Mk., Birnen, das Pfund 20 bis 25 Pf., Nüsse 45 bis 55, junge Hähne 90 Pf. bis 1,10 Mk., Suppenhühner 75 bis 80 Pf., Gänse 1 bis 1,10 Mk., Enten 1 bis 1,10 Mk., Blumenkohl, das Stück 10 bis 50 Pf., Salat 8 bis 10, Endivien 5 bis 12, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 5 bis 25 Pf.

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** D i e Reifeprüfung bestanden. Am ' hiesigen Landgraf-Ludwig-Gymnasium haben gestern 7 Abiturienten die Reifeprüfung bestanden. Für diese Schüler wurde die Prüfung in diesem Jahre zum ersten Male früher als sonst vorgenommen, da die jungen Leute am 1. Januar 1936 in den Arbeitsdienst eintreten, um am 1. April 1936 als Offizieranwärter in den Heeresdienst zu gehen.

** Verkehrsunfall. Am gestrigen Mittwoch Gegen 19.30 Uhr ereignete sich in der Nähe der Wel­tersburg ein Verkehrsunfall, bei dem zum Glück nur Sachschaden entstand. Ein Lastauto aus Gießen, das mit Feldbahnmaterial (Schienen und Feldbahn­wagen) beladen war, passierte bei der Wellersburg einige dort stehende Personenwagen. Im Augenblick des Vorbeifahrens kam die Laduna des Lastautos ins Rutschen, und ein Teil des Feldbahngeräts fiel auf die Personenwagen herab, die erheblich beschädigt wurden. Da die Personenautos unbesetzt waren, sind zum Glück Personen nicht verletzt worden.

** Die Behandlung unrichtig zuge - gangener Postsendungen. Bei dem Aus- händigen von Postsendungen, besonders bei ge­wöhnlichen Briefen, Postkarten und Drucksachen können trotz aller Vorsicht der Deutschen Reichspost Irrtümer vorkommen, deren Ursachen recht viel­fältig sind und nicht immer in der Unaufmerksam­keit der Zusteller oder Postausgabestellen liegen. Was macht nun der Empfänger mit Postsendungen, die nicht für ihn bestimmt sind? Solche Sendungen gibt er nicht unmittelbar an den richtigen Empfän­ger weiter, sondern, ohne sie zu öffnen, möglichst sogleich der Post zurück, damit diese die richtige Aushändigung veranlaßt. Dadurch erhält die Post auch von dem Sachverhalt Kenntnis und kann für die Folge etwaige Mängel abstellen. Hat ein Emp­fänger irrtümlich einen für ihn nicht bestimmten Brief geöffnet, so sollte er dies mit Namensunter­schrift auf der Rückseite vermerken

Oie karitativen Verbände sammeln.

Mit den zuständigen Spitzenorganisationen der Verbände der freien Wohlfahrtspflege (Rotes Kreuz, Caritas-Derband und Innere Mission) und der Reichsführung des WHW. ist vereinbart wor­den, daß die den Verbänden der freien Wohlfahrts­pflege angeschlossenen Mitglieder in den Tagen

vom 14. bis 16. Dezember eine Sammlung für das WHW.

durchführen. Die gesammelten Lebensmittel kom­men vorwiegend den Bedürftigen der sammelnden Verbände wieder zugute. Die Sammeltage laufen unter dem MottoCaritative Verbände sammeln für das Winterhilfswer k". Vorgesehen ist eine Sammlung von hochwer­tigen Nahrungs- und Stärkungsmit­teln, Wurstwaren, Kakao, Kaffee, Konserven usw.

Die unterzeichneten Stellen rufen die gesamte Bevölkerung in Stadl und kreis Gießen auf, sich auch dieser Sammlung nicht zu verfchliehen, sondern nach Kräften dafür zu geben.

Es soll damit erreicht werden, daß in jedem Orte die Kreise der vorwiegend verschämten armen, kranken und alten Volksgenossen zu Weihnachten zusätzlich unterstützt werden können.

Gez.: K l ö ß , Kreisführer des WHW.

