Nr. 264 Drittes Blatt
(Siebener Anzeiger (General-Aimlaer für Gberheffen)
Montag, N. November 1935
Gießen ehrt die Gefallenen vom 9. November 1923.
Die Fahnengruppe der Standarte 116. — (Aufnahmen [3]: Photo-Pfaff.)
2lm Mikrophon (Hintergrund rechts oben): Unterbannführer Schneider.
Die Umwelt.
Die phantastische Welt der Kleinstädte. Parade von Sonderlingen, Halbnarren, Träumern, Schwärmern, Hinkfüßen, Weltverbesserern und verschrobenen Käuzen. Seltsame Junggesellen: ein Klavierlehrer, der dadurch ungeheuerlich erschien, weil er m der Speisewirtschaft Teller zurückwies, wenn sie kleine Sprünge oder Absplitterungen hatten. Der ewig arme Bauernknecht, die ewig arme Dlenstmagd, fromm, beschränkt, gutmütig und ar- beltssam, der langbärtige Schäfer, Quacksalber und Wissender, Schwätzer und Forscher zugleich, von einem Zauberlicht umwittert, das ihn ganz nahe
Sie waren es, die die Saat legten für die Ehre und die Freiheit unseres Volkes. In ihrem Sterben r sich schicksalhaft das deutsche Denken unseres Volkes im Ringen um das ewige Deutsch- land, in dem unermüdlichen Schaffen um die Eri- stenz und eine glückliche Zukunft unseres deutschen Volkes.
Wir wollen, daß der Tod unserer Kameraden, das Sterben der Toten unserer Bewegung auch dem letzten Deutschen im Volke zu einem tiefernsten und heiligsten Bekenntnis bringt, zu einem Bekenntnis, unter dem Deutschland in eine Zukunft marschieren möge, die seiner großen 23er- gangenheit gerecht wird und die Erfüllung der tausendjährigen Träume des deutschen Volkes bringen möge.
Unser stärkstes Bekenntnis sei: Die Fahne sei mehr als der Tod!
Ein Sprechchor der Hitler-Jugend im Zwiegespräch mit einem einzelnen Sprecher gab hierauf dem leidenschaftlichen und opferfreudigen Wollen der deutschen Jugend beredten Ausdruck. Sodann sprach zur Ueberführung der Hitler-Jugend in die aktiven Formationen der
Llnterbannführer Schneider
Er erinnerte zunächst an den Weg der deutschen Jugend vom Jungvolk über die HI., die SA. oder SS. zum Arbeitsdienst, zur Wehrmacht, dann aber wieder zurück zu den Fahnen des Führers, um zu marschieren in den braunen Kolonnen der nationalsozialistischen Bewegung. Dann sagte er zu seinen nun von der HI. zur SA. ober SS. übertretenden jungen Kameraden u. a.:
Ihr seid in der Hitler-Jugend groß geworden, ihr habt dort eine Kameradschaft erlebt, die nicht nur auf dem Papier stand und von der man nur redete, sondern die in die Tat umgesetzt wurde. Da gab es keinen Unterschied zwischen arm und reich, keine Akademikersöhne oder Arbeitersöhne da hieß es nicht evangelisch oder katholisch, sondern alle hatten nur einen Glauben,
den Glauben an Deutschland, an unsere Nation, unseren Führer!
Ihr werdet nun von der Hitler-Jugend an die aktiven Formationen überwiesen. Auch hier werdet ihr wieder Kameradschaft erleben mit Kameraden, die älter sind als ihr. Euer jugendliches Alter verpflichtet euch. Ihr müßt euch diesen neuen Kameraden einfügen und unterordnen unh nur nach Befehl handeln.
Heute wollen wir bei eurer Ueberführung in die aktiven Formationen auch in stiller Ehr-
Der stellv. Kreisleiter Pg. Hopfenmüller am Rednerpult während seiner Ansprache.
Geliebt wurde alles, was ins Weite führte. Das waren Landkarten, Bücher, Globuskugeln, Bilder, Briefmarken, Eisenbahnschienen, Schiffe, 'vorüberbrausende Züge, verschwimmende Landstraßen. Von ihnen wurde ein alles überwuchernder Hang zum Träumerischen entfacht, der nicht vorsichtig genug von Lehrern und Eltern in die Tatsächlichkeit zurückgeführt wurde. Dann wieder die Gegenbewegung: ein Ueberschlagen ins Tatenhungrige, weder Maß noch Ziel findend, und von den glühenden Stacheln der Bestrafung, der Verspottung, der Lächerlichmachung und der Demütigung vergeblich eingedämmt.
