öst-
der Polizei mit dem Gummi- ilanken Waffe von den kommu-
Straßenzüge von
lichen Stadtteil waren mehrere Gruppen der n a - tionalsozialistischen Bewegung (NSB.)
knüppel und der blanken nistischen Ansammlungen gesäubert. Da Bewohner der angrenzenden Häuser Anstalten machten, von Türen und Fenstern aus die Polizei bei ihrem Borgehen zu behindern, wurde unter mehrfacher Anwendung der Schußwaffe der Befehl erteilt, alle Türen und Fenster geschlossen zu halten. In dem Arbeiterviertel Jordaan wurde ein organisierter
ier in sichtlicher Erregung die Ausführungen Bor- cinsns für würdelos erklärte. Vorginon behaup- tete, daß die Militärpolitik des Kriegsministers ,anz auf die Bedürfnise Frankreichs abgestellt sei.
melt wurden.
Schwere kommunistische Ausschreitungen in Amsterdam.
Amsterdam, 11. April. (2)318.) Im
kommunistischer Ueberfall auf eine Wahlpropagandagruppe der Sozialdemokraten un-
i 200 Millionen Lire für Italiens Luftflotte.
Rom, 11. April. (DNB.) Nach einem Dekret, das in italienischen Reichsgeseßblatt vom Donnerstag veröffentlicht ist, werden für die voll ständige Erneuerung und Modernisierung der
damit beschäftigt, Wahlslugblätter zu verteilen. Kommuni st en versuchten, die Nationalsozia- lichen an ihrem Vorhaben zu hindern. Unter Mitwirkung von Ueberfallautos wurden mehrere
Belgiens Mitttärpoliiik.
scharfe Angriffe auf den Kriegsminister.
Brüssel, 11. April (DNB.) In der Kammer wurde der Haushalt des Ministeriums für Landesverteidigung beraten. Der Berichterstatter, der katholische Abgeordnete Burlet, betonte, daß Belgien gegenüber jedem Lande unabhängig ei. Abgesehen vom Locarnovertrag hübe es keine militärischen Verpflichtungen gegenüber irgendeinem anderen Staate übernommen.
In der anschließenden Aussprache stand verschiedentlich das umstrittene belgisch-französische Militärabkommen zur Debatte. Ohne Namen >u nennen, wurde auch auf die Enthüllungen des französischen Abgeordneten T a i t i n g e r ange- pielt. Kriegsminister Deveze erklärte auf die Frage eines flämischen Abgeordneten, ob Belgien außer der Garantieverpflichtung des Locarnopaktes koch andere militärische Beistandspflichten übernommen habe, daß keiner fremden Armee in Durchmarschrecht durch Belgien ustehe. Der Locarnopakt sei durch keine diplv- natische Aktion abgeändert worden.
Der Vertreter der radikalen Flamen, Abg.
ihre Vervflichtungen in belgischer Währung abzutragen, so daß viele eingefrorene Guthaben jetzt unerwartet a u f t a u e n. Die Angstkäufe sind abgeflaut. Die Regierung ist entschlossen, übertriebene Preissteigerungen zu unterdrücken. Sie vermehrte den Goldumlauf um 20 Millionen luxemburgische Franken. Weitere Emissionen im Gesamtbeträge von 100 bis 125 Millionen Franken sind vorgesehen. Daneben laufen noch etwa 600 Millionen Franken belgische Banknoten.
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Das ist das Reueste: wir haben serngesehen!
Besuch in der Fernsehstelle des Jieichspostmuseums in Berlin.
Cholesterin« und I e c i th inhaltig bt
Vorginon behauptete, daß die Politik des kriegsrninisters antideutsch orientiert und daß 'P e l g i e n ein Vasall Frankreichs sei Die Politik des Kriegsministers werde von den Flamen nicht gebilligt. Die Versailler Gewaltpolitik ei gescheitert. Belgien sei aus dem Weltkriege mv- alisch gestärkt hervorgegangen, habe aber seine moralische Stellung selbst abgeschwächt, u. a. durch !ie Einverleibung Eupen-Malmedys. Vorginon vurde von Kriegsminister Deveze unterbrochen.
Aus aller Wett.
Der Feuerwehrmann als Brandstifter. Jleun Jahre Zuchthaus.
