Ausgabe 
12.1.1935
 
Einzelbild herunterladen

neue Entwicklungsrichtung gab. Auch hier blieb der Erfolg nicht aus. DieLeica" hat sich heute genau so die Welt erobert, wie das Leitzsche Mi­kroskop.

Alles, was in den Werkstätten geschaffen wird, ist frucht eines heißen, fast leidenschaftlichen Be­mühens. Ein Stab Wissenschaftler, darunter Pro­fessoren, arbeiten hler in ständiger schöpferischer Tätigkeit. Aus einer oft unendlichen Reihe von Versuchen ersteht schließlich das Erstrebte. Es kommt vor, daß an mancner Linsenkombination jahrelang gerechnet wird. Immer wieder neue Kombinationen werden berechnet und auf Wirkung geprüft, bis schließlich aus konvex und konkav, aus bikonvex oder bikonkav Glassorte, Dicke und Linsenabständen der erwünschte Effekt erreicht wird. Letzte Kenntnis der optischen Gesetze ist die Voraussetzung für jeden Mitarbeiter an dieser Stelle. Im Konstruktionsbüro entstehen in ebenso minutiöser Arbeit die Pläne für die verschiedenartigsten Instrumente. In har­monischem Rhythmus klingen geistige und hand­werkliche Arbeit in diesem Betriebe zusammen. Die Arbeit der Wissenschaftler und Techniker findet ihre Verwirklichung in den Werkstätten, in denen ebenso exakt gearbeitet werden muß und wird, wie in den Konstruktionsbüros und bei den Wissen­schaftlern.

In konsequent durchgeführter Arbeitsteilung ent­steht Teil um Teil. Im Hausertorwerk an der Lahn wachsen in Hunderten von Einzelteilen die Leica (die allein aus etwa 500 Teilen besteht), die Pro- jektions- und Vergrößerungsgeräte heran; im Werk am Kalsmunt entstehen die Optik, ferner die me­chanischen Teile der Mikroskope, der Mikrotome und aller sonstigen Instrumente. Vom Rohstoff aus (Flint- und Kronglas, Messing, Holz, Leder usw.), der natürlich bezoaen werden muß, wird alles, vom feinsten Schräubchen, bis zum Holzkasten, in dem das Mikroskop verpackt wird, im Werk selbst herqe- stellt. Lediglich Dinge, die unter allen Umständen als Erzeuanisse einer Spezialindustrie anaesehen werden müssen, werden bezogen. Daraus ergibt sich, daß der technische Betrieb für den Laien von einer

verwirrenden Vielfalt ist, die naturgemäß noch ge­steigert wird durch die Teilarbeit.

Allenthalben sieht man Männer in den Werk­sälen, die zum Teil jahrzehntelang im Werke und mit jeder Faser der Sache verbunden sind. Präzi­sionsarbeit muß an jedem einzelnen Arbeitsplatz geleistet werden. Für den Laien ist es zweifellos kaum vorstellbar, daß Linsen im Durchmesser von kaum einem Millimeter mit der Hand auf Hundert­stel und tausendstel Millimeter genau mit vier ver­schieden feinen Schmirgeln aus winzigen viereckigen Glasstückchen herausgeschliffen und schließlich poliert werden müssen. Es gibt natürlich viele Hunderte Maschinen im Betrieb, die dem Menschen zwar einen Teil der Arbeit, aber niemals die Verant­wortung für deren Exaktheit abnehmen. Das gilt sowohl für die Herstellung der Linsen, als auch für die Bearbeitung aller Metallteile, der Spiegel, all der vielen Einzelheiten, aus denen sich jedes Instru­ment zusammensetzt. Ueber allem aber steht als allgewaltiger Garant der Präzision die Kontrolle. Jede Linse wird xfach geprüft und jedes Metall­teilchen einer Kontrolle unterzogen. Ueberflüssig zu sagen, daß jedes Instrument, bevor es das Haus verläßt, einer Generalkontrolle unterzogen wird, unter allen Umständen zurückgeht, wenn auch nur der geringste Mangel bei dieser letzten Kontrolle festaestellt wird. Immer sind hundertstel und tausendstel Millimeter die Prüfungseinheiten an den mannigfach gestalteten Kontrollgeräten.