Gez.: Regierungsrat Grein, Gießen, Rotes Kreuz

Gez.: Dekan Bayer, Gießen.

Gez.: Frau Michels, Gießen, Caritas- verband.

Gez.: Oberkirchenrat Wagner, Gießen, Innere Mission.

Gez.: Frau K r e u d e r, Gießen, Evange­lische Frauenhilfe.

Gez.: Dekan Sattler, Wieseck.

Gez.: Dekan Schmidt, Grünberg. Gez.: Dekan Kahn, Lich.

Oie Sammlung der karitativen Ver­bände voml4.-^6 Oezemberin Gießen

Um eine einwandfreie Durchführung der von den caritativen Verbänden (Rotes Kreuz, Innere Mis­sion, Caritas-Verband) veranstalteten Sammlung vom kommenden Samstag bis Montag in Gießen zu ermöglichen, ist es unbedingt erforderlich, daß die Sammler aus diesen Verbänden sich am kommenden Freitag, 13. Dezember, abends pünkt- l i ch 8.30 Uhr, auf dem Depot der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, Gießen, Kanz- leiberg, einfinden. An diesem Abend werden die Sammellisten für die einzelnen Blocks ausgegeben, sowie die näheren Anweisungen erteilt. Die Ab­wicklung der Organisation liegt in den Händen der Kreisführung des WHW. in Gießen.

Kreisführung des WHW. Gießen.

Die Tätigkeit der Gießener Polizei tm November

Von der Polizeidirektion Gießen wird uns nach­stehendes berichtet:

Im Monat November 1935 gelangten 305 Anzeigen zur Bearbeitung, die sich auf folgende Straftaten erstreckten: Abtreibung 5, Auffin­dung von Kindesleichen 1, Bedrohung 3, Beleidi­gung 9, Betrug 33, Blutschande 1, Brand 7, Brand­stiftung 2, Diebstahl 99, Diebstahl (Einbruch) 6, Er­pressung 2. Erregung öffentlichen Aergernisses 2, Hausfriedensbruch 3, Hehlerei 2, Kindestötung 1, Körperverletzung 21, Kuppelei 1, Landstreicherei 1, Meineid 6, Mißbräuchliche Benutzung von Kraft­wagen 3, Nichtablieferung von Heeresgut 1, Pfandbruch 1, Raub 2, Raubverdacht 1, Sachbe­schädigung 6, Selbstmordversuch 1, Sichergestellte Fahrräder 9, Sittlichkeitsverbrechen 1, Tragische Ableben 2, Ueberfall 1, Unerlaubter Waffenbesitz 2, Unterhaltspflichtentziehung 1, Unterschlagung 23, Urkundenfälschung 3, Verausgabung von Falschgeld 6, Verdacht der Gewerbsunzucht 2, Vergehen im Amt 1, Vergehen gegen Reichsversicherungsordnung 1, Verführung 1, Vornahme unzüchtiger Handlun­gen 3, Widerstand 2, Widernatürliche Unzucht 1. Ferner wurden 3 Vermißte zur Nachforschung auf- gegeben.

Wegen Uebertretungen, insbesondere der Reichsstraßenverkehrsordnung wurden 539 Per­sonen (Vormonat 640 Personen) zur Anzeige ge­bracht

Im Berichtsmonat ereigneten sich 39 (52) Ver­kehrsunfälle. Es waren daran beteiligt: Personenkraftwagen 19, Lastkraftwagen 8, Kraft­räder 2, Straßenbahn 1, Fuhrwerk 1, Fahrräder 7. Es kamen dabei 13 (20) Personen zu Schaden. Hiervon wurden 9 Personen leicht und 4 Personen darunter 1 Kind schwer verletzt. Das Kind ist an den Folgen der Verletzung gestorben. Aus dieser Gegenüberstellung ist erkennbar, daß die Be­stimmungen der neuen Reichsstraßenverkehrsord- nung von den einzelnen Fahrern mehr als seither eingehalten und befolgt worden sind. Die Verkehrs­polizeibeamten, die in erster Linie aufklärend, ver­

warnend und bei Verstößen gegen die Reichsstraßen­verkehrsordnung anzeigend vorgehen, werden auch weiterhin scharf auf den Verkehr achten und somit dazu beitragen, daß der gerade auch für Gießen rege Kraftwagen- usw. Verkehr ihm Interesse des Volksganzen in geregelte Bahnen geleitet und so Wegbereiter dazu wird, die Verkehrsunfälle immer seltener werden zu lassen.

