Ausgabe 
11.11.1935
 
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Beförderungen und Ernennungen im NSKK zum 9. November.

München, 9. <Roo. (DNB.) DerVölkische Beobachter" meldet: Anläßlich des 9. November hat der Führer im Nationalsozialistischen Kraftfahr- korps folgende Beförderungen, Dienstgradverleihun­gen und Ernennungen ausgesprochen: Befördert wurden: Zum Gruppenführer: der Brigadeführer Theodor Oppermann; zum Brigadeführer: die Oberführer Prinz Richard von Hessen, Günther P r ö h l, Heinrich Christian Schäfer- Hansen; zum Oberführer: die Standartenführer Otto Schade und Friedrich von Städtler. Verliehen wurde der Dienstgrad eines Gruppenfüh­rers den Gauleitern Josef G r o h 6, Gustav S t - mon und Karl Weinrich; der Dienstgrad eines Oberführers dem Reichssendeleiter Hadamowsky. Ernannt wurden: Zum Inspekteur der technischen

Ausbildung und Geräte der Gruppenführer Erwin Kraus; zum Chefstabsführer der Oberstaffelführer Adolf Ritter von Denk. 1

Der Führer bei seinen Festungshast­genoffen von Landsberg a. L.

M ü n ch e n , 9. Nov. (DNB.) Am Samstagabend sammelten sich t m Münchener Rathaus alle die Männer, die einst die Festungshaft in Landsberg a. L. mit dem Führer teilten, dazu die Angehörigen des Stoßtrupps Hitler mit dem damaligen Führer, Brigadefüh­rer Berchtold, an der Spitze. Der Führer ver­weilte lange Zeit im Kreise der alten Kampfgenos­sen. Man bemerkte u. a. den Stellvertreter des Führers Rudolf H e ß , von den bekannteren Lands­bergern Oberstleutnant Griebel, Standarten­führer Maurice, den ehemaligenOberland"- Führer Dr. Weber und Brigadeführer Schaub.

Straße und Stadt in Planung und Recht." Eine wegweisende Tagung in München.

Auf Einladung des Oberbürgermeister der Haupt­stadt der Bewegung und des Generalinspektors für das deutsche Straßenwesen Dr. Todt fanden sich am Sonntag viele hundert deutscher Stra­ßen- und Städtebauer in München zusam­men. Die Tagung wurde von der Akademie für Städtebau, Reichs- und Landesplanung und von der technischen OrganisationNationalsozialistischer Bund Deutscher Technik Reichsgemeinschaft der technisch-wissenschaftlichen Arbeit" veranstaltet.

Zur Eröffnung waren u. a. Reichsarbeitsminister Se l d t e, Reichsminister Dr. Frank und der Korpsführer des NSKK. Hühnlein, die Reichs­statthalter Nitter von Epp und Sprenger er­schienen.

Oberbürgermeister Fiehler (München) entbot herzlichen Willkomm namens der Hauptstadt der Bewegung. Er gedachte der gewaltigen Werke und Pläne moderner Verkehrsgestaltung, die Adolf Hit­ler und der Generalinspektor Dr. Todt in Angriff genommen haben und würdigte die Aufgaben, die sich daraus fürStraße und Stadt in Planung und Recht" ergeben.

Reichsarbeitsminister S e l d t e hob die Bedeu­tung der großen Straßenbaupläne für die Ar­beitsbeschaffung heraus und unterstrich, daß das gesamte Straßenwcsen nicht nur das Gesicht der Landschaft mitgestalte, sondern auch das der Städte auf Jahrzehnte und Jahrhunderte hinaus beeinflussen werde.

Darauf hielt der Generalinspektor für das deut­sche Straßenwesen Dr. Todt einen Vortrag über den Kraftverkehr und seine Forderungen an Straße und Stadt. In den letzten zwei Jahren habe sich der Verkehr um rund 100 Prozeit g e st e i - 8 ert. Die Folge ist eine ungeheure Der- rehrsbelebung auf den Straßen, insbesondere auch eine Zunahme des Fernverkehr. Die Gesamt­leistung des deutschen Lastkraftwagenverkehrs hat 1934 mit rund 3,4 Milliarden Tonnenkilometern bereits 6,8 Prozent des Reichsbahnverkehrs erreicht. Dr. Todt führte die gesetzgeberischen Maßnahmen der Reichsregierung an und hob die Tatsache her­vor, daß der Kraftwagen mit der Durchführung eines großzügigen Straßenbaupro­gramms feine Anforderungen an das Straßen­netz erfüllt sieht. Der Erfolg zeigt sich schon heute in der Verringerung der minderwertigen Straßen, in der dauernden Verbesserung namentlich der 40 000 Kilometer Reichsstraßen. Die Vertrauens­grundlage für den Fortschritt der Motorisierung bleibt natürlich die größte Maßnahme, der Bau der Reichs autovahnen. Auf den fertigen Strecken hat die Reichsautobahn bereits 5075 Prozent des Verkehrs ausgenommen. Hier kann der Kraftwagen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 98 d. H. der Höchstgeschwindigkeit erreichen, auf den Reichsstraßen eine solche von 69 v. H.

