Ausgabe 
12.4.1935
 
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Wtnteryilfswerkorganisation geschaffen, die alle anderen Unternehmungen in der ganzen Ge­schichte in den Schatten gestellt hat. Wenn die Kritikaster sagen, daß wir das Geld vom Volke nahmen, so erwidern wir, daß wir es von irgend­woher nehmen mußten, umsomehr, als wir ent­gegen dem Widerstand der ganzen Welt trotzdem «ine deutsche Armee aufbauten. Wir wußten, ohne Macht kann unser Volk nicht leben und nickt existieren. Trotzdem ist Deutschland der sozialistischste Staat der Welt geworden. Wenn die sozialistischen Volksverführer von damals den Massen versprachen: Und es wird die Zeit kommen, da werdet ihr auf euren Schiffen die Weltmeere durchkreuzen, um euch an den Schön­heiten fremder Erdteile zu erfreuen, dann haben wir dieses Versprechen zur Wirklichkeit gemacht.

Darum steht das Volk hinter uns. Wenn Ar­beiter, Bauern und Soldaten heute in einer Front marschieren, wenn wir heute nur ein Deutschland haben, dem alle dienen, um sein Glück und seine Wohlfahrt zu sichern, so nur, weil alle gelernt haben, daß das Wohl des einzelnen nur ein Teil jener Summe von Wohlfahrt ist, die die Ration für das ganze Land bereitzustellen bereit ist.

Ausgestattet tnit dem Vertrauen des ganzen Volkes, konnten wir alle innerpolitischen Maßnahmen treffen, die notwendig waren. Wir haben das Reich geeinigt, die Parteien weggefegt, das Kulturleben befruchtet, ein deutsches Theater, einen deutschen Film geschaffen. Wir haben den 2000jährigen Traum eines ewigen Reiches zur Wirklichkeit gemacht. Jede föderalistische Tendenz ist aus dem deut­schen Denken entschwunden. Wenn heute die deutsche Ration der Welt gegenübertritt, so nicht durch das Sprachrohr von einem Dutzend Parteien; sie verlautbart sich durch den Mund eines einzigen Mannes.

Mit dieser seltenen Macht ausgestattet, sind wir an die Lösung der außenpolitischen Pro­bleme herangetreten, nüchtern und realistisch. Wir haben die Probleme so gesehen, wie sie lagen. Und daß dabei die Welt uns nicht mit Beifallklatschen begleitete, ist sehr verständlich. In der Welt liebt man jeden, der ein Repräsentant der deutschen Schwäche ist, und haßt man jeden, der Deutschland wieder ein neues Machtbewußtsein geben will. Herr Stresemann war in Paris außerordentlich be­liebt. Richt ohne Grund. Adolf Hitler ist in Pa­ris nicht beliebt; das gleicht sich wieder aus. Herr Stresemann, der in Paris beklebt war, war in Deutschland unbeliebt, und Hitler, der in Paris unbeliebt ist, ist in Deutschland beliebt. Wir muß­ten unsere erste Aufgabe darin sehen, den furcht­baren atemberaubenden Ring, der um Deutschland geschmiedet war, langsam aber sicher aufzulockern. Es war nicht einfach. Darüber durften keine lauten Reden gehalten werden. Es mußte alles mit einer weitsichtigen Vorsicht und Klugheit vorgenommen werden. Wir gaben der Welt von allem Anfang an zu verstehen, daß wir nicht mehr bereit seien, Deutschland als zweitklassig behandeln zu lassen. Und wir sagten weiter, wenn man das auf den Konferenzen versuchen werde, wir a u f diesen Konferenzen nichts zu suchen hätten. Die Welt war erstaunt, als wir aus unse­ren Erklärungen Ernst machten. Wir sagten weiter, wir gehen von Genf weg. Und wir sind weg­gegangen. Wir erklärten weiter, Deutschland müßte rüstungsmäßig gleichberechtigt jein. Die Welt sagte: Gleichberechtigt? Selbstverständlich. Aber moralisch. Wir sagten: Moralisch, sowieso. Moralisch haben wir uns niemals unterlegen ge­fühlt. Rein! Moralisch und militärisch. Ja, erklärte Paris, wenn ihr eine Armee aufbaut, dann wollt ihr also Krieg führen. Wieso? Es ist nicht unsere Absicht, Verträge zu brechen, wir wol­len nur, daß die anderen auch die Verträge halten.