Die Jahreszeiten.
Der Frühling war reich an Spielen: Ballspiel, Marmelspiel, Reiftreiben, Fang- und Versteckspiel. Auf dem holprigen Kopfpfläster, angeschwemmt vom Fluß, klapperten wieder die nägelbesetzten Sohlen. Viel Zeit wurde mit dem Ausklopfen von Pfeifenholz und dem Ausbohren von Holunderbüschen verbracht. Viel Zeit auch mit dem Spähen, wohin die Vögel Nester bauten Manchmal wurden dabei Veilchenhange und Schlüsselblumwiesen entdeckt: Fäuste voll Blumen wurden gepflückt und wieder verloren. Als unruhige, ungeduldige, achtlose, eilige Spur zogen sie hinterdrein. 1
Der Sommer sah den Knaben im Grase liegen. Von den Ausflügen kam er zurück mit staubigen Fußen. Im drückenden Schul^immer saß er von Fliegen umsummt, sich ründende Schweißperlen am stopplig geschnittenen Haar. Das Glas der Augen war erstarrt, schwer wie Blei, und funkelte erst wieder, wenn die Schultreppe unter dem Donner hinwegsturmender Tritte schwankte. Sinn und Sehnsucht waren ganz auf den Freiheitsraum der großen Ferien eingestellt, auf den Fluß, auf die Heuernte, auf die Hohlwege, auf die kühle Speicherecke, wo die Knabengestalt ins Geheimnisvolle verschwand. Auch die Wälder mit dem verwucherten, halb unter die Erde versunkenen Limesbogen, zogen an. Niemand wußte warum, der Knabe scharrte mit einem Stein römische Münzen aus der Erde.
Ueber den Knaben fiel der ungeheuere herbstliche Segen des Obstes. Er hatte von Aepfeln und Bir- neü ausgebeulte Taschen. Er klapperte mit Säcken voll Russen. Das Eichhörnchen und er begegneten ssch ost im Haselnußgebüsch. Er lief in der Kette der Treiber. In dem großen Gehäuse voll Wind- ffOBen, fallenden Blättern, aufknallenden Kastanien- scholen, Kartoffelrauch, Freudenschüssen aus den Weinbergen und knatternden Drachen war der Knabe bis zur frühsinkenden Nacht tätig.
Höhepunkte des Winters waren der erste Schnee die Schneeballschlacht, die Schlittenfahrt, das grüne Eis der Nikolaustag — das große Knabengericht, Rede und Widerrede, Luge und Geständnis,'Buße und Belohnung, Rute und das Füllhorn der Sü- ßigkeiten. Daran schloß sich der Weihnachtstag als Landschaft der bleiernen Soldatenheere, der Eisenbahnen, der Baukästen, der Bauernhöfe, der Menagerien und Bilderbücher. Die Neujahrsnacht wurde mit der Feuerschnur von Fröschen und Raketen begrüßt, am Faschingstag klebte die scheußliche Maske im Gesicht, etwas Dämonisches, Ungezügeltes Rauschhaftes und Freches kam in die verschüch- . terte, geknebelte und gehalfterte Seele.
zu den Märchen und Sagen stellte. Groß war der Strom der Vorbeiziehenden; Handwerksburschen, Slebmacher, Scherenschleifer, Drehorgelspieler, Invaliden mit Affen auf den Schultern, fremde sonnenverbrannte Hausierer, Strom der Armut und der Ruhelosigkeit.
Die Träne der alten Dorfbotin fiel in den bitteren Staub der Steinstufe und blieb noch lange dort brennendes Zeichen der Arbeit, der Plage und der Demut. Verfettet war die Welt um den Knaben, ?BaILm‘ Hochmütig, stehkragenstreng, akademisch, halbakademilch oder nichtakademisch, eine Welt un- verstandlicher Ordnung, eingeteilt nach Titeln, Mit- teln Graden, aber nicht nach Taten, Seele oder Geist. Der Knabe wurde antibürgerlich, schroff, ablehnend. Bewußt stellte er sich weg von ihr und horchte in die Finsternis der Zukunft. Was er hörte, war Weltunruhe und apokalyptischer Kriegsdonner.
Schamgefühl.
