Ausgabe 
12.4.1935
 
Einzelbild herunterladen

öst-

der Polizei mit dem Gummi- ilanken Waffe von den kommu-

Straßenzüge von

lichen Stadtteil waren mehrere Gruppen der n a - tionalsozialistischen Bewegung (NSB.)

knüppel und der blanken nistischen Ansammlungen gesäubert. Da Bewohner der angrenzenden Häuser Anstalten machten, von Türen und Fenstern aus die Polizei bei ihrem Borgehen zu behindern, wurde unter mehrfacher Anwendung der Schußwaffe der Befehl erteilt, alle Türen und Fenster geschlossen zu halten. In dem Arbeiterviertel Jordaan wurde ein organisierter

ier in sichtlicher Erregung die Ausführungen Bor- cinsns für würdelos erklärte. Vorginon behaup- tete, daß die Militärpolitik des Kriegsministers ,anz auf die Bedürfnise Frankreichs abgestellt sei.

melt wurden.

Schwere kommunistische Ausschreitungen in Amsterdam.

Amsterdam, 11. April. (2)318.) Im

kommunistischer Ueberfall auf eine Wahlpropagandagruppe der Sozialdemokraten un-

i 200 Millionen Lire für Italiens Luftflotte.

Rom, 11. April. (DNB.) Nach einem Dekret, das in italienischen Reichsgeseßblatt vom Donnerstag veröffentlicht ist, werden für die voll ständige Erneuerung und Modernisierung der

damit beschäftigt, Wahlslugblätter zu verteilen. Kommuni st en versuchten, die Nationalsozia- lichen an ihrem Vorhaben zu hindern. Unter Mitwirkung von Ueberfallautos wurden mehrere

Belgiens Mitttärpoliiik.

scharfe Angriffe auf den Kriegsminister.

Brüssel, 11. April (DNB.) In der Kammer wurde der Haushalt des Ministeriums für Landes­verteidigung beraten. Der Berichterstatter, der katho­lische Abgeordnete Burlet, betonte, daß Belgien gegenüber jedem Lande unabhängig ei. Abgesehen vom Locarnovertrag hübe es keine militärischen Verpflichtungen gegenüber irgendeinem anderen Staate übernommen.

In der anschließenden Aussprache stand verschie­dentlich das umstrittene belgisch-französische Militärabkommen zur Debatte. Ohne Namen >u nennen, wurde auch auf die Enthüllungen des französischen Abgeordneten T a i t i n g e r ange- pielt. Kriegsminister Deveze erklärte auf die Frage eines flämischen Abgeordneten, ob Belgien außer der Garantieverpflichtung des Locarnopaktes koch andere militärische Beistandspflichten über­nommen habe, daß keiner fremden Armee in Durchmarschrecht durch Belgien ustehe. Der Locarnopakt sei durch keine diplv- natische Aktion abgeändert worden.

Der Vertreter der radikalen Flamen, Abg.

ihre Vervflichtungen in belgischer Währung abzu­tragen, so daß viele eingefrorene Gut­haben jetzt unerwartet a u f t a u e n. Die Angst­käufe sind abgeflaut. Die Regierung ist entschlossen, übertriebene Preissteigerungen zu unterdrücken. Sie vermehrte den Goldumlauf um 20 Millionen luxemburgische Franken. Weitere Emissionen im Gesamtbeträge von 100 bis 125 Millionen Franken sind vorgesehen. Daneben laufen noch etwa 600 Millionen Franken belgische Banknoten.

Mi Wanb woll- ! ! ber die sch», ; hren würde.

iiWtai.

J englischen uni Vermutung Aur fischen den dre 9 lchärfer b "den offizielle, wird daran ®tni9ung in 8en noch öeni: e.Dege nidji d>e Ätaliene,! entgegen den m ehr zurückge 'ew öie engls!

i Gang der 8® ' I r viel verwert e Engländers n einen gewiüc nglischer Seite ii 1 Rückführung lkerbund jch! en. Es soll in dir auch betont wci ndnicht do: )emgegenüber hi acht worden seii Prämie für e. Don englW edanken entwick-. n die 3ufünf: der Dergangenhe: ngen daher offen 15, jutünftifli i fe aii=juid}{iefcn, fjflt ZU fordern. . licht zu bestehen, agefchrrft an den verlautet jebod), n vorsichtiger ah« ourde.

