Zum Gemesterbeginn.
Reichsminister Rust fordert zur allgemeinen Teilnahme am studentischen Leistungskampf auf.
Berlin, 11. Nov. (DNB.) Reichsminister Rust hat an die deutschen Studenten folgenden Aufruf gerichtet:
„Zu Beginn des neuen Semesters richte ich an alle Studenten den dringenden Appell, den in diesem Semester zum ersten Male stattfindenden Reichsleistungskampf der Deutschen Stu- dentenfchaft durch freudige und rege Teilnahme zu einem vollen Erfolg zu führen. Die deutsche Jugend beweist durch ihre Teilnahme an dem Reichsberufswettkampf, daß sie bereit ist, gemeinsam mit dem deutschen Arbeiter der Faust im Kampfe um Deutschlands Aufstieg Höchst- leistungen zu vollbringen. Es ist eine Ehrenpflicht für die akademische Jugend, die ihr gestellten Aufgaben zu meistern. Jeder Student beweist durch Teilnahme am Reichsleistungskampf seinen Willen zur Mitarbeit am Aufstieg des nationalsozialistischen Staates."
Das erste Kameradschastshaus der HI.
Göttingen, 11. Roo. (DRB.) Hier wurde das erste Kameradschaftshaus der HI., das nach Auflösung der Korporationen entstanden ist, ge- wecht. Bannführer Heintz mann eröffnete die Wechestunde mit dem Hinweis darauf, daß die HI. mit der Errichtung dieses Mannschaftshauses für das Streben nach wahrer Volksgemeinschaft ein leuchtendes Vorbild gebe. Der Führer der Studenten, Bieckelmann, dem das Heim bisher unterstand, zeichnete in seinen Worten den Lebensstil, mit dem die junge studierende Mannschaft gegenüber den veralteten Korporationsidealen die Hochschule für sich erobern wolle und der in diesem Heim seine vollkommene Verwirklichung finden solle. Gebietsführer B l o m q u i st übernahm das Heim sodann für die HI. mit dem Hinweis darauf, daß noch viel Arbeit zu leisten sei, ehe das große Ziel erreicht sei, auf der Hochschule die wirklichen Führer des Volkes heranbilden zu können. Deshalb müsse das Kameradschaftsheim eine lebendige Zelle sein, in der die studierenden HJ.-Kameraden mit den jungen Arbeitern der HI. politisch und weltanschaulich ausgerichtet würden.
Prozeßbeginn gegen den Bischof von Meißen.
Berlin, 11. Roo. (DRB.) Am kommenden Donnerstag, dem 14. dieses Monats, beginnt vor der IV. Großen Strafkammer des Berliner Landgerichts der Prozeß gegen den 53jährigen Bischof von Meißen, Peter Legge, wegen Devisenver- gehens. Zusammen mit dem Bischof hat sich sein Bruder, der 46jährige Generalsekretär Dr. Theodor Legge aus Paderborn sowie der 47jährige Generalvikar Domherr Prof. Dr. Wilh. S o p p a zu verantworten. Wegen Begünstigung des Angeklagten Dr. Theodor Legge stehen ferner die 25 Jahre ölte Auguste Klein aus Paderborn und der 39- jährige Generalsekretär Wilhelm Freckmann aus Paderborn unter Anklage.
Meine politische Nachrichten.
Für die Kaiserlich Japanische Botschaft legte in München der stellvertretende Botschafter, Geschäftsträger Dr. I n o u 6, an einem der beiden Ehrentempel am Königsplatz einen Lorbeerkranz mit Widmung der Botschaft nieder.
Der Sicherheitsdirektor von Steiermark, ein Oberst tschechischer Abstammung namens Zelburg (er hieß früher Sivni), hat alle 17 Jugend gruppen des Deutschen Schulvereins Südmark a u f g e l ö st und verboten, da bei der im Mai in Graz durchgeführten Spendensammlung für den Deutschen Schulverein nicht alle Sammler das hierfür behördlich vorgeschriebene Abzeichen der Vaterländischen Front getragen hätten.
In Anwesenheit des Prinzregenten Paul, des gesamten Kabinetts und zahlreicher Mitglieder des Diplomatischen Korps, darunter des deutschen Ge- sondten von Heeren wurde die noch auf Reparationskonto erbaute g r o ß.e Donaubrücke in Belgrad dem Verkehr übergeben.
