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Hr. 264 Erster Blaff 185. Zahrgang Montag, U November 1955
Gietzener Anzeiger
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DZM General-Anzeiger für Oberhessen
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Bauernpolitik und Arbeitsschlacht. 3um 3. Reichsbauerntag in Goslar. Don Dr. Kurt Haußmann, Sachbearbeiter im Reichsnährstand.
Eröffnung des Reichsbauerntages in Goslar.
Oer Reichsbauernführer K W. Darre erklärt: Es ist das Arbeitsziel des deutschen Bauern, die Wehrfreiheit ernährungswirtfchastlich zu untermauern.
Reichsbauerntag versammelte Führerkorps des deut-
Mit einem Sieg-Heil auf den Führer und mit scheu Reichsnährstandes begrüßt bei Beginn seiner dem Horst-Wessel-Lied fand die eindrucksvolle Kund- Arbeit ehrfurchtsvoll den Führer und gelobt Pflicht
erfüllung bis zum Aeußerften. Darre.
dankte zunächst der Stadt Goslar und
ihrer
Bevölkerung, dem
Gau Südhannover - Braun
aus neu
Hessens Staatshaushalt 1934 ohne Fehlbetrag abgeschlossen.
der übrigen Landesverwaltung 19,226 Millio- (20,524).
unter harter Arbeit des deutschen Landvolks — gewährleisten."
sondern dem Aufbau des nationalsozialistischen Staates Adolf Hitlers gilt.
gebung ihren Abschluß. An den Führer und Reichskanzler wurde das folgende Tele
gramm geschickt: „Das in Goslar zum Dritten
Darmstadt, 10. Nov. (LPD.) Wie das „Amts- oerkündungsblatt" im Jahresausweis über die Einnahmen und Ausgaben des Landes Hessen im Rechnungsjahr 1934 mitteilt, hat das Rechnungsjahr 1934 in seinem Rechnungsergebnis ohne Fehlbetrag abgeschlossen. Aus den Ausgaben ergibt sich, daß der eiserne Sparwillen der Regierung auch in diesem Jahr in die Tat umgesetzt wurde.
Der ordentliche Haushalt verzeichnet an Einnahmen insgesamt 99,417 Millionen RM. (gegenüber einem Jahres-Soll von 97,167 Millionen RM.), und zwar aus Reichssteuern 45,784 Millionen RM. (Soll 38,841 Millionen), an Landessteuern 35,804 Millionen (35,530). Davon wurden an d i e Gemeinden und Gemeindeverbände überwiesen 17,280 Millionen RM. (15,684). Aus den Betrieben verbleibt ein R e i n- Überschuß von 4,016 Millionen (3,115); an sonstigen Einnahmen werden verzeichnet: Rechtspflege 4,502 Millionen (6,738), Schulwesen, Wissenschaft, Kunst und Kirchen 7,365 Millionen (8,103),
Acht Jahre Zuchthaus für e neu Landesverräter.
Berlin, 9. Nov. (DNB.) Die Jusiizpressesielle Berlin keilt mit: Durch Urteil des Dritten Senates des Volksgerichtshofes wurde der 33jährige Iofef Szymanski aus Reichenthal wegen Landesverrats und versuchter Verleitung zur Fahnenflucht z U acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Gleichzeitig wurde auf Zulässigkeit von Polizeiaufsicht erkannt. Szymanski hatte während eines in Schlesien abgehaltenen Manövers versucht, Soldaten der Wehrmacht zum Verrat militärischer Geheimnisse zu verleiten und hat dabei an einen von diesen das Ansinnen gerichtet, seine Truppe zu verlassen, um im Auslande in fremde Dienste zu treten. Jedoch sind diese Versuche des Verurteilten erfolglos geblieben.
Todesurteil im Rudolstädter Ver- sicherungSmordprozeß.
Im Dersicherungsmordprozeß gegen den 43jährigen Heinrich A l b e r d i n g verurteilte das Schwurgericht Rudolstadt den Angeklagten wegen Mordes zum Tode. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit aberkannt und die Kosten des Verfahrens auferlegt. Der Vertreter der Anklage hatte die Todesstrafe beantragt, während der Verteidiger auf Freisprechung plädierte.