Für den Stadtbezirk Gießen wurden 32 neue Führerscheine für Kraftfahrzeuge ausge­geben, ferner wurden 10 Waffenscheine und ein Waffenerwerbsschein beantragt.

Die hier befindlichen Gewerbebetriebe wurden kontrolliert, und zwar: Metzgereibetriebe 14, Erzeugnisse der Margarinefabriken und Oel- mühlen 27, Kontrolle der Milchhändler in bezug auf Ausweise 26, Kontrollen der Preise für Speise­öl und Fette nach der neuen Anordnung 77, Kon­trollen hinsichtlich Preisfestsetzung für Speisezwie­beln nach der neuen Anordnung laufend, Brotge­wichtskontrollen 14, bei sämtlichen Bäckermeistern in der Stadt Gießen wurden je drei Milchbrötchen zwecks Untersuchung erhoben 43, allgemeine Revi­sion der Betriebe in bezug auf Einhaltung der Ar­beitsordnung 16, Revision der Baustellen in bezug auf Anlegung und Unterhaltung von Unterkunfts­räumen und Aborten 10, Revision der in der Stadt Gießen befindlichen Aufzüge und deren Einrichtung 25, Kontrolle der Althändler und Trödler in bezug auf Buchführung 12, Milchkontrollen mittels Lac- todensimeter in der Milchzentrale vor der Abgabe 286 Kannen. Wegen vorgekommener Verstöße gegen die gewerbe- und nahrungsmittelpolizeilichen Verordnungen mußten 14 (10) Anzeigen erhoben werden.

Die Bewegung der Einwohnerschaft unserer Stadt für den Monat November 1935 drückt sich in folgenden Zahlen aus: Neu zugezogen sind 48 Familien mit 136 Personen, sowie 677 alleinstehende Personen, zusammen 813 Personen. Von Gießen fortgezogen sind 49 Familien mit 134 Personen, sowie 427 alleinstehende Personen.

Oas Weihnachtsgeschenk.

Dom guten und richtigen Schenken?

Kon August Hinrichs

Für uns Kinder begann das Weihnachtsfest im­mer schon einige Wochen vorher, wenn plötzlich die aute Stube verschlossen war. Nicht, daß wir sie ent- oehrt hätten, denn alles Leben trug sich bet uns winters wie sommers dukch nur in der kleinen Wohnstube zu, wo wir fünf Kinder samt den El­tern freilich dicht genug aufeinander faßen. Aber jetzt war soaar das Schlüsselloch mit Papier ver­stopft, und Die grauweiß gestreiften Gardinen vor den beiden Fenstern waren dicht heruntergezogen.

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Und damit begann für uns alle die herrlichste Zeit das Enkaufen und Vorbereiten.

Viel einzukaufen gab's freilich nicht, wenn wir die Pfennigstücke aus unseren Sparbüchsen zusam­menzählten, tarnen immer nur einige Groschen heraus. Aber es gab wochenlange Wonne, sich aus­zumalen, was alles neben der Stange echt Nord­häuser Kautabak zu zehn Pfennig für den Vater mit diesem Geld für die Mutter wohl zu beschaffen wäre. Höhepunkt aller Freuden dieser Zeit war jedoch, wenn die Mutter uns beiden mittleren Brü­der am Abend einmal mit in die Stadt nahm, um einzukaufen. Rechts und links hingen wir an ihren

Armen und schleppten sie von einem Schaufenster zum anderen, um ihr all unsere brennenden Wünsche auch richtig vor Augen zu führen.