Kunst und Wissenschaft.
Oer Führer bei der Trauerfeier für Frau Förster-Nietzsche.
Der Führer und Reichskanzler nahm mit seiner Begleitung im Nietzsche-Archiv zu Weimar an der Trauer feier für die im 90. Lebensjahr verstorbene Schwester des Philosophen Friedrich Nietzsche, Frau Dr. h. c. Förster-Nietzsche, teil. Unter den Trauergästen bemerkte man auch den Reichsjugendführer Baldur von Schirach und Frau Winifred Wagner.
Die Reihe der Gedächtnisreden eröffnete Staatsminister a. D. Dr. Leutheußer, der als Vorsitzender der Stiftung „Nietzsche-Archiv" die Ver- oienste der Verstorbenen um die Wahrung des Geisteserbes ihres großen Bruders hervorhob. Dann sprach im Namen der Angehörigen Professor Dr. Adalbert Oehler, der u. a. den Führer bat, das Nietzsche-Archiv, das seine Gründerin verloren habe, unter seinen besonderen Schutz zu nehmen. Der Rektor der Universität Jena, Professor Meyer- Erlach, gedachte der wissenschaftlichen Verdienste von Frau Förster-Nietzsche, die Ehrendoktorin der Philosophischen Fakultät Jenas war. Im Namen der Reichsregierung und der Bewegung sprach Reichsstatthalter und Gauleiter ©nudel Mit tiefster Verehrung und Bewunderung habe der Führer immer wieder von dieser einzigartigen, edlen und großen deutschen Frau gesprochen. Das nationalsozialistische Deutschland werde das gewaltige geistige Erbe des großen Philosophen für alle Zeiten schützen und sich zu ihm bekennen.
Nach Beendigung der Trauerfeier legte der Führe r persönlich einen wundervollen Lorbeer
kranz mit Chrysanthemen am Sarge der Entschlafenen nieder. Weitere Kränze wurden von Reichsstatthalter S a u ck e l und im Namen der deutschen Juaend von Reichsjugendführer Baldur von ^chirach niedergelegt. Landesstellenleiter Brüsten uderbrachte eine Kranzspende im Namen von Reichsminister Dr. Goebbels, ferner wurden Kränze im Namen von Reichsminister Dr. Frick sowie von der thüringischen Staatsregierung und den Staatsministerien niedergelegt.
Studentisches Schulungslager auf der Dachenburg.
Auf der Wachenburg bei Weinheim wird ein Schulungslager eingerichtet werden, wo in den Oster- und Sommerferien Schulungskurse des Nationalsozialistischen Studentenbundes stattfinden. Nach der Auflösung des Weinheimer SC. und der Liquidation des Weinheimer AH.-Verbandes geht die Burg auf Grund eines im Jahre 1912 ab
geschlossenen Vertrages in den Besitz der Stadt Weinheim über. Es fand eine Besprechung des Hochschulreferenten der NSDAP., Reichsärzteführer Wagner, und des Reichsstudentenführers D e - r i ch s w e i l e r mit Oberbürgermeister Hügel statt. Danach wird im Fucbsenkeller eine Sporthalle eingerichtet. Ein Unterkunstshaus in der Nähe der Burg für die Kursteilnehmer läßt der sich auflösende Weinheimer AH.-Verband erstellen. Die Wachenburg, deren baulicher Zustand keine Veränderung erfahren wird, bleibt das ganze Jahr über der Oeffentlichkeit zugänglich.
Um die Schachwelkmeisierschafl.
Im Schachwettkampf um die Weltmeisterschaft zwischen Aljechin und Euwe endete die 17. Partie mit Remis. Der Stand des Wettkampfes ist: Aljechin 6, Euwe 5, remis 6.
Postflugzeug Marseille—Barcelona abgestürzk.
Das französische Postflugzeug Marseille—Barce» lona ist in der Nähe von Jstres abgestürzt. Dis dreiköpfige Besatzung wurde getötet. Die Maschine ist völlig zertrümmert.
Zwei Todesopfer eines Autounglücks.