In der Urteilsbegründung heißt es, daß Alberding des vorsätzliche n Mordes an dem unbekannten Toten im Wittmannsgereuther Tal überführt fei, obwohl er leugne. In Würdigung aller Umstände müsse man zu der Ueberzeugung kommen, daß der Angeklagte der Täter gewesen ist. Wenn er aussage, daß er ein begangenes Verbrechen benutzt habe, so sei diese Darstellung erfunden. Alles, was er angebe, fei Lüge. Es fei zweifellos, daß er den Unbekannten erschossen habe, um sich in den Besitz der Versicherungssumme zu bringen. Vorher hatte der Oberstaatsanwalt das Ergebnis der Ermittlungen bekannt gegeben, nach denen der von dem Angeklagten als Mörder bezeichnete ©offom nicht in Deutschland lebt. 1
sichtigt werden, daß ein Teil der Düngemittel Preissenkungen erfahren hat.
Auch die Landmaschinen - Industrie konnte erst vor wenigen Tagen berichten, daß der Beschäftigungsgrad im Landmaschinenbau im ersten Halbjahr 1935 von 66 v. H. auf 92 v. H. gestiegen ist, er lag damit um 24 v. H. über dem Vorjahr. Gerade diese Zahl ist nicht nur im Hinblick auf die Arbeitsschlacht, sondern ganz allgemein von Bedeutung, weil sie zeigt, daß die nationalsozialistische Bauernpolitik alles andere als maschinenfeindlich ist. Uebrigens wirken sich nicht nur die Maßnahmen der Erzeugungssteigerung auf die Arbeitsschlacht aus. Allein die Marktordnung in der Milchwirtschaft hat zum Beispiel im Jahre 1934 einen Aufwand von rund 26 Millionen Mark für die Neuanschaffung und Ergänzung von Anlagen in Käsereien und Molkereien sowie für die Neuerrichtung von Rahmstationen und Milchsammelstellen erfordert. Zu diesen mittelbaren Auswirkungen kommen die unmittelbaren Anteile der landwirtschaftlichen Betriebe an dem Arbeitseinsatz. Diese zeigen sich im Rückgang der arbeitslosen Landarbeiter und der . erheblichen Zunahme der Landhelfer, deren Zahl in diesem Sommer rund 140000 betrug. Berücksichtigt man gerade diese Zahlen, so wird man erkennen, daß auch die Arbeit des 3. Reichsbauerntages nicht zugunsten eines einzelnen Standes getan wird,
Der NSK. zufolge hat der Reichspropagandaleiter der NSDAP, und Reichsminifter für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels eine Bekanntmachung veröffentlicht, in der darauf hingewiesen wird, daß in dem Kampf gegen den Kitsch die Anzahl der kitschigen Darstellungen der Symbole der Bewegung, der Nation und des Staates auf Grund des Gesetzes zum Schutze der nationalen Symbole 1934 und im laufenden Jahre eine fortlaufende Senkung erfahren haben und in den hinter uns liegenden Monaten die Zahl der Beanstandungen nur noch einzelne Fälle im Reichsgebiet umfasse, innerhalb des letzten Halbjahres im Monatsdurchschnitt etwa 10. Damit fei bewiesen, daß das Gesetz den höchsten Erfolg erreicht habe, der einem Gesetz überhaupt zuteil werden könne, nämlich allmählich entbehrlich zu werden. Das Gesetz habe bewirkt, daß das Empfinden für die Würde der nationalen Symbole geweckt, Verantwortungsbewußtsein und Geschmack bei Händlern und Publikum gehoben worden sei.
Neuerdings freilich zeigt sich, so heißt es in der Bekanntmachung u. a. weiter, auf einem anderen Gebiete als dem der Gegenstände des Handelsverkehrs eine Erscheinung, die zwar kein Gesetz, wohl aber eine Warnung nötig macht. Seit einigen Monaten werden die Dienststellen der Partei vielfach mit Verlagsprospekten über „Festspiele für nationale Feiertage", „Nationalsozialistische Feiern" und ähnliches überschwemmt. In sehr vielen Fällen handelt es sich hier um billig st eKonjunk- turware, deren Verfasser in dem großen Irrtum befangen sind, die Zeit des „patriotischen Theaterstücks für Vereinsbühnen", wie es in der Vorkriegszeit massenweise produziert wurde, sei er-'
Die Ausgaben betragen insgesamt 99,239 Millionen RM. (97467 Millionen), und zwar für die allgemeine innere Verwaltung einschließlich Polizei 13,081 Millionen (12,897), für die Rechtspflege 8,726 Millionen (8,996), für Verkehrswesen 0,238 Millionen (0,258), für Schulwesen, Wissenschaft, Kunst und Kirche 32,604 Millionen (31,161), für soziale Maßnahmen und Gesundheitswesen 9,117 Millionen (9,213), für Wohnungswesen 0,653 Millionen (1,478), für den Schuldendienst 4,248 Millionen (4,979), für Ruhegehälter 20,211 Millionen (18,155), sonstige Ausgaben 10,365 Millionen (10,030).