Vor dem Schwurgericht in Zweibrücken hatte sich ein Feuerwehrmann wegen Brand st iftung zu verantworten. Der Angeklagte bewährte sich zunächst als diensteifriger Feuerwehrmann, der bei Bränden rafd) zur Stelle war und nach erfolgter Feuerbekämpfung Brandwachen übernahm. Da hierfür Entschädigung bezahlt wurde, reifte in dem Angeklagten der Gedanke, selbst Brände anzulegen. In verschiedenen Fällen brannten Scheunen, Stallungen und Wohnhäuser nieder. Der Angeklagte erschien stets an der Brandstelle und hals löschen. Endlich konnte die Verhaftung erfolgen. Vor dem Schwurgericht gab der Mann seine Straftaten unumwunden zu. Er begründete sein Vorgehen damit, daß er in wirtschaftlicher Bedrängnis Geld verdienen wollte. Während der Staatsanwalt auf 15 Jahre Zuchthaus plädierte, lautete das Urteil auf neun Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust.
Brandstifter erhält vier Jahre Zuchthaus.
Das Schwurgericht in Kassel verhandelte gegen den 22jährigen Karl Sch. aus Wichmannshausen (Kreis Eschwege) wegen vorsätzlicher Brand- st i f t u n g. Am 29. Dezember 1934 brach in dem Erbhof Möller in Krauthausen (Kreis Rotenburg- Fulda) in der Scheune ein Brand aus, der zwei Scheunen völlig vernichtete, das Möllerfche Wohnhaus schwer beschädigte und ein anderes Wohnhaus leicht beschädigte. Sch. hatte aus Aerger über Auseinandersetzungen mit feinem Arbeitgeber das Feuer angelegt. Das Schwurgericht ging über den Antrag des Staatsanwalts hinaus und erkannte wegen vorsätzlicher Brandstiftung auf vier Jahre Zuchthaus unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Gleichzeitig wurden dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren aberkannt.
Eine unmenschliche Mutter. —
Die Kinder aus dem fahrenden Zug geworfen.
Von der Hagener Kriminalpolizei konnte ein schweres Verbrechen aufgeklärt werden, das sich am 8. April auf der Bahnstrecke Hohensyburg— Hagen abgespielt hat. Die 31jährige Ehefrau Freundlich aus Paderborn, die mit ihrem neunjährigen Sohn und ihrem drei Monate alten Töchterchen im Personenzug nach Hagen fuhr, angeblich um dort das Grab ihres ersten Mannes zu besuchen, hatte während der Fahrt die Abteiltür geöffnet und die beiden Kinder auf den Bahnkörper gestürzt. Um einen Unfall vorzutäuschen, zog sie bald darauf die Notbremse und erklärte, daß die Kinder, während sie sich in der Toilette aufaehalten habe, offenbar beim Spielen die Tür geöffnet hätten und aus dem Zug gefallen seien. Der Knabe ist bald darauf infolge Schädelbasisbruches gestorben, während sein Schwesterchen noch in Lebensgefahr schwebt. Die unmenschliche Mutter wurde festgenommen und hat nunmehr gestanden, daß sie, angeblich wegen schlechter wirtschaftlicher Verhältnisse, gemeinsam mit ihren Kindern in den Tod gehen wollte, selbst aber nicht mehr den Entschluß zur Tat aufgebracht habe.
Dreister Raubüberfall auf einen Kaffenboten in Halle.
In der Königsstraße in Halle, etwa 75 Meter vom Reichsbankgebäude entfernt, wurde ein Feuerüberfall auf den 18 Jahre alten Kassenboten Martin Schmidt aus Halle verübt. Der Bote hatte int Auftrage der Bank für Landwirtschaft 10 000 Mark abgeholt. Als er das Bankgebäude verlassen hatte, wurde er von mehreren Männern überfallen und durch Kopfschüsse schwer verletzt. Die Täter entrissen ihm die Geldtasche und flüchteten in einem bereitgestellten Kraftwagen. Der Wagen, der das Kennzeichen HI A 1474 trug, dürfte die Richtung nach der tschechischen Grenze oder nach dem Süden eingeschlagen haben.
Hauseinsturz in Istanbul. — Sechs Tote, zehn Verletzte.
