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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
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Die Leitzwerke m Keßlar
als Helfer der Wissenschaft.
Wunderwerke der präzisionstechnik.- Mroskov Ar. 31Z000.- Ser Weg der Leica.
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„Ernst Leitz, Wetzlar, optische und mechanische ’ Werkstätten" — fo lautet der Titel der weltberühmten Firma in unserer Nachbarstadt, der den Fachmann wohl wissen, dem Laien aber kaum ahnen läßt, was sich hinter diesem Titel verbirgt. Es läßt' sich nicht in wenigen Sätzen sagen, welcher Art die j Arbeit in den Leitz-Werken ist, vielmehr kann der Berufene Bücher darüber schreiben und — sie sind auch längst geschrieben worden. Das Werk und seine Leistung lassen sich aber in einigen klaren Begriffen darlegen: die Leitz-Werke sind in ihrer heutigen Form das Ergebnis eines zielbewußten Schaffens, die Erzeugnisse sind Höchstleistungen deutschen Geistes und deutscher Werkmannsarbeit, sind Wegbereiter und stete Helfer der Wissenschaft aller Gebiete, Diener zum Wohle der Menschheit Als Bahnbrecher erwies sich die Firma auf dem Gebiete der Kleinbildphotographie durch die Schaffung der „Leica" (Leitz - Camera). Und noch eines: jedes Instrument, jede Kamera, die das Werk verlassen, ist ein Wunderwerk der modernen Präzisionstechnik. Die Präzision der Instrumente aus den Wetzlarer Werkstätten ist in den wissenschaftlichen Laboratorien und überall da, wo man ihrer bedarf, längst zu einem Begriff geworden.
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In diesem Zusammenhang ist es interessant, in kurzen Umrissen die Geschichte des Werkes zu schildern Gründer und erster Inhaber war Karl Keller. Gründungsjahr 1849. Nach Kellers Tod übernahm Friedrich Belthle die Firma, in die schließlich der Vater des heutigen Inhabers Ernst Leitz als Teilhaber eintrat. 1869 starb Fr. Belthle. Ernst Leitz übernahm nun die Werkstätten allein und von diesem Zeitpunkt an nahm eine Entwicklung ihren Anfang, die epochal werden sollte. Ernst Leitz war, bevor er nach Wetzlar kam, in der damals bereits außerordentlich entwickelten Schweizer Uhrenindustrie tätig, in der er die Arbeitsteilung kennengelernt hatte. Der junge Inhaber der nunmehrigen Leitz- werke übernahm diese Arbeitsteilung für den Instrumentenbau. Die damalige Fachwelt kritisierte, lächelte, spöttelte sogar und wollte nicht glauben, daß durch die Arbeitsteilung im Bau der Mikroskope eine größere Präzision erreicht werden könne. Die Kritiker mußten sich aber überzeugen lassen. Bis 1870 bezog man Mikroskope fast ausschließlich von einer Pariser Firma (Hartnacke). Dort wurden sie in Einzelanfertigung, jeweils von einem Optiker bzw. Mechaniker hergestellt Ersatzteile waren infolgedessen nie zu bekommen. Hartnackes Ausweisung aus Frankreich unterbrach diese Produktion, bis nach dem Kriege 1870/71 Ernst Leitzs Mikroskope erschienen und den Markt eroberten. Zu jenen Zeiten, da der Wissenschaftler in Paris das Mikroskop bestellte, dauerte es oft sechs Monate, bis er in den Besitz des gewünschten Instrumentes gelangte. Aus den Wetzlarer Werkstätten war das Mikroskop in Tagen zu haben. Die Mikroskope, die gegenwärtig das Werk am Kalsmunt zu Wetzlar verlassen, tragen Nummern über 317 000.
Gebaut werden die verschiedensten Mikroskope. Es gibt das Biologische, das Stereoskopische und das Polarisationsmikroskop (das Letzere speziell für die
Geschliffene Linsen zum Polieren fertig.
An den Linsen-Poliermascyinen.
Linsen werden gekittet.
Die Linsen werden auf ihre Dicke geprüft.
zu erreichen. In verschie-
Mikroskop können bis zu 3OOOfache Vergrößerungen
Eine Steigerung der Möglichkeiten hat die Mikro-
erzielt werden.