Der außerordentliche Haushalt beträgt in Einnahme und Ausgabe 11,784 Millionen RM. (23,011). Die Ausgaben verteilen sich wie folgt: Landeskultur und landwirtschaftliches Siedlungswesen 2,855 Millionen (2,937), Verkehrswesen 0,832 Millionen (1,202), Wohnungswesen 2,637 Millionen (2,850), sonstige Ausgaben der Hoheitsverwaltung 4,315 Millionen (14,972), Zuschüsse und Neuinvestierungen für Betrieb und beim Vermögen 1,145 Millionen RM. (1,050).
Kamp? gegen KW Md Konivnktnrware
Eine Warnung der Reichspropagondaleitung.
Der Lese- und Redeverein der deutschen Hochschüler in Prag „Germania*, der bereiets im Jahre 1933 nach einer Haussuchung seine Tätigkeit einstellen mußte, wurde auf An- ordnung der Landesbehörde aufgelöst. Damit verschwindet einer der ältesten auf völkischem Boden stehenden Hochschulverbände der deutschen Unk» versität Prag.
Goslar, 11. Nov. (DNB.) Seit Sonntag steht die Harzstadt Goslar ganz im Zeichen des Dritten Reichsbauerntages, zu dem aus allen Gauen des Reiches die Bauernführer zusammengekommen sind. Wie in den verflossenen Jahren, so hat auch diesmal die Stadt reichen Flaggenschmuck angelegt und zeigt damit schon rein äußerlich ihre Verbundenheit mit dem deutschen Bauerntum und zugleich den Charakter einer wirklichen Reichsbauernstadt.
Schon die Eröffnung dieses Dritten Reichsbauerntages im Goslarer Kaisersaal, der mit den Mitgliedern des Reichsbauernrates und Bauernführern bis auf den letzten Platz besetzt war, gestaltete sich überaus eindrucksvoll. Vor Beginn der Sitzung hatte sich vor dem Kaisersaal eine erwartungsvolle Menge zusammengefunden, die den Reichsbauernsührer und seine engeren Mitarbeiter begrüßen wollte.
Die Eröffnung selbst erfolgte durch den Sprecher des Reichsbauernrates, Ministerpräsidenten a. D. Granzow, der auf die besondere Bedeutung des Reichsbauerntages für die zukünftige Entwicklung des Reichsnährstandes und damit des gesamten Volks hinwies. Er begrüßte befoners die Vertreter der Stadt, der Partei und der Behörden.
Oer Reichsbauernführer
R. Walther Oarr6
neut angebrochen. Bezeichnend ist, daß die Verlagsprospekte über solche Machwerke fast ausschließlich an die unteren Dienststellen der Partei gerichtet und oft nur in den Teilen des Reiches verbreitet werden, die von der engeren Heimat des Verfassers ausreichend entfernt liegen. Aus diesem Anlaß stelle ich fest: Die Programmgestaltung für öffentliche Veranstaltungen der Partei an nationalen Feiertagen ist Angelegenheit der örtlichen Propagandaleitungen der NSDAP., die von den zuständigen HoheitsTrä- gern der Partei generell mit dieser Aufgabe betraut sind. Das Kulturamt ber Reichspropagandaleitung hat die Aufgabe, laufend alle Neuerscheinungen auf dem Gebiete des Schrifttums und der Musik unter dem Gesichtspunkt ihrer Verwendbarkeit im Rahmen der nationalsozialistischen Feiergestaltung zu überprüfen. Die Propagandaleiter und deren Kulturabteilungsleiter bis herunter zur Ortsgruppe erhalten allmonatlich die „Vorschläge der Reichspropagandaleitung zur national- sozialistischen Feiergestaltung", die neben positiven Programmvorschlägen auch eine „W arnungs- täfel" zur Brandmarkung des schlimmsten nationalen Kitsches auf diesem Gebiete enthalten.