In dem meist von Griechen bewohnten Stadtteil Jenischehir am Goldenen Horn in Istanbul ist ein dreistöckiges Holzhaus plötzlich e t n g e st ü r z t. Da
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aufgezeigten Dokumenten über die Geburt und die ersten Schritte der neuzeitlichen Nachrichtenübermittlung. Sie sind alle da, woyl geordnet, etikettiert und unter Glas und Rahmen. Kronzeugen menschlichen Fortschrittes und Erfindergeistes. Heute geyt es nur um das eine: das Herzstücke des technischen Aufbaues kennen zu lernen, die Krönung des technischen Wunders: die Fernseh-Abteilung.
Nebenbei: Abteilung ist zu viel gesagt. Wenn man von den primitiven Geräten absieht, die als Vorläufer der Fernseherei angesprochen werden können, bleiben lediglich einige ziemlich umfangreiche Kasten übrig, deren einer das große Geheimnis birgt. Er ist einem großen Rundfunkapparat nicht unähnlich; er unterscheidet sich von einem solchen eigentlich ^tur durch eine kleine weiße Mattscheibe, die zur Zeit ganz harmlos, mehr tot als lebendig aussieht. Aber im gleichen Augenblick fast, in dem der „Herr Fernseher" an geheimnisvollen Knöpfen zu stellen und zu regulieren beginnt, gewinnt das Glas Leben: zwei Figuren erscheinen, zwei Frauen, ziemlich scharf schon, jedenfalls ganz deutlich. Sie lächeln freundlich, nehmen schöne weiße Notenblätter in die Hand und beginnen zu fingen. Und im gleichen Augenblick, in dem wir das bewegte Bild sehen, das aussiebt, wie aus einem Hauskino projiziert, tönt an unser Ohr der Gesang: wir sehen und hören f e r nl
Wir modernen Menschen .sind an Sensationen gewöhnt. Wir haben es verlernt, freudigen Schreck zu empfinden. So auch hier: im traulichen Halbdunkel des Reichspostmuseums waren wir Zeugen eines Vorganges, der so unwahrscheinlich, so über alle Erwartungen außergewöhnlich war, daß es keinerlei Vergleiche gibt. Und was kam dabei heraus: „Sehr nett!" sagten einige. „Großartig!" sagten andere, und ein Dritter sprach: „Ist das alles?" — So sind wir Menschen!
entsprechend behandelt werden. Jede neue Verletzung eines bestehenden Vertrages müsse sofort automatisch wirtschaftliche und finanzielle Maßnahmen gegen den der Verletzung Ueberführten nach sich ziehen. „Oeuvre" erklärt, der Entwurf der französischen Denkschrift für Genf sei bereits beiseite geschoben worden, wahrscheinlich weil man ihn für z u scharf gehalten habe. In Stresa sei man mehr für einen Text, derz war aus Deutschland hindeute, aber Deutschland nicht ausdrücklich nenne. Wahrscheinlich werde man beschließen, daß der Wortlaut der Erklärung erst in Genf aufgesetzt würde, vermutlich von einem Neutralen als Berichterstatter.
„Oeuvre" macht folgende interessante Enthüllungen über Rlililär-Bündnispläne: Vor einigen Tagen habe der Duce der pariser Regierung ein französisch-italienisches Militärbündnis zur Verteidigung Oesterreichs vorgeschlagen. Dieses Bündnis habe bestimmte Versprechungen enthalten, wonach Rom mit der kleinen Entente und mit der Balkan-Entente, also mit den Nachbarstaaten Oesterreichs, Mllitärabkommen a b - schließen sollte. Die ganze Frage sei im französischen Ministerrat eingehend erörtert worden. Der Rliinsterrat habe Flandin und Laval in dieser Hinsicht volle Handlungsfreiheit gelassen.
„Echo de Paris" bestätigt, daß man den französischen Entwurf für eine Erklärung des Völkerbundsrates gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland bereits fallen gelassen habe und verlangt, daß Frankreich diesen Text in Genf trotzdem aufrecht erhalte und sich nicht mit etwa in Stresa vorgeschlagenen weniger scharfen Lösungen begnüge. Hinsichtlich der Organisierung des gegenseitigen Beistandes könne die Stresa-Konferenz ein wichtiger Schritt bilden, wenn nach dem Muster des bevorstehenden französisch-sowjetrussischen Vertrage ein ähnlicher französisch-italie- nischer Vertrag für das Donaubecken und das Rheintal zustande komme.
Engländer und Franzosen am Grabe Cadornas.