Wir denken nicht daran, mit unserer Armee Krieg zu führen, es ist eine Armee des Frie­dens, der Ordnung, eine Armee der europäi­schen Sicherheit, und wir find der festen Ueber- zeugung, daß unsere Ideen, die Europa zum Segen gereichen sollen, in drei bis vier Jahren von jedem halbwegs gebildeten Europäer an den Schuhsohlen abgelaufen werden. Wir sind nicht so töricht, zu glauben, daß, wenn die Folgen des Krieges in ISjähriger Friedens­arbeit nicht zu beseitigen waren, dies durch einen neuen Krieg möglich sei.

Unser Wunsch und unsere Hoffnung ist, daß unser Werk nicht nur bis an unser Lebensende, sondern darüber hinaus bestehen bleibt. Wir müssen die Arbeitsschlacht gewinnen, wir müssen den soziali­stischen Charakter der deutschen Ration noch stärker fundamentieren als bisher, wir müssen die Reichs­reform bis zum letzten Ende durchführen, damit wir einen Staat und eine nationale Schicksals­gemeinschaft darstellen; wir müssen das soziale Le­bensniveau unseres Volkes heben und wir müssen in einem zähen Kampf auch der Ration wieder jene unveräußerlichen Lebensbedingungen zurück­erobern, auf die sie in der Welt auf Grund ihres Charakters, ihrer Qualität und ihrer Leistungen Anspruch erheben muh. Wenn manchmal der eine oder anoere den Kurs nicht ganz überschaut, so soll er rückblickend in die Vergangenheit schauen und er wird gewahren, wo oft er auch damals wan­kend geworden ist. Aus der Froschperspektive sehen sich die Dinge anders an als aus der Vogelperspektive. Denn es ist ja anders geworden. Wir erleben eine Romantik, die zwar nicht bronciert ist und deshalb nicht glänzt, aber eine Romantik, für die es sich'zu leben und zu arbeiten ver­lohnt. Ich bin der Ueberzeugung, daß, wenn es dem Führer gelingt, so wie er die Ration inner­politisch geeinigt hat, Deutschland nach außen hin seine volle und souveräne Sicherheit, seine mora­lische und effektive Gleichberechtigung zu geben, ihm Millionen von Menschen dafür danken und sein Name unsterblich im Büch der Geschichte ver­zeichnet sein wird.

Gauleiter Sprenger dankte dem Minister im Namen all derer, die hier begeistert seine Aufklä­rung entgegennehmen konnten. Seien Sie versichert, so wandte sich der Gauleiter an den Minister, so wie vor wenigen Tagen, als der Führer in unfern Gau kam, so wird es auch allezeit bei uns sein, wenn der Führer uns' ruft als Parteigenossen. Wir kommen zu ihm, wenn er uns ruft in irgendeiner Form. Wir werden mit ihm kämpfen. Unserm Führer Adolf Hitler ein dreifaches Sieg-Heil! Begeistert stimmte die Menge in den Ruf ein und sang bann das Horst-Wessel-Lied.

Der erste Tag der Konferenz von Gtresa.

Die britischen Staatsmänner legen ihre Austastung dar.

Die amtliche Verlautbarung.

strefa, 12. April. (DJIB.) Das von italienischer Seite am Donnerstagabend ausgegebene Cfommu- niqu 6 lautet:heute morgen um 11 Uhr hat im Musiksaal des Schlosses Borromeo die er sie eng- lisch-französifch-italienische Bespre­chung staltgefunden. Der Regierungschef Musso­lini hat den Vorsitz übernommen und hat die beiden Abordnungen herzlich begrüßt. Es waren anwesend außer den drei Ministerpräsidenten die Außenminister Laval und Simon, Vansitkart, Leger, Aloisl, Zuvich und andere hohe Funktionäre. Der englische M i n i st e r p r ä f i d e n t hat die Grundlinien der britischen Außenpolitik aufgezeigt. Im Anschluß daran hat Simon über die Reise nach Berlin und über den deutschen Standpunkt zum Ostpakt, zum Donau-Pakt, zum Luftpakt und zum Völkerbund Bericht erstattet. An jede der hier angeschnittenen Fragen hat sich eine vorläufige Erörterung angeschlosfen. Dann ist die Tages­ordnung festgelegt worden. Um 13.30 Uhr wurde die Besprechung unterbrochen. Die Sitzung wurde um 17 Uhr wieder ausgenommen. In der Rachmit- tagssihung haben die französischen Ver­treter die Gründe auseinandergefeht, die die französische Regierung veranlaßt haben, sich a n den Völkerbund zu wenden. Darauf hat man das Genfer Verfahren besprochen. Um 19.30 Uhr sind die Besprechungen beendet worden.