Das ist das Reueste: wir haben serngesehen!

Besuch in der Fernsehstelle des Jieichspostmuseums in Berlin.

Choleste­rin« und I e c i th in­haltig bt

Vorginon behauptete, daß die Politik des kriegsrninisters antideutsch orientiert und daß 'P e l g i e n ein Vasall Frankreichs sei Die Politik des Kriegsministers werde von den Flamen nicht gebilligt. Die Versailler Gewaltpolitik ei gescheitert. Belgien sei aus dem Weltkriege mv- alisch gestärkt hervorgegangen, habe aber seine mo­ralische Stellung selbst abgeschwächt, u. a. durch !ie Einverleibung Eupen-Malmedys. Vorginon vurde von Kriegsminister Deveze unterbrochen.

Aus aller Wett.

Der Feuerwehrmann als Brandstifter. Jleun Jahre Zuchthaus.

Vor dem Schwurgericht in Zweibrücken hatte sich ein Feuerwehrmann wegen Brand st iftung zu verantworten. Der Angeklagte bewährte sich zunächst als diensteifriger Feuerwehrmann, der bei Bränden rafd) zur Stelle war und nach erfolgter Feuer­bekämpfung Brandwachen übernahm. Da hierfür Entschädigung bezahlt wurde, reifte in dem Ange­klagten der Gedanke, selbst Brände anzulegen. In verschiedenen Fällen brannten Scheunen, Stallungen und Wohnhäuser nieder. Der Angeklagte erschien stets an der Brandstelle und hals löschen. Endlich konnte die Verhaftung erfolgen. Vor dem Schwur­gericht gab der Mann seine Straftaten unumwunden zu. Er begründete sein Vorgehen damit, daß er in wirtschaftlicher Bedrängnis Geld verdienen wollte. Während der Staatsanwalt auf 15 Jahre Zucht­haus plädierte, lautete das Urteil auf neun Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust.

Brandstifter erhält vier Jahre Zuchthaus.

Das Schwurgericht in Kassel verhandelte gegen den 22jährigen Karl Sch. aus Wichmannshausen (Kreis Eschwege) wegen vorsätzlicher Brand- st i f t u n g. Am 29. Dezember 1934 brach in dem Erbhof Möller in Krauthausen (Kreis Rotenburg- Fulda) in der Scheune ein Brand aus, der zwei Scheunen völlig vernichtete, das Möllerfche Wohn­haus schwer beschädigte und ein anderes Wohn­haus leicht beschädigte. Sch. hatte aus Aerger über Auseinandersetzungen mit feinem Arbeitgeber das Feuer angelegt. Das Schwurgericht ging über den Antrag des Staatsanwalts hinaus und er­kannte wegen vorsätzlicher Brandstiftung auf vier Jahre Zuchthaus unter Anrechnung der Un­tersuchungshaft. Gleichzeitig wurden dem Ange­klagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren aberkannt.

Eine unmenschliche Mutter.

Die Kinder aus dem fahrenden Zug geworfen.

