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Die führende natnrknndliche Monatsschrift!

Oer Naturforscher"^'"-.-,-.

Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. Herausgeg. von Oberftudienrat Or. N. Nein u. Pros. Or. W. Schoenichen. Oer Naturforscher" unterrichtet fortlaufend in Bild und Wort über die Ergebnisse der neuesten Beobachtungen und Forschungen aus allen Ge­bieten der Naturwissenschaften und Technik. <3r ist die verständliche, aber hochwertige naturwissenschaftliche Monatsschrift sür geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist.

Vierteljährlicher Bezugspreis: NM. 2,50. - Verlangen Sie kostenlos ein Probeheft. - Oer Bezug kann durch jede Buchhandlung erfolgen Hugo Bermühler Verlag » Berlin-Lichterfelde

gab fetn Handeln. Vorhandenes Schlachtvieh wurde in Zahlung genommen. Das Beispiel lieh klar er­kennen. daß der Handel ohne den Juden für den Bauern viel nutzbringender ist. Dem ersten Vieh­verkauf mußten in kurzen Abständen zwei weitere folgen. Die Kartoffelernte geht ihrem Ende entgegen. Der Ertrag ist in unserer Gemar­kung recht gut, wenn auch nicht so reichlich wie im Vorjahre. Bei autem Dung und richtiger Be­handlung ergaben die verschiedensten Sorten fast gleichmäßige Erträge. Hin und wieder hört man allerdings Klagen darüber, daß sich die Schale noch nicht genügend gefestigt hat. Die Bauern beginnen nunmehr mit dem Einfahren der Dickwurz und der Kohlrüben. Die Aussaat des Winterroggens ist fast überall beendet, die Aussaat des Winterweizens hat begonnen. Glücklicherweise tritt in diesem Jahre die Plage der Feldmäuse kaum auf. Die Engerlinge, Drahtwürmer und die grauen Erdraupen sind aller­dings sehr zahlreich.

= Steinbach, 10. Okt. Von der NSV. wurde seinerzeit hier ein Erntekindergarten er­richtet, der im Saalbau von Paulus Gerhard für den Sommer eine geradezu wie geschaffene Stätte hatte. Leider ist der Saal unbeheizbar. Da die Eltern das Fortbestehen des Kindergartens wün­schen, hat die Gemeinde den Rathaussaal für den Winter zur Verfügung gestellt, und die NSV. kann nun den Kindergarten weiterbestehen lassen.

* Garbenteich, 10. Okt. Der in der K r e i s - abdeckerei beschäftigte 19 Jahre alte Willi Künstler zog sich bei der Arbeit eine schwere Infektion zu und mußte sich nach Gießen in ärztliche Behandlung begeben.

-/- Lich , 10. Okt. Wegen verschiedener Diph­theriefälle in unserer Stadt hat das Kreis­schulamt nach Anhörung des Kreisgesundheitsamtes angeordnet, daß der Unterricht an der Volks-, Berufs- und Mädchenfortbildungsschule in der Woche vom 13. bis 19. Oktober ausfällt. Zur Zeit sind noch Herbstferien.

+ Grünberg, 10. Okt. Im Hinblick auf die kürzlich vollendete Fertigstellung der durch Grün­berg führenden Reichsstraße GießenAlsfeld wurden innerhalb unserer Stadt einschneidende Veränderungen und Verbesserungen an den Straßen vorgenommen. Westlich der Stadt, ungefähr bei der Villa Emilie, beginnt das Kleinpflaster, das sich nun in Länge von' etwa zwei Kilometer durch Gießener, Londorfer und später Alsfelder Straße bis östlich der Stadt zum Ein­gang zum Schwimmbad hinzieht. Das im Zuge

dieser Strecke liegende Teilstück der Rosengasse war vor zwei Jahren einer Umpflasterung unterzogen worden und brauchte daher dieses Jahr nicht in die Herstellungsarbeiten einbezogen zu werden, ebenso galt dies für die Marktgasse, die im Sommer 1934 umgepflastert wurde. Auch die vom Marktplatz bis zur Alsfelder Straße führende Fritz-Hille-Straße wurde jetzt durch Umpflasterung neu hergerichtet. Dadurch sind im Laufe der zwei letzten Jahre alle Hauptstraßen unserer Stadt, die für den Fuhr- und Autoverkehr von Wichtigkeit sind, in guten Zustand gebracht worden, und die früher so oft gehörten Klagen, besonders der Autofahrer, Jber die schlechte Beschaffenheit der Grünberger Straßen sind seitdem verstummt. Bei der jetzigen Herrich­tung der Alsfelder und der Gießether Straße wur­den von der Stadt auch die Bürgersteige die­ser Straßen mit Teerasphaltbeton hergestellt. Da­durch wurde, besonders in der Gießener Straße, ein großer Uebelstand beseitigt, da der Weg zu der hier liegenden Turnhalle früher stets in schlechtem Zustand und sehr schmutzig war. Da die Straßen­decke in dieser Straße etwas höher gelegt wurde, waren hier Auffüllungen der Höfe und Zugänge nötig.

ch Lauter, 10. Okt. Dem Volksgenossen Karl Sann, der 10 Jahre bei dem Müller Otto C h r i st, Neumühle, tätig ist, wurde aus diesem Anlaß eine Ehrenurkunde vom Reichsnährstand überreicht. Zum 1. Beigeordneten unserer Ge­meinde wurde Heinrich Schmidt IV. ernannt und verpflichtet.