Da die Propagandaleiter und deren Kulturabteilungsleiter in der Feiergestaltung sich an diese Richtlinien der Reichsprogandaleitung halten, ist Sie Zusendung von Verlagsprospekten über Dichtung und Musik „für nationale Feiertage" an die unteren Dienststellen der Partei in jedem Falle überflüssig. Was sich für diesen Zweck am besten eignet, wird vom Kulturamt der Reichspropagandaleitung ohnehin vorgeschlagen.
schweig und allen Parteigenossen für die Mitarbeit , und tatkräftige Unterstützung. Das Jahr 1935 sei - nun endlich ein Jahr der Erfüllung geworden; denn der Führer habe mit der Wiedererrichtung der deutschen Wehrmacht dem Reiche die Unabhängigkeit wiedergegeben. Aber dieses Jahr habe noch eine weitere Erfüllung gebracht: Deutschland habe nun eine einheitliche |5 tagge, unter der eine geeinte Nation mar« , schiere. Dieses neue geeinte Deutschland sei allein । aus der nationalsozialistischen Bewegung erstcm- jden, und es gelte, mit allen Mitteln diesen Staat . und sein Volk für alle Zukunft zu sichern. So ; bürfe es auch niemals wieder eintreten, daß — wie vor dem Kriege — das Reich in seinem Bestände durch eine mangelhafte Organisation in seiner Ernährungspolitik gefährdet werde. Wenn der Reichsnährstand in allen feinen Gliederungen ft raff organisiert sei, so habe das aus den Erfahrungen der Vergangenheit schon seinen Sinn und Zweck.
Der Reichsbauernführer gab seiner Befriedigung Ausdruck über die in der Erzeugungsschlacht des letzten Jahres geleistete Arbeit. Es sei klar, so führte er aus, daß wir bei der Lage unseres Vaterlandes, um die uns vom Führer gegebene Wehr- freiheit ernährungswirtschaftlich untermauern zu können, eine straffe, einheitlich geführte Organisation der gesamten Ernährungswirtschaft aufbauen mußten. Auch für den kommenden Zeitabschnitt der Erzeugungsschlacht habe er den festen Willen, diese Schlacht siegreich zu schlagen, und er dürfe mit Stolz bekennen, daß er sich dabei auf das vor ihm sitzende Führerkorps des deutschen Bauerntums und damit auf das gesamte deutsche Landvolk verlassen könne. Wenn in dem großen Deutschland der Friedenszeit die Sicherung der Ernährung nicht möglich gewesen sei, dann aus dem ganz einfachen Grunde, weil zu jener Zeit nicht diejenigen Voraussetzungen vorhanden gewesen seien, unter denen wir im Dritten Reich die Schlacht zur Sicherung unserer Nahrung schlagen können. Unter lautem Beifall feiner Zuhörer sagte der Reichsbauernführer 3um Schluß: „Diese Voraussetzungen aber hat der Führer und seine herrliche Bewegung uns gegeben, und durch sie werden wir die Nahrungssicherung unseres Volkes — wenn auch
Heute ist es schon selbstverständlich geworden, daß im November, wenn die Herbststürme über die tagten Felder wehen und die Feldarbeit ruht, das Führerkorps des Reichsnährstandes dem Ruf des Reichsbauernführers folgt und zum Reichsbauerntag nach Goslar eilt. Vor einem Jahre noch schien der Begriff der Reichsbauernstadt, zu der die alte Kaiserstadt am Harz erhoben worden war, etwas Künstliches zu sein: inzwischen hat sich aber dieser Gedanke überall durch- aesetzt. Zahlreiche Arbeitstagungen und Zusammenkünfte von Untergliederungen des Reichsnährstandes oder von angeschlossenen Verbänden, die seit dem letzten Reichsbauerntag in Goslar stattfanden, haben diese Stadt mehr und mehr in den Gesichtskreis des bäuerlichen Lebens treten lassen. Nun werden sich wieder für eine Woche lang die Gedanken aus allen Gegenden des Deutschen Reiches nach Goslar richten, wo die Landesbauernführer, Kreisbauernführer und Ortsbauernführer mit den Amtsftellen des Reichsnährstandes zufammenkommen, um Rechenschaft über die Jahresarbeit abzulegen und die Parole für das kommende Jahr zu empfangen.
