Die,/Ewige Wache" der Helden des 9. November.
Die Beisetzung -er an -er Fet-herrnhatte Gefallenen in -en Ehrentempeln am Königsplatz.
Der Opfergang zur Feldherrnhalle.
München, 9. Nov. (DNB.) Ein grauer Novemberhimmel spannt sich über München, grau roie damals, als der Führer und seine Getreuen vom Bürgerbräukeller aus den Opfergang zur Feld- herrnhalle antraten. Wir fahren durch die Straßen des 9. November. Die dunkelroten Banner mit dem Hakenkreuz und den Siegrunen, die quer über die Straßen gespannt sind, versinnbildlichen den Opfergang, beit die Männer um Adolf Hitler vor zwölf Jahren gegangen sind. Pylon reiht sich an Pylon. Jeder trögt den Namen eines Gefallenen. Die Straßen umsäumt das dichte Spalier der SA. Dahinter steht wie eine Mauer die Münchener Bevölkerung. Bor den Reihen der SA. haben die Münchener HI. mit der Marine-HI., die Jungvolkpimpfe, der BDM., die Jungmädel Aufstellung genommen.
Kurz nach 12 Uhr verläßt der Führet seine Wohnung und begibt sich zum Bürgerbräukeller, um sich in die Spitze des Zuges einzureihen. Zum erstenmal hat der Führer auch selbst zu Ehren der Gefallenen den Blutorden angelegt. Bei ihm befinden sich Julius Schreck, der Gründer und erste Führer des SS., Julius Schaub, der langjährige Begleiter des Führers, der auch die Festungshaft mit ihm teilte und Ullrich Graf, der am 9. November 1923 den Führer mit seinem Leibe deckte. Der Stellvertreter des Führers, R u - d o l f Heß, hat den Führer astgeholt und geleitet ihn zum Bürgerbräu und im gleichen Augenblick,
Mann Träger des Blutordens ist. Im Norden schließt eine Ehrenkompanie des Infanterieregiments 61 den Platz ab. Die Lafetten werden auf der Theotiner und Nesidenzstraße angefahren. Die Ehrenkompanie präsentiert: die Särge werden von je sechs alten Kämpfern auf die Lafetten gehoben. Dumpfer Trommelwirbel des herannahenden Zuges ertönt. 16 Schüsse künden den Lebenden den Opfertod der Gefallenen des 9. November 1923. Alles ehrt in tiefem Schweigen die Toten. Dann tritt der Führer an das Mahnmal, das in ehernen Lettern die Namen der Gefallenen trägt und legt einen Kranz nieder. Die Lafetten mit den Särgen setzen sich in Bewegung. Die letzte Fahrt der 16 Helden nimmt ihren Anfang. Den Lafetten folgen die zwei Stürme der Leibstandarte und ihnen schließen sich die Teilnehmer des Marsches des 9. November an.
Der Siegeszug zum Königsplatz
Auf dem Königsplatz sind die zwei gewaltigen Marschblocks, die Fahnen der SA., der SS., des NSKK., des Arbeitsdienstes und der HI. angetreten. Bon den hohen Masten, die die Symbole der Bewegung krönen, wehen die Fahnen des Reiches noch auf halbmast. Das Hakenkreuz in Gold auf rotsamtenem Grund, ist den Bauten der Bewegung einziger äußerer Schmuck. Die Tribünen, die die Nord- und Südseite des Platzes einnehmen, sind schon eine Stunde vor dem feierlichen Akt überfüllt.
Langsam und feierlich naht nun der Zug mit den 16 Särgen vom Mahnmal her. Durch das Spalier der 3000 Führer der Partei aus dem ganzen
Um die mitternächtliche Stunde, als die Särge in der Feldherrnhalle aufgebahrt worden waren, traf der F ü h r e r ein, um an jedem einzelnen Sarge in stillem Gedenken zu verharren.
(Scherl-Bilderdienst-M.)
in dem der Führer in die zweite Reihe der Männer vom 9. November getreten ist, setzt sich feierlich der Zug in Bewegung.