Auf der Chaussee Schneidemühl—Großwittenberg ereignete sich ein schweres Kraftwagenunglück, bei dem zwei Personen getötet und eine Frau schwer verletzt wurden. Dor einem aus Richtung Schneidemühl kommenden Personenkraftwagen fuhr ein Radfahrer, der, ohne ein Zeichen zu geben, nach links in einen Feldweg einbiegen wollte. Trotz starken Bremsens konnte der Kraftwagenführer einen Zusammenstoß nicht vermeiden. Der Radfahrer wurde auf die Straße geschleudert und war auf der Stelle tot. Der Kraftwagen kam von der Fahrstraße ab und prallte mit Wucht gegen einen Baum. Der Fahrer, ein Architekt aus Schneidemühl, wurde sofort getötet, seine Ehefrau, die neben ihm saß, wurde mit einem schweren Schädelbruch in hoffnungslosem Zustand in das Schneidemühler Krankenhaus eingeliefert.
Der Tote im Auto.
Der König und die Monarchisten.
Schwierigkeiten der innerpolitischen Lage Griechenlands.
Von unserem ständigen C.R.-Äerichterstatier.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Athen, 7. November 1935.
König Georg II. von Griechenland, der durch eine fast einmütige Aeußerung des griechischen Volkes wieder aus seinen Thron zurückkehrt, den er auf Grund eines gefälschten Volksentscheides vom 13. April 1924 verlassen mußte, findet bei seiner Ankunft in Athen sicherlich keine leichte innerpolitische Lage vor. Zwar sind die republikanischen und veniselistischen Politiker jetzt von der Innenpolitik a u s g e s ch a l - tet; es besteht eine zum größten Prozentsatz aus fanatischen R o y a l i st e n bestehende Nationalversammlung, und die drei politischen Hauptchefs, die jetzt für die Uebernahme der Regierung in Frage kommen, sind alles eifrige Mitarbeiter an der Wiederherstellung des Königstumes gewesen. Aber darin liegt eben auch gerade die Schwierigkeit. In der Hauptsache wird die nächste Zukunft wohl ein heftiges Duell zwischen Ts al- d a r i s und Kondylis bringen. Tsaldaris verfügt über die parlamentarische, Kondylis über die wirkliche Macht. Und, wie die Dinge heute stehen, hat Kondylis alle Wahrscheinlichkeiten auf seiner Seite, aus diesem Duell als Sieger hervorzugehen.
Tsaldaris, ein äußerst liebenswürdiger und mit glänzenden Eigenschaften begabter Staatsmann, aufrichtig, ehrlich und in jeder Beziehung ernst zu nehmen, steht für heutige Zeiten viel zu tief mit seinen Gedanken und Ideen in der parlamentarischen Regierungsform, die heute auch für Griechenland als längst veraltet bezeichnet werden kann, zumindestens in der Form, wie sie noch im Augenblicke besteht. Tsaldaris ist die klassische und wohl auch die geeignetste Persönlichkeit für den Parlamentarismus. Aber ihm fehlen Entschlußkraft und eiserne Energie. Er liebt es, den Dingen freien Lauf zu lassen in der Hoffnung, daß sich die Angelegenheiten „von allein" regeln. Das Gegenteil hiervon ist der Regent und jetzige Ministerpräsident Kondylis. Ein echter „Wallensteiner", an die Führung der Waffe gewöhnt, der das Gehorchen und Befehlen gelernt hat, und dem langer Redeschwall und Zeitverluste für politische Auseinandersetzungen zuwider sind. Er kümmert sich wenig um seine Gegner. Sind sie ihm für feine Zwecke im Wege, dann weiß er sich ihrer zu entledigen.