Schon im Laufe des Jahres hat es sich mehrfach gezeigt, daß die Reichsnährstandspolitik, stärker als es früher der Fall war, auch außerhalb des Reichsnährstandes Anerkennung und Beachtung findet. Hier fei nur erinnert an die grundsätzlichen Ausführungen, die der Reichsbauernführer auf Einladung der Akademie für Deutsches Recht über bodenrechtliche Fragen und vor dem Hamburger Senat über Bauerntum und Hanse machen konnte. Der, Reichsbauerntag selbst erhält eine besondere Note, dadurch, daß der Reichsarbeitsführer Hierl, der Mitglied des Reichsbauernrates ist, über die Z u« fammenarbeit von Reichsarbeits- dienst und Reichsnährstand sprechen wird. Gerade diesem Referat wird man im Hinblick auf die neuen Aufgaben bei der Fortführung der Er-; ßeugukigsschlacht und die besonderen Möglichkeiten, die für den Einsatz des Arbeitsdienstes nach Ein-! führung der Arbeitsdienstpflicht geschaffen worden sind, mit besonderem Interesse entgegensehen. Noch zwei andere Männer, die nicht! eigentlich zum Reichsnährstand gehören, die aber auf Grund ihrer Mitwirkung bei der nationalsozialistischen Bauernpolitik Mitglieder des Reichsbauernrates sind, werden im Rahmen der zweiten Haupttagung grundlegende Ausführungen machen. Es sind dies Reichsminister K e r r l, der über „Der Raum als Grundlage des deutschen Volkes", und Reichsführer SS. Himmler, der über die „Schutzstaffel als antibolschewiftifche Kampforganisation" sprechen wird.
Der Arbeitsplan des Reichsbauerntages sieht im übrigen neben eingehenden Sondertagungen, in denen Einzelstagen beraten werden, grundlegende Ausführungen über den Ordnungsgedanken in der Erzeugung und Verteilung und über den Blutsgedanken vor, der nach wie vor einen wichtigen Teil der Reichsnährftandsarbeit einnimmt. Die Zusammenfassung aller dieser Fragen erfolgt in dem Referat des Stabsamtsführers Dr. R e i f ch l e über „Gesittung aus dem Blut" und dem Referat des Staatssekretärs des Reichsund Preußischen Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft Backe über „Volksgebundene Wirtschaft im Gegensatz zur jüdischen Wirtschaftsweise". Während die Sondertagungen die Tage vom 11. bis 13. einnehmen, finden diese Vorträge vom 14. bis 16.11. statt. Den Höhepunkt wird der Reichsbauerntag dann am Sonntag mit den grundlegenden Reden des Reichsobmannes M e i n b e r g und des Reichsbauernführers R. Walther Darre erreichen.
Man würde den Arbeiten des Reichsbauerntages nicht gerecht werden, wenn man nicht der Wirkungen der bisherigen Maßnahmen der nationalfozia- listifchen Bauernpolitik gedächte. Auf ernäh- rungswirtfchaftlichem Gebiet ist hier fest- guftetten, daß es trotz einzelner Spannungen bei Der Versorgung mit verschiedenen Lebensrnitteln gelungen ist, einen erheblich gestiegenen Verbrauch aus eigener Erzeugung soweit zu decken, daß trotz der durch Devisen- und Ausfuhrschwierigkeiten bedingten Einfuhrhemmungen d i e Ernährungsgrundlage gesichert ist. Nicht weniger bedeutsam ist die Tatsache, daß die notwendige Erhöhungderland wirtschaftlichen Verkaufserlöse nur in einem der allgemeinen Kaufkraftentwicklung angepaßten Umfang erfolgte. Hier hat sich die wahrhaft sozialistische Ausrichtung der Reichsnährstandspolitik gezeigt, die den Bauern in Zeiten des Ueberflufses vor Kata- strophenpreifen und den Verbraucher in Zeiten mit geringerem Warenangebot vor lleberteuerung schützt. Dabei ist die Erhöhung der Verkaufserlöse' in vollem Umfang d e r Gesamtwirtschaft zugute gekommen. Die Landwirtschaft konnte nicht nur die im Hinblick auf die allgemeine Finanzkraft der deutschen Wirtschaft nicht gering zu schätzende Bezahlung der Steuer- und Zinsrückstände in Angriff . nehmen, sondern darüber hinaus erheblich mehr Aufwendungen an Betriebsmitteln machen, die der : Arbeitsfchlacht zugute kamen. In erster Linie denkt man hier an den gestiegenen Dünger- . mittelverbrau ch. Der Aufwand für künst- : liche Düngemittel ist allein im Wirtschaftsjahr 1 1934/35 um rund 65 Millionen Mark gestiegen, er i übertrifft mit 636,1 Millionen Mark bereits wieder i die Höhe des Jahres 1930/31. Dabei muß berück- <