Es erwachte, wenn mit einem neuen Anzug auf öje etroße oder in die Schule gegangen werden mutzte. Es war erstes Bewußtwerden und Erkennen eines sozialen Grundanstandes: äußerlich nicht von dem Sohn der Wäscherin ober bes Eisenbahn- jrbeiters abzustechen. Außerdem entstand es durch das schmerzliche Erschrecken vor dem Neidqefühl im Auge des anderen.
Die Schule.
in die Jahrtausende. Deutsches Soldatentum, so alt wie das deutsche Volk selbst, fand in dem Schicksalsmarsch vom 9. November 1923 seine letzte und höchste Versinnbildlichung. Hier marschierten Menschen, die sich über die letzten Dinge des Lebens unseres Volkes ganz im klaren waren, die den Marsch gehen wollten, der die Erfüllung der jahrtausendealten Sehnsucht des deutschen Volkes bringen sollte. Aber ein harter Schlag traf diesen Marsch. 16 der Besten aus allen Schichten des Volkes blieben bei diesem Marsche tat liegen. Sie starben im unerschütterlichen Glauben an Deutschland.
Wir halten keine Totenklage, wir trauern nicht, denn wir wissen, daß sie sich in ihrem Sterben im deutschen Volke ein Mahnmal gesetzt haben, das uns immer wieder erinnern muß an unsere Pflicht gegenüber unserem deutschen Volke Der Künder einer neuen Zeit, der Künder eines neuen Deutsch- lanö hatte das Volk zum Marsch gerufen. Freiwillig, auf Grund ihrer inneren Verpflichtung, in voller Bereitwilligkeit zur Unterordnung und in Mstloser Überzeugung sich einzusetzen, so marschierten diese deutschen Menschen, um den Schicksalsweg des deutschen Volkes zu Ende zu gehen.
Das deutsche Blut hatte diese Menschen zusammengebunden. Und so sind diese Toten am Wege geblieben, sind eingegangen in den Sturm horst Wedels. Aber tausendfach haben sie Auferstehung gefeiert, sind mitten untot uns und tragen uns in selbstloser, freiwilliger Hingabe im Dienste unseres Volkes. Und sie sind uns Mahnmal, sind uns eine ewige Verpflichtung, noch mehr als das beste für unser deutsches Volk hinzugeben.
Der Gedanke an diese Männer ist der Urgrund und muß es bleiben für die sich ewig erneuernden und verjüngenden Kampffronten der nationalsozialistischen Bewegung und jetzt der gesamten Front des ganzen deutschen Volkes.
Der Totengedenktag der nationalsozialistischen Bewegung bringt uns von nun ab immer wieder die Ueberführung unserer Jugend in die aktiven Formationen der Bewegung; dabei ist es gleichgültig, wo sie marschieren, denn im letzten treffen sie sich immer wieder, im Endziel ihres Marsches: sie marschieren um ihr Volk. Mögen die Toten unserer Bewegung für uns immer das bleiben, was sie bei ihrer selbstlosen Hingabe vor Augen hatten:
Das Mahnmal der Unsterblichkeit ihres politischen Soldatentums und ihrer freiwilligen Aufopferung und Hingabe für ihr Volk.
Schlecht in Latem, Griechisch und Mathematik. Vielleicht waren die Lehrer daran schuld, vertrocknete Manner mit grauen oder roten Bärten, winzigen und gezwungenen Bewegungen, unnatürlichen Stimmen und boshaften Augen. Die Lehrer damals liebten nicht die jungen Seelen, die jungen Stirnen, Kontinente derTräume, derPläne und derEinfamkeit Sie hebten nur den Buchstaben, den alten, schwarzen Buchstaben, der aus Klosterschulen und dumpfen Studierzimmern übriggeblieben war. Sie liebten nicht den Witz die Frische, das Helläugige, das x__in... t.. . liebten nur die
Grammatik, das Pensum, das Paragraphierte, das ^ote. Irgendetwas war in dem Knaben, das ihn J ?!eL.6d)ule keine Anerkennung erwerben ließ. HfÜJCÄmQr em unbewußtes Erkennen, daß alles Wissen nicht mehr notwendig sei. D
.War es nicht wichtiger, die große Fülle und Schön- ^^des Gebens unbändig zu kosten, etwas Kreatür- 'n?»» ?. 3^C^en' etwas Grammatikalisches?
""Mittelbar "or &er winzigen Knabengestalt Schatten bes Weltkrieges enw por. Eme Kindheit war ohne Uebergang zu End«.
^Relief einer Knabenzeit.
Von Anton Schnack.
Das Gesicht.