So wirken über 2000 Menschen zusammen in Schicksalsoerbundenheit mit dem Werk, der eine über Logarithmentafel und Rechenschieber, der andere mit Zirkel und Bleistift, wieder andere an der Drehbank oder an der Stanzmaschine, jener in der Dunkelkammer und der im geräumigen Hellen Arbeitssaal, dieser im Lager und jener im Büro. Die Quersumme alles Schaffens ergibt sich im blitz­blanken Instrument, das als Ausdruck wertvollster deutscher Werkmannsarbeit eine ganze Welt zur eingestandenen oder uneingestandenen Hochachtung vor der deutschen Leistung zwingt.

SJlxfpott

Handball:

1900 - Tuspo Kaffel-Bettenbausen

Den Auftakt für die Verbandsspiel-Rachrunde bildet für die Spielvereinigung 1900 das morgen vormittag angesetzte Spiel gegen Tuspo Kassel- Bettenhausen. Beide Mannschaften sind in der Spitzengruppe vertreten (Bettenhausen an zweiter, 1900 an vierter Stelle der Tabelle) und spielen einen guten Handball. Die Bettenhäuser haben allerdings bis jetzt die konstantere Form an den Tag gelegt. Sie verloren erst ein Spiel, und das ausgerechnet zu Hause gegen die 1900er. Das wird für sie ein Grund mehr sein, in dem morgigen Spiel die immer wertvoller werdenden Punkte an sich zu bringen. Die Stärke der Mannschaft liegt in ihrer Ausgeglichenheit und ihrem schnellen Spiel. Der Papierform nach sind die Aussichten für die Spielvereinigungsleute nicht allzu verheißungsvoll. Wenn die Elf die am vergangenen Sonntag in Efchwege gezeigte Form zu steigern vermag und in der vorgesehenen starken Aufstellung spielt, sollte immerhin einiges gelingen.

Olymp'a-Gprungschanze eröffnet.

Sörensen springt 84 Meter.

Bei herrlichem Winterwetter und prächtigen Schneeoerhältnissen wurde am Freitag die Große Olympia-Sprungschanze am Gudiberg bei Garmisch- Partenkirchen mit einem internationalen Ski-Sprin- gen eröffnet. Schweizer, Norweger und Deutsche beteiligten sich an dem Wettbewerb, bei dem in Deutschland bisher unerreichte Leistungen geboten wurden. Der alte Schanzenrekord wurde gleich zwei­mal überboten. Zunächst verbesserte der spätere Sie­ger Reidar Andersen den Rekord auf 83 Meter und kurz darauf überbot R. Sörensen auch diese Leistung auf 84 Meter. Die deutschen Sprin­

ger schnitten bei dieser Konkurrenz nicht schlecht ab, sie zeigten, daß sie den Ausländern ein weiteres Stück näher gekommen sind. Bester Deutscher war diesmal Hasselberger (Traunstein), der den vierten Platz belegte, vor dem Deutschen Meister Alfred Stoll-Berchtesgaden, der 5. wurde.

Kurze Sportnotizen.

Eine Radrennbahn wird jetzt in Biele­feld erstehen. Die in Breslau abgetragene Holz­bahn, die eine Länge von 180 Meter hat, wird in Bielefeld neu aufgebaut, aber auf 250 Meter ver­längert. Schon im bevorstehenden Sommer sollen auf der neuen Bahn Rennen ausgetragen werden.

*

Der Norwegische Skiverband schickt folgende Vertreter zu den Deutschen Skimeister­schaften nach Garmisch-Partenkirchen: Sigmund Ruud, Alf Konningen, Arne Christiansen und Per Fossum.

*

D i e Deutschen Schwimm-Meister­schaften 19 3 5 werden am 10. und 11. August in Plauen/Vogtland durchgeführt.

*

Auch Heinrich Henkel ist jetzt beim inter­nationalen Hallentennisturnier in St. Moritz im Einzel ausgeschieden. Irn Kampf um den Eintritt in die Vorschlußrunde unterlag er dem Schweizer Meister Ellmer 2:6, 4:6. Mit von (Tramm zu­sammen siegte Henkel im Doppel 6:3, 6:3 über die Italiener Quintavalle-Martinelli und im Ge­mischten Doppel kam Henkel mit der Schweizerin Frau Fehlmann ebenfalls eine Runde weiter.