. Die Entwicklung in den Leitzwerken ist aber bei
liebige Vergrößerungen „ ,
denen Mikroskopen, insbesondere im Biologischen
Mineralogie); es gibt Mikroskope für Metall- und Textiluntersuchungen, ferner für die Kriminalistik (zu vergleichenden Feststellungen) für den Fleisch- beschauer, das Werkstattmikroskop usw. Die Instrumente sind zum Teil mit den verschiedensten Objek-^ -- ----------v »• ™
tiven und Okularen ausgerüstet, die es ermöglichen, 'dem Mikroskop an sich langst nicht stehengeblieben. durch einfache Handgriffe in kürzestem Zeitraum be- Eine Steigerung der Möglichkeiten hat die Mikro
skopie durch die in den Werkstätten entwickelten mikrophotographischen Apparate erhalten. Interessant ist, daß jede Leica zur mikrophotographischen Arbeit herangezogen werden kann. Es wird lediglich ein besonderer Stutzen zwischen Kamera und Mikroskop geschraubt. Die Photographie stellt dann ihrerseits wieder ihre wertvolle Eigenschaft der Projektion in den Dienst der Mikroskopie. Die un-
EMajkope in der Montage.
Beim Fassen von Leica-Objektiven.
Justieren (Montage) der Leica.
Tellansicht des Konstruktionsbüros,
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aeheuren Perspektiven, die sich hier ergeben, erkennt der Laie in ihrem ganzen Ausmaß erst dann, wenn er auf einer kleinen Glasplatte z. B. das Pleurosigma (eine Algengattung der Kieselalgen) sieht, das unserem menschlichen Auge, unbewaffnet, nur als ein Stäubchen erscheinen muß — dann dieses Stäubchen in einer etwa ein Meter langen und 40 Zentimeter hohen photographischen Wiedergabe, säuberlich eingerahmt, wiedersindet und jede Einzelheit der komplizierten Struktur erkennen kann. Eine direkte Verbindung von Mikroskop und Projektionsgerät stellen besondere Mikroprojektionsapparate, so auch das Trichinoskop dar, deren eines sich auch im Laboratorium des Gießener Schlachthofes zum täglichen Gebrauch befindet. Epidiaskope werden ebenfalls hergeftellt und zwar vom allgemein gebräuchlichen Format bis zu jener Größe, die es gestattet, in klinischen Hörsälen Patienten unter das Projektionsgerät zu fahren und fo am projizierten Bild die Möglichkeit geben, zum Beispiel eine Operation in allen Einzelheiten bzw in verschiedenen Stadien zu verfolgen. Die Auswirkungen eines solchen Gerätes für die Wissenschaft lassen sich auch nicht ungefähr ab- schätzen. Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang auch die Mikrotome, die Schnitte bis zu ein Tausendstel Millimeter Feinheit gestatten. Sogenannte Gefriermikrotome ermöglichen die Untersuchung von Schnitten unter dem Mikroskov während des Verlaufs einer Operation. Erwähnt fei ferner, daß von Leitz noch eine Reihe von Instrumenten hergestellt wird, die den verschiedenartigsten klinischen Untersuchungen, Blutuntersuchungen ufw., ferner technologischen Untersuchungen und Messungen dienen.
Ein Kapitel besonderer Art ist die „Leica", die Kleinbildkamera, die heute — nach einer erst zehn» jährigen Entwicklung und Produktion — bereits in über 155 000 Exemplaren den Weg in die Welt gefunden hat. Erfunden wurde diese Kamera bereits 1914 von Herrn Barnack, der auch heute noch im Werke tätig ist und sich ständig um Verbesserungen bemüht hat und noch bemüht Der Krieg verhinderte anfänglich ihre Entwicklung Erft 1924 wurden dic konstruktiven Bemühungen wieder aufgenommen Zu jener Zeit gab es innerhalb der leitenden Techniker — wie der Inhaber der Firma Leitz uns selbst erzählt — manches Für und Wider um die Kleinbild-Photographie Die entscheidende Sitzung dauerte in lebhafter Aussprache und im Streit der Meinungen einen ganzen Vormittag — bis schließlich der Chef des Hauses bestimmte: „Es wird gemacht!" und damit der Photographie damals eine viel bekrittelte und heftig angefeindete