Von der Hagener Kriminalpolizei konnte ein schweres Verbrechen aufgeklärt werden, das sich am 8. April auf der Bahnstrecke Hohensyburg Hagen abgespielt hat. Die 31jährige Ehefrau Freundlich aus Paderborn, die mit ihrem neunjährigen Sohn und ihrem drei Monate alten Töchterchen im Personenzug nach Hagen fuhr, an­geblich um dort das Grab ihres ersten Mannes zu besuchen, hatte während der Fahrt die Abteiltür geöffnet und die beiden Kinder auf den Bahnkörper gestürzt. Um einen Unfall vor­zutäuschen, zog sie bald darauf die Notbremse und erklärte, daß die Kinder, während sie sich in der Toilette aufaehalten habe, offenbar beim Spielen die Tür geöffnet hätten und aus dem Zug gefallen seien. Der Knabe ist bald darauf infolge Schädel­basisbruches gestorben, während sein Schwe­sterchen noch in Lebensgefahr schwebt. Die un­menschliche Mutter wurde festgenommen und hat nunmehr gestanden, daß sie, angeblich wegen schlech­ter wirtschaftlicher Verhältnisse, gemeinsam mit ihren Kindern in den Tod gehen wollte, selbst aber nicht mehr den Entschluß zur Tat aufgebracht habe.

Dreister Raubüberfall auf einen Kaffenboten in Halle.

In der Königsstraße in Halle, etwa 75 Meter vom Reichsbankgebäude entfernt, wurde ein Feuerüberfall auf den 18 Jahre alten Kassenboten Martin Schmidt aus Halle verübt. Der Bote hatte int Auftrage der Bank für Land­wirtschaft 10 000 Mark abgeholt. Als er das Bank­gebäude verlassen hatte, wurde er von mehreren Männern überfallen und durch Kopfschüsse schwer verletzt. Die Täter entrissen ihm die Geldtasche und flüchteten in einem bereitgestellten Kraftwagen. Der Wagen, der das Kennzeichen HI A 1474 trug, dürfte die Richtung nach der tsche­chischen Grenze oder nach dem Süden einge­schlagen haben.

Hauseinsturz in Istanbul. Sechs Tote, zehn Verletzte.

In dem meist von Griechen bewohnten Stadtteil Jenischehir am Goldenen Horn in Istanbul ist ein dreistöckiges Holzhaus plötzlich e t n g e st ü r z t. Da

n Lage gess jeneTleinungi Deutschland U altung Die fr

Sondersitzung» rteilung ie Androhung» Sanktionen sm- Regungen" a* >i den Englam- Unterstütz^, Vorschlags M «alle einer fr g-m-bn-hm-"

vorgesehen rtrs»

ZH .ft i-M

ĻS

5 f S I-M f * ;,n

,<** ?.<.!» .'."fel'i

aufgezeigten Dokumenten über die Geburt und die ersten Schritte der neuzeitlichen Nachrichtenüber­mittlung. Sie sind alle da, woyl geordnet, etikettiert und unter Glas und Rahmen. Kronzeugen mensch­lichen Fortschrittes und Erfindergeistes. Heute geyt es nur um das eine: das Herzstücke des technischen Aufbaues kennen zu lernen, die Krönung des tech­nischen Wunders: die Fernseh-Abteilung.

Nebenbei: Abteilung ist zu viel gesagt. Wenn man von den primitiven Geräten absieht, die als Vorläufer der Fernseherei angesprochen werden können, bleiben lediglich einige ziemlich umfangreiche Kasten übrig, deren einer das große Geheimnis birgt. Er ist einem großen Rundfunk­apparat nicht unähnlich; er unterscheidet sich von einem solchen eigentlich ^tur durch eine kleine weiße Mattscheibe, die zur Zeit ganz harmlos, mehr tot als lebendig aussieht. Aber im gleichen Augenblick fast, in dem derHerr Fernseher" an geheimnis­vollen Knöpfen zu stellen und zu regulieren be­ginnt, gewinnt das Glas Leben: zwei Figuren erscheinen, zwei Frauen, ziemlich scharf schon, jedenfalls ganz deutlich. Sie lächeln freundlich, neh­men schöne weiße Notenblätter in die Hand und beginnen zu fingen. Und im gleichen Augenblick, in dem wir das bewegte Bild sehen, das aussiebt, wie aus einem Hauskino projiziert, tönt an unser Ohr der Gesang: wir sehen und hören f e r nl