Aus den Lautsprechern an den Pylonen hallen nun dumpf und schwer die Namen der Toten. Außer den Namen der Helden vom 9. November hören wir dann auch den Namen des 17. Toten: Werner D o e l l e, der nach der Wiederaufrichtung der Bewegung als Erster an einem Hellen Augustsonntag des Jahres 1925 sein junges Leben gab. Die Klänge des Horst-Wessel-Liedes begleiten den Zug, der langsamen, gemessenen, feierlichen Schritts seinen Weg geht. In die verhaltenen Weisen des nationalsozialistischen Kampfliedes tönt wieder und wieder ernst und feierlich der Name eines der Helden, die für die Bewegung, die für Deutschland gefallen sind.
Julius Streicher schreitet dem Zug voran; die Blutfahne getragen von Sturmbannführer Grimminger folgt. Um den Führer scharen sich der Stellvertreter des Führers, der Stabschef der SA., der Reichsführer der SS., der Korpsführer des NSKK., der Reichsjugendführer, der Reichsarbeitsführer. Träger bekannter Namen marschieren dann in der Führergruppe, Kriebel, Dr. Weber, Amann, Rosenberg, Frick, Fiehler, Göring, Berchtold und andere. Mitten unter den mehr als 50 Achterreihen der Blutordensträger schreitet S ch w e st e r P i a , die einzige Frau, deren Brust für nimmermüde Hilfe in der Kampfzeit der Blutorden schmückt.
N e i ch s le i t e r folgen — Dr. Goebbels unter ihnen —, dann die Gauleiter, die Obergruppenführer und Gebietsführer der HI., die Hauptdienstleiter der Reichsleitung, die Gauarbeitsführer. Nach zwei Stürmen SA. aus dem Traditionsgau München-Oberbayern mit ihren Fahnen, folgt in 150 breiten Reihen die junge Garde jener Hitlerjungen, die heute durch den Stellvertreter des Führers in die Partei ausgenommen werden sollen. Ein Sturm NSKK. in schwarzem Sporthelm folgt. Eine Abteilung Arbeitsdienst marschiert wuchtigen Schrittes vorüber, und dann bildet ein Sturm SS. den Schluß des Zuges.
Das Gedenken am Mahnmal
In der Feldherrnhalle lodern von den Pylonen zu Häupten der 16 Särge Flammen empor. HI. hält die Wache. Auf dem Odeonsplatz haben auf niederen Tribünen die Träger der Standarten der SA., der SS. und des NSKK. Aufstellung genommen. Züge der Wehrmacht und der Luftwaffe haben Aufstellung genommen, von denen jeder
Reich, vorbei an den Führern und Fahnen der Jugend, nimmt die letzte Fahrt der 16 Helden ihren Weg. Nun wandelt sich der Opfergang in den Siegeszug der Bewegung. Sieghaft rauschen über den Platz die Klänge des Liedes der Deutschen, erst getragen und verhalten, dann anschwellend und in einem lebendigeren Rhythmus Symbol des erkämpften Sieges. Zu beiden Seiten der Ehrentempel schwenken die Lafetten ein. Während noch immer das Deutschlandlied erklingt, nehmen alte Kämpfer vor dem Ehrentempel die Särae mit den Gefallenen auf. Rechts und links von jeoem Sarge halten die sechs alten Kämpfer des Ehrengeleits letzte Wache. Die Angehörigen der Gefallenen sammeln sich vor den Särgen.
Wieder erheben sich die Arme zum deutschen Gruß. Durch die Masse der Fahnen und Standarten hält der Führer mit der Blutfahne und den alten Kämpfern seinen Einzug. In zwei Marschsäulen schwenkt der Zug rechts und links an dem Block der Bahnen und Standarten vorüber, wieder mit Front zu den Ehrentempeln ein. Unter weihevollen Fanfarenklängen schreitet der Führer, gefolgt von Julius Streicher, der Blutfahne und ihrem Ehrengeleit der alten Kämpfer hinüber zu den Ehrentempeln. Die Fahnen und Standarten, die Front zu den Tempeln genommen haben, senken sich. Der Trauermarsch von Hanfstaengl klingt auf, als der Führer zu den Toten des 9. November spricht. Wenige Sekunden atemlose Stille. Dann klingt der Ruf des Sprechers der Partei, des Gauleiters des Traditionsgaues München-Oberbayern Adolf Wagner, über den Platz.