Ein englischer Bericht.

S t r e s a, 12. April. (DNB.) Von unterrich­teter englischer Seite wurde folgende Dar­stellung über den Verlauf des ersten Verhanbluntzs- tages gegeben: Es wurde vor allem von briti­scher Seite festgestellt, daß man alles tun werde, um die Solidarität unter den drei Mächten zu stärken. Es sei klar, daß England, Frankreich und Italien nicht getrennt werden könnten Sie müßten Zusammenhalten, um den Frieden zu sichern. Diese Solida­rität wurde von britischer Seite sehr ausdrücklich unterstrichen. Weiter gab Simon einen genauen Bericht über seine und Edens Reisen nach Berlin, Moskau Warschau und Prag. Hierbei wurde vor allem klar gemacht, daß die leitende Idee dieser Besuche nicht die war, Deutschland glauben zu machen, daß seine Handlungsweise vom 16. März von der englischen Regierung nicht unwidersprochen bleibe, sondern festzustellen, ob noch irgend­eine Hoffnung dafür vorhanden sei, daß Deutschland in ein gemeinsames Sy­stem zurückkehren werde. Die Leitidee Englands sei, ein kollektives Abkommen zu r Sicherung des Friedens zu erreichen. England glaube, daß der Völkerbund ein geeignetes Instrument sei, um den Frieden zu organisieren. Die kollektive Sicherheit müsse in jedem Falle erreicht werden. Hierbei wolle Eng­land mithelfen, soweit es dies könne.

Als weiteres englisches Ziel wurde bezeichnet, ein Abkommen über den Stand der Rüstungen zu erreichen nicht über Ab­rüstung und zwar durch ein bindendes, inter­nationales Dokument. England ist im übrigen auch mit der Kontrolle völlig einver- st a n d e n. Es wurde weiter von englischer Seite betont, daß die drei Staaten vollkommen im Ziel und im Prinzip überein stimmten, ob­gleich noch Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der an^uwendenden Methoden beständen. Diese Gegensäße erstreckten sich jedoch nicht auf das End­ziel.

Italienische Stimmen.

Mailand, 12. April (DNB. Funkfpruch).Cor- riere della Sera" überschreibt seinen Artikel über Stresa mit den Worten: Erste Klärungen". Um feine eigene Sicherheit nicht von Abmachungen abhängig zu machen, deren Wert durchaus zweifel­haft fei, habe es Italien als das beste gesunden, fick militärisch zu organisieren. Die Geschichte der letzten Zeit habe gezeigt, daß das Ergebnis einer Konferenz meistens darin bestehe, daß eine andere daraus hervorgehe. Und doch könne man nicht behaupten, daß diese Zusammen­kunft im ganzen unnütz sei. Denn eines sei gewiß: Aus der Konferenz von Stresa werde ein noch höher geachtetes Italien hervorgehen, das noch entschiedener bereit sei, zu handeln. Es sei durch die Haltung verschiedener Regierungen kostbare Zeit verloren worden. Zusammenfassend lasse sich über den ersten Verhandlungstag sagen, daß ein Gefühl von vertrauter Zu­sammengehörigkeit und Zusammen­arbeit geherrscht habe, das im Hinblick auf die zukünftigen Beschlüsse nicht überschätzt werde, aber auch nicht verschwiegen werden dürfe.

Popolo d'Jtalia" bringt einen offenbar von Mussolini s e l b st geschriebenen Artikel. Um allen Alarmmeldungen entgegenzutreten, heißt es darin, erscheine es nützlich, erneut zu bestärken, daß von Stresa nicht der Krieg ausgehen werde. Das solle aber nicht heißen, daß Stresa den ewigen Frieden sicherstellen werde. Dieser Friede hänge vor allem von jemand ab, der nicht in Stresa anwesend sei. Ein Kommunique werde herauskommen, daß den klein st en ge­meinsamen Nenner zwischen den drei Län­dern darstellen werde und nur allgemeiner und beratender Art sein könne. Man muß berücksich­tigen, daß manche grundlegende Frage von Stresa die drei Abwesenden, nämlich Deutschland, Rußland und Polen, angeht. Im Schachspiel des Ostens ist a l l e s n o ch i m F l u h. Es besteht keingeheimnisvoller italienischer Plan" Der italienische Plan ist folgender: Bis zur Klärung des Horizonts Aufrechterhal­tung einer ständigen Streitmacht von 600 000 Mann, Ausrüstung dieser Streitmacht mit den modernsten Waffen, Beschleunigung der Luft- und Seerüstungen. DieserPlan" ist uner­läßlich für die Garantie des Friedens. DieEr­kundungen", die Italien in den letzten Tagen ein­gezogen hat, haben zu diesem Schluß geführt.