Die Gute heute weiß ich, daß sie damals vor manchem Weihnachtsfest nicht soviel Markstücke wie Finger an einer Hand besaß, wenn sie für all ihre Sieben einkaufen ging. Aber sie ließ es uns nie­mals merken und bestaunt fröhlich die blitzenden Dampfmaschinen und richtigen Eisenbahnzüge, die wir ihr genau vor Augen führten, um jeglichen Irrtum auszuschließen. Wir haben sie nie bekom­men. Aber wie sie es fertig brati)te, daß dennoch feiner am Heiligabend enttäuscht war, daß alle Jahre wieder dieselbe Seligkeit herrschte, trotz der fehlenden Dampfmaschine und der richtiggehenden Eisenbahn, ja, das ist eben das Wunderbare.

Sie wußte um das Geheimnis vom guten und richtigen Schenken, und das ist leider eine seltene Gabe.

Es ist einfach, mit vollem Beutel durch die Lä­den zu schlendern und dies oder das, was just in öie Augen sticht, auszuwählen. Schwieriger ist's schon, wenn der Beutel nur Ijalb gefüllt ist und alle schönen Dinge zu teuer sind. Da greift mancher zu billigen Schlagern, diewas hergeben" und doch jeden Beschenkten enttäuschen.

Die Kunst ist eben, das zu kaufen, was man auf- fpüren muß. Da find tausend stille Werkstätten in den Nebenstraßen am Werk, tausend geschickte Hände muhen sich, kleine kunstvolle Dinge zu schaffen, die eben nicht tausendmal, sondern nur einmal ent­stehen, jedes für sich gerade zu besonderem Zweck und für einen besonderen Menschen. Sei es eine winzige Spange, ein Leuchter, ein Buchdeckel, ein Schal, ein Aschenbecher ober ein Stück Möbel Schmuck oder Hausrat jedes bekommt durch die Hände, die es schaffen, feine persönliche Note.

Charaktervolle Menschen sind anspruchsvoll m ihren Geschenken. Nicht, daß sie teuer sein sollen. Aber ein Ding, das täglich in ihrer Umgebung ist, soll ihrem Wesen entsprechen. Und wenn es noch so klein und bescheiden sich darstellt, es muß etwas Besonderes fein, etwas, das nicht genau so in hun­derttausend Häusern zu finden ist, sondern gerade nur hier. Es muß ein Gesicht haben, das einem vertraut wird wie das Gesicht eines guten Be­kannten, das ja auch nur einmalig ist bedenke, wie langweilig es wäre, dies Gesicht tausendfach auf der Straße zu sehen!

Wer sich die Mühe macht, solche Dinge zu schen­ken, tut dreimal recht!

Zum ersten macht er dem Beschenkten, dessen Art und Wesen er freilich vorsichtig «usspüren muß, eine wirkliche und dauernde Freude, die ihn be­reichert.

Zum zweiten gibt er dem schwer ringenden Handwerk und besonders den schöpferisch gestal­tenden Handwerkern Arbeit und Brot: viele von

ihnen arbeiten zunächst bescheiden abseits vom gro­ßen Markt, ganz in der Stille, nur ihrem Werk zugetan; sie drängen sich nicht auf, man muß sie schon suchen.

Zum dritten hilft er zu feinem Teil mit am Bau einer neuen deutschen Kultur, die auch das Kleine erfassen will. Fast in jedem Haus finden sich von der Großmutter her kleine Andenken: ein­gelegte Kästchen, schöngeschmiedete Schmuckstücke, kunstvolle Web- oder Stickarbeiten, Zinn- oder Messinggerät einst liebevoll auf Bestellung gefer­tigte Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke, die je­der in Ehren hielt.

Man braucht nicht immer viel Geld, um gut und richtig zu schenken, man muß nur ein Herz dazu haben!

Schöffengericht Gießen.