Zum letzten Appell!
Während Adolf Wagner die Namen eines jeden- Gefallenen aufruft, antwortet ihm tausendfach das Echo der Hitlerjugend und der Männer der Partei und ihrer Gliederungen mit einem lauten: „Hier!" So nimmt die gesamte Bewegung das Vermächtnis ihrer ersten Blutzeugen auf, deren irdische Hülle hier beigesetzt, wird, deren Geist aber als Wache für Deutschland in der Bewegung weiterlebt und wirkt. Immer wieder braust tausendfach das „Hier!" über die weite Fläche, während sechs Kameraden von damals die Särge der Gefallenen aufnehmen und unter den Klängen der Vergatterung in die Ehrentempel tra- a e n. Jeden der Toten grüßen die Taufende, die sich als Träger und Vollstrecker ihres Willens zum Siege bekennen, mit erhobenen Armen zum letzten Mal. An der Stätte, die ihnen zur ewigen Wache
Der Zug der Blutordensträger trifft auf dem Königsplatz ein. Vorn Gauleiter Streicher, dem die Blutfahne folgt. Dann der F ü h r e r mit seinen Mitkämpfern. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
i
■ ;
(
W>-
-
für Deutschland und die Bewegung bestimmt ist, werden die Särge der Gefallenen in die Sarkophage eingelassen, lieber sie breiten sich das Bahrtuch mit dem Zeichen der Bewegung, in dem ihr Geist, nach heldischem Streben, heldische Wiederauferstehung feiert. Der E h r e n s a l u t rollt über die weite Fläche. Noch einmal Fanfaren: Dann betritt der Führer, gefolgt von seinem Stellvertreter und seinen nächsten Mitkämpfern, die Tempel. Er schreitet allein zu den Sarkophagen, grüßt seine Getreuen von damals noch einmal und legt — äußeres Zeichen, und vergängliches Zeichen der Bewegung — an jedem Sarge einen prachtvollen Kranz nieder.
Als der Führer die Tempel wieder verlassen hat, marschiert mit klingendem Spiel ein Sturm der Standarte Deutschland vor den Ehrentempeln auf. Unter den Rhythmen des Badenweiler Marsches ziehen die ersten Doppelposten der SS. an den Sarkophagen auf. Und wieder spricht der Sprecher der Partei Adolf Wagner:
„Deutschland ist auferstanden, des Führers treueste Kämpfer beziehen ewige Wache für Deutschland. Der letzte Appell ist beendet. Die Rationalsozialislen, die Rotmord und Reaktion am 9. November 1923, heute vor zwölf Jahren erschossen haben, sind im dritten Jahre des Dritten Reiches, im Jahre der Freiheit 1935 auf- erstanden. Sie haben „Am königlichen Platz" in München „Ewige Wache" bezogen! Achtung, die Fahnen hoch!"
Die Fahnen des Reiches steigen an den Flaggenmasten empor, während als gewaltiges Bekenntnis der Gemeinschaft die Hymne der Bewegung zum Himmel aufklingt. Die heldische Ehrung der ersten Gefallenen der Bewegung hat ihr Ende erreicht. Aber gleichsam als Symbol dafür, daß der Geist der Toten des 9. November der Jugend der Bewegung als hehres. Vermächtnis und innere Verflechtung weiterlebt, mündet die Auferstehungsfeier aus in der
Vereidigung der Jugend.
Reichsjugendführer von Schirach meldet dem Führer 1200 Hitlerjungen und 600 Hitler-Mädels als Repräsentanten der Jugend, die heute in die Partei aufgenommen wird und die im ganzen Reich zur Vereidigung an den Lausprecher angetreten ist. An jeden richtet der Reichsjugendführer den Appell, stets eingedenk zu sein, daß die NSDAP, in ihrer alten Garde eine Gemeinschaft dar- stellt, die in Glück und Unglück unzer
deutschen Volkes. Nur mit der durch Blut geheilig- ten Freiheitsbewegung vermochte der Führer ine Freiheit der Nation zu erringen. So dankt ihr diesen 16, daß ihr freie Deutsche seid, daß es euch vergönnt ist, mitzubauen an einem stolzen neuen Reich, daß ihr der Ehre teilhaftig werdet ab heute nun euch zurechnen zu können der gewaltigsten Freiheitsbewegung deutscher Geschichte. Millionen bleibt diese Ehre verwehrt. Ihr seid auserlesen! Erweist euch in eurem ferneren Leben würdig dieser Ehre — würdig unserer Helden. All euer künftiges Handeln sei so, daß ihr bestehen könnt vor den 16 Wächtern am Braunen Haus. Wenn die Jungen im Geiste der Alten, im Geiste der Bewegung und ihrer Helden treu bleiben, dann wird der Herrgott auch weiter mit uns fein. Im Namen des Führers nehme ich euch auf in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei.