Gio male d'Jtalia" stellt seine Ausfüh­rungen unter das Motto: Klarheit und Sicherheit in den Beziehungen mit Deutschland. Welchen Ge­brauch wird Deutschland von seinen wachsenden Rüstungen machen? Welche Ziele gibt es seiner offenkundigen expansionistischen Bewegung? Wel­cher Widerstand soll möglicherweis weiteren Kund­gebungen Deutschlands, die den Verträgen, der be­

stehenden Ordnung und den Grundsätzen des euro­päischen Gleichgewichtes zuwiderlaufen würden, entgegengefteüt werden? Darüber müsse Klarheit geschaffen, Stellung genommen und Verantwortung übernommen werden. Nichts wolle man dabei gegen Deutschland organisieren, und niemand denke dar­an, Deutschland zu isolieren oder es gar anzugrei­fen; man wolle nur Klarheit und Sicherheit, für die Gegenwart und für die Zukunft.

England halte weitere Besprechungen zu Vieren einschließlich Deutschlands noch für möglich und sei der Ansicht, daß alle mit der Sicherheit in Verbindung stehenden Aufgaben dem Völkerbunde übertragen werden könn­ten. Aber der Völkerbund könne, so wie er heute arbeite, die Sicherheit nicht garantieren. Die Sank­tionen des Artikels 16 hätten sich als unzurei­chend erwiesen. Die Furcht vor der rechtzeitigen

Uebernahme einer Verpflichtung begünstige das Heranreifen von Situationen, die später schwerere und unumgänglich gewordene Verpflichtungen mit sich bringen. Analog den Vereinbarungen Paris- Moskau und Mvskau-Praa wolle Frankreich an­scheinend in Stresa den gleichen Wea vorschlagen und mit Italien und England ähnliche Verträge schließen. Man suche nach Mitteln, die genauer, sicherer und sofort wirksam würden. Zwischen Frankreich und Italien bestehe heute zweifellos eine größere Verwandtschaft der Anschauungen, die naturgemäß auch zu einer größeren Annäherung hinsichtlich ihrer poli­tischen Aktion führten, wenngleich damit niemals die Tür für neue Möglichkeiten der Zusammen­arbeit in einer besseren Zukunft geschlossen werden solle.

England wünscht keine vorzeitige Bindung.

Keine neuen Verpflichtungen ohne vorherige Prüfung des deutschen Standpunkts

London, 11. April. (Reuter.)Wenn im Auslande an der Tatsache Kritik geübt wurde, daß die britische Regierung nicht mit einerstarken Erklärung" über b i e deutsche Politik hervorgetreten ist, so ist dies der Aufmerksamkeit in London nicht entgangen. Wie Reuter erfährt, wird die auf dem Festlande wahrzunehmende ernste Be­sorgnis voll gewürdigt und bis zu einem gewissen Grade auf dieser Seite des Kanals geteilt. Es herrscht keine Neigung, sich von der zur Zeit der Besprechungen mit Frankreich angenom­menen Haltung zu entfernen ober von ben be­reits eingegangenen Verpflichtungen abzu- aehen. Anberseits scheint man ber Auffassung zu jein, baß bie genauen Ziele unb A b - sichten ber beutschen Politik sehr wochl weiter untersucht werben könnten, bevor England Verpflichtungen erwägt, die w e i t über alles Geplante hinausgehen könnten."