*

I n Schreiberhau wird am 26. und 27. Ja­nuar auf der Zackelfallbahn die deutsche Junioren- Bobmeisterschaft ausgetragen. <

Verbandsspiel. Die Rodheimer stehen mit an der Spitze der Tabelle im Biebertal. Für die Einhei-- mischen ist es sehr wichtig, daß dieses Treffen ge­wonnen wird. Nach den seitherigen Leistungen der Heuchelheimer dürfte dies keine allzu schwierige Auf­gabe bedeuten. Trotzdem darf der Gegner keines­falls unterschätzt werden.

Die 1. Iugendels tritt in Gießen gegen die gleiche der Spvg. 1900 an. Die Heuchelheimer, die diesmal komplett spielen, stehen hier vor einer schwierigen Aufgabe. Man hofft auf ein ehrenvolles Abschneiden.

Sp'elvereinignng 1926 Leihgestern.

Am morgigen Sonntag empfängt die erste Mann­schaft der Blauweißen, die Reserve der DfB-Reichs- bahn Gießen zum Verbandsspiel. Die Niederlage der Spielvereinigung am vergangenen Sonntag in Krofdorf-Gleiberg sollte die Mannschaft in ihrer Kampflaune nicht beeinflussen, zu dem sie voraus­sichtlich für das bevorstehende Spiel komplett an­treten kann. Man erwartet im allgemeinen einen glatten Sieg der Platzelf.

Generalprobe für1936in Garmisch-Partenkirchen

Nur wenige Tage noch, dann beginnt die Deut­sche Wintersportwoche 1935, die für uns die Ge­neralprobe für die Olympischen Spiele 1936 bedeu­tet. Es handelt sich diesmal um mehr, als bloß darum, unsere besten Vertreter in den Wintersport- Disziplinen zu ermitteln, es soll vielmehr eine große Musterung des Materials erfolgen, das uns für die Olympischen Winterspiele zur Verfügung steht und aus dem wir die Allerbesten auswählen zum Kampf um die heißbegehrten lyrnpischen Medaillen, deren möglichst viele wir den Vertretern anderer Nationen streitig machen wollen. Aber nicht nur die Menschen, sondern auch die für die Olympischen Spiele notwendigen Anlagen müssen schon jetzt einer sorgfältigen Prüfung unterzogen werden, damit wir mit ihnen in Ehren bestehen können. Alle Vorbereitungen sind mit der Gründlichkeit ge­troffen worden, die uns Deutschen in aller Welt nachgerühmt wird. Wir haben nicht die geringste Befürchtung, daß 1936 nicht alles klappen wird, den Beweis dafür wollen wir aber schon ein Jahr zuvor liefern, um dadurch das Vertrauen zu stär­ken, das die vielen Nationen, an den Olympischen Winterspielen 1936 teilnehmenden Nationen in uns setzen.

Garmisch-Partenkirchen, der deutsche Winterkur­ort und Sportplatz am Fuße der Bayerischen Hochalpen hat diesmal besonders lange auf den Schnee warten müssen. Aber jetzt hat.es sein schön­stes weißes Kleid angezogen, jetzt prangt es in einer Pracht, die nirgends übertroffen wird. Das macht sich denn auch im Besuch durch Fremde und durch Wintersportler bemerkbar, die um die Fest­tage wegen des Schneemangels leider ausgeblieben waren. Und in acht Tagen, wenn die große Deut­sche Wintersportwoche es sind in Wirklichkeit zwei Wochen mit den Bobrennen beginnt, denen sich die Wettbewerbe der Eisläufer anschließen, um mit den Skisportmeisterschaften und dem Eishockey- Turnier abzuschließen, dannwird sich was tun" zu Füßen der Zugspitze.