Die Konferenz hermetisch abgesperrt.
Nach dem Frühstück, das Mussolini zu Ehren der fremden Staatsmänner auf der Jfola Bella gab, begaben sich die Mitglieder der englischen und französischen Delegation in Schnellbooten zu dem gegenüber von Stresa gelegenen Pallanza, wo die Ministerpräsidenten Englands und Frankreichs am Mausoleum des italienischen General E a - b o r n a Kränze niederlegten. In großer Anzahl waren Karabinieri und andere militärische Formationen aufmarschiert. Durch das Spalier einer Balillaformation mit aufgepflanzten Bajonetten schritten Macdonald und Flandin mit ihrer Begleitung zu dem Denkmal des italienischen Feldherrn im Weltkriege. Mussolini war nicht erschienen. Man bemerkte seinen Kabinettschef Baron A l o i f i und den Unterstaatssekretär S u v i ch. Die internationale Presse, die in einem Sonderdampfer von Stresa nach Pallanza gebracht worden war, war außerordentlich zahlreich vertreten. Unter dem Kreuzfeuer der Photographen und Kinooperateure legten die fremden Staatsmänner die Kränze nieder und kehrten sodann wieder zum Boot zurück. Während ihres Aufenthaltes an Land wurde abwechselnd die französische und englische Nationalhymne gespielt.
Die Weltpresse hat etwa 350 Vertreter nach Stresa entsandt, die nichts zu tun haben, es et denn, daß sie sich in der Bewunderung der um- angreichen polizeilichen Schutzmaßnahmen ergehen, rank der die Konferenz von der Außenwelt hermetisch abgesperrt ist. Die Jsola Bella ist von einem Kranz von Polizeibooten umgeben, lieber dem See kreuzen ständig Flugzeuge.
Ministerpräsident Göring an die deutschen Gtudenten.
Berlin, 12. April. (DNB.) Der „Völkische Beobachter" verbreitet folgenden Aufruf des Ministerpräsidenten Göring an die deutschen Studenten:
„Die deutsche Jugend hat den Ruf des Führers zuerst verstanden und in den schwersten Jahren des Kampfes in herrlichem Ak- tivismus für die nationalsozialistische Bewegung und damit für b i e Zukunft Deutschland gekämpft. Wie immer in den Jahren völkischer Not stand auch der deutsche Student mit in der vordersten Linie. Die nationalsozialistische Studentenschaft hatte die Hochschule bereits erobert, als die Weimarer Demokratie es noch wagen durfte, den Gummiknüppel gegen den Freiheitswillen einer geknechteten Nation einzusetzen. Dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund ist nach der Machtübernahme eine der größten Aufgaben zugewiesen worden: die Mitarbeit an der Erziehung der kommen- den Führergeneration. Der nationalsozialistische Student hat den Kampf siegreich geführt gegen Klassenhaß und den Kastengeist instinktloser Hohlköpfe. In diesem Sinne wird die nationalsozialistische Studentenschaft heute Weiterarbeiten. An den Hochschulen des nationalsozialistischen Deutschlands wird der junge Student nicht nach Herkunft ober Verbandszugehörigkeit, fonbern ausschließlich nach der Leistung beurteilt werden. So soll es immer bleiben.
Berlin, im April 1935. (gez.) Göring."
italienischen Luftflotte 1200 Millionen Lire ausgesetzt. Die Summe zerfällt in drei Jahresraten derart, daß für den laufenden Haushalt 600 Millionen Lire und für die nächsten Haushaltsjahre je 300 Millionen Lire zur Verfügung stehen. Damit soll erreicht werden, daß die im vorigen Jahre bereits beschlossene, aber auf sechs Jahre vorgesehene Erneuerung der italienischen Luftflotte schon bis Mitte 19 3 7 abgeschlossen wird. Sie war bereits Anfang dieses Monats von der Regierung im Senat mit ber ausdrücklichen Begründung angekündigt worden, daß ein weiteres Abwar - te n bei den jetzigen Verhältnissen höchst gefährlich sein könne.
Unterirdische Munitionslager in Südengland.