In Uebereinftimmung damit erklärte Preß Association, die Entwicklung in Stresa werde von London aus in der Ueberzeugung beobachtet, daß die britische Regierung, was auch immer ein­treten möge, s i ch nicht auf neue Verpflich­tungen einlaffen werde. Deshalb sei die Re­gierung nicht in der Lage gewesen, eine Art war­nende Erklärung abzugeben, um die einige von Deutschlands Nachbarn nachdrücklichst in London ersucht hätten. Es sei der britischen Regierung nicht möglich, ohne eine neue Verpflichtung zu überneh­men, im voraus mitzuteilen, was sie im Falle eines Angriffes tun werbe. Naturgemäß teilten bie briti­schen Minister die Besorgnis, die durch Deutschlands Haltung entstanden sei, aber sie hätten trotz aller Enttäuschung noch nicht die Hoffnung auf­gegeben, daß Deutschland schließlich noch veranlaßt werden könnte, mit einigen seiner Nach­barn Abkommen auf Gegenseitigkeit abzuschließen. Die britische Regierung sei kei­neswegs der Ueberzeugung, daß Deutschland in die­ser Frage sein letztes Wort gesprochen habe. Falls jedoch eine weitere Erforschung ber schließlichen Ziele Deutschlanbs zu bem Schluß führen sollte, bah Deutschlanb nicht bereit sei, einen nützlichen Beitrag für bie allgemeine europäische Sicherheit zu leisten, bann werbe, barüber sei kein Zweifel, bie britische Regierung bie Bemühungen an»

derer Mächte billigen, unter sich eine der­artige gegenseitige Sicherheit ohne Deutschland zu schaffen. Aber England wolle entschieden jeden Schritt vermeiden, der die schon bestehenden Verpflichtungen vermehren würde.

Erhebliche MemimMerWedenheilen.

Stresa, 12. April. (DNB.) In englischen und amerikanischen Kreisen wird ber Vermutung Aus- bruck gegeben, baß bie Gegensätze zwischen ben brei Konferenzmächten am Donnerstag schärfer in Erscheinung getreten seien, als in ben offiziellen Verlautbarungen beutlich werbe. Es wird darauf hingewiesen, daß eine angebliche Einigung im Ziel und in den Grundsätzen noch wenig besage, wenn man sich über bie Wege nicht einig sei. Die Tatsache, baß sich bie Italiener offenbar am ersten Konferenztage entgegen ben ur» sprünglichen Erwartungen noch sehr zurückge­halten haben und baß ftattbeffexr bie engli­schen Minister führend in ben Gang ber 23er- hanblungen eingriffen, wird hier viel vermerkt. Man habe den Eindruck, daß die Engländer .sich durch diese Taktik von vornherein einen gewissen Vorsprung sichern wollten. Don englischer Seite sei anscheinend auch der Wunsch nach Rückführung Deutschlands in ben Völkerbunb sehr stark zum Ausbruck gebracht worben. Es soll in die­sem Zusammenhang von ihnen auch betont wor­den sein, daß man Deutschlandnicht vor den Kopf st o ß e n" dürfe. Demgegenüber soll von anderer Seite geltend gemacht worden sein, daß man Deutschland auch keinePrämie für Ver­tragsverletzungen" verleihen dürfe. Von englischer Seite scheine man auch den Gedanken entwickelt zu haben, daß es richtiger sei, an d i e Zukunft zu denken, als an den Fesseln der Vergangenheit zu haften. Die Verhandlungen gingen daher offen­sichtlich auch mehr auf das Ziel aus, zukünftige Verletzungen" der Friedensdiktate auszuschließen, als für bereits geschehene Rechenschaft zu fordern. Einigkeit hierüber scheine jedoch nicht zu bestehen, zumal die Franzosen an ihrer Klageschrift an ben Völkerbunb festhalten wollten. Es verlautet jedoch, daß das französische Memorandum vorsichtiger ab­gefaßt sei, als vielfach erwartet wurde.

Frankreich bevorzugt Militärbündnisse und Sanktionen.

London, 12. April. (DNB.-Funkspruch.) Der Sonderkorrespondent derTime s" in Stresa mel­det u. a., der erste Tag ber Konferenz sei im gro­ßen unb ganzen befriebigenb unb er­mutig e n b verlaufen. Es sei aber sicher, daß die Besprechungen vor Samstaa mittag nicht zu Ende sein werden. Der britische Pre­mier m i n i st e r habe erklärt, kein Land dürfe im Interesse seiner eigenen Politik glauben, daß Frankreich, Italien und Großbritannien bei ber Verfolgung ihrer Politik zur Sicherung bes Erle­bens Europas getrennt werben könnten. Groß­britanniens Stanbpunkt fei, baß ber Völker­bunb bie eine Organisation sei, burch bie 23er- hanblungen über ' internationale Vereinbarungen zur Sicherung bes europäischen Friebens geführt und durchgeführt werden sollten. Großbritannien sei bereit, seinen Beitrag für die kol­lektive Sicherheit in jeder möglichen Weise zu leisten. Es werde sich weiterhin um R ü - stungsbegrenzung unb internatio­nale Kontrolle bemühen. Der Premier­minister habe Nachbruck auf biefen Wunsch Groß­britanniens gelegt, Deutschlanb roieber im Völkerbunb z u sehen, habe aber auch deut­lich gemacht, daß die Türen nicht in einer Weise geöffnet werden dürften, die das europäische Ver­trauen erschüttern könnten.