Wir modernen Menschen .sind an Sensationen gewöhnt. Wir haben es verlernt, freudigen Schreck zu empfinden. So auch hier: im traulichen Halb­dunkel des Reichspostmuseums waren wir Zeugen eines Vorganges, der so unwahrscheinlich, so über alle Erwartungen außergewöhnlich war, daß es keinerlei Vergleiche gibt. Und was kam dabei her­aus:Sehr nett!" sagten einige.Großartig!" sag­ten andere, und ein Dritter sprach:Ist das alles?" So sind wir Menschen!

entsprechend behandelt werden. Jede neue Verletzung eines bestehenden Vertrages müsse sofort automatisch wirtschaftliche und finanzielle Maßnahmen gegen den der Verletzung Ueberführten nach sich ziehen.Oeuvre" erklärt, der Entwurf der französischen Denkschrift für Genf sei bereits beiseite geschoben worden, wahrscheinlich weil man ihn für z u scharf gehalten habe. In Stresa sei man mehr für einen Text, derz war aus Deutschland hindeute, aber Deutschland nicht ausdrücklich nenne. Wahrscheinlich werde man beschließen, daß der Wortlaut der Erklärung erst in Genf auf­gesetzt würde, vermutlich von einem Neutralen als Berichterstatter.

Oeuvre" macht folgende interessante Enthül­lungen über Rlililär-Bündnispläne: Vor einigen Tagen habe der Duce der pariser Regierung ein französisch-ita­lienisches Militärbündnis zur Verteidigung Oesterreichs vorgeschla­gen. Dieses Bündnis habe bestimmte Verspre­chungen enthalten, wonach Rom mit der kleinen Entente und mit der Bal­kan-Entente, also mit den Nachbarstaaten Oesterreichs, Mllitärabkommen a b - schließen sollte. Die ganze Frage sei im französischen Ministerrat eingehend erörtert worden. Der Rliinsterrat habe Flandin und Laval in dieser Hinsicht volle Handlungs­freiheit gelassen.

Echo de Paris" bestätigt, daß man den franzö­sischen Entwurf für eine Erklärung des Völker­bundsrates gegen die Wiedereinführung der Wehr­pflicht in Deutschland bereits fallen ge­lassen habe und verlangt, daß Frankreich diesen Text in Genf trotzdem aufrecht erhalte und sich nicht mit etwa in Stresa vorgeschlagenen weni­ger scharfen Lösungen begnüge. Hinsichtlich der Organisierung des gegenseitigen Beistandes könne die Stresa-Konferenz ein wichtiger Schritt bilden, wenn nach dem Muster des bevorstehen­den französisch-sowjetrussischen Ver­trage ein ähnlicher französisch-italie- nischer Vertrag für das Donaubecken und das Rheintal zustande komme.

Engländer und Franzosen am Grabe Cadornas.

Die Konferenz hermetisch abgesperrt.

Nach dem Frühstück, das Mussolini zu Ehren der fremden Staatsmänner auf der Jfola Bella gab, begaben sich die Mitglieder der englischen und fran­zösischen Delegation in Schnellbooten zu dem gegenüber von Stresa gelegenen Pallanza, wo die Ministerpräsidenten Englands und Frankreichs am Mausoleum des italienischen General E a - b o r n a Kränze niederlegten. In großer Anzahl waren Karabinieri und andere militärische Forma­tionen aufmarschiert. Durch das Spalier einer Balillaformation mit aufgepflanzten Bajonetten schritten Macdonald und Flandin mit ihrer Beglei­tung zu dem Denkmal des italienischen Feldherrn im Weltkriege. Mussolini war nicht erschienen. Man bemerkte seinen Kabinettschef Baron A l o i f i und den Unterstaatssekretär S u v i ch. Die inter­nationale Presse, die in einem Sonderdampfer von Stresa nach Pallanza gebracht worden war, war außerordentlich zahlreich vertreten. Unter dem Kreuzfeuer der Photographen und Kinooperateure legten die fremden Staatsmänner die Kränze nie­der und kehrten sodann wieder zum Boot zurück. Während ihres Aufenthaltes an Land wurde ab­wechselnd die französische und englische National­hymne gespielt.