Ein Festtaa der Fuldaer Garnison.

Die neuerbaufe Kaserne ihrer Bestimmung übergeben.

LPD. Fulda, 9. Okt. Unter jubelnder Anteil­nahme der gesamten Fuldaer Bevölkerung ist heute das Fuldaer Bataillon des Infante­rieregiments Kassel aus seinem provisori­schen Barackenlager in die neuerbaute Jnlanterie- Kaserne umgezogen. Unter einem wahren Blumen­regen hindurch marschierten die jungen Soldaten auf ihrem Wege in die neue Kaserne durch die Stadt, die an diesem Feiertage festlichen Flaggen­schmuck angelegt hatte. Zu den Feierlichkeiten bei der Uebernahme auf dem Kasernenqelände hatte sich als Vertreter der Wehrmacht Divisionskomman­deur General Lüdke neben Vertretern der Partei, der Stadt und Behörden und zahlreichen Ehren­gästen eingefunden.

Große Handwerker-Kundgebung in Friedberg.

* Friedberg, 11. Okt. Im Rahmen des Friedberger Herb st Marktes fand im Burghof eine Kundgebung statt, die die Hand­werker der Stadt und des Kreises vereinigte. Nach einer kurzen Begrüßung der Teilnehmer durch den Kreis-Handwerksmeister K u h w e d e, hieß Bür­germeister Vieth die Gäste herzlich willkommen und betonte in seiner kurzen Ansprache u. a., daß es auch für die Handwerker gelte, fest zusammen­zustehen und mitzuhelfen am Werke des Führers.

Anschließend sprach der

Landes-Handwerksmeister pg. Gamer zum ersten Male zu den oberhessischen Handwerkern. Er erinnerte zunächst an vergangene Zeiten, in denen das liberalistische System das Handwerk an

den Abgrund getrieben habe. Der Nationalsozialis­mus habe es sich zu einer besonderen Aufgabe ge­macht, auch dem Handwerk zu helfen. Tatsächlich sei auch schon eine erhebliche Verbesserung der Lage des Handwerks erreicht worden. Das Handwerk habe berechtigten Anspruch auf die Sicherung sei­ner Existenz. Der Wiederaufbau des Handwerks sei aber bisher um so schwerer gewesen, da jo das Handwerk fast völlig verarmt aus der verbrecheri­schen Inflation hervorgegangen sei. Gesetzliche Maß­nahmen ermöglichten inzwischen dem Handwerk neue Betätigung und kulturelles Schaffen. Auf den neuen Gesetzen für das Handwerk gelte es weiter aufzubauen. Den Handwerkern stehe jetzt die Lan­des-Lieferungsgenossenschaft zur Seite, die das Auf­tragswesen übernommen habe und regle. Es sei

selbstverständlich, daß beste Qualität und Einhaltung der Lieferfristen Voraussetzung für eine Zusammen- | arbeit der Lieferungsgenossenschaft seien.

Die Jnstandsetzungsarbeiten haben, so führte der Landes-Handwerksmeister weiter aus, dem Hand­werk viel Arbeit verschafft. Ausschlaggebend für den Erfolg des einzelnen seien aber immer die Initiative und die Leistungsfähigkeit des Hand­werksmeisters. Bei der Finanzierung größerer Auf­träge für Innungen oder Arbeitsgemeinschaften werde der Landeshandwerksmeister von Fall zu Fall und nach bester Möglichkeit helfend eingreifen. Bei allen Maßnahmen müsse allerdings auch be­dacht werden, daß unser Gebiet handwerklich übersetzt sei.

Trotz aller Schwierigkeiten dürsten wir aber alle im Vertrauen auf den Führer auf eine neue Blüte des deutschen Handwerks hoffen.

Der Handwerker müsse vor allem wieder boden­ständig werden, er müsse seinen Nachwuchs im Sinne des Nationalsozialismus erziehen, dieser

Nachwuchs müsse aus der HI. hervorgehen, die schon von Haus aus den notwendigen Ernst für den Beruf mitbringe. Die Jugend müsse nicht nur zu tüchtigen Handwerkern, sondern auch zu ordentlichen Staatsbürgern erzogen werden. Handwerkliche Ehr­barkeit, sowie Liebe zu Volk, Führer und Vater- land müsse den Nachwuchs auszeichnen. Dann könne auch das Handwerk allen Erfordernissen des Staa- tes gerecht werden. r v ...