Frankreichs Wunsch fei, endgültig sesizustellen, ob etwas und was im Falte eines neuen deutschen Verstoßes gegen ben Ver­trag getan werden würde. Die Franzosen dächten vor allem an wirtschaftliche und finanzielle M a ß n a h m e n. Bei der Auf- rollung dieser Frage werde die Konferenz in einen etwas schwierigeren Abschnitt eintreten. Der britische Wunsch sei, nichts zu tun, was Deutschlands Rückkehr in den Völkerbund erschweren würde. Die britische Delegation habe Feine Abneigung dagegen, dieseFrage der Sanktionen" gegen künf­tige Vertragsverletzungen mit der französischen Forderung in Verbindung zu bringen, Deutsch­land einer bereits begangenen Vertragsver­letzung schuldig zu erklären. Die Franzosen würden aber diesen Plan schwerlich aufgeben, wenn nicht die Konferenz ihren Wünschen in anderer Beziehung wesentlich entgegenkomme. Somit werde der Gang der Ereignisse in Genf sehr erheblich von den Gefchehniffen in Stresa abhängen.

AuchDaily H e r a l b" melbet aus Stresa, am Enbe ihres ersten Tages stehe bie Konferenz einer

heiklen unb schwierigen Lage gegen­über. Es bestehe eine ausgesprochene Meinungs­verschiedenheit über bie Deutschlanb gegen­über in Genf einzunehmenbe Haltung. Die fron- aiJorberung, baß auf ber Sondersitzung des bunbsrates eine Verurteilung von V e r t r a g s b ü ch e n" unb eine Anbrohung von wirtschaftlichen unb finanziellen Sanktionen für den Fallweiterer Vertragsverletzungen" ausge­sprochen werden solle, werde bei ben Engländern unb ben Italienern schwerlichUnterstützung finben, benn bie Annahme bieses Vorschlages würde Darauf hinauskommen, baß im Falle einer Ver­tragsverletzung dieselben Zwangsmaßnahmen zur 2lnroenbung gebracht werden würden, die in der Völkerbundssatzung nur für den Fall eines tatsächlichen Angriffes vorgesehen seien. Man sei darüber sich einig gewesen, daß eine bloße Erklärung des Völkerbunbsrates,der Friedens­vertrag sei verletzt worden", keinen Zweck hätte und daß eineStrafmaßnahme gegen Deutschland" nicht in Frage komme. Zwei Dinge seien not­wendig: 1. müsse das Sicherheitssystem durch Stärkung des Völkerbundes gekräftigt werden, indem eine Kollektivmaßnahme gegen einen Angreifer sicherer und überwältigender gemacht werde; 2. müsse es Deutschland ermöglicht werden, jetzt ober in ber Zukunft seinen Platz in biesem Kollektivsystem einzuneh' men. Jrgenbwelche Beschwerben, bie Deutschlcpid zu haben glaube, müßten einer sorgfältigen und teilnehmenben Erwägung sicher sein. In den nach' ften zwei Tagen werde vielleicht der Anfang einet solchen Politik wahrzunehmen sein, die dann in der nächsten Woche in Genf entwickelt und später viel­leicht zu einer großen Konferenz unter Einschluß Deutschlands führen würde. Bisher fei allerdings trotz aller anders lautenden Gerüchte von der Einberufung einer solchen Kon­ferenz noch nicht gesprochen worden.

Das pariser Echo.

Paris, 12. April. (DNB. Funkspruch.) In den ftanzösischen Berichten aus Stresa wird der Eindruck erweckt, als ob die französische Politik mit dem ersten Verhandlungstage recht zufrie­den fein könnte. Man hebt bie angebliche fron1 zösi s ch-i talienische Uebereinftimmung unb bie etwas entferntere Zustimmung Großbritanniens hervor unb verspricht für das Ende der Konferenz, die bis Samstag ober gar Sonntag dauernd könnte, schon jetzt eine Ei­nigung. Nach demMatin" habe der französische Außenminister in Stresa ben Standpunkt vertre­ten, in Zukunft müsse ber, der einen Vertrag ver­letzte, dem Angreifer gleichgesetzt uva

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