Noch in allem ungefüg und auseinandergezogen. Wtzlich, über Nacht, eckig Es streckte sich, aber darunter schimmerte noch lange bas milchige Kinder aesicht nach. Dann kam, als die Füße schneller laufen konnten, etwas Windiges, Langgestrecktes unb Vorwärtsstoßendes hinein. Das Spähende, beobachtende wurde immer mehr ausgeprägt: alles skhen, alles hören, bei allem dabei fein, alles verleiten. Je mehr sich Knochen zeigten, desto tiefer fiitig das Auge unter die Stirne zurück. Das Auge ruhte, fing an zu träumen, das Auge sann nach, dar Auge suchte Hinter- und Untergründe, das Auge sammelte Bilder und filtrierte sie. Widerspenstig stürmte das Haar über den Kopf. Es wurde weiier Scheitel, noch ließ es sich zurückbürsten, oder kräuseln. Es wirbelte sich zweifach und dm fach, stand auf, duckte sich nieder, flatterte her- Auiruhr"^^^ den richtungslosen inneren Erster Lebensraum.
Dörfer, Kleinstädte, hügeliges fränkisches Land, begrenzt von den Flüssen Sinn, Unterfränkischer mle, Mam Oberfränkischer Rodach. Zäh vertei- ugiss und schnell erobertes Territorium, ausge- bis in den letzten Winkel und unverblaßt im Wachtins bewahrt. Durchzogen als Räuber, Jn- smer, Trapper, Landsknecht und Soldat Später ■1 Romantiker lyrische Harfe, Schwärmer. Erst vuide die Landschaft erobert, brutal, stürmisch war sie nur Bild, seelischer Bestandteil. Zum Schluß erwachte die Sehnsucht, die Hügel mit hohen Sergen zu vertauschen, die Kornfelder des Som- : ws mit den Brandungen der Meere, die kleinen Längen Straßen mit dem dämonischen Rausch i:on Berlin, London oder Paris. Der erste Lebens- uauri war gesprengt.
Kameraden.
Vlötzlich waren sie nicht mehr. Die erste Schul- Md Spielzeit war Geröll, die ununterbrochen ver- Wltet wurde und neues heranbrachte. Nasen tau- oheii zwar noch in der Erinnerung auf, Ohren, Minimen, Namen, aber sie formen sich nicht mehr W klaren Gesichtern. Ein ungeordnetes Mosaik aus Millen, Schrammen, Spottnamen, Stirnen und Hautfarben
Gin jeder hatte seine Eigentümlichkeit: es gab Nalsnbohrer, Näscher, Duckmäuser, Ofenhocker, Frömmler, Draufgänger, Hanswurste, Stotterer,
Lispler, Träumer, Büffler, Windhunde, Lügner/ Angeber, Bedächtige, Rotbackige, Weißhäutige, Kränkliche, Fahle, Steinschmeißer, Pfeifer. Auf sie zurückschauen, macht traurig. Mit ihnen entschwand die Kindheit. Mit ihnen entschwand das große Aberteuerreich der Jugend.
Lieblingsdinge.
Wasser: es war grausam und nicht entgegenkommend Geliebt wurde auch der Wald, der einsame stundenweite, finstere,' tiefe Wald. Beide, Wasser und Wald, traten unmittelbar heran, drängten sich auf, erhoben ihre Stimmen Tag und Nacht, entweder im Fall der Wehre oder im Sausen der Wipfel. Das Wasser wurde vom Fischer beherrscht, von seinem tanzenden Angelkork, dem trocknenden Netz, der versenkten Reuse, dem schwarzgeteerten Kahn, m dem die silbernen Schuppen der Weißfische blitzten. Der Wald wurde von der grünen Gestalt des Jägers beherrscht, vom braunen, spurenverfolgenden Hund, vom Büchsenschuß, der den Abend beunruhigte, vom Rucksack, aus dem die zierlichen, ebenholzschwarzen Läufe des Rehwildes herausfchauten. Es waren aroße Mannsgeftalten, die nachgeahmt wurden, sehnsüchtig umstrichen wurden, brennend verehrt.