Alle Anlagen, die für die Deutschen TÖinfer- fportmeiskerschaften gebraucht werden und die im nächsten Jahr der Schauplatz der IV. Olympischen Spiele sein werden, sind so gut wie fertig. Viele fleißige Hände sind dabei, der Bobbahn'die letzte Vollendung zu geben. Schon stehen an der 1600 Meter langen Bahn oberhalb des Rießer Sees die langen Schneewände, es be­darf jetzt nur noch des Ausbaues der Kurven durch Eisblöcke. Der nahe Rießer See hat schon eine brauchbare Eisdecke, um von dort das benötigte Natureis nehmen zu können, das dann durch Be­rieselung die entsprechende Dicke und Glätte in den Kurven bekommt. So spricht alles dafür, daß am 15. Februar die rennmäßige Herstellung der Olym­pia-Bobbahn fertig ist und auf ihr die Süddeut­schen Bobmeisterschaften ausaetragen werden kön­nen, mit denen die Deutsche Wintersportwoche 1935 eröffnet wird.

Rießer See und Olympia-Kunsteisstadion sind die Kampfstätten der Eisläufer, mögen sie Kunst- oder Schnellauf, im Eisschießen ober mit dem Hockystock um die Meistertitel kämpfen. Fabelhaft ist die Be­leuchtung im Eisstadion. Wenn der Betreuer der Anlage,' der frühere deutsche Eisschnellaufmeister Vollstedt (Altona),alle Lichter brennen" läßt, dann ist die ganze Eisfläche tatsächlich taghell er­leuchtet, dann gibt es keinen Unterschied mehr zwi­schen Tag und Nacht.

Ein Schmuckkästchen ist dieses Olympia-Eis­stadion, das schon jetzt über 6000 Zuschauern bequeme Sichtmöglichkeiten bietet und bis zu den Olympischen Winterspielen auf ein Fas­sungsvermögen von etwa 12 000 Personen ausgebaut werden soll.

Die Tribünenbauten um das Stadion herum sind bereits teilweise fertig, teilweise noch in Arbeit.

Auch die Skiläufer, insbesondere die Springer, können sich nicht beklagen. Die kleine Olympia­schanze am Gudiberg hat am letzten Sonntag be­reits ihre Premiere gehabt, und man darf wohl sagen auch gut bestanden. Zur Zeit sind Arbeiten an einer Lichtanlage im Gange, mit der diese Schanze gleichfalls taghell erleuchtet werden kann. Skispringen bei Nacht" ist also nichts mehr, was in Deutschland unmöglich wäre. Geradezu fanta­stisch ist die große Olympiaschanze mit ihrem 43 Meter hohen Anlaufturm, der nach einem 70 Meter langen, etwa 35 Grad steilen Anlauf, den besten Springern Weiten bis zu 90 Meter ermöglicht.

Gleich wichtig wie die Sportanlagen sind die Ver­kehrsmittel, die zu ihnen führen, also Straßen, Eisenbahnen usw. sowie die Anlagen der Post. Auch hier ist alles in bestem Gange. Neue Straßen sind im Bau und projektiert. Selbstverständlich wird den Anfahrtswegen zu den Wettkampfplätzen, zur Bobbahn am Rießer See, zum Stadion, zu den Sprungschanzen größtes Interesse entgegengebracht. Die Gemeinden Garmisch-Partenkirchen werden zu­sammen mit den übrigen und den sportlichen Be­hörden nichts unterlassen, was für die Bewältigung des für die Olympischen Spiele erwarteten Massen­andrangs notwendig ist. Im Frühjahr sollen neue Straßen zum Rießer See gebaut werden, neue Straßen zu den Stadions. Ueberall sind bereits Parkplätze vermessen.

Reichspost und Reichsbahn wetteifern miteinander. Auch sie wollen ihr Teil zum restlosen Gelingen der Olympischen Spiele und auch jetzt schon der Deutschen Wintersportmeisterschaften beitragen. Die 60 Kilometer lange Strecke von Tutzing nach Gar- misch-Partenkirchen muß noch zweigleisig ausgebaut werden; der zu erwartende Verkehr verlangt das.

Eine etwa gleichartige Belastungsprobe, wie sie 1936 öfter zu leisten sein wird, bringt dies­mal schon der 3. Februar, der Schlußkag der Deutschen Wintersporlwoche, an dem der 40- kilometer-Staffellauf, der große Sprunglauf auf der Olympiaschanze und das Endspiel um die deutsche Eishocky-Meisterschaft auf dem

Programm stehen.