London, 12. April (DNB. Funkspruch). „Daily Herald" meldet, daß in der als Truppenübungsplatz benutzten Ebene von Salisbury gegenwärtig ein Netzwerk von unterirdischen, bombensicheren Unterständen gebaut werde, die als Munitionslager verwandt werden sollen. Kasernen würden errichtet und vorhandene Gebäude erneuert und verstärkt. Die Militärbehörden hätten es so eilig, daß die Bauunternehmer ersucht worden seien, auch am Samstagnachmittag und Sonntag arbeiten zu lassen.
Sowjetrussisch-tschechische Lustverbrüderung.
Prag, 11. April. (DNB.) Wie die „Lidove No- viny" melden, besuchten die in Prag weilenden Vertreter des sowjetrussischen Militärflugwesens den tschechoslowakischen Aeroklub, wo sie von dem Abgeordneten und ehemaligen tschechischen Innenminister Slavik und den Vertretern des tschechoslowakischen Flugwesens begrüßt wurden. Nach einer Ansprache Dr. Slaviks wurde dem Führer der sowjetrussischen Abordnung, General Lavrow, ein künstlerisch ausgeführter Pokal und den übrigen Sowjetrussen die Ehrenzeichen des tschechoslowakischen Aeroklubs überreicht. Für die herzliche Aufnahme und die ehrenden Geschenke sprach der Sowjetgeneral einige Dankesworte.
Die rote Gefahr
Moskau, 11. April. (DNB.) In Moskau wurde eine Tagung der Gesellschaft „MOPR“ (Internationale Arbeiterhilfe) unter Vorsitz von Frau Stasow eröffnet. Frau Stasow betonte die Notwendigkeit der Einheitsfront des Marxismus und Kommunismus im Kampfe gegen das Bürgertum. Eine französische Abordnung überbrachte Grüße und erklärte, daß die Aufgabe des Kommunismus in einem künftige n Weltkrieg darin bestehe, diesen in einen Bürgerkrieg umzuwandeln und die Weltrevolution durchzuführen. Die Beratungen erstrecken sich auf Hilfe f ü r kommu- n i st i s ch e Häftlinge in Europa und den Vereinigten Staaten. Die MOPR hat kürzlich die sowjetrussischen Arbeiter und Angestellten aufgefordert, „freiwillig" zehn Kopeken zugunsten der MOPR abzuführen, wodurch zwei Millionen Rubel gesam
ternommen. Sozialdemokratische Werber wurden mißhandelt.
Der Kairoer Ludenprozeß.
Alexandrien, 11. April. (DNB.) Am Donnerstag wird vor dem Appellationshof in Alexandrien die erste Berufungsverhandlung im Kairoer Judenprozeß beginnen. Es besteht die Hoffnung, daß das Gericht, wie in der ersten Instanz, die Auseinandersetzungen auf das eigentliche <5 t r e i t g e b i e t beschränken und Hetzversuche von jüdischer Seite zurückweisen wird. Es handelt sich in juristischer Hinsicht um die Frage, ob ein Einzel m i t g l i e d der angeblich beleidigten Gemein- chaft der Juden einen Schadensersatzan- Pruch geltend machen kann, auch wenn es per« önlich durch den vermeintlichen Angriff nicht betroffen worden ist. Ein Sieg der jüdischen Auffassung würde bedeuten, daß Tausende von Juden die gleiche Klage gegen die Deutschen erheben könnten, wie ihr Rassengenosse I a b e s. Der Vertreter der klagenden „Weltliga zur Abwehr des Antisemitismus", der jüdische Rechtsanwalt Leon E a st r o , versucht seine Berufung damit zu begründen, daß dem Gericht Erster Instanz Verfahrensmängel unterlaufen seien. Die Vertreter der deutschen Partei, die Rechtsanwälte Grimm und Kamel Bey Sedky, werden anhand der internationalen Rechtsprechung den Nachweis der Haltlosigkeit der jüdischen Klage führen. Darüber hinaus wird Prof. Grimm die jüdische Klage als Mißbrauch der Gastfreundschaft des ägyptischen Volkes und als politischen Hetzversuch brandmarken. Die Greuelhetzen über das neue Deutschland wurden noch wenige Tage vor Prozeßbeginn wirkungsvoll durch das Auftreten der Besatzung des Kreuzers „Emden" widerlegt, der auf der Rückreise von seiner Auslandsfahrt in Alexandrien Halt machte.
Protest
gegen das Genfer Zudensckuhgesetz.