zeichen aufgestellt zu werden. Dann hörte man von Dem
HZ.-Sefolgschastsführer Bötz
den Fahnenspruch, in dem der gefallenen Ka- meraben bes nationalsozialistischen Freiheitskampfes geaast, ihre Mütter und Frauen geehrt wurden Die alles opferten für Deutschland, für uns; man horte aber auch das Bekenntnis, daß die Toten und ihr heiliges Wollen leben in denen, die ihres Geistes sind und die ihr Wollen hineintraqen in den Staat
Erklang dann die von dem Mufikzuq der SA.-Standarte 116 unter Leitung des Musikzuq- führers Herrmann ergreifend gespielte „Feiermusik zum 9. November", die eine würdige Brücke war von dem Fahnenspruch zu der Totenehrung. Hierbei war
Obersturmbannführer Bender
der Sprecher. Auf sein Kommando: „SA., still- aeftanben! Senkt bie Fahnen vor der Unsterblichkeit!" ging ein Ruck burch bie großen Kolonnen, die in straffer soldatischer Haltung standen, senkten sich bie vielen Fahnen. Dann verlas der Sprecher bie Namen ber am 9. November 1923 vor ber Felbherrnhalle in München für Deutschlands Freiheit gefallenen Opfer, Johann bie Ramen ber im Gau Hessen-Nassau als Blutzeugen Der nationalsozialistischen Jbee gefallenen Kämpfer Wahrend btefes feierlichen Namensaufrufes spielte der Musikzug leise das Lied vom guten Kamera- ! den. Und am Schlüsse bes Namensaufrufes ver- I Funbete ber Sprecher bas Bekenntnis: „S i e marschieren im G°ist in unseren Reihen mit!" Dann das Kommando: „Fahnen hoch! Rührt euch!" Nun sprach der
stelkvertr Kreisleiter öopfenrrüUer
Er sagte in feiner Feieransprache u. a.: Uns vereint in dieser nächtlichen Stunde ber Gebaute an die Toten unserer Bewegung, ber Toten, bie in shrer unroanbelbaren Liebe zu Volk unb Vaterlanb ihr Höchstes gaben: ihr Leben. An ihnen erfüllte sich bas Schicksal bes solbatischen Molchen, bas gleiche Schicksal, bas Millionen unserer Brüber unb Vater auf ben Schlachtfeldern bes Weltkrieges ihr Leben freudig hingeben ließ.
Das Vermächtnis unserer Toten wurde getragen von einem Wanne, der einer der unbekannten Wanner im feldgrauen Rock war: vom Führer.
Er war es, ber bas beutfehe Volk aufrief zu feinem Schicksalsmarsch, zu bem deutschen Schicksalsmarsch
Eine packende Feierstunde vereinigte am Samstagabend Tausende von Männern und Frauen auf Oswaldsgarten zu e h r f ü r ch t i g e m G e d e n k e n an die ersten Gefallenen der Bewegung vom 9 Novern b-er 192 3. Die Qorbfeite des Oswaldsgartens war mit einem rie- igen Hoheitszeichen, das rechts und links von den zahnen des Dritten Reiches flankiert war, ge- chmückt. Vor dem Hoheitszeichen war der Redner- tand mit dem Mikrophon aufgebaut. Etwa von 0 Uhr ab marschierten von allen Seiten in langen Jügen die Kolonnen der Gliederungen der Partei, ie Abordnungen der Wehrmacht und der Arbeits- iienft heran, ferner strömte eine große Menschenmenge rings um den Platz zusammen. Auf dem platze selbst standen die Säulen der Gliederungen i a Gemeinschaft mit den Abordnungen ber Wehr-! lacht und mit bem Arbeitsbienst aufmarschiert. Die iesige Menschenmenge war überstrahlt von bem lichte der hohen Bogenlampen unb von dem scheine des matt aus verschleiertem Himmel leuchenden Mondes das ganze Bild war erfüllt von eigenartigem stimmungsvollem Reiz. Den Ordnungsdienst versah die SS. wieder in mustergültiger Weise. a
Zu Beginn der Feierstunde, gegen 20.30 Uhr, er- ltschen die Bogenlampen, vor dem Hoheitszeichen! Uid den Fahnen brannten die Flammen von gackeln auf und gaben ber nächtlichen Versammlung im Freien unter bem Lichte bes Mondes einen bifonberen, packenben Charakter Dumpf dröhnten vvr' der in ehrfurchtsvollem Schweigen verharren- dm riesigen Menschenmenge bie Lanbsknechtstrom- Mln des Jungvolks zum Einmarsch der Fah- ns n. In einer großen Gruppe wurden von der l Neustadt her die Fahnen der Ortsgruppen, der! M -Stürme, der NS -Betriebszellen, der HI., des j ADM. und des Jungvolks herangetragen, um rechts lsd links neben dem Rednerstand vor dem Hoheits-1