Etwa 25 Sonderzüge müssen dann innerhalb drei Stunden abgewickelt werden, was nur möglich ist, wenn der Schienenweg von München nach Gar­misch-Partenkirchen zweigleisig ist.

Organisationskomitee, Olympia-Verkehrsamt und alle anderen, die am Gelingen dieser größten deut­schen Wintersportveranstaltuna und im nächsten Jahr der olympischen Welt-Winterspiele beteiligt sind, arbeiten Tag und Nacht, um deutscher Oran« nisationskunst Ehre zu machen. An alles ist und wird gedacht. Fernsprechleitungen sind neu gelegt, weitere bereits im Bau. Nicht zum wenigsten rüsten die Hotels. Aber sie allein können es selbstverständ­lich nicht schaffen, sondern ganz Garmisch-Part-n- kirchen nebst Umgebung steht bis in den kleinsten Winkel hinein im Zeichen der Deutschen Winter- svortmeisterschasten 1935, die den Auftakt bilden für das Geschehen 1936 im Zeichen der 5 Ringe.

Fußball im Bezirk Layn-Oill.

1900 Gießen Frohnhausen (Gernet, Groß- Karben).

Naunheim Dillenburg (Stumpf, Friedberg). Spv. 05 Wetzlar Watzenborn-Steinberg (Dr. Heuler, Cölbe).

T. u. Spv. Bissenberg VfB.-Reichsbahn Gießen (Kirsch, Friedberg).

©pielvereinigung 1900 Gießen.

Die Ligamannschaft empfängt Frohnhausen.

Das erste Meisterschaftsspiel im neuen Jahr führt die Blauweißen mitOranten" Frohnhausen im Dillkreis zusammen. Die Gäste sind keineswegs ein Gegner, den die Gießener auf die leichte Schulter nehmen können, denn das Vorspiel in Frohnhausen ging verloren (2:1) und auch der Lokalgegner mußte bekanntlich am vergangenen Sonntag in Frohnhausen, trotz verstärkter Mannschaft, mit 4:1 Federn lassen. Der Vertreter aus dem Dillkreis nimmt in der Tabelle einen guten Mittelplatz ein und wird diesen auch bis zum Ende sicher behaup­ten. 1900 bestreitet diesesmal das Treffen mit Schlarb: Seiler, Livpert; Mank, Heilmann, Hein- bach; Wilhelmi, Hammer, Schmelz, Iäaer und Dörr, also in einer Aufstellung, die eigentlich Ge­währ für ein erfolgreiches Abschneiden geben sollte.

Die Gießener müssen aber alles daranfetzen, um ehrenvoll zu bestehen. Von Interesse dürfte die Wiedermitwirkung von L i p v e r t bei 1900 sein, der bekanntlich nach seiner überragend Leistung in der Gaumannschaft Nordhessen Brandenburg in Fulda, am vergangenen Sonntag, eine Einbe­rufung vom Deutschen Fußballbund zu einem Dor- bereitunaskursus in Stuttgart vom 21. bis 26. Ja­nuar erhalten hat. Das Sviel Lollar I 1900 II wurde verlegt. Die dritte Mannschaft bestreitet ein Verband-llpiel in Wißmar und wird gegen die dor­tige 1 Est einen sehr schweren Stand hab°n. Vor b°m Liaaspiel trägt 1900s erste Jugend ein Freund- schastssviel gegen die erste Jugend vom Svortverein Heuchelheim aus.

(fließen.

Spielv. Dissenberg I DtD.-Reichsbahn I.

Die Gießener fahren zum fälligen Rückspiel nach Dissenberg. Wie bekannt, wurden die Hiesigen im Vorspiel geschlagen und hatten Gelegenheit, sich von der Gleichmäßigkeit und Geschlossenheit der Bissem berger zu überzeugen. Der Spielausschuß hat nun die Aufgabe aus dem vorhandenen Spielmaterial wieder eine neue Mannschaft zusammenzustellen, da die bisherigen Ausstellungen sich nicht bewährten.

Es erscheint, gemessen an den bisherigen Leistungen, sehr fraglich, ob der Liga in Bissenberg ein Erfolg beschieden ist. Trotzdem werden die Hiesigen zu kämp­fen wissen.