Genf, 11. April (DNB.) Am Mittwoch fand eine Protest Versammlung der nationalen Parteien gegen die zum Schutze der Juden ergriffenen Maßnahmen des in seiner Mehrheit marxistischen Genfer Staatsrates statt. Veranstalter der Organisation waren die nationale Front, die Christlich-Soziale Partei, die Nationale Ordnungspartei und die Schweizer Faschistenpartei. Der Präsident der Versammlung wies darauf hin, daß sich niemand gegen die religiösen Gefühle der Juden wende, sondern daß es der Einfluß eines gewissen jüdischen Geistes auf Presse, Theater und Kino sei, der die Tradition des Volkes untergrabe, und daß es die wirtschaftlichen und finanziellen Methoden der Juden seien, die man als schädlich empfinde. Dieser Einfluß decke sich oft mit demjenigen der Freimaurer, die in allen revolutionären Bewegungen immer eine große Rolle gespielt hätten. Die Versammlung nahm eine Entschließung an, in der gegen den Beschluß des Genfer Staatsrates Protest erhoben wird. Nach der Kundgebung kam es durch das Eingreifen von marxistischen Elementen zu ernsten Ausschreitungen, wobei ein Jungfaschist durch Messerstiche schwer verletzt wurde. Der Täter konnte nicht festgestellt werden, da die dem marxistischen Staatsrat Nicole unterstellte Polizei nicht zur Stelle war.
Luxemburgische Währungsschwierigkeiten.
Luxemburg, 5. April. (DNB.) Die Umstellung der luxemburgischen Volkswirtschaft auf die neuen Währungsverhältnisse begegnet großen Schwierigkeiten. Man kann feststellen, daß d i e meisten Preise anziehen. Die Abtragung der alten Verpflichtungen findet durchweg in belgischer Valuta statt, und der aus der Kursdifferenz herrührende 25prozentige Aufschlag wird ohne weiteres von den Banken, Kreditkassen usw. (mit Ausnahme der staatlichen Sparkasse, die allein ihre Depositen sofort ungeschmälert in luxemburgischer Valuta zurückzahlt) laut Artikel 3 des Regierungsbeschlusses auf das vorgesehene Sperrkonto überschrieben. Die Steuerämter nehmen noch belgische Valuta ohne jeden Aufschlag entgegen. Viele Schuldner benutzen jetzt den Vorteil,
Ganz genau kann ich es im Augenblick nicht jagen, ob Bellamy in seinen marxistischen Träumereien „Rückblick aus dem Jahre 2000" bei der Schilderung der zukünftigen technischen und kulturellen Zustände das Fernsehen vergessen hat; aber ich glaube wohl. Bellamy und Jules Verne und andere Phantasten haben alles für möglich gehalten: nur daß der Mensch auch einmal würde fernsehen können, das ist ihnen fraglich geblieben.
Es mußte eine ganze Anzahl von grundlegenden und epochemachenden Entdeckungen und Erfindungen zustande kommen, um in den letzten Jahren das Problem des Fernsehens überhaupt theoretisch anschneiden zu können. Foto, Film, Telegraphie, Telephonie, Phonographie, Rundfunk, Kurzwellenfunk sind nur einige wenige Stationen, die in großen Zügen den Wec^ der Fernseherei kennzeichnen. Ganz zweifelns würden vor zwei Jahrhunderten alle diejenigen als Hexenmeister, als Teufelsbraten, als Scharlatane und Alchimisten verbrannt, gevierteilt und gerädert worden jein, die heute als einfache Techniker, als Ingenieure und Rundfunksprecher, als Radiohörer und dito Bastler durchs Leben gehen. Der Fortschritt der Wissenschaft und Technik ist seither geradezu unvorstellbar groß gewesen.
Die ganze Fülle dieser Erkenntnis lastet auf uns, wenn wir dem Reichspo st museum zu Berlin unfern Besuch abftatten. Hier bekommen wir einen tiefen Einblick in das Werden und Sein aller dieser neuen Verständigungsmittel; mit Ausnahme des Films und des Phonographen waren von jeher alle grundsätzlichen Fortschritte, alle Voraussetzungen des Fernsehens bereits Hilfsmit - t e l der R e i ch s p o st ; und selbst diese beiden Außenseiter-Gebiete wurden seit Jayren zum mindesten für die Zwecke der vorbildlichen Reichspost- propaganda gern und oft gebraucht.
Schweigen wir von den im Reichspostmuseum
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