Wegen Bedrohung wurde der H. K. aus Aulen- Dlebach zu 3 Monaten Gefängnis verur­teilt. Auf die Strafe werden ihm 2 Monate und 2 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft ange­rechnet. Der Angeklagte, der bereits vorbestraft ist, bedrohte am 22 September feinen Stiefbruder mit dem Tode

Der Sch. beleidigte durch unzüchtige Handlungen in fünf Fällen weibliche Personen. Er wurde an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 20 Tagen zu 10 0 Mark G e 1 d st r a f e verurteilt. Zugleich wurde zwei der Beteiligten die Befugnis zugesprochen, den entscheidenden Teil des Urteils durch einmaligen Aushang binnen einer Woche nach Rechtskraft des Urteils an der Ortstafel be­kanntzumachen.

Wegen Urkundenfälschung wurde der H. B. unter Annahme mildernder Umstände zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Am 17 Juli brachte der Angeklagte sechs Ferkel auf den in Lich stattfinden­den Markt Um Alter und Herkunft der Tiere nach­zuweisen, legte er dem kontrollierenden Gendarme­riemeister ein altes Ursprungszeugnis vor, das er gefälscht hatte. Aus diese Weise wollte der Ange­klagte die Gebühr für ein neues Zeugnis in Höhe von 20 Pf. sparen.

Der L. B aus Schlitz wurde wegen tätlicher Be­leidigung eines Mitgliedes des Frauenarbeits­dienstes zu 2 Monaten Gefängnis verur­teilt. Der Beleidigten wurde Publikationsbefugnis zuaesprochen

Wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruches wurden der K H zu 6 W o ch e n und 3 Tagen sowie der H. O. zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt.

Der Abschied vom Bauern.

Die Landjahrpflichtigen im Gau Hessen- Nassau kehren zurück.

Der Abschied eines Großstadtjungen von dem Bauern, bei dem er sein Landjahr verbrachte. (DNB. - Heimatbilderdienst, Photo: Spannring.)

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Muß i denn, muß t denn..." heißt es in den nächsten Tagen für die jungen Landjahrpflichtigen im Gau Hessen-Nassau. IhrJährchen" von acht Monaten ist vorüber. Schneller als sie dachten, sind die Wochen und Monate im Landjahrlager und beim Bauern dahingeschwunden. Nun geht es wie­der zu Muttern nach Hause, ins Rheinland, nach Westfalen und nach den anderen Gegenden unseres Vaterlandes. Aber auch die Jungen aus den Städ­ten unserer engeren Heimat, die nach dem Norden des Reiches zum Landjahr eingezogen waren, keh­ren in den nächsten Tagen wieder nach Hause zurück.

Der Abschied vom Bauern ist bereits gefeiert worden. Wie zu Hause waren die Jungen bei ihm. Erntearbeit und Erntedankfest haben sie gemein­sam erlebt, Land und Stadt haben sich ausgezeich­net zusammengefunden und verstanden.

Und das Leben im Landjahrlager? Es war eine Kameradschaft, wie man sie sich schöner nicht hätte denken können. Aus den schmalen und blaffen Großstadtjungen sind in den verflossenen acht Mo­naten stramme junge Männer geworden. Zum Teil kennt man sie nicht wieder. Wie wird Mutter staunen, wenn sie ihren Jungen wiedersieht

Fiel manchem der Abschied von Muttern einst bei der Reise ins Landjahr schwer schwerer noch wird manchem Landjahrjungen jetzt der Abschied von dem Landjahrlager und vöm Bauern fallen.

Junges Mädchen vermihi

LPD. Frankfurt a. M , 11. Dez. Seit dem 2. Dezember d. I. wird das 15jährige Hausmäd­chen H e l e n e Blecher aus Frankfurt a. M., Fnesengasse 23, vermißt. Es wurde an diesem Tage zuletzt gegen 14 Uhr von einem Bekannten auf der Ginnheirner Höhe gesehen. Beschreibung: 1,70 Meter groß, breitschultrig, hat hellblondes Haar und gesunde Gesichtsfarbe. Die Vermißte war ohne Kopfbedeckung, trug braunen Ripsmantel, älteres blaues Kleid, braune Strümpfe und schwarze Halbschuhe. Sachdienliche Mitteilungen sind an die Vermißtenstelle im Polizeipräsidium Frankfurt am Main oder jede andere Polizeidienststelle zu richten