Das dritte wichtige Gebiet zur Förderung des deutschen Kraftverkehrs ist nun die Anpassung der Städte an den wachsenden Ver­kehr. Dr. Todt führte eine Fülle markanter Beispiele für die Hemmungen des Kraftverkehrs in Städten und Siedlungen an. Eines der Hindernisse ist auch der ständig wachsende Radfahrver­kehr. Wir haben in Deutschland nicht weniger als 17 Millionen Radfahrer, und bei rund 66 v. H. aller Verkehrsunfälle sind Radfahrer be­teiligt. Es gilt daher insbesondere, dem Radfahrer

eigene Wege zu schaffen. Stark im Rückstand be­findet sich die Schaffung von Park- und Garagen­plätzen innerhalb der Städte. Um so größer ist das öffentliche Interesse an der Errichtung von Autobahnhöfen, deren wir erst fünf im gan­zen Reich besitzen. Zur Steuerung der Verkehrs­not der Städte sind ein Altstadtsanierungs­gesetz, ein Gesetz über Anbau an Verkehrsstraßen, eine Garagenordnung und die gesetzliche Regelung des materiellen Wegerechts in Vorbereitung.

Kcmft und Wissenschaft.

Dietrich-Eckart-Preis fällt an Edwin Erich Dwinger und Thomas Westerich.

Der Hamburgische Senat hat zum 9. November den diesjährigen Dietrich-Eckart-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg in Höhe von 5000 Mark auf Vorschlag des aus Staalsrat Dr. Becker, Landesstellenleiter Schmidt vom Reichsministe­rium für Volksaufklärung und Propaganda und Landesschulrat Schulz bestehenden Vertrauens­männerkollegiums zu gleichen Teilen an Edwin Erich Dwinger und Thomas W e st e r i ch ver­liehen. Das Vertrauensmännerkollegium hat den Vorschlag bezüglich Dwingers u. a. damit be­gründet, daß dessen Werke (Die Armee hinter Stacheldraht";Zwischen Weiß und Rot";Wir rufen Deutschland";Die letzten Reiter") beachtens­werte Beiträge zur Geschichte der Deutschwerdung der deutschen Nation darstellen. Thomas W e st e - r i ch wurde vorgeschlagen, weil er frühzeitig wie kaum ein anderer die Forderungen Blut und Boden und Glaube an Art und Volk erkannt und sie in neuer, weihevoller Form gestaltet habe. Die künstlerisch ausgeführten Verleihungsurkunden werden den Preisgekrönten zum 25. Dezember, dem Todestage Dietrich Eckarts, übersandt werden. Die Verleihung selbst wird, wie schon diesesmal, auch in Zukunft stets am 9. November erfolgen.

Kleine politische Nachrichten

Die Bundesreferentin des Stahlhelm- Frauenbundes Frau B i a l u ch hat dem Bundesführer des NSDFB. (Stahlhelm) mitgeteilt, daß sich der Stahlhelm-Frauenbund zu gleicher Zeit mit dem NSDFB. (Stahlhelm) aufgelöst hat.

Der türkische Außenminister Tewfik Rusch- t u Aras und der bevollmächtigte diplomatische Vertreter der UDSSR, in der Türkei, K a r a - ch a n, unterzeichneten ein Protokoll, kraft dessen die sowjetrussisch-türkischen N e u t r a l i t ä t s - und Freundschaftsverträge vom Jahre 1925, das Zusatzprotokoll vom Jahre 1929 und das Flottenab kominen von 1931 eine zehnjährige Verlängerung erfahren. Die­ses Protokoll wird ratifiziert werden und tritt mit dem Austausch der Ratifikationsurkunden in Kraft.

WirtsPastiiche Notverordnungen in polen.