Tsaldaris möchte die bestehende Nationalversammlung beibehalten und appelliert an den König und die Verfassung, wonach der König bei seiner Rückkehr demjenigen Parteichef, der das Vertrauen der Kammer genießt, mit der Regierungsbildung betrauen müsse. General Kondylis ist dagegen für sofortige Auflösung der National-Versammlung und hofft, vom König mit der Weiterführung der Regierungsgeschäfte betraut zu werden. Beide Wünsche sind erklärlich. Kondylis verfügt nur über wenige Abgeordnete, Tsaldaris dagegen beinahe über alle. Dagegen wendet Kondylis ein, daß sich die Auffassung des Volkes
Aus alli
geändert habe und daß er heute das Vertrauen des Volkes, wie sich das bei Volksversammlungen und beim Äolksentscheid gezeigt habe, besitze. Jedenfalls stelle die Nationalversammlung heute nur noch eine sehr einseitige und überholte Vertretung des Volkes dar. Das seien Gründe genug, vom Könige die Auflösung und schnellste Neuwahlen, die schon im Dezember stattfinden sollen, zu verlangen. Kondylis will die Stimmung, die durch den Volksentscheid im Volke zu seinen Gunsten sich gewendet hat, noch schnell ausnutzen, bevor sie verraucht oder durch andere für andere Zwecke ausgebeutet wird.
General Metaxas, der dritte im Bunde der Monarchisten und der Urheber der Staats- f o r m f r a g e, der somit eigentlich der wirkliche Wegbereiter der Wiedereinsetzung der Monarchie ist, hält sich im Hintergründe und dürfte eher zu einer Verständigung mit Tsaldaris als mit Kondylis bereit fein. Die parlamentarischen Kreise würden eine Koalitionsregierung begrüßen, doch stößt die Verwirklichung dieser Idee auf große Schwierigkeiten, da in diesem Falle ein „neutraler" Ministerpräsident ernannt werden müßte. Selbst wenn sich dieser finden ließe, so ist kaum anzunehmen, daß General Kondylis, der ja heute die gesamte Macht in feinen Händen hat, sich diese so ohne ro eiter es wird entwinden lassen.
So findet sich der König vor einer wenig beneidenswerten Lage. Tsaldaris steht wegen des Verhaltens des Generals am 10. Oktober, dem Tage des Sturzes der Regierung, in scharfer Opposition zu Kondylis und pocht auf die Verfassung, nach der er der rechtmäßige griechische Ministerpräsident zu fein hätte. Kondylis behauptet, daß die Verfassung dem Könige das volle Recht einräume, die „einseitige" Nationalversammlung aufzulösen. Dieser Auffassung tritt auch General Metaxas bei, der auch kein großes Interesse an der Nationalversammlung hat, in der er mit nur fünf Abgeordneten vertreten ist, ohne daß er deswegen aber zu Kondylis hält.
Nach den heutigen Voraussetzungen dürfte die Auffassung des Herrn Kondylis obsiegen und die von ihm gewünschte Auflösung vollzogen werden. Damit würde bei den Neuwahlen Kondylis mit einer neuen Partei, der „ Nationalen Vereinigung", vor das Volk treten und wahrscheinlich auf Kosten der Volkspartei des Herrn Tsaldaris Geschäfte machen. Jedenfalls kann die Volkspartei nicht mehr auf einen solchen Erfolg wie einst rechnen. Die republikanischen Führer werden voraussichtlich, und solange die nach ihrer Auffassung bestehenden „Unfreiheiten" vorhanden sind, die Politik nur als Zuschauer mitmachen.
Die alten Gegensätze zwischen Veniselisten und Monarchisten sind für diesen Augenblick ausgeschaltet. Dagegen tauchen als neue auf diejenigen zwischen Kondylis und Tsaldaris, und es ist interessant zu verfolgen, wie der König diese Gegensätze überbrücken wird.
?r Welt.
Schwarzwild im Schiffenberger Wald
Bei einer gestern vom Forstamt Schiffenberg im Schiffenberger Wald abgehaltenen Treibjagd wurde eine offenbar auf der Durchreise befindliche Rotte von sieben Stück Schwarzwild angetroffen. Zwei davon kamen zur Strecke, eines durch Herrn Dberforftmeifter Lipp (Gießen), eines durch Herrn Wilhelm W a l d f ch m i d t (Leihgestern).
Ein neues Klein-Flugzeug geschaffen.