Wir kommen 3 um Eide. Sprecht mir den Eid nach: „Ich schwöre Adolf Hitler unerschütterliche Treue. Ich schwöre ihm und den Führern, die er mir bestimmt, unbedingten Gehorsam."
Treue diesem Eide sei eures Lebens Inhalt. So wie ihr heute eingereiht worden seid, strömt Jahr für Jahr der Bewegung neues, junges Leben zu. Mit diesem Leben strömt fort das Vermächtnis unserer Helden bis in die fernste Zukunft unseres Volkes. Wir grüßen unser Volk. Wir grüßen unsere Bewegung. Wir grüßen den Führer, der uns Symbol für beides ist.
Der Badenweiler Marsch erklingt und dann beschließt das Lied der Deutschen die Siegesfeier.
Die Vereidigung der SS.-Anwärler
München, 10. Nov. (DNB.) Am 9. November um 22 Uhr fand, wie in jedem Jahre, vor der Feldherrnhalle die Vereidigung der SS.- Anwärter der SS.-Verfügungstruppe statt. In der ganzen Breite des Odeonsplatzes stehen die endlosen Kolonnen der SS.-Anwärter. In der Feldherrnhalle brennen auf den Opferschalen über den Pylonen, vor denen in der Nacht vorher die Särge der 16 Gefallenen gestanden hatten, flammende Feuer und hüllen den Platz in ein düster- rotes Licht. Um 22 Uhr erscheint der Führer. Der Reichsführer SS. meldet dem Führer die Formattonen. Der Führer schrettet, gefolgt vom Reichs- führer SS., die Stufen zur Feldherrnhalle hinauf«
■
Auf dem Königsplatz im Vordergründe die Särge der Gefallenen, die Träger des Blutordens und die alten Kämpfer sowie sämtliche Standarten der NSDAP, während der Ankunft des Führers. Hinter den Särgen die Angehörigen der Toten. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
trennlich zusammen steht und dem Führer gehört. Im gleichen Geist solle nun diese Jugend die Fahne des Führers tragen. „M a ch t der HI. Ehre!", so ruft der Reichsjugendführer feiner Jugend zu. Indern ihr in der NSDAP, nach dem Vorbild der Männer lebt, deren eherne Sarkophage als ewige Mahnung und Forderung Zeugen eures Schwurs find."
Der Stellvertreter des Führers Rudolf heh nimmt das Wort zur Dereidigungsrede:
„Hitlerjungen, deutsche Mädchen, die ihr in ganz Deutschland angetreten seid zum Schwur! 16 eherne Särge, 16 Märtyrer sind die stummen Zeugen eures Einrückens in die große Bewegung, die Deutschland ist. Der Opfertod dieser 16 erhob die NSDAP, zur schicksalhaften Freiheitsbewegung des
Das Niederländische Dankgebet leitet die Feier ein. Reichsführer SS. Heinrich Himmler spricht die Eidesformel vor. Tausende von Armen heben sich. Der Führer spricht, schlicht und knapp, zu den neuen SS.-Männern. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied erklingen. Der Führer schreitet durch die Reihen seiner schwarzen Garde. Das Lieder Schutzstaffeln „Wenn alle untreu werden" beschließt die Feierstunde.
Oer italienische Botschafter legt Kränze an den Ehrentempeln nieder.
München, 9. Nov. (DNB.) Der italienische Botschafter in Berlin A t t 0 l i c 0 hat Samstag nachmittag an den beiden Ehrentempeln am Königsplatz in München zwei Kränze niedergelegt.