Der Redner dankte zum Schluß den Obermeistern für die in den Innungen geleistete vorbildliche Ar­beit, forderte zur guten Zusammenarbeit mit der DAF. und zur Mitarbeit an dem großen Ziele des Führers im wiedererstarkten Vaterland auf. Leb- Hafter Beifall dankte dem Landeshandwerksmeister.

Mit der Versicherung, daß die Handwerkerschaft des Kreises Friedberg geschlossen hinter dem Lan- deshandwerksmeister stehe, schloß der Kreishand­werksmeister Kuhwed e die Kundgebung. m Treuebekenntnis zu Führer und Vaterland und mit den beiden Nationalhymnen klang die Veranstal­tung aus.

Besuch beim BnesmarkeuftäuleinHessen".

Seit dem Erntedankfest hat die Reichspost mit der Herausgabe einer neuen Wertzeichen­serieDeutsche Volkstrachten" begonnen. Bäuerinnen aus den verschiedenen deutschen Landschaften sind in ihren schönen Trachten auf den Marken verewigt, darunter auch eine Bäuerin aus Hessen. Wir hatten das Glück, der Urgestalt der 15-Pfennig-MarkeHessen" zu begegnen.

BriefmarkenfräuleinHessen". (Aufnahme: Spannring, Frankfurt a. M.)

Sind Sie nicht das Briefmarkenfräu­lein Hessen?" Unser Wagen schreit auf, so ist ihm die Bremse in die Glieder gefahren. Wir hatten auch allen Grund, so plötzlich zu bremsen. Auf dem Fußgängerpfad, der die kurhessische Land­straße im Kreis Marburg entlang zog, schritt ein junges blondes Mädchen in der kleidsamen Werktagstracht der Hessinnen. Ihm galt unsere plötzliche Aufmerksamkeit. Das Mädchen hast du doch schon irgendwo gesehen, war es uns durch­fahren. Das kann doch nur... Und schon ist die Hand an die Bremse gefahren.

Sie sind doch gewiß Fräulein Anna B. aus Erksdorf?" Das Mädchen ist auf unfern An­ruf näher gekommen. Steht nun, über das ganze jugendfrische Gesicht lachend, bei uns:Ei, woher wissen Sie denn, daß ich die Anna B. bin?" fragt sie ehrlich erstaunt.Liebes Kind, Sie scheinen noch nicht zu wissen, daß Sie eine postalische Be­rühmtheit geworden sind. Sie sind doch das Briefmarkenfräulein hier?" Wir entneh­men der Brieftasche eine der neuen Trachtenmarken und zeigen sie dem Mädchen.Ach so, daher", sagt Anna nun gedehnt,das ist allerdings der Steck­briefs von mir. Nur bin ich darauf im Festtags- st a a t, während ich heute die Werktagstracht anhabe."

Wir lassen es uns nicht nehmen, das Briefmar­kenfräulein Hessen mit ihrem Körbchen an das Ziel ihres Weges zu begleiten. Anna ist ein munteres Mädchen,, das durchaus nicht auf den Mund ge­fallen ist. Lampenfieber vor der Oeffentlichkeit kennt sie keineswegs. Sie ist Darstellerin im Bund für Volkstum und Heimat, dessen Schar in der hübschen Hefsinnentracht Aufführungen und Volks­tänze bringt. Auf dem Bückeberg? Natürlich hat sich das Anna nicht nehmen lassen, bei dem groß­artigen Erntedankfest auch in diesem Jahre wieder dabei zu sein:Solange es nur geht, werde ich jedes Jahr wieder zum Bückeberg fahren. Es ist mein schönstes Fest im ganzen Jahr."

Wir kommen Erksdorf näher. Es ist ein blitz­blankes Dörfchen von 700 Seelen. Anna ist die jüngere Tochter des Erbhofbauern B. Nun wollen wir schnell noch wissen, wie Anna dazu gekommen ist, Briefmarkenfräulein für Hessen zu werden. Das kam ganz wie ein Blitz aus heiterm Himmel", sagt sie lachend.Ich war gerade unterwegs ins Feld, da kam mir auch so ein Wagen entgegen­gefahren. Ein Photograph saß darin und hatte schon den Apparat auf mich gerichtet. Später machte er noch eine andere Aufnahme von mir im Fest­staat. Vom Bund her war mir das nichts Besonde­res. Bis ich dann nach einigen Wochen vom Reichs- postministerium die Nachricht bekam, daß ich als Briefmarkenfräulein Hessen in Aussicht genommen fei. So geht's eben im Leben ..." sp.

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1. Abteilungsreiten.

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