Die zweite Mannschaft dürfte in Leihgestern im Derbandsspiel einen schweren Stand haben. Die Dritte wird auf eigenem Platze gegen die Erste von Londorf einen Sieg erringen, dessen Hohe nur frag­lich ist.

FC. Teutonia" Watzenborn-Steinberg

SV. 05 Wetzlar FE. Wahenborn-Sleinberg.

Die erste Elf der Teutonen fährt am kommenden Sonntag nach Wetzlar, um dort gegen den Meister der Bezirksklasse, die Liga-Mannschaft des Sport­vereins Wetzlar, das Verbandsrückspiel auszutragen.

Wetzlars erste Mannschaft hatte zu Beginn der Meisterschaftsspiele einen unglücklichen Start, kam aber dann in stetig gute Fahrt und gewann an­schließend alle Spiele. Der Meistertitel ist ihr jetzt wohl nicht mehr streitig zu machen. Alle Posten sind gut besetzt. Für die Watzenborn-Steinberger ist also wenig Aussicht gegeben, diesem Gegner zu­mal auf dessen Platz beizukommen. Auch dies­mal müssen die Teutonen ohne den erkrankten Tor­hüter Happel, der oft die Stütze der Mannschaft war, das Spiel austragen. Die Elf tritt daher in der Aufstellung vom Vorsonntag in Bissenberg an. Der dort erzielte 2:0-Sieg hat ihr Selbstvertrauen wohl wesentlich gestärkt, man ist sich aber in Watzenborn-Steinberg des bevorstehenden schweren Kampfes bewußt und schätzt den Gegner vorsorg­lich als den stärksten ein. Die gesamte Elf wird in Wetzlar, wenn auch nicht in stärkster Aufstellung, so doch $um Ausgleich dieser Schwäche um so mehr durch Einsatz jedes einzelnen bis zum Aeuhersten den Beweis zu erbringen versuchen, daß ihr Sieg in Bissenberg keine Zufallserscheinung war, sondern sie wirklich die bessere Mannschaft waren. Ein ritterlicher Kampf und ein ehrenvolles Resultat in Wetzlar dürften für die Teutonen schon ein Erfolg bedeuten.

Die zweite Mannschaft trägt das Derbandsrück- spiel in Steinbach gegen die dortige erste Mann­schaft aus. Sie wird schwerlich um eine Niederlage herumkommen. Immerhin sollte die Elf in der Lage sein, sich auch weiterhin in der Spitzengruppe der Tabelle zu behaupten.

©Dorfverein 1920 Heuckelbeim

Die 1. Mannschaft ist spielfrei. Die 2. Elf erwartet die 1. Mannschaft vom Turnverein Rodheim zum

Obecheffen.

Sie Verfehlungen

bei der Lezirkssparkaffe Ortenberg.

D r t e n b e r ff, 12. Jan. Zu den V e r f - h l u n- gen bei der Bezirkssparkasse Orten­berg können wir heute ergänzend mitteilen, daß der Rechner, der Kontrolleur und zwei weitere Ange st eilte in Untersuchu n g s- haft genommen worden sind. Die in der Bevölke­rung umlaufenden Gerüchte über die Höhe der ver­untreuten Summe sind, wie oft in solchen Fällen, stark übertrieben. Wie uns die Bezirkssparkasse Ortenberg mitteilt, ist eine Beunruhigung der Kun­den in keiner Weise feststellbar. Dazu ist auch, wie in unserer letzten Mitteilung schon gesagt wurde, kein Grund vorhanden.

Landkreis Gießen.

= Steinbach, 11. Jan. Dieser Tage wurde die Kartoffelsammlung unsrer Gemeinde durch­geführt. Das Ergebnis, 240 Zentner Kartoffeln, wurde mit elf Fuhrwerken nach Gießen verbracht und dort eingekellert-, um an notleidende Volks­genossen Gießens später ausgegeben zu werden. Das Ergebnis ist ein erfreulicher Beweis der Opferwillig­keit der Steinbacher Landwirte.