Die Weltpresse hat etwa 350 Vertreter nach Stresa entsandt, die nichts zu tun haben, es et denn, daß sie sich in der Bewunderung der um- angreichen polizeilichen Schutzmaßnahmen ergehen, rank der die Konferenz von der Außenwelt hermetisch abgesperrt ist. Die Jsola Bella ist von einem Kranz von Polizeiboo­ten umgeben, lieber dem See kreuzen ständig Flugzeuge.

Ministerpräsident Göring an die deutschen Gtudenten.

Berlin, 12. April. (DNB.) DerVölkische Beobachter" verbreitet folgenden Aufruf des Mi­nisterpräsidenten Göring an die deutschen Stu­denten:

Die deutsche Jugend hat den Ruf des Führers zuerst verstanden und in den schwersten Jahren des Kampfes in herrlichem Ak- tivismus für die nationalsozialistische Bewegung und damit für b i e Zukunft Deutschland gekämpft. Wie immer in den Jahren völkischer Not stand auch der deutsche Student mit in der vordersten Linie. Die nationalso­zialistische Studentenschaft hatte die Hochschule be­reits erobert, als die Weimarer Demokratie es noch wagen durfte, den Gummiknüppel gegen den Freiheitswillen einer geknechteten Nation einzu­setzen. Dem Nationalsozialistischen Deutschen Stu­dentenbund ist nach der Machtübernahme eine der größten Aufgaben zugewiesen worden: die Mit­arbeit an der Erziehung der kommen- den Führergeneration. Der nationalso­zialistische Student hat den Kampf siegreich ge­führt gegen Klassenhaß und den Kastengeist in­stinktloser Hohlköpfe. In diesem Sinne wird die nationalsozialistische Studentenschaft heute Weiter­arbeiten. An den Hochschulen des national­sozialistischen Deutschlands wird der junge Student nicht nach Herkunft ober Verbandszugehörigkeit, fonbern ausschließlich nach der Leistung beurteilt werden. So soll es immer bleiben.

Berlin, im April 1935. (gez.) Göring."

italienischen Luftflotte 1200 Millionen Lire ausgesetzt. Die Summe zerfällt in drei Jahres­raten derart, daß für den laufenden Haushalt 600 Millionen Lire und für die nächsten Haushaltsjahre je 300 Millionen Lire zur Verfügung stehen. Damit soll erreicht werden, daß die im vorigen Jahre be­reits beschlossene, aber auf sechs Jahre vorgesehene Erneuerung der italienischen Luftflotte schon bis Mitte 19 3 7 abgeschlossen wird. Sie war bereits Anfang dieses Monats von der Regierung im Senat mit ber ausdrücklichen Begründung an­gekündigt worden, daß ein weiteres Abwar - te n bei den jetzigen Verhältnissen höchst ge­fährlich sein könne.

Unterirdische Munitionslager in Südengland.

London, 12. April (DNB. Funkspruch).Daily Herald" meldet, daß in der als Truppen­übungsplatz benutzten Ebene von Salisbury gegenwärtig ein Netzwerk von unterirdi­schen, bombensicheren Unterständen gebaut werde, die als Munitionslager ver­wandt werden sollen. Kasernen würden errichtet und vorhandene Gebäude erneuert und verstärkt. Die Militärbehörden hätten es so eilig, daß die Bauunternehmer ersucht worden seien, auch am Samstagnachmittag und Sonntag arbeiten zu lassen.

Sowjetrussisch-tschechische Lustverbrüderung.

Prag, 11. April. (DNB.) Wie dieLidove No- viny" melden, besuchten die in Prag weilenden Ver­treter des sowjetrussischen Militärflug­wesens den tschechoslowakischen Aeroklub, wo sie von dem Abgeordneten und ehemaligen tschechischen Innenminister Slavik und den Vertretern des tsche­choslowakischen Flugwesens begrüßt wurden. Nach einer Ansprache Dr. Slaviks wurde dem Führer der sowjetrussischen Abordnung, General Lavrow, ein künstlerisch ausgeführter Pokal und den übri­gen Sowjetrussen die Ehrenzeichen des tsche­choslowakischen Aeroklubs überreicht. Für die herz­liche Aufnahme und die ehrenden Geschenke sprach der Sowjetgeneral einige Dankesworte.