Aus dem Mannheimer Flugplatz führte der schon vor dem Kriege bekannte Pionier der Luftfahrt, Dr. Hübner (Mosbach), ein neues Klein-Flugzeug vor, das durch feine Flugeigenschaften geeignet erscheint, den jungen Segelfliegern den lieber« gang zur Motorfliegerei zu erleichtern. Abgesehen von den hohen Kosten einer Motorflugschulung, die bei dem neuen Klein-Flugzeug ganz gering sind, gewinnt in der leichten Maschine, die ja alle Eigenschaften einer Segelmaschine hat, der junge Flieger viel leichter das Vertrauen in die Motormaschine. Der Motorsegler von Dr. Hübner ist als Doppeldecker gebaut und besitzt eine Spannweite von nur zehn Meter. Zum Antrieb dient ein 16-?8-Zweitakt- motor, welcher der Maschine eine Fluggeschwindigkeit von 50 bis 70 Stundenkilometer verleiht. Der Brennstoffverbrauch pro Flugstunde beträgt nur sieben Liter. Der 16jährige als Segelflieger ausgebildete Sohn Dr. Hübners flog die Maschine auf dem Mannheimer Flugplatz vor und zeigte hierbei deren hervorragende Flugeigenschaften.
Britischer Frachtdampfer bei den Philippinen gescheitert.
Der britische Frachtdampfer „Silverhazel" (3091 Tonnen) strandete auf der Fahrt von San Franzisko nach Manila an einem Felsen der be-
rüchtigten San Bernardino-Straße an der Süd- Küste der Insel Luzon und brach auseinander. Die Heckhälfte ist bereits gesunken. An Bord befanden sich 45 Mann und 5 Fahrgäste. Sie retteten sich auf einen kleinen Felsen. Mehrere Dampfer sind zur Hilfeleistung eingetroffen. Die Uebernahme der Gestrandeten war jedoch wegen der Gewalt der Strömung bis her unmöglich. Aus Manila wurde ein amerikanischer Zerstörer abgesandt. Eine unmittelbare Gefahr für die Schiffbrüchigen soll nicht bestehen.
Türkischer Küstendampfer gesunken. 79 Menschen ertrunken.
Aus Smyrna wird gemeldet, daß der türkische Dampfer „3nebohT beim Einlaufen in den Hafen von Smyrna gesunken ist. Von 190 Personen sollen nur 111 gerettet worden sein. 79 Personell sind ertrunken oder werden zur Stunde noch vermißt. Die „3nebolu“ ist ein kleines altes Schiff von etwa 1000 Tonnen, das dem türkischen Küstenverkehr dient. Das Schiff gehört der staatlichen türkischen Schiffahrtsgesellschaft. Rach noch unbestätigten Nachrichten soll sich das Anglück ereig- not haben, als der Dampfer bei schwerem Seegang die enge Einfahrt zum Hafen gewinnen wollte. Vom Hafendienst und von den im Hafen liegenden Schiffen wurde sofortige Hilfe gesandt. 3edoch vollzog sich die Katastrophe mit großer Schnelligkeit. Auf dem vollbesetzten Schiss brach eine Panik aus. Die Reisenden hatten sich bereits zur Ankunft in Smyrna gerüstet und drängten sich auf Deck und in den Gängen mit ihrem zahlreichen Gepäck zusammen. Weitere Einzelheiten liegen in 3stanbul noch nicht vor.
In Kassel fuhr dieser Tage vor dem Karlshospital ein Personenkraftwagen vor, dessen vier Insassen dem Aufsichtsbeamten erklärten, sie wollten einen Betrunkenen einliefern. Im Haus stellte sich dann aber heraus, daß der angeblich Betrunkene keinerlei Lebenszeichen mehr von sich gab. Durch den Arzt konnte nur noch der Tod festgestellt werden. Die vier Männer, die aus Helsen in Waldeck stammen und • n Kassel einen vergnügten Abend verbringen wollten, gaben an, den Eingelieferten auf der Straße zwischen Obervellmar und Niedervellmar aufgefunden zu haben. Der Tote trug keinerlei Papiere bei sich. Von der Kriminalpolizei wurden die Ermittlungen sofort ausgenommen.
2Uif dem Auto gegen einen Baum. — Zwei Tote, drei Schwerverletzte.
Im Mannheimer Stadtteil Feudenheim fuhr ein Personenkraftwagen aus noch nicht geklärter Ursache gegen einen Baum der Feudenheimer Allee. Der Fahrer, ein 18 Jahre alter Autoschlosser aus Mannheim, wurde herausgeschleudert und blieb t o t liegen. Ein neben ihm sitzender junger Mann wurde bei dem Anprall am Kopf so schwer verletzt, daß der T o d alsbald eintrat. Drei hinten im Wagen sitzende Mädchen erlitten schwere Verletzungen und mußten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet.