I Garbenteich, 11. Jan. Am Mittwoch konnte die Evangelische Frauenhilfe Garben- t e l ch einen besonders wertvollen und anregenden Abend verleben. Fräulein «Steiner, bie 18 Jahre als Missionarin in Indien wirkte, erzählte in ihrer anschaulichen, packenden Art über das Leben der Frauen in Indien. Sie schilderte, wie die Anschau­ung über die Frau sich im Laufe der Zeit mehr und mehr zuungunsten der Frau entwickelte, bis sie schließlich zum völligen Unwert herabsank. Mit sicht­lichem Interesse folgten die zahlreich erschienenen Frauen den wirksamen Darstellungen der Rednerin.

tn Lang-Göns, 11. Jan. Im hohen Alter von 86 Jahren starb der Altveteran von 1870/71, Landwirt und Schmiedemeister Heinrich M e i d t. Er wurde heute unter großer Beteiligung der Ge­meinde zu Grabe getragen. Er erfreute sich bis auf die letzten Monate stets einer äußerst guten Gesundheit und ging seinem Berufe als Landwirt und Schmied bis vor kurzem nach. Die Beisetzung fand mit allen militärischen Ehren statt. Unter den Klängen von Trauermusik (es spielte eine Abteilung der Reichswehrkapelle) und unter Vorantritt des Kriegervereins bewegte sich der Trauerzug durch das Dorf Der Geistliche sprach herzliche Worte über das segensreiche Leben des Verstorbenen. Der Ge­

sangvereinFrohsinn" fang zwei Abschiedslieder, eine Abteilung des Kriegervereins gab die Ehren­salven über dem offenen Grabe ab. Im Namen des Kriegervereins legte der Vorsitzende, Kamerad K. Konrad N e r n, einen Kranz nieder und betonte die großen Verdienste, die sich der Verstorbene als Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Vereins erworben hätte. Nun lebt von den Altveteranen nur noch Heinrich Kiefer, der nicht nur 1870 mitkämpfte, sondern auch 1866. Er wird am 4. Fe­bruar d. I. 9 0 I a h r e alt. Seine Gesundheit läßt allerdings manches zu wünschen übrig.

* Eberstadt, 12. Jan. Frau Margarete Roh- r i g Wwe., geb. Görlach, von hier (zur Zeit in Bel­lersheim), beging dieser Tage in voller geistiger und körperlicher Frische ihren 8 0. Geburtstag.

cZ Obbornhofen, 11. Jan. Im Rahmen der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wird zur Zeit in unserer Gemeinde wieder eine Notstands- arbeit durchgeführt. Die Anzahl der hierfür be­regneten Tagewerke beläuft sich auf 1000 bei einer Förderungsdauer von 10 bis 11 Wochen. Zur Aus­führung gelangen die Gewinnung von 450 Kubik­meter Bruchsteine, die gleichzeitig zu Klopfsteinen verarbeitet werden, und 200 Kubikmeter Steingrus. Mit diesem Material, das in Gemeindebrüchen ge­wonnen wird, sollen 450 laufende Meter Orts- und Feldstraßen in einer H-He von 6 bis 8 Zentimeter Überschottert und übergründet werden. Der Kosten­anschlag für diese Maßnahme beträgt 5800 Mark. Mit der Ausführung dieser Arbeiten, die im Wege der Reichsverdingungsordnung vergeben worden find, wurden die Unternehmer Hayn und Litt von hier bei 10 v. H. Abgebot beauftragt. Zur Zeit sind 13 Arbeiter bei dieser Maßnahme tätig, doch soll die Anzahl der Arbeitskräfte, sobald es die Arbeitsplatzverhältnisse ermöglichen, auf 18 bis 20 gesteigert werden. Der vom Reich genehmigte Zu­schuß beträgt für jeden Arbeiter pro Tagewerk 3 Mark.

Z Li ch, 11. Jan. Der Verkehrs - und Ver­schönerungs-Verein Lich hielt seine erste Vorstandssitzung im neuen Jahre im Rathaus ab. Der Vorsitzende gab nach der Begrüßung der Vor­standsmitglieder bekannt, daß der Birklarer Weg durch die Hardt von städtischen Arbeitern sehr schön hergerichtet worden sei, gleichzeitig gab er der Hoffnung Ausdruck, daß dieser Weg in Zukunft die entsprechende Schonung erfahre und die Polizer- Vorschrift, die das Befahren dieses Weges mit Wa­gen verbietet, die nötige Beachtung finde. Weiter­hin gab er davon Kenntnis, daß sich der Verein