Warschau, 10. Nov. (DNB.) Der polnische Ministerrat hat auf Grund des Vollmachtgesetzes die ersten fünf wirtschaftlichen Verordnungen be­schlossen, deren Ziel die Herstellung des Gleich­gewichts im Staatshaushalt ist. Durch

Zuversichtliche Stimmung im italienischen Hauptquartier.

Asmara, 11. Nov. (Funkspruch des Kriegs- berichterstatters des DNB.) In italienischen Krei­sen vermutet man, daß der Negus angesichts der Tatsache, daß ganz Nordabessinien, Danakil und Ogaden im wesentlichen in der Hand der Italiener sind, die militärischen und politischen Auswirkungen der Sühnemaßnahmen a b w a r t e n und deshalb eine offene F e l d - schlacht hinausziehen will. Man sieht aber feine Stellung als stark erschüttert an und gibt un­zweideutig der Meinung Ausdruck, daß die abessi­nischen Siegesmeldungen und die Nachrichten von wichtigen strategischen Manövern mit größter Vor­sicht aufzunehmen sind. Auch glaubt man weitere Anzeichen für Zersetzungserscheinungen in Abessi­nien sehen zu können.

Man rechnet im italienischen Hauptquartier da­mit, daß die Verbindung zwischen Ery - thräa und der Somali-Front außer Zweifel steht, wenn sie auch noch nicht in kurzer Frist zu erwarten sein dürfte, da die Nähe der englischen und französischen Grenze abgesehen von den militärischen auch besondere politische Maßnahmen erforderlich mache.

Der Vorstoß der italienischen Truppen in So­ma l i in Richtung auf Dschidschiga und Harrar hat anscheinend die abessinischen Pläne durchkreuzt. Die Abessinier dürften, so meint man, wenn sie überhaupt noch kampfwillig seien, ge­zwungen sein, nach zwei Fronten zu kämp­fen. Es habe zunächst den Anschein gehabt, daß eine große abessinische Armee bei dem stark be­festigten A m b a A l a g i Verteidigungsstellung be­

ziehen würde. Durch Fliegeraufklärung sei aber sestgestellt worden, daß dort keine abessini­schen Truppen zusammengezogen wür­den. Man hält es nicht für unmöglich, daß der Negus jetzt versuchen werde, die Gegend von Harrar zu halten und die anderen Truppen südlich des Setit zu sammeln, um die Ueberschrei- tung des Takazze durch das Korps Maravigna zu verhindern, das bereits dicht vor dem Takazze steht, und weiter den Vormarsch der Eingeborenen-Abteilungen über den Setit, der in Richtung Nogarra geht, abzufangen.

Mineralölbewirtsckastung in Italien.

Mailand, 10. Nov. (DNB.) Beim italienischen Korporationsministerium wurde ein besonderes A m t für flüssige Brennstoffe eingerich­tet, dem die Bewirtschaftung der Mineralöle obliegt. Es ist Aufgabe des Amtes, für die Versorgung des Landes mit flüssigen Brennstoffen und deren Ver­teilung Sorge zu tragen. Der Handel mit Mineral- und Schmierölen ist nicht mehr frei, sondern wird von diesem Amt beaufsichtigt. In ganz Italien wird gegen ungerechtfertigte Preis­steigerungen mit großer Schärfe vorgegangen. Die überall einsetzenden Ueberwachungsstellen haben bereits ihre Tätigkeit ausgenommen. Weaen lieber» tretung der Vorschriften gegen Preistreiberei wur­den in zahlreichen Städten Italiens Verkaufs- laden geschloffen. Den Besitzern solcher Ge­schäfte wird sofort die Mitgliedskarte der faschistischen Partei entzogen.

die Verordnungen wird eine Sonder st euer auf al l e Gehälter und Löhne aus staatlichen und kommunalen Fonds für zwei Jahre eingeführt, die die Monatsgehälter bis zu 100 Zloty freiläßt und dann in starker Steige­rung 7 bis 25 v.H. (bei mehr als 2000 Zloty Mo­natsgehalt) beträgt. Die zweite Verordnung bringt eine Senkung der Mieten für Klein­wohnungen im Ausmaß von 10 bis 15 v. H. Eine weitere Verordnung befreit Kleinwohnungen von der Wohnungssteuer. Die beiden weiteren Ver­ordnungen bringen Erleichterungen für die Wirt­schaft.

Aus aller Wett.

Fernlastzug fährt in BDAT-Gruppe.