Schwerer Betriebsunfall in Osnabrück.
In den Osnabrücker Kloeckner-Werken ereignete sich ein schwerer Betriebsunfall, dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen. Zwei Maler waren mit dem Anstreichen einer Krananlage beschäftigt. Dabei haben die beiden wahrscheinlich einen herannahenden Kran nicht bemerkt und wurden von diesem ü b e r f a h r e n. Die Verletzungen der Arbeiter waren so schwer, daß sie kurze Zeit nach dem Unfall starben.
Das Holzscheit mit der Pulverladung.
Ein älterer Einwohner aus dem Eifeldorf Huntheim hatte aus Groll darüber, daß feine Nachbarn in einer Gerichtsverhandlung belastende Aussagen gegen ihn gemacht hatten, zwei Stücke Buchenscheitholz angebohrt, in jedes Bohrloch 50 Gramm Schwarzpulver geschüttet und das Holz dann auf den Holzstoß der Nachbarsfamilie gelegt. Die mit Pulver geladenen Stücke Brennholz tarnen dann später in dem Küchenherd zur Explosion, wobei jedoch glücklicherweise niemand ernstlich verletzt wurde. Nunmehr hatte sich der Uebeltäter wegen Verbrechens gegen das Sprengstoffgesetz zu verantworten. Während der Staatsanwalt auf drei Jahre Zuchthaus und zwei Jahre Ehrverlust plädierte, beurteilte das Gericht den Fall etwas milder und verhängte gegen den Angeklagten eine Strafe von IVs Jahre Zuchthaus.
Immer wieder Devisenschiebungen in Briesen.
Die Postüberwachungsstelle in Frankfurt a. M. hat in den letzten Tagen wiederum eine ganze Reihe von Briefen, in denen unerlaubter Weise Geld nach dem Ausland verschoben werden sollte, angehalten und beschlagnahmt. Es ist bezeichnend für diese Volksschädlinge, daß sie trotz aller Warnungen stets von neuem versuchen, auf diese Weise dem deutschen Volke Geld zu entziehen und sich zu bereichern. Die Namen der in Paris, London, Amsterdam, Brüssel, Barcelona, Lissabon, Wien, Lima, Prag, Mailand, Eindhoven (Holland) und Marokko sitzenden Empfänger lassen keinen Zweifel über die Rassezugehörigkeit der Absender. Insgesamt wurden in 14 Briefen und in einer Drucksache in den letzten Tagen 590 Mark in deutschem Gelde in Scheinen von 20 bis 100 Mark — in der Drucksache befanden sich 100 Mark —, 300 tschechische Kronen und 1 Pfund Sterling gefunden und zu Gunsten des Reiches für verfallen erklärt. Soweit eine Feststellung der Absender möglich ist, erfolgt natürlich außerdem noch ihre Bestrafung wegen Vergehens gegen die Devisengesetzgebung.
Zuchthausstrafen
für bulgarische Registermark-Schieberinnen.
Das Berliner Schnellschöffengericht verurteilte zwei Registermarkschieberinnen, die bulgarische Staatsangehörige Michailowa zu 3 Jahren Zuchthaus und 9000 Mk. Geldstrafe und ihre Tochter Dimitrova M a t o v a zu 2V2 Jahren Zuchthaus und 6000 Mark Geldstrafe. In fünf Monaten haben die beiden mit Hilfe gefälschter Pässe 17 000 Mark auf Registermarkfchecks abgehoben. Zweifellos ist der größte Teil dieser Summe durch mehrere Hintermänner über die Grenze ins Ausland verschoben worden. Ein Helfershelfer, ein Bulgare, der mit der Angeklagten Michailowa in wilder Ehe lebte, konnte ins Ausland flüchten. Vor Gericht kamen die beiden angeklagten Frauen mit den für Registermarkschieber üblichen Ausreden. Während die Mutter angeblich deutsche Aerzte in Anspruch nehmen wollte, begründete die Tochter ihre Uebersiedlung nach Berlin mit der Ausflucht, daß sie hier studieren — und ihren Stil als Schwimmerin verbessern wollte.
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