Die rote Gefahr

Moskau, 11. April. (DNB.) In Moskau wurde eine Tagung der GesellschaftMOPR (Internatio­nale Arbeiterhilfe) unter Vorsitz von Frau Stasow eröffnet. Frau Stasow betonte die Notwendigkeit der Einheitsfront des Marxismus und Kommunismus im Kampfe gegen das Bürgertum. Eine französische Abord­nung überbrachte Grüße und erklärte, daß die Aufgabe des Kommunismus in einem künfti­ge n Weltkrieg darin bestehe, diesen in einen Bürgerkrieg umzuwandeln und die Weltrevolution durchzuführen. Die Bera­tungen erstrecken sich auf Hilfe f ü r kommu- n i st i s ch e Häftlinge in Europa und den Ver­einigten Staaten. Die MOPR hat kürzlich die sow­jetrussischen Arbeiter und Angestellten aufgefordert, freiwillig" zehn Kopeken zugunsten der MOPR abzuführen, wodurch zwei Millionen Rubel gesam­

ternommen. Sozialdemokratische Werber wurden mißhandelt.

Der Kairoer Ludenprozeß.

Alexandrien, 11. April. (DNB.) Am Don­nerstag wird vor dem Appellationshof in Alexan­drien die erste Berufungsverhandlung im Kairoer Judenprozeß beginnen. Es besteht die Hoffnung, daß das Gericht, wie in der ersten Instanz, die Auseinandersetzungen auf das eigentliche <5 t r e i t g e b i e t beschränken und Hetzversuche von jüdischer Seite zurückweisen wird. Es handelt sich in juristischer Hinsicht um die Frage, ob ein Ein­zel m i t g l i e d der angeblich beleidigten Gemein- chaft der Juden einen Schadensersatzan- Pruch geltend machen kann, auch wenn es per« önlich durch den vermeintlichen Angriff nicht betroffen worden ist. Ein Sieg der jüdischen Auffassung würde bedeuten, daß Tausende von Juden die gleiche Klage gegen die Deutschen er­heben könnten, wie ihr Rassengenosse I a b e s. Der Vertreter der klagendenWeltliga zur Abwehr des Antisemitismus", der jüdische Rechtsanwalt Leon E a st r o , versucht seine Berufung damit zu be­gründen, daß dem Gericht Erster Instanz Verfah­rensmängel unterlaufen seien. Die Vertreter der deutschen Partei, die Rechtsanwälte Grimm und Kamel Bey Sedky, werden anhand der inter­nationalen Rechtsprechung den Nachweis der Halt­losigkeit der jüdischen Klage führen. Darüber hin­aus wird Prof. Grimm die jüdische Klage als Mißbrauch der Gastfreundschaft des ägyptischen Volkes und als politischen Hetzversuch brandmarken. Die Greuelhetzen über das neue Deutschland wur­den noch wenige Tage vor Prozeßbeginn wirkungs­voll durch das Auftreten der Besatzung des Kreu­zersEmden" widerlegt, der auf der Rückreise von seiner Auslandsfahrt in Alexandrien Halt machte.

Protest

gegen das Genfer Zudensckuhgesetz.