In Weingarten (Baden) ereignete sich ein schreck­liches Unglück. Ein Fernlastzug fuhr in eine Gruppe von vier BDM.-Mädchen hinein, die ge­rade auf dem Heimweg von der Totenfeier begrif­fen waren. Die Mädchen befanden sich auf der rechten Straßenseite, während der schwere Wagen auf der falschen Seite herankam und die Mädchen, die nicht mehr ausweichen konnten, zu Boden riß. Die VDM.-Führerin Erna Maier erlitt einen Schädelbruch und st a r b auf dem Transport ins nahegelegene elterliche Haus. Zwei weitere Mäd­chen, beide löjährig, wurden mit l e b e n s g e f ä h r- lichen Schädelverletzungen vom Platze getragen. Das vierte Mädchen kam mit dem Schrecken davon. Der Lenker des Lastzuges wurde festgenommen.

Feuer in einer kanadischen Irrenanstalt. Fünf Tote.

In einer Irrenanstalt mit 4000 Insassen, die sich in einer Vorstadt ungefähr 12 Kilometer östlich vom Zentrum der Stadt Montreal befindet, brach Feuer aus. Das Personal hatte die größten Schwie­rigkeiten, die Kranken in Sicherheit zu bringen. Viele von ihnen mußten gefesselt davongetragen werden. Fünf Kranke fanden den Tod.

Achtzehn Tote bei einem Schiffsunglück an der irischen Küste.

An der Küste der nordirischen Grafschaft Dunegal ereignete sich ein schweres Unglück, das ^To­desopfer forderte. 19 Männer und Frauen, die als Arbeiter in Schottland gewesen waren, hatten in einem offenen Segelboot die Heimreise nach der Arrammore-Jnsel angetreten. Um den Weg abzu­kürzen, steuerte der Führer des Bootes durch eine klippenreiche Strecke. Plötzlich stieß das Segelboot

gegen eine Klippe und kenterte. 17 Personen ertranken. Die beiden Ueberlebenben klammer­ten sich an das Boot fest, das nach 15 Stunden an die Küste getrieben wurde. Einer der Geretteten st a r b nach kurzer Zeit und das Befinden des an­deren ist ernst. Unter den Opfern befinden sich acht Mitglieder einer Familie. Eine andere Familie hat drei Mitglieder bei diesem Unglück verloren. Bis­her gelang es, 9 Leichen zu bergen.

Deoifenprozeh gegen einen Redemptoristenpater.

Vor dem Berliner Sondergericht hatte sich der 55jährige katholische Ordensgeistliche Bernhard Brinkmann aus Vaals (Holland) unter der Anklage des fortgesetzten Devisenverbrechens zu ver­antworten. Er saß Ende August dieses Jahres be­reits einmal auf der Anklagebank zusammen mit acht anderen Patres der niederdeutschen Ordcns- provinz der Redemptoristen. Es hatte sich die Ab­trennung der Verhandlung gegen Brinkmann er­forderlich gemacht, weil noch weitere Nachforschun­gen über den Verbleib der Gelder angestellt werden mußten. Brinkmann wurde wegen Deoisenvergehens in drei Fällen und Beihilfe in einem weiteren Falle zu zehn Monaten Gefängnis, 3360 Mark Geld­strafe und 20 600 Mark Wertersatz verurteilt. Acht Monate und drei Wochen der Untersuchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet. Wie der Vor­sitzende betonte, haben wesentliche Punkte der An- klage fallen gelassen werden müssen. Erwiesen sind vier Verstöße gegen die Devisenbestimmungen.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Avsgabeort Frankfurt.

Die Großwetterlage ist gekennzeichnet durch ein kräftiges Hochdruckgebiet über Osteuropa und leb­hafte Wirbeltätigkeit über dem östlichen Atlantik. Die Störungen sind jedoch flach, so daß sie zwar zeitweilig Bewölkungszunahme, aber keine wesent­lichen Niederschläge bis zu uns vortragen. Die Temperaturen werden im wesentlichen durch Ein- und Ausstrahlung bestimmt. Eine rasche Aenderung des im ganzen freundlichen Witterungscharakters ist nicht wahrscheinlich.

Aussichten für Dienstag: Vielfach dun­stig oder neblig, sonst dunstig bis aufheiternd, Höch- stens ganz vereinzelt etwas Niederschlaa, nachts frisch, mittags recht mild, östliche und südliche Winde.

Temperaturen am 10. November: mittags 13,5 Grad Celsius, abends 4,9 Grad; am 11. November: morgens 1,4 Grad. Maximum 14,4 Grad, Minimum 0,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. November: abends 7,4 Grad; am 11. November: morgens 5,5 Grad Celsius.

besonders gut gelungenen und extra leichten Ernte 33

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