Genf, 11. April (DNB.) Am Mittwoch fand eine Protest Versammlung der nationalen Parteien gegen die zum Schutze der Juden ergrif­fenen Maßnahmen des in seiner Mehrheit mar­xistischen Genfer Staatsrates statt. Ver­anstalter der Organisation waren die nationale Front, die Christlich-Soziale Partei, die Nationale Ordnungspartei und die Schweizer Faschistenpartei. Der Präsident der Versammlung wies darauf hin, daß sich niemand gegen die religiösen Gefühle der Juden wende, sondern daß es der Einfluß eines gewissen jüdischen Geistes auf Presse, Theater und Kino sei, der die Tradition des Volkes untergrabe, und daß es die wirtschaftlichen und finanziellen Methoden der Juden seien, die man als schädlich empfinde. Dieser Einfluß decke sich oft mit dem­jenigen der Freimaurer, die in allen revolutionären Bewegungen immer eine große Rolle gespielt hätten. Die Versammlung nahm eine Entschließung an, in der gegen den Beschluß des Genfer Staatsrates Protest erhoben wird. Nach der Kundgebung kam es durch das Eingreifen von marxistischen Elementen zu ernsten Ausschreitungen, wobei ein Jungfaschist durch Messerstiche schwer verletzt wurde. Der Täter konnte nicht festgestellt werden, da die dem mar­xistischen Staatsrat Nicole unterstellte Polizei nicht zur Stelle war.

Luxemburgische Währungsschwierigkeiten.

Luxemburg, 5. April. (DNB.) Die Umstel­lung der luxemburgischen Volkswirtschaft auf die neuen Währungsverhältnisse begegnet großen Schwierigkeiten. Man kann feststellen, daß d i e meisten Preise anziehen. Die Abtragung der alten Verpflichtungen findet durchweg in bel­gischer Valuta statt, und der aus der Kurs­differenz herrührende 25prozentige Aufschlag wird ohne weiteres von den Banken, Kreditkassen usw. (mit Ausnahme der staatlichen Sparkasse, die allein ihre Depositen sofort ungeschmälert in luxem­burgischer Valuta zurückzahlt) laut Artikel 3 des Regierungsbeschlusses auf das vorgesehene Sperr­konto überschrieben. Die Steuerämter nehmen noch belgische Valuta ohne jeden Aufschlag ent­gegen. Viele Schuldner benutzen jetzt den Vorteil,

Ganz genau kann ich es im Augenblick nicht jagen, ob Bellamy in seinen marxistischen TräumereienRückblick aus dem Jahre 2000" bei der Schilderung der zukünftigen technischen und kulturellen Zustände das Fernsehen vergessen hat; aber ich glaube wohl. Bellamy und Jules Verne und andere Phantasten haben alles für möglich gehalten: nur daß der Mensch auch ein­mal würde fernsehen können, das ist ihnen fraglich geblieben.

Es mußte eine ganze Anzahl von grundlegen­den und epochemachenden Entdeckungen und Er­findungen zustande kommen, um in den letzten Jah­ren das Problem des Fernsehens über­haupt theoretisch anschneiden zu können. Foto, Film, Telegraphie, Telephonie, Phonographie, Rundfunk, Kurzwellenfunk sind nur einige wenige Stationen, die in großen Zügen den Wec^ der Fernseherei kennzeichnen. Ganz zweifelns würden vor zwei Jahrhunderten alle diejenigen als Hexenmeister, als Teufelsbraten, als Scharlatane und Alchimisten verbrannt, gevierteilt und gerädert worden jein, die heute als einfache Techniker, als Ingenieure und Rundfunksprecher, als Radiohörer und dito Bastler durchs Leben gehen. Der Fortschritt der Wissenschaft und Technik ist seither geradezu un­vorstellbar groß gewesen.

Die ganze Fülle dieser Erkenntnis lastet auf uns, wenn wir dem Reichspo st museum zu Berlin unfern Besuch abftatten. Hier bekommen wir einen tiefen Einblick in das Werden und Sein aller dieser neuen Verständigungsmittel; mit Aus­nahme des Films und des Phonographen waren von jeher alle grundsätzlichen Fortschritte, alle Vor­aussetzungen des Fernsehens bereits Hilfsmit - t e l der R e i ch s p o st ; und selbst diese beiden Außenseiter-Gebiete wurden seit Jayren zum min­desten für die Zwecke der vorbildlichen Reichspost- propaganda gern und oft gebraucht.

Schweigen wir von den im Reichspostmuseum

I» t

rgenilih qA.0'1

Er.